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Elia – Ehre die Tätigkeit, die du jetzt tust!

Ehre die Tätigkeit, die du jetzt tust!
Aus der erwächst dir weit mehr, als du denkst.
Elia

Zu Gast sind Annalena und Herbert.

Elia: Guten Abend, liebe Freunde.

Hajo: Guten Abend, Elia.

Elia: Wie schön, dass ihr weder Kosten noch Mühen gescheut habt.
Wie schön, dass ihr beide einem sehr alten Ruf gefolgt seid.

Seelen tragen in sich Erinnerung, Wahrheiten und Sehnsüchte.
Und manchmal, da korrigiert die Sehnsucht
die vermeintliche Wahrheit.
Euch ist das bekannt:
Ihr seid einander die Erfüllung einer Sehnsucht
und ihr musstet vorher Wahrheiten korrigieren,
die keine waren!
Die nicht tragen konnten.

Die Sehnsucht, dem verzweifelten,
in sich verzagten Menschen zu stärken,
ist so alt in euch wie eure Seelen selbst.

Ihr seid von eurem Ursprung her dazu da,
ein Licht zu sein!
Ein Licht, das reicht,
um den nächsten und gleich den übernächsten Schritt
in einer dunklen Nacht sehen zu können.
Schaut euch um! 
Viele Seelen sind in einer dunklen Nacht. 
Viel mehr, als ihr denkt!
Diese Dunkelheit aufzulösen, ist euer beider Anliegen!

Ich sage damit nichts Neues!
Ihr spürt in euch selbst, wie wahr das ist.
Beide wart ihr als Kinder erstaunt über die Dunkelheit,
in der die Seelen eurer Mitmenschen verfangen waren.

Warum sind sie so? 
Warum ist es so schwer, ein Mensch zu sein?
Eure Kinderseele war ihrem Auftrag noch verbunden.
Nun endlich erreicht ihr einen Punkt in eurem Leben,
an dem Sehnsucht und Wahrheit zusammentreffen können.

Ich möchte damit meine kleine Einführung beenden
und möchte euch bitten, eure erste Frage zu stellen.

Herbert: Also, für mich stellt sich in der Vergangenheit
immer öfters die Frage, ob das, was ich tue,
das Richtige ist und ob ich da das ändern muss.

Elia: Ich möchte dir mit einem Beispiel
aus meinem letzten Leben auf der Erde antworten.
Ich führte ein privilegiertes Leben.
Ich war von hoher Geburt in einer Zeit, in der das galt.
Und ich lernte, wie es einem Sohn von solcher Abstammung zukam,
was ich zu lernen hatte: 
Fechten, Reiten, Musik, Philosophie.
Sinn konnte ich keinen darin finden!

Ich lernte, als ich älter wurde, mit den Finanzen zu jonglieren. 
Und ich lernte, mich mit Gesetzen auseinander zu setzen,
soweit sie meine Stellung betrafen.
Sinn war mir das nicht!
Und ich wurde unzufrieden!
Ich empfand mich selbst als unlebendig!
Bis eine Zeit anbrach, in der ich mich mehr und mehr
dem zuwandte, was die Welt zusammen hält.

Ich erlernte Astrologie, Religionen,
vertiefte meine philosophischen Kenntnisse.
Und letztlich blieb ich doch, was ich war: 
Der Herr über viele Bauern und einer kleineren Stadt.

Aber ich gab dem, was ich nun tat, einen anderen Wert! 
Ich begann mit den Menschen, die mir anvertraut waren
– und so sah ich es nun –
Kontakt aufzunehmen, innere Kontakte herzustellen.

So wurde ich ihnen weit mehr als der Herr. 
Ich wurde ihnen Mitmensch!
Was ich tat, war das Gleiche, doch der Inhalt war ein Anderer.

Jede Arbeit – jede Arbeit – hat ihre Funktion.
Du stehst in einem Netzwerk von Notwendigkeiten.
Freilich: du bist ersetzbar!
Aber du bist notwendig hinsichtlich deiner Verpflichtung
gegenüber deinen Kindern,
gegenüber deiner Frau,
aber auch gegenüber denen,
die sich Rat suchend und deine Kenntnisse nutzend
an dich wenden.

Wertschätzen, was du tust!
Aber auch sehen, dass es sehr wohl,
sehr wohl eine tiefere Dimension deiner Tätigkeiten gibt.

Wer ehrt dich für deine Arbeit? 
Du schweigst?

Herbert: Die, die die Leistung beziehen
und die, die mit der Leistung zufrieden sind.

Elia: Ich will dir sagen, wer dich ehren muss!
Zu allererst
– und das gilt nicht nur dir,
das sage ich jetzt Allen da Draußen –
zuerst müssen die dich dafür ehren, die du damit nährst!
Das ist ein völlig vergessener Aspekt!

Dann musst du dich dafür ehren, dass du damit nährst! 
Ihr habt den Bezug
zu dieser einfachen und simplen Tatsache fast gänzlich vergessen!

Dennoch ist es so: 
Du gehst deiner Pflicht nach
und nährst damit Andere!
Damit bist du der Boden
für die Existenz dieser Menschen!

Ehre die Tätigkeit, die du jetzt tust!
Aus der erwächst dir weit mehr, als du denkst!

So wie mir aus meiner erlernten Tätigkeit
weit mehr Weisheit erwuchs, als ich dachte.

Es gibt immer auch das spirituelle Lernen 
selbst in den banalsten Tätigkeiten.

Du hast gelernt, dich mit Menschen auseinanderzusetzen.
Du hast gelernt, komplexe Zusammenhänge einfach zu erklären.
Und du hast gelernt, Menschen zu motivieren, die dieses möchten.

Aber du hast auch gelernt
– und das ist Weisheit –
dass auch der beste Lehrer der Welt
einem unmotivierten Schüler nicht helfen kann!

Das heißt:
Du hast das große Prinzip der Willens-Freiheit verinnerlicht.
Ja?
All dies ist Fähigkeit,
die dir nicht verloren gehen kann.
In welchen Rahmen du diese Fähigkeit setzen möchtest,
das wird dir die Zukunft weisen.

Wo willst du diese Fähigkeit einsetzen
mit 50, mit 60, mit 70
– ja, ich übertreibe nicht – mit 80 Jahren?

Begreife den Wert deiner Tätigkeit für deine Seele! 
Denn du hast an Weisheit zugenommen.
Erinnere dich, wie es ganz am Anfang war!

Nur Eines: Lass dich nicht verbittern!

Menschen sind die Träger von Seelen,
die absolute Entscheidungsfreiheit haben!
Das beinhaltet für uns, die wir lehren und weisen und Licht bringen,
dass wir lernen, zu akzeptieren:
Dass nicht jeder bereit ist, unsere Hilfe anzunehmen.

Deine Klientel ist eines der traurigsten deines Landes!
In eurer Welt mangelt es an Wertschätzung!
Nicht an Wertschätzung des Wertvollem
oder an der Wertschätzung des Materiellen.
Nein wahrlich, daran mangelt es nicht!

Aber werden die Besitzer dieser Dinge wert geschätzt? 
Und wie ist es mit jenen,
die keine Werte mehr haben?
Wie ist es mit jenen,
die all die wunderbaren Gegenstände
eurer Zivilisation nicht aufweisen können?
Werden sie Wert geschätzt?

Du hast viel Weisheit erworben.
Und der Beginn deiner Tätigkeit mag darin gipfeln,
dass du begreifst:
Dass du geeignet bist,
diesen Menschen aus ihrer tiefen Verzweiflung
über ihre Wertlosigkeit herauszuhelfen.
Bist du bereit, zu lernen?

Herbert: Ja.

Elia: Ehe du Lehrer warst, was hast du da getan? 
Gelernt. 
Nun wirst du wieder lernen!
Was ist das Pfund, mit dem du wuchern kannst? 
Weißt du das?

Herbert: Ich vermute mal,
das ist meine ehrliche und offenen Art.

Elia: Es ist deine Herzlichkeit! 
Wenn du einem Menschen die Hand gibst
und ihn anschaust, dann geht es ihm gut!
Weißt du, dass das eine wunderbare Gabe ist?
Magst du dich nicht einfach darüber freuen?

Herbert: Doch.

Elia: Ja. 
Es geht ihm einfach gut! 
Lass das ruhig so zu,
wie das in deinem Herzen ist.
Du bist noch ein bisschen schüchtern dabei!

Aber das,
was da dem anderen Menschen
so herzlich die Hand reicht:
Das ist gerade der Teil Gott in dir!
Lass es zu!

Du ahnst nicht einmal, wie viel Hunger die Menschen
deiner Zeit nach dieser Herzlichkeit haben!
Du ahnst nicht einmal,
wie verkümmert die Seelen deiner Zeit sind.

Aber so soll es nicht bleiben. 
Darum hast du es gewagt, noch einmal zu kommen!

So soll es nicht bleiben! 
Und das ist euer gemeinsames Vorhaben!