Alter

Schutzengel – Was soll ein Mensch im Alter tun?

Was soll man nach der Pensionierung im Alter tun?
Es wird um unser Alter gehen.
Es wird um die Erfüllung von Lebenszielen gehen.
Und darum, wie lange es erlaubt ist,
seine Träume zu verschieben.
Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Otto zu verbinden.
Er bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe auf anscheinend in der Hofmitte eines Bauernhofes. 
Hinter dem Dach der Scheune nehme ich Berge wahr.
Das hier ist anscheinend kein gewöhnlicher Bauernhof.

Ich habe so was jedenfalls noch nie gesehen: 
Die Gebäude sind aus dicken Holzstämmen,
hinter mir eine Art Haus mit Fenstern, einer Veranda davor.
Mir gegenüber eine Art Schmiede.
Da stehen Männer und ein Schmied hat ein Eisen in der Hand,
während ein Anderer ein anderes Eisen in die Kohle hält.

An der Seite ist ein großer Pferch,
in dem ich einige Pferde erkenne, die unruhig sind.

In der Mitte geht etwas vor, alle sehen dort hin und lachen. 
Ich trete näher und sehe einen etwa vierzehnjährigen Jungen,
der versucht, ein Pferd zu halten,
das zwar ziemlich klein ist, aber sehr nervös.
Und es fällt dem Jungen sichtlich schwer, es zu beruhigen.

Mit dem Rücken zu mir steht ein Mann in einer Art Jeans
und einem karierten Hemd und Lederweste,
er trägt einen Cowboyhut.

Das Pferd schlägt aus, der Junge lässt die Zügel los
und das Pferd rast wie blind gegen das große, geschlossene Tor.

Der Mann mit dem Hut brüllt los: Verdammt noch eins! 
Wie oft habe ich dir gesagt, du sollst die Zügel nicht los lassen!
Du…

Und so schimpft er weiter, wirft in seinem Zorn den Hut zu Boden.
Der Junge fängt an zu weinen.
Als der Mann das sieht, hält er inne.

Er geht zu dem Jungen nimmt ihn in den Arm, tröstet: 
Dummer Junge, du, nun heul doch nicht.
Du kennst mich doch, ich meine doch gar nicht dich.
Ach, nun heul doch nicht, du dummer Junge,
ist doch gar nichts passiert!

„ So ist das immer: Erst schimpft er und dann tröstet er.“ 

Ich drehe mich nach der Stimme um, die das sagt. 
Hinter mir sitzt ein Indianer auf der Verandatreppe.

Er hat langes, weißes Haar, das er in zwei Zöpfen trägt.
Er ist nicht groß, aber etwas an ihm wirkt
so würdevoll, warmherzig und klug,
dass ich ein Gefühl tiefen Respekts bekomme.
Seine Augen sind dunkel,
sein Gesicht wirkt breit, ruhig, ganz ausgeglichen.

Er beobachtet mich, lächelt und sagt: 
Komm, ich bin der, den du suchst.
Dachtest du, ich wäre jener dort, der so wütend wurde?

U: Das hätte mich überrascht.

G: Nein, aber er ist mein Bruder, täusch dich nicht. 
Zornesmut ist nicht zwangsläufig an eine Seele gebunden,
die zerstörerisch oder egoistisch ist.
Zornesmut kann auch gut sein!

Siehst du: Genauso zornig war mein Bruder, als er sah,
was dem Jungen, den er gerade angeschrien hat,
von seinen eigenen Eltern angetan wurde
und er hat ihn da rausgeholt…

Und genauso zornig war er,
als er mich auf dem Weg ins Reservat fand:
halb verhungert und verdurstet!
Weil es keiner der Weißen für wert hielt,
einen alten Cherokee mit dem Lebensnotwendigen
zu versorgen auf unserem weiten Weg
aus der Freiheit in die Gefangenschaft.

Da hat er mich auf sein Pferd gepackt,
wie er verletzte Fohlen auf sein Pferd packt, und hierher gebracht.
Er dachte: Sterben kann der Alte überall, also auch bei mir.
Aber bei mir ist es besser!

Ich bin nicht gestorben, ich bin geblieben,
weil ich ihm noch vieles zu sagen habe,
damit er in Zukunft friedlicher leben kann.

U: Bist du der Guide von Otto?

G: Ja, jetzt will mein Sohn einen Namen hören.
Ich denke, dann soll er mich nennen, wie alle es hier tun: 
White Eagle.
Der indianische Name ist unaussprechlich für eure Zunge.
Und was überhaupt ist euch schon der Name?
Und es gibt viele, viele Namen, die ich ihm sagen könnte!
Aber auch viele, viele andere Leben, die ich zeigen könnte.
Ich habe so oft gelebt. 
Dieses hier ist meine letzte Inkarnation.
Fragst du dich, warum ich sie gewählt habe,
um mich vorzustellen?

U: Ja.

W: Weil ich ihm Dinge darüber,
was er gerade erlebt, sagen kann,
die ich in anderen Inkarnationen selbst noch nicht wusste (lächelt).

Es wird um unser Alter gehen!
Es wird um die Erfüllung von Lebenszielen gehen!
Und darum, wie lange es erlaubt ist, seine Träume zu verschieben (lächelt).

U: Warst du immer sein Guide?

W: Ja, aber ich übernehme erst jetzt die Führung.
Als er ein Kind war, hatte er einen mütterlichen Engel…
Sie schützte ihn, sie besänftigte ihn
und hielt ihn ab davon, der Abenteuerlust zu sehr nachzugehen. 
Sie beruhigte seinen Trotz, so gut es ging.

Dann stand ihm ein Guide zur Seite, der ihn stärkte,
seinen Pflichten nachzugehen,
ohne dabei seine Lebensfreude zu verlieren. 

Und der ihm half, seinen Stolz zu bewahren
und zu sehen, dass er gute Arbeit leistete,
damit er seinen Lebensmut nicht verlor…

Und nun ist es an der Zeit, dass ich bei ihm bin.
Ich war hier bei ihm und ich bin es wieder,
denn ich habe ihm viel zu danken.

Nein, nein, ich habe nicht gesagt, dass er der Zornmütige ist!
Ob er das war oder nicht,
werde ich ihm auch nicht sagen.
Es könnte sein, dass er dann der Ansicht ist,
nichts daran ändern zu können, dass ihm die Zügel durchgehen.

Was denkst du, Uta:
Eine solche zornmütige Seele, wird sie wohl wieder so zornig sein?

U: Das weiß ich nicht, es wird darauf ankommen,
ob sie sich oder Andere damit geschadet hat oder nicht.

W: Ja, das wird es. 
Aber es könnte doch auch sein,
dass der Zorn zu seiner Seele gehört!
Zorn kann sehr gut sein, sehr, sehr wichtig! 
Lass es mich nicht Zorn nennen.
Nennen wir es von nun an Kampfgeist!

Könnte es nicht sein, das unser Otto einer ist,
der von Beginn der Schöpfung an dazu da ist,
zu kämpfen?

U: Eine Kämpferseele? 
Ja, das könnte schon sein.

W: Kennst du noch eine Seele,
die einen solchen Kampfgeist hatte
und dennoch voller Liebe war?

U: Da fällt mir im Moment nur Petrus ein.

W: Richtig! Genau so einer ist unser Otto,
ganz genauso einer!
Und von allen Jüngern:
Wem hat Jesus am meisten vertraut?

U: Dem Petrus.

W: Und warum? 
Weil er ehrlich war,
weil sein Ja ein Ja war.
Oh, es hat lange gedauert,
bis er sein Ja hatte.
Aber als er es hatte,
da war Petrus der treueste Jünger von allen
und der Mutigste!

Er war es, der sich traute, ihm auf dem See entgegen zu gehen…
Und er war es, der sich traute,
ihm in den Hof des Hohepriesters zu folgen!
Er war es, der sogar einen Streit
mit den Römern angefangen hätte…
So mutig und treu war er!

U: Aber er hat ihn auch verleugnet.

W: Ja!
Weil er manchmal seinen Glauben in das Gute verloren hat. 
Ich sagte doch:
Der Petrus, das war einer genauso wie unser Otto!

Das Letzte, was der Otto will, ist: Ungerecht zu sein.
Er liebt die Gerechtigkeit, er will sie so sehr. 
Aber manchmal muss man aufpassen,
dass der eigene Gerechtigkeitssinn einen nicht täuscht.

Siehst du, als die Soldaten kamen
und Jesus verhaften wollten,
da hieb unser guter alter Haudegen einem Soldaten ein Ohr ab.
Er fand es ganz ungerecht, den Jesus zu verhaften!
So was konnte man doch nicht tatenlos mit ansehen!

Aber er vergaß in SEINER Gerechtigkeit,
dass der arme Soldat doch gar nichts dafür konnte! 
Es war doch nicht die Entscheidung des Soldaten,
Jesus zu verhaften!

Unser Otto, der quält sich mit der Vorstellung:
Er selbst könnte ungerecht sein.
Das ist das Letzte, was er will.

U: Da du es schon ansprichst:
Er hat dazu eine Frage gestellt.
So ganz sicher scheint er nicht zu sein. 
Aber seine Frau wirft ihm vor, jetzt immer gleich zu schreien
und zornig zu werden bei jeder Kleinigkeit.
Er weiß nicht, ob das stimmt.
Aber wenn es stimmt,
dann würde er es anscheinend gerne ändern.
Nur wie?

W: Ja, darum geht es mir, deshalb wollte ich dieses Gespräch! 
Ich habe schon versucht, ihn in die bessere Richtung zu bringen!
Aber das wagt er sich nicht, zu Ende zu denken.

Siehst du:
In eurem Volk habt ihr so eure Vorstellungen darüber,
was es heißt, Alt zu sein.
Das ist für euch das Ende! 
Das Ende der Ansprüche ans Leben,
das Ende der Träume,
das Ende der Risiken,
das Ende aller Leidenschaften,
das Ende aller Ziele.

Es kommt euch so vor,
als würde das ganze Leben nun
im Wesentlichen abgeschlossen sein und nur noch daraus bestehen:
Es sich GEMÜTLICH zu machen!

Aber selbst das stimmt nur für einen Teil eurer Bevölkerung.
Wenn ihr Politiker oder Wirtschaft-Magnaten seid,
wenn ihr Künstler oder Ärzte seid, dann ist es euch erlaubt,
weiterhin aktiv eure Welt zu beeinflussen.

Seid ihr aber Männer ohne eine solche Position,
dann seid ihr mit der Mitte eurer sechziger Jahre dazu verdammt,
es euch GEMÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜTLICH zu machen.

Siehst du, das ist gar nichts für Otto.!
Er gibt sich Mühe, das zu akzeptieren!
Aber er ist unglücklich dabei, seine Seele rebelliert! 
Sie mag das nicht mehr, das ist nicht ihre Art!

Weißt du, der Otto ist in dieses Leben gekommen,
weil er erkennen wollte:
Dass er nicht nur auf Sicherheit aus sein soll!
Sondern dass es sich lohnt, auch einmal ein Risiko einzugehen!

Und dass es nicht der Sinn des Lebens ist, sich Güter anzuhäufen!
Sondern die Güter, die ihm geboten werden, zu genießen.
Und zu erfahren, wie schön es ist, sich jeden Tag neu vom Leben
und auch von sich selbst überraschen zu lassen.

Er hat Leben genug gehabt,
in denen Sicherheit und Wohlstand das Wichtigste waren. 
Jetzt ist es an der Zeit, auch einmal Neues,
Unbekanntes zu entdecken! 
Und zu erleben, dass Sicherheit nicht daher kommt,
dass man Besitztümer hütet!
Sondern dass man erfährt,
dass man – egal, was kommt – immer geborgen ist!

Mut haben, mit Lebensfreude den Alltag gestalten,
sich an Neues heranwagen! 
Darum geht es! 
Leidenschaftlich leben! 
Darum geht es!
Gerade jetzt! 
Das Eine verlierst du und das Andere kriegst du! 
Das hat er doch schon verstanden.

Es ist ja richtig, dass jetzt ein Lebensabschnitt beginnt,
an dem er die Früchte seiner Arbeit auskosten soll. 
Aber das kann und darf für den Otto nicht heißen:
Dass er aufhören soll, seine abenteuerliche Welt zu erobern.

Otto hat in sich die Möglichkeit,
diese seine Zeit zu einem Erlebnis zu machen,
dass ihn jeden Tag erfreut!
Aber da muss er schon den Kampfgeist für sich selber einsetzen!

Was geht es ihn denn an, was alle Anderen in seinem Alter machen?
Er ist doch sehr intelligent! 
Er ist doch von Anfang an eigenwillig genug gewesen sein,
ein eigenes, unabhängiges Urteil zu fällen.
Soll das jetzt anders sein?

Seit wann fühlt er sich lebendig, frisch und belebt,
wenn er es nur gemütlich hat?
Das war doch noch nie so!

Dinge ändern, Otto, Dinge ändern, das macht lebendig!

Du hast dadurch, dass du nicht mehr arbeitest,
Freiheit gewonnen.
Aber wie solltest du sie anwenden?
Erinnerst du dich an die Träume, die du als Junge hattest?
Erinnerst du dich?
Es ging nicht nur um Besitz, es ging um Erlebnisse!

Wer hindert dich, JETZT zu tun, was du damals tun wolltest?
Ich hoffe sehr, dass du es nicht vergessen hast!
Ja, ja, genieße, was du hast.
Wenn du es magst.

Aber versuche bitte, zu verstehen:
Dass dies allein deiner Seele nicht reicht,
um sich lebendig zu fühlen!

Du brauchst neue Anregungen,
du brauchst ein wenig mehr Risiko und Abenteuer!
Und jetzt sag einmal nicht, dass du dazu zu Alt bist!

U: Und weshalb macht ihn das auf seine Frau zornig?

W: Ach, nein, nein,
er ist doch gar nicht auf seine Frau zornig,
sondern auf seine Situation.
Sie ist nur so aufreizend zufrieden mit ihrer Situation.
Der Zusammenhang ist Beiden nicht klar, aber so ist es.

Sie scheint zufrieden zu sein!
Und er ist es nicht!
Er fühlt, dass alles stagniert
und dass er dabei seine Kraft verliert,
seine Lebenslust!

Es ist, als wenn du einem Mann Tagein und Tagaus
das gleiche gute Essen servierst:
Irgendwann hört er auf, sich darüber zu freuen!
Irgendwann wird es zur Last, egal, wie gut es ist.

Er liebt seine Frau, aber auch da muss ich sagen:
Lieber Otto, Zärtlichkeit ist gut
und es ist gut, seine Frau zu lieben.
Niemand ist jemals zu alt dazu!
Aber denk nur nicht, da könnte es nun keine Abenteuer
und Überraschungen mehr geben.

Wie lange habt ihr einander schon nicht mehr zärtlich
und lange in die Augen gesehen?
Wie lange habt ihr euch schon nicht mehr als das gefühlt,
was ihr doch seid: Eine Einheit?
Das Ziel kann man nicht verpassen:
 Das Ziel ist es, sich zu verbinden im Geist, mit dem Herzen
und dann – so, wie es kommen mag – mit dem Körper.

Alles kann jederzeit wieder neu sein.
Natürlich:
Die Jugend hat ihre Leidenschaft,
das Alter aber, mein Freund, hat seine Zärtlichkeit.

Du und sie, ihr Beide braucht eure Zärtlichkeit,
ihr braucht auch eure Vertrautheit!

Aber, Otto, das merkst du selbst: Sie zieht sich zurück.
Was soll sie auch tun?
Du verletzt sie tatsächlich mit deiner Grobheit!
Ich weiß, das willst du nicht!
Da bist du immer noch der Gleiche!
Aber es ist, wie es ist.

Weißt du, Otto, wer das größte Abenteuer ist?
Die Menschen, mit denen du zu tun hast!

Du denkst:
Du kennst deine Frau und deine Kinder?
Ah, das kannst du nur kennen, wenn du sie immer wieder fragst:
Was geht in ihnen vor?
Was denken sie, wünschen sie, fürchten sie?

Du veränderst dich und sie verändern sich!
Redet viel, Otto, redet miteinander!

Und du und deine Frau: Seid euch wieder nah, begegnet euch neu!
Wie kann sie wissen, wie es in dir aussieht?
Wie kann sie verstehen, warum du dich so veränderst?
Du weißt es ja selbst nicht!
Aber gemeinsam könnt ihr euch helfen!
Untersucht, was jeder für sich
für diese Phase seines Lebens wünscht
und helft einander, dass es wirklich werden kann.

Du kannst ihr so sehr helfen, wenn du sie ermutigst,
wenn du sie bestärkst!
Sie hält viel zu wenig von sich als Frau!
Wer – wenn nicht du – kann ihr dabei helfen?

Und sie kann dir auch helfen!
Sie ist doch bereit, dir eine treue Gefährtin zu sein!
Aber du bist ihr Respekt und Anerkennung schuldig.

Lass sie nicht nur an deinen Gedanken,
sondern auch an deinen Gefühlen teilhaben!
An deinem Zorn nimmt sie schon mehr als genug teil!
Aber auch an deiner Sehnsucht nach Geborgenheit?
Nach Anerkennung?
Nach Lebensfreude?

Nein, nein, nein!
Sag jetzt nicht:
Dass du über deine Gefühle nicht gelernt hast, zu reden.
Wenn du so mutig sein kannst, zornig zu sein:
Dann hast du gewiss auch den Mut,
deine anderen Gefühle DEUTLICH! auszudrücken!
Oder etwa nicht?

Das ist ungewohnt?
Nun, das ist gut!
Dann beginnt gerade damit das erste richtige Abenteuer (lächelt).
Wenn ihr JETZT klug seid,
dann werdet ihr JETZT neugierig aufeinander.

Ihr wisst beide nicht mehr so ganz genau,
was hinter der Stirn des Anderen passiert und erst recht nicht,
was in seinem Herzen!
Ihr nehmt zu viel als selbstverständlich an
und fragt einander zu wenig!
Weil ihr glaubt, euch ganz genau zu kennen.

Aber: Jeder Mensch ändert sich täglich ein wenig!
Und wer versäumt, täglich zu fragen:
Wie ist es dir heute ergangen?
Wie hast dies und das empfunden?
Was hast du dir für heute gewünscht?
Der verliert sich aus den Augen!

Otto, es ist wichtig, dass du dir diese beiden Fragen
jeden Tag selbst stellst und dass du sie deiner Frau stellst.
Dann wirst du sehen:
Wie schnell es zu wirklicher Harmonie bei euch kommt.

Denn dann versteht ihr einander wieder.
Das braucht nun allerdings eine solche Kämpferseele,
wie du es bist, um sich so weit zu wagen!

Ihr habt beide sehr, sehr lange eure Rollen gespielt:
Vater und Mutter, so wie es sich gehört.
Herr und Frau, so wie es sich gehört!

Es ist höchste Zeit, dass deine Frau wieder den Otto findet,
der hinter der Vater-Rolle steckt.
Und es ist höchste Zeit, dass DU ihn wieder findest.

Otto, jeden Tag beginnt ein „Neues Leben“!
Und erst, wenn du satt bist vom Leben,
dann darfst du dich alt nennen!
Und erst dann darfst du es dir
langweilig gemütlich machen!

Es ist an der Zeit, dass ihr eure Rollen
nicht mehr so wichtig nehmt, sondern euch selbst!

U: Danke, White Eagle, das war sehr interessant
und eine Ansicht vom Rentnerdasein,
die ziemlich ungewöhnlich ist.

W: Otto ist ungewöhnlich,
man hat es ihm nur allzu sehr verboten.
Aber das muss heute nicht mehr sein.
Das glaubt er nur.

U: Dann will ich noch die Fragen stellen,
die offen geblieben sind.
Er fragt, wie es seinen Eltern
und seinem Bruder im Jenseits geht?

W. Lacht: Wunderbar! 
Aber das ist kein Grund,
sich schon zu ihnen hin zu sehnen,
du hast dein Leben noch nicht genug ausgekostet.

U: Otto hat Schwierigkeiten mit seiner Tochter Inga,
mit Elli nicht, da ist die Beziehung sehr intensiv.
Woran liegt der Unterschied,
er liebt sie doch Beide?

W: Otto, ich darf dir nichts über deine Tochter sagen,
aber stell ihr selbst diese Frage. 
Frage sie nur!
Zeig ihr, wie sehr du dir wünschst,
mehr Nähe zu ihr zu finden…
Zeig ihr,
wie sehr du auch sie hoch achtest
und wie wundervoll du sie findest…

Und dann frag sie, was sie meint,
ob sie sich vorstellen kann,
mehr Nähe zu dir zuzulassen
und wie das aussehen könnte.
Das ist dann im Übrigen
schon wieder ein Abenteuer
und sehr mutig.

U: Er hat öfters starke Oberbauchschmerzen
und Angst um seine Gesundheit,
weil Vater und Bruder am Herzinfarkt gestorben sind.

W: Ja, ja, wenn das Leben nicht mehr lebendig macht,
schaut man, wo der Tod lauert.
Wenn man glücklich ist, tut man das nicht,
dafür ist dann keine Zeit.
Einen Gesundheits-Ratschlag willst du von mir?

Lieber Freund, den gab ich dir: 
Werde wieder lebendig!
Hol den Otto raus,
der hinter dem Herrn Wand steckt!
Hol den Otto raus,
der hinter dem Vater und Ehemann steckt.
Wage es, deine Träume zu finden
und ihnen wieder nachzujagen!
Wage es, deine Gefühle wieder zu finden,
sie ernst zu nehmen und sie auszudrücken.
Wage es,
wieder deinen rebellischen Verstand einzusetzen
und neue Ziele zu suchen!

Wenn du jetzt stecken bleibst,
wenn du JETZT bockig bist,
dann steckst du wirklich fest.
Jetzt oder nie, Otto!
Entweder machst du dich JETZT auf den Weg,
dein Leben ereignisreich,
erlebnisreich zu gestalten
oder du tust weiter das,
was Andere von dir erwarten.
Aber dann hilft auch kein Kraut!
Lebensfreude kann nicht durch Medizin eingenommen werden.

U: Otto fragt, ob er noch oft inkarnieren muss?

W. Lacht: Soweit mir bekannt ist, WILL er das tun,
aber ich erhoffe mir
– ehrlich gesagt –
erst einmal SEINEN Beistand
bei meiner nächsten Inkarnation.
Ich werde ihn brauchen,
denn für mich wird es darum gehen,
die Hoffnung nicht aufzugeben,
auch wenn alles andere dagegen spricht.
Ich werde seine Fähigkeit brauchen,
mir Mut zu machen.

U: Otto bedankt sich für den himmlischen Beistand,
den er sein Leben lang gehabt hat.

W: Oh, ich bedanke mich,
dass ich sein Engel sein durfte.
Ich habe in Sachen Mut und in Sachen Wut
viel von ihm gelernt,
was ich sehr gut gebrauchen kann (lacht).

Nun also, mein Geschenk?
 Ich will es ihm gerne zeigen 
(er nimmt aus seinem Medizinbeutel einen großen Türkis,
der in Silber gefasst ist).
Und er sagt:
Das ist der Stein der Reisenden,
er beschützt uns auf unserem Weg,
so dachten wir Indianer und so ist es auch.
Ich schenke ihn dir, Otto, für deine Reise.

Du bist der Reisende,
der sein Ziel nun ganz selbst bestimmen darf.
Fähig und bereit, die Wunder des Lebens zu sehen,
stark und mutig genug, die Abenteuer zu wagen.
Nur zu, mach dich auf deinen Weg!

U: Ich danke dir, es war ein sehr schönes Reading!
Und du hast wirklich sehr viel Kraft in dir,
das merke auch ich.
Lebewohl, White Eagle.