Chaos

Die Welt – Chaos und neue Ordnung

Die Welt:

Chaos und neue Ordnung

Die Unzufriedenheit als Aufbruch

Ihr seid unzufrieden mit eurem Chaos
und das ist gut so, das ist sehr gut so.

Unzufriedenheit ist viel besser als Resignation.

In der Resignation lebt ihr den Tod!

Elia

Teilnehmer sind Annegret und Ingrid.

Elia: Guten Abend, liebe Freunde.

Ein Abend, in dem in einigen Teilen der Welt die Menschen den Atem anhalten.

Ich habe euch heute ausnahmsweise ein wenig beeinflusst, die Nachrichten zu sehen.

Weil ich möchte, dass ihr euch bewusst werdet, dass ihr Teil dieses Geschehens seid.

Unordnung ist überall.

Unordnung ist in dem einzelnen Leben.

Und Unordnung scheint etwas so Zielloses, so Sinnloses, so Destruktives zu sein.

Menschen verlieren die Fassung, wenn sie ihre Ordnung verlieren…

Das gilt wie im Großen, so im Kleinen.

Das gilt für die Schicksale ganzer Völker ebenso wie für das Schicksal des Einzelnen.

Ihr könnt nicht handeln, ohne zielgerichtet zu sein.

Ein Mensch braucht ein erkennbares Ziel.

Und ein erkennbares Ziel findet sich nicht in Unordnung.

Aber ich sage euch allen, nicht nur euch hier, meine lieben Freunde, sondern allen da draußen in der Welt, dass eure Unordnung nichts anderes ist als der Beginn einer neuen Ordnung.

Das sage ich dieser Welt und das sage ich dir, Annegret und dir, Ingrid.

Deine Unordnung, Ingrid, ist nichts anderes als der Beginn einer neuen Ordnung.

Deine Unordnung, Annegret, ebenso.

Aber wir wollen nicht, dass ihr in dem Chaos verzweifelt.

Wir wollen nicht, dass ihr eure Kraft verliert, weil ihr versucht, euch gegen das Chaos zu wehren.

Weder ihr Zwei noch ihr da draußen in der Welt.

Wir wollen, dass ihr das Chaos leben und gestalten könnt, bis es sich wie ein Mosaik wieder zu einem völlig neuen Muster zusammenformt.

Damit ihr das könnt, braucht ihr Hilfe. Ihr braucht ein Licht, wonach ihr euch ausrichten dürft, wenigstens für eine überschaubare Zeit.

Ich möchte euch dieses an den Anfang dieser Stunde stellen, denn ihr wisst beide nicht, wofür ihr genau hier hergekommen seid.

Es ist richtig: Ich werde euch euer Ziel im Detail nicht nennen, ich kann es euch nicht nennen, denn es ist euer Ziel.

Aber ich kann euch darin unterstützen, mögliche Ziele zu definieren.

Das ist wichtig, im Chaos zu erkennen, welche Möglichkeiten ihr habt, um sich dann im Chaos zu entscheiden.

Nun mag man einwenden: Welches mögliche Ziel mag ein so schrecklicher Sturm haben oder ein so verheerendes Erdbeben? Wer mag darin ein Ziel erkennen?

Aber ich sage euch: Auch darin liegen mögliche Ziele.

Das Eine wäre, dass die Menschen wieder Gemeinschaft begreifen und erleben.

Gemeinschaft im Leid, aber auch Gemeinschaft im Aufbau.

Dass sie wieder über sich selbst hinauswachsen. Und das meine ich wörtlich: Über ihr Selbst hinaus…

Ein anderes, mögliches Ziel wäre es, dass die Menschen in Situationen kommen, in denen sie lernen, sich gegen ihre Emotionen zu wehren.

Das ist ein mögliches Ziel, aber ein gutes Ziel.

Ein anderes, mögliches Ziel wäre es, diese Katastrophen als ein neues Bewusstsein wachsen zu lassen, aus dem heraus einen neue Ordnung der Welt entstehen könnte.

Es geht euch in Europa etwas an, wenn Menschen in der Karibik ertrinken müssen, weil es einen Sturm gibt, der alles niederfegt.

Es geht euch etwas an, wenn in Indien und Pakistan Menschen sterben in den Trümmern ihrer Häuser, weil es an Geld mangelte, Häuser zu bauen, dass sie den Stößen der Erde standhalten können.

Ihr begreift das heute noch nicht, dass es euch etwas angeht, aber ihr spürt es schon: Eine neue Ordnung soll entstehen…

Ingrid, es wär gut und schön, wenn dies ohne Leid möglich wäre…

Annegret, es wäre gut und schön, wenn dies – ohne bis ins Innere ergriffen zu sein – möglich wäre…

Aber ihr Menschen seid nicht so: Ihr bewegt euch dann, wenn ihr bewegt seid bis in eurer Innerstes, sonst nicht…

Ihr Menschen da draußen, ihr werdet schon lange bewegt, euch zu bewegen.

Wann fangt ihr an zu verstehen: Wie habt ihr vor, in einem unheilvollen Chaos zu leben, damit ihr endlich danach strebt, eine neue Ordnung zu wollen?

Eines will ich loben: Ihr seid unzufrieden mit eurem Chaos und das ist gut so, das ist sehr gut so. Unzufriedenheit ist viel besser als Resignation.

Ich freue mich über eure Unzufriedenheit, weil sie euch bewegen wird, und das wollen wir.

Annegret, dir sage ich: Unterschätze nicht deine Wirkung. Du denkst, du triffst alleine Entscheidungen für dich.

Du bewegst viel mehr, als du siehst und jemals erfahren wirst.

Würdest du die Gedanken kennen, die deine Verwandten, Kollegen und Vorgesetzten bewegen, seit du dich entschieden hast, aus deiner Wahrheit heraus zu handeln, du würdest dich wundern, welche Gedankengerüste du in Bewegung gesetzt hast.

Es ist sehr schwierig, in der Resignation zu bleiben, wenn es jemand gewagt hat, damit aufzuhören…

Ingrid, und dir sage ich: Du handelst nicht nur für dich, auch nicht nur für deine Kinder…

Im Gegenteil, du bist ein Fanal, eine Fackel…

Und das, was du entscheiden wirst, wie immer diese Entscheidung ausfällt, wird zum Beispiel für andere: Sie alle sind bewegt durch das, was du tust…

Wir stellen infrage, womit sie sich längst abgefunden hatten, weil du infrage stellst, womit du dich schon abgefunden hattest.

Euer Leben, das ist gerade Chaos, ja. Aber jetzt ist es ein Chaos, das sich mehr und mehr zu einer Ordnung bewegen möchte.

Das Leben der anderen um euch herum, das war nicht weniger Chaos, aber da ist viel mehr Resignation. Ihr seht das nicht…

Ihr seht nicht, dass ihr diejenigen seid, die ein Schritt weiter sind: Die, die aus der Resignation zur Unzufriedenheit gekommen sind…

Und das ist schwer zu verstehen, dass Unzufriedenheit gut tun soll.

Denn die, die regt doch auf, die tut weh, die ist anstrengend, sie ist mühselig. Das ist alles wahr. Aber all das ist tausend Mal besser als diese Resignation…

In der Resignation lebt ihr den Tod.