Elefant

Schutzengel – Eure Emotion ist nur ein Teil eures WAHREN ICHS!

Emotionen:
Eure Emotion ist nicht euer WAHRES ICH, sondern ein Teil davon.
Emotionen sind wie ein junger Elefant,
den du zu Beginn deiner Inkarnation geschenkt bekommst.
Was ist Schokolade?
Genuss und Freude!
Was sind Genuss und Freude?
Emotionen!
Schutzengelkontakt

Ich bitte Elia, mich mit dem Guide von Jean zu verbinden.
Jean bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe unter einem sternenklaren Nachthimmel,
der Mond scheint und ich sehe in eine weite Ebene unter mir…

Das sieht so aus, als sei das eine Art Wüste.
Jedenfalls kann ich keinen Bewuchs sehen.
Unten links sehe ich Sanddünen.

Ich sitze am Rand eines Berges, der hier senkrecht abbricht.
Es ist wunderschön, dieser Anblick.
U
nd sehr leise…
Hinter mir höre ich manchmal ein Pferd
oder etwas in der Art schnauben…

Als ich mich umdrehe,
sehe ich unzählig viele Zelte in allen möglichen Formen
und davor steht ein großer Mann mit einem Turban
und einem langen dunklen Umhang.
Der Turban verdeckt auch die Hälfte seines Gesichtes,
so dass ich zuerst nur die sehr dunklen Augen wahrnehme.

Er nickt mir ernst zu und setzt sich dann hin,
breitet seinen Umhang wieder um sich,
als müsse er sich vor der Kälte schützen.
Er bedeutet mir, mich zu ihm zu setzen.
Er nimmt das Tuch vom Gesicht, das eindeutig arabische Züge trägt.

Er lächelt: Mein Name?
Nun gut, ein Name ist Mansul, er kann mich Mansul nennen.
Komm, Tochter des Abends, setz dich zu mir und hör zu!

Ich sitze mit ihm da und beobachte ihn…
Keine Regung ist seinem Gesicht abzulesen, er schweigt,
sieht hinaus in die weite, einsame Landschaft.

Ich warte lange, aber es kommt nichts von ihm…

Ich zögere, etwas zu sagen.
Irgendwie hat diese Stimmung hier etwas Heiliges,
das mich sprachlos macht.
Nach einer ganzen Weile sagt er:

M: Hörst du?

U: Nein, ich höre gar nichts.
Was soll ich denn hören?

M: Du hörst gar nichts? (Lächelt).
Doch, du hörst: Du hörst dich selbst…
Du hörst deine innere Unruhe…
Du hörst deine Anspannung und Ungeduld!
Aber das ist immer noch zu laut, sage ich dir.
Du musst noch viel leiser werden, um wirklich dich zu hören.
Versuch es!

U. Ich schweige also wieder.

Ich versuche, meine Ungeduld
an den Rand meines Bewusstseins zu schieben…
Ich versuche, meine neugierigen Fragen auf später zu verbannen
und mich nur auf die Stille zu konzentrieren…
Langsam verändert sich meine Konzentration,
ich entspanne mich und höre!
Ich höre den Wind…
Ich höre das Rasseln der Pferde hinter mir,
wenn sie sich bewegen…
Ich höre mich selbst, ich höre mich atmen…
Dann höre ich,
wie mein Atem sich mit dem Geräusch des Windes verbindet…
Das ist ein eigenartiges Gefühl, sehr bizarr…
Denn ich bekomme den Eindruck,
als würde es ein Geräusch aus Beiden
und als würde aus mir der Wind selbst.
Als würde ich selbst dort sanft über die Dünen wehen….
Das ist sehr schön, aber es ist auch merkwürdig…

Dann wird es noch absurder:
Ich beginne meinen Herzschlag zu hören, dumpf und monoton…
Und dann höre ich seinen Herzschlag,
das klingt wie zwei weit entfernte Trommeln…
Dann kommt noch ein Ton dazu: schwer, tief und voll.
Und ich habe den Eindruck,
dass dieser Ton aus der Erde selbst kommt…

Auch dieser Ton scheint einen Rhythmus zu haben…

Und das ist immer noch nicht alles:
Jetzt kommen andere Töne dazu, weiter entfernt, heller,
aber auch rhythmisch…

Es wird mehr und mehr zu einem „Konzert”…
Ich denke, diese Töne kommen von oben:
von den Sternen.

Die Sterne fangen an, sich zu verändern,
werden zu Kreisen und Farben.

Plötzlich erschrecke ich mich über die Wucht dessen,
was ich da sehe – fühle…
Und genau in dem Moment bricht das alles ab.
Ich sitze wieder einfach nur auf einem Stück Fels
und neben mir sitzt Mansul.

U: Was war das?
So stell ich mir einen LSD Rausch vor!
Warum tust du das mit mir?

Mansul verliert plötzlich diese starre Haltung,
wirkt offener, lebendiger.
Er lacht und sagt: Das wollte ich Jean zeigen, nicht dir…
Um dich müssen sich Andere kümmern.

Ich bin Einer von Jeans Guides.
Ich wollte ihm zeigen, dass es NICHTS nicht gibt!
Es gibt hinter dem scheinbaren Nichts
die Begegnung mit dem ALLES!

Und das ist es, was die lebenden Menschen erschreckt:
Es ist nicht das Nichts, das sie fürchten!
Sondern das Alles!
Und dass deutlich wird,
wie sie selbst im Vergleich zum Alles wegkommen…

Wo sie sich in ihrer Größe und Macht relativieren.
Das ist es, was sie schreckt!
Das ist die Angst hinter der Angst vor dem Tod
und gleichzeitig ist es die Angst vor dem Leben selbst.

Hast du gespürt, wie das war,
als du mit immer mehr Einheiten verschmolzen bist?

Erst hast du gedacht:
Mein Gott, wie klein, wie winzig mein Herzschlag ist…
Dann hast du aber erlebt, dass er, obwohl er so winzig ist,
dennoch Bestand hat im großen Konzert…
Er geht nicht nur nicht unter, er fällt sogar auf,
wenn er aus dem Rhythmus fällt.

Hinter dem Nichts steht das Alles!
Und die Begegnung mit dem Alles
ist gleichzeitig die Bewusstwerdung

der eigenen Winzigkeit als auch der eigenen Wichtigkeit.
Beides macht Angst!
Für jemanden, der nicht vorbereitet ist, macht es so viel Angst,
dass er darüber verrückt werden könnte.

Bei aller Liebe zu meinem Freund:
Ich bin dennoch der Ansicht, dass die Zeit reif ist,
sich diesem Hinhören ins Nichts zu stellen.
Dass die Zeit reif ist, sich diesem Alles zu stellen.
Aber um das zu tun, muss man still werden…

Muss man seine Konzentrationsfähigkeit beherrschen
und vor allem:
Man darf keine Angst vor der eigenen Emotionalität haben!


Du fragst dich:
Welches deine Last aus vergangenen Inkarnationen ist?
Nun, diese Last ist es:
Dass du ein Spielball deiner Emotionen werden könntest.
So, wie du es einstmals gewesen bist:
Dir und Anderen ein Rätsel!
Dir und Anderen eine Gefahr.

Ja, das war so, aber es ist vorbei…
Was blieb, ist das unbewusste Wissen
um die Gefährlichkeit der Emotionen.

Was tut eine Seele,
wenn sie mit diesem vermeintlichen Rückschluss,
dass alle Gefühle unberechenbar und letztlich unbeherrschbar sind,
in weitere Inkarnationen geht?

Sie versucht in einem starren Gerüst einer Ethik
die eigene Emotionalität unter Kontrolle zu bewahren.

Kontrolle ist nun das wichtigste Ziel dieser Seele!
Ich kontrolliere meine Gefühle?
Nun, das wäre ja durchaus positiv!
Aber der Glaubenssatz ist nicht:
Ich muss meine Gefühle kontrollieren…
Sondern:
Ich muss mein Ich kontrollieren!
Das ist absurd!
ICH kontrolliere mein ICH?

Das ist eine Gedankenfalle,
in der eine Seele eine Lösung sucht,
in dem sie Umstände schafft,
die diese Ich-Kontrolle übernehmen.

Ich werde später darauf zurückkommen.

Der erste und entscheidende Irrtum besteht darin,
sich mit seinen Emotionen absolut!!! identisch zu empfinden.

U: Aber ich denke, ihr seid auch emotional?

M: Ja, aber es gibt einen gravierenden Unterschied
zwischen der Emotionalität einer inkarnierten Seele
und einer Seele hier.

Die Emotionalität einer inkarnierten Seele ist nicht frei,
ist nicht „rein” wie hier.
Sondern ist geprägt durch die Art der Inkarnation.
Eine inkarnierte Seele eines Humanoiden in einer anderen Galaxis
ist entschieden anders als auf der Erde und als Mensch.

Denk dir nur die Emotionalität eines Bewohners eines Planeten,
auf dem alles, was empfunden wird,
ausschließlich als kollektive Wahrnehmung existiert:
Das ist eine völlig andere Form der Emotionalität als eure!

Ihr seid eben nicht nur Seelen!
Ihr seid auch Körper und als solche
genetischen Prinzipien unterworfen!

Eure Emotionen sind keineswegs nur eine Äußerung eurer Seele,
sondern je nach Genom mehr oder weniger
stark körperlichen Einflüssen ausgesetzt.

Du als Frau kennst das doch!
Deine Kinder wussten doch immer,
wann du deine Menses bekommst, oder? (Lächelt.)

U: Ich hab das nicht mit ihnen besprochen,
aber das kann schon sein.
Ich war dann Einerseits empfindsamer 
und Andererseits reizbarer.

M: Du warst dann trauriger und auch wütender als gewöhnlich!
Aber sag mir: War das denn eine andere Seele, die du da hattest?
Natürlich nicht!
Also fassen wir das mal zusammen:
Jeans Seele hat Angst vor der Unberechenbarkeit der Emotionalität.

Aber sie geht dabei von einem Irrtum aus!
Der darin besteht, vorauszusetzen,
in jedem Körper die gleiche Art von Emotionalität zu haben!

Die Emotionen im inkarnierten Zustand sind nicht euer wahres ICH.
Sie sind ein winziger Teilaspekt eures ICHS!

Sie sind nicht unverfälscht!
Sondern sind so, wie sind, um euch zu Erlebnissen
und damit Erkenntnissen zu führen, die ihr sonst nicht hättet.

Eure Emotion ist nicht eurer WAHRES ICH, sondern ein Teil davon.
Eure Emotionalität im inkarnierten Zustand
ist auch nur ein winziger Teil eurer wahren Emotionalität,
die ihr unverfälscht nur hier leben könnt.

Weil das so ist, ist es völlig falsch,
den Rückschluss zu ziehen, dass Emotionalität
bedrohlich und unzuverlässig sein MUSS
und deswegen kontrolliert werden soll.

Was Jean derzeit erlebt, ist:
Dass er tatsächlich mit diesem alten Vorurteil
seiner Seele nicht weiter kommt!

Er ist geboren, um aus dem Gerüst der Kontrolle herauszufinden,
das er sich über Inkarnationen gebaut hat!

Er ist geboren, um sich wieder mit sich selbst zu verbinden
ohne eine richtende und wertende Instanz.

Er ist geboren,
um die Angst vor der eigenen Emotionalität zu überwinden,
in dem er mit Emotionen konfrontiert wird,
die so tief gehen, dass er meint, schreien zu müssen,
wenn er sich ihnen ganz hingibt.

Nicht, weil sie so schrecklich wären, sondern weil sie so schön sind!
Und das ist genau mein Ziel!
Ich möchte, dass seine Seele wieder Vertrauen
in die eigene Emotionalität fassen lernt…

Dass es richtig und gut ist, zu fühlen, was man erlebt!
Statt kritisch neben sich zu stehen und zu beurteilen,
ob das, was man da fühlt, wohl VERNÜNFTIG sei oder nicht.

Ich bin sehr, sehr zufrieden mit seinen Fortschritten!

Wir wollen uns aber hier nicht falsch verstehen!
Es geht keinesfalls darum:
Dass jede Emotion, die ihr habt, ausgelebt werden soll…

Wenn ich das propagieren würde,
würde ich die Steinzeit herauf beschwören!
(Lacht.)

Es geht vielmehr darum, zu erkennen:
Dass der angemessene Umgang
mit der eigenen, inkarnierten Emotionalität darin besteht,
das persönliche und individuelle Mittelmaß zuzulassen.

Es ist weder sinnvoll, sich unkritisch zum Beispiel
Emotionen wie Wut und Eifersucht hinzugeben.
Was im Übrigen sehr irdische Emotionen sind,
die ihr auf Grund eures Genoms habt:
Beide Emotionen waren wichtig,
um die menschliche Rasse auszubreiten!

Noch ist es angemessen,
Emotionen wie Liebe, Vertrauen und Freude
durch übermäßiges Intellektualisieren zu vermindern.
Was im Übrigen, wenn du so willst,
durchaus „himmlische” Emotionen sind.

Was wichtig ist
– um in einer ausgewogenen emotionalen Mitte zu bleiben –
ist die Sensibilisierung für die eigenen Gefühle:
Sich ihrer ganz bewusst zu sein,
um dann mit ihnen so umzugehen,
wie es vernünftig und angemessen ist.

Emotionen, die überbewertet oder unterdrückt werden,
sind allerdings zum Fürchten!

Wenn man inkarniert ist, dann sind die Emotionen, die man hat,
wie ein junger indischer Elefant,
den man geschenkt bekommen hat.

Da ist er nun einmal, da lässt sich nichts machen!
Du hast als Besitzer dieses Tieres nun mehrere Möglichkeiten,
wie du mit dieser Tatsache umgehst:

Du kannst versuchen, ihn in einem Gefängnis
aus eisernen Gitterstäben zu halten…
Eine ganze Weile lang wird das gut gehen.
Bei Jean ging das für einige Inkarnationen scheinbar gut…

Aber du kannst auch etwas anders tun:
Du kannst ihn zähmen und ihm beibringen,
seine Kräfte für dein Wohl und das Wohl Anderer einzusetzen.

Und Letzteres ist exakt das Ziel, das sich Jean gesetzt hat!

Das will er lernen, aber es ist nicht einfach.
Er kommt sich manchmal vor wie ein Taschenkrebs,
dem die eigene Schutzhülle zu eng geworden ist.

Er spürt, wie es ihn drängt, intensiver zu sein in dem, was er fühlt.
Und andererseits fürchtet er, seinen Schutz zu verlieren.
Es gelingt ihm ganz wunderbar,
sich in die emotionale Lage Anderer hinein zu versetzen…
Die Gefühle Anderer faszinieren ihn!

Er kommt sich selbst manchmal vor wie ein Forscher,
der gekommen ist, die menschliche Spezies zu erforschen.

Aber auch diese Einstellung basiert auf der Angst,
selbst sich in der eigenen Emotionalität zu verlieren.
Es ist ein Schutz und ist durchaus ein zu enger Panzer!

Es gelingt ihm wunderbar, Andere zu umsorgen,
zu schützen und zu fördern.
Er hat sehr großes empathisches Talent.

Aber je mehr er sich der Emotionalität Anderer widmet,
umso weniger muss er darüber nachdenken,
was er mit seinem eigenen Elefanten machen will!

Natürlich ist diese Entwicklung eine Freude für uns alle hier…

Aber Einseitigkeit wäre ein Schritt zurück,
auch wenn es eine Einseitigkeit zugunsten Anderer ist.

Hier liegt nämlich wieder der Versuch,
zu kontrollieren, was letztlich nicht zu kontrollieren ist!

Es geht nur als erster Schritt der Entwicklung darum,
Gefühle Anderer zu verstehen:
Das Ziel ist,
die eigene Emotionalität wie einen Arbeitselefanten zu nutzen.
Und zwar für sich selbst!

Es geht darum,
positive Erfahrungen mit intensiven Gefühlen zu machen…
Was nicht heißt, sie immer auszuleben…

Die Erfahrung, unmäßige Eifersucht kontrollieren zu können,
kann eine sehr positive Erfahrung sein.

Vergleichbar mit einem Elefanten-Dompteur,
der erlebt, dass er in der Lage ist,
die Aufregung seines Tiers zu beruhigen.

Auch negative Gefühle sollen ein Erlebnis sein,
allerdings nicht unbedingt ausgelebt werden.

Wichtig ist in jedem Fall, nicht zu urteilen
– weder bei sich noch bei anderen –
ob ein Gefühl VERNÜNFTIG ist!
Es ist, was es ist: völlig wertfrei!

Die Frage ist nicht: Ist es sinnvoll, das hier zu fühlen?
Sondern die Frage ist: 
Dieses ist MEIN Gefühl, wie gehe ich damit um?
Was mache ich damit,
damit es MIR in meiner Entwicklung dienlich ist?
Damit es Anderen in ihrer Entwicklung dienlich ist?

Jean ist es sehr gewohnt,
eine intellektuelle Haltung sich selbst gegenüber einzunehmen.
Das ist gut, aber zu einseitig!

Als Gegengewicht soll nun auch eine emotionale Haltung
sich selbst gegenüber erlebt werden.

Nicht nur: Wer bin ich?
Nicht nur: Was denke ich?
Sondern auch: Was fühle ich?

In der Zuwendung zu Anderen nicht nur deren Gefühle verstehen,
sondern auch teilen:
Sich in einem offenen, emotionalen Austausch begeben.

Das ist schwer, ich weiß.
Aber alle Voraussetzungen,
dies zu einem segensreichen Leben werden zu lassen,
weil gerade das getan werden kann, sind getroffen.

Es ist gut, Jean, wenn du deine Gedanken mitteilst.
Es freut dich, wenn deine Ideen,
die Produkte deines Verstandes bei Anderen einen Widerhall finden.
Aber zu diesem positiven Austausch lass nun mehr und mehr
auch den positiven Austausch der Gefühle kommen.

Rede über deine Emotionen!

Durch die Kommunikation darüber mit Anderen
werden sie dir viel bewusster,
kommen sie aus ihrem Käfig heraus…

Und werden, weil sie bewusster werden,
auch ihre Unheimlichkeit verlieren.

Abschließend möchte ich Eines sagen:
Jean, nie, nie, nie waren deine Gefühle falsch!
Sie waren immer richtig, sie waren immer wahr!

Und sie waren niemals Ursache schrecklicher Ereignisse!
Das ist eine völlige Fehleinschätzung
und daran trägst du zu sehr.

Du musst Niemanden den Beweis erbringen,
dass es sinnvoll und vernünftig ist, dich zu lieben.

Einen Anspruch auf Liebe hast du, weil du da bist.
Du bist keineswegs ein Fremder unter Fremden!

Aber es hängt sehr von deinem Mut ab,
auf das Verbindende zu sehen:
Dich als Gleicher unter Gleichen zu begreifen.
Ihr unterscheidet euch nicht in eurer Anlage zur Emotionalität,
sondern in der Fähigkeit, damit angemessen umzugehen!

Und das Ziel jeder Seele ist es, in die ausgewogene Mitte zu finden.

Jeder Mensch ist an irgend einem Punkt dieser Entwicklung.
Wenn du dir vorstellst,
dass die menschliche Emotionalität
aus den gleichen Farben
eines völlig gleichen Tuschkasten-Modells kommt:

Dann liegt der Unterschied nicht in der Farbpalette,
die zur Verfügung steht,
sondern im individuellen Einsatz der Farben!

Sinn und Ziel ist es,
dass aus allen Farben des Tuschkastens geschöpft wird,
um ein möglichst buntes und harmonisches Bild zu schaffen.

U: Ich danke dir sehr, Mansul.
Darf ich jetzt noch die Fragen von Jean an dich stellen?

M: Sicher, schließlich bin ich da, um seine Fragen zu beantworten.
Und ich hoffe sehr, dass er davon im Lauf der nächsten Jahre
eifrigen Gebrauch macht! (Lacht.)

U: Damit hast du schon eine seiner Fragen beantwortet.

M: Ich weiß (lächelt).
Übrigens, dieses hier ist keine Phantasie-Kulisse!
Hier haben wir beide gesessen, bereit, ein Land zu erobern,
das nicht unseres war.
Bereit, für einen Herrscher zu kämpfen, den wir nicht liebten.
Sondern, weil wir es für unsere Pflicht hielten, das zu tun.

Du liegst im Übrigen falsch, Uta:
Ich bin kein Araber, ich war auch kein Tuareg.
Ich war Aramäer
und ich war hier im Heerzug Alexander des Großen.
Diese Wüste dort unten wird uns zum Verhängnis werden.

Wir werden es nicht überleben,
sie zu durchqueren wie viele Andere.
In dieser Nacht wäre es sehr vernünftig gewesen,
unserer Angst zu folgen und zu fliehen, solange es Zeit war.
Aber es schien uns nicht vernünftig zu sein.

U: Ich sehe gerade, die meisten seiner Fragen hast du beantwortet.
Außerdem fragt Jean, in welche Richtung er versuchen sollte,
sich weiter zu entwickeln.

M: Nein, ich werde darauf nicht antworten,
weil er sich dann wieder zu sehr auf das Ziel fixiert.
Gerade das will ich nicht!

Es geht mir sehr darum, dass er sich auf jeden Schritt,
den er macht, konzentriert, ihn voll und ganz auskostet.

Wie kann man das besser erreichen,
als wenn man durch den Nebel geht…

Ich bitte dich, deine Enttäuschung als Gefühl
jetzt ruhig zuzulassen und daran zu ermessen:
Wie sehr es stimmt, dass du diese Einstellung
– dem Schritt mehr Beachtung zu schenken als dem Ziel,
den Weg mehr zu genießen als die Ankunft –
noch von dir weist.

U: Er fragt, was er an sich noch verbessern kann?

M: Nichts!
Wenn du ein Samen warst,
der in die Erde gelegt wurde,
dann keimte, den ersten Spross austrieb,
dann eine junge grünende, rankende Pflanze wurde,
dann Blüten bekam
und dann aus diesen Blüten Früchte hervorbrachte:
Was denkst du?
An welchem Punkt der Entwicklung
hätte diese Pflanze sich verbessern können?

An keinem Punkt!
Jeder Entwicklungsschritt war der richtig!
Und auf den ersten Schritt folgte der Zweite…
Lass es einfach zu!
Lass es zu, dass nicht du es bist, der das kontrolliert…
Lass das Leben einfach zu,
lass dich einfach zu…

U: Zu welcher Seelenfamilie gehört Jean?

M: Auch wenn es ihm seltsam anmutet!
Aber er gehört zur Seelenfamilie der Mütter:
Schützen, fördern und bewahren.

Dem, was schwach und klein ist,
das zu geben, was es zu vollen Entfaltung bringt.

U: Was kann er für seinen Körper tun,
besonders für seinen Hautausschlag?

M: Du brauchst deinen Hautausschlag nicht mehr,
wenn du keinen Krebspanzer mehr brauchst.

Du brauchst keine Abgrenzung mehr davon,
emotional berührt zu werden,
wenn du dich nicht mehr vor deinem Elefanten fürchtest,
sondern ihn einsetzt…

Aber du darfst, wenn du möchtest,
auch Alles noch solange behalten,
wie du meinst, dass es ein Schutz ist.

Du könntest dir sagen:
Ich sollte auf Schokolade verzichten.
Aber was ist Schokolade?
Genuss und Freude!
Was sind Genuss und Freude?
Emotionen.

U: Dann sind wir am Ende, Mansul.
Ich möchte mich bedanken und dir Lebewohl wünschen.

M: Ich danke dir auch,
wir werden einander begegnen.
Würdest du ihm das hier von mir geben?
(Er zeigt mir eine kleine goldene Münze
mit dem Konterfei Alexander des Großen.)

Das, was wir für vernünftig halten,
ist oft nichts weiter als eine Angst, die wir versuchen,
in ein vernünftiges Gewand zu kleiden,
weil wir meinen, dass es sich damit besser leben lässt.

Es schien uns vernünftig, mit Alexander zu ziehen,
weil es uns so viel materiellen Gewinn versprach.

Es schien uns vernünftig, uns nach Wohlstand auszustrecken.
Aber in Wirklichkeit hatten wir nichts weiter als Angst davor,
zu verarmen!

Und das war keine rationale Angst!
Sondern die Angst des Kleinkindes, zu kurz zu kommen.
Du siehst: Nicht alles, was dem Verstand entspringt, ist vernünftig.

Oftmals sind es die Gefühle,
die wir bei einer bestimmten Entscheidung haben,
die uns weitaus sicherer durchs Leben führen!

Nun, mein Freund, genieße jeden Schritt auf deinem Weg.