Unternehmen

Jedes Unternehmen ist eine Persönlichkeit

Unternehmen als Persönlichkeit:

Jedes Unternehmen ist eine Persönlichkeit

Es gibt einen Lebensplan für eine Firma
und daran kann man nichts verändern.

Es ist ein großes Problem in der Arbeitswelt,
dass ein Gefühl der Machtlosigkeit die Menschen plagt.

Elia


Zu Gast sind Sandra und Anton

Elia. Gut, an Sandra noch etwas gerichtet, was vielleicht auch noch die beiden Männer interessiert:
Ich habe etwas nicht erwähnt, was für euch vielleicht eine neue Perspektive zum Thema Arbeit darstellt.

Ich möchte euch begreiflich machen, dass jede Firma, jedes Unternehmen an sich eine „Persönlichkeit“ ist.

Sie hat in der Tat eine eigene fest gefügte Struktur, die vom Beginn, vom Firmengründungsbeginn an festgelegt ist und sie hat als solche auch ihr eigenes Schicksal.

Wenn ihr nun innerhalb einer solchen Firma, oder was auch immer es sein mag, wenn ihr innerhalb eines solchen Arbeitsbereiches tätig seid, so seid ihr zwar Teil des Geschehens, aber ihr dürft nicht vergessen, dass eure Fähigkeit, das Schicksal der Firma zu beeinflussen, wirklich begrenzt ist.

Und ich möchte, dass gerade Sandra sich dessen bewusst ist, dass sie das Schicksal der Firma nicht beeinflussen kann.

Es liegt nicht an ihr, welchen Werdegang dieser Betrieb hat. Es liegt nicht an ihr, wie viel Konsum dort stattfindet oder nicht, es liegt auch nicht an ihr, ob ihre Mitarbeiter klug und weise sind oder nicht.

Sondern das sind Dinge, die in dem Schicksal der Firma begründet liegen. Man könnte das in etwa so benennen wie, ja, ein Lebensplan für eine Firma und daran kann man nichts verändern.

Sehr viele Arbeitnehmer haben das Gefühl, das sie selbst verantwortlich sind für das Schicksal, das eine Firma nimmt. Das gilt ganz besonders für kleinere Betriebe. Dieses ist nicht so. Auch dann nicht, wenn es von Vorgesetzten so weitergegeben wird, um den Arbeitsdruck auf den Einzelnen zu erhöhen.

Ich möchte, dass das wirklich sehr ernst genommen wird. Wir sehen zunehmend, dass Menschen seelisch erkranken auf Grund dieses Druckes, weil sie sich verantwortlich fühlen für den Ablauf von Dingen, die sie in keiner Weise beeinflussen können.

Es ist viel wichtiger, dass hier der Einzelne für sich begreift, wo seine tatsächliche Aufgabe liegt und wo die begrenzt und beendet ist. Wo die Möglichkeit, etwas zu tun, nicht mehr da ist.

Es ist ein großes Problem in der Arbeitswelt, dass ein Gefühl der Machtlosigkeit die Menschen plagt.

Das liegt aber nicht daran, dass sie auf nichts Einfluss hätten. Sie haben durchaus Einfluss, aber einen sehr begrenzten, in einem sehr kleinen Rahmen. Und diesen kleinen Rahmen zu erkennen, kann sehr schwierig sein.

Aber wenn es erkannt wurde, ist es für den einzelnen Arbeitnehmer sehr befreiend und führt dazu, dass er mit einem größeren Selbstbewusstsein, aber mit sehr viel weniger seelischer Belastung arbeiten kann.

Dies als Einschub für euch alle Drei, weil ich weiß, dass dieses Thema euch alle sehr bewegt.

S. Mir fällt auf, letztes Jahr im Dezember waren der Anton und ich beide sehr schwer krank und seitdem habe ich ständig irgendwelche Kinkerlitzchen.

Mir tut das weh, mir tut dies weh, jetzt wieder mit der Stimme, woher kommt das? Ist das einfach, dass ich abschließe oder einfach, dass ich nicht mehr in die Arbeit will, wie kann ich das deuten?

Sandra, du hast dein Herz schon gefragt und auch schon die Antwort bekommen. Es ist ein „Ich will so nicht mehr“.

Ja, Sandra, was?

Du willst zum einen mehr Zuwendung, mehr Geborgenheit, zum anderen möchtest du aber auch materielle Sicherheit haben.

Dieser innere Konflikt ist für dich nicht zu lösen, es sei denn über Krankheit. Wenn du aus dieser Perspektive ein wenig heraustrittst und du es dir ansiehst, wie ein Zuschauer sein Leben betrachten würde wie ein Schauspiel, das dort gerade stattfindet, dann wirst du feststellen, dass du eine Rolle ausübst, die dir so in diese Weise nicht genehm ist.

Was kannst du tun?
Du kannst nun nicht sagen: Ich brauche keine materielle Sicherheit.
Du kannst aber auch nicht sagen: Ich brauche nicht die Freiheit, nach der ich mich sehne.
Und du brauchst in der Tat beides.

Also gilt es wirklich für dich, daran zu arbeiten, zu überlegen, wie kannst du deine innere Einstellung zu deiner Problematik verändern.

Du kannst das Problem nicht verändern!
Dein Arbeitsplatz ist dir äußerst unangenehm, aber du kannst sicherlich ein Stück weit deine Einstellung dazu ändern.

Dieses beginnt meines Erachtens damit, dass du etwas weniger dich für alles verantwortlich fühlst, was man dir vorträgt.

Bitte versuche, zu verstehen, dass du innerhalb des Gruppengefüges – des Kollektivs – einen Rollenpart übernommen hast, der zu schwer geworden ist.

Und dass du diese Rolle, die du da innehast, bitte ein bisschen reduzierst, ein bisschen weniger dich für Dinge verantwortlich fühlst oder verantwortlich machen lässt, die nicht in deiner Möglichkeit liegen, etwas zu beeinflussen.

Du kannst deine Kollegen wirklich nicht dazu beeinflussen, ihre Einstellung zur Arbeit zu verändern. Das können nur sie selbst.

Aber du kannst dich davon lösen, dich dafür verantwortlich zu fühlen.