Doppelt

Elia – Die Befreiung der Inneren Kindes aus der Drachenhöhle.

Diese Phase deines Lebens ist endlich die Befreiung
deines Inneren Kindes
– der kleinen Dagmar –
aus der Drachenhöhle.

Jetzt darf sie sagen,
was sie zu sagen hat.

Jetzt darf sie weinen,
was sie zu weinen hat.

Und jetzt darf sie laut werden.

Und dass dies gelingt
und sie endlich befreit wird,
das ist die Aufgabe dieses Tages.

Elia

Zu Gast ist Dagmar.

Elia: Guten Morgen, liebe Dagmar.

Dagmar: Guten Morgen, Elia.

Elia: Ein sonniger Tag.
Hast du es gesehen?

Die Welt war voller Wunder heute Morgen:
Diamanten, wohin man sah,
Sternenglanz mitten auf der Erde.
Der Zauber einer verwunschenen Welt.

Dagmar, das wiederzufinden, deshalb bist du hier.
Es geht nicht um deinen Schmerz.
Du kennst deinen Schmerz schon.

Es geht um die Befreiung der kleinen Dagmar.
Es geht darum,
dass dieses kleine Mädchen aus ihrer Dunkelheit,
in die man sie gesteckt hat, befreit wird.

Heute möchte ich, lieber Hajo…

Hajo: Ja?

Elia: … dass ihr eine scheinbar neue Variante
der Seelenaufstellung vornehmt! 

Ich möchte, dass Vater, Mutter,
Dagmar von heute und Dagmar von gestern aufgestellt werden.
Ich möchte, dass das Innere Kind, wie ihr es nennt,
endlich zu Wort kommen darf.

Denn, liebe Dagmar, das ist wichtig!
Dass ihr euch wieder verbindet.

Du machst dir Gedanken darüber, wer deine Tränen weint.
Manchmal denkst du, dass das nicht du sein kannst.
Doch die, die weint, das ist die kleine Dagmar!

Du meinst: 
Diese Phase deines Lebens sei eine besonders bedrückende.

Ich sage:
Diese Phase deines Lebens ist endlich
die Befreiung der kleinen Dagmar.
Jetzt darf sie sagen,
was sie zu sagen hat.
Jetzt darf sie weinen,
was sie zu weinen hat.
Und jetzt darf sie laut werden.

Und dass dies gelingt
und sie endlich befreit wird,
das ist die Aufgabe dieses Tages.

Du hast sehr viel mehr Konflikte erwartet,
aber es geht hier nicht um die Konflikte.

Es geht um die Befreiung.
Endlich kommt die Prinzessin
aus der Höhle des Drachens heraus.
Ja?

Dagmar: Ja.

Elia: Ich freue mich darüber so,
wie sich alle Seelen freuen, die dich lieben.
Wir haben lange darauf gewartet.
Und endlich darf es sein.

Und nun stell mir deine Fragen.

Dagmar: Ist das die Müdigkeit?

Elia: Nein.
Die Müdigkeit gehört zur Depression, in der du gerade bist.
Sie ist ein Zeichen deines derzeitigen Gesamt-Zustandes.

Du hast nicht nur seelische Symptome,
sondern auch Körperliche!

Es wäre gut und schön,
wenn du deinem Körper eine Unterstützung geben würdest,
damit er wieder jene Stoffe zuführen kann, die du brauchst!
Ja, verstehst du?

Dagmar: Ja.

Elia: Aber die Depression selbst ist eine Folge der Notwendigkeit, endlich zu sehen:
Dass das innere Kind in einem Kerker sitzt.

Das soll es nicht! 
Das bist ja du!
Das ist ja die Sonne, die du hast!

Verstehst du?
Das innere Kind, das ist die Sonne!

Und die muss wieder scheinen können.
Und dass das möglich ist,
daran wollen wir heute alle arbeiten.

Hast du noch eine Frage?

Dagmar: Ja. Wie kann ich besser unterscheiden,
was meine Gefühle sind und
was die der Anderen sind?

Elia: Zuerst – und da liegst du richtig –
musst du lernen, was deine sind.

„Was sind meine Bedürfnisse?
Was sind meine Wünsche?
Und was sind meine Werte?
Was sind meine Ziele?“

Wenn man keinen Kontakt mehr
zu seinem Inneren Kind hat,
ist es nicht möglich,
das überhaupt konkret zu benennen:
„Was will ich?
Was brauche ich?“

Ehe du keinen Kontakt zu dir selbst hast,
kannst du auch nicht unterscheiden,
was dir suggeriert wird von Außen her:
„Dies bin ich!
Nur dadurch, dass mir mein Ich bewusst ist,
ist mir auch der Unterschied zu Anderen bewusst.“

Deshalb muss deine ganze Konzentration zurzeit
auf das Ich gerichtet sein!

Im Grunde wirst du,
wenn du Abschied nimmst von diesem Ort,
auf ein Neues in deine Pubertät entlassen,
in der du herausfinden musst,
was dich freut.

In der du herausfinden musst,
was dein Ziel ist. Ja?

Dagmar: Ja.

Elia: Einfach noch einmal, das ist gut.
Und das kommt auch zur rechten Zeit.

Du hast diese Ich-Findung weitestgehend versäumt.
Du hast es versäumt aus einer tiefen Solidarität
mit deiner Familie heraus.

Und du hast es auch versäumt
aus einer tiefen Angst heraus, verstoßen zu werden.

Doch das ist vorbei.
Und nun beginnen wir neu.

Was ist denn in der Pubertät?
Erinnerst du dich,
wie eine Pubertät zu sein hat?

Man rebelliert, man wehrt sich gegen Übergriffe,
man probiert aus.

Heute hat man diese Freunde und Morgen jene. 
Und Heute hat man diese Vorliebe und Morgen eine andere.

Heute dieses Interessengebiet und Morgen ein anderes.
Das steht dir nun wieder bevor.
Was setzt das voraus?

Dass man keine Vorurteile hat.

Liebe Dagmar, dein Verstand ist voller Vorurteile:
„Dies kann ich nicht,
jenes geht nicht.
Das ist nicht gut,
jenes ist besser.“

Lerne, die Vorurteile im Denken loszulassen.

Hajo, ich möchte, dass du ihr das beibringst.

Hajo: Ja.

Elia: Das erfordert Arbeit, Dagmar.
Aber ich weiß, dass du arbeiten wirst.

Du bist nicht allein,
du bist nicht ungeschützt.

Du hast deinen Prinzen,
der dich verteidigt vor dem bösen Drachen.

Und du wirst das spüren.
Du wirst spüren,
dass alles noch einmal von vorne beginnt.

Was gehört noch zur Pubertät?
Extrem schwankende Gefühle.
Damit können wir nicht mehr dienen,
denn dein Körper ist ein reifer Körper.

Aber schwankend werden die Gefühle schon sein,
eben damit du daraus lernst.

Gefühle werden dir anzeigen,
was du willst,
was du brauchst,
was dir Freude bereitet,
was dich ärgert.

Die eigenen Gefühle beobachten:
Auch das wirst du lernen.

Und ich möchte dir vorschlagen,
dass du ein Tagebuch
der resignativen Gedanken führst.
Jeden Tag denkst du resignierte Gedanken.

Schreib sie auf
und schreib fünf Tage später unter diesen Text: 
Ob es wirklich wahr war, was du vermutet hast.

So wirst du einfach aufgrund der Aufrechnung
es Schwarz auf Weiß vor dir haben,
dass deine resignierenden Gedanken
zu neunundneunzig Prozent jeder Grundlage entbehren! 
Dass sie nichts weiter sind als Vorurteile!

Ja, Dagmar, viel Arbeit wartet auf dich, gute Arbeit.
Es geht darum, dass deine Sonne wieder scheint.
So wie heute – nach einer langen, dunklen Zeit –
die Sonne wieder am Himmel steht,
als wäre es nie anders gewesen. Ja?

Gut.
Gibt es noch etwas zu sagen?

Dagmar: Im Moment weiß ich nichts.

Elia: Dann möchte ich abschließend sagen:
Wir wissen um deine Potenziale.
Wir wissen um deine Fähigkeit.
Wir halten Großes auf dich.

Die Kluft,
die zwischen unserer Wahrnehmung deiner Wesenheit
und deiner Wahrnehmung liegt,
ist bei weitem nicht mehr so tief,
wie es am Anfang war.

Du bist dir sehr viel näher gekommen.

Aber diese Kluft in ihrer ganzen Dimension zu begreifen,
das bedeutet auch:
Traurig sein zu dürfen über das,
was man versäumt hat!
Über das, was man geopfert hat! 

Es ist ein Recht, das du hast.

Nur letztlich, letztlich braucht man auch die Traurigkeit
nicht mehr weiter tragen!
Sondern darf sehen lernen,
dass man trotz allem in der Lage ist,
sich selbst von dieser Traurigkeit zu lösen.

Gott segne dich, Dagmar.

Auf Wiedersehen.

Dagmar und Hajo: Auf Wiedersehen.