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Referenz – Trauerseminar: Wie ein Zipfelchen Himmel

Referenz Trauer-Seminar

Es ist mir schwer gefallen,
wieder nach Haus zu fahren,
weil:
Es war wunderschön bei Euch.
So viel Wärme,
so viel Liebe,
so viel Sonnenschein.
Es war
– wie Uta sagte –
wie ein Zipfelchen Himmel.

Liebe Uta, lieber Hajo und Andreas,

wo fange ich an,
ich bin immer noch ganz benommen
von dem Erlebten bei Euch.

Danke für Alles,
was ich bei Euch erleben, fühlen und sehen durfte.

Zum ersten Mal habe ich mich so gesehen.

Zum ersten Mal habe ich gespürt,
wer ich bin und begriffen,
warum ich so unendlich traurig bin.

Und zum ersten Mal habe ich die Hoffnung,
dass ich den Weg finde 
heraus aus dieser Trauer – ohne Peter zu vergessen.

Es ist mir schwer gefallen,
wieder nach Haus zu fahren, weil:
Es war wunderschön bei Euch.
So viel Wärme, so viel Liebe, so viel Sonnenschein –
es war, wie Uta sagte, ein Zipfelchen Himmel.

Trotz meiner vielen Tränen
und trotz der Kälte in der Natur!

Es ist so schön zu wissen,
dass ich mich in so vielen Sachen geirrt habe. 
Es ist so wichtig für mich,
dass es für meinen Papa immer in Ordnung war,
so wie es war und vor allem auch,
dass meine Mutter mich trotz allem
immer lieb hatte oder besser, hat.
Und immer habe ich übersehen,
dass er nicht nur mein Papa war,
sondern ebenso der meiner Schwester.
Ich glaube, dass war auch für meine Schwester sehr wichtig,
ihr das zu sagen und vor allem,
ihr das auch zuzugestehen.

Ihr habt mir “kräftige Gehhilfen verpasst“ und ich bin sicher,
dass ich die nur für die erste Zeit brauche.
Die Tränen werden auch noch oft da sein, ebenso Einsamkeit
und das Vermissen des Behütet seins durch Peter.
Aber ich weiß jetzt ja, dass alle immer da sind
und dass ich zu meinem Lieblingsplatz flüchten kann,
um sie zu treffen:
Meine Mutter, meinen Papa und die beiden Peter…

Ich war kaum zu Hause, als der Alexander kam.

“Mama, Deine Augen strahlen, also war alles gut,
ich hatte solche Angst, dass es Dir nicht Gut tut.“

Für ihn ist das alles nicht fassbar
(für mich ja zum großen Teil ebenso wenig).

Ich bin froh, wieder ein Stück näher bei meinem Kind zu sein,
wenn jetzt auch noch Tränen da sind,
man kann ich wohl schon ein Lächeln dahinter sehen.

Ihr habt schon eine ziemliche Heulsuse zu sehen bekommen,
ich verspreche, es wird besser.
Ich kann das versprechen,
weil ich fühle, dass es so sein wird.

Die Aufstellungen haben ganz viel bewirkt,
ich bin jetzt ganz sicher,
dass die Kinder (Oliver und Steffi) ihren Papa lieb haben
und dass er es auch endlich weiß.
Das ist ein großes Glücksgefühl für mich
und hat mir schon jetzt viel innere Ruhe gebracht, weil:
Darum habe ich so verzweifelt gekämpft
und nun ist es so, einfach so da.

Und ich weiß jetzt auch endlich, dass alle meine Zweifel,
ob er mich lieb hat, Unsinn waren.
Er konnte eben nie so seine Gefühle zeigen. 
Aber in den schönen Erinnerungen kommt er noch
jeden Morgen die Treppe runter und sagt zu mir:
„Lass Dich erst mal in die Arme nehmen, mein Schatz“.

Warum habe ich nur so daran gezweifelt?
Da muss ich mich schon ein bisschen schämen.

Liebe, liebe Uta,

die Regression war aufregend und abenteuerlich!
Nie würde ich es für möglich halten,
dass ich in der Lage bin, da etwas zu sehen.
Aber so eine Geschichte,
die kann man sich doch nicht so schnell ausdenken
– ist ja fast Film-reif – wahnsinnig!

War in manchen Augenblicken kaum zu ertragen,
aber dann hast Du ja eingegriffen
und mich wieder rausgeholt.
Das Aller- Aller-Schönste aber war, dass der Peter da war.
Es gibt mir so viel Hoffen,
dass es irgendwann wieder so sein wird,
dass ich an seiner Seite bin, ganz nah, ganz tief.

Meine Lieben, ich hoffe,
Euch so nennen zu dürfen,
DANKE ist einfach viel zu wenig für dieses Wochenende, 
für alles, was ich bei Euch erleben durfte,
aber was soll ich sagen.

Ich habe Euch im Herzen und danke also herzlich.
Ich werde Euch auf dem Laufenden halten,
wie es bei mir so weiter geht.

Ich denke, wir haben uns hier nicht das letzte Mal gesehen.

Bis bald und alles Liebe für Euch

Sylvia

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