Verantwortung

Elia – Deine Schmerzen des Körpers hängen mit den Schmerzen deiner Seele zusammen.

Deine Schmerzen des Körpers
hängen mit den Schmerzen deiner Seele zusammen.

Je besser es deiner Seele geht,
umso besser geht es deinem Körper.

Freude empfinden ist die Medizin, die du brauchst! 
Und du wirst durch deinen Körper aufgefordert,
das zu lernen!

Denn wie sich Freude anfühlt,
das weiß deine Seele kaum noch.

Elia

Teil 2

Zu Gast sind Simone und Sarah.

Elia: Hast du noch eine Frage?

S: Ja. Warum habe ich so oft Albträume?

E: Weil du eine sehr lebendige Seele hast.
Du hast in dir viele Nöte, die du aber unterdrückst.
Und im Schlaf versucht deine Seele, diese Probleme zu lösen.
Deshalb träumst du.
Ja?

Sie sollten nie ganz weggehen.
Ich möchte dir aber noch sagen,
dass diese Träume für dich wirkliche Lösungen beinhalten!
Du hast sehr, sehr früh aufhören müssen,
deinem – man sagt in eurer Zeit – Bauchgefühl zu vertrauen.
Und das holt die Seele in Träumen nach.
Ja?

S: Ja.

E: Deshalb schimpf dich nicht, dass du soviel träumst.
Und sei auch nicht ängstlich, sondern freu dich.
Das zeigt, wie lebendig deine Seele noch ist.
Die ist sehr lebendig!
Ja?

S: Ja.

E: Gut. Gibt es noch eine Frage?

S: Ja. Meine körperlichen Schmerzen sind oft unerträglich.
Gibt es eine Möglichkeit, sie zu lindern?

E: Deine Schmerzen hängen mit den Schmerzen deiner Seele zusammen. Das ist dir schon aufgefallen.

Je schlechter es dir seelisch geht,
umso stärker sind die Schmerzen.

Und manchmal weißt du gar nicht genau,
ob es dir seelisch so schlecht geht,
weil die Schmerzen so groß sind, nicht wahr?

S: Ja.

E: Es hängt tatsächlich beides zusammen.
Deinen Körper kannst du leider nicht ändern.
Das ist eine erbliche Last, die du trägst.

Was du aber verändern kannst, das ist die Wichtigkeit,
wie es dir psychisch geht.
Du nimmst es nicht ernst, wenn es dir nicht gut geht.

Du nimmst es auch nicht ernst, wenn es im Leben für dich nicht reicht: nicht genug Nähe, nicht genug Zärtlichkeit, nicht genug Vertrauen,
nicht genug Geborgenheit.
Das stehst du eben durch.

Aber wenn du weniger Schmerzen haben möchtest,
da wirst du nicht umhin kommen,
für ein besseres, gesünderes seelisches Leben zu sorgen.
Das heißt:
Liebe Simone, du musst dich darum kümmern, was du brauchst.

Du hast dich ein Leben lang darum gekümmert,
was Andere brauchen.

Und für dich hast du dich nur darum gekümmert, was du fürchtest!

Was du fürchtest, das kannst du genau benennen.
Aber was deine Seele braucht, um glücklich zu sein, das fällt so schwer.

Je besser es deiner Seele geht, um so besser geht es deinem Körper.
Natürlich könnte ich dir sagen:
Achte auf dein Gewicht, bewege dich mehr,
vielleicht schwimmst du sogar öfter mal, ernähre dich besser.


Ich könnte dir vorschlagen:
Versuch, jede Form von künstlicher Ernährung aus deiner Ernährung herauszulassen.
Damit meine ich Dinge wie Geschmacksverstärker
oder künstlich hergestellte Nahrungsmittel
oder überzüchtete Nahrungsmittel wie Weizen, weil:
Das würde schon lindern.

Aber es wäre in dem Moment mit der Linderung vorbei,
indem du wieder in deine ohnmächtige Traurigkeit kommst.

Du kennst diese Traurigkeit, die hat nicht einmal mehr Worte.
Da kannst du nicht einmal mehr denken, was mit dir los ist.
Sondern du spürst dich nur als ohnmächtig, klein, hässlich und leer.
Ist das so?

S: ja.

E: Ja.
Und dann werden auch die Schmerzen groß, und dann bist du doppelt geplagt.
Es ist wichtig, wichtig, wichtig, dass du dich jetzt auf den Weg machst, lebendiger zu werden.

Dein Leben zu leben!
Simone, was denkst du, wie viele Jahre von den fünfzig Lebensjahren,
die du hast, hast du schon dein Leben gelebt?

S: Keins.

E: Ein bisschen mehr, aber fast keins.
Und das zu lernen, das ist genauso schwierig,
wie ein Mensch lernen muss, ein Mensch zu sein.
Er kommt als Baby auf die Welt, ja?


Und in diesem Sinn bist du jetzt ein Baby.
Ein Baby, das alles erst lernen muss, das erst einmal lernen muss:
Was gefällt mir gut und was gar nicht?

Was tut mir gut und was gar nicht?
Was liebe ich?
Welche Farben, welcher Geschmack?
Wie finde ich mich?
Bin ich hübsch? Kann ich hübscher werden?
Was würde ich gerne am Wochenende erleben?
Welche Musik würde ich gerne hören?
Welchen Duft habe ich gerne in der Wohnung?
Ja?


Alles Fragen, die du noch nicht wirklich beantworten kannst.

Du hast dich viele, viele Jahrzehnte
um die Bedürfnisse anderer Menschen gekümmert.

Und jetzt ist es höchste Zeit,
dass du dich um deine Bedürfnisse kümmerst:
Was macht mir Freude?
Was tut mir gut?
Was habe ich lieb?

Und dabei spreche ich gar nicht von Dingen, die viel kosten,
sondern ich spreche einfach vom Ausprobieren.
Du hast nicht viel ausprobiert!

Wenn ein Mensch zwischen zwanzig und dreißig Jahre seines Lebens ist, dann ist es seine Aufgabe, sich auszuprobieren.
Da hast du nicht viel Zeit gehabt, dich auszuprobieren.
Aber jetzt bist du frei.
Ja?

S: Ja.

E: Traust du dich, das zu tun?
Es lohnt sich.

Dass die Schmerzen dir ganz im Leben erspart bleiben,
kann ich dir leider nicht sagen, so ist es nicht.

Und es ist wichtig für dich, dass du weißt:
Du bist nicht schuld daran.
Ja?

Es ist nicht deine Schuld.
Sondern du trägst diese Erkrankung, weil es so in deinen Genen liegt!
Und es gibt zurzeit keine Medizin dagegen.

Aber es gibt Möglichkeiten,
es schlimmer oder es besser sein zu lassen.

Und die gilt es, auch zu ergreifen mit ganzem Herzen.
Einverstanden?

S: Ja.

E: Deshalb denke es dir einmal so:
Wenn du nächsten Mittwoch vor einem großen Eisbecher mit Sahne sitzt, dann darfst du dir sagen, wenn du dich über den freust,
ohne an dein Gewicht zu denken
und ohne dir ein schlechtes Gewissen zu machen:
„Ist das schön, einen solchen Eisbecher zu essen!“

Dass du etwas für deinen Körper tust.
Hast du das verstanden?

S: Ja.

E: Freude empfinden ist die Medizin, die du brauchst!
Und du wirst durch deinen Körper aufgefordert, das zu lernen.
Denn wie sich Freude anfühlt, das weiß deine Seele kaum noch.
Ja?

S: Ja.

E: Gut. Gibt es noch eine Frage?

S: Nein. Ja!
Was ist mein Stärketier?

E: Dein Krafttier?

S: Ja.

E: Was vermutest du?

S: Kaninchen.

E: Da muss ich dich enttäuschen.
Ich muss dich furchtbar enttäuschen.
Es ist der Löwe.

Einen Löwen, den man in einen zu engen Käfig tut
und den man in diesem Käfig auch noch verletzt,
der verliert seine Würde, sein Stolz und bei schlechter Ernährung
auch noch seine Zähne.

Lass deinen Löwen aus dem Käfig.
Brüll mal wieder, Löwe.

Ich wünsche noch eine schöne Zeit.

S: Danke.