Bewusstsein

Schutzengel – Es geht nicht mehr ums Leiden…

Es geht nicht mehr ums Leiden…
Es geht darum, die Freiheit zu finden,

Freude am eigenen Anders sein zu erfahren.

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Guide von Ingrid zu verbinden.

Ich bin in einem Wald, viele Bäume wurden hier geholzt,
das sieht wenig fachmännisch aus.
Der Boden ist aufgerissen und zerstört,
hier wird lange Zeit nichts mehr wachsen.

Es ist schwierig, hier entlang zu gehen.
Ich schaue mich genauer um,
vielleicht sehe ich irgendwo dort am Rand
des Kahlschlags einen Weg…
Nein, nichts ist zu sehen.
Nass hängen die Tannen, die dort stehen,
bis tief zum Boden.
Aber jetzt regt sich etwas!

Ein weißer Wolf steht da,
seine Augen ziehen mich in den Bann.
Ich spüre, dass er sehr freundlich zu mir ist,
er wedelt wie ein Hund, der etwas Schönes erwartet.
So ist es leicht,
Vertrauen zu dem wunderschönen Tier zu fassen.

Viel leichter als erwartet kann ich den Kahlschlag durchqueren
und endlich bin ich bei dem Tier.
Es leckt mir kurz und wie zum Gruß den Handrücken,
dann läuft es in den Wald hinein, ich folge ihm.

Obwohl kein Weg da ist, ist es ganz einfach, zu folgen.
Der Boden ist mit dichtem Moos bewachsen,
hier und da stehen Heidelbeer-Sträucher,
seltsam schön ist dieser regennasse Wald!
So still ist es,
dass ich die Regentropfen ins Moos fallen höre.

Mit jedem Schritt weiter fühle ich mich besser!
Mir ist, als würde ich hier mit Kraft und Lebensfreude aufgetankt.

Immer wieder bleibt der Wolf stehen
und vergewissert sich, dass ich ihm weiterhin folge.

Endlich erreichen wir den Rand eines kleinen Ortes,
drei Holzhäuser hinter hohen Büschen fast ganz verborgen.
Und eine kleine Kapelle:
Windschief und verwittert steht sie da,
aber aus der offenen Tür fällt ein warmes Licht
in den enden wollenden Tag…

Durch die niedrige Tür kann ich den Innenraum
nur gebeugt betreten.
Auf einem kleinen Altar brennen drei Kerzen,
davor kniet ein Mann in schwarzer Priesterkleidung.
Als er mich hört, steht er auf und dreht sich zu mir um.

Ein so schönes und sanftes Gesicht sah ich lange nicht mehr.
Sein Haar ist blond und lang. 
Ungewöhnlich für einen Priester, denke ich…

G: Ja, ich weiß, ich hätte es scheren sollen,
mein Orden hätte es verlangt, aber hier war das egal:
Langes Haar, kurzes Haar?
Wer sollte es bemerken außer Gott selbst?

Ich bin Martinus, wenn Maria will, kann sie auch Matei sagen…

U: Maria?

G: Ach, Ingrid!
Aber wir sagen alle Maria.
Sag ihr, der Name ist gut, weil er wahr ist!

Möchtest du dich nicht setzen?

Ich misstraue ein wenig den alten, schiefen Holzbänken, folge aber.

M: 384!
Du hast dich gerade gefragt,
wie viele Menschen hier schon ihren Platz hatten
und ich habe dir geantwortet.

U: So viele?

M: Ja, diese Kirche steht hier seit mehr als 900 Jahren!

Das hier ist der Norden Norwegens,
dennoch einer der ersten christlichen Orte in Skandinavien.
Er wird in deiner Zeit schon völlig in Vergessenheit geraten sein.

Aber ich will meiner Maria keinen Geschichtsunterricht erteilen,
deswegen habe ich diese Inkarnation nicht ausgewählt.

Mir geht es um etwas ganz anderes…

(Wir werden unterbrochen, die Tür öffnet sich
und ein junges Mädchen kommt herein,
sehr blass, sehr dünn, sehr ärmlich gekleidet.
Sie richtet ihr Wort an Martinus.)

Mädchen: Willst du heute heute nicht zu Abend essen?
Du betest schon so lange hier!

(Ehe Martinus antworten kann, wirft sie einen Blick auf mich.)
Oh, du musst einer armen Seele helfen,
es tut mir leid, ich habe sie nicht gleich gesehen…

Martinus: Ja, so ungefähr…
Geh nur, Maria, ich komme bald.
Danke, dass du dich um mich sorgst!

Maria wendet sich mit einem Achselzucken zur Tür.
Erst jetzt bemerke ich, dass sie hinkt…

U: Was ist mit ihr?
Ist sie verletzt?

M: Nein, nein, sie hat diese Behinderung seit ihrer Kindheit.
Siehst du?
Auch am Rücken hat sie eine Verkrümmung…

Ich würde jetzt gerne sagen:
Mach dir keine Sorgen, sie leidet nicht darunter.
Aber wenn sie auch nie körperlich darunter litt,
so doch seelisch.
Aber dazu werde ich gleich mehr erklären.
Du hast gesehen, wer sie ist?

U: Es ist Ingrid Maria…

M: Ja, damals hieß sie tatsächlich so!
Kein Künstlername, aber auch damals ein zusätzlicher Name:
Inga Maria.

Maria?
Ich möchte dir von diesem anderen Leben von dir erzählen,
weil es so sehr zeigt, welches Thema deine Seele zu verarbeiten hat.

Dieses hier im Jahr 1354 stand von Anfang an
unter keinem guten Stern:

Dein Vater war ein alter Mann,
der sich auf einer seiner Handelsfahrten
eine junge Frau aus England mitgenommen hatte.
Sie starb schon bei deiner Geburt.
Der alte Olav, dein Väterchen,
hatte weder die Kraft noch die Weisheit,
dich in Freude aufzunehmen.
Ganz im Gegenteil: Da dein Fuß verwachsen war
und dein Rücken trotz aller Maßnahmen
nicht gerade werden wollte,
wollte er dieses Kind einfach nur los werden.

So ließ er nach seiner Schwester rufen:
eine Witwe in den besten Jahren
mit einem recht schönen Bauernhof
in der Nähe der Stadt Bergen.
Und er bot ihr an, seine Alleinerbin zu werden,
falls sie sich bereit erklären sollte,
dich an Tochter-Stelle aufzunehmen.

Diese ließ sich das nicht zwei Mal sagen
und so wurdest du im Alter von nur drei Monaten zu ihr gebracht.

Es lässt sich nichts dagegen sagen!
Im späten Mittelalter hatten die Menschen
eine ganz andere Ethik als heute.
Und deshalb werde ich auf diese Dinge auch nicht weiter eingehen.

Deine Tante Svea war weder schlecht noch gut.
Sie versäumte nie ihre Pflicht an dir,
aber sie tat auch nichts darüber hinaus.

Heute natürlich, da würden wir eine Kindheit
unter solchen Voraussetzungen als Desaster bezeichnen.
Heute weiß jeder Mensch darum,
dass ein kleines Kind mehr als Kleidung, Nahrung
und ein Dach über dem Kopf braucht.

Wir alle wissen heute, dass
– ohne Aufmerksamkeit, Zuwendung
und Verlässlichkeit zu erleben –
kein Kind ohne seelische Schäden erwachsen werden kann.

Damals hätte sich aber niemand über diese Schäden ereifert.
Viel schwerer wog da die Tatsache,
dass du verwachsen warst, wie sie es nannten.

Deine Tante kümmerte das nicht besonders,
sie war eine sehr praktisch denkende Frau.
Und da du trotz allem deinen Tätigkeiten nachkommen konntest,
die deinem jeweiligen Alter entsprachen,
sah sie darin also nicht nur keinen Grund zur Sorge.

Sondern sie war im Grunde recht zufrieden damit! 
Denn sie konnte sicher sein,
dass sie dich niemals verheiraten musste,
was ihr viel Geld für die Anschaffung einer Aussteuer ersparte.

Ganz anders sah es aber die eine
oder andere Bauernfamilie der Umgebung.
Einem alten Aberglauben zufolge
brachten verwachsene Menschen Unglück über Land und Hof!
Und DIESE Einstellung hatte Folgen!

Egal wo du hin kamst: Du wurdest von Anfang an gemieden.
Und du warst noch keine drei Jahre alt,
da begann das Bewusstsein in dir zu keimen,
dass du ANDERS bist!
Mit diesem Bewusstsein kam auch die Angst davor.

Sehr früh hast du darum begonnen, dich anzupassen.
Als deine Kindheit fast beendet war mit nicht ganz dreizehn Jahren,
da warst du schon ein Mensch:
Der stets zu schweigen wusste,
der nie einen Wunsch äußerte
und der schon gar nicht nach außen zeigte, was in ihm vorging.

Nicht, weil dies deiner Art entsprochen hätte, im Gegenteil:
Du hattest von deinem Vater
ein tiefes Gefühl für die eigene Würde geerbt
und von deiner Mutter ein starkes Temperament,
das sich leicht erregte, aber auch leicht beruhigte.
Doch niemand hätte dies gewusst,
so tief verschlossen hattest du in dir jede Regung deines Gemüts.

War es die Furcht in den Augen derer,
die deine Behinderung zum ersten Mal bemerkten?

War es die Strenge deiner Tante,
die nie ein Abweichen ihrer Gesetze zuließ?
Auch nicht, als du noch sehr klein warst?

Wer will das sagen?

In jedem Fall hattest du als Mensch gelernt,
dein tiefstes Ich verborgen zu halten.
So verborgen, dass du, hätte man dich gefragt,
was du dir wünschst,
was du gerade fühlst
oder in Zukunft erhoffst,
keine Antwort gewusst hättest.
Außer der, von der du angenommen hättest,
dass man sie von dir erwartet!

Ja! Die Erwartungen der Anderen erfüllen,
darauf war deine ganze Aufmerksamkeit gerichtet.

Dann – du warst gerade erst 17 –
starb erst dein Vater
und deine Tante erbte tatsächlich sein Handelskontor
und erhielt bei dessen Verkauf sehr viel Geld.
Doch kaum ein halbes Jahr später starb auch sie!
Und nun warst du die Erbin.

Du, die Verkrüppelte,
die nie und von Niemandem je wertgeschätzt wurde,
warst nun Herrin eines der stattlichsten Höfe der Gegend!

Auf einmal schien deine Behinderung keine Rolle mehr zu spielen!
Plötzlich fandest du Freundinnen
und sogar Brautwerber fanden sich ein.
Plötzlich waren junge und alte Männer entzückt von dir.

Kann man es dir verübeln,
wenn du ganz unschuldig jedem ihrer Worte Glauben schenktest?

Für dich war ein Wunder geschehen!
Du warst glücklich, denn nun warst du keine Außenseiterin mehr!

Nur manchmal, wenn du dich plötzlich umdrehtest,
dann traf dich der eine oder andere misstrauische Blick
einer alten Frau.
Dann wurde dir kalt, so kalt!

Als du noch so einsam warst, da hattest du eine besondere Gabe:
Du konntest Engel sehen, du konntest sogar mit ihnen sprechen.
Nie hättest du dies jemanden anvertraut!

Diese Gespräche mit den „Schönen“, wie du sie nanntest,
die gehörten zu den tiefen Geheimnissen deiner Seele:
Zu dem, was deine arme Seele
gesund und lebendig erhielt in deiner schweren Kindheit.

Doch als sich deine Not wandelte,
als dich der ganze Landstrich plötzlich lieb hatte,
da hörtest du auf, mit den „Schönen“ zu reden.

Zwar sahst du sie hin und wieder noch
oder konntest ihre liebende Nähe fühlen.

Aber anders als früher richtetest du nie wieder dein Wort an sie.
Weil sie aber niemals ungefragt reden, schwiegen sie.

Kaum ein Jahr nach dem Tod deiner Tante hast du geheiratet.
Ein lustiger, fröhlicher junger Mann:
Der konnte singen und Flöte spielen,
er war der beste Tänzer der ganzen Gegend
und hatte schon so manches Mädchen-Herz gebrochen.

Viele waren es, die dich beneideten,
als du mit ihm vor den Traualtar tratest.

Ich war damals euer Pfarrer.
Ich war ganz neu in der Pfarrei
und deine Trauung war meine erste Amtshandlung.
Auch ich hatte die Gabe, Engel zu sehen!
Doch noch nie sah ich so viele anwesend wie bei deiner Trauung!
Aber auch noch nie sah ich sie so traurig,
obwohl es doch ein freudiger Anlass war!

Bald danach hast du zwei Kinder geboren:
einen Jungen und ein Mädchen.
In unserer Zeit war das keine große Sünde.
Diese Kinder waren eben vor der Ehe gezeugt,
aber erst danach geboren
und so schien sich doch alles zum Besten zu fügen!

Es war im frühen Herbst des Jahres 1348,
als du völlig verstört zu mir in die Beichte kamst.

Du meintest,
dass du unter teuflischen Gesichten leiden würdest,
immer wieder plage dich derselbe Traum:
Wie du ganz allein durchs Land ziehen würdest,
das ganz ohne Menschen sei…

Ich konnte dich zwar trösten,
dass dies kein teuflisches Gesicht wäre.
Doch ich selbst war zu Tode erschrocken,
denn mich selbst plagten ähnliche Gesichte…

Nur wenige Tage später erreichten uns
schreckliche Gerüchte aus Oslo und Bergen!
Die Pest sei dort ausgebrochen
und wüte schrecklich unter den Menschen.

Als ich davon hörte, eilte ich zu dir,
es dir zu sagen, doch du wusstest es schon.

Zwei Wochen danach wurde der erste Bauer
in unserer Gegend krank.
Nach und nach griff der Schwarze Tod um sich:
Zuerst starben die Alten und Kinder,
einige Erwachsene erholten sich erst,
aber es hörte einfach nicht auf.

Kein Tag verging,
ohne dass ich ich wenigstens eine Beerdigung hatte,
manchmal sogar mehr.
Dann wurde ich selbst krank!

Ganz selbstverständlich pflegtest du mich und ich genas.
Aber als ich zum ersten Mal wieder durch die Orte
fuhr auf meinem Pferdekarren,
da waren viele Höfe leer!
Nur hier und da regte sich noch Leben.
Auch dich hatte es schwer getroffen.

Dein Mann gehörte zu den Ersten, die starben,
alle deine Knechte und Mägde starben,
nur dich und deine Kinder traf ich gesund an.

Was ich aber in den Häusern
der anderen Überlebenden zu hören bekam,
gefiel mir nicht.

Sie verdächtigten dich!
Wie ein Wahn hatte es sich in ihren Köpfen festgesetzt,
dass du allein die Ursache der Pest sein könntest!

Was ich nicht wusste, war:
Dass der erste Pestkranke bei uns
drei Tage vorher von dir gewarnt worden war,
nicht nach Bergen zu fahren, wie er es vor hatte.
Ihm hattest du gesagt,
dass du von einem Engel erfahren hast,
dass, wenn er ginge, er den Tod heimbringen würde!

Alle Überlebenden erinnerten sich und alle waren sie sich einig:
Nur der Teufel selbst kann dir das mitgeteilt haben
und nur du könntest es gewesen sein,
die den Schwarzen Tod herbeigelockt hätte.

Denn in ihrer Art, zu denken,
da lag es doch auf der Hand:
Eine wie du mit einem verwachsenen Fuß und einem Buckel,
die allein bringt Unglück!

Da war es wieder: das alte Gerücht.
Aber jetzt war es gefährlich!

Ich eilte zu dir, versuchte dich zu überzeugen, zu fliehen.
Aber deiner Kinder wegen wolltest du nicht.
Auch wolltest du mir nicht glauben,
nicht einmal deinem Engel, der – wie du sagtest –
schon seit Tagen mahnend jede Nacht vor dir stünde!

Am gleichen Abend hörte ich Lärm
und lautes Rufen vom Weg her,
der zu deinem Hof führte.
Als ich mein Pferd angespannt hatte, um zu dir zu eilen,
sah ich schon einen roten Feuerschein über dem Wäldchen,
hinter dem dein Hof lag.

Ich fand dich geschlagen und
wahrscheinlich für Tod gehalten
ohnmächtig neben deinem Brunnen liegen.
In den Armen eines deiner Kinder,
gestorben an den Brandwunden, die es trug.
Das andere Kind fand ich nie…

Eine Nacht lang hab ich um euch geweint!
Dann habe ich mich gefragt,
ob ich je wieder für diese Menschen
als Priester vor Gott treten kann.
Die Antwort war: Nein!
Da nahm ich dich in meinen Wagen, nahm Proviant
und machte mich auf den Weg zu diesem Ort hier,
an dem ich als Kind einmal Zuhause war:

Weit genug entfernt und menschenleer
wie fast das ganze restliche Land.

Viele Jahre haben wir hier gelebt.
Es war nicht einsam.
Menschen fanden zu mir,
ich half ihren Körpern
und manchmal ihren Seelen.
Aber nie wieder kehrten wir in unser Dorf zurück.

Deine Seele konnte ich nicht heilen.
Die blieb dabei,
sich für ihr Anders sein schuldig zu fühlen
und gleichzeitig Angst vor sich
und Anderen zu haben.

Viele Inkarnationen hast du seither durchlebt.
Manche hatten ganz andere Schwerpunkte.
Andere wieder hatten das Anders sein,
und wie man damit umgeht,
ganz allein zum Thema.

Und auch heute im Leben der Ingrid ist es wieder
das wichtigste Thema deiner Seele.

Viel hat deine Seele seither dazu gelernt!
Aber immer noch weiß sie,
dass sie noch nicht erreicht hat, was sie sucht:
Den Frieden damit zu machen, Anders zu sein!

Weder sich noch Anderen zu misstrauen deswegen!
Damals waren wir einander treue Freunde,
heute sind wir es nicht weniger.
Auch wenn ich dieses Mal dich nicht körperlich begleite,
so bin ich doch dein Seelenfreund.

Es ist schwer,
in dieser Welt Anders zu sein!

Jede Zeit hat freilich ihre eigenen NORMEN:
Hier war es die reine Körperlichkeit,
in einer anderen Zeit war es der Glaube, den man hatte
oder die Heimat, aus der man kam.

Immer aber betrachtet die Masse der Menschheit solche,
die ANDERS sind, mit Misstrauen!

Doch, meine liebe Maria:
Wo wäre die Welt,
hätten sich nicht zu allen Zeiten Seelen gefunden, die bereit waren,
dieser Welt und ihren Menschen durch ihr ANDERS SEIN
weiter zu helfen in ihrer Entwicklung?

Versuch, zu begreifen, WIE wichtig dies ist!

Natürlich:
Du magst dein Los beklagen!
Aber ist es nicht so viel besser,
es endlich als das zu schätzen, was es ist?

Als ein Geschenk an die Menschen, die mit dir zu tun haben?
Ein Angebot an ihre Seelen, sich selbst weiter zu entwickeln
und aus der vermeintlichen „guten, alten Norm“
heraus zu wachsen?

Du fühlst dich oft Leer und Unbeheimatet,
entwurzelt und als Fremde unter Fremden,
selbst wenn du mitten in deiner Familie bist.

Aber was ist dann die Lösung?
Zu klagen?
Oder zu sehen, dass es eine Chance ist!
Auch für dich!

Hättest du je nach der Heimat deiner Seele gefragt,
wenn du dich in der menschlichen Gegenwart
Zuhause gefühlt hättest?

Und dies ist nur ein einziger Vorteil des Anders seins!
Ich könnte auch von der Gelegenheit zu wahrer Freiheit sprechen!
Und vom Glück, etwas zu erleben, was sonst niemand erlebt!

Doch ich will nicht streiten, sondern nur sagen:
Ja, ich weiß, leicht ist dein Leben nicht!
Leicht ist das Leben jener,
die NICHT wachsen,
sich NICHT entwickeln
und mit denen gehen, die den leichtesten Weg wählen.

Doch es sind eben auch jene,
die mit relativ wenig heimkehren in die himmlische Heimat
und deren Weg
– gerade weil er leichter ist –
auch sehr viel länger ist.

Sie mögen auf Erden in Frieden gelassen werden.
Aber hat darum ihre Seele Frieden?

Tröste dich, liebe Maria:
Es geht nicht mehr ums Leiden!
Es geht darum, die Freiheit zu finden,
Freude am eigenen Anders sein zu erfahren!

Glaube mir:
Nicht ein Einziges deiner Leiden ist umsonst gelitten!

Nur Eines fehlt dir noch!
Das ist die Freiheit:
Kein Urteil zu fällen!

Weder über dich noch über Andere!
Doch auch hierin will ich dich treu leiten.

U: Danke, Martinus!
Ich hoffe, es hilft Maria, sich zu verstehen…

M: Es ist ein Anfang.

U: Darf ich dir jetzt ihre Fragen stellen?

M: Ja, natürlich!

U: Maria fragt, was ihre Lebensaufgabe ist?

M: Deine Freiheit zu sehen
und sie so zu nutzen,
dass sie dir und Anderen zum Segen wird.

Dein Anders sein zu lieben ohne Überheblichkeit.
Aber auch ohne Angst davor, FALSCH zu sein!

Lernen, deine Eigenarten mit Frieden anzunehmen!
Weder sie zu unterdrücken
noch sie zum Maßstab der Anderen zu machen.

Liebe Maria, man könnte auch sagen:
Deine Aufgabe ist es,
Meisterin des Anders seins zu werden!

Nein, nein, natürlich meine ich damit nicht,
dass du zum Provokateur werden sollst
und Andere abschrecken sollst!

Ich meine damit: Dass mit jedem Menschen,
der sich so verhält, wie er ist,
auch in anderen Menschen der Mut wächst,
zu sich selbst zu stehen!

In diesem Sinne Meisterschaft!
Es ist kein einfacher Weg,
aber ein sehr schöner.

Doch Meister kann nur werden, wer Lehrling war!

U: Sie fragt, wer ihr Schutzengel ist,
aber das hast du ja schon beantwortet…

M: Das will ich hoffen (lächelt).

U: Maria fragt, ob der Mann,
den sie vor Kurzem getroffen hat,
ihre Zwillings-Seele ist?

M: Maria, nicht jede Seele hat eine andere Seele,
die sie ergänzen muss, im Gegenteil:
Das ist sogar sehr selten!

Diese Vorstellung einer Zwillings-Seele
mag zwar alt sein,
sie ist darum aber nicht richtig!

Es gibt Dualseelen!
Solche, die einander ergänzen in ihrer Entwicklung
und deren Entwicklung darum,
weil sie EINE Seele sind,
auch stets parallel laufen.

Aber jene romantische Vorstellung
der immer währenden Verschmelzung
zu Lebzeiten ist völlig unsinnig!
Selbst bei Dualseelen.

Und tatsächlich leben sie eher selten als Paar.
Viel öfter begegnen sie sich
als Kind und Eltern,
Geschwister oder Freunde.

Dennoch erleben sie Liebe!
Sogar große Liebesgeschichten
und keineswegs immer miteinander.

Also:
Du bist keine Dualseele,
darum muss ich deine Frage mit Nein beantworten.

Ich sage damit aber nichts
über die Sinnhaftigkeit dieser Begegnung.

Mein Nein gilt lediglich der Vorstellung
der dauerhaften und einzigartigen und ewigen Verschmelzung.

Du bist INDIVIDUAL!
Und du liebst darum INDIVIDUAL!
Das sagt nichts über die Tiefe und Bedeutung deiner Liebe aus.

U: Maria möchte wissen,
was ihre Stärken und Schwächen sind.

M: Maria, so geht es nicht!
Aus Stark kann Schwach werden,
aus Schwächen Stärken!

Darum lebst du ja, um dies zu erfahren.
Darum habe ich mich mit dir über deine tiefste Angst unterhalten!
Das Anders sein:
Das kann Schwäche sein oder Stärke!

WENN es etwas gibt, woran es sich lohnt, zu arbeiten, dann daran:
Darauf zu achten,
wie und wann und warum du URTEILE fällst!

Was wäre eigentlich,
wenn du weder dich noch Andere beurteilen würdest?

Sicher, ihr müsst eine Auslese treffen,
ihr müsst zwischen Gut und Böse entscheiden.

Dies aber darf immer nur der TAT gelten,
nicht der Seele des Menschen, der diese Tat begann.

Dies ist sehr wichtig für dich!
Nur zu leicht wirst du
dir sonst selbst zum schrecklichsten Richter deiner Selbst.

Hier gibt es noch sehr viel für dich zu lernen,
meine liebe Seelenfreundin!
Aber ich bin ganz sicher, dass du es schaffen wirst.

Bitte versuch, zu verstehen:
Dass du mehr bist als deine Emotionen!

Ich weiß, das ist schwer, aber du schaffst es, ganz sicher!
Nur: Ohne zu verstehen,
woher es kommt,
dass sie solche Macht haben, wird das schwierig werden.

Deine Emotionen sind stark!
Wer ein eigenwilliges Pferd vor seinen Wagen spannt,
der muss einfach lernen,
wie er am Besten mit diesem Pferd umgeht.

Du versuchst das,
aber ganz allein wirst du das nicht schaffen.
Hier brauchst du Helfer,
die dich auf deine Fehlurteile aufmerksam machen
und mit dir gemeinsam einen Pferde-Trainingsplan erarbeiten.

Du wirst diese Helfer finden, keine Sorge.

U: Was ist ihr Krafttier?

M: Der weiße Wolf natürlich.

U: Welche Aufgaben sie aus
früheren Inkarnationen mitgebracht hat,
hast du sicher schon gesagt?

M: Oh, es sind mehr als eben diese,
aber diese ist zurzeit die Wichtigste von allen.

Liebe Maria, in dir ist viel Zorn und viel Trauer,
aber auch viel Liebe!

Darum, weil die Liebe alles Andere überragt,
darum muss die Seele
IHREN ganz persönlichen Weg zur Liebe finden!

Eine Liebe, die Frieden bringt:
Frieden mit sich, mit dem Leben und der Schöpfung
und letztlich Frieden mit Gott.

Dieser Friede ist kein Still werden, kein Einhalten,
im Gegenteil:
Es ist ein fröhlicher Frieden,
der aus sich selbst Leben bringt
und eine Lebendigkeit, die aller Welt zum Segen ist.

Auf dem Weg dorthin ist deine Seele!
Und mir ist es eine tiefe Freude, dir zu helfen.

Nutze, was du hast:
deine Medialität,
deine Kreativität,
dein Temperament,
deine Begeisterungsfähigkeit,
deinen besonderen Humor!

Nutze, was Gott dir schenkte,
auch wenn es bedeutet, dass du ANDERS bist!

U: Danke schön, Martinus, ich hoffe, es hilft Maria…

M: Wir wollen Freunde sein
und uns daran freuen, dass es wunderbar ist, zu leben!

Auf Wiedersehen, Uta!