Gesamtselbst

Elia – Ihr seid ein Dual, ja! Und habt ein gleiches Gesamtselbst.

Ihr seid ein Dual, ja!
Und ihr habt ein gleiches Gesamtselbst.
Das bedeutet: Ihr habt als Dual ein gleiches Gesamtselbst.
Du hast kein Anderes als sie!
Ihr seid aus dem gleichen Ursprung
und ihr werdet zum gleichen Ziel gehen.

Es gibt für euch keine Trennung.
Elia

Elia. Guten Abend, liebe Freunde.

Hajo. Guten Abend, Elia.

Dieter. Guten Abend.

E. Guten Abend, Dieter.

D. Hallo.

E. Eine sehr ungewohnte Situation.
Du bist mutig.
Du wagst etwas aus Liebe, was wenige Menschen wagen:
Den eigenen Horizont hinterfragen.
Die eigene Position in Frage stellen, erfordert große Tapferkeit.

Du denkst: Du bist nur für dich und Helga hier.
Aber das ist nicht so!
Sondern du und sie seid als Liebende ein Beispiel,
seid als ewig miteinander verbundene Seelen!
Ein Tor für viele, die von euch hören.

Schrecklich, das Ende eurer Liebe!
So sagen alle.
Und du stemmst dich dagegen, denn du weißt:
Eure Liebe hat kein Ende.

Stell deine erste Frage.

D. Ja.
Meine Frage zuerst über Helga.
Ist Helga auch in der Nähe, anwesend?
Oder spürt sie, dass ich da bin?

E. Helga sitzt auf dem Rand deines Sessels.
Natürlich ist sie da!

Ich soll dir ausrichten, du weißt es schon:
Sie ist sehr stolz auf dich!

Sie wünschte, du würdest fühlen, dass sie dich streichelt
und dir einen Kuss auf die Schläfe gibt.

Sie weiß, wie schwer du es hast.
Du bist nicht nur für dich da, sondern auch für sie!

Deine nächste Frage.

D. Sie spürt dann auch, was ich immer noch für sie empfinde
und weiß es und sieht irgend wo noch den Lebensweg,
den ich gehe?

E. Ja. Das tut sie.
Kein Gefühl bleibt unbemerkt. 
Sie spürt dich, aber du spürst auch sie.

D. Ja.

E. Viel mehr noch, als du denkst.
Wie oft wunderst du dich, dass manchmal mitten in deiner Trauer,
mitten in diesem grauen Einerlei, was die Welt geworden ist,
plötzlich alles wieder Farbe hat?
Plötzlich etwas ganz beschwingt sein mag.
Und dann ist es wieder vorbei…

Dieses plötzliche Warme, Leichte, das ist, was sie fühlt.
Du fühlst auch sie.
Es war nie anders, erinnere dich!

D. Hm.
Ja, ich möchte sie noch mehr verstehen lernen,
noch mehr spüren lernen.
Ich hab das Gefühl, ich kann mit ihr reden
und sie auch wahrnehmen und verstehen.
Nur manchmal bin ich im Zweifel,
ob es meine Gedanken sind oder ihre oder…

Es ist schwer.

E. Ja, das ist schwer.
Aber lass mich Folgendes sagen:
Zum Einen ist es wichtig, dass du einfach lernst,
dich ganz zu fokussieren,
deine Aufmerksamkeit exakt zu benutzen.

Um so leichter fällt es dir, Helga zu verstehen.

Zum Anderen, lieber Dieter: Warum bist du denn so betrübt,
wenn es doch deine Gedanken auch einmal sind?

Waren nicht sehr oft deine Gedanken ihre und ihre Gedanken deine?
Konntet ihr zu Lebzeiten immer genau sagen:
Wessen Gedanke zuerst da war?
Nein!

Wie oft trafen sich eure Gedanken, weil sie gleich waren.
Das wirst du auch jetzt nicht immer verhindern können.
Verstehst du?

D. Hm.

E. Du musst dir bewusst sein, was ihr seid.
Und das bist du noch zu wenig!
Ihr seid ganz Eins! 
Du bist der eine Teil der Münze und sie der Andere.
Verstehst du?

D. Hm.

E. Dann seid ihr eine Münze.

D. Ach so. Dann ist das so…
Duale Seelen, wenn ich das so…

E. Ihr seid ein Dual, ja. 
Das bedeutet: Ihr habt als Dual ein gleiches Gesamtselbst.
Du hast kein Anderes als sie.

Ihr seid aus dem gleichen Ursprung
und ihr werdet zum gleichen Ziel gehen.
Es gibt für euch keine Trennung.

D. Hm.

E. Erinnerst du dich?
Wie ihr Beide die Jahre erlebt habt ohne Einander? 
Bei aller Freude: Es fehlte etwas.

D. Ja.

E. Vieles war gut, aber es fehlte etwas.
Irgend wo in euch – weit entfernt von eurem Verstand –
war da so eine unbestimmte Gewissheit:
Irgend was wartete noch!

Und weißt du, wie es war, als ihr euch fandet?

D. Hm.

E. Da hattet ihr es gefunden!

D. Ja, wir waren auf einmal Zuhause!
Das spürten wir Beide.

E. Ja.

D. Mir geht eine Bemerkung von Helga nicht so aus dem Kopf.
Sie sagte so häufig, als sie schon krank war:
„Hab keine Angst, ich lasse dich nie allein!“
Und wenn ich das jetzt erinnere:
Das klang für mich damals tröstlich.

E. Das klang für dich wie ein nett gemeinter Trost.
Und es ist die reine Wahrheit!

Sie hat die Wahrheit mehr gespürt als erkannt.
Sie wusste nichts vom Dual!
Aber sie hat es gespürt: „Ich lasse dich nie allein.“

Nein. Wie auch? 
„Ich bin du und Du bist ich. 
Wir sind nicht gleich, aber untrennbar.“
Tod kann eine Liebe dieser Art nicht trennen!

Das Leben hat euch getrennt.
Ihr wurdet geboren
und Jeder lebte für sich,
sammelte seine Erfahrungen, die er machen musste.

Das hat euch getrennt.
Aber als ihr euch wieder traft, da wart ihr Zuhause!

D. Hm.

E. Ja? Deine nächste Frage.

D. Als Helga noch nicht krank war,
hatte ich Vorahnungen über ihre Krankheit.
Und da haben wir darüber gesprochen: 
„Woher kommt so etwas?“

E. Du hast es gewusst.
Sie hat es auch gewusst.

Eure Seelen wussten, wann euer irdisches Zusammensein
dieses dramatische Ende nehmen wird.

D. Hm.

E. Deine Wahrnehmung ist sehr viel tiefer
und sehr viel ungewöhnlicher, als du denkst!

Du wusstest um den Schmerz, der euch bevorsteht!
Lange, ehe er geschah!

Hast du dich nie gefragt, wie es sein kann:
Dass ihr derart tief für einander empfinden konntet?

Habt ihr nicht in den wenigen Jahren alles an Emotionen erlebt,
was möglich ist?

D. Ja, das haben wir.
Vielleicht mehr als manches alte Ehepaar!

E. Viel mehr! 
Weil in euch das Bewusstsein war: Es dauert nicht ewig.
Und dennoch dauert es ewig!
Aber auf einer anderen, einer neuen Ebene.

Nein, das ist kein Trost.
Es soll auch kein Trost sein, lieber Freund.
Sondern es ist die Aufgabe, die zu bewältigen ist. 
Nein, darin kann kein Trost liegen.

Hier im Jenseits haben wir keine Körper.
Aber wir spüren uns, verschmelzen miteinander.
Ein Ich schenkt sich dem Anderen.
Auch das ist euch jetzt verwehrt!

Ihr müsst eine bizarre, eigenartige Liebe leben. 
Du hier!
Sie dort!
Und dennoch Eins!

Weißt du, was du damit bist?

D. Nein.
Was meinst du?

E. Damit bist du in der gleichen Situation wie ein Medium:
Mit einem Bein im Diesseits, mit dem Anderen im Jenseits.

Helga vermittelt dir ihre Wahrnehmung und du ihr deine.
So seid ihr beide Wanderer zwischen zwei Welten! 
Das ist etwas sehr Besonderes!

Das ist etwas, worin auch eine Aufgabe liegt. 
Worin deine Kraft liegt, die du noch gar nicht begreifen kannst.

Ihr seid wie eine Fackel in einer dunklen Nacht für Andere.
Denn ihr macht wahr, was Andere nur leichtfertig dahin sagen.
„Liebe ist stärker als der Tod!“

Lieber Dieter, stell deine nächste Frage.

D. Ja, Elia.
Eine Frage, die mich jetzt selbst betrifft:
Kann es sein, dass ich als Jugendlicher schon
– ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll –
einmal schon auf dem Weg zu euch war?
Aber als ich den Fluss und das Licht sah,
wieder zurückgeschickt wurde?

Oder ist das irgend wo nur eine Einbildung von mir gewesen?

E. Nein, das ist wahr!
Du hattest einen vorüber gehenden Herzstillstand!
Das kommt bei Jugendlichen, die sehr schnell wachsen, vor.
Aber es war nicht an der Zeit.

Doch ist es nicht eigenartig?
Dass dich dieses gerade in dieser Phase deines Lebens
so sehr bewegt? 
Erinnerst du dich noch, was du fühltest, als du zurück solltest?

D. Ich wäre gern geblieben.

E. Ja. Und darum ist Helga zu Recht besorgt und wehmütig um dich.
Zu Recht sagt sie:
„Du hast es auf dich genommen, den schweren Teil zu tragen.“

Weißt du noch, wie sehr sie sich quälte und wie oft du dachtest:
Wie ungerecht, dass sie diesen Teil trägt!
Siehst du: So verschieben sich die Wahrnehmungen.

Ich sagte, als ich unser Gespräch begann: Du bist sehr tapfer.
Und das sagte ich nicht nur zu Dieter,
sondern das sagte ich auch zu deiner Seele.

Ihr seid Beide tapfer!
Und ihr seid Beide ein Signal für eure Umwelt.

Auch Helga! 
Auch sie hat eine Signalfunktion für andere Seelen.

Helga verbringt ihre Zeit nicht ausschließlich mit dir.
Das sähe ihr nicht ähnlich!
Nicht wahr?

Sie hat sich eine Aufgabe gesucht.

Sie ist da, um jenen Seelen Mut zu machen:
Die gehen mussten und ihre Liebsten auf der Erde ließen. 

Sie zeigt ihnen, wie man in rechter Weise seine Liebe weiterlebt:
Ohne zu bedrängen,
ohne zur Last zu werden,
ohne sich in Bitterkeit und Trauer zu verzehren.

Denn auch das kann Einem widerfahren,
wenn man ins Jenseits geht.

Auch Helga ist sehr tapfer!
Deine nächste Frage.

D. Ja, noch etwas, was mich betrifft.

Ich weiß es nicht:
Aber kann es sein, dass ich vor gar nicht langer Zeit
einmal während eines großen Krieges gelebt habe
und mich in einem Trupp befand, der angegriffen wurde?
Und ich weiß es nicht, ob ich damals getötet oder verletzt wurde…

E. Du bist getötet worden!
Du bist von einem Splitter getroffen worden am Kopf.

Ja, manchmal gibt es Lücken in dem Vorhang
zwischen diesem und jenem Leben.

Manchmal erhaschen wir einen Augenblick dessen, was war.

Wenn das Bewusstsein für das eigene Selbst – die eigene Seele – wächst, so geschehen diese Dinge: 
Träume, Fetzen einer Erinnerung, Bilder, Visionen,
die plötzlich da sind und wieder verschwinden
und uns dennoch bis ins Innerste berühren!

Ein wieder Erkennen, obwohl es doch nicht möglich sein kann.
Eine tiefe Gewissheit, obwohl es keinen rationalen Grund gibt.
Ja, damit stehst du keinesfalls allein! 
Auch Andere erleben dies.

Hast du noch eine Frage?

D. Ja, noch eine, die so ganz spontan kommt.
Wenn Helga und ich duale Seelen sind: Was war dann mit ihr?
Hat sie das auch miterlebt?

E. Nein.
Darf ich dir sagen, was meine Meinung wäre,
was für euch beide von Vorteil wäre?

D. Hm.

E. Wenn du dieses Wochenende nutzt.
Nicht, um die Frage zu stellen: „Wer bin ich?“
Denn du würdest nur eine halbe Wahrheit hören!

Sondern: „Wer sind wir?“ 
Du und Helga.

Mein freundschaftlicher Rat, ein Vorschlag:
Schau dir an, wer IHR wart,
um zu begreifen, wer IHR seid.

D. Hm.

E. Ihr beide – so sagte ich –
habt eine Signalfunktion für eure Umwelt.

Nein, unterschätze sie nicht, sie ist groß!

Menschen lieben selten in der Art und Weise, wie ihr euch liebtet.
Aber es gibt sie!

Und es gibt den Schmerz. 
Und es gibt die große Frage:
Wie man das machen soll, seine Liebe loslassen.

Ihr könnt eure Liebe doch nicht loslassen!
Sie ist aus der Ewigkeit und geht in die Ewigkeit.

Liebe aber bedeutet nicht: Einander zu besitzen!
Sondern mit Einander zu gehen.

Mit Einander gehen, wenn der Eine lebt und der Andere tot ist? 
Ja!
Ja, doch!
Auch dann!
Ihr in besonderem Maß mehr als Andere!

Aber das bedeutet nicht,
dass es Anderen gänzlich verschlossen wäre.

Wir gehen immer mit euch, wenn wir euch lieben.
Wir sind euch in Liebe verbunden durch ein ewiges Band.

Den größten Schmerz, den ein Hinterbliebener haben kann, ist der:
Wenn von ihm gefordert wird, dass er aufhören muss, zu lieben!

Den größten Schmerz, den ein Verstorbener haben kann, ist:
Wenn er dieser Verzweiflung beiwohnt.

„Liebe ist ewig!“ 
Das ist eure Aufgabe:
Das den Seelen Diesseits und Jenseits mitzuteilen.

Für dich und Helga ist das so, weil es gar nie anders ginge.

Aber sag mir selbst:
Würdest du je aufhören, deine Töchter zu lieben?
Niemals!

Wärest du nicht auch ihnen – ob Jenseits oder Diesseits –
ein liebender Vater?
Doch!

Ihr müsst das verstehen! 
Es ist so wichtig, dass die Menschen das verstehen!

Es raubt in der größten Not der Trauer ihren Schrecken!

Darum ist es wichtig, dass du begreifst:
Wer ihr seid!
Ihr, das Dual: Helga und Dieter!
Und das den Anderen zeigen!
Ja?
Magst du das tun?

D. Ja.

E. Hast du noch eine Frage?

D. So im Augenblick, nein, habe ich nicht.

Hajo. Dann machen wir heute eine Regression?

E. Ja.
Und Gespräche und Meditations- und Visualisierungs-Vorstellungen.
Dieter muss lernen – seiner Kraft, zu visualisieren – zu vertrauen.
Ja?

D. Ja.

E. Dann möchte ich mich verabschieden, nicht ohne dir mitzuteilen, dass du bitte für reichlich Vitamine sorgen sollst.

D. Das sagt Helga.

E. Ja! Auf Wiedersehen.

D. Auf Wiedersehen und grüße Helga.