Angst

Elia – Du musst deine Angst nicht auch noch füttern!

 Du musst deine Angst nicht auch noch füttern!
Mäuse und Ratten,
was ist denn das?
Angst.

Angst und das Gefühl von Unzulänglichkeit füttern,
das sind Mäuse und Ratten.

Indem ich mich immer wieder darauf konzentriere,
füttere ich diese Emotionen auch noch.

Ich kann sie haben,
diese Gefühle des Ungenügend seins…

Ich kann sie haben,
diese Gefühle der Angst, der Wut auf mich selbst.

Ich kann sie haben,
diese Gefühle der Hoffnungslosigkeit!
Natürlich.

Sie kommen,
aber sie gehen auch!

Es sei denn,
ich gebe ihnen durch meine Aufmerksamkeit
ununterbrochen Futter!

Elia

Zu Gast ist Matthias.

Elia: Guten Morgen, liebe Freunde.

Hajo: Guten Morgen, Elia.

Matthias: Morgen.

E: Guten Morgen, Matthias.
Wie schön, dich wieder zu treffen.
Viele Fragen bewegen dich.
Deshalb will ich nicht zögern
und dir nur so viel sagen:
Es ist uns eine große Freude,
dich auf deinem Weg zu begleiten.
Du gehst vorwärts, glaub es nur! 
Manchmal scheinen Schritte klein zu sein
und doch sind sie von größter Bedeutung.

Doch nun deine Fragen.

M: Hm, es ist eine einfache Frage
und doch beinhaltet sie alles.
Ja, ob du mir irgendwie weiterhelfen kannst,
zu beschreiben, wie ich gemeint bin.

E: Wie Gott dich meinte?

M: Genau.

E: Wie Gott dich meinte, das zu erforschen, lieber Freund,
braucht es mehr als meine Antwort.
Mehr als ein Leben!
Mehr, als Worte je sagen können,
braucht es die Erfahrung.
Was du brauchst,
ist NICHT mein Wort.

Was du brauchst,
ist die Begegnung mit dir selbst,
dich erfahrend in allem, was du bist.
Dich erlebend mit allem, was dich ausmacht.
Das sprengt jedes Wort.

Eine spirituelle Erfahrung dieser Art
braucht eine feste Basis.
Diese Basis heißt Vertrauen!
Du neigst dazu,
in diesem Leben auf deinen Mangel zu schauen.
Doch wenn du dich erfahren willst in dem,
was du bist, wie du gemeint bist,
dann schaust du nicht in den Mangel,
sondern in die Fülle.
Und solche Fülle mag erschrecken,
wenn man meint, den Mangel nötig zu haben!

Matthias, ich sage dir:
Du bist nicht klein.
Matthias, ich sage dir:
Du bist groß! 
Kannst du das ertragen,
ohne dass es in dir widerspricht und sich heftig wehrt?
Hm?

M: Ja, immer besser.

E: Ja, immer besser.
Matthias, du bist groß
und du bist groß gemeint.
Du bist gemeint als etwas,
das vollkommen IST!
Nicht wird.
IST!

Schau, ihr seid in der Zeit:
Ihr habt euer Gestern, euer Heute und euer Morgen.
Aber das ist nicht, was ihr seid!
Ist NICHT das, was ihr in der Ewigkeit seid.

In der Ewigkeit gibt es nicht nur diesen Teil,
der Matthias heißt.
Deshalb sage ich:
Du BIST vollkommen.

Hier in unserer Wahrnehmung ist JEDE Seele
schon längst vollendet.
Die Bewegung der Zeit ist nur ein Teilaspekt! 
Die Abläufe sind nur Teilaspekte.
Das große Ganze zu erleben, zu erfahren,
ist der Seele vorbehalten,
die ohne Urteile auskommen kann.
Kein Urteil!
Annehmen, was ist!

Gott hat dich gemeint, als er dich dachte.
Er dachte dich vollkommen
und darum BIST du vollkommen.
Lediglich in der Zeit ist das nicht so.
Das Dasein in der Zeit ist ein separierter Zustand! 
Wenn du so willst:
ein unnatürlicher Zustand der Seele.
Ihr natürliches Sein ist zeitlos!

Wenn ich dennoch von Entwicklungen spreche,
dann ist es die Entwicklung aus dem Innen heraus.
Mit jeder Inkarnation erfüllt sich das,
was Gott meinte, mehr.
Mit jeder Inkarnation geht die Reifung der Seele voran! 
Gleichwohl ist sie zu jedem Zeitpunkt der Reife schon perfekt.

Das ist schwer für euch, zu verstehen.
Das bedeutet die Gleichzeitigkeit
unterschiedlicher Betrachtungsweisen.
Wenn du dich fragst:
Wie bin ich gemeint?
Dann sage ich dir:
Du kannst es nicht durch Gedanken klären.
Du kannst es nicht in Worte fassen.
Was du kannst, ist: es zu erleben!

Das Größte, was es zu erleben gilt,
die größte spirituelle Erfahrung, die ein Mensch machen kann,
ist: sich vollkommen erfahrend,
Teil Gottes zu sein.

Das scheint sehr kompliziert zu sein.
Aber es ist leicht für den, der vertraut.

Ihr kennt es.
Einige der indischen Religionen bieten es
als Ziel der Meditation und Versenkung an.
Sie nennen es Nirwana!

Es wird fälschlicherweise mit Nichts übersetzt! 
In Wahrheit bedeutet es Alles:
Alles erleben,
mich als Alles erlebend in Gott!

Ich musste jetzt sehr philosophisch werden.
Aber wenn ich wahrhaftig bin,
darf ich dir keine andere Antwort geben.

M: Hm.

E: Ich könnte dir Ziele nennen,
nach denen hin du dich bewegen kannst.
Aber diese Ziele wären vielleicht
ein oder zwei Prozent deiner Wahrheit.
Wären ein oder zwei Prozent von dem,
was du wirklich bist.
Selbst wenn ich eine Stunde lang deiner Zeit
in Anspruch nehmen würde, um dir zu erklären,
was du bist und wie du gemeint bist,
hätte ich nicht mehr als
einen winzigen Bruchteil deiner Wahrheit benannt!

Es ist sehr, sehr schwer für euch Inkarnierte!
Zu begreifen, wie groß ihr seid.
Und das Einzige, was euch dabei helfen mag,
das ist ein Gefühl! 
Das ist das Gefühl,
aus seiner Begrenztheit herauszutreten. 
Sich zu erweitern,
die Ich-Grenze
immer weiter und weiter werden zu lassen und
die eigene Tiefe und Höhe
immer mehr und mehr wachsen zu lassen.
Das ist zumindest die Annäherung an die Wahrheit.

Wenn Jesus sagt:
„Ihr seid Gottes Kinder,
wie auch ich Gottes Kind bin“. 
Wenn er sagt:
„Ich bin euer Bruder,
euch vorausgegangen“,
Wenn er sagt:
„Ihr werdet einmal mehr denn Engel sein“,
so ist das die reine Wahrheit.

Eine unglaublich große Wahrheit!

Diese Wahrheit kann der Verstand nicht verstehen.
Diese Wahrheit kann aber euer Herz erfassen.

Und wer dies tut, wird es nie vergessen.
Und wer dies tut und erlebt,
der wird diese Wahrheit in Jedem sehen, der lebt.
Das wird ihn friedlich stimmen, aber auch demütig.
Es wird ihn ruhig machen und zuversichtlich.

Alle spirituellen Führer, die ihr je hattet,
hatten ein solches Erlebnis!
Gut.
Deine nächste Frage bitte.

M: Es hängt vielleicht in gewisser Weise
mit der ersten Frage zusammen.
Es ist meine Frage im Umgang mit Menschen:
also Menschen begegnen,
sich Menschen öffnen.
Ich habe jetzt die letzten eineinhalb, zwei Jahre
ja immer mehr
– weil du vorhin von Stärke gesprochen hast –
immer mehr meine Stärke gefunden
und bin immer mehr meiner Stärke begegnet.
Ja, ich weiß jetzt nicht wirklich,
wie ich damit umgehen soll!

Ja, ich bin ernst und distanziert bei Menschen
und da habe ich ein Problem damit,
mich wirklich zu öffnen
und Menschen zu begegnen.

E: Ja, lieber Freund.
Ich möchte dir sagen,
welche Möglichkeiten du hast,
zu erreichen, wenn du einmal ein alter Mensch bist!

Dann werden einmal die jungen Menschen sagen: 
Geh zu ihm, dem weisen Alten auf dem Berg.
Geh hin und suche Trost und Rat!

Ja, ja!
Ich spreche mit dem weisen Alten auf dem Berg! 
Noch ist er jung.
Die Distanz zu den Menschen, mein Freund,
ist kein Mangel, so lange – und das gelingt dir inzwischen –
deine Seele die Seelen der Anderen zu treffen vermag!

Nein, es ist dir nicht gegeben, mit Leichtigkeit
Belangloses und Oberflächliches zu schwätzen! 
Es ist dir nicht gegeben!
Was dir aber gegeben ist
und worauf – wir bitten dich –
du dein Augenmerk lenken solltest, ist:
Du schaust den Menschen ins Herz.

Meinst du nicht:
Das sei weit mehr wert als jene Leichtigkeit,
die du versuchst, zu erreichen,
und die doch nicht deiner Art entspricht?

M: Eine gewisse Leichtigkeit im Leben
wäre schon erstrebenswert für mich und schön.

E: Ja, du hast sie ja!
Nur eben nicht bei Menschen! 
Du hast sie ja in der Natur! 
Wie kannst du dich da freuen!

M: Und beim Menschen?
Soll das mein Ziel sein,
das bei Menschen zu erreichen, oder?

E: Nein!
Und ich will dir sagen, warum.
Der weise Alte muss auf dem Berg sein!
Wohnt er im Dorf,
ist er allzu schnell nichts weiter als ein alter Narr!
Er muss der Besondere sein.
Ist er so wie sie selbst,
gelten weder seine Antworten
noch seine Fragen irgend etwas!
Dann bist du ja Einer von ihnen!

Und wie kann es da sein,
dass weise ist, was du sagst?

Ich weiß,
das schmeckt dir nicht.
Und doch ist es so! 
Was wichtiger ist, ist:
Dass du darin siehst,
welche Erfüllung für dich darin liegt.
Gib doch deinen Kampf dagegen auf,
Anders zu sein!
Nimm es doch freudig an!
Es ist die einzige Chance für viele,
die sich an dich wenden werden,
dass du bereit bist, das Anders sein zu tragen.

Sie können dich nur Ernst nehmen,
wenn du Anders bist! 
Verstehst du?

M: Hm.

E: Schau, das ist ein langer Weg.
Und auf dem Weg wird dir viel begegnen:
Gutes und Schlechtes,
Leichtes und Hartes.
Es wird dir begegnen, damit du
– das ist wichtig –
die Menschenseele mehr und mehr verstehst,
mehr und mehr in dir
die Liebe zu ihnen wächst.

Am Anfang, da waren sie Bedrohung!
Ihr Urteil war Bedrohung! 
Jetzt aber ist die Aufgabe, die du hast,
dich von dieser Einstellung zu lösen und zu verstehen:
Sie sind nicht bedrohlich, sondern bedürftig!

Aus dem Mitgefühl,
das du mit dir entwickelst
– und das tust du und dafür loben wir dich –
darf nun in den nächsten Jahren
das Mitgefühl mit ihnen erwachsen.
Der Weg, den du gehst,
ist voller Wunder und Zauber.

Aber es ist nicht der Weg,
den sie gehen!
Wie kannst du ihnen raten und helfen,
wie kannst du ihnen Trost spenden
und Heilung gewähren,
wenn du bist wie sie?

Seit jeher, seit jeher separierte
die Menschheit ihre Heiler
und stellte sie für sich
etwas abseits von der Gemeinschaft.

Heilig sein bedeutet im Ursprung:
Abgesondert sein
und dennoch den Menschen zugewandt,
Anders sein
und dennoch dem Menschlichen freundlich zugeneigt.

Nein, Freund!
Es geht nicht, dass du wirst wie sie! 
Das ist nicht deine Aufgabe!
Fürchte dich nicht,
denn Gemeinschaft wirst du dennoch tragen.
Mehr Gemeinschaft, als je Einer von denen erfahren kann! 
Denn du wirst Gemeinschaft haben mit allem, was lebt! 
Ja?

M: Hm.

E: Hast du mich verstanden?

M: Hm.

E: Nun, mein Freund, deine nächste Frage, bitte.

M: Ich hab gerade überlegt,
was ich noch fragen könnte.
Ja, die tiefgründigen Fragen sind beantwortet. 
Was eben erst zum Teil schon dabei war,
ist diese Unzufriedenheit mit mir selber,
bezieht sich
– das ist jetzt vielleicht oberflächlich –
aber bezieht sich auf mein Äußeres.

Ich weiß nicht,
ob du mir da irgend einen Tipp geben kannst,
wie ich damit ein bisschen besser umgehen kann.

E: Ja.
Ja, ja, ich gebe dir einen Tipp.
Ich gebe dir den Tipp:
Schau dir einmal ein Bild von mir an.
Schau es dir an! 
Und dann sage ich dir dazu:
Ich habe mich so hässlich gefunden!
Meine Nase so lang,
meine Ohren so weit vom Kopf,
ach, war ich hässlich.

Und – was man auf dem Bild nicht sieht –
meine Zähne waren grauenvoll,
wie es in unserer Zeit häufig war.
Und ich war klein und schmächtig
statt groß und stark.

Nein, ich gefiel mir nicht!

Gleichwohl, gleichwohl habe ich diese äußere Erscheinung
wieder gewählt!
Denn keine, keine, war je Ehrenvoller denn diese.
Ich will dir sagen, warum!

Wenn es darum geht,
dass ein Mensch etwas zu sagen hat den Anderen: 
Dann ist es sehr wichtig,
dass das Äußere hinter dem – was er zu sagen hat –
zurücktritt.

Schau, all jene, die Gott benutzte,
um sein Wort zu verkünden,
deren Äußeres war – nun sagen wir es einmal –
weniger denn durchschnittlich.
Niemand von ihnen war in der Lage,
durch sein Äußeres zu blenden.
Und das hatte seinen Sinn:
Äußeres blendet!

Wessen Berufung es ist, wahre Werte zu vermitteln,
für den ist es eine Gnade,
dass sein Äußeres
eben nicht das Innere überragen kann!

Lieber Freund,
wärest du schön,
so wie es deinem Zeitgeschmack entspricht:
Meinst du nicht?
Dein Leben wäre völlig anders verlaufen?

M: Hm.

E: Kannst du dir vorstellen,
wer du heute wärest,
wenn dir mit 14, 15 Jahren
die jungen Damen nachgerannt wären?
Wenn sie sich ereifert hätten,
um auch nur einen anerkennenden Blick
von dir zu erhaschen?
Kannst du dir vorstellen,
wie gering die Chance gewesen wäre,
dass du nach Innen gewachsen wärst?

M: Hm.

E: Siehst du!
Was du nicht siehst,
das ist, was mit dir passiert,
wenn du über das sprichst,
was dich wirklich bewegt.
Wenn du dich siehst dann im Spiegel: 
Und jeder Blick, den du dir schenkst,
ist – vorsichtig formuliert – kritisch.

Aber was die Menschen sehen,
wenn sie mit dir über die Dinge des Lebens sprechen:
Das sind Augen, die tief sind.
Das sind Augen, in denen Sterne leuchten.
Das siehst du nicht!

Aber das ist eine Schönheit,
die kein Fotograf je einfangen kann!
Die du niemals siehst,
wenn du dich selbst betrachtest.
Das ist eine Schönheit,
die freilich anders ist als das,
was du meinst, was schön wäre.

Ich möchte dir Mut machen!
Schau mein Bild an,
schau es objektiv an!
Und du wirst sehen,
da ist eine Schönheit eingefangen,
die liegt in meinen Augen.
Und das ist auch deine, glaub es nur.
Es ist ein Geschenk!

Schau, du bist nicht entstellt! 
Du hast keinen offenkundigen Makel,
der so schwer wäre,
dass er in Anderen Ekel oder Angst erzeugen würde.
Auch solche Schicksale gibt es.

M: Hm.

E: Ja?
Sei dankbar für dein Aussehen.
Hab es gern!
Wir wissen, warum du so aussiehst!

M: War das zum Teil meine Entscheidung
oder ist das genetisch bedingt?

E: Beides.

M: Beides.

E: Aber zuerst natürlich deine Entscheidung! 
Dein Genom hast DU dir ja schließlich ausgesucht!

Ja?

M: Hm.

E: Es ist deine Entscheidung
und ich sage dir noch einmal:
Du kannst deine Schönheit nicht ermessen.
Das liegt an der Art,
wie du dich anschaust.

M: Hm.

E: Hast du noch eine Frage?

M: Hm, über den Zugang,
mein Herz zu öffnen,
haben wir davor eigentlich schon kurz gesprochen.

Was ich noch an Stichworten hab,
sind meine Emotionen,
meine emotionale Ebene.
Das sind wir jetzt wieder beim Kontakt mit Menschen.
Ich weiß nicht, ob das jetzt noch ein Sinn hat,
wenn ich eine Frage formuliere,
wenn wir darüber reden.

Ich merke,
dass ich emotional in meiner Gefühlswelt
schon noch Defizite hab.
Ob du mir da irgendeinen Rat geben kannst.

E: Ja. Dein Defizit ist immer noch
– aber längst nicht mehr so, wie es einmal war –
was ich schon sagte:
Die Furcht vor der Be – Urteilung,
die Furcht vor der Ver – Urteilung.

Solange das noch stark in dir ist,
trennt dich etwas von den Menschen!
Nämlich deine Furcht! 
Dein Zugang zu den Menschen
ist allerdings ein anderer:
nämlich Mitgefühl.

Hier bist du ambivalent.

Es ist nun einmal, wie es ist:
Wir können nicht lieben,
was wir fürchten.

Du wirst deiner Furcht begegnen
und ihrer Ursache.
Und du wirst dich davon lösen können!

Ja? Das wollen wir erreichen.
Das Andere ist:
Schau, Emotionen haben keinen Regelfall,
sondern sie sind immer neu
und immer anders.
Sie sind nicht stabil,
sondern schwankend.
Sie sind nicht einzuteilen in gut und schlecht,
nützlich und unnütz.
Sie sind,
wie sie sind!

Aber deine Emotionen,
die sind wie deine Haustiere.
Und du musst aufpassen,
welche du fütterst!

Das ist ja ganz verrückt bei manchen Menschen.
Die füttern sozusagen ihre Mäuse und Ratten
statt ihre Hunde und Hühner.
Mäuse und Ratten:
Was ist denn das?
Angst!
Angst füttern,
Angst und das Gefühl von Unzulänglichkeit füttern,
das sind Mäuse und Ratten.

Ja?

Indem ich mich immer wieder darauf konzentriere,
füttere ich diese Emotionen auch noch.

Ich kann sie haben,
diese Gefühle des Ungenügend seins…

Ich kann sie haben,
diese Gefühle der Angst,
der Wut auf mich selbst.

Ich kann sie haben,
diese Gefühle der Hoffnungslosigkeit, natürlich.

Sie kommen,
aber sie gehen auch!

Es sei denn:
Ich gebe ihnen durch meine Aufmerksamkeit
ununterbrochen Futter!

Ich rate dir:
Wenn sie kommen, diese Gefühle
– und sie sind nun einmal so,
dass sie immer wieder mal kommen –
dann füttere sie nicht durch Aufmerksamkeit!

Sag: „Aha, da bist du also wieder,
du Wut auf mich selbst.
Nun ja, bleib ein Weilchen,
aber es gibt Wichtigeres als dich.”

Und wenn sie kommen,
diese Gefühle der Angst und der Unzulänglichkeit,
dann sag:
„Aha, da seid ihr also mal wieder.
Nun ja, es gibt Wichtigeres als euch.”

Diese Gefühle sind darum groß,
weil ihr entscheidet,
dass sie groß sind! 
Ihr könnt auch eine andere Entscheidung treffen! 
Viele, viele Leben werden damit verbracht,
diesen Emotionen Futter zu geben! 
Wie sieht der Ausweg aus?

Der Ausweg besteht darin,
dass es Wichtigeres gibt! 
Es gibt Wichtigeres,
als sich zu fürchten.
Es gibt Wichtigeres,
als auf sich wütend zu sein.
Es gibt Wichtigeres,
als sich unzulänglich zu fühlen.

Das Wichtigere könnte sein,
dass man Mitgefühl mit Anderen entwickelt.
Es könnte sein,
dass man Freude an Anderen entwickelt.
Es kann ja viel wichtiger sein,
dass man
– statt sich zu fürchten, mit Jemandem zu reden –
sich darüber freut,
wie hübsch die Natur seine Augen ausgestattet hat.

Ja?

M: Hm.

E: Ja. Das ist eine Frage,
wie ich die Schwerpunkte, die Gewichtigkeit setze.
Und dies zu tun,
ist eine Bewusstseinsfrage! 
Je bewusster du dir in diesen Zusammenhängen bist,
umso erfreulicher wird dein Leben sein!

Als du klein warst,
war Angst riesig groß.
Angst, Unzulänglichkeit
und Wut waren riesig groß.
Du hattest keine Angst,
du warst Angst!
Du hattest keine Wut,
du bist Wut gewesen!
Dein ganzes Sein war erfüllt davon.

Aber nun bist du erwachsen geworden
und nun ist es kindisch,
Wut zu sein oder
Angst zu sein.
Nun weißt du:
Aha, diese Angst ist mir vertraut.
Ich kenne sie schon.
Sie kommt, sie bleibt und sie geht.
Es gibt Wichtigeres, denn:
Hat deine Angst irgend etwas verhindern
oder ändern können in deinem Leben?
Nichts!

M: Hm.

E: Haben deine Sorgen,
ob du ausreichend genug bist,
je irgend etwas verhindert? Nichts! 
Du kannst dich so viel ängstigen,
wie du willst,
so viel sorgen,
wie du willst:
Schließlich ändert das nichts.

Was es aber verhindern kann, ist:
deine Kräfte zu entfalten.
Das sich völlig Konzentrieren
auf diese destruktiven Kräfte,
das verhindert das Wachstum der eigenen Fähigkeiten!
Dies zu überwinden, ist eine deiner Lebensaufgaben! 
Und das weißt du auch.

M: Hm.

E: Wenn du es überwunden hast,
das bedeutet dann nicht:
Wenn du keine Angst mehr hast,
wenn du keine Gefühle der Unzulänglichkeit mehr hast
und keine Wut mehr hast.
Sondern dieses bedeutet:
Wenn du Herr deiner Emotionen bist,
dann wirst du all Jene besonders gut verstehen,
die genauso darunter leiden wie du Heute.
Die genauso darunter leiden wie du Einstmals als Kind.
Niemand wird sie besser verstehen als du.

Ja?

M: Hm.

E: Ein Lehrer muss lernen! 
Ein Heiler muss krank gewesen sein! 
Das ist die Regel!
Eine Mutterseele muss ohne Mutterliebe gewesen sein! 
Das ist die Regel.

Gut. 
Ich möchte dir, wenn ich es darf,
noch etwas sagen, auch ungefragt.
Erlaubst du mir das?

M: Ja.

E: Wenn du dich fragst,
was deine besonderen Fähigkeiten sind
– und ich vermute, du tust das –
dann schau,
was dich von Anderen heute schon unterscheidet
und schon immer unterschieden hat.
Schau dabei nicht auf den Mangel,
sondern schau auf das Ungewöhnliche!
Das fällt dir schwer, ich weiß!

Ich will es dir sagen:
Wer, wer erkennt dich?
Es sind die Tiere,
es sind die Kinder.
Es ist sogar der Wind in den Bäumen, ja?
Du hast Fähigkeiten,
den Dingen in der Seele zu begegnen.
Und ich spreche von Allem, was ist!
Denn alles, was ist,
ist auch belebt!

Du hast die Fähigkeit,
die Seelen zu verstehen: wortlos.
Du hast die Fähigkeit,
zu erkennen, welche Pflanzen gut sind.
Und zu erkennen,
welche Steine Kraft haben.
Du hast die Fähigkeit, zu beruhigen,
was aufgeregt ist,
zu regulieren,
was aus dem Ungleichgewicht gekommen ist.

Wahrlich, ein weiser Heiler!

Nur Mut!
Das Einzige, was dich daran hindert: 
Das Einzige ist dein fester Glaube daran,
dass du für solches Unterfangen nicht gut genug bist.
Das i
st die Tatsache,
dass deine Fokussierung auf deine Angst
bisher verhindert hat,
dass du deinen Blick auf deine Kräfte wendest.

Es gibt jetzt wirklich Wichtigeres,
als Angst zu haben! 
Es ist an der Zeit!
Auf, auf, hab Mut und geh doch!
Geh in dein Leben, mein Freund! 
Wie viele, wie viele warten auf dich!

Erst die Ausbildung,
dann der Lehrer.
Geh, wir freuen uns über dich! 
Und wir freuen uns auf dich!

Ich verabschiede mich.

H: Gut.
Danke Elia.

M: Danke schön.