Elia: Wenn der Vater nicht der leibliche Vater ist

Wenn der Vater nicht der leibliche Vater ist

Wenn die Aggression der Mutter
zur Auto-Aggression des Kindes wird.

Elia

Als Teilnehmer ist Christa anwesend.

Elia: Guten Morgen.
Ich freue mich, Christa!
Wie schön, dass ich mit dir sprechen darf.

Deine Fragen bitte.

Christa: Ich grüße dich auch, Elia, und freue mich,
dass du bei mir bist und dass ich dich fragen darf.

E: Ich bin weniger bei dir, bei dir ist Simon, dein Guide: immer.

C: Ist er auch hier?

E: Natürlich, er wird es sich nicht entgehen lassen,
was wir zu klären haben und viele seiner Antworten sind meine.

Wir sind nicht isoliert voneinander zu sehen. 
Und Beziehungen sind hier viel deutlicher als bei euch.

Ein gegenseitiges Miteinander, um sich zu sich entwickeln:
Das gilt auch für uns.
Wir befruchten uns auf unsere Weise gegenseitig.
Und so wie Simon und du mir dankst, so danke ich euch.

Stell deine Fragen, meine Liebe.

C: Ich möchte mehr der Mensch sein, der ich bin. 
Dass kommt daher, dass ich einen anderen Vater habe als der,
von dem mir gesagt wird, dass es mein Vater ist.

E: Das ist richtig…

C: Ich habe keine Wurzeln.

E: Das ist falsch!
Du hast Wurzeln: Tiefer und weiter, als du dir sie denkst.
Eure Wurzeln sind nicht nur eure Genetik.
Deine Wurzeln als Seele, das sind wir!
Und du wirst ein Teil dieses Wurzelwerks heute kennen lernen.

Deine Wurzeln sind aber auch mehr als deine biologischen Eltern.
Deine Wurzeln ist auch das Land, in dem du geboren wurdest.
Deine Wurzeln ist auch die Zeit, zu der du zur Welt gekommen bist.

Ihr seid Geschöpfe,
die an der Schnittstelle zwischen Mutter Erde und Vater Sonne stehen.

So drücken es die Indianer aus und es ist in gewisser Weise die Wahrheit.

Ihr seid weit mehr als die Kinder eurer Eltern. 
Denn dass der Vater, der nicht für deine Zeugung zuständig war,
nichts mit dir zu tun hätte, so irrst du dich.
Auch er gehört zu deinen Wurzeln,
zu den Wurzeln deiner Seele allemal.

Deinen biologischen Vater kannst du suchen, aber warum? 
Du bist – und das ist etwas, was dich schmerzen und erschrecken lässt –
ein Kind, das von seiner Mutter nicht willkommen war.
Das ist der eigentliche Schmerz.

Viele, viele Menschen treten unter dieser Bedingung ins Leben
mit gutem Grund.
Du hattest Grund, deine Intuitions-Fähigkeit zu üben.
Du hattest Grund, deine Sensitivität beizubehalten,
die Stimmung zu erfassen, zu fühlen:
Was wird sich ereignen,
was kommt mir entgegen,
wie muss ich mich verhalten,
wie muss ich mich anpassen.

Ein kleines Kind, ein Säugling hat nichts anderes, um sich zu schützen,
als sich intuitiv auf die Mutter und deren Stimmung einzulassen. 
Hier liegt der Schmerz.

Sie schaut dich an, aber das, was sie sieht, freut sie nicht!
Das bekümmert sie, beschämt sie.
Wie sollte ein kleines Kind das anders bewerten als bedrohlich?

Christa, dem Schmerz kannst du dich stellen!
Du kannst es nachvollziehen, du kannst es verstehen.

Aber du darfst eines dabei keinesfalls vergessen: 
Du bist nicht geboren, weil deine Mutter mit deinem Vater schläft…

Du bist nicht geboren, weil deine Eltern beschlossen haben:
Jetzt wollen wir ein Kind haben.

Sondern du bist geboren, weil du selbst, dein Ich beschlossen hat: 
Von dieser Mutter werde ich geboren an diesem Tag zu dieser Stunde.

Du selbst, du ganz allein bist die Ursache deines Daseins in dieser Welt.

Wie viele Eltern nehmen sich vor, ein Kind zu empfangen
und tun es trotzdem nicht…

Was zeigt das? 
Das zeigt uns, dass sie keinerlei Einfluss darauf haben!
Selbst dann, wenn die umständlichsten Zeugungs-Methoden
dazu benutzt werden, selbst dann nicht.

Ein Kind kann nicht gezwungen werden!
Es gibt nur freiwillige Geburten! 

Und auch du wurdest nicht gezwungen,
sondern bist freiwillig gekommen. 
Und du bist – und das ist das Entscheidende, meine Liebe –
dafür keine Rechenschaft schuldig!

Merk dir das: 
Du bist niemandem darüber Rechenschaft schuldig, ob es richtig ist,
geboren zu sein oder nicht. 
Du lebst, weil du es willst!
Und das ist Grund genug!
Es gibt gar keinen anderen Grund für niemanden.

Und das Leben ist es Wert, gelebt zu werden. 
Du wirst es schaffen!
Du versuchst es nicht, du willst es, Christa.

Da sind wir noch einmal beim Punkt. 
Deiner Mutter – im übertragenen Sinn – sagst du: 
Ich werde versuchen, das Leben zu lieben. 
Das ist so vorsichtig formuliert, damit du sie nicht erneut schockierst.

Aber in Wahrheit
– und es ist die Wahrheit und du sagst es schon so lange –
es ist dir bisher gelungen: 
Ich will dieses Leben leben!!!

Es ist mein Leben! 
Es ist mein Wille und ich darf!
Ich darf diesen Willen durchsetzen.

Nicht: Ich versuche…
Oh, das kann einem einen großen Schrecken bereiten,
wenn man seinen Willen erkennt.
Aber es macht dich auch frei.

Jedes Kind sagt: Ich will!
Und es ist mir auch ganz egal, liebe Mutter, lieber Vater,
ob ihr auch wollt: 
Ich will!
Denn nur ich habe darüber die Macht.

Deine Kinder haben es auch gesagt: 
Ich will! Da sind sie.

C: Ja, die sind offen. 
Ich habe viel verstanden,
was man mir gesagt hat in Bezug auf meine Kinder.
Die kommen eigentlich viel besser zurecht als ich.

E: Ja, und es ist schön, es sind starke Kinder. 
Es ist das Wichtigste überhaupt, zu verstehen,
dass eure Kinder da sind: 
Zum Einen unreif, in der Entwicklung begriffen…
Zum Anderen aber sind sie so alte Seelen wie ihr selbst.
Auch sie haben viele Inkarnationen hinter sich…

Auch sie haben ein Ziel, das größer ist als sie sich
oder als ihr euch für sie vorstellen könnt.

Ihr seid jetzt in der Möglichkeit,
dass ihr euch als Seelen begegnet jenseits aller Rollenverteilung.

Deine Rolle als Mutter ist wichtig, du darfst sie niemals aufgeben. 
Du wirst auch dann noch ihre Mutter sein,
wenn du schon weißes Haar hast und sie Graues.
Und auch dann werden sie noch deine kleinen Kinder sein! 
Du wirst es sehen, wie klein sie sein können.

Aber hinter dem, hinter der Rolle, da seid ihr Seelen,
die miteinander verbunden sind.
Da seid ihr Seelen, die einander unterrichten.
Das ist wichtig, dass ihr das nicht vergesst!

C: Ich habe noch eine Frage in Bezug auf Mutterliebe
und Beziehung zur Mutter.

E: Die Mutter ist die ganze Welt, sie ist Alles. 
Und sie wird in der Folge für immer eure Wahrnehmung prägen
– nicht eure rationale Wahrnehmung,
da ist der Vater in erster Linie zuständig –
sondern eure emotionale Wahrnehmung.

Die Art, wie sie euch emotional begegnet, wird die Erwartungen prägen,
die ihr später in allen, allen Bereichen eures Lebens habt!
Aber ganz besonders dort, wo es um Liebe geht!

Dass heißt:
So, wie ihr emotional umfangen wurdet,
so werdet ihr immer wieder erwarten,
dass man auf euch emotional reagiert.

Und so, wie ihr gelernt habt, diese Emotion der Mutter zu manipulieren,
werdet ihr immer wieder versuchen, die Emotionen Anderer,
die ihr liebt, zu manipulieren.

Das klingt jetzt negativ!
Aber Manipulation ist berechtigt, besonders für einen Säugling.

Es ist ja ganz berechtigt, wenn ein Säugling eine aggressive Mutter hat,
dann ganz besonders still zu sein
und sie mit der eigenen Anspruchslosigkeit dahingehend zu manipulieren,
dass sie ihre Aggressionen nicht an ihm auslässt.

Aber das Kind wird auch später, auch später als erwachsener Mensch
immer erwarten, dass Liebe und Zuwendung zu ihm
und Aggression miteinander verknüpft sind.

Und es wird immer versuchen, durch Wohlverhalten
dem Liebesobjekt gegenüber diese Aggression unter Kontrolle zu halten.

Das ist aber kein notwendiges Muss,
sondern eine Aufgabe und als Aufgabe zu verstehen: 
Eine Aufgabe, die ihr euch zu stellen habt.

Das ist einer der Gründe, warum ihr geboren seid,
um diese Aufgabe zu lösen!

Dass heißt, die Seele strebt danach,
diese Aufgabe zufrieden stellend zu lösen. 
Die Beziehung zwischen Mutter und Kind ist im Grunde nichts anderes
als die Aufgabenstellung.

Die Aufgabenlösung hingegen bleibt euch überlassen.

Je bewusster ihr euch dessen werdet, umso selbständiger,
umso eigen-mächtiger könnt ihr mit dieser Thematik von daher umgehen.

Ein Kind kann nicht anders, als sich ganz und gar
und absolut mit der Emotion der Mutter zu verbinden. 
Das bedeutet in dem Fall, den ich euch eben benannt habe:
Es ist gleichzeitig Teil der Aggressivität der Mutter
und ist sich der Bedrohung bewusst, die daraus entsteht.

Was daraus folgert, lässt sich leicht denken: 
Es ist das, was ihr als Auto-Aggression bezeichnet.

Wenn ich aggressiv bin, bin ich Lebens bedroht.

Ich hoffe, ich habe das so ausgedrückt, dass ihr das verstehen könnt.

Die Mutter
– und es spielt keine Rolle mehr, ob sie die leibliche Mutter ist oder nicht –
die Mutter ist die Aufgabenstellung
für die emotionale Weiterentwicklung der Seele.
Das ist sie immer!

So, wie sich die ersten Monate abzeichnen auf der emotionalen Basis,
wird sich in der Folge diese Aufgabenstellung immer neu
in neuen Varianten zeigen, bis sie als Aufgabe verstanden wird
und gelöst wird.

Die Ablehnung deiner Mutter, der Zorn,
– das Gefühl, dieses da in mir ist böse –
das ist eine Aufgabenstellung deiner Seele.
Du selbst, du selbst hast diese Aggression selbst gelebt.

Ein Kind unterscheidet im Mutterleib nicht zwischen ihrer Emotion
und meiner Emotion, das kann es gar nicht. 
Sondern es erlebt sich selbst in dieser Aggression
und gleichzeitig dabei die tödliche Bedrohung!

Das macht die Schwierigkeit dieser Aufgabe aus.

Und in der Folge ist es wichtig – es ist sehr wichtig –
sich dem Thema Liebe und Aggression – auch Auto-Aggression – zu stellen.

Wenn du sagst, ich nehme meine Mutter
als feindlich wahr auf dem emotionalen Bereich, dann ist es korrekt: 
Du nimmst sie als feindlich wahr.

Aber gleichzeitig – und das ist das eigentlich Wichtige –
nimmst du deine eigene Aggression, sobald sie entsteht,
als lebensfeindlich wahr. 

Das wieder in eine gute Ordnung zu bringen, ist eine deiner Aufgaben!

Stell dir vor, jede deiner seelischen Eigenarten
wäre eine Persönlichkeit!
Alle diese Persönlichkeiten sollten an einem Tisch miteinander sitzen dürfen
so wie König Artus und seine Tafelrunde.
Es darf niemand fehlen!

Wer fehlt, wer nicht eingeladen ist, der macht große Probleme. 
Es kann sein,
dass es dann sehr bittere innere Auseinandersetzungen gibt. 
Es darf keiner fehlen an der Tafelrunde!

Da sitzt die Aggression, aber auch die Weisheit, das sitzt der Mut
und die Hingabe und viele, viele Eigenschaften.
Jede soll ihren Platz haben gleichberechtigt.

Du sollst alle einladen, alle! 
Du musst vollzählig sein, um ganz zu sein.

Und solange die aggressive Mutter ausgeladen ist,
da ist sie wie eine böse Fee!

Du kennst ja das Märchen von Dornröschen.

Für die dreizehnte Fee gab es weder Teller noch Löffelchen
und so musste sie sich fürchterlich rächen.
Gib ihr Teller und Löffelchen!
Sie ist bei Weitem nicht so bedrohlich.

Für das kleine Wesen, was da entstand,
war es in der Tat bedrohlich, sehr bedrohlich, aber heute nicht mehr. 

Denn heute bist du der König deiner Tafelrunde. 
Du wirst sehen, du wirst sehr gut sehen, was ich meine.

Nimm deinen aggressiven Krieger – so will ich ihn mal nennen –
herein in dein Königsschloss und setze ihn an deinen runden Tisch.
Es ist wichtig!

C: Hat es dann im weitesten Sinn auch damit zu tun,
dass meine Beziehungen dauernd schief laufen?

E: Ja, natürlich! 
Immer und immer wieder willst du
das Problem mit deiner Mutter lösen! 
Was sagt denn die kleine Christa zu ihrer Mutter,
was ist denn ihr innigster Wunsch?

Mami, Mami, hab mich lieb, wie ich bin…
Und die Mami sagt: Nein, ich stelle Bedingungen.

Und selbst, wenn du die Bedingungen erfüllst,
garantiere ich dir dennoch nicht, dass ich dich lieben werde…

Immer und immer wieder!

Es ist aber nicht so, dass du immer und immer wieder die Aggression,
die Ablehnung deines ICHS in einem Spiegel erfahren musst,
der dir ein Partner ist.

Die Ablehnung des ICHS:
Das ist etwas, was du selbst tust, was dir von Außen nur gespiegelt wird!
Du selbst tust es!
Du nimmst dich nicht an, wie du bist!

Es ist ja nicht mehr weit, du wirst es ja annehmen!
Aber noch tust du es nicht…

Es ist kein Verhängnis, es ist kein schicksalhafter Ablauf,
der nicht zu ändern wäre…

Du kannst das alles ändern und du änderst schon…

Aber du brauchst noch ein bisschen mehr Hintergrund.

Schau, ob du wirklich, wirklich irgendjemandem beweisen musst,
dass es richtig ist, dass du bist, wie du bist!