Elia – Wenn der Seele das Vertrauen verloren gegangen ist.

Wenn der Seele
das Vertrauen verloren gegangen ist.

Ich hoffe, es erschreckt dich nicht,
wenn ich dich so nenne:
„Tapferer Ritter“. 

Elia

Zu Gast ist Horst.
Elia: Guten Abend, liebe Freunde.

Hajo: Guten Abend, Elia.

E: Horst, der tapfere Ritter!
Horst, der alles Andere als ein Don Quijote ist.

Wir werden dir den Beweis erbringen, Horst.
Ich hoffe, es erschreckt dich nicht,
wenn ich dich so nenne:
„Tapferer Ritter“. 

Denn damit widerspreche ich jenen,
die urteilen durften über dich.
Damit widerspreche ich sogar dir
in deinem Urteil über dich!

Was veranlasst mich dazu?
Ganz einfach:
Die Liebe deines Schutzengels, der mich beauftragt,
dies dir zu sagen!

Und nun stell mir bitte deine erste Frage.

H: Was ist mein Lebenszweck und meine Bestimmung?

E: Dieses Leben ist in erster Linie da,
damit du etwas sehr Kostbares
auch als solches wieder erkennst,
was dir verloren ging vor langer Zeit:
VERTRAUEN.

“Vertrauen in dich” wäre zu kurz gefasst.
Obwohl es Teil des ganzen Vertrauens ist.
Auch Vertrauen ins Leben und
Vertrauen darin, Liebenswert zu sein.

Das ist ein Weg, den du gehst,
der gepflastert ist von Untiefen,
Stolpersteinen und Hindernissen.

Und an diesem Punkt deiner Entwicklung wirst du mir sagen:
Ah, geh mir weg mit dem Vertrauen.
Das habe ich genug geübt.

Vertrauen darin,
dass du groß genug bist
– nicht größer als Andere –
aber groß genug.
Groß genug,
gut genug,
stark genug,
menschlich genug,
liebenswert genug,
um eine Lebensberechtigung zu haben.

Wenn ich sage:
Es ist dir verloren gegangen!
Dann spreche ich von deiner Seele.
Dieses Vertrauen ist dir verloren gegangen.
Das kann geschehen.

Und keine Macht
– weder Jenseits noch Diesseits –
kann eine Seele von ihrer Meinung überzeugen!

Es sei denn, sie willigt ein,
ihre Wahrheit zu verändern und zu sagen:
Ich bin genug!
Auch mir!
Und es interessiert mich nicht,
ob ich genug bin für die Welt.
Ich bin genug für Gott und für mich!

Das ist ein kostbarer Schatz!
Und ohne den findet keine Seele Frieden! 
Sondern sie wird immer und immer
wieder den Weg suchen,
dieses Vertrauen sich zurück zu nehmen.

Das ist dein Lebenszweck!
Du meinst, es ist nicht genug?
Es dreht sich nur um dich?
Nein, weit gefehlt. 

Alle, die um dich sind,
sind um dich, um zu lernen:
von dir!

Sie sind da, um zu lernen:
Was geschieht, wenn sie Urteile fällen?
Und wenn sie erwarten,
dass der Andere das tut, was sie möchten? 
Das ist dir zu wenig?  

Ist es nicht erstaunlich,
dass es Gott genug ist,
wichtig genug,
alles zu tun, damit deine Seele
endlich wieder Vertrauen in sich findet?

Ich hoffe,
dass du diese meine Worte
noch lange in deinem Herzen bewegst.

Gott wollte, dass du geboren wirst!
Und er wollte, dass du lernst,
dir wieder zu vertrauen! 
Ihm zu vertrauen
und dem Leben zu vertrauen!

Aber warum ist es dann so schwer?
Weil es in deiner Seele wahr ist,
dass du überzeugt werden musst,
dass du erkennst,
wie stark dein großes
„Und trotzdem liebe ich das Leben“ ist.

Schreib es dir auf jede Wand.
Schreibe es in Rot und Grün und Gelb und Blau:
„Und trotzdem liebe ich das Leben!“

Lieber Horst,
das ist die wichtigste Botschaft deiner Seele an die Welt.

Und das ist eine Wahrheit,
die schon vielen Menschen geholfen hat viele Leben lang.

Und das ist dein Ritterschlag!

Deine nächste Frage bitte.

H: Warum habe ich Angst vor Menschen?

E: Du hast nicht Angst vor Menschen! 
Du vertraust dir nicht,
ihnen kräftig genug begegnen zu können.
Im Gegenteil!
Tief in deiner Seele liebst du Menschen.
Du verstehst sie nicht,
wenn sie hart sind und verbohrt.
Aber du liebst sie.

Nie würdest du sie quälen.
Und nie würdest du sie hintergehen.
Nie würdest du ihnen absichtlich Schaden zufügen.
Du liebst die Menschen.
Hab ich Recht?

H: Ja.

E: Diese Liebe ist sehr stark und sehr alt.
Die Angst, die du hast, gilt dir selbst.
Es ist die Angst davor,
nicht angemessen reagieren zu können!

Das ist kein Schicksal.
Das ist das Ergebnis von Erfahrung
und von einer einseitigen Betrachtungsweise,
die man dich gelehrt hat.

Nun wird es Zeit für dich,
diese Angst zu verwandeln in Umsichtigkeit!

Ich sage nicht, wirf diese Angst hinter dich.
Ich sage:
Verwandle sie in einen umsichtigen Umgang mit Menschen.
Und dann – da bin ich gewiss –
wirst du mit dir in Frieden sein können.

Ja?

H: Hm, hm.

E: Deine nächste Frage bitte.

H: Warum arbeite ich nicht für den Erfolg,
den ich mir so sehr wünsche?

E: Die Ursache für deine Erfolglosigkeit
in deinem Sinn liegt in einer schwerwiegenden Ahnenlast,
die du trägst.

Und es wird – so hoffe ich – 
Aufgabe dieser Tage sein, diese Last zu lösen. 
Ich werde dem nicht vorweg greifen, denn es ist wichtig,
dass du dir Schritt für Schritt die Wahrheit hier erarbeitest.
Ja?

H: Hm.

E: Aber Schicksal ist es nicht.
Ganz im Gegenteil! 
Erfolg im Sinne von Zufriedenheit:
Das ist ein erreichbares Ziel.

Erfolg im Sinne deines Vaters?
Ich glaube nicht, dass du dies willst.
Ich glaube nicht, dass du auch nur einen deiner Tage
mit seinen tauschen würdest.

Aber das wäre vorweg gegriffen.
Darum lass es dabei bewenden. 
Erfolg im Sinn von Frieden haben:
Das ist der größte Erfolg, den der Mensch erreichen kann.
Nicht wahr?

H: Ja.

E: Deine nächste Frage bitte.

H: Warum bin ich so suchtgefährdet?

E: Weil es so einfach wäre,
auf diese Weise alles zu verlieren.
Weil es so einfach wäre,
dich dann als Verlierer zu betrachten.
Das ist eine Ahnenlast!

Aber du bist Horst!
Und du bist eine Seele,
die alt und klug und voller Erfahrungen ist,
abgesehen vom Mangel an Vertrauen.

Die Sucht, die alles auflöst.
Die Sucht, die dann an allem Schuld wäre!
Eine Verführung.
Aber eine Verführung,
gegen die du schon so lange kämpfst.
Ja?

H: Hm.

E: Gut. Die nächste Frage.

H: Was kann ich tun, um meine Blutkrankheit zu überwinden?

E: Nein, Horst, leider nichts.
Sie gehört zu dir und sie gehört zu diesem Leben.
Es ist mir nicht möglich,
dir hier einen Trost zu geben.

Deine nächste Frage.

H: Bin ich bereit für ein erfolgreiches Leben?

E: Noch nicht.
In dieser Stunde geht es nicht.

Aber du bist bereit, daran zu arbeiten.
Und jeder Weg – und sei er noch so lang – beginnt womit?

H: Mit dem ersten Schritt.

E: Ja. Du magst mir entgegenhalten:
Du hast schon viele Schritte unternommen.

Ich halte dir entgegen:
Es könnte sein, dass du den Erfolg dort gesucht hast,
wo er nicht zu finden ist.

Erfolg hat nichts damit zu tun,
was Andere sagen.
Erfolg hat etwas damit zu tun, was du dir da so sagst!

Freilich, es gehören feste Voraussetzungen dazu:
Das ist eine gesicherte Existenz,
die Anerkennung seiner Mitmenschen.
Ja, habe ich Recht?

H: Hm.

E: So. 
Vor zweitausend Jahren,
da lebte der erfolgreichste Mensch der Welt.
Diesem Menschen,
dem gehörte das ganze Römische Reich.

Er hatte eine unvorstellbare Fülle von Besitz
und von Macht und von Anerkennung.
Viele strebten diesem Erfolg nach
über die Jahrhunderte bis heute.

Was sie nicht wussten:
Es war ein erbärmlicher Mensch!

Jeder Tag voller Angst, zu verlieren, was er hatte.
Jede Begegnung voller Misstrauen,
ob die Freundlichkeit ihm galt oder seiner Macht.
Kein Mensch kann einsamer sein!

Jede Nacht voller Gespenster eines schlechten Gewissens.
Und seine Macht hatte ihren Preis.
Und den ließ er mit dem Leben Anderer bezahlen.
Was für eine verlorene Existenz.

Zur gleichen Zeit lebte
der erfolgloseste Mensch seiner Geschichte. 

Unehelich geboren,
hatte er das Handwerk eines Schreiners erlernt,
aber sein vom Vater übernommenes Geschäft aufgelöst,
weil er einer religiösen Wahnidee folgte,
nämlich die:
Er sei der Sohn Gottes.

Und er bekam Anhänger.
Anfangs ließ es sich gut an.
Er soll Wunder bewirkt haben.
Er hat Heil-Arbeit gemacht
und Wasser zu Wein
und man jubelte ihm zu. 
Und man sagte sogar,
er sei der Messias.

Und am Höhepunkt seiner Karriere,
als das ganze Land anfing,
ihm zuzujubeln,
wurde er erbärmlich hingerichtet.

Ja.
Er war erfolglos, meinst du?

Nein, nicht wahr?
Wir wissen Beide:
Das war er nicht.

Er war der erfolgreichste Mensch aller Zeiten!

Weil er die Menschen im Herz bewegt!

Ich spreche nicht von den Kirchen,
die sich später auf ihn berufen haben.

Nein, ich spreche von den Menschen!

Er brachte etwas ins menschliche Bewusstsein hinein,
das bis dahin nie dort war:
Mitgefühl und eine tiefe Solidarität mit dem Nächsten.

Millionen und abermals Millionen von Seelen hat er bewegt. 
Das nenne ich eine Karriere!

Deine nächste Frage.

H: Warum kann ich mich selbst so schlecht beurteilen?

E: Ja!
Über diese Frage freue ich mich heute Abend am meisten.

Weil es dir bis jetzt verboten ist!

Und genau das hoffe ich
– und hofft auch dein Engel –
können wir gründlich verändern.
Denn dein Urteil ist gemeinhin klug und gut.
Üblicherweise hast du einen klaren Kopf
und einen sehr wachen Verstand.

Nur wenn es um dich geht,
dann schaust du durch eine Brille,
die nicht deine ist.

Und daran muss sich dringend etwas ändern.
Die Unschärfe muss weg!

Nein, ganz gewiss:
Es geht nicht darum,
mit einem Weichzeichner auf dich zu schauen,
aber mit klarem Blick.

Und vielleicht – ich hoffe –
am Ende mit einer Dankbarkeit dafür,
dass du bist, wer du bist.
Das wäre das Schönste, ja?

H: Hm. Ich habe noch eine letzte Frage.

E: Ja.

H: Bin ich musikalisch genug,
um noch Klarinette spielen zu lernen?

E: JA! BIST DU!
Das kannst du!
Und bitte: Das solltest du wieder tun.

Ganz gewiss muss es nicht das teuerste aller Modelle sein.
Ganz gewiss lässt sich etwas erhandeln in eurer Zeit.
Ich bin sicher.

Aber das, lieber Horst,
das war ein Traum,
den du viel zu früh begraben hast, ja?

H: Hm.

E: Gut. Horst, es ist wichtig,
es ist gut und richtig,
sich den einen oder anderen Traum zu erhalten.
Ganz egal, wie es einem wirtschaftlich geht.

H: Hm, hm.
Danke.

E: Und noch etwas:
Du warst nie unmusikalisch!

Freilich reicht´s nicht, um auf einer Bühne zu stehen
und 500 Menschen zu begeistern.
Aber darum geht es doch auch gar nicht.

Worum es geht, Horst,
ist deine Liebe zur Musik.
Sie gibt deiner Seele Kraft.
Sie führt sie zurück in das,
was ich eure Heimat nenne:
Zu uns!

Musik ist wie das Tor in den Himmel!

Und viele, die zu uns kommen,
die erleben zuerst unsere Musik
und dass sie ihre Seele weit macht und ruhig und stark
nach all dem Mühsal, die sie hinter sich hat.

Ja:
Diese Erde, die Welt und die Menschen: 
Sie sind dir ein erschreckendes Rätsel.

Aber in dieser Welt gibt es auch
so wundervolle Dinge wie Musik!

So einfache Schönheit
wie ein paar Schwäne auf einem Teich
und der Duft einer Rose.
Du missachtest zu sehr, dass du die Fähigkeit hast,
dies alles noch zu schauen.

Es sind die Schätze deiner Seele!

Ich wünsche dir einen klaren Blick auf dich!
Denn das, was du dort findest, ist gut genug.

Nicht größer, besser, schöner, als Menschen gemeinhin sind,
sondern gut genug, damit Gott wollte,
dass du das Leben liebst.

Gott schütze dich.

H: Danke, Elia.