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Das Leben ist wie ein Stadtplan…

Das zermürbt dich doch, wenn du in allem,
was dir passiert, deine! Fehler suchst.

Das Leben, in das wir hineingeboren werden,
das ist wie ein Stadtplan:
Es gibt Punkte, daran kommt man nicht vorbei …

Es war deine Seele, die nicht über die Brücke:
„Da kann man nichts machen“ gehen wollte …

Was ist einem Menschen wirklich sicher?
Was kann er durch keinerlei Umstände je verlieren?
Das ist der Frieden mit sich selbst und dem Leben!

Engelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Harald zu verbinden. Harald bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe in einer weiten, grasbedeckten Landschaft, hinter mir ein einfaches Holzhaus, dann einige Flächen, die aus hohen Holzgattern bestehen, ein Zugbrunnen…
Ansonsten nichts: das Geräusch eines Windrades, aber kein Mensch.

Ich beschließe, auf das Haus zuzugehen.
Aber gerade, als ich das tun will, spüre ich, dass jemand, den ich vorher nicht bemerkt habe, mich an den Schultern packt und runterzieht.
Ich lande in einem natürlichen Graben.
Neben mir ein blonder, junger Mann und eine Frau, die ihm sehr ähnlich sieht, aber einige Jahre älter ist.
Der Mann lächelt, legt den Finger auf den Mund und bedeutet mir, flach liegen zu bleiben.

Wir beobachten das Haus, Spannung liegt in der Atmosphäre.
Ich würde so gerne anfangen, Fragen zu stellen, aber anscheinend soll ich hier etwas beobachten …
Es dauert noch eine ganze Weile, als sich endlich die Tür des Hauses von innen öffnet.
Zwei Indianer kommen heraus, beladen mit einigen Gegenständen:
Pfannen, Flaschen und anscheinend einem Sack Mehl …
Als die ältere Frau das sieht, entfährt ihr ein Aufschrei, den der junge Mann sofort mit der Hand erstickt.
Die beiden Indianer scheinen das nicht gehört zu haben.
So, wie sie aussehen, haben sie Alkohol getrunken …
Sie schauen sich zwar noch einige Male um, aber schließlich verschwinden sie hinter dem Hügel, der unweit des Hauses liegt.
Dann hören wir Pferdehufe, die sich schnell entfernen.

Erst jetzt setzen wir uns auf.
Die Frau ist verärgert:
Sie schimpft, weil sie das Mehl entdeckt haben, aber der junge Mann nimmt es gelassen. Offensichtlich handelt es sich bei diesem Paar um Mutter und Sohn.
Da die Frau mich nicht sieht, vermute ich, dass ihr Sohn der Guide von Harald ist.

Die Mutter steht auf und geht ins Haus, der Sohn bleibt bei mir …

U: Bist du der Schutzengel von Harald?

G: Ja, bin ich, ich bin Ben und das war meine Ma …

U: Wo sind wir hier?

G: 1815, die USA!
Das hier ist unser Land gewesen.
Ich weiß schon: Du möchtest mich fragen, was Harald damit zu tun hat?

U: Ja…

G: Er war mein Vater und Theas Mann… das hier, das hat er geschaffen.
Und ich muss es ihm erzählen, weil er sonst nie verstehen wird, warum er so ist, wie er ist.

Aber erst will ich ihm sagen, dass ich ihn sehr lieb habe und dass ich stolz auf ihn bin,
weil er sich nicht unterkriegen lässt!

Weißt du, Harald, mir geht es nicht darum, dir hier zu sagen, was du an dir verändern solltest…
Mir geht’s darum, dir zu sagen, warum du mit dir Frieden machen solltest.

Das zermürbt dich doch, wenn du in allem, was dir passiert, deine! Fehler suchst.
Hör doch auf damit, mach doch Frieden!
Ein Mann kann nicht mehr erreichen als das, was er an Möglichkeiten bekommt. Verstehst du?

Ist schon klar…
Ich könnte dir jetzt was darüber erzählen, dass die Möglichkeiten, die einer hat,
von ihm selbst ausgesucht werden, ehe er geboren wird…
Aber wer das so sagt, der kann ziemlich schnell missverstanden werden!
Das, was eine Seele sich „aussucht“, das ist ein unbewusster Vorgang…
Wer wäre denn so verrückt, sich bewusst auszusuchen, dass er leidet?

Nein, nein, das ist komplizierter…
Das Leben, in das wir hineingeboren werden, das ist wie ein Stadtplan:
Es gibt Punkte, daran kommt man nicht vorbei…
Sagen wir mal so: Die Seele muss einfach mal lernen, etwas ganz Bestimmtes zu akzeptieren…
Vielleicht, dass sie nicht alle Verantwortung allein zu tragen hat…
Verstanden soweit?

Gut, also, da fehlt der Seele das Verständnis.
Die hat keine Ahnung, WAS ihr fehlt!
Nur dass da was sein muss, was sie zu lernen hat und sie WILL das lernen…
Also hier zum Beispiel zu lernen, NICHT für ALLES verantwortlich zu sein…

Was denkst du?
Was für ein Leben sucht sie?
Was für einen Stadtplan bekommt sie mit?

Genau!
Die kriegt einen Stadtplan, da muss sie, um ans Ziel zu kommen,
über eine ganz bestimmte Brücke, kein Weg führt daran vorbei, und diese Brücke heißt:
„Da kannst du machen, was du willst, nichts geht“…
Verrückt?

Ach, ne, ist nicht verrückt…
Stell dir das mal so vor, Harald:
Da hat so eine Seele – na, sagen wir mal, so 30 bis 40 Leben lang –
immer nur dann Liebe und Wertschätzung und Aufmerksamkeit geschenkt bekommen, WEIL sie was geleistet hat, weil sie ein „Macher“ war.

Jetzt merkt sie natürlich: Da stimmt was nicht…
Aber WAS das ist, das weiß sie nicht, sie spürt da so eine Sehnsucht in sich:
Lieb gehabt zu werden und geachtet zu werden um ihrer SELBST willen…
Einfach, weil sie DA ist…

Ja, ich weiß, das kannst du nachvollziehen…

Aber sie kennt das nicht, sie hat dafür kein Bewusstsein!
Deshalb wird sie ein Leben nach dem anderen damit verbringen, ein „Macher“ zu sein…
Aber so kann sie nicht weiter kommen, sie wird nicht reifer, nur immer einsamer.
Und schließlich, irgendwann, gibt sie ihr Okay dafür, dass sie in ein Leben geboren wird,
in der das bekannte Muster NICHT stimmt.
In der irgendwas verhindert, dass sie der „Macher“ sein kann…
Die Umstände sind nicht mehr so, dass es geht…

Ihr Lebensplan hat eine Brücke, über die sie gehen muss, um das Ziel zu erreichen, und diese Brücke heißt: Da kannst du gar nichts machen!

Entweder sie geht da rüber, sie steht diese Zeit durch und erfährt dann, wenn sie drüber gegangen ist, dass sie trotzdem geliebt wird…
Oder sie weigert sich, sich ihre Ohnmacht einzugestehen…

Der Preis wäre dann: Einfach weiterhin ohne die Erfahrung zu leben, dass sie es WERT ist, geliebt zu werden, auch ohne dass sie für alles und jedes die Verantwortung getragen hat…

Tja, was hat das nun mit dir zu tun?

Eine ganze Menge, Harald!
Weißt du, als Seele, da hast du eine ganz schön lange Zeit daran festgehalten,
dass du nur was wert bist, wenn du auch was „bringst“: anderen!
Verstehst du? Nicht dir selbst: anderen!
Aber, das ist nicht richtig!
Der Wert eines Menschen, der darf nicht davon abhängen und erst recht nicht der Eigenwert!

So, und jetzt komme ich zu diesem Leben hier.
Dein Name war John Crawfort, geboren bist du in Mittelengland.
Und weil deine Eltern verdammt viel Schulden bei ihrem Herrn hatten,
hast du dich an die Armee verkauft…

Ja, ja, das ging damals.
Das Geld, das du bekommen hast, hat deinen Vater vor dem Schuldturm gerettet…

Da war es schon so: Du hast viel zu bereitwillig SEINE Verantwortung auf dich übertragen.
Weißt du, wie alt du damals warst? 17!
Mit 17 Jahren warst du bereit, dein Leben zu opfern!
Und wofür? Damit dich deine Eltern lieb haben!!!

Auf die Idee, dass sie dich eigentlich einfach nur deshalb lieb haben müssten, weil du da bist, wärst du gar nicht gekommen.

Doch, klar, lieb hatten sie dich dann.
Du warst ihr Held und der Held deiner jüngeren Geschwister…
Nur wiedergesehen hast du die „liebende“ Familie danach nie mehr.

Damals waren die USA gerade in ihrer Gründungsphase und es kam zu erheblichen Auseinandersetzungen mit der Britischen Krone.
Und du bist über den Atlantik als Soldat der Briten.

Und dann hast du gesehen, was da lief, du hast begriffen, um was es ging:
Um Freiheit und um Gerechtigkeit, aber auf der anderen Seite…
Und? Das hast du nicht einmal drei Monate ausgehalten, da bist du desertiert.
Du wurdest ganz offiziell Amerikaner und da warst du ganz und gar in deiner vertrauten Energie:
„Man kann ALLES machen, wenn man nur will!“
Das war die Devise, daran glaubte diese neue Nation und ihre Bürger und daran glaubtest du. Hier, in diesem neuen Land, würde alles möglich sein!
Ein Mann konnte ALLES machen, alles erreichen…

Ganz so war es dann doch nicht.
Du hast lange in den Docks gearbeitet, mal hier, mal da.
Du hast Thea, deine Frau, dort kennengelernt.
Ihr habt Kinder gekriegt und mit jedem Kind wurden wir ärmer…
Und mit der beginnenden Armut kam deine Angst, dass wir dich NICHT mehr lieben könnten…

Ich glaube, kaum ein Mann hat soviel gearbeitet wie du.
Und das nur, damit wir nicht aufhören, dich zu ehren.
Denn dass es so sein würde, davon warst du überzeugt!

Als ich – der Älteste deiner drei Söhne – 13 war, gab es das Angebot, Land im Mittelwesten zu besiedeln, OHNE dass wir das bezahlen mussten.

Das war die Chance, dachtest du, das war zu MACHEN!

So kamen wir hierher, nicht ganz so weit wie vorgesehen war.
Aber weit genug, um sich soviel Land zu nehmen, wie man brauchte.
Wir hatten am Anfang vier Kühe und einen Stier.
Das war der Erlös von allem, was wir hatten, außer den Tieren hatten wir NICHTS…

Ja, aber niemand war so überzeugt davon, dass wir es schaffen würden,
aus der Armut zu wachsen – hier in diesem fruchtbaren Land – wie du.
Und du hattest recht: In den ersten Jahren funktionierte es einfach fantastisch!
Unsere Herde wuchs, Handelsbeziehungen wurden aufgebaut und du warst stolz auf dich…
Aber weißt du? DAS war ganz und gar nicht der Plan!
Das war NICHT die Brücke, über die du zu gehen hattest…

Du hattest alles absolut RICHTIG gemacht!
Dann kamen die Indianer-Aufstände, nie im Leben hätten wir damit gerechnet!
Die wenigen Indianer, mit denen wir Kontakt hatten, waren freundliche Menschen,
aber für uns nicht nachvollziehbar begannen plötzlich Überfälle.
Erst hörten wir nur gelegentlich davon, wenn wir auf dem Markt unser Vieh verkaufen wollten, dann traf es einige unserer Nachbarn…
Zuerst wurde nur Vieh getötet, dann die ersten Häuser überfallen und schließlich traf es auch uns…

In einem schweren Wintersturm kamen sie.
Sie vertrieben unsere Tiere, sie brachen in unser Haus ein,
meine beiden Brüder starben, die Mutter wurde schwer verletzt
und dich banden sie in die Mitte des Hauses.
Du musstest alles ohnmächtig mit ansehen.

Es war schlimm für uns alle.
Aber das Schlimmste war, was mit deiner Seele geschah in dieser Nacht:
Am Abend, nachdem wir Martin und Joseph begraben haben, hast du den letzten Whisky genommen, der noch da war, und dich betrunken.
So sehr, wie ich es nie vorher bei dir erlebt habe.

Und dann hast du geweint.
Nie zuvor habe ich dich weinen gesehen!
Und dann hast du uns gesagt, dass du ein verdammter Versager bist
und dass wir dich am Besten gleich töten sollen.
Denn du hast es nicht verdient, dass wir dich überhaupt ansehen!
WEIL DU ALLES FALSCH GEMACHT HAST!

Als ich am nächsten Tag aufwachte, warst du weg, ein Stück konnte ich deinen Fußspuren folgen, dann verloren sie sich unter Schneewehen.
Wir suchten dich überall, aber wir fanden deinen Leichnam erst im Frühling weit von unserer Farm entfernt!

Das Schlimme war, dass wir dich so sehr gebraucht hätten:
deine Nähe, deine Stimme, deine Liebe.
WIR wären nie! darauf gekommen, dir die Schuld für den Indianer-Überfall zu geben!

Es war deine Seele, die nicht über die Brücke: „Da kann man nichts machen“ gehen wollte…

Harald, heute bin ich dein Schutzengel, weil ich dich so sehr liebe.
Ich bin so stolz auf dich, dass du dich nicht wieder in dieser Weise vor der Brücke der Ohnmacht gedrückt hast!
So sehr stolz!
Ich weiß, was es dich an Kraft gekostet hat!
Und ich möchte, dass du stolz darauf bist!

Ich weiß, wie viel Angst du ganz tief in dir davor hattest, nicht mehr „Wert“ zu sein,
weil du keine „Werte“ mehr bringst für andere…
Und ich sehe, wie sehr du dich bemühst, dich solchen Gefühlen der Wertlosigkeit nicht mehr auszuliefern…
Harald?
Das ist ein Sieg! Ein gewaltiger Sieg!

Du bist über die Brücke gegangen und du wirst sehen, dass es am anderen Ufer weitergeht…
Es liegt noch so viel „Stadtplan“ vor dir, es gibt noch so viel zu entdecken!

Was es zu entdecken gibt?
Zuerst einmal dich selbst!
Sei doch nicht so schrecklich erwachsen. (Lächelt.)
Merkst du?
Du bist liebenswert!
Hast du schon gemerkt, wie sehr?
Merkst du es?

Deine wichtigste Fähigkeit ist gar nicht das MACHEN,
sondern dass du Menschen verstehst,
dass du sensibel bist und fein in deiner Wahrnehmung…
Verstehst du jetzt, warum du uns so sehr gefehlt hast in diesem Leben hier?

Fällt dir eigentlich auf, wie andere Menschen auf dein Lachen reagieren?
Oder einfach darauf, wie du ihnen zuhörst und Anteil nimmst?

Hier mochten dich alle gern!
Nicht, weil du so gut in der Organisation der Gemeinde warst (warst du!).
Auch nicht, weil du so clever warst
und so schnell zu einem guten Einkommen gekommen bist…
Du konntest viele Dinge gut MACHEN…

Nein, beliebt warst du, weil du ein guter Freund sein konntest.
Weil du geholfen hast, ehe einer was sagte.
Und weil du es so gut verstanden hast, alle als eine Gemeinde zusammenzuhalten, obwohl wir meilenweit auseinander wohnten…
Es waren deine sozialen Qualitäten!
Aber selbst, wenn das alles nicht da gewesen wäre,
wie sehr hättest du uns gefehlt!
Einfach, weil DU es bist.

Weißt du, du hast dich in deinem Leben von Anfang an messen lassen müssen.
Immer gab es die, die mehr hatten, besser waren, stärker, klüger, erfolgreicher …

Ach, Harald. Ha!
Ich sage dir: Du bist schon ein Sieger!
Und den Sieg, den kann dir niemand mehr nehmen!

Es ist der Sieg über den Größenwahn, für ALLES allein verantwortlich zu sein.

So nach dem Motto:
Wenn ich schon nicht der Beste bin, dann wenigstens der Schlechteste?
Ich bin so froh!
So froh, dass deine Seele aus diesem Mangel an Bewusstsein heraus wächst!

Ich weiß ja, fair ist dein Leben bisher nicht gewesen, das stimmt.
Aber wenn du dich umschaust, meinst du, es ist irgendwo fair?
Glaubst du immer noch an die Masken, die getragen werden?

Was ihr voneinander seht, das ist nicht einmal 10 % dessen, was wirklich da ist!
Ihr seht weder eure Größen noch eure Abgründe in vollem Ausmaß.
Kaum einer sieht die tatsächliche Last, die sein Nächster trägt…

In eurem Bewusstsein liegt noch sehr viel tief archaisches Denken:
Jeder will nach ganz oben, jeder will das Bestmögliche …
Und?
Wer dort ist, ist der im Frieden?

Harald, du bist ein sehr guter Beobachter.
Schau in die Augen derer, die ganz oben sind.
Was siehst du?
Glück? Freude? Oder wenigstens Zufriedenheit?

Schau in die Augen eines spielenden Kindes, was siehst du?
Glück, Freude, Zufriedenheit!

Weil das Kind noch keine Ahnung vom Leben hat?
Ach was! Weil es noch weise ist!
Es fragt nicht nach morgen.
Es fragt nicht danach, wie sein Spiel von anderen beurteilt wird.
Das Spiel spielen ist ihm genug …

Harald, hin und wieder wenigstens – darum bitte ich dich sehr –
lass es dir genug Freude sein, zu spielen.
Einfach DA SEIN, einfach lebendig sein und spüren, tief in dir:
Du bist diese Lebensfreude wert!
Weil du es bist!

U: Ich danke dir, Ben.
Ich hoffe, dass es Harald hilft, sich selbst gern zu haben.

Ben lacht: Da ist mein Anspruch höher.
Ich möchte, dass er sich lieb hat!

U: Klar, das meine ich ja…

B: Du hast noch Fragen an mich?

U: Ja, Harald fragt, warum du sein Guide bist.

B: Harald, dass ich hier dein Sohn sein durfte, das war sehr wichtig für meine Seele.

Du warst ein wunderbarer Vater!
Nie, nicht ein einziges Mal hatte ich einen Zweifel daran, dass du mich so, wie ich bin, liebhast…
Dabei war ich kein einfaches Kind, sondern ein ziemlich wilder Kerl!
Aber dass du mir damals zeigen konntest, wie stolz du auf mich bist,
das hat in meiner Seele viele Wunden aus vergangenen Leben geheilt.

Was liegt da näher, als dir in deinem heutigen Leben zu helfen, deine alten Wunden zu heilen? Ich tue es gern und ich tue es, was immer auch kommt, aus tiefster Liebe zu dir.

Mir war nicht klar, ob du über die Brücke gehen würdest oder nicht…
Das stand dir frei.
Ein bisschen fürchtete ich den Schmerz, falls du es auch diesmal nicht tun würdest.
Aber jetzt bin ich sehr, sehr froh…

U: Welche Aufgabe hat er in dieser Inkarnation?

B: Harald, kein Mensch kommt mit einer einzigen Aufgabe ins Leben.
Es gibt viele, nicht alle müssen gemeistert werden, aber es gibt Schwerpunkte.

Dein Schwerpunkt ist es, Freude über sich SELBST zu finden!
Nicht Hochmut, das ist etwas anderes.
Dann erkennt man die Größe anderer und vor allem Gottes nicht an…
Aber sich wirklich an seinem Selbst zu freuen, bedingungslos!

Natürlich darf das nicht heißen, dass man alles an sich für vollkommen hält.
Sondern Freude an seinem Selbst haben, bedeutet, sich zu sehen, wie man WIRKLICH ist:
Mit Stärken und Schwächen und JA! zu dem zu sagen…

JA, ich bin ich und einfach darum bin ich es wert, zu leben, zu lieben und geliebt zu werden.
Nicht, weil ich etwas MACHE, sondern einfach, weil ich BIN!
Ohne Selbstaufopferung, ohne Bitterkeit gegen das Leben.

Sein, was man ist und JA sagen dazu, Harald.
DAS ist Selbstbewusstsein.

Und zu diesem Bewusstsein möchte deine Seele finden.
Du hast bisher viel zu viele Leben damit verbracht, dein Selbst zu opfern:
Für alles Mögliche, vor allem aber für die Anerkennung oder die Liebe anderer…

Für die Gemeinschaft, an die du glaubtest, hast du einfach alles gegeben, sogar dein Selbst…
Den anderen verpflichtet immer und immer wieder!

Nun ist es an der Zeit, dass du die Verpflichtung dir selbst gegenüber erkennst.
Und die heißt, dass du dazu verpflichtet bist, dafür zu sorgen,
dass es dich freut, zu leben.

Nein, nein, das ist nicht abhängig von den Umständen, sondern von der Einstellung.
Das Werkzeug dafür hast du in dir selbst!
Du kannst – wenn du es willst – deine Begabung, dich zutiefst mit allem zu verbinden,
was lebt, nutzen!
In Wahrheit bist du kein harter Macher, sondern eine hoch sensible Seele,
ganz fein nimmst du alles auf in dir: Schwingungen, Stimmungen.
Ausgeprägt ist deine Gabe dafür, Schönheit, Wahrheit und Liebe zu spüren…

Dich blendet keine Täuschung!
Erinnerst du dich, wie verzaubert du als kleiner Junge allein vom Anblick eines Eiszapfens warst, in den die Sonnenstrahlen fielen?

Harald, die Wunder, das Schöne in allem zu sehen, was ist, das ist deine Gabe!

Und es ist der Weg zur Lebensfreude!
Du kannst das und darüber hinaus ist das etwas, was du auch anderen schenken kannst:
Deine Aufgabe ist es, die Art von Lebensfreude zu finden, die völlig unabhängig von den Umständen ist und das auch an deinem Nächsten weiterzugeben.

Du wirst immer wieder Zeiten brauchen, um dich aus allem herauszuziehen,
dich aufs Wesentliche zu besinnen, fürchte das nicht, genieße es bewusst.

Dennoch, Harald, du brauchst auch immer wieder die Möglichkeit, zu lernen, dich auszutauschen, Neues zu erproben …
Du bist nicht da, um dich festzulegen in dem, was du tust.
Den Wandel als Prinzip zu leben, ist eine wichtige Erfahrung für dich …
Dinge dürfen sich wandeln, deine Einstellungen dürfen sich wandeln, deine Umstände dürfen sich wandeln…
Immer wieder etwas Neues lernen und begreifen.

Harald? Das ist schön, so darf es sein: Viele neue Menschen zulassen.
Sei ein Beobachter, lerne aus ihren Leben, geh in die Tiefe …

Du hast ein großes Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit, nach Stabilität… Aber so sehr dies ein Teil deiner Persönlichkeit ist:
Dieses Bedürfnis allein zu befriedigen, macht dich nicht glücklich, führt dich nicht zum Frieden.

Der Frieden liegt vielmehr darin, zu sehen, was die WIRKLICH sicher ist!
Was ist das? Was ist einem Menschen wirklich sicher?
Was kann er durch keinerlei Umstände je verlieren?

Das ist der Frieden mit sich selbst und dem Leben!
Wer dies einmal hat, verliert es nicht.
Das glaubst du nicht?
Das hattest du schon und doch verloren?

Harald, ich spreche vom UNABHÄNGIGEN Frieden!!!

Das ist der Frieden, den Menschen mit sich selbst haben auch unter schwierigsten Umständen …
Nelson Mandela etwa:
Glaubst du, er hätte die Jahrzehnte lange Gefangenschaft, die völlig aussichtslos schien, psychisch überstanden, ohne mit sich selbst im Frieden zu sein?
Diese Art von Frieden gehört zu einem Bewusstsein, für das ein Mensch kämpfen muss, das bekommt ihr nicht geschenkt!
Denn eure instinktiven Bedürfnisse sind eben auf dem Niveau der Steinzeit:
Immer mehr haben und nichts verlieren!

Um in den Frieden, der von Besitzen und Bewahren unabhängig ist,
bedarf es aber einer ganz anderen Einstellung und du hast die Gabe, dies zu finden.

U: Mit dem Schein vom Arbeitsamt werden Harald viele Möglichkeiten geboten,
zum Beispiel Weiterbildung im Bereich Soziales oder Neuorientierung,
zum Beispiel im technischen Bereich. Was soll er tun?

B: Du weißt, ich darf nicht sagen, was er tun SOLL…

U: Ich weiß, ja…

B: Die Frage wäre eigentlich: was ist SICHER?

Auf diese Frage antworte ich: Das, was dir Freude bereiten würde, was dich neugierig macht…
Harald, bedenke!
Vom Arbeitsamt geförderte Schulen dienen nicht unbedingt dem Zweck, einen Bedarf auf dem Arbeitsmarkt zu decken, sondern oft lediglich administrativen Vorgaben…

Schau dir den Arbeitsmarkt an: Welcher Bedarf ist immer wieder da?
Und wenn du das getan hast, überlege dir, ob es dir Freude machen würde…
Manchmal stellen sich die Weichen von allein (lächelt).

U: Warum ist sein rechtes Ohr fast taub?

B: Der Auslöser in diesem Leben ist ein Knall.
Aber die tiefere Ursache ist ein Schuss gewesen hier in diesem Leben:
Es war der Schuss, mit dem du dich hier suizidiert hast!
Das ist vorbei, aber in deiner Seele hat es eine Empfindsamkeit bewirkt,
die bis ins Genom wirkt…

U: Ihr hattet Waffen?

B: Ja, aber wir hatten keine Zeit, sie zu benutzen bei dem Überfall.
Es ging zu schnell, das waren noch Vorderlader…

U: Wie kann er auf Politik emotionsärmer reagieren?

B: Warum willst du das?
Empörung gegenüber ungerechten Umständen gehört zu deinem Wesen.
Das war hier so, das war in anderen Leben so.
Du bist eine Kämpferseele!

Und es gibt weit und breit keine Kämpferseelen, die NICHT in Empörung geraten…
Die Frage ist nicht, OB du dich empörst, sondern wie du mit deinen Emotionen umgehst…

Wenn du die Empörung benutzt, um dich in depressive Stimmungen fallen zu lassen,
dann schadest du dir und im Übrigen auch Ingrid.
Wenn du sie aber benutzt, um da, wo DU! dich engagieren kannst, das auch zu tun, entwickelst du dich selbst und die Welt weiter…

Der Mangel an Gutem entsteht nicht dadurch, dass Schlechtes getan wird,
sondern dass Gutes unterlassen wird.

Wir haben über Ohnmacht gesprochen und es ist wahr, über diese Brücke musstest du gehen…
Aber noch habt ihr in eurem Land die Möglichkeit, an der „Macht“ beteiligt zu sein.
Es gehört Weisheit dazu, zu sehen, wo du wirklich Frieden darin findest,
NICHTS zu tun, und wo du Frieden darin findest, zu handeln…

Nein, nein, ich bin nicht naiv, ich weiß,
dass eure Demokratie fast nur noch eine formelle Regierungsform ist…
Aber die Ursache liegt unter anderem darin,
dass zu viele die Möglichkeit des Mit-Bestimmens abgegeben haben…
Entscheide selbst!

Bedenke, es gehört zu deinen Lebensaufgaben, dir immer wieder neue Erfahrungsmöglichkeiten zu suchen und im Austausch mit anderen Menschen zu sein.

U. Harald fragt, was er besser machen kann?

B: Harald, vertrau mehr in deine Gefühle, auch in das, was man Intuition nennen könnte…
Und versuch, dich unabhängiger zu machen.
Du bist ein Mensch, der in jeder Beziehung seine Selbst-Ständigkeit leben sollte:
selbst-ständige Gefühle, Meinungen, Taten…
Damit sage ich nicht: Binde dich nicht ein.
Damit sage ich erst recht nicht: Lass keine andere Meinung gelten…

Aber ich sage, sei der Berechtigung eines jeden Menschen bewusst:
Er selbst sein zu dürfen, ja sogar zu müssen!

Versuch, dich weiter in deiner Gabe zu Einfühlungsvermögen und Intuition zu üben.
Versuch, dich weiter in der Fähigkeit, Glück auch im Kleinen zu finden.
Vor allem aber: Harald, mach Frieden mit dir!

Dein Kind in dir ist zerrissen worden unter den oft sich widersprechenden Anforderungen…
Aber es ist nicht wahr, dass du dich festlegen musst und dann entweder Erfolg hast oder nicht…
Wahr ist, dass du als Seele so vielschichtig bist, dass es gut und richtig ist,
Wandel zu suchen und zu leben.

Oh, ich spüre, es wird Zeit mich zu verabschieden.

Uta, du bist müde, ich möchte nur noch eines sagen:
Wir zwei haben schon immer Musik geliebt!
Musik ist und bleibt der Schlüssel zur Seele!

Machs gut, Uta.
Der Harald, der findet seinen Weg, ich bin sicher!
Und sag ihm bitte, es gibt hier einen Mann, den kannte er nur als Älteren,
der hat ihn sehr lieb und steht ihm sehr zur Seite!

U: Danke, Ben, mach du es gut!