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Schutzengel – Leben ist… Ja, was?

Leben ist…
Ja, was?
Leben ist hart?
Ja!
Und Leben ist ungerecht?
Ja!
Leben ist sinnlos?
NEIN!
Eine Wanderung auf dem Lebensweg:
Leben ist voller Wunder,
voller Offenbarungen,

voller Hilfen,
voller unerwartet guter Wendungen,

voller glücklicher Zufälle?
JA!
Schutzengelkontakt

Ich bitte Elia, mich mit Etreu,
dem Guide von Annelie zu verbinden,
Etreu hatte um einen Brief von ihr an sich gebeten,
dieser Brief liegt nun vor.

Ich treffe Etreu in einem Wald,
es ist Sommer, ein wirklich schöner Tag:
Nicht zu heiß, nicht zu kühl, gerade richtig für eine Wanderung.

Und tatsächlich trägt Etreu einen Wanderrucksack mit sich.
Herzlich schüttelt er mir die Hand, dann weist er auf den Rucksack
und bittet mich, ihn zu tragen.
Aber als ich es versuche, komme ich kaum aus der Beuge hoch!
Derart schwer ist er.

U: Lieber Himmel, Etreu, ich bin doch kein Athleth,
das kann ich wirklich nicht tragen!

E: Nicht?
Uta, das hier ist Wald, nichts als Wald!
Hier findest du für die nächsten Stunden nicht einmal Wasser, geschweige denn Nahrung.
Und selbst wenn wir nach Stunden Wasser erreichen,
dann ist das noch längst nicht zu genießen.
Das sollten wir abkochen!
Und dazu brauchst du die nötigen Utensilien.

Und selbst dann musst du natürlich auch noch etwas haben,
womit du dir etwas Nahrhaftes zubereitest.
Natürlich wäre es denkbar, dass wir auf Wild stoßen,
dann allerdings müsstest du es erlegen können.

Und selbst wenn du das könntest
– was ich bezweifele –
dann müsstest du es fachgerecht ausweiden,
damit dir aus solcher Nahrung
nicht mehr Schaden als Nutzen erwächst!

Also, es geht einfach nicht anders!
Du musst das schleppen,
wenn du dich auf diesen Weg mit mir machen willst.

U: Aha…
Tja…
Und es muss unbedingt dieser Weg sein?
Gibt es keinen anderen Weg?
Ich sehe hier mehrere Wege abzweigen?

E: Doch, gibt es, aber das sind alles Umwege,
zum Teil sehr weite Umwege…

U: Ja, dann machen wir eben Umwege,
wenn die es mir ersparen, diese Lasten hier zu schleppen.
Und an Jagen und Wild zerlegen
ist bei mir doch gar nicht zu denken!
Also hätte ich nicht nur Durst, sondern auch Hunger.

Nein, Etreu, auch wenn es der kürzeste Weg zum Ziel ist:
Ich kann den wirklich nicht gehen, daraus wird nichts!

E: Also Umwege?

U: Ja!

E: Weißt du, was bedeutet?
Du wirst alles, was du brauchst, um dein Ziel zu erreichen,
mit Verzögerungen zu bezahlen haben:
Du wirst Wasser finden, eine sehr gesunde Quelle sogar.
Aber um daraus trinken zu dürfen,
musst du dir erst all die Theorien und Glaubensbekenntnisse
der Hüter der Quelle aneignen.

Du musst sogar eine Zeit lang dort Platz nehmen
und ihre Gottesdienste mitfeiern, denen du so, wie die das machen,
nicht das Geringste abgewinnen kannst.

Aber wenn du das tust
und du ihnen als freundlicher Wanderer erscheinst,
dann werden sie dir sogar einen Weg zeigen,
an dem entlang ein klares Bächlein läuft.
Nur eben in die falsche Richtung!
Aber du wirst dann nicht dursten.

Und dann wirst du ein Gasthaus finden.
Natürlich hast du dann schon fast doppelt so viel Zeit aufgebracht,
als das Ziel auf geraden Weg zu erreichen, möglich gewesen wäre.

Aber da gibt es gutes Essen,
allerdings musst du es dir verdienen.
Da hilft nichts, die nehmen kein Geld.
Also so einige Tage Dienst musst du einrechnen,
immerhin bei voller Kost und Logis.

Ich weiß aber nicht, ob es dir angenehm sein wird.
Das sind ziemlich verrückte Typen da!
Die haben Ideen über das Leben und die Menschen
– ganz sicher auch über dich –
die wirst du nicht gut finden.
Satt wirst du aber!

Und wenn du dich da so benommen hast,
dass sie dich als guten Wanderer sehen,
werden die dir sogar etwas Proviant mitgeben
und dir einen weiteren Weg weisen,
der zu deinem Ziel führt.

Anfangs wird der auch recht bequem sein,
dann aber wird’s gefährlich:
Es gibt Schluchten und Wege über tiefe Abgründe!
Die wirst du unmöglich alleine schaffen,
das geht nur mit Hilfe Anderer.

Das bedeutet:
Obwohl du weder Durst hast noch Hunger,
geht es nur dann weiter, wenn du wartest.
Du musst warten auf solche,
die wie du den Weg da gehen wollen.

Es ist nicht absehbar, wer das sein wird.
Aber da du doch ziemlich einzigartig bist,
ist die Wahrscheinlichkeit groß,
dass es dir befremdliche Mit-Wanderer sein werden
und du ihnen natürlich auch.

Ach ja, vermutlich wird es auch
Auseinandersetzungen darüber geben,
WIE und WANN die Hemmnisse zu nehmen sein werden.
Aufgrund der Unterschiedlichkeit
ist Streit geradezu vorprogrammiert.

Und selbst wenn du dir vornimmst,
auf alle Auseinandersetzungen zu verzichten
und zu allem Ja und Amen zu sagen, was die vorschlagen,
und du so Streitereien aus dem Weg gehst:
Es wird dich frustrieren.

Du wirst die Fehlentscheidungen
der Mit-Wanderer zu tragen haben,
obwohl du es doch besser gewusst hättest.
Du ahnst es schon:
Das sorgt insgesamt natürlich auch wieder für Verzögerungen.

Also von mir aus können wir gerne den Umwegen entlang gehen,
aber mach dir klar:
Es wird NICHTS so sein, wie du es willst!

U: Tja, es bleibt mir doch aber gar nichts anderes übrig!

E: Ach doch, natürlich!

U: Ja, was denn?
Soll ich fliegen?

E: Na, fliegen geht nicht, du bist doch kein Vogel!
Nein, du kannst die Umwege auch genießen, das liegt bei dir…

Du kannst die Mönche an der Quelle studieren
und viel dabei lernen auch über dich…

Du kannst versuchen, diese Mönche zu verstehen
und ihren Glauben und deinen Glauben mit ihren
nicht nur vergleichen, sondern versuchen,
die gemeinsame Wurzel zu finden.
Wahrscheinlich magst du die Männer da dann so gar ganz gern.
Kann sein:
Ihr werdet echte Freunde trotz aller Unterschiede dessen,
was ihr für wahr haltet.

Und die Besitzer des Gasthauses mit ihren Ideen
über die Menschen und das Leben und dich:
Die könntest du auch als solche betrachten,
die dir neue Ideen und Impulse geben,
selbst einen klareren Bezug zu diesen Themen zu gewinnen.

So vieles klärt sich erst dadurch, dass es hinterfragt wird.

Dann wären die Tage dort nicht nur Nahrung für deinen Bauch, sondern auch für deinen Geist
und es wäre gar keine verschwendete Zeit.

Und die Gemeinschaft der Mit-Wanderer
im schwierigen und gefährlichen Gelände:
Die könntest du bei allen Dummheiten, die sie vorschlagen,
auch einfach als das sehen, was sie sind:
Sie helfen, dir das Ziel ÜBERHAUPT zu erreichen!

Du musst sie nicht verstehen und sie dich nicht,
du musst sie nicht mögen und sie dich nicht.
Alles, was sein muss, ist: einander über Hürden zu helfen.

Wenn du sie so sehen könntest,
würdest du eine wunderschöne Erfahrung machen!
Selbst das, was generell eher ablehnungs-würdig ist,
kann ein Geschenk des Himmels sein.

Dein Weg zum Ziel wäre leichter, aber lang.
Nur eilig darfst du es nicht haben!
Geduld und Beharrlichkeit wirst du aufbringen müssen.
Das wäre der Preis!

U: Lieber Etreu, du schreibst das alles nicht für mich,
du schreibst deiner Annelie…

E: Ja, meiner Annelie,
zu der ich eine Beziehung eingegangen bin, genau.
Und den Weg, den wir gehen, den kann ich nicht kürzen.
Denn der kürzeste Weg:
Dafür reicht das Equipment einfach nicht aus.

U: Es ist der Lebensweg?

E: Ihr nennt ihn so, aber es ist der Weg zu sich SELBST.

U: Hat sie es eilig?

E: Ja, sie hat es erstens eilig und sie hat zweitens den Glauben,
ES machen zu müssen!

U: ES?
Ihr Leben?

E: Ihren Leben(s)weg.

U: Aber so ist das nicht?

E: Nein, es muss ein Weg der Umwege sein und der Abhängigkeiten,
es muss ein Weg sein der Begegnungen.

Die Freiheit der Gestaltung liegt nicht darin,
OB er schnell oder langsam zu gehen ist,
sondern darin, was aus diesen Begegnungen,
die UNBEDINGT stattzufinden haben, verwertet wird.

U: Stichwort Verwertungen:
Das bringt mich natürlich zum Hauptanliegen von Annelie:
der Morbus Crohn…
Das ist ja im Körperlichen eine Verwertungsstörung,
hängt das irgendwie zusammen?

E: Diese Krankheit ist eine Krankheit eurer Zeit
und sie ist Folge eurer Zeit.
Nicht alle Körper sind in der Lage,
in eurer Zeit 
eure Nahrung,
eure Luft,
euer Wasser unbeschadet zu nehmen.

Bitte nicht mit einer Allergie verwechseln,
es ist eher das Zusammenwirken vieler Faktoren!

Aber während der eine Körper mit Hauterscheinungen regiert,
tut es der Andere mit Störungen des Dünndarms. 
Eine Art genetischer Sollbruchstelle,
die bei entsprechender Belastung „bricht“.

Aber wie stark die Belastung ist,
DAS allerdings hängt eben nicht nur vom Genom ab,
sondern auch von der Seele.

Einen anderen Körper als den ihr eigenen
kann ich Annelie nicht „machen“!

Aber ich kann ihr sagen:
Annelie, du machst die Belastung erheblich größer
für deinen Körper, solange du im UNMUT bist
über die Umwege und Begegnungen, die dir auf deinem Weg
zu deinem Selbst nun einmal begegnen.

Ich weiß, du hast Schmerzen durch gemacht,
die würdest du deinem schlimmsten Feind nicht wünschen.
Und es tut mir so sehr leid, dass dies zu erleiden war.
Aber ich konnte es nicht verhindern!
Diese Erkrankung war Teil deines Lebensweges.

Wobei ich helfen kann, ist da leider nur, dir Rat zu geben,
WIE du die Belastung geringer schrauben kannst.
Und da ist zuerst zu sagen:
Annelie, es geht nicht, ohne sich den Umwegen des Lebens
friedvoll gegenüber zu stellen statt kämpferisch.

Den inneren Frieden pflegen!
(Nicht den äußeren, wir wissen beide,
dass du das nicht immer in der Hand haben kannst.) 
Aber den INNEREN FRIEDEN, Annelie,
um den ist es nicht gut bestellt, da kannst du nachbessern.

Meinst du, du kannst das?
Frieden machen damit,
dass der Weg so umständlich ist
und dass du oftmals den Eindruck hast,
dass du nur zwei Wahlmöglichkeiten hast:
den zwischen Pest oder Cholera?
Dass du Dinge durchziehen musst,
obwohl dir jeglicher Sinn, es zu tun, fehlt?

Meinst du, es könnte dir gelingen,
Frieden damit zu machen,
dass es auf dem Weg hart und ungerecht,
umständlich und beängstigende Phasen gibt
und sich kein Grund dafür finden lässt,
dass es einfach durchzustehen ist,
weil LEBEN so ist?
Leben ist…
Ja was?
Leben ist hart?
Ja!
Leben ist ungerecht?
Ja!
Leben ist sinnlos?
NEIN!

Leben ist voller Wunder,
voller Offenbarungen,
voller Hilfen,
voller unerwartet guter Wendungen,
voller glücklicher Zufälle?
JA!

Schaffst du es:
Nie zu wissen,
WAS hinter der nächsten Wegbiegung liegt?

Schaffst du es,
nur eine Wanderin im eigenen Leben zu sein ohne Besitzrechte?
Auf die Hilfe und Belehrung Anderer angewiesen
so wie die auf deine?

Und immer und für alles irgend einen Preis
für das bezahlen zu müssen, was für dich notwendig ist,
um weiter zu gehen?

Schaffst du es, nur den heutigen Tag zu haben?
Nur den, nichts sonst?
Und aus dem das Beste herauszuholen,
was dir die Möglichkeiten erlauben?
Und deswegen NICHT frustriert,
sondern am Abend des Tages dankbar zu sein?

Oder wenn schon das nicht geht:
Dann wenigsten innerlich in der Zuversicht zu bleiben,
dass es Morgen schon besser sein kann, als es heute war?

Wenn du das alles kannst, DANN hast du dein SELBST gefunden!
Dann bist du in der Wahrheit des Lebens
– deines Lebens und das aller Anderen –
dann ist FRIEDEN!
Ein Frieden, der deinem Körper hilft.

Und dann kannst du NEHMEN, verwerten…
Dir Zeit lassen!

U: Etreu, ich hoffe, das hilft ihr, aber ist es nicht zu allgemein?

E: Ich versuche, so gut ich kann, ihren Geist zu öffnen!
Aber es ist schwierig, so wenig Zeit zu haben.

Du hast den Brief gelesen.
Hast du gemerkt, dass sie immer noch MACHEN will?
Dass es immer noch schwer ist, zu SEIN?

Annelie hat in sich
so viele und so widersprüchliche Vorstellungen darüber,
wie ihr Leben zu sein hat, wie sie zu sein hat.
All diese Vorstellungen stehen im wahrsten Sinn davor,
Frieden zu haben!

Wie bei einer Zwiebel:
Schale für Schale müsste ich abtragen mit ihr im Dialog…

Aber siehst du den Brief?
Es ist eine Zustandsbeschreibung an mich geworden.
Dabei kenne ich den Zustand doch!
Der Dialog?
Er muss so ausbleiben,
ich musste doch einen Monolog führen.

Sie geht mit mir nicht in Beziehung,
weil sie sich selbst so isoliert fühlt wie ein einsamer Stern!
Der keine feste Bahn hat, kein Planetensystem,
innerhalb dessen er sich auf SEINER Bahn bewegt.

Willkürlich, zufällig!
Ist so alles und so jedes und so verwertbar?
Ja, wie denn?

Immer bereit, alles zu verstehen, zu ergründen,
die Zusammenhänge zu analysieren,
aber nicht zu sich hin!

Als wäre sie ein einsamer Stern,
erlebt sie ihr Sein eben nicht im MIT EINANDER,
nicht als Wanderer unter Vielen.
Und so bin auch ich nichts weiter als auch so ein Stern
da irgendwo in ihrem Universum.

U: Sie sieht die Bahnen nicht, mit der Alle zusammenhängen?

E: Doch, aber sie fühlt sie nicht bei sich!
Verstehen ja, aber fühlen?

U: Aber dann ist ein Reading doch auch nur ein Appell
an den so eifrigen Verstand.

E: Ja…

U: Kannst du da nichts ändern?

E: Hm…
Es wäre – so scheint es ihr –
ein Umweg und sie weiß nicht, was der Preis wäre.
Sie spürt: Es fehlt ihr etwas!
Aber was?

U: Ich spüre großes Mitgefühl, das du für sie hast!
So groß, dass du mir Tränen in meine Augen treibst.
Fühlt sie das auch nicht?

E: Sie möchte…
Immerhin: Sie wünscht es schon, das ist ein Fortschritt.

U: Magst du zu dem Brief Stellung nehmen?

E: Ja, soweit ich mich dadurch nicht wiederhole.
Lies ihn einfach, ich unterbreche dich,
wenn ich etwas zu sagen habe.

U: Gut! Also dann:

Nach meiner chronischen Magen- Darmentzündung 2011
habe ich nun die Diagnose Morbus Crohn.
Damals  ging es um fehlende Begeisterungsfähigkeit,
weg vom HABEN hin zum SEIN.

E: Es geht immer noch darum, liebe Annelie.

2011 war ich sehr lange krank geschrieben,
weil ich solch eine Aversion gegen meine Firma hatte.

E: Weil du das, was sie dir geben konnten,
NICHT VERWERTEN konntest.

Das mache ich gerade nicht.
Ich hatte damals meine Stelle gewechselt
und eigentlich das Gefühl gehabt,
dass ich jetzt wirklich in paradiesischen Zuständen lebe:
Ein toller Chef, mit dem ich über ALLES reden kann,
eine Arbeit, die mir liegt (Workshops und Trainings abhalten),
maximale Flexibilität (keiner zwingt ich an den Schreibtisch)
und in einer Abteilung zusammen mit meinem Mann Uli,
der sogar meistens meinen Chauffeur spielt
(wir haben min. 1 Std. Anfahrtsweg zur Arbeit
und eher 1,5 Stunden wieder zurück).

Nebenbei habe ich ein neues Hobby begonnen:
Kräuterheilkunde, bzw. Herstellung von Salben und Cremes.

E: Du MACHST?
Oder BIST du?
Begeisterung: Erinnerst du dich?
So ein Aufgehen in dem, was du tust,
ein sich selbst vergessen.
Ganz vergessen, was dabei herauskommt.
Ganz vergessen,
wer was tun will oder was der nächste Schritt ist.
Und ganz und gar im Tun, im Hier und Jetzt sein:
SEIN.

Annelie, immer noch nicht!
Das ist es nicht,
denn es gehört etwas zum Tun, zum Machen dazu:
Das in BEZIEHUNG SEIN zu dem, was du machst!

Vermeintlich war eigentlich alles in Ordnung.
Nur mit meiner Stieftochter
kam es immer wieder zu Reibereien
und natürlich somit auch mit meinem Mann.
Aber auch das haben wir dank
einer guten Therapeutin weitestgehend klären können.

E: Das habt ihr gut gemacht!
Und da hast du über „in Beziehung“ SEIN schon viel Neues gelernt.

Wenn ich ehrlich bin:
Es hat sich allerdings seit einiger Zeit
schon wieder eine gewisse Müdigkeit und Lustlosigkeit eingeschlichen, was meine Arbeit anbetrifft.
Keine Lust mehr auf die Fahrerei,
Langeweile, im Großraumbüro zu sitzen
und am PC zu arbeiten,
selbst bei meinen Workshops
zeitweise Gereiztheit und vor allem auch Erschöpfung.

E: Ist es nicht seltsam?
Da gibt es Menschen:
Die bleiben ihr Leben lang in ihrer angeborenen Rolle.
Nie verändert sich wirklich etwas an ihren Umständen des Lebens.
Und dennoch empfinden sie ihr Leben am Ende als Bereicherung,
als Gewinn!

Und Andere:
Die kommen nie zur Ruhe, immer treibt es sie weiter,
immer liegt das gelobte Land hinter dem nächsten Horizont.

Welche Haltung ist richtig, Annelie?
Die Antwort:
„Beide“ können richtig sein oder falsch!
Der Bauer, der sein Leben lang nicht von seinem Hof geht,
aber jeden Tag da als neu und gut und voll erlebt,
hat Recht!

Aber der Bauer,
der auf seinem Hof bleibt und jeden Tag bedauert,
sich Tag für Tag mit dem Alten zufriedengeben zu sollen,
der müsste unbedingt weiter gehen,
seiner Sehnsucht folgend suchen, 
wovon er noch gar nicht weiß:
Was es ist, das er finden will.

Er bleibt aber aus Angst:
Den Preis für solches Risiko nicht tragen zu können.
Der hat Unrecht!

Andererseits der Mann, der nirgends lange bleibt:
Kaum hat er eine Routine irgendwo erworben:
Schon zieht es ihn fort.

Wenn die Sehnsucht, mehr und mehr zu lernen,
ihn fortzieht und er das voller Freude
immer weiter und weiter tut,
hat er Recht!

Wenn es aber so ist,
dass er Vorstellungen davon hat,
wie der Platz, an dem er wirkt,
im Idealfall zu sein hat
und über diese Vorstellung die Realität dessen,
was er an GUTEM hat, nicht wertschätzen kann
und er nur immer unzufrieden mit dem ist,
was gerade da ist:
Dann hat er Unrecht!

Dann ist er ein Hans im Glück, der solange tauscht,
bis ihm gar nichts mehr bleibt!

Du wirst dich selbst ergründen müssen!
Was es ist, das dich in Unfrieden bringt mit deiner Situation?

Bedenke dabei:
Selten ist es das, was vordergründig ist,
meistens gibt es eine Ursache hinter der Ursache!

Ich habe dir gesagt: Du FÜHLST dich nicht verbunden.
Du WEISST dich verbunden, aber das ist einfach nicht genug!
Liegt das dann aber an äußeren Umständen
oder inneren Ängsten, sich einzulassen?
Was meinst du?
Denk nach, liebe Annelie!
Es lohnt sich, hier deine eigenen Ideen und Vorstellungen
zu ergründen.

Meine Kräuter-Euphorie ist auch etwas gedämpft!
Wir waren ein paar Frauen,
die sich zusammen tun wollten,
um unser Wissen gemeinsam auszubauen.
Aber auch das hat sich mangels
gemeinsamer Terminfindung ziemlich zerschlagen.

Ich merke nur immer wieder:
Dass ich keine Einzelkämpferin bin,
sondern eine absolute Team-Playerin.

Und in der Arbeit ist es im Moment leider so,
dass ich viel alleine bin.
Wir sind ein kleines Team
und jeder wurschtelt so vor sich hin!

E: Du könntest daraus lernen!
Vielleicht:
WARUM du alles
– und sei es noch so schön –
ungern alleine tust…

Jetzt kam die Diagnose Morbus Crohn
und mein erster „Schub“.
Ich kann mich nicht erinnern, dass es mir körperlich jemals
über einen längeren Zeitraum so schlecht ging.
Und das Gefühl,
dass der Körper keine Nährstoffe mehr aufnehmen kann,
ist sehr unheimlich.
Nachdem ich jetzt 10 kg innerhalb kürzester Zeit
abgenommen habe,
muss ich doch wieder Kortison nehmen.

Ich bin wirklich verzweifelt!
Da ich nicht mehr weiß,
wie ich aus diesem Teufelskreis entfliehen kann.
Ich habe das Gefühl,
ich drehe mich im Kreis und bin völlig ratlos.
Und egal, was ich anpacke:
Es bringt mich nicht weiter,
sondern zieht mich tiefer hinein!
Ich brauche Deinen Rat, Etreu.

E: Annelie!
Und ich?
Ich kann dir nur sagen:
Das ist jetzt die Sollbruchstelle
– die wegen Überlastung an UNVERBINDLICHKEITEN auftritt,
die überall in deinem Leben gerade hochkommen –
die sich bemerkbar macht.

Natürlich musst du jetzt die Medizin deiner Zeit nehmen.
Eine Erkrankung,
die aufgrund von unnatürlichen Prozessen zustande kommt,
wird durch unnatürliche Medikamente bekämpft!
Anders kann es nicht sein!
Aber die ist SYMPTOM!
Das eigentlich KRANKE!
Das ist die Angst vor Verbindung,
vor dem langen Weg durch die Bedingtheit deines Lebens:
Abhängig sein von Umständen und Menschen
außerhalb von dir selbst…

Immer Umstände und Umwege, nie gerade zum Ziel,
verwoben, verknüpft
statt frei und ungebunden,
eingefügt in die Fehler dessen,
was um dich herum ist!

So schaust du auf deinen Weg!
Du kannst dabei bleiben,
aber dann wird es schwierig mit der Erkrankung.

Dann sagst du im Grunde dem nährenden Leben:
Nein!
Das, was du mir da gekocht hast, das nehme ich nicht,
eher fresse ich mich selbst!
Ich lass das nicht durch, das da von dir!

Oder du änderst deine Einstellung:
Du schaust darauf:
Was du bekommst
und was du davon dankbar annimmst!

Der Schlüssel zum inneren Frieden ist Dankbarkeit für das,
was an Möglichkeiten geboten wird!

Ich liebe Cortison auch nicht, nicht nur, weil es Chemie ist.
Es ist schwierig, damit umzugehen
und es ist schwierig, damit ein ausgeglichener Mensch zu sein!

Aber immerhin: Es wurde! entwickelt!
Und weil es entwickelt wurde, leben Menschen!
Die anderenfalls keine Chance gehabt hätten.

Was meinst du:
Was dein Körper erkennt,
wenn er es zugeführt bekommt
mit dem gleichzeitigen inneren Unmut,
es überhaupt nehmen zu müssen?

Du, Annelie,
sagst ihm: Du kriegst jetzt Gift!
Weil du so furchtbar bist, dass es ohne gar nicht geht!

Weißt du, Annelie:
Jede Zelle deines Körpers beinhaltet,
solange du lebst: deine Seele!
Und sie wird beeinflusst von der Seele!

Annelie, versuch doch, nicht so sehr darüber nachzudenken,
wie diese Erkrankung sich weiterentwickelt SCHLIMMSTENFALLS!
Damit konditionierst du die Erkrankung!

Sondern versuche, wenn du das Cortison nimmst,
es in Dankbarkeit zu nehmen
und als Teilstrecke zur Heilung zu sehen!

Ach, ich schlag dir jetzt etwas vor und weiß gleichzeitig,
dass es so zu wenig ist.
Das Ganze geht tiefer und ich kann es nicht ändern!
Denn ich darf nur einen Weg zu dir gehen:
den über den Verstand.

Aber FÜHLEN, Annelie:
das ist so nötig!

Erleben, dass du nicht AN – gebunden bist,
sondern EIN – gebunden!
Und dass dies schön ist statt gefahrvoll.

Etreu hat mir außerdem geraten,
mich von meinen beiden letzten Inkarnationen zu lösen.
Was waren meine letzten beiden Inkarnationen
und wie kann ich mich davon lösen?

U: Etreu, das ist ja gar nicht möglich
ohne Inkarnationstherapie…
Willst du dazu noch etwas sagen?

E: Ja!
Annelie, es geht nicht, wenn du es nur weißt!
Und ich werde es dir auch nicht aufdecken!
Wenn ich nicht sicher bin, dass du dabei gute Leitung
und Begleitung eines Menschen hast,
der dich sowohl auf alles vorbereitet
als auch mit dir im Nachhinein das aufbereitet,
was du erlebt hast.

Ich wollte dich schon 2011 ermutigen,
dich dir und deinem Selbst den Raum zu geben:
MIT einem anderen Menschen das heraus zu arbeiten,
was dich „nährt“.

Miteinander ein Stück des Weges gehen,
einander stützend, sich helfend,
um dann sich wieder zu trennen.
Das ist eine schöne Erfahrung!

Davon, dass ich dir nur aufdecke,
was in den beiden Inkarnationen war,
kannst du dich nicht als davon erlöst ERFAHREN!
Und darum geht es!

Du und dein Leben
– auch dein Körper, den du dir gewählt hast –
sind das Ergebnis deiner Überzeugungen,
die deine Seele über ihr Selbst
in vorangegangenen Leben erreicht hat.

Es gibt gute Überzeugungen und hinderliche!

Im Guten wie im Schlechten bist du als gesamter Mensch
mit Körper, Geist und Seele ein Ergebnis, das vorläufig ist.
Jeder Tag ist geeignet,
diese vorläufigen Ergebnisse zu verändern,
sofern ihr jeden Tag dazu ausnutzt!

Aber nicht, weil ihr etwas VERSTEHT!
Sondern weil ihr eine neue Wahrheit FÜHLT!
Und ihr fühlt nur, was ihr erlebt!

Liebe Annelies, es ist eine schwierige Zeit!
Nie hast du dich so verwickelt gefühlt
und nie waren dir so viele Hemmungen im Weg
zum Inneren Frieden!

Schwierige Zeiten führen zu anderen Menschen
oder in die Irrnisse noch tiefer hinein.
Letzteres will ich verhindern!

Auch in dieser verwirrenden Lage
hast du Entscheidungen zu treffen!

Die darf ich nicht mit Gewalt versuchen, zu beeinflussen.
Es ist ja DEIN Wald und DEIN Weg!

Aber ich darf sagen:
Es gibt Zeiten,
da ist es gut, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.

Und es gibt Zeiten,
da muss der Mensch sich selbst das Wichtigste sein!
Nämlich in Zeiten der persönlichen Not!

Ich kann an den Umständen,
die dir in den Lebensplan geschrieben sind, nichts ändern!
Aber ich kann dir sagen, dass „Was“ geschieht, 
weil es feststeht!
Aber eben nicht das „WIE“!

Das hängt zu weiten Teilen
von deinen VOR-Stellungen ab!
Versuche, es zu meistern, versuche, klar zu werden.

Und jetzt bete ich für dich für einen Weg,
der trotz Umständlichkeiten dir schöner
und schöner und schöner wird.

Dein Etreu!