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Elia – Kinder als Opfer und als Täter.

Thema Kinder:
Kinder als Opfer und als Täter.
Elia

Elia: Guten Morgen, Hans-Jürgen.

Hajo: Guten Morgen, Elia.

Ich weiß, ihr habt Fragen.
Ich denke, wir sollten es sofort tun und behandeln.

Ja, es geht um das Thema des Kindes Ludwig.
Frage vorab: Du hattest ja das letzte Mal,
als wir über das Kind Hans gesprochen haben, gesagt:
Es gibt überall einen Hans.
Was meintest du genau damit?

In Ludwigs Inkarnationsplan ist zur Zeit 
die Rolle eines Opfers des Schicksals zu sein, sehr zentral.
Dies geschieht allerdings nicht allein daher,
dass sich dieses Teilselbst sich diese Rolle gewählt hat.
Im Gegenteil: Er hat sich die Rolle der Überwindung
dieser schicksalhaften, negativen Verläufe gewählt.
Und das ist eine sehr schwere Aufgabe.

Bei der Bewältigung hätte er den Vorteil,
dass er damit eine sehr große Tiefe erreicht
und ein sehr großes Verständnis für das Leben
und den Lebenssinn schlechthin,
was auch anderen Menschen sehr zugute kommen würde.

Wenn es ihm allerdings nicht gelingt,
diese Dinge auszuwerten und der Opferrolle zu entrinnen,
in dem er selber seine Kräfte sammelt und einsetzt,
dann müsste die Inkarnation erneut beginnen.
Aber die Aufgabe bleibt!

Du siehst, dass hier ein Leben gelebt wird,
dass in seinem Anfang schwierig ist!
Das Kind H. ist nur einer der Täter.

Die Opferrolle ist etwas, was Täter anzieht!
Es ist die eigene Auffassung des Kindes Ludwig von sich selber:
Opfer zu sein.

Sein Grundempfinden ist das der Hilflosigkeit!
Und ihr könnt erkennen
– wenn ihr alle seine Verhaltensweisen
nach diesem Aspekt untersucht –
dass hinter allem das Bewusstsein der Hilflosigkeit liegt
und das Bestreben, diese Hilflosigkeit zu bemänteln.

Er hat keinerlei Erkenntnis in seine tatsächlichen Stärken!
Wenn er so tut, als wäre er ein erwachsenes Kind,
bemäntelt er seine Hilflosigkeit!
Wenn er so tut, als hätte er alles Wissen der Welt,
bemäntelt er seine Hilflosigkeit!

So kann er das durchziehen.
Diese Grundintention der Hilflosigkeit, des Ausgeliefert seins
ist etwas, was sich in seiner Aura widerspiegelt
und was potentielle Täter anzieht!

Und das meine ich damit: Dass es überall einen Täter Hans gäbe.
Solange an dem tiefen Gefühl des Ausgeliefert seins,
der Hilflosigkeit nichts verändert wird,
wird es weitere „Hans“ geben.

Wie kann man da was verändern?

Es ist sehr schwierig, denn es läuft ja nur,
wenn diese Problematik bewusst gemacht wird.

Zum Einen möchte ich euch bitten,
dass ihr hinsichtlich dieser Aussagen von mir Inge kontaktiert.
Zum Anderen möchte ich euch bitten,
dass ihr mit Ludwig unablässig im Gespräch bleibt.

Und zwar nicht in der Weise, dass ihr ihn korrigiert.
Sondern in der Weise, dass ihr ihm sehr gut zuhört
und später das Gesagte analysiert.
Ludwig spricht in Bildern und in Gleichnissen mit euch!
Er spricht nicht direkt.
Das wäre ein Ziel, was es zu erreichen gibt.

Einstweilen ist es viel wichtiger, dass ihr seine Gleichnisse versteht.
Zum Anderen möchte ich euch sehr empfehlen,
dass ihr euch mit seiner Herkunfts-Familie auseinandersetzt.

Was heißt das?

Uta hat zur Zeit damit begonnen,
sich mit dem Thema der Familienaufstellung zu beschäftigen.

Ihr habt von mir schon öfters Hinweise
zu dieser Thematik bekommen.
Und ich würde euch vorschlagen, dass ihr euch bemüht,
eine solche Familienaufstellung nach Hellinger
für das Kind Ludwig zu machen,
um mehr Klarheit über Zusammenhänge zu bekommen.

Es gibt Missbrauch, Hans-Jürgen,
als eine lange Kette von Generation zu Generation!

Sowohl in der Familie mütterlicherseits
als auch in der Familie väterlicherseits.

Und Ludwig kompensiert dieses auf seine Weise.
Du wirst diese Zusammenhänge besser verstehen,
wenn du dich mit der Problematik beschäftigst.
Ich möchte jetzt Uta nicht unnötig lange belasten.
Und ich denke, du hast jetzt noch eine weitere Frage für mich?

Es scheint sich ja auch auf den Organismus auszuwirken.
Wenn Ludwig den Hans jetzt sieht,
kotet er sich früher oder später ein.
Und wenn er ihn nicht sieht, kotet er sich nicht ein.
Was steckt dahinter?

Tja, da gibt es doch diesen Satz bei euch:
Das ist aber gründlich in die Hose gegangen oder
der hat aber Schiss.

Das ist einfach ein Signal für seine Angst und es ist ein Schutz.
Er schützt seinen Analbereich dadurch, dass er ihn eklig macht.
Das erklärt auch die Schmiererei.

Ach so! Dass heißt dann aber, dass es besser ist,
wenn sich die Beiden auch nicht im Schulbereich treffen?

Ich sehe das so, ja.
Also:
Wenn sich nichts Grundlegendes an Ludwigs Einstellung ändert,
müssen andere Wege gegangen werden.

Aber wie gesagt: Ihr müsst bedenken,
dass es das Entscheidende ist,
dass er aus seiner Opferrolle
– aus der Gewissheit, völlig hilflos zu sein –
herausfindet.
Und dabei könnte euch auch die Familienaufstellung sehr helfen,
denn Ludwig trägt an einer Schuld aus alter Generation!

Der Falsche trägt die Schuld!
Es gehört jemand Anderem! 
Und ihr könntet in dieser Behandlungsmethode
Familienaufstellung von Hellinger
Ludwig die Schuld von den Schultern nehmen.
Also versucht bitte, an dieser Einstellung eigener Hilflosigkeit
etwas zu bewirken.
Es ist wirklich nur seine Opferrolle!
Es ist nicht seine Last, sondern die Last eines Anderen.
Er hat sie auf sich genommen!
Und er hat sie auf sich genommen, um
– wie ich eingangs sagte – 
seine Grundintention, nämlich ein Überwinder zu sein, zu leben.
Hast du noch Fragen?

Nein, damit ist die Frage eigentlich beantwortet,
ob es Zusammenhänge mit den Ahnen-Familien gibt.
Andere Fragen möchte ich jetzt zurückstellen.

Ich denke auch, dass das Zeit hat.
Verschieben wir die auf die nächste Woche.

Ja, das machen wir dann, Ciao.