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Schutzengel – Wenn Verstorbene aus dem 2. Weltkrieg als Kinder wieder inkarnieren.

Wenn die Seelen der im 2. Weltkrieg Verstorbenen
als Kinder wieder inkarnieren.
Gewaltsame Tode führen nicht selten
in der darauf folgenden Inkarnation
zu Hautverfärbungen,
Verwachsungen
oder andere Stigmata
im nächsten Körper.
Schutzengelkontakt für ein Kind

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Guide von Jan zu verbinden.
Seine Mutter Stefanie bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe auf einem großen Exerzier-Platz.
Soldaten in der Uniform britischer Gardesoldaten
üben sich offensichtlich in der Aufstellung einzelner Gruppen,
im Hintergrund sehe ich Teile des Buckingham-Palastes.

Von meinem Standpunkt aus kann ich nur schemenhaft
drei Personen auf einem Balkon dort hinten wahrnehmen.
Direkt vor mir ist ein höherer Zaun.

Ich stehe hier keineswegs allein.
Viele Menschen aller Altersstufen sind hier.
Der Kleidung nach würde ich vermuten,
dass wir Ende der dreißiger Jahre sind.

Direkt neben mir steht ein junger Mann mit rotblondem Haar.
Er trägt einen braunen Tweed-Anzug und eine grüne Krawatte.
Irgendwie wirkt er damit unecht.
Sein fröhliches Gesicht, seine lustigen Augen wollen so gar nicht
zu seinem sehr seriösen Äußeren passen.

In der Hand hält er einen Brief,
mit dem er – wie Andere auch – einer Person winkt,
die nun auf einem Pferd sitzend an der Parade teilnimmt.

Neben mir steht eine etwas mollige Frau.
Sie wird ungefähr sechzig Jahre alt sein,
gekleidet in einem hellen Regenmantel,
ein einfaches Kopftuch umgebunden.
Sie winkt nicht wie die Anderen,
sondern steckt die Hände tief in die Manteltaschen,
als würde sie frieren.

Ihre Augen sind tiefblau, warm,
und voller Liebe und Fürsorge schaut sie auf den jungen Mann.
Ich spüre, dass sie der Guide sein muss und spreche sie an.

U: Bist du der Guide von Jan?

G. Sie nickt und zieht mich ein wenig zur Seite.

Ja, ich bin Janet,
aber er wird mich in dieser Form so nicht wahrnehmen,
das wäre ihm zu langweilig.
Doch um Stefanie zu erklären, wer und was ich bin,
wer und was Jan ist,
wählte ich diese letzte gemeinsame Inkarnation.

Der junge Mann dort, das war Jan…
Timothy hieß er damals.

Der Brief, mit dem er winkt,
ist sein Einberufungsbescheid, wir schreiben das Jahr 1940.
Noch hat es keine Luftangriffe über England gegeben,
aber im Grunde spürt jeder,
dass dieser Krieg für England
anders sein wird als der vorher Gehende.

Timmy wollte seit Kriegsbeginn zur Armee,
zur Luftwaffe, um genau zu sein.
Ich bin seine Grand Ma gewesen.

U: Du standest ihm sehr nah?

J: Seine Mutter hat ihn allein erzogen,
sein Vater starb noch vor seiner Geburt bei einem Unfall.
Sie musste arbeiten
und ich habe Timmy erzogen…

Ja, wir standen uns sehr, sehr nah
und das tun wir immer noch.

Der Zweite Weltkrieg…
Für euch heute ist die Begeisterung von Timmy damals
fast gar nicht mehr zu verstehen,
mit der er in den Krieg zog.
Aber damals wusste ja noch keiner,
wie grauenvoll es werden würde.

Komm, ich zeig dir, wo er groß wurde!
Sie verändert das Umfeld.
Ich stehe in einer kleinen Reihenhaussiedlung
vor einem weißen Haus mit einem blühenden Fliederbaum,
davor halten wir.
Es ist schön hier, kaum ein Auto,
die Menschen hier fahren Fahrrad oder gehen zu Fuß.
Kinder spielen auf dem Gehsteig.
Janet wird von vielen Menschen gegrüßt.

Der Eine oder Andere ruft ihr zu:
„Wie geht’s Timmy?
Ist er schon geflogen?“

Sie antwortet: „Es geht ihm gut!
Nein, fliegen darf er noch nicht,
das dauert, bis er ausgebildet ist!“

„Grüß ihn von mir, sag ihm, wir sind stolz auf ihn!“

Wir sitzen in einem kleinen Wohnzimmer,
der Regen rinnt an den Scheiben herab.
Janet hat Tee und Gebäck auf einen kleinen runden Tisch gestellt,
wir sitzen uns eine Weile schweigend gegenüber…

U: Eure Nachbarn haben viel Anteil an Timmy genommen?

J: Hm…
Ja…
Uta, das hier war eine kleine Siedlung am Rande Londons,
hier wohnte der untere Mittelstand:
Angestellte, kleine Selbstständige…
Man war konservativ, kaum je politisch.

Timmy wuchs hier auf mit drei anderen Jungs seines Alters,
er war – ehrlich gesagt – der Wildeste von allen.
Seine kleinen Streiche waren mehr als einmal
das Gesprächsthema der Straße
und ich habe einen nicht unbeträchtlichen Teil
meiner kleinen Rente in zerschlagene Fensterscheiben und
zertrampelte Blumenbeete der Nachbarn investiert.

Weißt du, ich habe ihm das nie übel nehmen können.
Er war nicht böse, aber er war wie ein ungezähmtes Pferd.

Wir dachten oft:
Es fehlt ihm eben der Vater und so war es wohl auch.

Er suchte nach Sicherheit, nach Irgendetwas,
an das er sich ganz zuversichtlich orientieren konnte.

Seine Mutter war dazu so wenig geeignet wie ich,
wir waren eben Frauen unserer Zeit.
Es fehlte die männliche Orientierung, verstehst du?
Und was noch viel wichtiger war:
Es fehlte die Anerkennung eines Mannes.

Wir liebten ihn,
schützen und behüteten ihn,
aber wir waren Frauen:
Vorsichtig und immer darauf bedacht,
dass ihm nichts zustieß.
Das hat ihm nicht gefallen!

Unsere Nachbarn hier hatten zwar Verständnis für ihn,
niemand war ihm wirklich je böse, weil er so wild war.
Aber zwischen Verständnis und Anerkennung,
da liegt viel…
Und diese Anerkennung, die hat er nicht bekommen.

Jedenfalls so lange nicht,
bis tatsächlich die Bewilligung kam, zur Luftwaffe zu gehen.

Das war damals das Ehrenwerteste,
was du dir nur denken kannst.
Als er seinen Bescheid bekam,
sprach sich das herum wie ein Lauffeuer.

Die alten Männer schauten voller Stolz auf Timmy:
Ein Junge aus unserer Straße wurde Pilot!

Und die jungen Männer schauten mit Neid auf ihn.
Nicht jeder wurde von der Luftwaffe genommen. 
Er hatte es geschafft, das zu kriegen,
was sie alle wollten!

Und die jungen Mädchen?
Nun, ich muss wohl nicht sagen,
wie die! auf ihn schauten!

Er hatte, was er wollte!
Die Armee wurde zu seinem „Vater“
und er lebte in der Anerkennung seiner Umwelt
und konnte ganz sicher sein, alles an Ehre zu bekommen,
was ihm gefehlt hatte zuzüglich materieller Vorteile,
die seine Stellung ihm mehr und mehr bot.

Seine ersten Einsätze galten hauptsächlich der Verteidigung
des britischen Luftraums.
Aber je weiter der Krieg voran schritt,
um so mehr wurde es zu seiner Aufgabe,
deutsche Städte anzugreifen.

Timmy veränderte sich,
am Anfang war er wie immer.
Er sah die Bombenschäden in London,
er hatte Angst um mich und seine Mom und seine Freunde
und er empfand es als Ehre, sein Leben dafür einzusetzen,
dass dieser Krieg beendet wurde.

Damals flog er Angriffe auf deutsche Rüstungsindustrien
und andere kriegsfördernden Anlagen in Deutschland.
In seiner Betrachtungsweise
war das einfach legitime Verteidigung.

Aber im Sommer 1943 geschah etwas ganz Schreckliches.
Timmy war an der Bombardierung Hamburgs beteiligt.
Niemand hätte vermutet, dass sich ein Feuersturm
aus dieser Bombardierung ergeben würde! 
Niemand hatte vermutet,
dass mehr als dreißigtausend Zivilisten
den Flammen zum Opfer fallen würden!

Timmy hat diese Anzahl nie erfahren,
aber er konnte den Feuersturm sehen.
Er sah, wie sich eine ganze Stadt in Flammen auflöste! 
Das war mehr, als seine Seele verkraften konnte.

Er wurde beurlaubt, weil er nervös war,
unter Schlafstörungen litt und
er erhebliche Magenprobleme hatte.

Ich freute mich, ihn wieder bei mir zu haben.
Aber nachts hörte ich ihn im Schlaf weinen und schreien:
Das wollte ich nicht, das wollte ich nicht,
ich habs nicht gewusst!

Nach einiger Zeit schien er sich erholt zu haben,
er trat seinen Dienst wieder an, bat aber darum,
keine Bombereinsätze mehr machen zu müssen.

Man entsprach diesem Wunsch,
er flog nun Fronteinsätze mit kleineren Maschinen.
Im Dezember 1944 stürzte Timmy über dem Kanal ab.

Weißt du:
Seine Seele war zu tief verletzt,
um weiter auf der Welt sein zu können,
es war ihm mehr als genug!

Das letzte Mal, als ich ihn bei mir hatte,
war er ein veränderter Mensch:
still und in sich gekehrt.

Er konnte nicht mit den Nachbarn jubeln,
wenn Berichte über unsere Siege im Radio kamen.
Er ließ sich zwar geduldig gefallen,
dass man ihm als Kriegshelden die Schulter klopfte. 
Aber er selbst hatte aufgehört,
stolz auf sich zu sein.

Das Schlimmste aber war, dass er aufgehört hatte,
an die Gerechtigkeit der Britischen Armee zu glauben.
An Gerechtigkeit überhaupt!

Als er starb, hatte er lange keinen Frieden.
Er selbst verurteilte sich zu sehr, um ins Licht zu gehen.
So viel hatte er in jene Sommernacht über Hamburg verloren:
Die Liebe zu sich selbst,
die Liebe zu den Menschen überhaupt
und das Vertrauen in menschliche Gerechtigkeit.

Auch andere Flieger waren so erschrocken
über die verheerende Auswirkung ihrer Bomben auf Hamburg.
Aber bei Timmy, war es viel, viel schlimmer!

Es war nicht nur das,
was seine Augen an Schreckensbildern sahen,
sondern auch das, was seine Seele sah, spürte, wusste.
Wem hätte er das je erzählen sollen?

Das ist der Grund,
warum für seine Seele jetzt sehr klar ist,
dass die Verständigung mit Anderen
so wichtig für ihre eigene Entwicklung ist.
Verstehen und verstanden werden!

Aber wir dürfen und können nicht von ihm verlangen,
dass sein Vertrauen in die Menschen
ganz unberührt von dem ist,
was er in seinem letzten Leben erlebt hat.

Hier war er ein Mensch,
der sich ganz und gar in die Gemeinschaft einbrachte.
Er definierte sich auch so:
Ich bin der Junge aus der Emeran-Street,
ich bin der Mann aus der Air Force.
Aber das will er nicht mehr.

Ihm ist als Seele klar geworden,
dass er ein viel stärkeres Bewusstsein
für seine Individualität braucht.
Er will sich nie wieder in die Gefahr bringen,
seine Seele derart verletzen zu lassen,
weil er Befehlen folgt, hinter denen er nicht stehen kann.

Er will sich auch nie wieder
den Emotionen Anderer unterordnen! 
Und ich denke:
Wer Jan verstehen will,
der muss Timmy kennen.
Darum bin ich zu Stefanie in dieser
meiner letzten irdischen Form gekommen.

Timmy ist ganz bewusst als Deutscher geboren
in dem Bestreben, das Land, dem er weh tat,
nun etwas zu geben, das ihm gut tut.
Seine Seele hat zutiefst verstanden,
dass letztlich alle Menschen Brüder sind.

Mit dieser Einsicht wird er es nicht leicht haben.
Aber es wäre schön, wenn sein Elternhaus dazu beiträgt,
diese noch ganz neue Einstellung seiner Seele zu stützen.

Seine Schwester Leni war übrigens damals seine Mutter. 
Sie sind keine Duale,
aber sich dennoch nah.

Und so wie ich Jan verbunden bin,
bin ich auch Leni verbunden.

U: Danke, Janet,
darf ich dir jetzt die Fragen von Stefanie stellen?

J: Sehr gerne, meine Liebe!

U: Jan ist sehr weitsichtig,
weißt du, warum das so ist?

J: Ja, ihr müsst verstehen:
Wenn eine Seele einen schweren Schaden genommen hat 
so wie Timmy, als er noch Hunderte von Kilometern
hinter sich den Schein der brennenden Stadt sah,
dann hinterlässt so etwas eine Art „Narbe“
in der Energiestruktur der Seele.
Das Ergebnis sind dann angeborene Dispositionen
oder auch Neigungen zu Erkrankungen,
die der Narbe entsprechen…

Jans Seele hat ein „nie wieder“ ausgesprochen!
Das bezieht sich unter Anderem darauf, selbst zu fliegen,
aber auch darauf, den Schrecken zu sehen…

U: Er hat da auch diese Sache mit dem
zu früh geschlossenen Fontanellen-Bereich…

J: Timmy starb daran,
dass sein Schädel genau an der Stelle verwundet wurde. 
Das ist nicht ungewöhnlich!
Gewaltsame Tode führen nicht selten
in der darauf folgenden Inkarnation
zu Hautverfärbungen, Verwachsungen
oder andere Stigmata im nächsten Körper.
Auch eine besondere Affinität,
immer wieder an der gleichen Stelle Verwundungen zu erleiden,
sind Folgen vergangener Leben.

Vergesst nicht:
Die Seele prägt den entstehenden Körper mit!
Nicht nur das Genom.

U: Stefanie fragt,
welche Bedeutung in seiner Schwangerschaft die Nieren-Stauung
und der verengte Harnleiter hatten?

J: Stefanie, im Grunde weißt du es,
aber du vertraust deiner Wahrnehmung nicht.

Jans Seele war reichlich ambivalent,
er war sich lange Zeit nicht endgültig sicher,
ob er leben will oder nicht.
Letztlich hat ihn DEINE Liebe überzeugt!

Versteh das nicht falsch:
Er ist nicht dir Zuliebe inkarniert,
aber deine Liebe gab den Ausschlag,
sich zu entscheiden.

Erinnerst du dich?
Auch du warst während einiger Phasen ambivalent,
was die weitere Schwangerschaft angeht.
Im Grunde genommen war das nicht DEINE Ambivalenz,
sondern seine…

Deinen unbedingten WILLEN zu spüren,
dass er leben soll und du ihm beistehst,
gab dann letztlich den Ausschlag.

U: Warum hat sich Jan diese Familie jetzt ausgesucht?

J: Ihr habt ihm vor eurer Geburt zugesagt,
ihm dabei zu helfen, seine Individualität aufzubauen,
in zu unterstützen
und nicht zu überfordern.

Eine Überforderung wäre es gewesen, wenn er wieder!
der wilde Sonnyboy wäre wie in dieser Inkarnation hier…

Dieses Mal ist er das nicht,
wie du sicher schon bemerkt hast.

Er liebt dich, er fühlt sich ausreichend geborgen.
Aber du bist keine Mutter,
die ihn mit Über-Fürsorglichkeit erdrückt
und sein Umfeld wird auf ihn auch nie wieder
in dieser Weise erdrückend wirken.

Man denkt als Mensch leicht,
dass allgemeine Sympathie das Beste sein kann,
was man in Anderen erregen kann.

Wer möchte nicht „Every body’s Darling“ sein?
Aber wie du siehst,
war ihm das hier letztlich ein Verhängnis!

U: Worin sollen sie Jan fördern und unterstützen,
bzw. wo liegen seine Begabungen?

J: Jan muss sich SELBST ausprobieren
und genau DARIN könnt ihr ihn unterstützen.
Du musst aufpassen,
er könnte nach beiden Seiten extrem fordernd sein.

Manchmal wird er viel zu früh
viel zu viel Freiheit haben wollen
und manchmal wird er sich überhaupt nicht
in Richtung Selbstständigkeit bewegen wollen.

Versuch ihm einfach, so viel wie möglich
und nötig aus DEINER Perspektive heraus zu geben.

Es ist wichtig, Stefanie,
dass du ihn nicht im Unklaren darüber lässt,
was DIR zu viel ist!
So kann er sich gut in diesem für ihn völlig neuen Feld üben.

Die Aufgabe seines Vaters ist denkbar leicht: 
Zeig ihm, wie stolz du auf Alles bist,
was er aus sich selbst heraus schafft!

Diese Art der Anerkennung hat er lange entbehrt,
um so größer ist sein Hunger danach 
besonders jetzt in seinen ersten Lebensjahren.

Ich möchte mich nicht zu besonderen Begabungen äußern,
die Gefahr der Vorerwartung ist viel zu groß.

Aber ich möchte euch anregen,
ihm alle Möglichkeiten zu öffnen,
sich selbst auszuprobieren.
Und auch dann Freude am Ergebnis zu spüren,
wenn seine Ergebnisse völlig anders sein sollten,
als ihr erwartet oder
die Gesellschaft es verlangt.

U: Warum weint Jan so schnell,
wenn ihn Andere beachten?

J: Stefanie, Jans Auffassungsgabe ist viel größer als deine.
Er sieht mehr,
fühlt mehr,
weiß mehr,
aber seine Einordnungs-Fähigkeit geht damit nicht konform.
Das erschreckt ihn.

Versuch, dir das bewusst zu machen:
Jan ist in seiner Wahrnehmung anders,
individuell eben.
Und er braucht Zeit,
um sich die Kapazitäten anzueignen,
seine Wahrnehmungen auch folgerichtig einzuordnen.

Gib ihm diese Zeit,
gib ihm auch die von ihm benötigte Distanz.

U: Was sollten sie nicht tun?

J: Legt an Jan nicht das durchschnittliche Maß an.
Jan ist ungewöhnlich und sein Weg ist nicht
die Einordnung und Unterordnung,
sondern die Individualisierung.
Jans Seele möchte ein ICH entwickeln,
das ist wichtiger als alles andere.

Ich bin,
fühle,
verstehe,
weiß,
glaube…
WAS?

Das letzte Leben war so sehr geprägt
von den Erwartungen und Identifizierungen anderer,
jetzt muss ein Gleichgewicht erreicht werden.

Zum Teil seines Bewusstseins als Seele gehört,
dass sie meint,
sich vor der Übergriffigkeit Anderer
abgrenzen zu müssen.
Nun wird es eure Aufgabe sein,
ihm zu helfen,
dabei das rechte Maß zu entwickeln.

U: Ist Jan medial?

J: Nicht im üblichen Sinn.
Er nimmt sehr viel wahr,
aber nicht auf der Ebene der Medialität.
Seine Wahrnehmung ist ungeordneter
und darum verwirrender.

Um es bildlich zu beschreiben: 
In Jans Kopf ist es sehr schnell,
sehr laut,
sehr bunt!
Er braucht viel Gleichmaß,
Ruhe und Zeit,
sich hier zu entwickeln.
Medialität im herkömmlichen Sinn wäre da nicht gut.

Du weißt, dass es die Aufgabe der Individualität bedeutet
(wenn auch zeitlich begrenzt),
seine Richtung ist aber eine andere.

Bedenke, dass in diesem Leben hier seine Medialität
die Ursache für die Tiefe seiner seelischen Verletzung lag.

Nun freilich gehört Medialität zum Wesenskern einer Seele,
aber das Ausmaß, in dem dies gelebt wird,
hängt vom Lebensplan der Seele ab.

Es ist nicht sein Lebensplan!

U. Dann möchte ich mich bei dir bedanken,
nicht ohne die letzte Frage zu stellen:
Warum war Jans Geburt so schlimm?

J: Die Ursache war seine Ambivalenz.

Stefanie, ich möchte dir sagen:
Wie dankbar wir dir für deine Liebe zu Jan sind
und dass wir durchaus wissen,
dass du viel Kraft in ihn investierst.

Bitte, Stefanie, denke nicht, dass du allein die Verantwortung trägst.
Für Jan wird es auch wichtig werden,
sich allmählich an andere Menschen
und auch an ein anderes Umfeld zu gewöhnen.
Das alles unterstützt ihn dabei,
seine Individualität zu finden.

Das Ziel seiner Seele ist es, sagen zu können: 
DAS BIN ICH! Unverwechselbar ICH.

U: Vielen Dank, Janet!

J: Ich danke dir!
Und auch dir, Stefanie, und ich habe eine Bitte an dich:
Bitte gib Jan einen großen, klaren Bergkristall,
der wird ihm sehr, sehr gut tun!