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Elia – Was unterscheidet ein gutes Medium von einem schlechten Medium?

Wie unterscheidet ein Mensch,
ob er einem guten Medium begegnet
oder einem schlechten Medium?
Elia

Zu Gast ist Martha.

Elia: Guten Abend, liebe Freunde.

Martha: Guten Abend, Elia.

Guten Abend, liebe Martha.

E: Gott zum Gruße,
Gott zum Danke bist du auf dem Weg der Heilung.

Und ob ich schon wandle im finsteren Tal,
fürchte ich kein Unglück!
Denn der Herr ist mein Hirte,
sein Stecken und Stab trösten mich.
Er weidet mich auf grüner Aue.

Liebe Martha, finster können Täler sein und ausweglos.
Und ausweglos scheint der Weg des Menschen,
aber ganz sicher führt er stets zur grünen Aue!


Der, der diese Verse schrieb vor so vielen Jahrhunderten,
der kannte sich gut aus mit den Wüsten Kleinasiens.
Er selbst war ein Hirte, er wusste 
– wenn er Schafe durch die gefährliche Einöde trieb
in die Berge zu den grünen Auen hinauf –
dann würde er so manche dunkle Schlucht mit ihnen durchwandern.
Und er wusste:
Dass nur dadurch, dass er ihnen Begrenzungen setzte,
er die Schafe davor hindern konnte, abzustürzen.


All sein Einsatz galt dem Erreichen der grünen Auen!

Der Einsatz deines Engels Christian
gilt dem Erreichen deiner grünen Aue.

So wenig wie ein Schaf inmitten der finsteren Täler weiß,
wohin der Hirte es führt, so wenig weißt es du es.
Aber so sehr, wie ein solches Schaf seinem Hirten vertraut,
so sehr vertraust du deinem Engel und Gottes Schutz.

Dafür danken wir dir sehr,
denn es lässt deinen Engel nicht unberührt,
dass du leidest, dass du bangst.
Es lässt ihn nicht unberührt, dass du fragst und hoffst
und in großer Ungeduld das Ergebnis abwarten musst.

Niemand weiß so sehr um deine Not
und trägt diese Not in sich, wie er es tut.


Euer Leid ist in uns gegenwärtig!

Wir stehen weder über euren Empfindungen
noch lächelnd daneben,
sondern sie sind Bestandteil unseres Bewusstseins.
Darum lieben wir euch so sehr.

Stelle deine erste Frage bitte.

M: Ich bin in großer Freude und Dankbarkeit.
Dass ich hier sein darf, Elia,
dass es mich sehr berührt.
Und ich möchte mich bei allen Wesen bedanken,
die mir helfen, auch bei den Beiden, die hier sitzen.
Und ich bin sehr, sehr glücklich,
dass ich durch diese Hilfe
auch Zuversicht und Vertrauen erfahren habe.

Und meine erste Frage geht nach dem Sinn meines Unfalls,
aber ich denke, ich kann die Frage schon
durch deine Antwort abschließen.

Ich bin hier, um jetzt wirklich das Channeln zu erlernen
und etwas in mir weiß, ich darf und ich bin bereit.
Und etwas in mir sagt aber auch:
Darfst du denn,
kannst du denn,
ist es gut genug, was du dann einmal tun wirst?

Und ich möchte ja auch gut sein, wenn ich es tue.
Und meine Frage ist
– du siehst ja auch meine Entwicklung – 
Kannst du mir sagen,
ob ich damit mal anderen Menschen helfen kann und darf?

E: Meine liebe Martha:
Liebst du Menschen?

M: Sehr, ganz von allein.

E: Dann hast du das Abitur für Mediale soeben bestanden.
Was unterscheidet ein gutes Medium
von einem schlechten Medium?

Die Liebe!

Nicht das Lieb sein!
Denn nicht immer kann lieb sein, was ein Medium sagt.

Aber was aus Liebe gesagt wird, ist gut gesagt.

Es gibt Medien mit großartiger Wortgewalt
und es gibt solche, denen fällt nichts anderes ein,
als ein Gebet zu murmeln
und einen einzigen Satz dazu.

Und doch haben beide Medien, wenn sie gut sind,
die einzig entscheidende Gemeinsamkeit:
Sie lieben Menschen.


Menschen in Carne oder auch im Geist,
Menschen sind Menschen im Körper oder als Geistwesen.
Und Menschen, die sich geliebt wissen,
folgen der Weisheit der Liebe.

Liebst du dich, Martha?

M: Ich glaube ja.
Manchmal habe ich noch viel an mir zu erziehen,
aber im Prinzip finde ich mich ganz in Ordnung
und bin auch zufrieden mit dem Erreichten.

E: Und auch dann hast du eine der wichtigsten Voraussetzungen,
um ein gutes Medium zu sein, erfüllt.

Denn dann kann dich keine Schmeichelei in Versuchung führen,
das ist sehr wichtig.

M: Obwohl es ja immer gut tut,
wenn ein anderer Mensch eine Anerkennung ausspricht.

Es ist schwierig, sich da nicht zu freuen.

E: Selbstverständlich!
Ich spreche von Schmeicheleien
und von der Gefahr der Instrumentalisierung.

Denn eines muss ein Medium immer tun:
Wahrhaftig sein!

Wahrhaftig bedeutet, das zu sagen,
was in dem Augenblick in dir wahr wird.

Das ist die Kunst der guten Medialität.

Und als Letztes, Martha:
Bist du in der Lage, dich zu vergessen?

M: Ja, unterschiedlich gut und unterschiedlich lang,
aber ich kann es ganz.

E: Ja, über die Jahrzehnte deines Lebens hast du gelernt,
dich nicht mehr so arg wichtig zu nehmen.
Freilich bist du wichtig
und freilich braucht es Stunden,
in denen du die zentrale Rolle
in deiner Gedankenwelt spielen musst!

Aber wenn es erforderlich ist
aus der Liebe zu den Anderen heraus,
dann kannst du dich aus der Liebe heraus ganz selbst vergessen.

M: Ja, das kann ich.

E: Und somit ist erfüllt, was sein muss
und damit habe ich deine Frage beantwortet.

M: Ja.

E: Es ist gut und klug, wenn ein Medium in der Lage ist,
vor allem Eins in sich selbst zu bewegen. 
Nämlich den Gedanken daran:
Was das, was es sagt,
in dem Anderen auszulösen vermag.

Ein schlechtes Medium schaut nur auf sich.
Es schaut nur darauf,
ob es sich selbst gut fühlt,
ob es genug Ehre bekommt,
ob es genug Honorar bekommt.

Es bezieht sich in seiner Betrachtungsweise
des Vorgangs nur auf sich.
Entsprechend sind die Ergebnisse!

Ein gutes Medium vergisst sich selbst
und wird dadurch zum Sprachrohr:
zum Sprachrohr jenseitiger Wesen.

In Liebe selbst vergessen:
So ist der richtige Weg,
so kannst du nicht fehlgehen.

Fehler mögen sich ergeben
und das eine oder andere Mal magst du falsch verstehen
und das eine oder andere Mal magst du fehlinterpretieren.

Du bist Mensch!

Solange du ehrlicherweise betonst,
dass deine Arbeit eine Arbeit ist,
die das so gut wie möglich bieten kann,
aber nicht das Absolute,
weil es nun einmal in der Natur des Vorgangs
nicht anders möglich macht.

Das meine ich mit Wahrhaftigkeit!
Wahrhaftigkeit bedeutet für ein Medium nicht,
dass es behauptet,
nichts als die Wahrheit
und die reine Wahrheit auszusprechen.

Wahrhaftigkeit bedeutet für ein Medium vielmehr,
dass es sagt:
So gut wie möglich gebe ich wider,
was ich empfange.

M: Wollt ihr mich denn haben, bekomme ich den Job?

E: Martha, das Angebot liegt doch längst vor!

M: Okay.

E: Und die Bestätigung deiner Bewerbungsunterlagen
solltest du doch auch schon längst haben.

Warum sonst würdest du hier sitzen?
Brauchst du noch einen Stempel?

M: Danke, es reicht mir, Elia, danke.

E: Du liebst die Menschen,
mehr braucht es nicht.

Wir haben oft durch dich gesprochen,
nur du wusstest es nicht!
Oftmals dachtest du:
Woher ist mir diese Klugheit gewachsen?

Nun weißt du es!

Aber von nun bedeutet es auch einen besonderen Umgang
mit den Menschen, die sich an dich wenden!

Mit großer Sorgfalt muss jedes Wort bedacht werden. 
Denn von nun an bist du als Medium
auch Träger einer besonderen Macht:
Weil du eine Voll-Macht hast
im wahrsten Sinne des Wortes.

Vollmacht wird dort missbraucht,
wo sie zum eigenen Zweck rücksichtslos eingesetzt wird.
Ich spreche nicht von gegenseitigen Vorteilen!

Natürlich ist die Arbeit als Medium ein Vorteil für dich! 
Sowohl was die Menschen angeht,
die sich an dich wenden und mit ihren Themen
sehr zu deiner seelischen Bereicherung beitragen.
Als auch selbstverständlich,
um dir eine Möglichkeit zu geben,
im Rahmen deiner Kräfte so zu arbeiten,
dass dein Leben dadurch leichter wird
auch im materiellen Sinn.

M: Das wäre schön, ja.

E: Ja, aber das darf nicht einseitig sein,
sondern auf der anderen Seite steht die Wohlfahrt jener,
die sich an dich wenden:
seien sie Verstorbene oder Lebende.

Wer so liebt, der wird auch genutzt!

Wer bereit ist,
in diesem Sinn seine Gaben der Welt zu schenken,
der wird auch jene finden,
die sie von ihm fordern.
Diejenigen, die zu ihm sagen:
Gib mir von deiner Gabe.

Noch Eines möchte ich erwähnen:
Die größte Auszeichnung,
die eine menschliche Seele erreichen kann,
das ist kein Orden einer Staatsmacht,
das ist nicht die Beliebtheit der Bänker,
das ist nicht die Ehrerbietung der sozialen Mächtigen.

Sondern die größte Auszeichnung,
die ein Mensch erreichen kann, ist die:
Dass seine Liebe gebraucht wird!

Gäbe es für Liebe, die man spendet, einen Orden,
so würde es metallische Klänge verursachen,
wenn du einen Schritt machst,
weil all die Medaillen beginnen würden, zu läuten.

Es gibt sie nicht, Liebe ist unsichtbar!
Aber du sammelst einen Schatz im Verborgenen, ja?

M: Es ist schwierig für mich,
auszuhalten, so viel Gutes zu hören.

E: Oh ja!
Ich kann es dir nicht ersparen.

Deine nächste Frage bitte.

M: Ich möchte gern mit meinem Christian
den Kontakt vertiefen, ist das möglich?

E: Selbstverständlich ist das möglich, aber in dem Maß,
der dir und deinem Körper und deinem Geist zuträglich ist.
Bitte verzeih uns, wenn wir uns kurz halten.

Ich habe Phasen,
in denen rede ich mit Uta nur einen Satz
und gar mein geliebter Freund Feng
begnügt sich mit einem einzigen Wort.

M: Er hat Demut zu mir gesagt.

E: Worte sind mächtig und ich bitte dich sehr,
uns zu überlassen,
dass wir das Maß des Kontaktes
deinem Maß der Gesundheit anpassen.

M: Ich habe es mir immer als Unvermögen ausgelegt,
das war die Schwierigkeit daran.

E: Das ist sozusagen der Abgrund,
in den du rutschen kannst
auf deinem Weg durch finstere Täler.

Und es ist Aufgabe deines Hirten,
hier Stecken und Stab zu stellen,
damit du das nicht tust.

Den Stecken und der Stab,
den steckte ein guter Hirte
damals an die Ränder eines Weges,
da scheuten sich die Schafe,
an diesen Stecken vorbeizugehen.

Stecken und Stab stehen hier in diesem Moment damit,
damit du eben nicht
und auch in Zukunft nicht an dir zweifelst,
dass du es auf einmal nicht mehr Wert sein könntest.

Das ist etwas, was aus deiner Kindheit kommt!

Wie sieht es aus?
Weißt du das, wie es aussieht,
wenn du es nicht mehr Wert sein würdest?

M: Nein…

E: Dann gäbe es nicht nur keinen Kontakt,
sondern dann wäre dein Inneres verändert
in Wut, Abscheu und Verachtung für uns!

M: Das ist unmöglich!

E: Ja!
Immer bist du in Kontakt mit Christian, immer!
Aber nicht immer ist es dem Christian möglich,
dir auf einmal sehr viele Informationen zu geben.

Das hängt wirklich von deiner Verfassung ab:
Und zwar körperlich wie geistig!

Die Schmerzen, die du gelitten hast,
der Schock, unter dem du standest,
die Ängste, die du ausgestanden hast
und auch phasenweise die Entmutigung: 
Das alles hat dazu beigetragen,
dass auch dein Geist im Moment angegriffen ist
und es dir beizeiten sehr schwer fällt,
dich zu konzentrieren.

Das ist ganz natürlich so!

Es ist so natürlich wie die Tatsache,
dass du zur Zeit noch keine Waldwanderung machen kannst.

Aber bist du es deshalb nicht wert,
in den Wald zu gehen?

Doch, natürlich.

Lass dich bitte nicht auf jene Gedankenmuster ein,
die dir sehr vertraut sind, nämlich:
Ich bin schuld, es reicht nicht. 
Was ich tue, ist nicht genug.
Was ich bin, ist gleich drei Mal nicht genug.

Wir wollen, dass du begreifst und akzeptierst,
dass dies vorbei ist!

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird an nichts mangeln.
Er weidet mich auf grüner Aue.

Und ob ich schon wandele im finsteren Tal,
fürchte ich kein Unglück,
sein Stecken und Stab trösten mich.

Die Grenzen, die wir stecken, sind groß.
Wenn wir Grenzen stecken, dann aus Liebe!