Erntedank

Das Lehren und Lernen des TROTZDEM

Das Lehren und Lernen des TROTZDEM

Wie soll man beweisen, dass man „richtig“ ist?

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Franziska zu verbinden, Franziska bittet um diesen Kontakt.

Ich gehe über einen kleinen Platz, Kopfsteinpflaster kann ich sehen und in der Gosse treibt allerlei Unrat.

Fachwerkgebäude, die sich an der Straße entlang ziehen, auf einer Sandsteintreppe sitzt ein junger Mann, der sich hohe, schmutzige Stiefel auszieht. Er winkt mich zu sich. Er trägt eine Uniform, wie ein Wachsoldat aus dem 18ten Jahrhundert, seinen Helm (ich weiß nicht, ob man das so nennt, so etwas, was die Soldaten Friedrichs des Großen tragen ) hat er vorsichtig neben sich gestellt.

G: So, das ist doch schön, das es geklappt hat, ziehen eben doch mehr an einem Strang, als sich so mancher denkt!

Dann komm mal rein. Das war immer ein Ärger mit den Stiefeln, durfte kein Stäubchen dran sein, aber das mach mal bei den Strassen hier!

U: Bist du der Guide von Franziska?

G: Einer von Dreien, ja, Jochen Albert Kamus.

Nee, ist nicht Potsdam hier, das hier ist Königsberg, meine Güte, und das musste ausgerechnet mir passieren, eigentlich war ich aus dem Rheinland.

Aber arm wie eine Kirchenmaus, bin ich nach den Preußen, da waren wir Kamus besser aufgehoben, hab mich gleich verpflichtet, warum auch nicht, nach Frankreich führte ohnehin kein Weg zurück. Da bist du so oder so ohne Wurzeln.

Aber, komm rein, es plaudert sich drinnen besser als draußen.

Als er aufsteht, merke ich erst, wie groß er ist, er stakst – anders kann man das nicht nennen – vor mir durch eine Art Diele, dann öffnet er eine Zimmertür und ich bin sehr erstaunt, das es ein so schön eingerichteter Raum ist, am meisten staune ich über eine Art Klavier, das da steht. Ein Soldat und Musik?

G: Das ist ein Spinett, meine Frau hat darauf gespielt.

Kultur! Das war es, was wir in dieses Land brachten.

Marie konnte sich nur schwer in die Gesellschaft der hiesigen Damen einfinden, die Musik hat es ihr erleichtert, ich ließ es ihr extra aus der Verwandtschaft in Frankreich bringen.

Alles, was du hier siehst, atmet immer noch ihren Geist.

U: Ist sie gestorben?

G: Oh, nein, nein, sie hat mich verlassen oder vielleicht hat sie auch nur Preußen verlassen, wer kann das schon sagen?

Ich denke, sie war weniger mit mir als mit den Umständen verheiratet, in denen wir lebten, und so gesehen war es für sie keine gute Ehe.

U: Ich spüre, dass du sie trotzdem liebst, oder irre ich mich da?

G: Nein, das stimmt, genau darum geht es:

Um Vertrauen und Enttäuschung.

Und wo die Liebe bleiben kann, wenn Vertrauen eine Täuschung war.

Ich muss unbedingt mit Franziska darüber reden.

Weißt du, Franziska ist geboren, um zu einer freien Art der Liebe zu finden:

Liebe zu sich…

Liebe zu anderen…

Und weiß Gott, sie war mehr dazu bereit, als sich sagen lässt!

Das wäre schön einfach gewesen, nicht wahr, wenn sie mit offenem Herzen der Eltern begleitet worden wäre, nur so war es ganz gewiss nicht. Dann hätte sie niemals ihre Aufgabe erreicht, die EIGENE Art zu lieben, zu hinterfragen.

Sie versucht das jetzt, aber sie schaut immer noch viel zu sehr darauf, was die anderen mit IHR tun, als darauf, was sie mit sich selbst tut.

Hier, das hier war genau die gleiche Geschichte.

Mein Vater war Hugenotte, streng, klug, kultiviert und ja, eben leider keiner der katholischen Christen, wie es in der Heimat meiner Mutter üblich war und er war auch nicht bereit, sich ihren Glauben zu nehmen.

Das bedeutete Fremd sein und bleiben!

Mutter litt darunter, sie wurde von ihrer Verwandtschaft geschnitten, wo es nur ging. Das änderte sich auch nicht, als Vater starb.

Sie heiratete wieder, dieses Mal einen braven Katholiken, aber mein Bruder und ich blieben die Franzosenbälger.

Auf der einen Seite war in uns die feste Überzeugung, etwas besser zu sein als die anderen.Schließlich konnten wir lesen, schreiben und rechnen, besaßen Messer und Gabel.

Ganz im Gegensatz zu unserer ländlichen Verwandtschaft waren wir dank unseres Vaters kulturell wesentlich weiter entwickelt.

Andererseits war das nichts, wofür wir geachtet wurden, im Gegenteil!

Wir Kamus waren und blieben Fremde, obwohl wir genauso mit Rheinwasser getauft worden sind wie alle anderen im Dorf.

Ah, und wie sehr habe ich darauf vertraut, dass ich die anderen davon überzeugen kann, „RICHTIG“ zu sein.

Das war mit Franziska nicht anders: Sie fühlte so sehr, das es wichtig ist zu beweisen, das sie „RICHTIG“ ist.

In ihrer Seele leben immer noch Erinnerungen vergangener Zeiten, in denen auch sie einen Status hatte, der sie aus der Norm heraus hob.

Sie war es gewohnt, von Geburt an besonders geschätzt und geachtet zu werden, aber gerade das ist die Ursache der Herausforderungen, derer sie sich heute zu stellen hat und was das angeht, gleichen wir uns sehr:

Auch ich kam mit derartigen Vorprägungen auf die Welt.

Auch meine Seele wollte lernen, das wir unseren Selbstwert nur dann wirklich UNSER nennen können, wenn wir ihn uns erarbeitet haben.

Wie könnte dies besser gelingen als in einer Familie, in der diese herausragende Stellung NICHT gesehen wird.

Versteh mich bitte richtig: Das hat nichts mit Überheblichkeit zu tun, es ist sehr, sehr gut, wenn sich eine Seele Ihrer Besonderheit bewusst ist.

Das muss und soll jede Seele erfahren.

Aber es ist absolut notwendig, das sie die GEWISSHEIT, die Bestätigung ihrer Besonderheit NICHT über das Außen erfährt, sondern aus sich selbst heraus, völlig unabhängig vom Urteil anderer entwickelt.

Hier geht es um Liebe, habe ich gesagt, um die Liebe zu sich selbst und um die Liebe zu anderen und um Vertrauen.

Franziska ist wie auch ich aus der Seelenfamilie der Lehrer.

Lehrer lernen, Lehrer lehren und manchmal nehmen sie sich vor, beides in einem einzigen Leben zu verwirklichen.

Was wir, sie wie ich, zu lernen und zu lehren haben, ist das große TROTZDEM.

Ich erlebe, dass ich große Werte habe, trotzdem werde ich nicht mit dem Respekt und der Liebe bedacht, wie es mir gerecht würde.

Das geschieht in der Kindheit.

Da stehst du, kannst so wundervolle Erfahrungen und Erkenntnisse vermitteln, du bist in der Lage, auch noch die anscheinend unverbindlichsten Gegenpole zu verbinden, weil Liebe und Toleranz für dich immer eins sind.

Weil du, obwohl du noch ein Kind bist, weißt, dass alle Menschen zusammengehören, das ist ein Herzenswissen von dir!

Aber gerade dir, bringt niemand Toleranz entgegen, gerade du scheinst den anderen nur recht zu sein, wenn du in ihren Augen richtig bist.

Hier wird das erste große TROTZDEM gelehrt.

Obwohl die anderen nicht fähig sind, dich zu verstehen, liebe sie trotzdem!

Sei nicht wie sie!

Erwarte nicht, dass sie dich verstehen, dass sie deine Toleranz und Güte verstehen…

Liebe sie trotzdem.

Lass dich nicht von deinen wahren Werten abbringen, dann enttäuscht du dich am eisten, dann verlierst du dich selbst.

Sei du, sei dir das wert!

Aber liebe sie trotzdem!

Sie sind eine Enttäuschung?

Dein Herz hat soviel gehofft…

Du warst so geduldig, du warst so bemüht?

Nichts hat sich geändert?

Sie verstehen dich nicht.

Wer enttäuscht da wen?

Sie haben dir nie gesagt, dass sie deine Werte annehmen werden!

Sie haben dir nie gesagt, dass sie verstehen werden, welches großes Geschenk du ihnen machst, wenn du deine Werte lebst: Liebe, Toleranz, Güte, Optimismus…

DU warst es, die GEDACHT hat, das sie es als wertvoll erkennen würden, wenn du es nur richtig genug vermittelst.

Also hast DU dich selbst getäuscht.

Aber deswegen darfst du dir nicht böse sein, denn das geschah.

Das diese Werte, die du hast, so richtig sind, auch dann gelten, wenn sie keinen Zuspruch durch andere erfahren.

Obwohl ich mit meinen Werten allein dastehe, halte ich mich daran TROTZDEM!

Und da, wo du das tust, da wirst du zum Lehrer!

Damit überzeugst du!

Das Schrecklichste, was deiner Seele passieren kann, ist, verbittert zu werden.

Sich dem Enttäuscht sein hin zu geben.

Dann war doch alles umsonst!

Siehst du, ich weiß doch, dass du Angst hast, dass es dir manchmal wie ein Wahnsinn vorkommt, immer und immer wieder:

Du stehst da, den Arm voll wunderbarer Gaben und die sehen es nicht…

Die fühlen es nicht!

Tu es trotzdem und versuche, nicht zu erwarten, dass es klappt.

Was dich wahnsinnig macht, ist, es unsinnig lange zu versuchen.

Stell dir vor, du wärest wirklich ein Lehrer: Wie oft – denkst du – ist der bereit, seinen Schülern zu erklären, wie man die Wurzel aus 548 zieht?

Das sind nun leider Schüler, die haben einfach keinen mathematischen Verstand!

Was soll er da tun?

Na, das versucht er bis er weiß, warum sie ihn nicht verstehen…

Und dann, wenn er sieht „Aha, die KÖNNEN es nicht anders“, dann lässt er es sein.

Da wird er ihnen vielleicht anders helfen können. Mit seiner Mathematik jedenfalls nicht, soviel steht fest!

Wer hat da denn den eigentlichen Fehler gemacht? Die Schüler?

Na, die können doch nichts dafür, dass sie keinen mathematischen Verstand haben.

Oder der Lehrer? Nein, dem hat vorher keiner gesagt, dass in dieser Klasse nur Schüler sitzen, die keinen mathematischen Verstand haben.

Das, worum es geht, ist, dass beide Seiten sich zur Wahrheit bekennen: Die Schüler sollten ab einem gewissen Punkt zugeben, dass sie einfach nicht verstehen, was er erklärt…

Und er muss, sobald er weiß, dass sie überfordert sind, zugeben, dass es sinnlos ist.

Franziska, du bist sehr bemüht, aus allem und jedem das Beste herauszuholen, was möglich ist. Nicht für dich, sondern für sie!

Aber sobald man sieht, das geht nicht, da muss man es sein lassen und weniger schauen, was DU weißt, das gut für sie wäre, sondern was sie GLAUBEN, das gut für sie ist.

Wenn du dann noch der Ansicht bist, ihnen förderlich zur Seite stehen zu können und zu wollen, dann ist es gut.

Ab wann denkst du, wäre es sinnlos? Es ist sinnlos, wenn das, was sie von dir lernen und nehmen wollen, nicht zu den Dingen gehört, die du richtig findest, die dir innere Freude bereiten.

Dann bist du der falsche Lehrer und sie sind die falschen Schüler.

GANZ FALSCH wäre es für solch einen Mathematiklehrer, wenn er auf Grund seiner enttäuschenden Erfahrung seinen Beruf, seine Berufung aufgäbe und sich nie wieder als Lehrer betätigen würde.

Es wäre ganz falsch, wenn er auf Grund der Tatsache, dass diese Schüler ihn nicht verstanden haben, der Ansicht wäre, ein schlechter Lehrer zu sein.

Wenn er so sehr von sich enttäuscht wäre.

Denn, nicht wahr, es gibt so viele Schüler und er kann nicht wissen, ob der nächste Schüler nicht ein kleiner Einstein ist.

Es geht in deinem Leben um das „Trotzdem“ der Liebe, zu dir und zu anderen.

Du weißt, was du kannst, aber du schaust zu wenig darauf. Du steckst voller einschränkender Urteile über dich selbst.

Woran misst du das? Am Erfolg, am Ergebnis?

Das hängt aber doch nicht nur von dir ab, sondern so sehr auch von denen, die dir begegnet sind.

Franziska, du hast solche Angst davor, das du der Anlass sein könntest dafür, das ihnen etwas schief läuft…

Du hast eine so unterschwellige Angst davor, dich schuldig zu machen, das du bis jetzt gerade erst die Anfänge der Kräfte zutage gebracht hast, die eigentlich da sind.

Aber weißt du, eines will ich dir sagen: Es sind nicht die Dinge, die du SAGST und die Dinge, die du tust, die zu Verlusten führen…

Sondern das, was du NICHT sagst und NICHT tust.

Bist du dir im Klaren darüber, das du gekommen bist, um in dieser Welt zu strahlen?

Du BIST in deinem Herzen ehrgeizig, du BIST in deinem Herzen bereit, die Welt, in der du bist, zum Besseren zu verändern…

Und du bist dazu bereit, denen helfend und stützend zur Seite zu stehen, die dir nahe sind…

Aber immer wieder zögerst du, bist du bescheidener, als gut ist!

Du zerstörst niemanden, wenn du für das, was du tust, gibst und weißt, Respekt und Anerkennung forderst, aber du raubst dir selbst die Kraft, wenn du es nicht tust.

Im Grunde deiner Seele willst du ein strahlendes Beispiel für Vertrauen in das Leben sein…

Du willst ein lebendes Beispiel sein für Optimismus und Zuversicht.

Es sind nicht DEINE Ängste, die dich davon abhalten, es sind die Ängste deiner Familie, die du da mit dir herum trägst.

Du meinst, das sei erwachsen? Das ist nicht erwachsen, das ist eine naive kindische Angst vor dem Gespenst im Schrank.

Es ist nicht wahr, das wir immer nur zu leiden haben, wenn wir Liebe investieren.

Sieh mich an: Meine Frau verließ mich. Oh ja, ich war sehr enttäuscht.

Bis ich begriff, das ich mich selbst getäuscht hatte!

Es war einfach niemals ihre Wahrheit, dass man überall glücklich sein kann! Das war meine und die konnte sie eben nicht nachvollziehen.

Ich habe sie dennoch geliebt, wurde dankbar für diese Erfahrung, die sie mir bereitet hat und liebte schließlich wieder, warum auch nicht?

Ich hatte JETZT endlich gelernt, zu schauen, ob die nächste Frau die gleichen Wahrheiten hatte wie ich: Ob sie das, was ich zu bieten, zu geben hatte, zu schätzen weiß.

Der gleiche Lehrer, aber andere Schüler.

Du muss lernen, zu schauen, was zur Enttäuschung geführt hat, worin du dich selbst getäuscht hast. Es gibt richtige und falsche Schüler.

Du musst schauen, WAS du zu unterrichten hast!

Das weißt du auch nicht? Du hast jahrelang versucht, das Fach zu unterrichten, das deine Mutter unterrichtet.

Soll ich dir sagen, was dein Fach ist? LEBENSFREUDE! INDIVIDUALITÄT! TOLERANZ…

Diese drei Fächer.

Jetzt sollte ich Selbstdisziplin dazu nennen, aber hier zögere ich.

Denn nicht wahr: Es wird ganz schnell zur Selbstgeißelung!

Deine Selbstdisziplin muss ich nicht fördern, das will ich auch nicht.

Sie ist, solange du die ersten drei Fächer nicht voll zur Geltung bringst, in deinem Leben leider zu groß, sie erstickt die anderen.

Bitte versuch, sie ein bisschen weniger zu beachten zugunsten der anderen.

Ein Lehrer der Menschen bist du, der dort sein volles Können entfaltet, wo das, was er sagt, auf fruchtbaren Boden fällt.

Drei Dinge müssen passen: Der Lehrer, der Lerninhalt und die Schüler!

Schau auf dein Leben! Und schau, wie oft du deine Kraft darin vergeudet hast, die falschen Menschen die richtige Botschaft zu schenken.

Und bitte, meine Liebe, lass es kein Grund sein, dich grundsätzlich abzuwenden.

Denn deine edelste Botschaft liegt in deinem Trotzdem.

Wofür ehren sich Menschen? Für Heldentaten!

Ich sage: Es ist eine Heldin, die nach dem, was du erlebtest, dennoch in der Liebe bleibt, dennoch mit wahrem Heldenmut Vertrauen übt.

U: Danke, Jochen darf ich dir jetzt die Fragen von Franziska stellen?

Franziskas Frage nach dem, was euch verbindet, hast du beantwortet, sie fragt aber auch nach Fähigkeiten, die sie hat und mit deiner Hilfe intensivieren kann?

J: Ich bedauere, ihr sagen zu müssen, dass alles, was sie an spirituellen Fähigkeiten hat, IHR dienen soll!

Es ist nicht ihre Aufgabe, daraus das zu machen, was ich als den Lehrstoff bezeichnen möchte, den sie weiter zu geben hätte.

Das tun andere in ihrer Nähe!

Sie aber ist, wenn sie es mag, der feste Anker zum Hier und Jetzt.

Ihre feine Beobachtungsgabe…

Ihr wacher Verstand…

Ihre Art, sich in die anderen hineinzuversetzen…

Und vor allem ihre Fähigkeit, zwei eigentlich unvereinbare Gegensätze in einen Kontext zu bringen, befähigen sie dazu, deren Schutz und Halt zu sein.

Sie weiß, was gut und richtig ist und hat zur gegebenen Zeit auch die Durchsetzungsstärke, vor falschen Informationen zu schützen.

U: Franziska also so eine Art Pimp?

(Anmerkung: Ein Pimp ist in der britischen Spiritualität der Schutz und Begleiter eines Mediums. Er stellt die Fragen in der Volltrance an den Geist, er beendet die Trance, wenn das Medium in Gefahr gerät usw. Eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.)

A: Wenn sie es möchte, ja, aber dann muss der Lehrer wieder lernen.

U: Danke. Franziska fragt, ob die letzten 10 bis 15 Jahre der Lernprozess für ihre Lebensaufgabe waren oder ob ihre Aufgabe anderswo liegt.

A: Deine Lebensaufgabe hast du schon begonnen. als du noch im Leib deiner Mutter warst und den stark schwankenden Emotionen von ihr ausgesetzt warst!

Da hattest du dein erstes TROTZDEM!

Deine Lebensaufgabe ist es, ein fröhlicher Zeuge dafür zu werden, das es sich lohnt, trotz aller Enttäuschungen und Selbsttäuschungen das Leben selbst zu lieben.

Das ist nicht, was du denkst. Aber wenn du denkst, es sei zu wenig, dann irrst du dich!

Es ist sehr viel, ein Fanal zu sein für wahre Lebensfreude und echte Führungsqualität.

Eine Autorität zu sein, ist einfach, aber eine natürliche Autorität zu entwickeln, der die Menschen gerne folgen, das ist eine Kunst. Das erreichen wir nur durch wahres Mitgefühl…

Durch eine Art der Zuwendung, die mehr will, als die Fehler der anderen beheben…

Die vielmehr deren Fehlerhaftigkeit einbezieht und jedem dem Platz zuweist, für den er von Natur aus geeignet ist.

Wenn du Menschen heilen willst, dann tue es in diesem Bereich.

Du berührst die Herzen der Menschen, das ist wahr, vor allem aber berührst du ihren Verstand, nur das, meine Liebe, musst du erst zu achten lernen.

Dass du mit deinen Gedanken zu leuchten hast!

Dass du mit deinen Fragen und Ideen die Dinge zum Positiven verändern kannst.

Hab keine Angst vor der Verantwortung, sie hat ihre natürlich Grenze da, wo die der anderen anfängt. Und wo deren Verantwortung aufhört, beginnt unsere.

Du darfst Menschen leiten, aber du darfst nicht hoffen, dass sie den Weg, den du ebnest, auch einschlagen!

Hier an diesem Punkt beginnt deren Verantwortung.

U: Warum fühle ich mich in meinem Elternhaus immer wieder minderwertig und nicht anerkannt und wie finde ich da heraus?

J: Das ist eine wichtige Frage. Anscheinend ist doch alles in Ordnung, sie wird doch von der Mutter geliebt. Aber warum ist da diese eigenartige Distanz?

Franziska, du wirst geliebt, aber nicht verstanden. Das darfst du nicht als Urteil über deine Art des Seins werten.

Jesus wurde von seiner Familie auch nicht verstanden.

Das liegt einfach an der gänzlich anderen Aufgabenstellung eurer Seelen. Deine Familie ist aller Ehre wert…

Du auch!

Aber ihr seid nicht aus der gleichen Seelenfamilie.

Ich erklärte dir schon, warum deine Seele sich eine solche Startbedingung gesucht hat.

Nicht sie finden DICH minderwertig, sondern in ihrer Erfahrungswelt ist das, was für dich von Wert und Bedeutung ist, minder…

Noch einmal, deine Grundwerte sind: Lebensfreude, Individualität und Toleranz …

Nicht als Eigenbrötler gelebt, sondern jeder ist für dich sowohl ein zu respektierendes Individuum als auch ein Teil der heiligen mysteriösen Gemeinschaft aller Menschen.

Das ist ihnen zu hoch! Das verstehen sie einfach nicht!

Was das angeht, sind sie einfach unbegabte Schüler.

Das Problem ist nicht, dass SIE dich so sehen, sondern dass du dich immer noch wie ein kleines Kind davor fürchtest, in ihren Augen nicht ebenbürtig zu sein und dich von ihnen darum verschlungen zu fühlen.

Nicht sie müssten aufhören, dich für minder Wert zu halten, sondern DU müsstest aufhören, dich für minder Wert zu halten!

Was wäre das für ein Mathematiklehrer, der, nachdem seine ganze Klasse versagt hat und keiner verstanden hat, was er ihnen über das Ziehen von Wurzeln erzählt hat, zu der Ansicht seiner Schüler käme, die Mathematik überflüssig ist?!

Du bist anders als sie und sie sind anders als du! Warum sollte darüber gewertet werden?

So wie es ist, ist es gut.

U: Was hindert sie daran, den für sie richtigen Partner zu finden oder ist es ihre Aufgabe, allein zu leben!

J: NIEMALS! Nein, DAS ist nicht ihre Aufgabe!

Aber auch hier ist es ihre Aufgabe, ihre Individualität zu akzeptieren.

Das ist sehr kompliziert: Einerseits hat sie sehr intensive Gefühle und ein sehr, sehr großes Bedürfnis nach Verschmelzung…

Andererseits hat sie auch ein starkes Bedürfnis nach emotionaler Unabhängigkeit.

Sie möchte in der Liebe nie wieder enttäuscht werden, möchte absolute Stabilität.

Das hängt sehr mit ihrer Mutter zusammen, die einmal ganz nah schien und dann wieder ganz fern. Das hängt aber auch mit ihrem Männerbild zusammen.

Als Kind lernte sie, dass Männer letztlich unzuverlässig sind.

Franziska, kannst du es zulassen, dass Gefühle niemals ewig gleich sind?

Sie sind wie das Meer: Sie kommen und gehen und kommen und gehen.

Darin liegt keine Wertung!

Und kannst du es zulassen, dazu zu stehen, dass du beides brauchst: Nähe UND Weite?

Der Mann, dem du beides offen anvertrauen kannst, ist richtig. Falsch ist jeder Mann, der entweder NUR den einen Teil von deinen Bedürfnissen lebt oder nur den anderen.

Der entweder ganz der absolut Anhängliche ist oder nur der absolut Unerreichbare.

Auch hier ist das Trotzdem gefordert.

Und bedenke: In jedem neuen Schüler könnte der neue Einstein stecken!

Wenn du deine eigene Freiheitsliebe lebst und als Gewinn in die Beziehung einbringst, muss es der Partner nicht so deutlich ausleben, dass du an dem Thema Freiheit zu stolpern hast.

Das Gleiche gilt für das Thema Nähe und Verschmelzung.

U: Als Letztes fragt Franziska, ob ihr Großvater 2 Tage nach seinem Tod bei ihr war?

J: Ja, und ich habe es zugelassen, damit sie sich für das Thema öffnet!

Aber nicht, weil sie ein Medium zu werden hat, sondern weil sie so zu einem guten Schützer werden kann, vorausgesetzt, alle Beteiligten sind einverstanden.

Uta, gibt es einen guten Pimp (Begleiter eines Mediums), der ganz ohne eigene Hellsichtigkeit ist?

U: Nein.

J: Nein, denn er muss unbedingt ein sicheres Gespür für Gefahr haben! Ein sicheres Gespür für Betrug haben.

Das hat Franziska und sie hat die Gabe, die Geister zu unterscheiden, allerdings muss sie mehr darüber in theoretischer Weise lernen.

Sie ist wie die Mutter hoch medialer Kinder: Die darf nicht nur ihrer Intuition folgen, sondern auch ihrem Verstand.

U: Dann danke ich dir, Jochen, hast du abschließend noch etwas zu sagen?

J: Nein, ich möchte ihr aber etwas schenken. (Er reicht mir einen Rosenquarz, in dem ein Stern leuchtet.)

Das ist der Stein, der das große TROTZDEM fördert, der Trotz gegen alle Resignation, Hoffnungslosigkeit und Zynismus.

Der Trotz, der aus echter Liebe zum Leben entsteht und dich zum Helden macht.