Dinge

Schutzengel – Du musst das Wesen der Dinge erkennen!

Du musst das Wesen der Dinge erkennen!

DENN:
Alle Dinge entwickeln sich
ihrem Wesen entsprechend!

Meine liebe Annelie, das ist etwas,
das deine Seele zutiefst weiß,
aber es ist noch nicht das, was sie WILL.

Weil sie immer noch
– und das ist sehr verständlich –

Angst davor hat.

Engelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Guide von Annelie zu verbinden.
Sie bittet um diesen Kontakt.

Ich gehe über eine schmale Brücke
– die ist rund und hat ein rotes Geländer –
über ein Flüsschen, das zwar tief und klar ist, aber schmal…

Vor mir steigt das Gelände steil an, ein Pfad,
der sich zwischen wilden Azaleen dahin windet
und immer enger wird,
bis ich plötzlich vor einem ganz einfachen Haus stehe.
Hühner laufen da frei herum.

Ein Pfau begegnet mir und schlägt sein Rad.
Das Haus steht mit der hinteren Seite an einen Berg gelehnt,
daneben ein üppig blühender Kirschbaum…
Vor der blauen Eingangstür steht ein Mann.
Schmal, aber mit breiten Schultern.
Er trägt eine sehr einfache, bäuerliche Kleidung
und er ist ganz offensichtlich ein Chinese.
Schwer zu sagen, wie alt er ist,
sein Kopf ist kahl geschoren, seine Augen tief und braun.
Er lächelt, als ich ihn so studiere, wartet,
lässt mir viel Zeit, ihn zu spüren…

Güte empfinde ich, Geduld und Tiefe.
Am Liebsten würde ich jetzt einfach nur zu ihm gehen,
mich neben ihn setzen, nichts fragen, nichts sagen,
nur bei ihm sein…
Frieden: Das ist es, was er ausstrahlt…

G: Ja, Frieden, Tochter!
Komm und ruhe im Frieden…

Er lächelt und bedeutet mir, mit ihm zu kommen.
Still und ohne sich umzusehen,
ob ich ihm folge, geht er mir voraus.

Vorbei an einem Brunnen, an einem Bachlauf entlang,
bis wir vor einem kleinen See stehen.
Unter einem Mandelbaum, der in voller Blüte steht,
setzt er sich und bedeutet mir,
mich neben ihn zu setzen.

G: Keine Fragen?

U: Doch, viele, aber ich mag nicht…

Guide lächelnd: Ich weiß!
Aber warum magst du nicht?

U: Es ist so schön, mit dir zu schweigen!
Mir ist, als wäre das Schweigen heilig…

G: Gut, dann lass uns weiter schweigen,
bis es dir genug ist…

U: Das geht doch nicht!

G: Warum nicht?

U: Ich werde doch nicht von Annelie dafür bezahlt,
zu schweigen!

G: Nein, aber du brauchst das Schweigen jetzt,
sonst würdest du es nicht als heilig empfinden.

Eine Weile lang geht es also schweigend weiter.
Ich versuche wenigstens,
Eindrücke der Landschaft wiederzugeben.
Aber nicht einmal das gelingt!
Da ist nichts und alles gleichzeitig in mir,
nur beschreiben kann ich es nicht…

Es ist so viel Stille, aber keine, die leer ist.
Die Gedanken zu formulieren, ist schwer,
die Gefühle wiederzugeben, unmöglich…

Endlich gebe ich meine Versuche auf,
lasse mich in den Frieden dieses bemerkenswerten Guides fallen,
höre auf, irgendwas zu wollen, lasse mich treiben…

G: Genug?

U: Ja, genug! Danke!
Es war gut, gut, gut!
Nie gab mir ein Guide – bis auf mein eigener – dies.

Guide  lachend: Ich gab dir nur, was du brauchst!

U: Könntest du mir jetzt geben, was ich will?

G: Ja, denn jetzt ist beides Eins…

U: Annelie hat doch einen anderen Guide…

G: Jetzt bin ich ihr Guide!
Annelie? 
Ich hoffe du hast nichts dagegen?
Nein, du hast nichts dagegen.

Du weißt selbst, dass du eine andere Ebene
des Bewusstseins erreicht hast (er lächelt),
also will ich mich vorstellen.

Ich bin Dschui.
Oh, du kennst mich, keine Sorge,
ich bin nicht wirklich fremd.

Weißt du, Annelie: Hier, am Rand des südlichen Chinas
haben wir einmal eine gemeinsame Kindheit gehabt,
du warst mein kleiner, wilder Bruder.

Und ich?
Ich war derjenige,
der dich mehr als jeder Andere geärgert hat.
Aber auch der,
der dich mehr als jeder Andere geliebt hat.

Und du warst der,
der mich mehr als alles Andere geärgert hat,
aber auch der,
der mich mehr als jeder Andere geliebt hat.

Ich war fast 10 Jahre älter als du.
Damals war ich ein großes Unglück für unsere Eltern,
denn ich war seit meinem sechsten Lebensjahr blind
und damit völlig ungeeignet,
die Ländereien unserer Eltern zu führen.

Längst schon hatten sie die Hoffnung aufgegeben,
noch einen besser geeigneten Sohn zu bekommen,
als endlich du geboren wurdest.
Dein Name war Bao.

Du und ich,
wir waren wie Tag und Nacht,
Schwarz und Weiß,
Yin und Yang.

Wir waren nicht gegeneinander,
sondern füreinander da.
Du nahmst mir mit deinem starken Kampfgeist
die Traurigkeit und Lethargie.
Ich nahm dir deine Zornes-Mütigkeit
und Neigung zur Voreiligkeit.

Wegen dir lernte ich,
meine Schritte größer werden zu lassen
und wegen mir lerntest du,
langsamer zu schreiten.

So liebten wir uns,
so stützten wir uns ein ganzes langes Leben lang.

Die im Dorf nannten mich den Weisen
und dich den Wilden
(er lächelt die ganze Zeit, während er davon erzählt).

Es ist so lange her, Annelie.
Und doch haben sich unsere Seelen wieder gefunden!
Und wieder bin ich da, um dir zu geben,
was dir noch fehlt
und mich an dem in dir zu erfreuen, was mich ergänzt…

Hier unter diesem Mandelbaum haben wir oft gesessen.
Du hast mir erklärt, wie der Baum aussah,
die Blüten und Farben im See,
das Blau oder Grau des Himmels über uns.
Und ich habe dir erzählt,
was der Baum mir zu sagen hatte
und der Wind mir erzählte.
Denn ich nahm das Unsichtbare wahr,
du das Sichtbare in der Welt.

Genau das wird wieder meine Aufgabe sein, Annelie:
Dir das Unsichtbare zu vermitteln.

Uta, beschreibe den Himmel, den du jetzt siehst!

U: Über uns waren bis eben weiße Wolken.
Aber von Osten her türmen sich jetzt
aus diesen Wolken ganze Berge auf,
die immer dunkler werden.
Dennoch ist die Luft klar
und ganz und gar nicht wie Gewitterluft…

D: Weil es kein Gewitter sein wird!
Diese Wolken, so dunkel sie sind,
bringen keine zerstörerische Energie,
sondern sie bringen, was das Land braucht: Regen.

Es sind im tiefsten Wesen freundliche Wolken,
sie sind nährend und voller Güte…

Dschui verändert das Wetter.
Jetzt weht Wind,
die Blüten des Mandelbaums wehen,
das Schilf am Rand des Sees biegt sich.
Es ist kein Sturm, einfach nur Wind,
weder kalt noch heiß.

Dennoch wird es mir unangenehm hier,
ich weiß nur nicht, warum.

D: Dass es dir unangenehm ist,
liegt am WESEN des Windes.

Er ist zwar nur ein ganz normaler Wind:
viel zu schwach, um dir und mir etwas zuleide zu tun.
Aber sein Wesen ist zerstörerisch.

Noch würde ihn kein Mensch so einordnen
und er wird über diesen Platz davon streichen,
ohne eine Spur zu hinterlassen.

Aber wenn er unser liebliches Tal verlässt,
dann wird er seinen Weg finden,
um über breite Ströme viel feuchte Luft sammeln.
Er wird über dem Meer noch mehr Feuchtigkeit aufnehmen
und damit stärker und stärker werden.

Und seinem zornigen Wesen nach
wird er durch das Meer die Nahrung finden,
die er braucht, um schließlich an den Küsten Japans
ein schrecklicher Zyklon zu sein…

Liebe Annelie, darum soll es heute gehen:
Das WESEN der Dinge zu erkennen!

Weißt du,
dass du dich dein Leben lang darum bemühst,
genau das zu tun?

Du weißt seit deiner Kindheit:
Das, was AUSSEN sichtbar ist,
stimmt nicht unbedingt mit dem überein, was INNEN ist!
Und du fragst dich seither:
Was ist WIRKLICH los?
Was ist die WAHRHEIT dessen, was ist?

Annelie: Und damit bist du in deiner Lebensaufgabe!
Dies ist dir ein großer Antrieb,
die Kardinalfrage deiner Seele:
Was ist Wahrheit?

Ich sagte dir:
Wir Zwei haben in diesem Leben uns ergänzt,
weil wir Zwei völlig unterschiedliche Wahrnehmungsebenen haben.

So gerne ich es wollte:
Ich KONNTE das Äußere nicht wahrnehmen.
Was nicht zu ertasten war, konnte ich auch nicht
der Form nach erkennen.

Damit fielen alle Dinge aus, die zu groß waren,
um sie in die Hand zu nehmen.

Ich sah also weder Farbe noch Form,
das führte dazu, dass ich lernte, hinein zu spüren.

Ich musste mich auf die Energien,
die etwas ausstrahlte, konzentrieren!

Und ich war nicht medial.
Aber ich wandte eine Methode der Medialität an:
Ich fühlte, was die Energie von dem,
was außerhalb von mir war,
IN MIR! machte.

Uta hat diesen Wind durchaus als unangenehm IN SICH gefühlt!
Aber da sie sehend war, ordnete ihr Verstand diesen Wind
als normal und harmlos ein:
Er bog ein wenig das Schilf,
er ließ ein paar Blütenblätter wehen.
Also das ist definitiv nichts Gefährliches, sagte ihr Verstand.

Ich aber nahm das WESEN des Windes war:
Er löste in mir Zorn aus!
Er fühlte sich in mir genauso an, wie ich fühlte,
wenn ich gegen ein Tischbein mit meinem Schienbein stieß
und diesem Hindernis vor Wut
am Liebsten einen Tritt versetzt hätte.

Und weil dieser „harmlose“ Wind
diese Emotion in mir verursachte,
darum wusste ich, dass sein Wesen aggressiv ist.
Und darum wusste ich,
dass er ein mächtiger Sturm werden würde.

DENN:
Alle Dinge entwickeln sich ihrem Wesen entsprechend!

Meine liebe Annelie, das ist etwas,
das deine Seele zutiefst weiß.
Aber es ist noch nicht das, was sie WILL.

Weil sie immer noch
– und das ist sehr verständlich –
Angst davor hat.

Das Leben, meine liebe Schwesterseele,
ist unkontrollierbar!

Annelie, wie kann ich dir den Schrecken nehmen,
der dieser Satz in dir auslöst?

Wie kann ein Mensch seine tiefste Angst überwinden?
Es gibt nur einen Weg!

Eines Tages – ich war etwa 15 Jahre alt und du fünf –
warst ausgerechnet du es, der mich dies lehrte!

Wie es meine Gewohnheit war,
saß ich an die Hausmauer gelehnt neben unserer Eingangstür.
Vater und Mutter waren mit Jüan, unserem Helfer, in den Bergen.
Dort hatte sich eine Kuh verlaufen
und sie mussten versuchen, sie zu bergen.

Wir Zwei waren also allein.
Ich wusste, dass du am Rande des Flüsschens spielst,
hörte dich dort im Wasser plätschern.
Aber erst wurde es still,
dann gab es einen fürchterlichen Schrei von dir um Hilfe!
Ich hörte, wie du im Wasser um dich schlugst.
Mein Herz blieb vor Angst stehen!

Denn: Was sollte ich nur tun?
Ich kannte zwar jeden Stein
im Umkreis von zwanzig Metern um unser Haus herum,
aber nie hatte ich mich allein bis zur Brücke gewagt.

Meine Angst, unversehens in den schmalen,
aber tiefen Fluss zu stürzen, war zu groß!
Auch hatte ich niemals Schwimmen gelernt!!!

Dieser Weg zu dir hin war für mich
voller unabwägbarer Gefahren
und ich konnte nicht einmal den Versuch unternehmen,
mich vorsichtig und Schritt für Schritt dort hinzutasten.
Eile war geboten, wollte ich nicht hilflos miterleben,
wie dir etwas Schreckliches zustößt.

Also tat ich das Einzige, was möglich war:
Ich versuchte,
dich – so schnell es mir möglich war – zu erreichen.

Ich weiß nicht, wie oft ich stürzte und wieder aufstand.
Ich weiß nur, wie mein Herz vor Angst raste:
Angst, es nicht zu schaffen, dich zu retten!
Angst auch um mich selbst!

Aber ich hab es geschafft!
Ich fand dich und ich konnte dich,
ohne selbst in den Fluss zu gleiten,
aus dem Astwerk am Ufer,
in das du unglücklich verfangen warst, befreien.
Gerade noch rechtzeitig,
denn viel länger hättest du dich
nicht mehr über Wasser halten können!

Annelie?
Das war wirklich nicht das,
was wir zwei erleben WOLLTEN,
aber es war, was wir beide BRAUCHTEN!

Du brauchtest die Erfahrung,
deine Neugierde nicht größer sein zu lassen als deine Vorsicht.

Und ich brauchte die Erfahrung,
dass meine Angst es ist,
die mich hindert, einen größeren Radius
in mein Leben zuzulassen…

Liebe Annelie, ich kann dir wirklich nicht versprechen,
dir immer dabei zu helfen, dass zu erleben, was du WILLST.
Aber ich kann dir anbieten,
das zu verstehen, was du BRAUCHST.

Nur um Eines bitte ich dich dabei:
Bitte versuche, nicht bitter zu werden!
Denn Bitterkeit hindert mich, zu dir zu kommen!

Klage, wenn du meinst, klagen zu müssen!
Sei zornig, wenn du meinst, zornig sein zu müssen!
Aber bitte wende dich nicht ab
und werde bitter!

Versuch – wenn genug geklagt und genug Zorn gelebt ist,
wenn die Empörung laut genug war
und die Wut anfängt, still zu werden –
danach zu suchen,
was in dir die Erfahrungen und Begegnungen ausgelöst haben,
die dich dies BRAUCHEN ließen.

Glaub mir:
Nie, nie, nie sind die Erlebnisse eines Menschenleben STRAFE!

Sondern immer steckt dahinter ein Nutzen,
den die Seele zu gewinnen sucht, um zu reifen.

Dabei möchte ich dir helfen.
Nicht nur allein deinetwegen,
sondern auch um all Jener willen,
die sich an dich wenden und um Rat bitten.

Annelie, wer ein Ratgeber ist,
der muss selbst so schrecklich viel lernen!

Denn sonst ist er nicht mehr als ein Nachschlagewerk,
in dem zwar zu lesen ist, was zu tun sei!
Das aber auf keine Frage eine weiter
und tiefer gehende Antwort weiß.

Die tiefen Antworten,
die auf die Fragen „Wozu“ und „Warum“
eine Perspektive bieten,
die stehen IN DIR geschrieben.
Die sind dort,
wo DU das WESEN der Dinge und Ereignisse bereit bist,
zu ergründen.
Hierfür bereit zu sein, hat sich deine Seele erklärt
und dabei bin ich dein Freund, der dich gerne begleitet.

Ich weiß!
Manchmal fühlst du dich sehr verlassen und missverstanden.
Und ich weiß,
dass kaum noch nachvollziehbar ist,
wieso sich so viel im Leben immer wieder verändert
und es so schmerzliche Veränderungen sein müssen.

Glaub mir, ich weiß, wie es ist,
einen Weg gehen zu müssen,
bei dem man nie weiß,
ob der nächste Schritt einen stürzen lässt oder nicht.

Aber ich bin da!
Ich bin da und ich freue mich, wenn du mich bittest,
dir zu helfen, aufzustehen.

Lass dich nicht entmutigen,
aber schlafe auch nicht ein auf deinem Weg,
wenn er gerade mal angenehm ist.

Das Stürzen und wieder Aufstehen
hatte immer einen Nutzen, findest du nicht?

Hast du nicht mit jedem Mal mehr verstanden
über das WESEN der Dinge?

Ich möchte nur auf einen Aspekt aufmerksam machen:
Erinnere dich, mein Liebes:
Wie viel echtes Mitgefühl konntest du vor zwanzig Jahren
mit Anderen aufbringen, die sich „verrannt“ hatten
und wie viel kannst du davon heute weitergeben?

Warum?
Weil du selbst weißt, wie es ist,
über den Stolperstein des
„ Immer Hart zu sich selbst sein“
zu fallen, wie mühsam es ist, wieder aufzustehen
und wie beängstigend, weiterzugehen…

Damit möchte ich das, was ich dir zu sagen habe, beenden,
denn auf deine Fragen will ich auch eingehen.

Sei mutig, sei tapfer!
Nein, nicht nur.
Sei auch einmal müde,
sei auch einmal schwach.

Vor allem aber achte darauf, was du BRAUCHST!
Wenigstens genauso achtsam wie auf das, was du WILLST.
Und handle erst, wenn Beides zusammen passt.

U: Danke, Dschui, darf ich jetzt Annelie Fragen stellen?

D: Sehr gerne…

U: Annelie fragt,
wo sie konkrete Hinweise zu Qimen Dunja findet…

D: Annelie?
Hast du konkrete Hinweise zu einer tiefer gehenden
beruflichen Beschäftigung gefunden,
als du sie brauchtest?
Ja!

Hast du einen Mann,
der dich liebt und wertschätzt,
gefunden, als du ihn brauchtest?
Ja!

Hast du eine Freundin
– die bereit ist, mit dir „Abenteuer“ zu erleben –
gefunden, als du diese Begleitung brauchtest?
Ja!

Welchen Grund kann es also haben,
dass du bis zum Zeitpunkt der Fragestellung
nichts gefunden hast, dem du hundert Prozent vertraust?

Ja, weil du es noch nicht BRAUCHST!!!
Du willst, aber du brauchst noch nicht!

Ich werde dir nicht sagen können:
Wende dich hierhin oder dort.
Warum nicht?
Weil ich nicht ALLWISSEND bin!

Ich wüsste es, wenn du es bräuchtest,
dann aber müsstest du nicht fragen.

Denn das, was du brauchst,
findest du IMMER!
Weil ich immer! weiß,
was du brauchst,
lasse ich eine Begegnung damit auch zu!

U: Worin liegt Annelies jetzige und nächste Lernaufgabe?

D: Dir bewusster zu werden,
zu unterscheiden zwischen Brauchen und Wollen!

Annelie?
Kontrolle des Lebens ist dir sehr wichtig,
es ist gar nichts dagegen zu sagen.
Und dein Wille hat dich weit gebracht,
dich vor Vielem bewahrt
und zu Gutem geführt.

Doch es ist nun auch an der Zeit,
dem Willen
den NUTZEN zuzufügen!

Nicht NUR deinen Nutzen!
Dem, was dein Verstand als nützlich erscheint.
Sondern auch dem, was deiner Seele
in ihrer Entwicklung nützt
und der Entwicklung anderer Themen.

Annelie, es ist gut,
sich in immer größerer Meisterschaft
der eigenen Künste zu üben.
Aber ein Meister ist nicht unbedingt der,
der sein Handwerk besonders gut beherrscht.
Sondern wahre Meisterschaft erlangt eben der,
der das WESEN der Dinge zu finden trachtet
und damit den Nutzen erkennen kann,
den seine Kunst wirken mag oder auch nicht.

Dazu brauchst du Vertrauen in das,
was du FÜHLST!

Nichts ist schwieriger und anstrengender
für deine Seele, denn Gefühle
– nicht wahr – sie können trügen…

Ja, NUR Gefühle durchaus,
deshalb brauchte ich blinder Bruder dich so sehr.
Aber Fühlen und Wissen miteinander verbunden:
Das trägt weit.

Annelie, es darf nicht sein, dass ich sage:
Tu dies, lass jenes.
Aber ich möchte dich anspornen,
viel, viel mehr über MENSCHEN zu lernen.
Über das, was sie sind,
was sie vermögen
und was nicht.

Über Himmelsglück,
Menschenglück und
Erdenglück!
Das gehört doch zusammen!

Aus einem bösen Schicksalshaus
kannst du kein glückliches Schicksalshaus machen!

Warum nicht?
Weil auch das böse Schicksalshaus
von irgendeiner Seele gebraucht wird,
um sich zu entwickeln…

Das WIRKLICH zu akzeptieren,
ist dir so schwer!
Ich weiß, dein Verstand kann das,
aber dein Herz nicht.

Annelie, hier liegt eine wirklich sehr wichtige Aufgabe für dich:
Dem Bedürfnis der Seelen, zu lernen,
kann kein Meister Einhalt gebieten!
Es ist die größte Kraft auf Erden!

Diese Kraft ist die Ursache jedes Lebens!
Ihr zu trotzen, ist närrisch.

Was also kann DEINE Aufgabe sein?
Zu helfen, die Kraft zu bewahren, wieder aufzustehen!
Nicht mehr, nicht weniger!

Aber wie willst du das tun,
solange du dich nicht damit abfinden magst,
dass der „freie Fall“ überhaupt nötig ist?

Wie willst du das tun,
ohne Vertrauen darin zu haben,
dass letztlich jeder bekommt,
was er BRAUCHT?

Wie willst du das tun
ohne Vertrauen in eine übergeordnete Kraft,
die LETZTEN ENDES immer GUT ist?

Was also ist zu tun?
Deinem Trotz trotzen?
Ja, manchmal schon!
Und zwar, ohne bitter zu werden!

Wann ist dein Trotz gut,
wann Narretei?
Er ist gut, wenn er fördert,
was gebraucht wird!
Er ist närrisch, wenn er hindern will,
was nötig ist.

Wie willst du das unterscheiden?
Darum geht’s!
Mein Vorschlag:
Lerne noch tiefer, geh noch weiter in das,
was ich die großen Sinnfragen nenne:
Was ist der Mensch?
Was ist diese Welt?
Woher kommt dies?
Wohin geht das?

Welchen ewigen Mechanismen folgt das System „Leben“?
Beobachten, FÜHLEN, Fragen, LERNEN.

Viel Anwendung hast du gelernt,
aber jetzt könntest du weitergehen.
Hier – in diesem Leben – hast du dich geweigert,
an IRGEND ETWAS zu glauben,
es war dir gleich.
Einer deiner beliebtesten Sprüche war:
Hauptsache gesund und satt.

Aber der Mensch ist mehr als der gesunde Körper,
mehr als der wache Verstand!
Er ist auch Geist!
Du scheust dich wie ein junges Fohlen davor,
dich mehr und tiefer damit zu befassen!

Ich werde dich nicht nötigen,
aber ich möchte dich ermuntern,
den Geist – also das WESEN –
des Menschen zu erkunden.

Was du finden könntest,
ist eine unschätzbare Köstlichkeit.
Wie und wo?
Achte darauf, was dir begegnet!
Was du brauchst, findet zu dir!

Ich verbiete Uta,
an dieser Stelle zu schreiben: 
Dies ist es und das ist es.
Denn es würde dich darum bringen,
zu erleben, dass es zu dir findet,
sobald du dich danach sehnst!
Weil es IN DIR wahr ist,
dass du es brauchst.

U: Annelie fragt,
wie weit ihre Entwicklung aus eurer Sicht ist
und ob ihr andere Entwicklungsstufen eures Ichs
mit ihr verbunden habt.

D: Annelie, bisher ging es darum,
dein ICH überhaupt zu definieren,
deinen Eigenwillen zu verstehen!
Jetzt geht es darum,
das zu verstehen,
was außerhalb dieser Bereiche liegt.

Bisher ging es darum,
die FORM und das Wirken zu verstehen!
Jetzt darum,
das WESEN der Dinge zu FÜHLEN!
Wenn du so willst, wird jetzt
die Schatzkiste Annelie GEFÜLLT!

Erst musste sie gezimmert werden,
dann verziert,
dann gesichert.
Jetzt gilt es, sie bis an den Rand zu füllen!

Du hast Wissen gesammelt: 
Wissen über dich
und die Welt, in der du lebst.

Jetzt kommt dazu die Weisheit!
Insofern kommt der
wirklich spannende Teil jetzt!

Auf den zweiten Teil der Frage:
Annelie,
wir sind immer eins mit allen unseren Entwicklungsstufen,
aber wir versuchen,
uns deiner Entwicklung anzupassen.

Sag selbst:
BIST du ständig auf EINER Stufe?
Nein, (lacht) natürlich nicht!

Manchmal machst du erstaunliche Sprünge voraus
und an manchen Tagen fällst du zurück.
Das ist ganz normal so!

Seelische Entwicklung ist nicht statisch oder linear,
sondern bewegt sich in Wellen.

Stell dir vor, welch ein Desaster ergäbe sich,
wenn wir uns dem nicht anpassen könnten?

U: Annelie schreibt weiter,
ob es zum Thema Hofharmonie
ein kleines Schmankerl gibt?

D: Wenn es sich um einen Hof handelt,
der sich von vier Seiten von Gebäuden umschlossen findet,
musst du den GANZEN Komplex
als GANZES betrachten.

Der Hof, die Mitte ist dann zu werten wie die Mitte eines Gebäudes,
er ist sozusagen das „Herz“
und sollte in sich alle Möglichkeiten bieten,
Energie zu verteilen.

Genauso wie ein Herz dies tun muss,
um alle Körperteile mit Blut zu versorgen.
Darum gilt es, dort „Frieden“ zu wahren!
Es gilt, alle Elemente zu stärken
und in Harmonie zu bringen.

So, wie das Herz sich aus dem Zusammenziehen und Loslassen
zum Lebensspender wird.

Hier ist es ganz besonders wichtig,
die Gegensätze der Kräfte und Funktionen zu manifestieren:
Licht und Schatten,
Bewegung und Ruhe.
Alles, was du dir hier an ergänzenden Energien vorstellen kannst,
sollte auch in irgendeiner Weise da sein.

Ist ein Hof nur von zwei oder drei Seiten mit Gebäuden umgrenzt,
hast du es mit einem Herzen zu tun,
dessen Energien ZU STARK sein können.
Kraft fließt in die offenen Bereiche ab!
Deshalb müssen sie wenigstens optisch dargestellt werden,
sonst hast du ein Herz, das nicht im Kreislauf wirken kann…

Hof bedeutet IMMER Herz,
Zentrum,
Mitte.
Ganz gleich, wie sich darum der „Körper“ aufbaut!
Und ist entsprechend zu gestalten.

Stell dir vor, da wäre ein Körper.
Ein Bein und ein Arm fehlen,
das Herz aber pumpt weiter in Gliedmaßen,
die nicht da sind:
Der Körper „verblutet“!

Gebäude mit einem solchen „Körper“ verbluten auch,
sie haben zu wenig Energie!

U: Annelie sagt:
Den Hinweis
– Ich soll das Wasser mehr beachten,
es kommt nicht den Berg hinauf –
hat sie bis heute nicht verstanden.
Sie weiß ja,
das Wasser nicht hoch fließt.
Doch was wolltest du ihr damit sagen?

D: Das war zwar nicht ich.
Aber ich möchte darauf aufmerksam machen:
Dass Wasserenergie sich ohne Ventil staut
und dann explosionsartig befreit.
Irgend wann ist Wasser höher als der Berg!
Und das ist nicht positiv zu bewerten.

Annelie, hier geht es um ein Gleichnis,
nicht um ein Anwendungsprinzip!

Du findest die Darstellung dazu im
I Ging unter Jugendtorheit!
Ich bitte dich, es dort nachzulesen.

Wasser, das unter der Erde sich sammelt,
unter dem Berg wächst und wächst,
das explodiert irgendwann:
Dann hast du eine wilde Quelle.
Das ist wie Wissen,
das sich sammelt und sammelt,
aber noch keine Öffnung
aus dem Berg der Hemmungen hat.
Erst wenn der maximale Druck erreicht ist,
stößt das Wasser durch den Berg
und wird zur Quelle.
Dann gilt es, das Wasser zu beobachten!
Wohin fließt es?
Was ist der tiefste Punkt?
Was wird es füllen, um aus dem,
was leer ist, Fülle zu machen?

Zum Zeitpunkt deiner Frage
war dein Wissen eine Quelle unter dem Berg.
Die mehr und mehr Druck aufgebaut hat,
aber noch nicht so weit war,
den Berg der Hemmungen zu durchstoßen.

Dein Wissen hatte noch nicht genug „Druck“,
es war noch nicht „voll“!
Es hat aber keinen Sinn,
die Quelle von Außen bauen zu wollen.

Du kannst uns Wissensfragen stellen, so viel du willst!
Wenn du die Antworten zwar willst, aber noch nicht brauchst,
nützt dir die Antwort nichts!

Du bist doch längst mit deiner Arbeit zufrieden
und die Quelle hat den Berg der Hemmungen durchstoßen.
Jetzt gilt es, den Fluss zu steuern:
nutzbar, brauchbar sein zu lassen.

U: War es der richtige Zahn?

D: Ja.
Dass du schon wieder so müde bist,
liegt nicht am Zahn!
Überlege noch mehr
– und zwar täglich –
was du BRAUCHST!

Und vor allem:
Wenn du es weißt,
warum dann ein schlechtes Gewissen haben,
wenn du es nimmst?

Ist dir schon einmal aufgefallen,
wie viel Zeit des Tages du damit verbringst,
dich selbst zu beschimpfen?

Annelie, wann ist GENUG gewollt?
Und wann ist genug gebraucht?

Das ist etwas,
womit du dich auseinandersetzen solltest.

Annelie?
Du beschäftigst dich so viel mit Yin und Yang.
Aber weißt du,
dass du dir selbst nur sehr wenig
Ausgleich zwischen Beidem gönnst?

Was meinst du, was überwiegt? (Lächelt.)
Ja, siehst du!
Und damit sollten wir anfangen, JETZT.

U: Welches sind ihre nicht ausgeschöpften Potenziale…

D: Nein, nein, nein.
Unruhig, wie ihr Geist ist,
sucht er schon wieder nach der nächsten Hürde,
die genommen werden muss.

Ich werde dir nichts Neues bieten, nur das:
TIEFER, TIEFER, TIEFER!

U: Dschui, ich möchte mich herzlich bedanken
und hoffe, dass es Annelie hilft.
Wo sind ihre anderen Guides?

D: Hier bei mir wie immer.

Er verbeugt sich wie zum Gruß
und legt mir zwei Bücher in die Hand:
Das I Ging und das Tao.

D: Nicht lesen, Annelie.
Sondern beobachten, ob es stimmt, was dort steht!
Jetzt ist die Zeit,
deine eigenen Beobachtungen zu machen.

Und nun ruh dich aus!
Versuch, zu schlafen
und nimm frohen Herzens,
was du brauchst, um dich gut zu fühlen.
Sei dir wichtig!

Damit verabschiedet sich Dschui.