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Referenz – mediale Reinkarnation: Was Teilnehmer durch ihre Erlebnisse auf ihr heutiges Leben übertragen können.

Mediale Reinkarnation:
Uta sieht alle Bilder vor mir,
da sie mich in die Reinkarnation begleitet
und so abschätzen kann,
welche Gefühle ich erleben muss
und an welcher Stelle ich nur Beobachter sein soll.
Referenz

Hallo, ich heiße Andrea
und ich war Ende April bei Hajo und Uta zur Therapie.
Da dies ein Platz ist,
an dem andere Interessierte sich belesen können,
wie so etwas vor sich geht
und wie wir, die dort waren, es erlebten,
möchte ich meinen Erfahrungsbericht hier einbringen.

Das, was ich hier schreibe, ist leider nicht lückenlos.
Aber wäre es das, es würde die Plattform sprengen!
So umfangreich ist das Erlebte.

Deshalb möchte ich als Schwerpunkt
nur die drei Reinkarnationen – so gut ich kann –
wieder geben und die Erkenntnisse,
die ich daraus anhand der Gesprächstherapie
mit Hajo gezogen habe.

Am ersten Abend channelte Uta Elia,
ihren Guide (Schutzengel oder Geistigen Führer).

Wir saßen in der Praxis und Uta beantwortete uns,
indem sie Elia Ihren Körper benutzen ließ,
zwei bis drei Fragen, die uns Teilnehmern wichtig waren.

Eine meiner Fragen war, ob ich begründete Angst habe,
am grünen Star zu erblinden,
der vor ca. drei Monaten bei mir festgestellt wurde.

Elias Antwort ängstigte mich zu Tode, muss ich sagen.

Er teilte mir mit, dass ich es zulasse,
dass alle Anderen über meine Kraft und meine Zeit verfügen
und dass ich nicht berücksichtige,
dass auch meine Kraft nur begrenzt sei!

Er sagte, wenn ich so weiter mache, werden all die, die das tun,
irgend wann mit leeren Händen da stehen.
(Ich werde dann also daran sterben.)

Außerdem sagte er:
Wenn ich weiter nur so viel sehen möchte,
wie ich gerade ertragen kann,
dann wird mein Körper das umsetzen,
was schon als Anlage vorhanden ist:
Ich werde erblinden, weil ich nichts mehr sehen und hören will!

Ich höre mich noch, wie ich ständig sage:
Ich kann nichts mehr sehen und hören,
ich würde so gerne meine Koffer nehmen und weg gehen…

Aber ich musste ja bleiben *seufz*.

In den nächsten zwei Tagen hatte ich mit Pausen
drei Regressionen,
drei Gesprächstherapien allein,
zwei Meditationen mit den Anderen zusammen
und eine Lichtmeditation allein.
Dazu das Abschlussgespräch
und natürlich hundert Fragen, die ich immer wieder
– wenn Uta Pause hatte – stellte.

Bevor Uta die erste Reinkarnation einleitete,
habe ich eine Lichtmeditation gemacht,
bei der ich mir vorstellte,
dass helles heilendes göttliches Licht
über den Scheitel in mich eindringt
und nach und nach zu jeder Zelle gelangt.

Alle alten, verbrauchten, kranken Zellen
werden dabei durch neue Zellen ersetzt.

Dann folgte die erste Reinkarnation.
Ich schreibe hier nur stichpunktartig,
da ich immer wieder neue Szenen sah,
auf die eingegangen wurde.

Ich hoffe, es wird nicht zu konfus.
*Grins*

Uta bringt mich in einen Trancezustand,
indem der Körper vollkommen entspannt ist,
aber ich bei vollem Bewusstsein bin.

Sie sieht alle Bilder vor mir,
da sie mich in die Reinkarnation begleitet
und so abschätzen kann,
welche Gefühle ich erleben muss
und an welcher Stelle ich nur Beobachter sein soll.

Ich sitze mit Uta auf einer Wiese:
Sie zeigt mir die weiße Wölfin, die sich zu uns gesellt.
Es ist mein Krafttier und sie wird mich von nun an begleiten.
Die Wölfin leckt über meine Finger.
Ich spüre das nicht, aber Uta erzählt es mir
und ich kann es mir vorstellen.

Uta ist ständig bei mir, sie sieht alle Bilder vor mir
und kann mich so nicht nur besser begleiten,
sondern die Regression auch steuern,
wenn meine Seele vor lauter Schmerz nicht hinsehen will.

Mein Schutzengel kommt und er legt beide Finger auf meine Augen.
Er hat sich mir langsam genähert, um mich nicht zu erschrecken.
(Da fehlt jetzt ein bisschen was, aber das ist zu persönlich,
ich hoffe ihr versteht).

Wir Drei gehen zusammen zu einem Fahrstuhl
und fahren in den zehnten Stock.

Dort ist die Jenseitsebene und als ich aussteige,
sehe ich eine lange, goldene Mauer vor mir.
In ihr sind Tausende von Türen.
Hinter jeder dieser Tür befindet sich eines meiner Leben,
die ich schon gelebt habe.

Mein Schutzengel wird mir in den drei Regressionen
die Leben zeigen,
die gerade jetzt in diesem Leben wichtig für mich sind…

Ich stehe vor einer Tür, die ich Uta beschreiben muss.
Sie fragt mich, ob ich bereit bin, hindurch zu gehen…
Und als ich ja sage,
zählt sie bis Drei
und ich bin in meinem vergangenen Leben.

Erste Szene:
Ich bin ein kleines Mädchen ca. 9-11 Jahre alt,
ich gehe barfuß über einen Acker und bin müde.
Ich bin alleine und trage Bauernkleidung…

Zweite Szene:  Ich schlafe auf Stroh,
ich gehöre zum Gesinde eines Burgherrn.
Ich bin Waise
und die alte, dicke, herzliche Köchin
hat mich unter ihre Fittiche genommen.

Es steht ein langer Tisch in dem Raum,
in dem ich schlafe
und alle Bediensteten essen hier um die Mittagszeit.

Dritte Szene: Ich bin ca. zwei Jahre alt,
es ist die Zeit, in der ich meine Mutter das letzte Mal sehe.
Unser Dorf brennt, Wagenräder rollen…

Es muss das fünfzehnte Jahrhundert sein.
Ich sehe Pferde und Männer, die kämpfen.
Überall herrscht Chaos.
Man beachtet mich nicht.
Meine Mutter bringt mich in Sicherheit
und versteckt mich im Wald…

Der letzte Blick, den ich auf meine Mutter werfe,
zeigt mir, wie sie stirbt…

Sie stürzt über eine Klippe oder etwas Ähnliches…
Ich kann nicht so genau hin sehen…
Es tut so weh!

Vierte Szene:
Ein Mann zieht mich mit einem Schwung auf sein Pferd,
es ist einer der Handlanger des Burggrafen.

Ich bin ein so liebreizendes Kind,
so wunderschön mit blonden Locken. 
Er bringt es nicht über das Herz, mich zu ermorden.
Er bringt mich zu den Mägden
und so wachse ich bei den Bediensteten auf.

Fünfte Szene: Es ist eine laue Nacht, der Mond steht am Himmel
und ich liege auf einer Wiese.
Ich bin ca. 16 Jahre alt.
Ich bin nicht alleine,
der Sohn des Burggrafen liegt neben mir.

Und ich bin sooo verliebt…
Ich bin so naiv und unbeschwert,
wie ich es in diesem Leben noch nie erlebt habe…
Und ich bin glücklich!

Sechste Szene: Ich bin schwanger und unendlich glücklich.
Ich sage meinem Geliebten, wie es um mich steht.
Ich sehe nur seine Trauer
und erkenne erst durch Uta:
Dass er nicht traurig ist, weil ich ein Kind bekomme,
sondern weil ihn zwei Soldaten seines Vaters
an den Armen gepackt haben und von mir weg zerren.

Es zerreißt mir das Herz:
Er wird gezwungen, in den Krieg zu ziehen.

Siebte Szene:
Ich sitze mit ca. 40 Jahren in einer Holzhütte auf einem Stuhl.
Ich blicke nach oben und er steht vor mir.
Ich fühle nach all den Jahren noch immer
diese unendliche tiefe Liebe zu ihm…
Und er liebt mich immer noch genauso.

Aber die Standesunterschiede sind noch immer vorhanden,
ich kann trotz aller Liebe nicht über meinen Schatten springen…

Ich sage ihm, dass es nichts bringt und ich schicke ihn weg.

Achte Szene: Ich stehe vor einem Hügel auf einem Friedhof,
er ist gestorben…
Er hat sich ca. drei Wochen später das Leben genommen.

Ich bin so verzweifelt,
ich weine hemmungslos
(mir laufen die Tränen dabei in die Ohren und ich habe das Gefühl:
Wenn ich nicht gleich aus der Regression gehe,
läuft mir der ganze Dreck aus der Nase noch übers Gesicht,
so heftig ist das Ganze.)
und ich fühle die Schuld in mir:
diese unendlich große Schuld.

Schuld: Denn hätte ich ihn nicht weggeschickt,
er würde noch leben.

Neunte Szene: Ich bin alt geworden, sehr alt… ca. 80…
Ich liege ruhig in meinem Bett.
Mein Tod steht bevor…
Ich schlafe ruhig ein.

Uta sagt mir, dass wir jetzt aus den Gefühlen wieder rausgehen…
Dass wir nur noch Beobachter sind
und gleich auch aus diesem Leben gehen.

Wir gehen zurück zur Jenseitsebene.
Dort steht mein Geliebter bereits und erwartet mich…

Ihr könnt Euch nicht vorstellen,
wie sehr ich diesen Mann geliebt habe
und wie sehr ich das in dem Moment empfunden habe!

Es war Wahnsinn, dass ich dieser Gefühle überhaupt mächtig bin.
So geliebt habe ich hier in diesem Leben noch nie.

Mein Schutzengel reicht mir den Becher der Vergebung
und ich trinke daraus.

Uta fragt mich, ob ich meinem Geliebten den Becher reichen möchte
und ihm auch vergeben will.
Ich bringe unter Tränen hervor:
Warum denn?
Der hat doch nichts getan!
Ich bin doch schuld, ich habe ihn doch weg geschickt!

Darauf antwortet Uta mir:
Was wäre denn passiert, hätte er sich nicht umgebracht?
Hätte es nicht sein können, dass du es dir anders überlegst?
Du liebtest diesen Mann doch abgöttisch.

Und ich nickte nur…

Daraufhin sagte Uta:
Du trägst deinen Teil der Schuld, aber er trägt den seinen…

Ich reichte ihm den Becher und er trank daraus…
Ich fühlte mich erleichtert.

Mein Schutzengel, Uta und ich gingen zusammen
wieder zum Fahrstuhl
und fuhren die 10 Stockwerke nach unten…

Im Erdgeschoss meinte Uta:
Wieder zurück im Hier und Jetzt…

Nun das Fazit zu dieser Reinkarnation:
Meine Seele hat sich nur daran erinnert, dass:
Wenn ich schön und liebreizend bin
und ich zum Mittelpunkt im Leben eines Menschen werde,
der sich dann umbringt.

Das erklärt nun auch all meine Handlungsweisen:
Immer, wenn ein Mann begann,
mich abhängig zu lieben,
wenn diese Liebe von seiner Seite übermächtig wurde,
dann stieß ich ihn von mir weg!

Ich ertrug es nicht,
obwohl ich mich doch gleichzeitig
mit jeder Phase meines Herzens
nach genau dieser Liebe gesehnt habe.

Ich wollte doch das Ein und Alles im Herzen eines Anderen sein.

Meinen Mann habe ich all die Jahre
auf eine unterschwellige Weise gehasst,
weil er es gewagt hat, mich
– trotzdem ich nicht liebenswert war,
dick und eben nicht schön war –
zu lieben…

Und ich habe so lange getrachtet, bis ich diese Liebe zerstörte…

Die zweite Reinkarnation:
Erste Szene: Ich bin eine schlanke wunderschöne junge Frau,
ich lebe in Frankreich und bin die Tochter von Adeligen.

Zweite Szene: Das Zimmer, in dem ich schlafe, ist groß und hell,
aber es herrscht eine düstere Stimmung dort.
Alte, schwere Möbel, steife, uralte Tradition herrschen dort.

Dritte Szene: Ich werde geboren,
meine Mutter gibt mich sofort zu den Bediensteten,
die mich mit sich nehmen.
Meinem Vater bin ich gleichgültig,
vielleicht wird ja das nächste Kind ein Stammhalter.
Meine Mutter hasst mich, sie lässt mich dafür leiden
und gibt mir die Schuld dafür,
dass mein Vater nicht bei uns lebt,
sondern in seinem Jagdschloss.

Sie ist absolut nicht glücklich so, wie sie lebt.

Vierte Szene: Ich bin im Garten lustwandeln…
Zusammen mit mir sind andere junge Menschen im Garten,
wir spielen Gesellschaftsspiele.
Im Moment gerade” Blinde Kuh”…
Und wer gefangen wird, den darf man küssen.

Meine Mutter steht in gerader Haltung dabei…

Sie mag es nicht, wenn ich mich fröhlich gebe,
wenn ich mit Anderen glücklich bin.
Immer wenn ich ihrem Blick begegne,
zucke ich innerlich zusammen.
Wie kann ich nur glücklich sein, wenn sie es nicht ist.
Aber ich wäre doch so gerne glücklich!

Fünfte Szene: Ich stehe auf einem Balkon,
ich blicke auf eine Menschenmenge,
die sich zu einem Schauplatz bewegt…

Es scheint eine Hinrichtung zu sein.

Sechste Szene: Ein Reiter kommt zum Schloss.
Er übergibt mir eine Depesche von einem Offizier.
Er sagt mir, die Unruhen herrschen und
dass wir flüchten müssen:
Sofort!
Bevor es zu spät ist
und wir gefangen genommen werden
und sie uns verurteilen.

Siebte Szene: Ich bringe die Depesche zu meiner Mutter.
Ich gehe zu dem hohen Sessel in ihrem Raum,
in dem sie immer sitzt.

Sie schaut mich böse und abwertend an.
Ich reiche ihr das Schriftstück…

Ich weiß, wir müssen jetzt sofort gehen,
sonst werden wir sterben!
Ich habe solche Angst…
Und was tut sie?
Sie liest das Schriftstück,
dann schaut sie mich an
und zerreißt es vor meinen Augen.

Sie sagt: wir bleiben.

In diesem Moment denke ich: ich werde verrückt.
Ich habe solche Panik, ich will doch nicht sterben…
Aber ich kann auch nicht gehen…
Ich kann sie doch nicht verlassen.

Achte Szene: Die Dienstboten bitten mich,
alleine zu gehen,
meine Amme kniet sich vor mich,
küsst mir die Hände und sagt:
„Mein Kind, ich flehe dich an, geh, rette dich selbst!”

Und es bricht mein Herz,
ich kann doch nicht gehen,
so sehr ich es auch will…

Ich darf die Frau, die sich Mutter nennt,
doch nicht verlassen.

Ich liebe sie doch und ich würde für sie sterben,
wenn sie nur ein einziges Mal “ich liebe dich” zu mir sagen würde.

Und ich würde alles für sie tun.

Neunte Szene: Wir sind im Kerker,
es ist kalt und modrig, die Stimmung ist gedrückt.
Nur durch ein kleines hohes Fenster fällt etwas Licht in den Raum.

Meine Mutter bewahrt Haltung
und blickt stolz und stur geradeaus.
Die anderen Adeligen sitzen kauernd auf dem Boden.

Zehnte Szene: Ich sehe meine Amme,
sie geht gestützt von zwei Frauen über das Feld.
Es ist ein sonniger Tag,
aber meine Amme ist am Ende.

Sie weiß, was mit mir passiert ist
und sie leidet unsagbar,
weil ich ihr Augenstern bin.

Elfte Szene: Man bringt uns zum Gefängnis.
Die Menschenmassen säumen unseren Weg.
Man bewirft und beschimpft uns.
Plötzlich reißt mich in Sekundenschnelle
ein junger Mann aus der Menge der Gefangenen.
Meine Mutter blickt mir ein letztes Mal in die Augen,
bevor mich der Mann in die johlende Masse zieht
und mit mir verschwindet.

In Ihrem Blick sehe ich ihren Hass
und sie verzeiht es mir nicht, dass ich nicht mit ihr sterbe.

Ich lebe mein Leben mit diesem jungen Mann zusammen.
Er liebt mich, aber ich erwidere diese Liebe nicht!
Ich hasse ihn!

All die Jahre, in denen wir zusammen leben,
hasse ich ihn dafür:
Dass er mich nicht hat mit meiner Mutter sterben lassen.

Meine Mutter und jeder Einzelne der Adeligen
von damals ist gestorben.
Aber ich habe ihren Hass übernommen
und lebe ihn weiter in mir.

Ich sterbe vor meinem Mann mit ca. 50 Jahren
und er steht weinend an meinem Grab…
Er liebt mich noch immer!

Uta nimmt mich aus diesem Leben
wieder zurück zur Jenseitsebene.
Mein Mann steht da…
Und auch meine Mutter.

Mein Schutzengel reicht mir den Becher der Vergebung
und ich trinke gierig daraus unter Tränen.

Auch mein Mann trinkt daraus!
Er vergibt mir.

Ich wende mich zu meiner Mutter um
und reiche auch ihr den Becher der Vergebung…

Und was tut sie?
Sie schlägt ihn mir mit einer Bewegung
ihrer Hand aus den Händen…

Ihr könnt nicht ermessen, was das in mir ausgelöst hat.
Wenn man bedenkt, dass ich doch eigentlich Andrea bin,
heute lebe und das alles schon hunderte von Jahren zurückliegt: 
Es hätte realer und schmerzhafter nicht für mich sein können.

Alle Hoffnungen eines Kindes,
doch noch die Liebe der Mutter zu erringen,
zerschlugen sich in diesem Moment.
Ich war am Boden zerstört…

Selbst jetzt nach all den Jahren liebte sie mich nicht,
wollte keine Versöhnung mit mir…

Die letzte Chance, mit ihr ins Reine zu kommen,
hatte sie mir genommen.
Es war furchtbar!

Fazit: In meinem jetzigen Leben habe ich meine Mutter
schon oft “Tot gesagt”.

Das heißt:
Ich habe mich schon sehr oft mit dem Gedanken beschäftigt,
wie es sein würde, wenn meine Mutter stirbt,
wie ich die Beerdigung plane…

Und ich dachte immer, ich tue dass,
weil ich dann den Schmerz nicht mehr so sehr empfinde,
wenn´s wirklich mal so kommt.
Aber das stimmt nicht…

Ich tue dass, weil ich die Schuld nicht ertrage,
sie Alleine sterben zu lassen.

Weil ich Schuld habe, wenn ich mein Leben lebe.
So, wie es mir gefallen würde.

Ich habe mir bewusst eine Familie ausgesucht,
in der genau dieses Thema gelebt wird:

Eine Mutter,
die mit ihrem Mann über alle Maßen unglücklich ist
und sich auch nicht durch Flehen und Bitten erweichen lässt,
ihr Leben auf ihre alten Tage noch einmal zu ändern.

Und so lange meine Mutter so leidet, so unglücklich ist,
darf ich doch nicht glücklich sein.

Wie kann ich lachen und lieben,
wenn sie sich selbst das doch alles verweigert?

Ich habe aber auch erkannt, dass es nichts bringt, zu hoffen,
dass meine Mutter bald stirbt, damit ich dann endlich frei bin.

Aber ich würde ihren Hass weiter leben.

Ich wäre nie wirklich frei!
Also heißt es, meinen Weg zu finden, um glücklich zu werden.
Grenzen zu ziehen, aber meiner Mutter dabei so wenig weh zu tun,
wie es in meiner Macht steht.

Dritte Reinkarnation

Erste Szene: Ich trage Stiefel und Uniform.
Ich bin in einem Wald.
Was ich dort tue, weiß ich nicht.
Ich denke, es ist in Rumänien oder Bulgarien,
ich müsste auf der Cassette nachhören,
hab’s gerade vergessen.

Zweite Szene: Ich bin ein Junge…
Es ist um 1925.
Wir leben in München.
Meine Mutter ist liebevoll.

Mein Vater ist bei der Armee in einem höheren Rang.
Ich weiß, dass das, was sich langsam anbahnt mit Hitler,
nicht gut für mich ist.
Ich habe ein sehr ungutes Gefühl, aber ich höre nicht darauf…
Ich lasse die Dinge geschehen, wie sie eben kommen,
ich nehme sie hin.

Dritte Szene: Ich habe eine Jugendfreundin.
Wir können über alles reden.
Es könnte eine Liebe werden,
aber so weit ist es noch lange nicht…
Wir flirten nur ab und zu ein wenig miteinander.

Dritte Szene: Ich bin im Krieg.
Ich stehe vor einem Graben, ein Gewehr in der Hand.
Hinter dem Graben jede Menge Frauen und Kinder.
Auch einige Männer, aber keine Partisanen,
sondern einfache Menschen aus einem Dorf,
die dazu zu gehören scheinen.

Wir stehen in einer Reihe,
keiner getraut sich,
den Anderen anzusehen.
Und wir wollen nicht schießen,
wir haben Angst,
wir können uns nicht in die Augen sehen,
so furchtbar ist das alles.

Doch wir schießen!

Uta fragt, was ich fühle
und ich sage unter Tränen:

Es ist als, ob man sich selbst umbringt!

Vierte Szene: (wie kam es dazu…)
Ich stehe in einem Zelt,
vor mir hinter einem Tisch sitzt ein hagerer Mann…
Er erinnert mich an die Filme,
die ich im heutigen Leben schon gesehen habe
von den SS-Soldaten:

Gnadenlos, stahlhart, Augen wie gefrorenes Eis.

Ich bin ihm ein Dorn im Auge, schon immer gewesen.
Ich habe zwar immer alle Befehle befolgt,
aber ich habe sie so befolgt,
wie es es mein Gewissen zugelassen hat.

Krieg ja!
Aber doch nicht diese unmenschlichen Grausamkeiten.
Töten ja, aber doch nicht quälen!
Doch nicht all das, was die Anderen so getan haben.

Wir waren 5 und wir hatten unseren Ehrenkodex…
Wir haben nie darüber gesprochen,
aber wir wussten es, wenn wir uns anschauten…

Und wir würden nie so wie die Anderen werden.
Deshalb wollte er jetzt, dass wir zum ersten Mal töten,
damit wir zu Mittätern würden.

Fünfte Szene: Ich stehe wieder am Graben,
ein blonder Junge steht mir gegenüber.

Ich erschieße ihn.
Ich sehe es nicht,
ich weiß es nur…

Und ich weiß:
Ich töte mich gerade selbst.
Ich trage die Schuld.

Uta sagt mir:
Du hattest keine Schuld.

Und ich schreie voller Verzweiflung.
Doch! Ich hatte die Wahl, man hat immer die Wahl.
Sie bittet mich, mich umzudrehen.
“Wen siehst du?” fragt sie.

ER steht hinter mir.

Sie sagt:
Schau ihn dir an, was siehst du…

Ich sehe den Revolver in seiner Hand.
Sie sagt:
“Du hattest keine Wahl!
Er stand hinter dir und er war bereit,
dich zu töten, wenn du nicht geschossen hättest.
Du hattest Todesangst,
du hattest Panik,
du hattest keine Wahl,
weil du gar nicht klar denken konntest.”

Sechste Szene: Ich bin desertiert.
Ich bin im Wald.

99% des Tages bin ich damit beschäftigt,
etwas zu essen zu suchen:
Baumrinde, Maden, Würmer, Käfer, Mäuse…
Alles, was mir unter die Finger kommt.

Uta fragt:
Was hält dich am Leben?

Was treibt dich voran?
Ich sage den Namen meiner Jugendfreundin
(der mir auch gerade entfallen ist).

Ich sage: Ich muss zu Ihr, für meine Eltern bin ich tot…
Das ist klar, ich bin ja desertiert…
Aber sie!
Sie muss mir sagen, ob ich schuldig bin.
Das treibt mich weiter!

Siebte Szene: Ich liege am Boden.
Ich bin immer noch in diesem Wald.
Ich bin verhungert!
Ohne dass ich eine Antwort auf die quälende Frage bekam:
Bin ich schuldig?

Bin ich Böse?

Wir gehen alle zusammen auf die Jenseitsebene,
mein Schutzengel reicht mir den Becher der Vergebung.
Opfer haben sich hier nicht eingefunden.
Anscheinend war ich unschuldig, weil ich gezwungen wurde.

Fazit: Ich hatte mein ganzes Leben lang das Gefühl:
Ich bin böse, etwas Böses ist in mir
und ich konnte es nicht zuordnen!
Denn ich habe als Kind
und auch als Erwachsener Einiges getan,
was nicht Okay war.

Außerdem ist dieses Leben dafür verantwortlich,
dass ich hier so gehandelt habe, wie es der Fall war.

Damals habe ich nicht auf mein Gefühl gehört!
Hätte ich es getan, wäre ich erst gar nicht in den Krieg gezogen…

Ich wusste: Es geht nicht gut.

Heute ist es dasselbe!
Ich weiß, dass viele von den Dingen, die ich tue, mir nicht gut tun!
Mein Gefühl sagt mir:

Andrea, du reitest Dich gerade wieder in die Scheiße…
Aber ich kann (konnte bis jetzt) nicht anders!

Immer, wenn ich mitten drin gesteckt habe, fragte ich mich:
Warum hast du das nur so weit kommen lassen?
Warum hast du nicht vorher NEIN gesagt?

Schlusswort: Ich habe aufgrund der Reinkarnationen
sehr viele Parallelen zwischen
meinen vergangenen und meinem jetzigen Leben
feststellen können.
Zwischen der Erkenntnis und der Veränderung
liegen zwar noch Welten.

Aber da ich annehme:
Ich war nicht volltrunken, als ich mir diese Aufgaben
für mein jetziges Leben ausgesucht habe,
besteht die Hoffnung, dass ich sie auch bewältigen kann.

Und zwar, ohne dass es meinen Schutzengel
in den Wahnsinn treibt 😉

Andrea