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Schutzengel – Es geht darum, vom Simon zum Petrus zu werden.

Es geht darum,
vom Simon zum Petrus zu werden.

Es geht darum,
ein wärmendes Feuer zu werden.

Die Überwindung der Angst vor der eigenen Größe.

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Guide von Claudia Janette zu verbinden.
Sie bittet um diesen Kontakt.

Das Erste, was ich wahrnehme,
ist zu meinem Erstaunen eine Wesenheit aus Licht:
Ein im Kern intensives Rosa,
das nach Außen immer heller und durchscheinender wird.
Ich sehe Guides in der Regel erst
zum Ende des Readings in dieser Form,
hier tritt der Guide gleich so auf.
Er kommt mir näher und ich spüre eine sehr intensive Energie:
zupackend, gestaltend, sich einbringend.
Angenehm, aber auch anstrengend, fordernd.

Er merkt, dass mir so viel Energie zu viel wird
und reduziert sich, vermenschlicht sein Aussehen.

Was ich jetzt sehe, ist ein älterer Mann.
Er trägt einen schwarzen Anzug
mit einer grünen Weste mit Silberkette
und ein rotes Halstuch und einen flachen, schwarzen Hut.

Den nimmt er ab, schöne graue Locken,
dunkle Augen, nicht groß, aber strahlend.
Er lächelt mich an, eine kräftige, leichte Hakennase,
volle Lippen, dichte Augenbrauen.
Seine Hände grob, als hätte er sehr viel körperlich gearbeitet.

G: Das stimmt, in dieser Inkarnation habe ich hart gearbeitet.
Ich war Küfer, ich habe Weinfässer gemacht
und nebenbei einen der besten Silvaner der Gegend gezogen.
Ja, ja, ich weiß schon, der Name.
Ob ich Simon heiße?

Hör zu, ich heiße Simon und ich heiße auch hundert Mal anders,
das ist unwichtig.
Aber Simon hat seine Bedeutung und die ist mir so wichtig,
dass ich diesen Namen wähle,
um mit Janette und den Namen, den ich bevorzuge, zu arbeiten.

U: Du bist also Claudias Guide!

G: Ja.

U: Wieso ist dir ihr Zweitname wichtiger?

G: Das ist mein und ihr Geheimnis (lächelt).

U: Okay, warum wählst du Simon als Namen?

S: Als Gleichnis.
Es geht um das Wesen des Simon, der dann zum Petrus wurde.
Es geht um Zorn:
Den Zorn, der so gut ist,
dass man darauf seine Festung aufbauen kann.

Weißt du noch?
Simon, der Jünger Jesu, der, der so leicht in Zorn geriet?
Derjenige, der voreilig war,
Derjenige, der mutig war.
Derjenige, der zum Fels wurde,
auf dem Jesus seine Kirche baute.
Das müsst ihr euch mal klar machen, ja?

Da waren noch 12 andere, wenn ich Paulus dazu zähle:
Kluge, Besonnene oder auch einfach nur Sanfte,
spirituell weit Entwickelte wie der Johannes.
Aber wen wählt der Jesus?

Den Unbesonnenen!
Hast du eine Idee, warum er das tut?

U: Ja, wir hatten schon einmal ein Reading,
in dem Petrus eine Rolle spielte.
Er wählte ihn, weil der Zorn gut sein kann.

S: Ja, aber darum geht’s hier nur am Rande,
bei mir geht es um Mut!
Wer ist mutig?

U: Derjenige, der sich nicht abschrecken lässt?

S: Genau! Derjenige, der den Schrecken wahrnimmt
und TROTZDEM! tut, was getan werden muss!
Das ist Mut!
Wenn du keine Angst kennst,
dann ist es einfach, Mut zu zeigen.

Aber wenn du sie kennst
und trotzdem tust, was NOT-WENDIG ist,
dann bist du ein Simon,
aus dem mit SICHERHEIT ein Petrus, ein FELS wird,
auf dem man bauen kann.

Es ist nicht einfach, zwischen Wagemut und Mut zu unterscheiden.
Aber wenn du das nicht lernst, dann kommt der Unmut
und DER! führt zu nichts.

Wenn du immer wieder erlebst,
dass deine Art dich ins Chaos führt.
Wenn du immer wieder lernen musst,
dass deine voreilige Meinung dich in Schwierigkeiten bringt. 
Dann wirst du früher oder später den Glauben bekommen,
dass dieser Drang, zu tun,
was gerade anliegt, gefährlich ist!
Ja, du wirst ihn sogar fürchten lernen und aufhören,
zu tun, was die Not wenden würde.

Du wirst unmutig und zwar dir selbst gegenüber!
Du wirst versuchen, ganz sanft zu werden, ganz vorsichtig zu sein,
dein Herz nicht mehr feurig werden lassen,
nur noch sanft glimmend.

Asche glimmt, ein Feuer brennt!
Und wer ein Feuer wie dieses in sich hat,
der muss einfach brennen,
ganz egal, was Andere darüber sagen.
Aber sein Feuer zu verlieren, das ist kränkend.

Schauen wir uns doch den Simon,
der später ein Petrus wurde, genau an!
Was wollte der?
Was war los mit dem?
Der hatte, als er Jesus kennen lernte, eine absolute Gewissheit!
Der zögerte nicht!
Der stellte nicht tausend Fragen nach dem Wenn und Aber!

Der hatte Feuer gefangen:
Dieser da, dieser Mensch, dieser Zimmermann von Gott weiß woher,
der war der Messias, der Erlöser Israels!
Nein, mehr noch: der Erlöser der ganzen Welt!
Das wusste der Simon einfach!
Der wusste das, weil er es fühlte, weil sein Herz brannte.

Der liebte nämlich die Menschen und er litt mit ihnen,
zuerst mit seinen Landleuten.
Aber im Grunde mit Allen, die leiden mussten unter der Angst,
die alle Menschen teilten:
Unter der Angst vor dem Leben,
unter der Angst vor dem Tod,
unter der Angst vor Gott.

Weil er das tat, da war ihm die Begegnung mit Jesus
die Antwort auf alle Fragen, die er vorher hatte,
die seinen Unmut geweckt hatten,
weil es anscheinend überhaupt keine Lösung gab.
Der Jesus da,
der war seine Antwort auf seinen Hunger nach Liebe,
nach Gerechtigkeit, nach Wahrheit.

Und deshalb wollte er von da an nur noch Eines:
Dass alle WELT diesen Jesus mit seinen Augen sehen konnte.
So schnell wie möglich sollte es endlich, endlich klar sein,
wer das ist!

Ja, ja, so ungeduldig war der,
das könnt ihr nachlesen!
Der dachte gar nicht daran,
dass es dem Jesus schwierig gehen könnte,
dass es schlecht ausgehen könnte.
Nicht einmal, als der schon gefangen genommen werden sollte
im Garten Gethsemane.
Da war ihm das einfach zu dumm,
dieses Gerede hin und her.
Da setzte er auf Kampf
und hieb dem Soldaten der Römer ein Ohr ab!

Na, von ihm aus konnte das Gemetzel ruhig losgehen,
er hatte nichts dagegen.
Der Kampf musste doch gewonnen werden,
das war doch ganz klar!

Ja und dann?
Ach, DIE Enttäuschung!
Nichts war’s mit Kampf gewinnen
und die Herrschaft Jesu beginnen lassen, aus war’s!

Sein Streich?
Voreilig, sehr voreilig!
Er hatte es nicht durchdacht! 
Das war gar nicht seine Art, Dinge zu durchdenken.
Seine Art war es, zu erkennen,
was Not tut und dann HANDELN!

Das Denken kam später, hier auch.
Ins Denken kam er erst,
als der Jesus in Ketten lag
und er Angst hatte, als Derjenige erkannt zu werden,
der sein Schwert gegen das Römische Reich erhoben hatte!

An diesem Tag!
wurde der Simon zum Petrus!
Und soll ich dir sagen, wieso?
Weil der dann nämlich NICHT resigniert hat!
Weil der dann nämlich keinesfalls
von seiner Wahrheit Abstand genommen hat,
sondern weil er von da an etwas über die
Verhältnismäßigkeit der Mittel gelernt hat!

Janette, auch du darfst jetzt nicht aufhören,
an das zu glauben, was dein Herz feurig macht.
Es reicht nicht, wenn da nur noch ein bisschen Asche glimmt!
Es muss und es darf brennen!

Aber es bedarf der Analyse des Verhältnisses
zwischen Einsatz, Mitteln und Ergebnis.

Wenn wir so viel, wie wir nur können,
an Kraft und Geduld einsetzen,
um an unserem Glauben,
unseren Zielen und Hoffnungen festzuhalten
und dann doch enttäuscht werden,
dann ist die Ursache eben nicht unbedingt,
dass es das falsche Ziel,
der falsche Glaube,
die falsche Hoffnung war!
Sondern dass wir uns keinerlei Gedanken darüber gemacht haben,
wie wir dieses Ziel angemessen erreichen können.

Darum, liebste Freundin, geht es mir! 
Es geht mir darum,
dass du bewusster den WEG zu deinen Zielen
analysierst und planst.
Wenn du den Aufwand richtig einzuschätzen lernst,
den du leisten musst, um dein Ziel zu erreichen,
dann kannst du Beides in Relation zueinander setzen
und dann beurteilen, ob sich die Mühe lohnen wird.

Falsch, ganz falsch ist es,
sich überhaupt nicht mehr begeistern zu lassen
oder überhaupt nicht mehr zornig werden zu wollen! 
Alles, was dabei herauskommt, ist Asche:
Die Asche eines verbrannten Herzens.
Dann hast du statt Mut nur noch Unmut
und obendrein auch noch Angst vor dem eigenen inneren Feuer.

Ja, ja, ja, das weiß ich, dass es nicht leicht war!
Von einem kleinen Mädchen
erwartet man etwas Anderes als Feuer.
Und ich weiß auch, dass es wichtig für dich war,
den ewigen emotionalen Schwankungen
nicht noch Antrieb zu geben dadurch,
dass du deinen Zorn lebtest oder deine Wünsche.

Nein, zu deinem flammenden Herzen hat nie jemand gesagt:
Großartig, dass du so heiß brennen kannst!
Darauf will ich meinen Fels bauen!
Das war ja so ganz und gar nicht lobenswert,
wie dein Ich war!

Aber jetzt spürst du:
Mit diesen Urteilen kommst du nicht mehr weiter!
Etwas stimmt nicht,
etwas will raus,
will gelebt werden,
will laut werden!

Wessen Herz brennt,
den schert das Urteil der Anderen nicht!
Der tut und fühlt, was er tun und fühlen muss:
impulsiv, geradlinig, wahrhaftig.
Das ist es, was bei dir raus will!

Ja, stimmt schon:
Das ist gefährlich!
Das geht schief, wenn du vergisst,
trotz des Eifers eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen.

Das ist es, genau das, was deine Seele lernen will! 
Die will gar nicht lernen,
lieb und fromm zu sein!
Wie das ist, das weiß sie längst!
Nein, die will lernen, ihre Kraft,
ihr Feuer einzusetzen zum Guten für dich
und erst recht für Andere.

Ja doch!
Du bist gekommen,
um Anderen zu helfen,
aber du brauchst dazu deine Kampffähigkeit zurück,
deine Begeisterungsfähigkeit!
So, wie du jetzt bist,
bist du wie der Petrus NACH dem Erlebnis in Gethsemane:
Du versteckst dich und leugnest deine Weisheit,
so gut es geht.
Das macht Asche im Herzen, das geht nicht!

Begeistert sein, ohne voreilig zu sein:
Das ist die Kunst, die es zu lernen gilt! 
Es kann und darf nicht heißen: heiß ODER kalt.
Das ist keine gute Alternative!
Es muss heißen: heiß oder warm!
Dein Feuer soll nicht verbrennen, sondern wärmen:
Dich und Andere.

Wenn ein Feuer zu heiß ist, dann zerstört es, das ist wahr!
Deshalb bekommt es einen Rahmen.
Man mauert festes Gestein darum,
damit es nicht ausufert.
Und man dosiert die Zugabe weitere Holzscheite,
damit es sich nicht zu schnell verbraucht.
Ein Feuer auf der richtigen Temperatur zu halten,
ist eine Frage der Übung.

Darum geht es jetzt:
Lass dein Feuer endlich wieder entflammen!
Schür es, bis aus der glimmenden Asche wieder Flammen werden.
Und dann sorge dafür,
dass es im angemessenen Rahmen bleibt!
In dem du immer wieder überprüfst,
ob Ziel und der Aufwand, der zum Ziel führt,
im rechten Verhältnis stehen.
Und dann, wenn es droht, herab zu brennen,
dann lege etwas Holz nach.

Freue dich endlich an deiner Fähigkeit: 
Ein Feuer zu haben, das brennt!
Freue dich und fürchte dich nicht länger davor!

Du bist nun nicht mehr Tochter deiner Eltern,
sondern du bist eine starke Frau!
Selbstbewusst heißt in deinem Fall:
Sich der eigenen, wärmenden Energie bewusst werden
und der NOT-WENDIGKEIT,
dass es in diesem Leben unbedingt Menschen wie dich geben muss, die aus ihrem inneren Feuer heraus Wärme spenden können.

Dazu bin ich gekommen,
dich zu ermuntern.

U: Danke, Simon.
Ich würde jetzt sehr gerne die Fragen von Claudia stellen.

S: Tu das nur!

U: Claudia fragt, warum du ihr Guide bist?

Simon lacht: Weil ich sie liebe!
Aber hier muss ich Liebe erklären:
Liebe, wie sie hier ist, fordert nicht,
aber sie bewundert auch nicht,
sie ist einfach da!
So wie das Wasser des Meeres einfach da ist
ohne Warum und ohne Wohin.

Ihr fragt immer nach dem “Warum”:
Warum liebt der gerade mich?
Was steckt dahinter?
Nun, das will ich euch sagen:
Wenn es schön und angenehm ist,
von diesem Einen geliebt zu werden,
dann will ich mir dessen Liebe erhalten.
Und um sie erhalten zu können, muss ich wissen,
was der an mir schätzt,
damit ich das noch intensivieren kann.
(Lächelt.)

Das ist also ein Manipulationsversuch!
Und warum versucht ihr, zu manipulieren?
Weil ihr Angst habt!
Angst, das zu verlieren, was euch so gut tut.
Es kann unerträglich sein,
sich klar zu machen,
dass man grundlos geliebt wird! 
Aber es gibt auch nichts Befreienderes als das!

Ich liebe dich grundlos,
ich liebe dich, weil du es bist, nur deshalb.
Du kannst nichts tun, um diese Liebe größer zu machen
und du kannst nichts tun, um sie kleiner zu machen (lächelt).

Hältst du das aus?
Hältst du mich aus?

Über meine Liebe zu dir entscheide nur ich.
Über deine Liebe zu mir entscheidest nur du.

U: Claudia fragt, welche Aufgabe sie in diesem Leben hat?

S: Ihr Feuer wieder zu finden!
Es zu achten, es zu pflegen und es auf gar keinen Fall
mehr von Anderen Klein machen zu lassen!
Und schon gar nicht sich davor selbst zu fürchten!

Es geht darum, ein wärmendes Feuer zu werden!
Es geht darum, vom Simon zum Petrus zu werden.

Es geht darum, die Kräfte und Energien,
die wild sind, zu zügeln, um sie nutzen zu können.
Aber es geht NICHT darum, sie zu ersticken!

U: Sie fragt, wie sie ihren Kindern Patrick und Simone
eine bessere Mutter sein kann.

S: Ich kann nur wenig dazu sagen,
weil es Sache der Kinderseelen ist.
Aber ich will es ihr aus meiner Perspektive sagen:
Patrick muss immer und jederzeit
ganz unverwechselbar klar sein,
dass er dein SOHN ist,
niemals aber der männliche Vertraute!
So wie du selbst das Männliche an sich betrachtest,
so betrachtet er seine Männlichkeit!
Die Männer, die du zu euch nimmst,
repräsentieren für ihn die Art von Mann,
die er überbieten muss!

Ähnlich wie in der Odyssee der Telemachos
die Freier der Mutter zu vertreiben suchte,
weil er darunter litt, zu sehen, wie sie die Mutter quälten
und er sich fast zu Tode grämte
wegen der eigenen Ohnmacht.
So lebt euch dein Sohn in der Situation,
die am Männlichen leidende Mutter nicht befreien zu können
und gleichzeitig das Männliche ablehnen zu müssen,
da es mit Qual gleichgesetzt wird,
mit Ohnmacht und Unzuverlässigkeit.
Und dennoch SELBST Männlich zu sein!

Es ist gerade jetzt sehr, sehr wichtig,
dass du dem Männlichen an sich alle Ehre gibst!
Dass du differenzierst zwischen guter, erwachsener Männlichkeit
und kindischer, egoistischer Männlichkeit.
Es ist sehr bedeutsam für ihn,
dass du die guten männlichen Eigenarten in ihm ehrst,
lobst und förderst.
Zeige deine Begeisterung und überwinde die Angst.

Und vergiss niemals:
Er ist nur Sohn!
Er ist weder der Statthalter des nächsten Königs
an deiner Seite noch der Feldmarschall,
der die feindlichen Truppen in Schach zu halten hat!

Du bist und bleibst für seine Seele die große Mutter,
Quell des Trostes,
der Wärme
und der nachsichtigen Weisheit.
Was er braucht,
ist nicht deine Angst und Verzagtheit,
sondern deinen Mut und deine Bereitschaft,
das Leben selbst in Ordnung zu bringen.
Ja, sei ihm die starke Löwenmutter!

Bring ihn nicht in Versuchung,
Derjenige zu sein,
von dessen Kraft und Verhalten es abhängt,
wie es dir geht.

U: Und was ist mit der Tochter Simone?

S: Du bist Sie,
Sie ist Du!
Vergiss das niemals!
Das, was du sagst und fühlst
über den Sinn des Daseins als Frau, als Mutter,
das ist ihr Gesetz! 
Sie mag dagegen Anzeichen der Rebellion zeigen,
aber es ist und bleibt das Gesetz.
Es ist nicht zu spät, ihr zu zeigen,
dass es wunderbar ist,
eine Frau und Mutter zu sein.
Dass man Frei, Souverän
und! Weiblich sein kann!
Dass es eine weibliche Form der Macht gibt,
mit der man verantwortungsbewusst umgehen kann
zum eigenen Wohl und zum Wohl Anderer.

Alle Kinder dieser Welt
tragen in sich Vater und Mutter!
Es kommt darauf an,
dass weder der Vater noch die Mutter
in den Schatten gedrängt werden.

Es ist sehr, sehr gut,
wenn Vater und Mutter Schwächen zugeben,
um zu zeigen:
Siehe, ich bin ein Mensch!
Aber es ist auch sehr, sehr wichtig,
das Helle und Strahlende, das in Beiden liegt, zu ehren.

Wenn beide Kinder sich nicht
vor ihren Schattenseiten fürchten müssen,
sondern sie ansehen können als das, was sie sind:
Die Aufgabe, sich zu vervollkommnen.
Dann tragen sie nicht länger den Auftrag in sich,
die Schatten der Eltern ans Licht zu bringen,
um zu BEWEISEN: 
dass sie dennoch aller Ehre wert sind.
Dass sie dennoch der Liebe und Anerkennung wert sind.

Verdrängte elterliche Wesenszüge
haben eine zersetzende Wirkung in der Seele des Kindes!
Nicht verdrängen, sondern benennen
und nach Möglichkeiten der positiven Wandlung suchen.

U: Wie meinst du das?
Kannst du mir ein Beispiel nennen?

S: Nehmen wir an, einer der Elternteile wäre auffällig geprägt
vom Zug der Gier nach Geld,
das wäre negativ!
Gewandelt wäre es die Gabe,
konstruktiv materielle Ressourcen zu schaffen,
von denen alle ihm Anvertrauten profitieren.

Nehmen wir an, ein Elternteil wäre geprägt
von der Lust nach oberflächlicher Unterhaltung!
Positiv verwandelt wäre es die Fähigkeit,
sich in die Gesellschaft, in der man sich befindet,
erheiternd und harmonisierend einzubringen.

Jede „negative“ Eigenschaft ist eine egozentrierte,
die zur positiven Eigenschaft verwandelt werden kann,
in dem sie einen Du-Bezug bekommt.
Niemals aber darf etwas unterdrückt,
verdrängt oder verschwiegen werden.

U: Danke, Simon.
Claudia fragt:
Wieso lasse ich immer wieder Männer in mein Leben ein,
welche Macht über mich gewinnen,
mich dann würdelos behandeln und emotional verletzen?

S: Weil es eine deiner karmischen Lasten betrifft.
Sie sind, was du meinst, zu sein,
sofern du dich nicht selbst unterdrückst.
Du bist es, die Macht hat!

Und du weißt um die Möglichkeit,
diese Macht so zu missbrauchen,
dass der, der dich liebt, daran zugrunde geht.
Und nichts, GAR NICHTS fürchtest du so sehr wie deine Macht!
Aber worauf basiert das?
Bist du der Ansicht:
Das sei die Wahrheit über dich?
Du bist, wenn du nicht selbst in Ketten liegst,
eine, deren Liebe vernichtend ist?

Das ist nicht die Wahrheit!
Es ist die Wahrheit, die DU,
die deine Seele glaubt!
Aber es ist der falsche Weg, aus der Macht,
die du hattest,
OHNMACHT werden zu lassen!
Der richtige Weg ist,
sich der eigenen Macht freudig! zu stellen
in dem sicheren Wissen,
sie nie wieder zu missbrauchen!

Woher willst du dieses Wissen nehmen,
wenn du immer nur die verdrehte Rolle spielst?
Wenn immer noch das gleiche Stück gespielt wird?
Nur, dass du jetzt die Leidende bist,
statt diejenige, die Leiden ließ?
Das sind Zwänge und Blockierungen,
die du überwinden musst!

Liebe bedeutet NICHT leiden!
Liebe bedeutet weder, gefressen zu werden,
noch sich fressen zu lassen.

Dazu kommt, dass du im ewigen Pendel-Bedürfnis bist
zwischen der Sehnsucht nach Verschmelzung
und der Sehnsucht nach Unabhängigkeit.
Und so suchst du dir jene Männer, die gewährleisten,
dass du niemals mit ihnen verschmelzen kannst,
es aber anhaltend hoffen darfst.

Was nötig ist, ist einer,
der dieses “sowohl als auch” MIT dir lebt,
ohne in Panik zu geraten!
Der versteht, dass du mal ganz nah bist und mal ganz fern,
dass darin deine Form von „kontinuierlich Lieben“ liegt.

Aber ehe du an dieses Thema kommst,
das dem Anderen zugrunde liegt,
musst du bereit sein, die „wilde, starke, mächtige Frau“ zu sein,
musst du bereit sein, deine Macht zu erkennen,
anzunehmen und sodann sorgsam damit umzugehen!
Dies ist eines deiner Feuer!

Deine Angst, verletzt zu werden,
ist weitaus geringer als deine Angst, zu verletzen!
Du hältst es für zwangsläufig,
dass du vernichtest,
sobald du mächtig bist in einer Zweierbeziehung.
Und genau das ist der Irrtum!

Du versuchst, die Eva zu spielen,
du versuchst, die Lilith zu verstecken!
Aber du bist die Lilith!
Und du wirst solange abgewiesen,
bist du die Macht der Lilith ergreifst.

(Anmerkung: Hier bitte selbst Informationen
über die Legende der Lilith im Judentum einziehen,
das sprengt hier den Rahmen.)

U: Ich denke, zu ihrer letzten Frage,
wie sie ihr Leben besser führen kann,
bist du schon zu Anfang intensiv eingegangen.
Aber was ist mit ihren Ängsten?

S: Es gibt nur eine Angst:
die Angst vor dem eigenen Feuer!
Sie ist nicht ohnmächtig,
aber die Kultivierung der Angst davor,
ohnmächtig zu sein, tarnt die viel schlimmere Angst:

Die Angst, MACHT zu haben,
die so stark ist, dass sie vernichtet.

Es ist ein Mangel an Vertrauen zu der eigenen Fähigkeit,
sich selbst zu kontrollieren!
Und es gibt zwei Wege daraus:
Der Eine ist der,
sich selbst in absolut ohnmächtige Verhältnisse zu bringen,
sich quasi im Gefängnis zu halten.

Der Andere ist der, Schritt für Schritt zu ERLEBEN,
wie sich die Fähigkeit,
verantwortungsbewusst das eigene Feuer einzusetzen,
weiterentwickelt.

U. Hast du ihr sonst noch etwas zu sagen?

S: Das, denke ich, soll fürs Erste genug sein,
es ist erschreckend genug (lacht).

Simon oder Petrus?
Das ist die Frage? 
Feuer oder Fels?

Nein, nein, das Feuer UND der Fels!

Willst du ihr das hier von mir geben?
(Er reicht mir einen Feueropal,
der in einer Goldkette eingefasst ist.)

Das ist das Feuer des Lebens,
es wäre so kalt auf der Welt,
würde es nicht brennen.

Sag ihr, ich bin bei ihr, gerade dann, wenn sie friert.
Und sag ihr, ich wünsche mir so sehr,
dass sie ihr Feuer so lieben kann,
wie ich es tue.

U: Das werde ich gerne tun,
ich danke dir, Simon, lebe wohl!

S: Wie wäre es mit „auf Wiedersehen“?