Pferd

Schutzengel – Das Seelentier Pferd ist Teil des Evolutions-Planes der Menschen

Pferde sind Seelentiere, Uta!
Du kannst es nicht verstehen,
aber ich bin sicher, Andrea versteht.

Kein Tier ist wie dieses!
Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem zuständigen Guide von Andrea zu verbinden.
Andrea bittet um diesen Kontakt.

Ich bin sofort in dem Haus am Meer.
Der Herd ist blank geputzt,
das Fenster offen und die Sonne strahlt herein.
Ich schaue raus und da, direkt vor dem Fenster,
steht ein wunderschönes, braunes Pferd
mit einer weißen Blässe über Stirn und Nase.
Es kommt zu mir und stupst mich leicht an
und dann knabbert es an meinem Ohr,
so zärtlich, ich muss lachen…

J. Schön, dich lachen zu sehen!

John steht hinter mir, gekleidet in einen dicken, hellen Pullover,
die Hose in Stiefeln strahlt er mich an.
Ich aber kann einfach nicht aufhören, mit dem Pferd zu knuddeln.
Es freut mich so sehr, wie dieses große Tier vertrauensvoll
und zärtlich mit mir umgeht.
Schließlich greift John lachend ein,
schiebt den Kopf des Pferdes wieder aus dem Fenster
und schließt es.

J. Genug, genug, ihr Zwei,
wer hätte gedacht, dass dich das so freut!

U. Ja, ich sicher nicht!
Ich hab mich noch nie so nah an ein Pferd herangewagt.
Aber ich vermute, du hast genau gewusst, was kommt.

J: Hm, hm, es sind Seelentiere, Uta.
Du kannst es nicht verstehen, aber ich bin sicher, Andrea versteht.
Kein Tier ist wie dieses Seelentier Pferd.
Hunde sind großartige Freunde,
Katzen kluge Begleiter.

Aber das Pferd, oh, das ist etwas sehr, sehr Besonderes.
Seit es Menschen gibt,
sind die Pferde Boten für die Seele des Menschen.

U. Aber es wurde doch erst recht spät gezähmt…

J. Ja, glaubst du, das war so?
Glaubst du, steinzeitliche Jäger fingen Pferde
und zähmten sie dann? Urplötzlich?
Eben waren sie noch Jagdwild
und plötzlich kamen sie auf die Idee, auf ihnen reiten zu wollen?
So war es nicht.

Der Beginn der Liebe zwischen Pferd und Tier
begann in den Träumen der Menschen.
Sie fingen an, Träume davon zu haben,
dass sie auf dem Rücken der Pferde über die Tundra ritten.

Und die Pferde begannen, zu träumen.
Sie träumten davon,
dass sie sich in Menschen verlieben
und sie immer bei sich tragen, sie nie verlieren durften.
So begann alles, was zwischen Beiden heute Realität ist:
Es begann mit einem Traum.

Und dieser Traum entsprang aus Gott.

U. Du meinst,
die enge Beziehung zwischen Pferd und Mensch war nicht zufällig?

J. Nein, sie war Teil des Evolutions-Planes.
Kannst du dir die menschliche Entwicklung ohne Pferd vorstellen?

U. Natürlich nicht.

J. Vom Nahrungsmittel zum Lasttier?
Meinst du, DAS sei mit der Evolution gemeint gewesen?

U. Schon klar, ja.
Es hätte keine Eroberungszüge gegeben, keine Völkerwanderung,
nur sehr mühseligen Handel.

J. Doch, Kind, alles das hätte es gegeben,
aber es hätte sehr viel länger gedauert!

Das Pferd ist der Beschleunigungs-Faktor
der menschlichen Evolution!

U. Na ja, früher.

J. Nein, nein (schüttelt lächelnd den Kopf).

U. Na, wieso, ich meine:
Heute würden wir doch auch ohne das Pferd auskommen.

J. Hm, hm, stimmt, aber langsamer!

U. John, du überforderst mich.

J. Ich weiß!
Verzeih einem alten Guide,
der Freude an Verwirrspielen hat.

Uta, das Pferd ist ein Seelentier und es ist ein Bindeglied,
das war es immer:
das Bindeglied zwischen der guten, festen Erde
und dem flüchtigen Wind.
Das ist seine Natur.

Aber auf die Seele des Menschen übertragen,
ist es das Bindeglied zwischen der guten festen Erde
und seinen unruhigen Gedanken,
die so wenig zu beherrschen sind wie der Wind in seinem Haar.

Es hat euch Menschen gedient Jahrtausende lang,
es trug euch und eure Lasten.
Weil es euch liebt.
Weil es den TRAUM nie vergessen hat.
Aber ihr habt den Traum vergessen.
Jetzt aber, jetzt beginnt der Traum in Erfüllung zu gehen,
weil erst jetzt die Erfüllung so notwendig ist
wie nie zuvor in eurer Entwicklung.

Andrea, keine Sorge, das HAT mit dir zu tun,
du wirst mich gleich verstehen,
warte bitte!

Komm, Uta, ich muss euch etwas zeigen.

John verwandelt das Umfeld,
wir scheinen eine Art Zeitreise zu machen.

Es geht weit, weit zurück.
Plötzlich stehe ich in einem kleinen Dorf.
Diese Häuser hier sind aufs Einfachste gebaut,
Lehm und Weiden-Geflecht,
die Dächer mit Schilf gedeckt, das mit Steinen beschwert ist.
Keine Fenster, aber überall offene Türen.
Das Leben scheint sich vor den Häusern abzuspielen,
hier wird gewerkelt, gewebt, gekocht, gegessen.

Unbehelligt gehen wir durch dieses Dorf,
dann einen Weg einen kleinen Hügel hinauf.
Dort oben unter dem Schutz eines vorspringenden Felsens
steht eine sehr kleine Hütte.

Im Gegensatz zu denen im Dorf
ist sie aus Steinen zusammengesetzt.
Vor dieser Hütte ist ein kreisrunder Platz,
ebenfalls mit Steinen markiert.
Und eine Art Altar, darauf liegen Kräuter und Holz.
Jemand kommt aus der Hütte:
eine Frau, langes, braunes Haar,
in mehrere Lagen Tücher und Felle gehüllt.
An Armen und Beinen trägt sie Schmuck,
im Haar trägt sie etwas, das ich nicht zuordnen kann.

J. Pferdehaare, die Haare eines weißen Pferdes…

Während wir die Frau beobachten,
die eine sehr starke Ähnlichkeit mit dir hat,
nähern sich Menschen aus dem Dorf.
Es ist komisch, es sind nur Frauen.
Sie stellen sich im Kreis auf, jede Frau vor einem dieser Steine.
Sie beginnen zu singen, ein SEHR seltsamer Gesang ist das,
es klingt dissonant, bizarr.

J. Schreib es doch!
Es klingt wie das Wiehern von Pferden!

U. Ja!
Die Frau, die vermutlich eine Art Priesterin ist,
zündet die Kräuter auf dem Altar an.
Sie beobachtet den Rauch, scheint darin zu lesen
und dann beginnt sie allein zu singen:
tief, rau, aber melodisch.
Es ist, als ob sie ihr Lied in den Rauch singt.
Das dauert sehr lange,
die anderen Frauen wiegen sich dazu,
aber bleiben stumm.

Das Feuer erlischt, die Kräuter sind verbrannt,
drei junge Frauen lösen sich aus dem Kreis,
Zwei von ihnen weinen, Eine ist wie erstarrt.
Die Priesterin reibt sie mit der Asche der Kräuter ein.
Dann gehen alle wieder zurück ins Dorf.

Die Priesterin nimmt einen Beutel, in den füllt sie die restliche Asche.
Sie reibt ihre Stirn damit ein.
Dann nimmt sie eine Art Wanderstab, einen anderen Beutel,
vermutlich mit Essbarem gefüllt und geht die Hügelseite hinab,
in die der Rauch zog.

John geht mit mir in die Luft, wir beobachten die Frau von hier aus.
Sie geht sehr, sehr weit unermüdlich.
Selbst als die Sonne untergeht,
geht sie weiter und weiter bis zum Sonnenaufgang.

Sie kommt zu einem sehr weiten Tal.
Ein See ist da und überall dort stehen Pferde.
Viel kleiner als die Pferde, die wir heute kennen.
Eines der Pferde scheint diese Frau zu riechen.
Gerade, ehe es weglaufen will,
beginnt die Frau wieder zu singen: leise, kaum hörbar.
Und sie nimmt die Asche aus dem Beutel, bläst sie in den Wind.
Die Tiere, eben noch nervös und unruhig,
heben ihre Köpfe in den Wind und schnuppern.
Die Ohren bewegen sich, sie stehen ganz still
und scheinen, zu lauschen.

Dann trennen sich drei Stuten aus der Herde,
jedes hat ein Fohlen bei sich, die Fohlen gehen zu anderen Stuten.
Nur diese Drei bleiben abgesondert,
sie scheinen die Frau zu suchen.
Langsam, vorsichtig, geht ein Tier nach dem Anderen
auf diese Frau zu.
Die Frau setzt sich hin, ganz ruhig.
Sie lässt sich beschnuppern,
dann beginnt sie zu summen, monoton, schön, tief.
Sie nimmt die Köpfe der Stuten, lehnt ihren Kopf an,
summt, streichelt.
Plötzlich rennen die drei Stuten los,
sie rennen in Richtung Dorf.

John löst das Bild auf, wir sind wieder im Haus am Meer.

U. Was war das?
So was hab ich noch nie gesehen oder gehört?

J. Andrea, das warst du.
Heute würde man sagen: die Schamanin.
Damals nannten sie dich Pferde-Schwester.
Nicht zu unrecht!
Du hast sie verstanden,
diese göttlichen Tiere UND sie verstanden dich.
Du hast auf vielerlei Art den Menschen deines Stammes geholfen.
Du kanntest die Kräuter und Heil-Erden.
Du kanntest Zauberlieder und konntest vorhersehen,
welche Wetter kommen würden.
Aber das, was wir eben sahen,
war sozusagen der Höhepunkt deiner „Karriere“!

Das Dorf hatte eine schwere Zeit hinter sich,
es hatte Überfälle gegeben.
Ein fremdes Volk war aufgetaucht.
Besser bewaffnet und sehr aggressiv versuchte man,
euch zu vertreiben.
Der Kummer und die Angst hatten bei drei Frauen dazu geführt,
dass ihre Milch versiegte.
Ihre Kinder waren tödlich gefährdet,
als du dieses EXPERIMENT gewagt hast.
Du selbst hattest nie gelernt,
wie du die Pferde beeinflussen kannst.
Niemand hat dich je unterrichtet außer deine innere Stimme.
Du hattest zwar davon gehört,
dass Menschenkinder durch Stutenmilch gerettet wurden.
Aber das waren Geschichten, die man sich auf Festen erzählte,
den heutigen Märchen ähnlich.
Dennoch: du hast dich einfach leiten lassen,
dich tragen lassen von deinen Instinkten.
Natürlich wusstest du,
dass du die Gedanken der Pferde beeinflussen konntest
und du hast seit deiner Kindheit immer gewusst, was sie vorhatten.
Du kanntest ihre Wege, ihre Kämpfe,
wusstest jede Bewegung, jeden Blick zu deuten.

Aber bisher hattest du es nur genutzt,
um deinem Stamm Nahrung zu beschaffen.
Jetzt aber warst du gekommen,
sie um etwas Ungeheuerliches zu bitten:
um ihre Milch!

U. Ist es gelungen?

J. Ja, die drei Stuten gingen ins Dorf
und sie ließen es tatsächlich zu, dass man Milch nahm.
Allerdings stürmte bald darauf die ganze Herde in das Dorf
und es begann für Alle eine recht schwierige Zeit.

U. Hm, und die Kinder?

J. Zwei überlebten, das Kind der Frau,
die so erstarrt war, starb.

U. Warum?

J. Sie hatte Gefühle in sich, die dem Pferd Angst machten,
es ließ sie nicht näher kommen.

Andrea, lange Zeit wurde deine Geschichte
an den Feuern der Menschen erzählt.
Du bist nie wieder zurück ins Dorf gekommen.
Du wolltest einfach nie wieder die Pferde als Nahrungsquelle sehen
und durch deine Kräfte dazu beitragen,
dass dies geschehen konnte.
Du warst zu sehr mit der Seele der Tiere verbunden.

Weißt du: Niemals verliert eine Seele ihre Fähigkeiten,
auch nicht über Jahrtausende.

Die Art und Weise, diesen Fähigkeiten Ausdruck zu verleihen,
verändert sich, aber nicht die Gabe selbst.

Das Pferd und der Mensch hatten einen Traum, habe ich gesagt.
Ein Traum gegenseitiger Liebe und Verbindung.
Nichts hat sich daran geändert.
Aber der Erfüllung des Traums seid ihr jetzt näher als je zuvor.

Kein anderes Tier eurer Reichweite kann den gleichen Dienst
an der Seele des heutigen Menschen tun:
Der Seele helfen, sich von den quälenden Gedanken zu distanzieren.

Schau dich um, Andrea:
Du lebst in einer Welt, in der Angst und Depression
neue Volkskrankheiten geworden sind!
So viele Opfer haben diese Krankheiten schon gekostet.
Aber keine eurer Statistiken kann das erfassen.
Angst und Ohnmacht spielen als Auslöser eine große Rolle.
Aber was heilt?
Wer heilt?

Es gibt viele Wege, sagst du.
Und ich gebe dir Recht.
Aber es gibt einen Weg, der ist wunderbar,
weil er ein erfüllter Traum ist.
Die Liebe eines Wesens zu erfahren 
– seine Treue, seine Begeisterung, seine Fürsorge – 
das soviel größer und stärker ist als man selbst.
Das heilt!
Das heilt Menschen, die Angst vor ihrer Ohnmacht haben.
Es heilt Menschen, die nie in ihrem Leben
zuverlässige Geborgenheit erfahren haben!
Ein Weg des Wunders.

Uta, hast du von Chiron gehört?

U. Der Zentaur, der große Heiler der griechischen Antike?

J. Ja, halb Mensch, halb Pferd.
Warum war er ein so wunderbarer Heiler?

U. Er kannte den Schmerz.

J. Er litt täglich Schmerz an einer alten Wunde
und war darum zum Experten des Schmerzes geworden,
denn er kannte auch alle Möglichkeiten,
Schmerz zu lindern.

U. Den gibt es auch in der Astrologie.
Es ist der Punkt, an dem der Mensch einen Schmerz hat,
der unauflösbar bleibt.
Man muss aus diesem Schmerz lernen
und kann dann heilen GENAU diesen Schmerz.

J. Schau in Andreas Horoskop!
Wo steht Chiron?

Ich mache, was er sagt und steige dann wieder ins Reading ein.

U. Im zweiten Haus, zusammen mit dem Mond
und dem Schicksals-Punkt.

J. Was heißt das deiner Meinung nach?

U. Ein alter Schmerz des sich nicht SICHER seins:
verletzte Emotionen, eine Ungeborgenheit
in den eigenen Gefühlen erleben müssen…

J. Ja, UNSICHERHEITSERFAHRUNGEN als tiefer Schmerz.
Und genau hier kommt Chiron auch als Heiler ins Spiel.

Andrea, DAS ist der Weg aus dem alten Schmerz,
hier liegt die Überwindung:
HEILER sein.
Heiler jener, die ANGST haben:
Angst vor Unsicherheit,
Angst vor Ohnmacht,
Angst vor den eigenen Gefühlen,
existenzielle Ängste…

Andrea, du fragst dich so oft:
WOZU lebe ich, ist das hier WIRKLICH alles?

Weißt du, liebe Andrea,
NIE findet der Mensch den tieferen Sinn des Lebens,
indem er eine Art der Existenz mit einer anderen Art austauscht.

Menschen, die ihrem Leben Sinn geben,
die bauen auf dem auf, was DA ist!
All ihre Erfahrungen,
all ihr Wissen aus dem gegenwärtigen Leben,
aber auch aus den Vergangenen
nutzen sie zum Wohl des Lebens.

Du BIST ein geborener Chiron, so,
wie du in vergangener Zeit die Pferde-Schwester warst.
Hier liegt Erfüllung und hier liegen Möglichkeiten.
Hier heilt der Heiler sich selbst,
indem er Andere heilt!

Es steht mir nicht zu, dir zu sagen:
Tu dies oder tu jenes.
Aber ich darf dir sagen, was deine Begabung ist.
Deine Begabung liegt darin,
mit beiden Wesen verbunden zu sein:
Tier UND Mensch.
Du kannst beide Sprachen ihrer Seelen.
Menschen leiden.

Tiere leiden, WEIL Menschen leiden
und in dir schläft die Gabe, zu heilen.
Nicht äußerlich,
sondern innen den alten Traum erlebbar zu machen.

U. Puh, danke, John,
du bist wirklich immer wieder für eine Überraschung gut.

J. Oh, bitte gerne (grinst).

U. Ich würde dir jetzt gerne Andreas Fragen stellen, wenn ich darf.

J. Sicher…

U. Andrea fragt, ob sie ungelöste Ahnen-Probleme hat.
Wenn ja, welche und
was kann sie dagegen tun?

J: Hast du, ja!
Zwei Seiten, Andrea, wirken auf dich ein:
Die eine Seite sagt dir, dass du UNGEWÖHNLICH zu sein hast!
Und die andere Seite sagt dir,
dass du UNVERRÜCKBARE Werte zu vertreten hast!
Das ist ein ziemliches Konfliktpotenzial!

Andrea, es gab „Ver-Rücktheit“ in der Ahnenreihe
und das ist der Grund,
warum du dich sehr, sehr bemühen musst, NORMAL zu sein.
Das ist auch der Grund,
warum deine Mutter soviel Aufwand betrieben hat,
demonstrativ normal zu sein.

Du müsstest weit zurückgehen in deiner Ahnenfolge,
um jene Vorfahrin zu finden,
deren unbeweintes Schicksal dies ausgelöst hat.

Zu weit, fürchte ich, um es in Erfahrung zu bringen.

U. Was war da los?

J. Es geht bis in die Zeit der Hexenverfolgung…

U: Da ist eine Ahnin als Hexe verurteilt worden?

J. Ja. Sie hieß Anna, eine junge, sehr schöne,
sehr lebenslustige Frau.

U. Und die war verrückt?

J: Nein, aber sie machte, was sie wollte!
Sie war so frei.
Es war nach dem Dreißigjährigen Krieg,
die Menschen waren hart geworden
und voller Misstrauen, niedrigste Gefühle trieben sie.

Anna starb,
weil sie von einer eifersüchtigen Frau angezeigt wurde.
Eine Verwandte sogar.

Anna lebte, was ihr in den Sinn kam:
Wenn sie tanzen wollte, tat sie es,
wenn sie singen wollte, tat sie es,
wenn sie weinen oder schimpfen wollte, tat sie es.
Sie war ganz ANDERS!
Und die Männer liebten Anna
und Anna liebte die Männer.

U. Klingt wie eine kleine Wilde…

J. Ja, genau das war sie.
Du stammst nicht in direkter Linie von ihr ab,
sondern von einer ihrer Schwestern.
Aber seit Annas Tod ist es in eurer Sippe verboten,
ANDERS zu sein
oder gar zu machen, was man will.
Ohne Rücksicht darauf,
was Andere davon halten.
Und es ist erst recht verboten,
seinen Instinkten zu folgen.

Vor nichts haben Frauen deiner Sippe soviel Angst
wie davor, ver – rückt zu sein.

Annas Tod blieb völlig unbeweint in der Familie!
Sie wurde erst verschwiegen, dann vergessen.
Aber immer wieder – in jeder Generation – taucht eine auf,
die ANDERS ist,
die Freiheit sucht und daran scheitert.

Andrea, du kannst nicht in deine Freiheit kommen,
ohne dich vom Band dieser Ahninnen zu lösen.
Es muss endlich um die verloren gegangene,
geopferte Freiheit getrauert werden.
Es wäre schön, wenn du deinen Vorfahrinnen
diesen Dienst tun könntest.
Es wird Zeit, dass sie zu Wort kommen!

So viel verschwiegene Freiheitsberaubungen!
Es sollte beendet werden, meine Liebe.
Auch um Deinetwillen.

U. Was kann sie tun?

J. Das wisst ihr doch längst, was zu tun ist.
Aber ich kann euch nicht befehlen und will es auch nicht.

Ich möchte nur so viel sagen:
Andrea, wie oft im Leben hast du deine Intuition angezweifelt?
Wie oft hast du dich ängstlich gefragt,
ob es sein kann, dass du gerade verrückt bist?
Wie viel, meinst du,
hat dich das an Kraft gekostet,
aber auch verhindert, dein Leben zu leben?

Es wäre schön, wenn es jetzt genug wäre!

Der andere Vorfahre ist eine andere Last.
Er trug viel Verantwortung, er trug sie,
weil er sehr feste Überzeugungen hatte
und mit der Verantwortung übernahm er auch Macht.
Macht in der Familie,
Macht in seinem Umfeld.
Und es ging ihm wie allen, die Macht tragen:
Er wurde schuldig.
Du musst nicht all zu weit gehen,
um ihn zu finden, liebe Andrea.

U. Wie weit?

J. Bis zum Weltkrieg, da fing es an.
(Ich bekomme nicht eindeutig,
ob er den Ersten oder Zweiten meint,
ich sehe Bilder aus Beiden).

Was folgte,
war eine sehr ambivalente Haltung
in der Familie zum Thema Macht.

Einerseits scheint sie anziehend,
andererseits absolut verwerflich.
Du siehst, Andrea, hier zeigt sich deine eigene Ambivalenz:
Einerseits hast du das Bedürfnis,
möglichst alle Situationen deines Lebens unter Kontrolle zu haben.
Andererseits möchtest du bitte höchstens
die Verantwortung für dich selbst tragen müssen.

Hier liegt viel Angst!
Angst vor folgenschweren Irrtümern,
unter denen Andere leiden könnten.
Dieser Ahne hätte dir so viel zu geben:
Mut und Durchhaltevermögen
und auch eine gute, tragende Disziplin.

Nur er muss in der Erinnerung der Sippe
zu seinen Vergehen schweigen!
Er darf nicht sagen, was er tat!
Und er bleibt so die graue Eminenz,
der man nie alles glaubte, bei dem man sich immer fragte:
Ist es wahr, was er erzählt hat?

Ein Ahne, der Schuld trägt am Unglück Anderer,
ist wie ein Bleigewicht an den Füssen seiner Nachkommen.
Er verhindert Erfolg, denn Erfolg bedeutet Macht.
Und Macht hat er missbraucht,
ohne je bereuen zu dürfen.

U. Puh, das sind beides keine Kleinigkeiten…

J. Es sind vor allem beides Verhinderer,
in die eigene Kraft und Wirkung zu kommen.

U. Okay.
Danke für die Information.

U. Andrea fragt,
welche Rolle Medialität in ihrem Leben spielt?

J. Andrea, welche Rolle deine Medialität spielen DARF,
bestimme nicht ich, sondern du!
Aber du hast sie,
seit undenklich langer Zeit ist sie Teil deiner Seele.

Und es ist jene Art der Medialität,
die Erde und Himmel zusammenbringt.
Jene, die weiß, dass alles Leben SEELE ist
und dass alle Seelen miteinander zu tun haben.

Diese Art der Medialität geht weniger über die Bilder,
sondern mehr über das Fühlen und WISSEN,
das intuitive Verstehen.

Mediale wie du sind die Brücken-Schläger
zwischen den Wesen, die die Erde beleben.
Zwischen Mensch und Tier,
aber auch zwischen Erde und Mensch.
Sie sind in der Lage, Tiere, Pflanzen und Steine zu verstehen
und die Resonanzen zu begreifen,
die zwischen diesen und den Seelen der Menschen bestehen.
Das ist eine ganz besondere Art der Medialität:
Alt und GUT für alles, was lebt.

U. Welche Aufgabe hat sich Andrea in diesem Leben vorgenommen
und was kann sie dafür tun?

J. lächelt: Ich hab es dir schon einmal gesagt.
Und da das nicht meine Meinung ist,
kann ich es auch nicht geändert haben.

Du hast dir vorgenommen,
die Welt ein klein wenig zu verbessern.
Und damit meine ich auch die WELT
und alles, was aus ihr ist.
Menschen, aber auch Tiere,
Menschen UND Tiere und die ERDE selbst.
Die Erde lebt, Andrea, sie ist kein „Ding“!
Und sie leidet, hat Wunden.
Tiere leiden und haben Wunden,
Menschen leiden und haben Wunden.

Und du möchtest ein Chiron sein:
ein Heiler der „Helden“
und „Lehrer“ der Ratlosen.
Und indem du dies tust, erfüllst du die Aufgabe,
dich selbst zu heilen aus deinen Sorgen und Ängsten
und Zweifeln daran, ob du je tief geborgen sein wirst.

U. Welches sind ihre Lern-Themen
und was kann sie dafür tun?

J. Du traust deinen Gefühlen nicht, deiner Inspiration.
Aber das ist es, was es zu lernen gilt.
Wechsel zu akzeptieren, Andrea,
statt anhaltender Beständigkeit.
Mit dem Mond zu wandern,
in der Fülle gehen und bei Neumond stillhalten.
Ebbe und Flut nicht nur zu akzeptieren,
sondern zu nutzen!

Es ist deine Aufgabe, zu lernen,
dass echte Stabilität nur durch die Annahme
des ewigen Wechsels erfolgen kann.

Was du dafür tun kannst?
Ach, mein Liebes, ICH werde dafür zu tun haben,
du brauchst nur eines:
Darauf zu achten!
Nichts weiter!
Nicht dagegen kämpfen,
sondern es sehen und lernen,
wie wunderbar es sein kann.

Eine weitere Herausforderung ist es für dich,
emotionale Sicherheit zu erwerben und zu vermitteln.
Das ist gar nicht einfach.
Aber schau nur, wie viel weiter du mit diesem Thema
in den letzten zwanzig Jahren gekommen bist!
Ist das nicht wundervoll?
Ich jedenfalls freue mich sehr darüber.

U. Hast du weitere Tipps für ihr gegenwärtiges Leben?

J. Nur einen Rat, Andrea:
Wenn ein Mensch nach etwas Neuem greift,
aber seine Hand ist voll mit altem Besitz, was dann?
Es geht nicht.

Siehst du:
Das Los lassen, Andrea,
was dir nicht mehr dient,
um das zu greifen, was dir dienen kann.
Das ist nicht einfach, aber es wäre gut.

U. Ja, lieber John, dann sind wir am Ende angekommen.
Ich möchte mich sehr herzlich bei dir bedanken.

J. Ja, ganz am Ende nicht,
ich würde gerne noch etwas sagen…

U. Ja?

J. Andrea, du hast seit einiger Zeit manchmal
ein ungutes Gefühl in einem bestimmten Raum.
Du hast recht mit deiner Vermutung:
Dort ist eine Beltseele anwesend!
Lass dir bitte von Uta erklären,
was es damit auf sich hat
und versuch bitte, deinen Intuitionen zu glauben.
Deine Neigung, zu rationalisieren,
ist zwar an sich gut.
Aber du rationalisierst
in die Richtung WILLEN!
Und der ist NIE wirklich rational!

Andrea?
Ich habe dich sehr, sehr lieb und ich möchte dir danken
auch im Namen deiner wunderbaren Mutter.
Ich soll dir sagen:
Alles ist gut!

Ja, dann sag ich Tschüss, ne?

Mit diesen Worten wird es sehr hell,
John ist gegangen.