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Elia – Du wohnst in dieser Zeit in dieser Welt, in der dieser Zeitgeist herrscht.

Du wohnst in dieser Zeit in dieser Welt,
in der dieser Zeitgeist herrscht.
Ein Zeitgeist,
der dem Anderen keinen Frieden gönnt,
ewig misst und verwirft und urteilt,

sich selbst überfordert
und Andere überfordert.

Der Zeitgeist ist weit entfernt
von Mitgefühl, Geduld

und erst recht von Toleranz denen gegenüber,
die andere und vielleicht auch
unverständliche Wege gehen,

weil sie andere
und vielleicht unverständliche Gefühle haben.

Elia

Elia. Guten Tag, liebe Freunde.

Hajo und Anita. Guten Tag, Elia.

E. Wie schön, dass du Gelegenheit hast,
jetzt hier zu sein,
jetzt Fragen der Weiterentwicklung zu stellen.

Noch vor wenigen Jahren wäre diese Zeit
eine Zeit gewesen der Selbstzerfleischung.
In Gedanken wärest du immer wieder und wieder
in die Ereignisse gegangen,
um zu hinterfragen, was an dir verkehrt sei.

Aber jetzt, jetzt hast du einen Entwicklungsstand erreicht,
wo du eine weitere Perspektive eingenommen hast.
Du siehst in größeren Zusammenhängen
auf solche Situationen und vor allem Eins:
Du siehst, dass alles, was geschieht,
dazu geeignet ist, weiter zu wachsen.

Eben nicht damit aufzuhören, sondern du siehst:
Was immer auch geschieht,
ist eine Ermutigung,
Fragen zu stellen und an denen zu reifen.
Ist das nicht wunderschön, Anita?

A. Ja.

E. Ich möchte mit Freude
dir deine heutigen Fragen beantworten.
Zuerst allerdings möchte ich bemerken,
dass es mich doch wundert,
dass du nicht nach deinem kleinen Lieblingstier fragst.

Liegt es daran, dass du es vergessen hast,
mich zu fragen?
Dann könntest du das jetzt tun.

A. Ja, gerne.

E. Es geht ihm wunderbar.
Er ist genauso gestorben, wie er wollte.
Es wäre ihm unerträglich gewesen,
dich weinen zu sehen.
Verstehst du das?

A. Ja.

E. Es war eine Bitte, die er von Anfang an hatte:
Dass er, wenn er genug dir gedient hat,
fröhlich gehen kann und sich nicht schämen muss, dass er geht.
Kannst du das verstehen?

A. Ja, das kann ich.

E. Er war gern bei dir.
Er hat dich gern getröstet.
Und er hat dir sehr gern gezeigt,
wie einfach Liebe ist.
Ist er nicht ein wunderbarer Lehrmeister gewesen?

A. Ja, stimmt.

E. Und du hast deine Lektion gelernt.
Liebe ist ganz einfach: Man muss sie tun.
Als Mensch genauso wie ein kleiner Hamster.
Liebe ist so natürlich und er hat es dir gezeigt.
Er war da, solange wie du gebraucht hast,
um das zu spüren.
Wollen wir ihm dankbar sein, nicht wahr?

A. Ja.

E. Gut.
Dann bitte deine erste nicht vergessene Frage.

A. Hast du eine Empfehlung,
wie ich die Blockade hinsichtlich der Angst,
dass Andere mich beurteilen, lösen kann?

E. Ja, es ist eine karmische Ursache.
Es ist das Urteil und es ist das allein – ganz allein – da stehen,
das hier eine große Rolle spielt
und das du mit dir herum trägst wie ein Damoklesschwert,
das drohend über dir hängt.

Deine Familie passt natürlich dazu.
Aber es ist wichtig für dich, Eines zu verstehen:
Die Zeiten, in denen der Mensch sich ganz und gar
dem Diktat einer Gemeinschaft zu fügen hatte,
weil er sonst stirbt, die sind Gott sei Dank vorbei.

In dem Maß, wie deine Seele es erlitten hat,
kannst du das gar nicht mehr erleiden.
Ja?

Macht eine Inkarnations-Übung!
Unbedingt! 
Denn, Anita, du bist anders.
Du bist nicht einmal besonders anders,
aber anders als die Menschen allgemein.
Und es sind solche wie du,
die die Wegbereiter sind
für eine neue Entwicklungsstufe der Menschheit.
Es ist ungemein wichtig,
dass es Anders-Menschen gibt.

Ich möchte das erklären:
Sicher ist dir klar, dass die Welt,
so wie sie jetzt ist mit ihren heutigen Werten,
für die Schöpfung eine höchst gefährliche Stufe erreicht hat!

Die Menschheit, so wie sie sich selbst,
aber auch die Schöpfung behandelt,
ist gefährlich vom Weg abgekommen.

Wenn wir auf euch schauen, dann sagen wir:
Das, was normal gilt in eurer Welt,
ist völlig verrückt!
Ver – Rückt im wahrsten Sinn des Wortes:
Weg gerückt vom vernünftigen, klugen, erhaltenden,
Schöpfung fördernden Weg!
Völlig verrückt.

Ich weiß:
Viele, viele bekommen die Botschaft von einer Veränderung
und ich habe schon oft mich dazu geäußert.

Eine Veränderung des menschlichen Bewusstseins geschieht
aber nicht wie durch Zauberhand,
sondern sie geschieht allmählich.
Innerhalb bestimmter Schicksals-Wellen
werden erst einige Menschen ihre Andersartigkeit
bezüglich der normalen Werte leben.

Und diese Ersten, das sind die Pioniere!
Die braucht es! 
Sie werden betrachtet, beurteilt auch.
Und sie werden der Weg sein,
den die Anderen gehen müssen,
um bestehen zu können.
Darum braucht es Menschen wie dich!

Ich weiß:
Das ist eine völlig neue Perspektive für dich.
Aber gerade darum ermuntere ich dich.
Anita, du wirst ein Weg sein,
der andere Menschen aus ihrer Zwangssituation führt.
Nämlich aus jenen inneren Zwängen,
denen sie meinen, völlig unterworfen zu sein.

Du bist Anders
und damit in der Zukunft deiner Welt ein Lösungsweg.
Aber zuerst ist es wichtig,
deine Furcht genau davor zu verlieren.
Und daran solltet ihr heute noch arbeiten.
Ja?

A. Hm.

E. Gut. Deine nächste Frage?

A. Ich habe auch Angst davor,
eine Wissende zu sein und zu helfen.
Kannst du mir hier eine Empfehlung geben,
wie wir hier die Blockade lösen können?

E. Das gehört zusammen, Anita,
das ist ein und dasselbe Thema.
Und ich denke, das ist dir gerade im Moment auch ganz klar.

Das Anders sein ist eben nicht,
Verrückt zu sein.
Wer Verrückt ist, wird nicht ernst genommen.

Der wird auch nicht der Pionier
oder der Weg aus der Not sein, das Vorbild.
Der wird belächelt, zur Seite gestellt
und alle Anderen bleiben letztlich unberührt.

Aber die Wissende zu sein, das ist etwas anderes! 
Die Wissende sein und gerade darum anders,
das war in einer anderen Zeit
in einer anderen Kultur
sehr nachteilig für dich.

Das wird es heute so nicht mehr sein.
Nicht nur, weil die Welt als Solche anders geworden ist,
sondern du auch.

Auch du hast viel gelernt,
um auf eine ganz neue Art mit der Situation zu leben,
wissend zu sein.
Ihr werdet sehen. Ja?

A. Hm.

E. Deine nächste Frage, liebe Anita.

A. Hast du einen Rat zu meinem Umgang und
Zugang zu meinen Gefühlen?

E. Anita, du fühlst ja! 
Es ist ja nicht so,
dass du die Gefühle abgespalten hättest,
aber du hast laute und leise Gefühle.

Und hier dürft ihr einmal gemeinsam studieren
morgen in einem Gespräch,
welche Gefühle laut sind und leise gehören
und welche leise sind und laut sein dürfen.
Auch das ist Thema des Anders seins.
Ja?

Merkst du, Anita, eigentlich ist es ein großes Thema.
U
nd das Thema lautet:
Kann das sein?
Kann das wirklich wahr sein:
Ich soll ein Vorbild sein?
Du wirst sehen.

Deine nächste Frage.

A. Vielleicht gehört die auch zu diesem großen Thema.
Was sind die Gründe für das respektlose Verhalten,
das mir entgegen gebracht wird?

E. Du weißt es im Grunde.
Es ist deine eigene Vermeidung,
Respekt zu erhalten,
weil mit dem Respekt die Gefahr kommt:
Die Gefahr,
dass du der falsche Weg sein könntest!

Es ist aber eine andere Inkarnation.
Und ich empfehle,
eine zweite Inkarnationsarbeit
an diesem Wochenende zu machen.

Respekt der Anderen:
Weißt du, Anita,
wenn man von den falschen Menschen Respekt bekommt,
ist es sehr, sehr schädlich.
Wenn man von den richtigen Menschen Respekt bekommt,
ist es eine schwierige Aufgabe.

Heute ist heute! 
Du bist anders, als du damals warst,
als der Respekt von der falschen Seite kam! 
Du bist so viel weiter!

Aber du hast dir ein Versprechen gegeben.
Und dieses Versprechen
– dass du nie wieder die Seele sein willst, die Andere anführt –
hast du bis jetzt viel zu sehr ins Leben integriert.

Es ist nie gut,
wenn eine Seele sich ein Versprechen gibt.
Das macht sie unflexibel.

Und es ist sehr gut,
wenn dieses Versprechen
aus ganzem Herzen aufgelöst wird:
Wer dich nicht respektiert,
muss dir nicht folgen.

Wer dir nicht folgt,
für den kannst du nicht verantwortlich sein.
Das kann man als Befreiung erleben,
liebevoll aber ist es nicht.
Ja?

A. Hm.

E. Gut.
Gibt es noch eine Frage?

A. Ja.
Wie finde ich zu einem ruhigeren Standpunkt,
was meine Wohnsituation angeht?

E. Hm. Anita, einmal ganz sachlich gesagt: 
Du wohnst in dieser Zeit, in dieser Welt,
in der dieser Zeitgeist herrscht.

Ein Zeitgeist, der dem Anderen keinen Frieden gönnt,
ewig misst und verwirft und urteilt,
sich selbst überfordert,
Andere überfordert.
Weit entfernt von Mitgefühl, Geduld
und erst recht von Toleranz denen gegenüber,
die andere und vielleicht auch unverständliche Wege gehen,
weil sie andere und vielleicht unverständliche Gefühle haben.

Du bist in eine Welt hineingeboren,
in der alles ein Maß hat.
Selbst ein Blatt Papier hat ein bestimmtes Maß,
sonst ist es kein Blatt Papier, habe ich gehört,
sonst ist es bestenfalls ein Zettel.

In meiner Zeit gab es das nicht.
Ein Blatt Papier hatte genau das Maß,
das der Papier-Schöpfer hatte.
Und der hatte es selbst zusammen gezimmert nach Gutdünken.

Bei euch wird alles gemessen an Normen.
Und wer den Normen
– das heißt ja nichts anderes als dem Normalen –
nicht entspricht, der gerät ins Ab-Urteil.

Anita, wo immer du wohnst, wo auch immer:
Diesem Zeitgeist kannst du nicht entgehen! 
Aber auch, wo immer du wohnst:
Es gibt Menschen,
die sich nicht so sehr unter die Kontrolle der Norm stellen
und toleranter sind, offener, lernfähig, zugewandt.
Die leben wie du unter dem Druck derer,
die die Norm wollen.

Warum gibt es nur solche Differenzen?

Weil ihr in einer Wendezeit lebt!
Wenn Dinge sich wenden,
die so wichtig sind wie das Bewusstsein der Menschheit,
dann, weil extreme Gegensätze aufeinander prallen!

Nicht du bist ambivalent,
sondern die Situation ist es, Anita.

Nicht du bist innerlich zerrissen,
sondern die Fakten sind so widersprüchlich.

Ist das erstaunlich?
Es sind ja Fakten!
Es gibt einen extremen Unterschied
zwischen zwei Arten von Bewusstsein,
die miteinander nicht vereinbar sind.

Es ist nicht deine Aufgabe, Menschen,
die sich der Norm fügen,
die ganz und gar in ihren Werten
des Verurteilens und Ausnutzens stehen, zu ändern.
Das ist nicht deine Aufgabe!

Das ist Aufgabe von denen,
die sie aus himmlischer Sicht begleiten.

Deine Aufgabe ist es, denen nah zu sein,
die wie du auf dem Weg zu einem anderen,
liebevolleren und toleranteren Bewusstsein sind.

Mach dir bitte klar,
was dich scheinbar innerlich ambivalent
und zerrissen sein lässt:
Es ist nichts weiter als die Spiegelung dessen,
was dir Außen begegnet.
Aber es liegt an dir, zu wählen,
was du bedeutender für dich findest:
den Tadel der Intoleranz oder
die Güte der Toleranz.

Es ist nicht einfach, das weiß ich:
Die zehn Prozent wichtig zu finden,
die neunzig Prozent aller Anderen unwichtig zu finden.

Aber wie viel mehr Freude wirst du in deinem Leben haben,
wenn du in deinen Gedanken viel mehr Platz
für den Frohsinn,
die Liebe,
die Toleranz
und die Güte der Menschen hast,
bei denen du sie beobachten kannst.

So wenig Menschen haben die Kraft,
dem Zeitgeist zu widerstehen!
Und dennoch lieben wir euch alle
und hoffen so sehr,
dass immer mehr ihr Bewusstsein für Toleranz,
Güte und Liebe öffnen.

Wir wünschen es euch
und wir können mit Zuversicht in die Zukunft
der Menschheit blicken,
weil es diese Ausnahmemenschen
auch in eurer Zeit gibt,
die den guten, wahrhaftigen, menschlichen Weg wählen.

Also, ich fasse zusammen:
Anita, du kannst dem Konflikt,
der nun einmal in deiner Welt ist,
nirgendwo entgehen.

Es wird dir in immer gleicher Weise stets gleich begegnen,
bis sich massive Änderungen in den Umständen ergeben.
Und zwar nicht nur solche,
die sich auf deinen Wohnort beschränken! 
Sondern solche, die sich mit den Werten der Menschen befassen. Ja?

A. Hm.

E. Also bitte nicht die Schuld bei dir suchen!
Sondern sehen, dass das, was da in dir vorgeht,
der Spiegel dessen ist,
was außerhalb von dir tägliche Realität ist.
Gut?

A. Ja.

E. Ganz einfach:
Freu dich an dem, was gut ist.
Freu dich an dem, was du leben kannst.
Es ist etwas sehr Großes, kleine Dinge zu lieben.
Manchmal nichts weiter
als ein blühender Apfelbaum im eigenen Garten. Ja?

A. Ja.

E. Gut. Sind wir dann fertig?

A. Ich hätte noch eine Frage.

E. Gut.

A. Gibt es eine Ahnenlast hinsichtlich der Medialität?

E. Ja, die gibt es.
Es trifft ein Paar. 
Mann und Frau wurden in der Mitte des 15. Jahrhunderts hingerichtet ihrer Fähigkeiten wegen.
Sie sind direkte Vorfahren von dir.

Er war ein einfacher Bauer, aber er war ein Wund-Besprecher.
Und sie war im Grunde nicht einmal medial,
sondern feinfühlig, aber auch sehr offenherzig.

Sie trug, wenn du so willst,
das Herz auf der Zunge und sagte, was sie dachte.
Und das sagte sie dem Falschen:
nämlich einem Geistlichen.
Teil das bitte Uta mit.

Die Frau hieß Anna und der Mann Berthold.
Sie sind Vorfahren der weiblichen Linie.
Ja?

A. Ja.

E. Gut.
Damit habe ich dir hoffentlich einen guten Rat gegeben,
ohne ratschlagend zu sein.

Ein Rat ist doch nichts anderes,
als die Möglichkeit zu öffnen,
ein Problem von einer anderen Seite zu betrachten.

Dass du dies suchst
– die andere Perspektive zu sehen –
ist schon ein wichtiger Bestandteil deines Anders seins,
ist schon ein Teil dessen,
für Andere der Weg sein zu dürfen.

Anita, wir sind sehr stolz auf dich.
Und wir danken dir sehr.
Hab eine gute Zeit.

Auf Wiedersehen.

Anita und Hajo. Auf Wiedersehen, Elia.