Seele

Elia – Weiblich sein und das Gesetz der Ahnen: Teil 1

Weiblich sein 
und das Gesetz der Ahnen

Die Entscheidung zwischen Hexe
oder Madonna!

Wie kann eine Frau sich je
zwischen diesen beiden Dingen entscheiden?
Und sie muss es doch.

Weiblich sein hat mit der größten aller Mächte zu tun:
Der Macht über Leben und Tod,
über Geborgenheit und
Ausgestoßen sein.

Und ihr seid mächtig,
ihr seid die Göttinnen eurer Kinder.

Elia zur Weiblichkeit

Zu Gast sind Sybille und Claudia.

Elia:
Ich freue mich,
dass ihr an einem so schönen Tag zu mir gefunden habt.

Einen Schritt ins neue Leben tun! 
Mitten im Leben ein Neues beginnen.
Ist das nicht ein Geschenk?

Das ist etwas,
was ihr zur Zeit in eurer Welt auch beobachten könnt.
Ein neues Leben beginnt mit dem Sommer:
Alles wird neu.
Auf dem Alten entsteht das Neue.

Wir wollen das Alte ehren!
Denn es ist die Nahrung des Neuen auch für euch.
Ihr könnt nicht Neu werden,
ohne das Alte zu ehren!

Wer das Alte gering geachtet,
der nimmt seine Enttäuschung,
seine Angst und seinen Groll mit in das,
was Neu werden soll.
Und das ist unmöglich!

Darum, ihr Lieben, möchten wir,
dass ihr an diesem Wochenende lernt,
das Neue Willkommen zu heißen,
indem ihr das Alte
als sicheren Boden unter euren Füßen empfinden könnt.

Elia: Sybille, du denkst, du stehst vor einer Mauer!
Aber das glaubst du nur! 
Du stehst schon längst einen Schritt hinter der Mauer!
Nur du magst deinem Ziel keinen Namen geben. 
Soll ich es tun?

Sybille: Bitte.

Elia: Lebensfreude!

Sybille: Ja.

Elia. Lebensfreude, so einfach, ja!
Aber das ist verboten. 
Lebensfreude ist verboten!
Wo kommen wir denn da hin? 
Pflicht, das ist erlaubt!
Lasten tragen, das ist erlaubt. 
Tapfer sein, das ist erlaubt.

Lebensfreude?
Das könnte gefährlich werden.

Sybille. Für wen?

Elia. Gute Frage:
f
ür eure Vorfahren.

Sybille: Aber was haben die davon?

Elia: Sie haben nichts mehr davon. 
Aber sie haben euch ihre Sicht der Dinge
als Gesetz in eure Seele geschrieben.

Nun ist es so mit den Gesetzen: 
Zu meiner Zeit gab es Gesetze,
über die jemand aus eurer Kultur
heute gar herzlich lachen würde.
Niemand käme mehr auf die Idee,
sich an derartige Gesetze zu halten.

So war es beispielsweise einem Handwerksgesellen verboten,
zu heiraten!
Es sei denn, dass sein Meister ihm die Genehmigung dafür gibt.
Niemand würde dies heute noch tun.

Aber ihr folgt den Gesetzen der Alten,
ohne sie auch nur zu kennen.
Das ist das Problem.

Sybille: Und wie kann ich sie kennen lernen?

Elia: Du weißt sie im Grunde schon.
Du kennst die Gebote der Tapferkeit,
die Gebote des Aushaltens.
Du kennst die Verbindung,
die geknüpft wird,
dass Lebensfreude Leichtsinn ist! 
Ja?

Sybille: Ja.

Elia: Ja.
Aber Lebensfreude
hat nichts mit Leichtsinn zu tun! 
Lebensfreude hat auch
nichts mit Egoismus zu tun! 
Es kann zur Lebensfreude gehören,
dass wir liebevoll und fürsorglich mit Anderen sind.
Es kann zur Lebensfreude gehören,
dass wir einen sorgfältigen Plan
unserer Arbeit machen.
Ja?

Lebensfreude hat damit gar nichts zu tun.
Das ist ein Gesetz der Ahnen!
Verstehst du das?

Sybille. Ja.

Elia: Ja? 
Diesen Gesetzen zu folgen:
Da muss einer den Mut haben,
diesen Weg nicht zu gehen.

Einer muss sagen:
„Ha, ich schaffe ein neues Gesetz. 
Ich beginne eine neue Ahnenreihe!
Und diese Ahnenreihe heißt:
Lebensfreude ist Lebens wichtig!“
Ja?

Sybille: Ja.

Elia: Gut, dann komme ich jetzt zu dir, Claudia.

Claudia: Also, ich beschäftige mich viel mit meiner Weiblichkeit, beziehungsweise mit meiner Nicht-Weiblichkeit.

Und dazu gehört auch,
dass ich das Gefühl habe,
dass ich in meiner Sexualität
– also die auszuleben –
mich blockiert fühle und
aber auch in meinem Mutter sein…

So dieses: Ich bin zwar weiblich jetzt hier,
aber ich hab immer das Gefühl,
ich kann es nicht richtig sein.

Elia: Ja, da sind wir aber beim gleichen Problem.
Das ist etwas, was du auch übernommen hast
aus der Kette der Ahnen.

Claudia: Dachte ich mir schon.

Elia: Ja!
Und auch hier geht es um Lebensfreude!
Sexualität gehört zur Lebensfreude: Zweifel los.
Frau sein mit Lebensfreude zu verbinden
ist ja ein Frevel! 
Ist es das?

Claudia: Oh…

Elia: Nein, nein.
Nein, es ist eine Ehre!
Das gilt auch dir, liebe Sybille,
und deinen Töchtern auch.

Es ist eine Ehre, eine Frau zu sein! 
Es ist eine Ehre, ein Mann zu sein!

Schaut hinaus, beobachtet die Natur:
weiblich – männlich,
geben – empfangen,
hinaus schreiten – sich zurück nehmen,
Plus und Minus.

Energien,
die ins Gleichgewicht gehören.
Eine Frau sein:
Was ist denn das?
Wisst ihr das noch? 
Nein…

Nein, es ist Jahrtausende her,
dass es das Wissen jeder Frau war! 
Was das bedeutet,
eine Frau zu sein.

Und dann wurde dieses Wissen nach
und nach verwandelt,
zerstückelt.
Und so lange verändert,
bis es ganz und gar keine Ehre mehr war,
eine Frau zu sein,
sondern Last!
Ja, sogar Scham!

Ganz Frau sein,
ganz Mann sein
gehört zur Identifizierung jeder Seele!

Es ist ein Geschenk,
sich als das zu empfinden, was man ist.
Es ist der Teil eurer Lebensfreude,
der niemals zu unterschätzen ist.
Es geht dabei ganz zentral
um eure Ehre als Persönlichkeit.
Ehre ist wichtig!

Was bedeutet Ehre?
Ehre ist Achtung! 
Respekt vor der Eigenheit des Anderen.
Und Achtung und Respekt vor meiner Eigenheit!

Wenn ich mich nur für bestimmte Dinge
achten und respektieren kann,
meine Geschlechtlichkeit dabei aber außer Acht lasse
im wahrsten Sinne des Wortes,
dann kann es sich nicht um echten Respekt handeln!

Weiblich sein bedeutet
– Achtung, Sybille – Mächtig sein! 
Das mag euch verwundern,
dennoch ist es wahr.

Weiblich sein
hat mit der größten aller Mächte zu tun!
Der Macht über Leben und Tod,
über Geborgenheit
und Ausgestoßen sein.
Niemand ist so grundlegend mächtig für ein Kind
– egal welchen Alters –
wie die Mutter.
Sie bleibt mit ihrer Einstellung zum Kind die Machtvolle,
weil es das Ursprünglichste ist,
was ein Kind je lernt.
Tod und Leben und
Weiblich sein hängen zusammen.
Ganz tief.
Ganz tief verankert im Unbewussten aller Seelen.

Und es kommt sehr darauf an,
was ein Kind lernt
zum Thema Weiblichkeit und Macht!

Hexe oder Madonna?
Wenn das die Entscheidung ist:
Wie könnte ein Kind sich je
wirklich glücklich entscheiden?

Wie könnte ein junges Mädchen
sich je wirklich glücklich
über ihre Weiblichkeit empfinden?

Gut oder Böse,
Schwarz oder Weiß?

Meine Weiblichkeit ist etwas Schlimmes,
Fluch-würdiges,
wie auch immer ich mich entscheide.

Entscheide ich mich zum Hexe sein,
bin ich böse,
bin ich eine Versuchung,
bin ich eine Not,
bin ich eine Plage.

Entscheide ich mich zur Madonna,
bin ich tot,
lebe ich nicht,
bin ich Opfer,
bin ich klein,
bin ich hilflos,
bin ich schwach,
werde ich übersehen.

Wie kann sich je eine Frau
zwischen diesen beiden Dingen entscheiden? 
Und sie muss es doch! 
Das ist es ja!
Und was tut sie?

Sie nihiliert ihre Weiblichkeit:
Das ist sekundär,
das ist nicht so wichtig!
Ja?
Ist es das nicht?

Wisst ihr, wie viele Frauen jedes Jahr
an der Erkrankung ihrer weiblichen Organe sterben?
Warum?
Weil diesen weiblichen Attributen
keine Ehre entgegengebracht wird!
Weder von Außen noch von euch selbst!

Keine Ehre,
keinen Respekt!
Sondern verdammt wird es oder verniedlicht,
aber auf keinen Fall geachtet!

Ihr seid aufgefordert,
euch zu achten als weiblich! 
Ihr seid aufgefordert,
auch dort Ehre zu sehen!
Ehre ja und auch eure Macht!

Und ihr seid mächtig,
ihr seid die Göttinnen eurer Kinder!
Ich überspitze das
und dennoch ist es die Wahrheit der Seelen eurer Kinder!
Wenn ihr sie anlächelt
und ihnen in die Augen schaut,
dann lächelt Gott sie an
und schaut ihnen in die Augen!

Und wenn ihr ihnen böse seid
und ihnen voller Zorn und Grimm
in die Augen schaut,
dann ist Gott ihnen böse!

Sie brauchen ihren Verstand,
um es umzusetzen und zu sagen: 
„Nein, nein, das ist nur die Mutter.“
Aber ihre Seele erschreckt sich
oder ist glücklich, je nach dem.
Ihr seid mächtig!

Und ihr müsst lernen
– und das sage ich allen Frauen! –
eurer Macht die Ehre zu geben!
Und den rechten Platz: 
Das ist Verantwortung, die ihr tragt.

Ihr habt Verantwortung
für eure Weiblichkeit in dem Maße,
in dem sie euch bewusst wird als etwas,
das primär zu euch gehört!

Nicht sekundär!
Primär!

Das, was ich euch sage  
– euch Frauen –
das sage ich in abgewandelter Form
auch den Männern.

Nur: Heute ist dies kein Thema.

Zum Teil 2: Thema Weiblichkeit Teil 2