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Elia – Mit frohem Herzen das Leben lieben! Nicht, weil das Leben so wunderschön in allen Dingen ist.

Mit frohem Herzen das Leben lieben!
Nicht, weil das Leben so wunderschön in allen Dingen ist.
Sondern weil das Leben
phantastisch ist, vielfältig, berauschend.
Weil es einen Sinn macht,

auch wenn man den nicht immer versteht.
Weil es dazu da ist,
dass jeder Mensch –
wirklich jeder – 
irgendwann eines Tages ganz sicher

ganz und gar Gottes Kind sein wird.
Das Leben ist wunderschön,
weil es Gottes Kampf um euch ist.
Das Leben ist zu lieben!

Elia

Zu Gast ist Herta.
Elia: Guten Abend, liebe Freunde.
Hajo & Herta: Guten Abend, Elia.

Elia: Ich freue mich, dich begrüßen zu dürfen.
Ich hoffe, dass du deinen tiefsten, festen Grund erreichst.
Zurzeit bist du wie ein Baum, der an einem Fluss steht
und der Fluss reißt immer mehr Erde von seinen Wurzeln.

Was macht so ein Baum?
Wenn er nicht bereit ist,
tiefer und tiefer seine Wurzeln bis zum festen Gestein zu treiben,
dann…
Dann wird der Fluss ihn mit sich nehmen.
Darum bist du hier:
Um deinen festen Urgrund zu erfahren.
Es geht nicht darum, ob das,
was du zu tun gedenkst, gut oder falsch ist.
Es geht nicht darum,
was andere Menschen dir raten
oder wovor sie dich warnen.
Es geht auch nicht darum,
worum andere Menschen dich bitten
oder was sie von dir fordern.
Sondern es geht darum, deinen festen Grund zu erreichen.
Ein Baum, der seine tiefste Tiefe erreicht hat,
dem kann kein Wasser schaden,
den kann kein Sturm knicken! 

Der weiß in sich, was ihm möglich ist.

Und nun stell mir bitte deine erste Frage.

Herta: Lieber Elia, die letzten Jahre waren schwierig in meinem Leben.
War ich schon wirklich bis ganz am Boden?

E: Ja. Du hattest das Schlimmste verloren,
was man verlieren kann:
SICH SELBST.

Und das meine ich mit der Wurzellosigkeit! 
Du hast deine Verankerung mit dir selbst aufgegeben.
Und dies wieder zu finden,
das muss dir das Wichtigste am Leben sein.
Kein Anderer kann das tun!
Ja?

H: Hm. 

E: Nun bist du auf dem Weg, genau das zu tun:
deine Wurzeln tiefer und tiefer zu treiben.
Weisheit entsteht aus Leid, weißt du das?

H: ja.

E: Wer nicht gelitten hat,
dem ist es schwer, zu verstehen,
dem ist es schwer, mitzufühlen.
Wer nicht gelitten hat,
der findet nur sehr mühselig Wege zu Anderen.

Aber deine Seele hat sich vorgenommen,
weise zu werden und den Preis dafür zu bezahlen,
so Gott dir hilft.
Nun sehen wir diese Stunden miteinander als Gottes Hilfe an.
Deine nächste Frage bitte.

H: Ich glaube sehr stark an unseren Herrgott.
Ich fange mehr und mehr in den schwierigen Situationen an,
zu beten oder einfach um eine Hand zu fragen vom Herrgott.
Ist das genug?

E: Meine Liebe,
wenn du auch nur den Bruchteil einer Sekunde ihn liebst:
Das ist genug.
Und selbst dann, wenn du deine Liebe zu ihm völlig aufgibst,
wenn du sagen würdest:
„Gott, was gehst du mich an.
Du hast so viel Leid auf mich geworfen und auf Andere“.

Selbst wenn es so wäre, wäre es genug.
Seine Liebe stellt keine Bedingungen.
Aber was für ihn genug ist, ist nicht für dich genug.
Du bist ein geliebtes Kind.
Er wollte, dass du lebst.

Und im Einklang mit deiner Seele wurdest du, die du bist.
Er ist der Felsen, auf dem du stehst.
Doch sag mir:
Kennst du ihn?
Was ist das für ein merkwürdiger Fels?
Ist es ein gerechter Gott?
Teilt er nicht ungerecht aus?
Nimmt er nicht jenen, die schon wenig haben?
Und gibt denen, die satt sind, noch dazu?
Schaut er nicht weg?
Fort vom Elend der Menschen?

Was ist das für ein Gott?
Es ist schwer, Gott zu verstehen.
Es gehört Weisheit dazu.
Die Weisheit,
dass Gott das Leid nicht machte!
Die Weisheit,
dass er nicht eingreifen darf!
Nicht, wenn wir wirklich uns weiterentwickeln wollen!

Menschen sind wie Kinderseelen:
Helfen Eltern einem Kind zu viel,
nehmen sie ihm ab,
die Folgen seiner Handlungen zu tragen.
Wird das Kind dann
ein starker und selbstbewusster Mensch werden?
Was meinst du?

H: Nein.
E: Niemals.
Sondern dieses Kind wächst heran.
Und wenn es erwachsen ist, dann hat es nur
eine einzige Erfahrung mit sich selbst gemacht:
Dass es selbst nicht in der Lage ist,
seine Verantwortung zu tragen.

So kann Gott nicht mit den Menschen umgehen.
Denn es würde bedeuten,
dass sich nichts zum Besseren wendet.

Einer trage des Anderen Last, ja!
Warum heißt das so?
Das heißt deshalb so, weil Gott nur euch hat:
eure Hände,
eure Worte,
eure Arbeit.

Gott wirkt in den Schwachen mächtig.
Warum heißt das so?
Weil Gottes Hilfe wenig spektakulär ist,
kaum, dass ihr sie merkt.

Es sind die kleinen Wunder,
die das große Wunder wirkt.

Gott liebt euch alle!
Was heißt denn das?
Dass er zu jedem lieb ist? Nein!
Sondern dass er mit euch ist.

Auf Eines darfst du dich gewiss verlassen:
Er ist mit dir in deinen Nöten,
aber er ist auch mit Jenen,

die so viel deiner Not ausmachen.
Und das weißt du.
Deine nächste Frage bitte.

H: Hat der Kosmos mein Loslassen angenommen?

E: Der Kosmos…
Wenn du loslässt, dann merkst du,
dass es sich um einen Prozess handelt.
Man kann nicht loslassen, als wäre nichts geschehen!

Sondern dein Loslassen ist ein Prozess,
in dem du dich befindest.

Es geht nicht darum,
dass der Kosmos das anerkennt.

Es geht darum,
dass deine Seele es anerkennt! 

Wie viel Loslassen und wie viel Halten?
Deine Seele ist sich nicht im Klaren.
Nicht mehr wollen,
erwarten,
fordern!

Das ist eine gute Voraussetzung
für den Anfang eines Prozesses des Loslassens! 
Beobachten,
verstehen, ja!
Auch das steht am Anfang des Loslassens.
Geschehen lassen,
offen sein,
erwartungslos, aber nicht hoffnungslos.

Dies alles sind Dinge, an deren Anfang du stehst! 
Und es ist nicht wichtig,
was der Kosmos dazu sagt! 
Denn der Kosmos urteilt nicht, meine Liebe.

Deine Seele urteilt!
Und ihr Urteil
auf deinen persönlichen Realitäten beruhen zu lassen,

das ist die Wichtigste aller Aufgaben, ja?

H: Hm, hm.

E: Deine nächste Frage bitte.

H: Hab ich meinen Mann geheiratet aus echter Liebe?
Oder weil ich es so gewohnt war,
zu geben und zu geben
und eine Mutterfigur für ihn zu sein?

E: Beides, ja.
Es ist leider nicht so!
Auch wenn eure Kultur und eure Zeit euch das vorgaukelt,
dass Liebe auf unvorbereiteten Boden fällt.
Sondern der Mensch in aller Regel
verliebt sich und liebt jemand ganz Bestimmten!
Jemanden, der Bedingungen der Seele erfüllt.

Das geht sehr schnell!
Viel zu schnell,
als dass der Verstand es erfassen könnte.
Längst nicht alle Menschen 
– ja nicht einmal wenig Menschen – 
lieben wirklich ohne Grund.
Und der Grund,
warum du dich in ihn verliebt hast
und warum du ihn liebtest, war:
Dass er so bedürftig war!

Das ist nicht verwerflich,
sondern das ist eine folgerichtige Entscheidung
deiner Seele gewesen: 
Dies hier ist genau der Mann,
mit dem ich die Erfahrung machen werde,
die ich brauche, um weise zu werden.

Freilich: Dein Verstand beurteilt es heute anders.
Der würde sagen:
„Dies hier ist genau der Mann,
der verhindert, dass ich weise werde“.
Dennoch:
Sich in ihn zu verlieben, war nicht falsch, ja?

H: Hm, hm.

E: Gut. Deine nächste Frage bitte.

H: Hatte ich in früheren Leben glückliche Partnerschaften?

E: Ja und nein.
Beides war da.
Deine Frage ist eigentlich eine ganz Andere.
Deine Frage ist: „Kann ich lieben?“
Liebe geben und Liebe nehmen, beides ist gemeint.
„Kann ich das?“
Nicht wahr?
Das möchtest du mich fragen?

„Kann ich das überhaupt
oder bin ich so verdreht,

dass das bei mir nicht funktioniert?“

Ja, du kannst!
Ja, du machst!
Du liebst.
Ja, du darfst!
Aber nein, du willst zurzeit nicht.
Und das hat einen karmischen Grund.

Ich denke, es ist Aufgabe des Wochenendes,
dies sich anzuschauen:

Warum deine Seele gar keine Liebe will,
in der ein guter Ausgleich stattfindet.
Ja?

H: Hm, hm.

E: So, wie du jetzt liebst
– das hast du gemerkt –

ist eure Partnerschaft ein absolutes Ungleichgewicht.
Und das ist sehr schwer! 

Schwer auszuhalten,
schwer zu leben.
Aber es ist auch schwer,
sich selbst zu verzeihen,
diese Art von Partnerschaft gewählt zu haben.

Ich möchte dich bitten,
dich nicht dafür zu verurteilen,
dass deine Seele tat, was ihr wichtig war:
Nämlich an den Punkt zu gelangen,
wo sich für sie Weisheit und Liebe verbinden kann.

Ich möchte dich ermutigen,
zu dir und deinen getroffenen Entscheidungen zu stehen,
ohne damit gleichzeitig zu sagen:
„Ich ändere daran nichts mehr“.
Dinge nicht ändern zu wollen,
das ist wider die Natur.

Leben ist ändern!
Lebendigkeit zeichnet sich durch steten Wandel aus!
Was dich müde macht, das ist der Versuch,
das Wandelbare zu verzögern.
Wandel geschieht aber von allein,
sofern man offen dafür ist.

Sich selbst wandeln ist der Beginn.
Die eigenen Gedanken wandeln,
die eigenen Werte,
die eigenen Bestrebungen.
All das muss so sein,
denn du bist heute nicht mehr die Herta,
die du damals warst.
Du hast dich gewandelt.
Eue
r ganzes Leben hat sich gewandelt.

Entschlüsse, die auf Ewigkeit beruhen,
gar Versprechen und heilige Eide,
die kann der Mensch nicht leisten.
Das ist ihm nicht gegeben,
denn er weiß nicht, was sich wandeln kann.
Im Alten Testament und in der Thora, da lautet ein Gesetz: 
Dass der Mensch nicht schwören soll bei Gott.
Was meinst du, warum?
Warum kann der Mensch nichts schwören bei Gott?
Weil er nicht den Weitblick hat, zu sehen,
wie sich Umstände,
Mitmenschen
und er selbst sich wandeln.

Was der Mensch kann, das ist: 
Gott bitten und hoffen,
dass seine Bitte zu Gottes Plan gehört.
Das ist das Äußerste an Versprechen,
das ein Mensch geben kann!

Dass er Gott bittet:
„Bitte Gott, hilf mir, dass ich das,
was ich dem Anderen gerne schenken möchte,
auch wirklich leisten kann“.
Mehr nicht, ja?

H: Hm.

E: Andernfalls zerbricht ein Mensch
an den eigenen Erwartungen an sich.
Vielen Menschen geht dies so.
Hast du noch eine Frage?

H: Ist mein Körper gesund?

E: Zurzeit ist er sehr erschöpft und das weißt du auch.
Viel Lebensenergie geht dir in deinen täglichen Kämpfen verloren.
Und das weißt du auch.

Ich möchte ganz anders antworten, wenn ich darf.
Krankheit und Tod sind nicht die Lösung,
die deine Seele sucht, ja?
Ist dies Antwort genug?

H: ja, danke.

E: Hast du noch eine Frage?

H: Werde ich mich spirituell in meinem Leben noch weiterentwickeln?

E: Möchtest du mit frohem Herzen das Leben lieben?

H: Ja.

E: Ja? Das war jetzt ganz leise,
aber ich hab’s gehört, es war ein „Ja“.

In dem Fall sage ich: „Ja“.
Denn das Eine hängt mit dem Anderen zusammen.

Mit frohem Herzen das Leben lieben!
Nicht, weil das Leben so wunderschön in allen Dingen ist.
Sondern weil es phantastisch ist,
vielfältig,
berauschend.

Weil es einen Sinn macht,
auch wenn man den nicht immer versteht.
Weil es dazu da ist, dass jeder Mensch,
wirklich jeder irgendwann eines Tages
ganz sicher ganz und gar Gottes Kind sein wird.
Das Leben ist wunderschön,
weil es Gottes Kampf um euch ist.
Das Leben ist zu lieben!

Ich verabschiede mich jetzt.
Ich wünsche dir die innere Ruhe,
zum Frieden mit dir selbst zu kommen,
mit deinen Entscheidungen,
aber auch mit dem Zeitmaß, das du brauchst,
um Entscheidungen zu treffen.
Frieden mit deinen vergangenen Entscheidungen,
weil du verstehst,
dass das, was du entschieden hast,
dir zu jenen Zeiten ganz wichtig sein musste.

Frieden mit dir, meine Liebe.
Frieden haben:
Das ist der tiefste Grund in deiner Seele.
„Ich bin, die ich bin.
Ich war, die ich war.
Und wer ich sein werde,
da bin ich gespannt.“
So sind Gedanken des Friedens.

Gott segne dich und gute Nacht.

Hajo und Herta: danke, Elia.