Ich bin

Schutzengel – Empfangen hat seine Zeit, Halten hat seine Zeit, Loslassen hat seine Zeit.

Empfangen hat seine Zeit,
Halten hat seine Zeit,
Loslassen hat seine Zeit.
Frieden hat, wer das erkennt!
Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Guide von Marie zu verbinden.
Marie bittet um diesen Kontakt.

Das Erste, was ich wahrnehme, ist ein Pferdewagen,
also so eine Art Planwagen:
Töpfe hängen außen, das Pferd ist abgespannt
und steht unter einer großen Trauerweide am Rand eines Weihers…
Dort ist ein Steg, der ins Wasser führt.

Es ist sehr still hier, Libellen ziehen glitzernd über das Wasser.
Ich verfolge ihren Flug und plötzlich sehe ich,
dass sich eine in allen Regenbogenfarben schillernde Libelle
auf der Hand eines Mannes niederlässt.

Ein eher kleiner Mann, etwas Bauch.
Er hat langes Haar, das bis auf die Schultern fällt.
Das ist weiß, genauso weiß wie sein Bart und seine Augenbrauen…
Warme, braune Augen, eine große Nase…
Aber insgesamt ein Gesicht so voller Güte, Weisheit und Milde,
wie man es nur selten sieht.

Er winkt mich herbei und wir beide bewundern
das wunderschöne Tier auf seinem Handrücken.

G: Uta, hattest du vor diesen Tieren nicht früher einmal Angst?

U: Oh ja, und wie!
Ich dachte, die stechen!

G: Seit wann fürchtest du sie nicht mehr?

U: Seit ich selbst einen Teich habe
und sie zu unseren täglichen Gästen geworden sind!

G: Ja, siehst du:
Der Schrecken verliert an Gewicht, sobald man ihn wirklich kennt…
Ja, ja (er lächelt).
Aber was schwätze ich.

Komm, meine Liebe, wollen wir uns eine gesellige Zeit machen.
Schau: Ich habe uns ein Plätzchen geschaffen,
so schön wie ein Palast.

Und doch nichts weiter als Gottes weiser Ratschluss!

Fröhlich führt er mich ein Stück weiter von dem Weiher fort.
Hier stehen viele hohe Birken!
Das Licht fällt in Strahlen durch diesen hellen Wald,
mitten darin ist eine kleine Wiese.

Moos auf dem Boden lässt jeden Schritt leicht erscheinen.
Hier hat er uns ein weißes Tischtuch ausgebreitet,
darauf liegen in einer Schale Walderdbeeren
und in einem Krug glitzert klares Wasser.
In einer anderen Schale liegt ein Stück Bienenwabe,
aus der dunkler Honig fließt…

U: Oh, wie schön!

G: Gottes Gaben, meine Liebe, nichts als Gottesgaben!
Nichts davon von mir bezahlt, nichts erarbeitet,
es fiel mir in die Hände (wieder lächelt er)…
Wir wollen uns setzen.

Ehe er sich setzt, hebt er seine Hände wie zum Gebet
und beginnt einen seltsamen Gesang in Worten,
deren Bedeutung ich nicht verstehe.
Dann setzt er sich fröhlich hin und
teilt seine Gaben gerecht unter uns auf.

So, wie er das macht,
erinnert er mich an eine Figur aus dem Musical Anatevka.
Ich glaube:
In diesem Stück hieß der Hauptakteur Tevje, der Milchhändler…
Der Guide lacht, als er sieht, was ich schreibe:

G: Nein, nein, mein Name ist Baruch!
Aber in gewisser Weise hast du ganz Recht:
es gibt da Ähnlichkeiten.
Ach ja…

Marie: Du wunderst dich?
Bin ich es wirklich?

Ja, Kind, ich bin es!
Ich habe so viele Gestalten wie deine Seele.
Schau, mir war gerade so:
Wie wenn du in deinem Kleiderschrank stehst!
Und du dich nicht entscheiden kannst,
welches Gewand du tragen willst,
um einen guten Eindruck zu machen…

Ich wählte mir dieses Gewand!
Denn ich halte dafür, dass in keinem unserer gemeinsamen Leben
unsere Liebe zueinander so leicht, so ungetrübt und herzlich war.
Wenn auch dieses Leben selbst ein Schweres für dich gewesen ist
und leider bis heute seine Spuren in deiner Seele hinterlassen hat.

Aber schließlich will ich Beides:
Dir zeigen, wie sehr ich dich liebe
UND dir zeigen, woher sie kommt: die alte Angst!
Damit du verstehst:
Du kannst sie lassen…

Gut, gut!
Nicht so ungeduldig, ich komme ja schon zum Thema (lächelt).

Wir sind im Jahr 1495 in Mitteleuropa
und wir sind wandernde Händler.
Juden unseres Glaubens nach.

Wir: Das sind Baba, deine Großmutter,
ich, dein Großvater und du, unsere Enkelin Miriam.

Eigentlich bin ich gelernter Schreiner,
aber ich konnte in keiner Zunft unterkommen
um meines Glaubens willen.
Geboren bin ich im heutigen Spanien.
Aber es war klug, fortzugehen…
Klug, klug, klug…

Marie, du musst die Vergangenheit verstehen,
damit du deine Angst begreifst!
Damit du verstehst, wie alt sie ist!

Das hier, dieses Leben, ist auch nur die Folge anderer!
Und es ging immer um das gleiche Thema:
Bin ich arm, werde ich verstoßen,
werde ich verstoßen, muss ich sterben.

Liebes Kind – ich hoffe, ich darf dich so nennen.
Du bist geboren, um dich über diese Ängste zu erhöhen.

Nicht, um sie wie durch Zauberhand zu verlieren,
sondern um ihr Meister zu werden.

Immer, immer geht es um die Meisterschaft!

Wir erfahren Herausforderungen
und wir lernen durch sie mehr und mehr bis zur Meisterschaft!

Ist die erreicht, dürfen wir dieses Thema fallen lassen.
Verstehst du?

Nun gut, ich habe dieses Leben gewählt,
weil es wie kein Anderes den direkten Zusammenhang aufzeigt.

Wie ich schon sagte:
Unsere Heimat war Spanien.
Wir waren über Jahrhunderte unter der Herrschaft der Mauren
eine angesehene Handwerker-Familie.
Aber dann kam die Inquisition und alle Juden und Mauren
wurden aufgefordert:
entweder zu konvertieren oder das Land zu verlassen…

Deine Eltern, mein Sohn und seine Frau entschlossen sich,
zu konvertieren.
Offiziell!
Aber insgeheim unserem Glauben weiterhin anzugehören.

Mich alten Mann nahm man nicht für voll.
Ich riet, zu fahren!
Aber dein Vater blieb bei seinem Vorsatz…

Er setzte darauf:
Dass er viele Beziehungen hatte
und da und dort mit finanziellen Zuwendungen,
die er an christliche Bekannte machte,
der „peinlichen Befragung“ entgehen könne!

Doch schnell, sehr schnell waren alle finanziellen Mittel verbraucht.
Schlimmer noch:
Er hatte außer Bestechungsgeldern
auch zinslose Kredite gegeben an Christen,
die ihm im Gegenzug einen guten Leumund gaben.

Als er, weil seine finanziellen Mittel verbraucht waren,
diese Kredite zurückforderte: Da war das sein Todesurteil!

Die Kreditnehmer zeigten ihn bei der Inquisition an.
Es gab keinen Ausweg mehr!

In jener unglücklichen Nacht,
in der sie euch aus dem Haus zerrten, habe ich darum gebettelt:
Man möge wenigstens DICH wieder frei geben.
Und so geschah es.

Deine Eltern?
Sie brannten wie so viele Andere noch in der gleichen Nacht.

Wir aber packten, so schnell es ging, das Notwendigste
und verließen unsere spanische Heimat für immer.
Damals warst du gerade 11 Jahre alt!

Nie hast du vergessen, wie schön deine Heimat war,
nie hast du dein Wohlleben vergessen!
Es gelang uns nicht, dich zu trösten.

Unser Leben war karg, das gebe ich zu.
Nirgends eine Heimat, immer abhängig vom Zuspruch derer,
die ansässig waren.
Und doch hatte mir dieses Leben viel Weisheit geschenkt!

Das, was ich hier eingangs zeigte:
der Reichtum aus Gottes eigener Tafel!

Stets galt er uns, immer fanden wir, was wir brauchten!
So lernte ich in der Armut Reichtum kennen,
den niemand je mir rauben konnte.

Doch deine Seele blieb entsetzt!
Der Honig tröstete dich nicht über den Verlust
auserwählter Naschereien deiner Jugend.

Das klare Quellwasser vermochte
dir nicht den roten Weinsaft zu ersetzen
und die Süße der Waldbeeren
nicht die Süße der Mandel-Spezereien!

Ach, ach…
Das an sich war schon schlimm.
Aber viel schlimmer war, dass du den Zusammenhang
zwischen Armut und Tod nicht fallen lassen konntest.

Verkürzt könnte man sagen:
Der Glaubenssatz deiner Seele war nun bestätigt!
Wer arm ist, ist des Todes!
Oder umgekehrt:
Reichtum sichert das Leben!

Liebes Mädchen mein,
nun müssen wir offen miteinander reden!

Wie kann das denn sein?
Schau doch nur!
Du liebst die Natur doch so sehr!
Bezahlt der Vogel Miete für sein Nest?
Wird die Rose vom Frost gebrochen,
weil sie ihm keine Lösegeld zu zahlen weiß?

Ist es nicht vielmehr so:
Dass jedes Ding unter dem Himmel bekommt, was es braucht?

Der Vogel wird sein Nest nicht mehr benutzen,
wenn seine Zeit dafür abgelaufen ist.
Wenn es Herbst wird, wird er seine Flügel ausspannen und fliegen…

Weit, weit fort und in sich die tiefe Gewissheit:
Dass er finden wird, was er braucht.

Die Rose wird vom Frost gebrochen,
wenn ihre Zeit abgelaufen ist.
Ihr Stamm ist müde und hart geworden,
der sich unterm Schnee nicht mehr beugen mag…

Schmerzlos und still wird sie sich dem Frost ergeben,
da nun ihre Zeit dafür gekommen ist.

Liebe Marie, für alles, was es gibt in der Welt: Das hat seine Zeit.

Wenn nun etwas so Unwichtiges
wie eine Schwalbe
oder eine Rose seine Zeit hat:
Meinst du nicht, dass auch der Mensch seine Zeit hätte?

Und wenn etwas so Kleines
wie das Nest einer Schwalbe
oder das Beet einer Rose ihre Zeit hat:
Haben dann nicht auch alle Umstände im Leben eines Menschen seine Zeit?

Oh ja, wirklich, mein Liebes, glaub es nur:
Alles hat seine ihm festgelegte, bestimmte Zeit!

Empfangen hat seine Zeit.
Halten hat seine Zeit.
Loslassen hat seine Zeit.

Frieden hat, wer das erkennt!
Du bist in dieses Leben eingetreten, um das zu erkennen.

Nein, nein, pst, nein!
Herz, liebes Herz, nun darfst du gar nicht erschrecken!
Wenn die Zeit des Loslassens ist, ist darin kein Schmerz (lächelt)! Sondern Frieden!
Oh, welch köstlicher Frieden darin ist!

Ich hab das in diesem Leben hier begriffen.
Ganz anders als du war mir das Loslassen
meiner Gebundenheit in Beruf und an die Heimat so köstlich!

Schwer hatten die Jahre der Verantwortung begonnen,
mich zu drücken!
Schwerer und schwerer…

Manchmal, wenn ich voller Sorgen
auf die politischen Entwicklungen in meiner Heimat schaute,
dann seufzte ich wohl!

Und ich sagte zu meiner lieben Frau:
Ach, ich wünschte, ich wär ein Vogel und könnte fliegen,
wohin ich will!
Dieses Land wird mir zum Graus!

Und Baba antwortete: Willst du wohl still sein!
Man muss zufrieden sein mit dem, was Gott uns schenkt!
Schaffst es noch, dass wir wirklich fliegen!

Ja, und dann!
Dann kam es, wie es kommen musste!

Weil meine Zeit in diesem Land beendet war,
weil meine Zeit als angesehener Meister
meines Handwerks beendet war.

Und eine NEUE Zeit begann.
Eine Zeit voller Wunder und Zauber!

Heute kann ich mit dir darüber mühelos reden,
denn dieses hast du in deinem Leben begriffen:
Die WIRKLICH wichtigen Dinge im Leben:
die sind klein, die sind kostenlos!

Ich bin so stolz darauf,
dass du darauf von ganz allein gekommen bist!

Wie schwer hast du es dir
damit in vergangenen Leben gemacht.

Was noch fehlt, ist nun dein Vertrauen darein,
dass – auch wenn alles seine Zeit hat –
doch nichts ein Ende hat.

Sondern das Alte sich stets in das Neue wandelt!

Liebes, liebes Kind!
Es gibt keinen Tod!
Es gibt kein NICHTS!
Es gibt nur den Wandel,
es gibt nur den immer wieder kehrenden Wechsel…

Komm, schau dein Leben an!
Spreche ich nicht wahr, wenn ich sage:
Wechsel ist immer?
Aus der Leere wird Fülle.
Aus der Fülle wird Leere.

Was bedeutend war, wechselt in die Bedeutungslosigkeit.
Was bedeutungslos war, wird bedeutend.
Was sehr groß war, wird mittelmäßig und dann flach.
Was sehr flach war, gewinnt an Stärke und wird dann groß.

Das ist das Prinzip allen Lebens!

Woher kommt dann die Angst?
Sie kommt aus dem Versuch, alles zu halten, wie es ist.
Das, mein Herz, ist eine alte, alte Last!
Die Last deiner Seele seit so vielen Leben
und die Last der Ahninnen.

Es ist, als flüstere dir eine leise Stimme zu:
Nichts verlieren!
Nie darfst du etwas verlieren!

Oh, oh je…
Aber was bedeutet das?
Stell dir einmal vor, jedes Menschlein,
das auf die Welt käme: Das hätte bei sich einen Sack,
der sich unendlich breit ausdehnen könnte.

Und diesen Sack füllt es nun mit jedem Lebensjahr mehr und mehr!

Da hinein kämen alle Dinge, die es ihm wert sind,
von ihm getragen zu werden:
Ha! Was da alles hinein passt!

Da hinein käme die Liebe zu den Eltern,
aber auch jede Not mit ihnen!

Da hinein käme das erarbeitete Wissen,
aber auch jedes überflüssigerweise erworbene Kunststückchen.
Mehr und mehr und mehr…

Schwerer und schwerer und schwerer würde dieser Sack!

Nun seien wir froh und recht von Herzen zufrieden,
dass es so nicht ist, j
a!

Wirklich, seien wir doch wirklich froh!
Und warum ist es nicht so?
Nun: Weil wir den Tod im Gepäck haben!

Siehst du! Jetzt erschreckst du schon wieder!
Ich sag doch grad:
Fürchte dich nicht!

Trotzdem:
Wahr ist`s und was wahr ist, muss ich sagen.
Ja!
Den Tod hat jeder im Gepäck!
Oder im Sackerl, wenn du das so lieber hörst.

Und der Tod:
Den denk dir mal als kleines, buntes, fleißiges Manderl.
Einen Elf vielleicht, denn viel größer kann er gar nicht sein,
sonst wär er dir schon aufgefallen.

Also dieser Däumling mit Namen Tod,
der überprüft immer wieder das Innere des Sackerls!
Seine Aufgabe ist das!

Wenn er etwas findet, dessen Zeit abgelaufen ist,
dann schmeißt er es aus dem Sackerl heraus!
Glaubst mir nicht, Marie?
Ist aber so!

Oder leidest du heute etwa noch in gleicher Weise
wie in deiner Kindheit darunter,
was andere Mädchen zu dir rufen?
Nein!
Na siehst du!

Oder bist etwa immer noch so gschamig wie mit 13
und fragst dich, ob du jemals hübsch sein wirst?

Na, Unfug, siehst!
Das hat das Manderl Tod längst aus dem Sackerl geworfen!

Jahaaaaa, nun könnte ja alles gut sein!
Wenn…
Ja, wenn deine Seele ihm nicht einen Auftrag erteilt hätt:
„Du, Manderl“, das hast vielleicht gesagt,
„eines verbiet ich dir: Schmeiß mir nur ja nicht meine Angst davor,
etwas zu verlieren, was mir lieb ist, aus dem Sack!“

Ei wei! Ja, was nun?

Sagen will ich noch einmal:
Die Angst ist alt und ein solcher Befehl ans Manderl überholt!
Dahinter steckt die Vermutung,
dass du nicht damit fertig wirst, wenn du was verlierst!

Ja, was ist jetzt das für ein Unsinn!
Das ist ja gar nicht wahr!
Das stimmt ja längst nicht mehr!

Schau dir doch dein Leben an!
Wie gut du fertig geworden bist!
Und immer noch wirst!

Manchmal aus eigener Kraft, manchmal holst dir Hilfe
und manchmal bekommst die Hilfe direkt vom Herrgott
so wie ich die Walderdbeeren hier!

Einen Vorschlag mach ich dir zum Abschluss!
Lob einmal dein Manderl Tod!

Der in deinem Sackerl so feine Ordnung gehalten hat 
so viele, viele Jahre schon.
Hat er das nicht gut gemacht?

Glaub mir, der Tod ist gar nicht bös!
Gut ist er, weil er Platz schafft für Neues!
Und unter uns: Möchtest du etwa noch immer verliebt
in deine Kinderliebe sein?
Na! Nimmer!
Schaust, da lachst!

Lass den Tod seine Arbeit tun,
er weiß um die Zeit, die jedes Ding hat!

Und wenn er etwas aus dem Sackerl wirft,
dann nur, damit Platz für etwas Neues kommt.

Mein Mädchen, mein Herz, lieb hab ich dich und glaub mir:
Ich pass schon auch auf, dass nichts vor der Zeit verworfen wird…

Mitgefühl hab ich mit dir in deiner Angst, so gut versteh ich sie ja.

Aber wie sollen wir dir deine Hände mit den Wundern Gottes füllen?
Wenn du so festhältst, was dir gerade wichtig erscheint?

Mach sie doch auf, deine Hände!
Lass doch los, die alte Angst.

Wandel muss sein!
Und glaub es nur: Stets kommt er zur rechten Zeit.

Wie müde du bist, du trägst zu viel!
Komm, lass uns ein wenig gemeinsam tragen
und gib ein wenig her: 
vom Alten, Belastenden.

Kein Sorgen, kein Trauern,
kein Fleiß, keine Treue,
kein Mut kann an der bemessenen Zeit einer Angelegenheit
irgend etwas ändern.
Alles hat seine Zeit!

Ich weiß schon, nun fragst du:
Woher du wissen sollst, wann die Zeit abgelaufen ist?

Das will ich dir sagen:
Dann, wenn es für DICH zu schwer zum Tragen geworden ist!
Dann darfst du sie in unsere Hände legen.

So, mehr hätt ich nicht zu sagen!

U: Ja, aber die Marie hat so viele Fragen!

B: Dann wird’s nicht anders gehen,
als dass du sie stellst. (Lächelt.)
Ach, sag ihr doch bitte:
Die Musik find ich wunderbar, so entspannend, das gefällt mir sehr!

U: Mach ich gern.
Also, jetzt die Fragen:
Wer du bist, hast du gesagt, auch deinen Namen.
Hat der eine besondere Bedeutung?

B: Ja, ja, im Buch Baruch beginnen Psalme mit folgenden Worten:
Habt Vertrauen!
Das ist meine Aufgabe!
Sie immer und immer wieder in das Vertrauen
zu Gottes Weisheit zu führen…

Ich wünsch mir so, dass es gelingt, dass sie versteht!
Verstehst du?
Ist dir die Ähnlichkeit aufgefallen?

U: Die Ähnlichkeit mit der alten Malerin von Frauenwörth?

B: Ja, die!

U: Das gleiche Lächeln!

B: Ja, aber nicht das gleiche Vertrauen!
Oh bitte, du musst ihr von der Frau erzählen!

U: Mach ich!

B: Sie kann das auch!
Immer glaubt sie, sie kann es nicht, aber sie kann!
Es muss ja nichts perfekt sein, wenn’s nur von Herzen kommt!

U: Ich sag´s ihr!

Aber jetzt die weiteren Fragen:
Hast du sie ausgesucht oder wurdest du ihr zugeteilt?

B: (Herzliches Lachen.)
Das haben wir gemeinsam beschlossen:
Du hast mich gefragt und ich dich gebeten…

Du mich, weil du Jemanden brauchst,
der es dir warm hält im Herzen,
wenn die Welt dich frieren macht.

Und ich dich, weil ich doch dabei sein wollte bei dem Leben,
in dem du Meister deiner Angst wirst!
Das wollt ich mir nicht nehmen lassen!

Oh, manchmal hatte ich Angst,
du tust was, womit ich nicht einverstanden wär.
Manchmal, wenn die Angst so schwer war…

Aber schau, wir beide schaffen das!
Wir schaffen es, hab Vertrauen!

U: Sie fragt, welche Aufgabe sie hat.
Sie ist so ruhelos und weiß gar nicht mehr,
für welchen Plan sie lebt!

B: Weisheit zu sammeln!
Ja, ja.
Sag nicht, das sei nichts!
Weisheit:
Das ist der Beginn einer großen, neuen Reise deiner Seele…
Nicht Wissen!
Ach, was der Mensch alles zu wissen meint!

Nein, mein Herz, Weisheit willst du sammeln,
werten und dann annehmen und dann schenken.
Das ist dir so fern?
Ha!
Du bist doch mitten darin!

Deine vergangenen Leben
waren durch und durch geprägt von irdischen Ängsten:
Die Angst, zu verarmen,
die Angst, zu erkranken,
die Angst, zu verlieren, was dein ist.

Jaaaaaa…
Wissen wolltest du vieles, um der Angst zu begegnen, ja, ja…
Nur was dich jetzt treibt:
Das ist der tiefe Wunsch, weise zu werden!

Das heißt gar nicht, dem Materiellen keinen Wert mehr zu geben.
Sondern das heißt, Beidem seinen Platz zu geben:
dem Materiellen in dir, dem Irdischen, Menschlichen
genauso wie dem Himmlischen.

Um weise zu sein, muss man achtsam
für beide Pole des Mensch seins werden!

Euer aufrechter Gang zeugt es doch:
Ihr seid die Mitte zwischen Himmel und Erde!

DAS wirklich zu sein, die Mitte zwischen Beidem:
Das wolltest du in diesem Leben lernen.
(Lächelt.)

Meinst du, du hast es schon erreicht?
Nein?!
Ja, so was!
Wie du immer über dich urteilst!

Ich sag dir: Du bist ganz, ganz nah daran!
Was noch fehlt?
Nun, du musst noch lernen, was ich dir sagte!

U: Weißt du, wie viele Leben sie schon hatte?

B: 84.

U: Nicht mehr?

B: Sie hat die Neigung, gar zu gerne hier zu bleiben,
sie verändert sich halt nur zögernd!

Das ist halt ihre Art des Seins:
Stabilität ist eine ihrer Wesenszüge.

U: Am Ende ihres Lebens wirst du dich ihr zeigen
und sie ins Jenseits begleiten?

B: Warum erst dann? Ich bin doch da!
(Lächelt.)

Aber wenn du magst, tu ich es gern!
Allerdings haben da andere Seelen auch mitzureden!
Es wird ein ganz großer Bahnhof!
Versprochen!

U: Weshalb und wieso hat sie diese Wahnsinns-Ängste?
Vor allem die Existenzangst?

B: Ich hoffe, dass ich das nachvollziehbar erklärt habe…

U: Wie wird sie die los?

B: Hm, kannst du helfen?
Kommst du an ihre Seele?

U: Wenn sie es zulässt: Ja…

B: Wenn nicht, bleibt nur der Weg durch das Erleben…
Wie verliert ein Kind die Angst davor, zu schwimmen?

U: Es muss ins Wasser springen!

B: Ja, am Beckenrand kann es die Angst nicht lösen.
Was zählt, ist die Erfahrung!
Du kannst sie erfahren lassen?

U: Ja!
Die Ahnenlast?

B: Und die Karmische!
Zweierlei!
Ach, mir ist das lästig!
Sie braucht es längst nicht mehr: 
Sie hat solche Angst, sich zu freuen!

Immer meint sie:
Es zöge die Strafe nach sich wie ein Fluch!
Wozu nur?

Bitte, mein Mädchen: Freue dich deiner Weisheit, deiner Güte,
deiner Klarheit, deiner Treue!
Siehst du es nicht?
Du bist doch schon Gottes geliebtes Kind!

U: Sie hat so große Angst davor,
im Alter allein und hilflos und pflegebedürftig zu sterben.
Sie wünscht sich einen schnellen Tod mitten aus dem Leben heraus.
Darfst du ihr antworten?

B: Nein, aber schau dir ihr Horoskop an…

U: Unter diesem Aspekt?

B: Ja!

U: Okay, Venus im 8. Haus in den Fischen,
Opposition Neptun, Mars direkt dabei.

B: Ich darf das nicht sagen!

U: Okay, dann ich: Mit der Venus im Haus des Todes
darfst du auf einen friedvollen Tod hoffen.
Venus ist der Planet der Harmonie, der Liebe und Hingabe.

Mit Neptun und Mars-Bezug dürfte der Übergang schnell (Mars)
und träumend leicht sein (Neptun).

Baruch, warum lässt du mich das schreiben?
Ich will nicht in Zukunft Todes-Prognosen abgeben müssen…

B: Das ist nur für sie, sie wird es verstehen.
Und es wird ihre unnötige Angst nehmen.
Du musst es Niemandem sagen, dass du das kannst!

U: Okay, danke!

Sie will dir sagen, dass sie dich fast immer neben sich spürt
und dich sehr lieb hat.

B: Oh, ich hab dich auch sehr, sehr lieb!
Du hast mich gesehen und was du gesehen hast, das war richtig!

Dieser alte Mann hier ist auch richtig,
aber ich war dir auch einmal dein geliebter Lehrer
und ein anderes Mal war ich dein Sohn.

So viele Leben wir teilten,
so viele Aussehen hab ich für dich.
Doch was sich nie ändert, ist meine Liebe zu dir!

Schau, was ich für dich habe:
In seiner Hand hält er ein vierblättriges Kleeblatt,
das durch einen goldenen Ring gesteckt ist.

Du bist mein schöner Schwan geworden!
Schau sie an, die Schwäne: wie ruhig sie sind, wie majestätisch.

Sie fürchten sich nicht:
nicht vor Neidern ihrer Schönheit, nicht vor kalten Winterstürmen.
Sie wissen: So weit die Flügel sie tragen,
fliegen sie von Engels-Winden geleitet.

So auch du, meine Marie Luise, so auch du!

Mut, hab Mut! Wage das Abenteuer deiner Seele!
Wage es, die vertraute Angst loszulassen!

Sie regiert dich fasch!
Sie ist nicht mehr Vorsicht,
sie ist längst eine Last!

Bitte, bitte, lass uns endlich zusammenarbeiten!
Ich steh schon so lange da und gebe es dir ein!

Nicht immer erst die Anderen, die Kränkeren, die Leidenderen…
Bitte, bitte:
ENDLICH einmal ZUERST DU!

Uta, ich danke dir so sehr…
Du siehst sie, wie sie ist, nicht wahr?

U: Hast du das gemerkt?

B: Nein, ich hab´s gemacht!
(Erklärung: Ich habe dein Foto neben meinem PC stehen.
Immer, wenn ich drauf schaue, sehe ich dich ungeschminkt.)

U: Oh!

B: Und? Wie findest du sie?

U: Wunderschön: so warm…

B: Ja! Das ist sie!
Sie hat keine Ahnung, WIE schön ihre Seele ist!
Zeig es ihr, versprich es mir!

U: Baruch, ich kann dir nicht versprechen,
was sie zu entscheiden hat.
Aber ich hoffe, dass ihr dieses Reading hilft…

B: Ja!
Habt Vertrauen!