Heilen

Schutzengel – Gegen die Sehnsucht der Seele kann keine Macht etwas ausrichten!

Gegen die Sehnsucht der Seele kann keine Macht etwas ausrichten!
Sehnsucht ist mächtig!

So mächtig, dass nicht einmal der Zeitgeist
oder materielle Umstände sie hindern können,
letztlich die Erfüllung zu finden.
Zweiter Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit Reginas Guide Emanuel zu verbinden.
Regina bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe vor einer Holztür ohne Namensschild, still ist es hier.
Das Haus scheint unbewohnt.
Vorsichtig öffne ich die Tür, betrete den Flur:
Überseekoffer, Kartons fest verschnürt,
weiße Flecken, wo einmal Bilder hingen…

Ich höre Emanuel meinen Namen rufen und folge der Stimme.
Im letzten Raum – eher eine Art Abstellkammer – finde ich ihn.
Er pustet gerade den Staub von einer Hutschachtel,
mir direkt entgegen.
Verblüfft sagt er: Oh, Entschuldigung, das wollte ich nicht (lacht), keine Zeit zur Bestäubung…

U. Emanuel!

E. Hm (lächelt), ja, manchmal muss auch ich lachen
über die Fehlbarkeit der menschlichen Sprache.
Nun, was sagst du?
Er breitet die Arme aus und zeigt auf das Durcheinander…

U. Ziemliches Durcheinander!

E: Wir ziehen um!
Neue Stadt, neues Glück!
Sagt man nicht so?
Hm, ich habe das mal geglaubt!
Ich habe fest geglaubt:
Dass jeder Ort seine Bedingung hat, der man sich fügen muss.
Ich habe geglaubt:
Dass sich der Geist einer Stadt der Seele aufprägt.

Aber es ist nicht so einfach, es ist so viel komplizierter:
die PRÄGUNG!
Ha!
Wer prägt wen?
Hm?

U. Darüber willst du reden?

E. Darüber muss ich reden!
Ja, also?

U. Wer wen prägt?
Na ja, das Stärkere prägt das Schwächere…

E. So wie ein Punzhammer die Goldmünze?
Meinst du das?

U. Ja…

Er antwortet nicht, öffnet statt dessen einen der Koffer,
kramt darin herum und holt dann
aus einem kleinen Samtsäckchen eine ganz kleine Münze.
Die ist zwar aus Gold, aber auf einer Seite so abgeschliffen,
dass sie nur etwas stärker ist als Papier.

Und von der Prägung, die diese kleine Münze einmal hatte,
ist kaum noch etwas zu sehen.
Eher ahnt man den Kopf – der dort einmal dargestellt war –
als dass man ihn sieht…

E. Diese Münze ist schätzungsweise 2000 Jahre alt!
Sie wurde nur ein einziges Mal mit der Macht
eines Hammerschlages geprägt.

Danach ging sie Hunderte Male von Hand zu Hand!
Bis jemand meinte, sie vergraben zu müssen.

Sand und Wasser waren ihre Kontakte. 
Schwach war die Prägung.
Was ist das schon, der Druck einer Hand!
Was ist das schon, ein wenig Wasser, das über Gold rinnt?
Nichts!

Aber was diese Münze erfahren hat,
ist die Prägung durch BESTÄNDIGKEIT.
Regina, meine Liebe:
Das Schlüsselwort, das ich dir in dieser Zeit deines Lebens gebe,
ist Beständigkeit!

Nichts in der Welt ist so MÄCHTIG in seiner Auswirkung.
Nichts, nichts hat so viel Kraft.

Schau dir dein Leben an, Regina:
Ja natürlich: Die “Hammerschläge” hast du in Erinnerung.
Aber wenn du genauer hinsiehst:
Dann sind es die beständigen Gedanken,
die dich prägten wie nichts sonst im Leben.

Die ewig Gleichen: „Ich kann nicht“
oder „Ich muss“.

Schnell ist so ein Gedanke verworfen
und durch Gegenargumente entschärft!
Aber seine Macht bekommt er durch beständige Wiederholung!
Habe ich Recht?
Ja, siehst du!

Wenn es so ist
– dass sich diese Form von Beständigkeit im Negativen auswirkt –
dann ist es doch auch so:
dass sich Beständigkeit im Positiven auswirken müsste!
Das wäre doch logisch!

Ah (lächelt), ich weiß schon, du meinst:
Das hast du versucht und es hat nicht geklappt.

Regina, ich spreche jetzt nicht von beständig wiederholten,
positiv formulierten Willensäußerungen deines Ichs.
Da hast du Recht!
Diese Form von Beständigkeit funktioniert nicht!

Komm, lass uns ein wenig tiefer gehen!
Lass uns den Bereich des Willens verlassen
und uns dem zuwenden, was darunter liegt:
der Sehnsucht!

Der Wille, ach: Der ist ein Produkt eurer Erziehung,
eurer Umwelt mit mehr oder weniger
großer Beteiligung eurer Seele.

Der Wille ist ein Produkt dessen, was ihr als vernünftig erachtet,
als erstrebenswert beurteilt.
Er untersteht dem Verstand und dem Einfluss dessen,
was auf diesen einwirkte.
Er ist sozusagen das Endresultat eurer Erfahrungen und Erziehung
unter Einbeziehung eurer Intelligenz.

Häufig hat das, was ihr WOLLT, mit eurer Seele gar nichts zu tun!

Und so ausdauernd ihr auch versucht,
euren Willen wahr werden zu lassen
und so beständig ihr auch in euren Bemühungen seid:

Die Erfüllung findet spätestens da ein Ende,
wo ihr auf den Willen eines Anderen trefft!
Das ist dann der “Hammer!”
Fragt sich dann nur, wer stärker ist!

Aber ganz anders steht es mit der Sehnsucht!
Sie ist etwas,
das nicht das Geringste mit eurem Verstand zu tun hat!
Oft genug kommt sie völlig ohne ihn aus!
Sie hat auch kaum etwas
mit den in euch wohnenden, kreatürlichen Instinkten zu tun.

Sie kann sich nach Zuständen sehnen,
die sogar völlig außerhalb eurer Instinkte liegen!

Anderenfalls:
Wieso kann sich eine Frau jenseits der Fruchtbarkeit
noch verlieben?
Der Fortpflanzungsinstinkt kann doch nicht der Anlass sein! (Lächelt).

Sehnsucht muss also eine ganz andere Wurzel haben.
Und so ist es auch!
Sie ist ein Ruf der Seele!
Sehnsucht ist immer das tiefste Begehren eines Menschen!

Sehnsucht ist nämlich das Einzige,
das WIRKLICH der SEELE wahr ist!
Die Seele:
sie denkt nicht,
sie hat keine intellektuellen Fähigkeiten,
sie weiß nichts von Logik und
sie weiß nichts von Wertesystemen!

Und sie hat nichts mit der Zeit zu tun
und sie weiß nicht, ob sie jung oder alt ist!

Sie weiß nicht, ob sie in dieser oder jener Kultur lebt!
All das sind ihr nichts als Unsinnigkeiten!
Belanglos, weil vorübergehend.

Aber sie weiß, wohin die Richtung ihrer Sehnsucht geht!

Sag mir, Uta: Wer bestimmt euer Leben?
Eure Ziele?

U. Ein anderer Guide sagte:
Die Seele ist, was unser Schicksal lenkt…

E. Ja.
Und welcher Teil der Seele?

U. Die Erfahrungen,
die sie in vorangegangenen Inkarnationen gemacht hat?

E. Oberflächlich betrachtet ja.
Aber es sind nicht die logischen Schlussfolgerungen
des Verstandes!
Der ist – wie du weißt – an den Körper gebunden.
Nein!
Es sind die SEHNSÜCHTE, die in ihr entstanden sind
durch den Lauf der Inkarnationen.

Ich weiß schon:
Dann müsste doch jeder Lebensplan wundervoll sein!
Das willst du jetzt sagen, oder?

U. Ja…

E. Die Seele ist in der Lage,
äußerst negative Sehnsüchte zu kreieren!
Zum Beispiel: Ich will nie wieder so sehr lieben,
dass mir die Folgen davon weh tun!

U. Oh je, jetzt weiß ich, was du meinst!
Und in der Folge einer solchen Sehnsucht
wird solch eine Liebe, falls man ihr begegnet, im Keim erstickt?

E. Ja, so in etwa!
Der Verstand mag sagen:
Dies ist der beste Mann, der dir je begegnet ist!
Es ist sehr vernünftig, ihn zu lieben!

Und der Instinkt mag sagen:
Dies ist genau der Partner,
der wunderbare Nachkommen in mir bringen kann.

Es wird keine erfüllende Liebe aus der Begegnung herauskommen!
Die Seele, die sich nicht danach sehnt:
Die wird es zu verhindern wissen!

U. Aber was bewirkt dann eine Veränderung in der Seele,
wenn es weder durch Erkenntnis noch durch Gefühle möglich ist,
ihre Sehnsucht zu ändern?

E. Das Gesetz der Wandlung!
Du kennst es!

U. Was groß ist, wird klein, was leer ist, wird voll, usw.?

E. Hm, hm, irgend wann ist die Sehnsucht, NICHT zu lieben, gesättigt.
Es ist genug!

Und jetzt beginnt ein neuer Zyklus!
Jetzt verändert die Seele ihre Sehnsucht
und wird mit der gleichen Beständigkeit,
mit der sie bisher Liebe
– die so stark ist, dass sie weh tut, wenn man sich trennen muss – verhindert hat:
genau diese Form von Liebe suchen.

Nun hat sie allerdings ein nicht zu unterschätzendes Problem:
Sie hat sich eingeübt in der Ablehnung dieser Form von Liebe!
Nichts ist ihr so selbstverständlich und so vertraut
wie eben diese Verhinderungsmechanismen!

Sie ist sich ihrer “neuen” Sehnsucht auch noch unsicher!
Das hat zur Folge: 
Sie entwirft einen Lebensplan, der den alten Mustern folgt,
aber immerhin die Option in sich trägt, eine neue Variante zu leben.

Euer Leben ist in vielen Punkten ein Versuch, ein Experiment:
eure Sehnsüchte zu verändern!

Eine solche Sehnsucht ist nicht sofort in ganzer Stärke da,
sondern unterliegt Wachstumsprozessen
(abgesehen von der Sehnsucht,
wieder in die Heimat aller Seelen zurückzukehren).

Also werden oft viele Leben benötigt, um eine
im wahrsten Sinn des Wortes MÄCHTIGE Sehnsucht zu leben.

U. Gegen die weder Verstand noch Instinkt
etwas auszurichten vermögen?

E. Und gegen die auch der stärkste Wille nicht hilft!
Ja, genau!
Wenn ihr sagt
– gegen den freien Willen der Seele
kann niemand etwas ausrichten, auch kein Guide –
dann ist das unpräzise!

Es müsste heißen: Gegen die Sehnsucht der Seele
kann keine Macht etwas ausrichten!

Weißt du, warum?

U. Nein, das ist mir immer noch nicht ganz klar…

E. Weil diese Sehnsucht der Seele das Beständigste ist,
was du dir nur vorstellen kannst!

Niemand – auch wir nicht – kann eine Seele umstimmen,
auch die besten Argumente helfen nicht!

Sie muss, um eine Sehnsuchtsform zu ändern,
SATT sein mit dem Thema!

U. Ui, jetzt verstehe ich, sie muss es “Satt haben!”.

E. lacht: Genau!

U. Kann das auch mitten in einem laufenden Lebensplan geschehen?

E. Vorausgesetzt, es ist als Option enthalten, ja.

Vereinfach gesagt:
Die Seele hat noch keine große Sehnsucht!
Sie ist ein bisschen zaghaft noch…

Sie könnte es in Worten formuliert etwa so ausdrücken:
Hm, das mit der NICHT gelebten Liebe,
dass habe ich jetzt doch ziemlich satt!

Ich werde mal versuchen, ob ich das gut finde:
doch ein wenig zu lieben…

Unter Umständen bekommt sie dann “Appetit beim Essen”.

U. Und will mehr?

E. Und will mehr!

U. Kriegt sie das dann?

E. Das kommt darauf an, wie viel Raum sie dem Versuch
beim Planen ihrer Inkarnation gegeben hat!

Vergiss nicht: Einer Seele ist ein Menschenleben
nichts weiter als ein Wimpernschlag!

U. Okay, ich weiß zwar nicht,
warum du Regina das jetzt so ausgiebig erklärt hast.
Aber ich hoffe, es hilft ihr.

E. Ich bin noch nicht fertig!

Regina, meine liebe Freundin meiner Seele:

Wenn ein Mensch im tiefen inneren Zweifel ist
– was gut ist, zu tun oder zu lassen –
dann KANN es nur EINEN einzigen Weg geben!
Den Weg der Sehnsucht!
(Lächelt.)

Ich hoffe, du hast das verstanden!
Verzeih mir bitte meine Umständlichkeit.

Aber ich darf dir nicht sagen: Tu dies oder tu das.

Ich darf dir aber sagen: Folge deiner Sehnsucht.
Niemand sonst kann das für dich tun!
Denn nur du kennst das ganze Ausmaß dessen,
wonach du dich sehnst!

Nein, nein, Halt, Halt!
Ich spreche nicht vom Ziel!

Die Seele kennt nur ein ENTGÜLTIGES Ziel!
Das ist ihr Ankommen und Aufgehen in Gott!

Ich spreche von der Sehnsucht,
dich selbst im Erleben der Liebe zu erfahren!

Verstand und Instinkt: Sie können dich nicht leiten,
sie wissen nichts von deiner Sehnsucht!

Gut nun, ich denke, ich habe gesagt, was mir zu sagen erlaubt ist.

U. Darf ich jetzt Reginas Fragen stellen?

E. Ja.

U. Regina fragt: Bin ich ein Dual?

E. Nein!
Aber das bedeutet nicht, dass deine Fragen, die jetzt kommen,
weniger bedeutend wären.

So wenig, wie es bedeutet, dass ein Dual, wenn es sich findet,
im anhaltenden Glückszustand wäre.

Ein Dual zu sein, ist eine spezielle Form der Seele!
Weit weniger romantisch, als gemeinhin vermutet wird.

Was du eigentlich fragst, ist etwas ganz anderes!
Nämlich: Bin ich berechtigt, meiner Sehnsucht zu folgen?

Uta, bitte stell die weiteren Fragen.

U. Regina fragt weiter:
Wenn ja, habe ich mein Dual gefunden?

E. Das nicht.
Aber es ist keinesfalls weniger bedeutend: die Liebe zu finden! (lächelt).
Die Frage wäre:
Hast du Hunger?
Oder bist du satt?

Folge dem Hunger, Regina, einen besseren Weg gibt es nicht!
Und verzeih deinem alten Guide, wenn er dir nicht sagt:
ER ist DER.

Das darf ich nicht, so sehr du es auch hören möchtest.

Du bist ein Mensch, der viel gelitten hat!
Der tiefste Enttäuschung 
und den damit verbundenen Schmerz
erlitten hat!

Nun möchte der Mensch neuen Schmerz vermeiden,
andererseits auch die “Erlaubnis” haben,
unvernünftig Risiko bereit zu sein.

Mein liebste Regina, lass dir sagen:
Unvernünftig ist die Seele sowieso!

Aber eines ist ganz gewiss: So allein, wie du warst in der Zeit,
in der du deine demütigenden Liebeserfahrungen gemacht hast,
wirst du doch nie wieder sein!

Na, siehst du?
Damals hast du gedacht: Das ist zu viel!
So viel Schmerz hält kein Mensch aus!

Du hattest die Liebe so satt!
Aber damals wusstest du noch nicht, was du heute weißt:
Du bist niemals allein!
Du bist IMMER geliebt und du hast IMMER Jemanden,
der dir zuhört und “irgendwie” zu helfen weiß!

Also muss dein Verstand dir LOGISCHERWEISE sagen:
Es wird NIE wieder so etwas geschehen!

Was immer kommt, wie immer es ausgeht,
wer immer kommt und wer immer geht:
So, wie es damals für mich war, wird es nicht wieder werden.

So gesehen kannst du es dir leisten:
Ein emotionales Risiko einzugehen.
Gehst du es nicht ein, bist du noch nicht hungrig genug!

U. Regina fragt, wie sie die Adlerfeder, die sie bekommen hat,
zum Wohle Anderer einsetzen kann?

E. Es geht nicht um die Feder selbst, es geht darum, wofür sie steht:
Für deine Verbindung mit dem Adler als Krafttier!
Für die Fähigkeit, die aus dieser Bindung entspringt:
die Metaperspektive einzunehmen!

Du kannst eine sehr gute Lebensberaterin sein!
Da du in der Lage bist, dir einen Überblick zu verschaffen,
ohne dich emotional in die Probleme der Ratsuchenden
verstricken zu lassen.

U. Sie wüsste gerne, wie es beruflich mit ihr weitergehen kann!
Personalführung in der klassischen Form ist nichts mehr für sie.

E. Oh, du weißt, dass ich dir nicht sagen kann:
Tu dies oder das!

Aber ich möchte hier auf das Thema
meines kleinen Vortrags zurück kommen:

Nicht nur in der Liebe ist die SEHNSUCHT der Seele bestimmend, sondern auch beruflich!

Die Sehnsucht, anderen Menschen zu helfen,
die muss WAHR sein, Regina!
Ich rate dir: Überprüfe deine Sehnsucht.

Die Sehnsucht 
– KEINEN Anforderungen Anderer mehr folgen zu müssen –
ist auch da!
Und hier gebe ich dir die Aufgabe!
Die du versuchst, mir zu überlassen:

Prüfe dich, wonach GENAU du dich sehnst!

Denn – nicht wahr – dass hast du jetzt, wie ich hoffe, verstanden:
Was der Seele WAHR ist, wird sein!

Sehnsucht ist mächtig!
So mächtig, dass nicht einmal der Zeitgeist
oder materielle Umstände sie hindern können,
letztlich die Erfüllung zu finden!

Regina, ich verweigere hier eine Auskunft.
Nicht, um dich zu quälen!

Sondern weil dich die Auseinandersetzung
mit deinen WAHREN Sehnsüchten sehr reifen lässt!
Viel mehr, als es eine vorschnelle Antwort von mir je könnte.

U. Regina schreibt weiter:
Sie möchte ein spirituelles Leben führen.
Wie kann sie ihre Blockaden lösen?

Er schaut mich lange ernst an.
Dann nimmt er mich bei der Hand und zieht mich zum Fenster.
Da unten sehe ich einen älteren Mann
eine Litfaßsäule mit Plakaten bekleben.

E. Dieser Mann dort war einer der spirituellsten Menschen,
die ich kannte.
Weißt du, warum?
Er folgte, solange er lebte, den tiefsten Sehnsüchten seiner Seele.
Weißt du, was die tiefste aller Seelensehnsüchte ist?

U. Nein!

E. Dem Leben mit Liebe zu begegnen ohne ANGST vor dem Preis,
der dafür bezahlt werden muss!
Dieser Mann liebte einfach.

Ich sage nicht, dass er nie zornig war.
Das war er sogar ziemlich oft!
Weil er ein heftiges Temperament hatte.

Ich sage auch nicht,
dass ihn ununterbrochen liebe Gedanken beschäftigten!
Im Gegenteil: Er konnte sich ohne Ende gedanklich
mit seinen Schulden bei seinem Vermieter auseinandersetzen
und Überlegungen, wie er diese tilgen könne…

Aber wann immer er spürte:
Dass jemand seine Liebe brauchte, sein Mitgefühl,
seinen Mut, seine Treue, seine Kraft,
dann gab er sich dem hin!

Ohne Wenn und Aber!

Er mochte seine Concierge nicht besonders!
Sie war eine so einfältige Frau, da sie nur ein Thema hatte:
die Nachbarn.

Aber darüber sah er hinweg, denn er wusste um ihre Einsamkeit,
er wusste um ihren Mangel an Verstand
und darum hörte er ihr liebevoll zu.

Er schenkte ihr etwas von seiner Lebenszeit:
jeden Tag zehn Minuten!
Das war ziemlich viel im Lauf seiner 24 Jahre,
die er mit ihr im Haus lebte!

Als er starb, hinterließ er NICHTS!
Er hatte sich nicht einmal das Geld für einen Grabstein erarbeitet.

Und alles, was man über ihn sagen konnte, war:
Wann immer er irgendetwas machte
– ob es seine Arbeit war
oder ob er mit Jemandem redete
oder ob er an der Seine spazieren ging –
er war mit ganzer HINGABE dabei!

Er war einfach GANZ!

Regina,
wenn du eine Sehnsucht nach einem spirituellen Leben hast,
dann hast du eine Sehnsucht nach GANZHEIT!

Eine Sehnsucht, aus der Zerrissenheit zwischen
Wollen, Instinkt und Seelen-Sehnsucht herauszufinden.

Das hat nichts mit dem Beruf zu tun, Regina, das geschieht IN DIR!

Der Weg? Loslassen von der Angst,
den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen!

Lass das los, sei einfach DU!
Folge einfach deiner Sehnsucht!
So gut und so weit du es HEUTE kannst!
DAS ist ein spirituelles Leben!

Regina? Ich könnte es auch so formulieren:
Deine Seele hat es satt, ihr Mitgefühl, ihre Freude und Dankbarkeit,
ihren Abenteuerdurst NICHT leben zu können!

Aber sie findet ihre Nahrung nicht in diesen oder jenen Bereich.

Sondern in dem diesen Sehnsüchten gefolgt wird,
wo auch immer du bist!

Deine Blockaden? Hm (lächelt).
Ich sehe nur Eine:
Dass du meinst, es sei unvernünftig, so zu sein,
wie es in dir ruft, dass du sein möchtest!
Eine andere gibt es nicht.

U. Regina fragt:
Wie sie ihre Liebe zum Menschen am Besten einsetzt?
Wovon sie dann auch leben kann?

E. Nein, nein, so nicht!
Liebe zum Menschen muss ÜBERALL gelebt werden!

Weißt du, Regina:
Es ist ein großer Irrtum eurer Zeit, dass Liebe zu separieren wäre!
Liebe zum Menschen ist entweder generell da oder nicht!

Es wäre sonst so, als würde eine Frau sagen:
Ich liebe meine Kinder, wenn sie zu Hause sind.
Ansonsten sind die mir ganz egal.
Das ist natürlich Unsinn, nicht wahr?

Es geht um etwas anderes, Regina!
Es geht darum:
Wie du deine Begabung am Besten FÜR ANDERE einsetzen kannst,
ohne dabei zu verhungern!

Du hast schon einiges angedacht.
Ich will die Zeit hier nicht verschwenden,
indem ich mich wiederhole.

Aber deine stärkste Gabe ist die: zu beraten!

U. Regina fragt:
Wie sie noch besser Kontakt zu dir aufnehmen kann?

E. Sag nicht immer gleich: Das ist doch Unsinn (er lächelt).
Du HAST guten Kontakt zu mir, du zweifelst nur zu sehr!

Es fällt dir sehr schwer, zuzulassen, FÜR NICHTS geliebt zu werden
so ganz ohne Gegenleistung!
Ich weiß!
Aber das kann ich dir als Erfahrung nicht abnehmen!

Ich liebe dich für – wie sagt ihr – für „lau“ (lächelt),
aber weder vergebens noch umsonst.
Damit möchte ich für heute schließen.

Es ist genug gesagt, der Rest ist FÜHLEN!
SEHNSUCHT fühlen!

Und nun geh, Regina, fang einfach an irgendeiner Stelle an,
zu SEIN!
Nicht RICHTIG zu SEIN,
sondern einfach nur WAHR!

Dein Emanuel!