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Elia – Schizophrenie ist bei manchen Menschen Teil ihres Lebensplanes!

Schizophrenie ist bei manchen Menschen
Teil ihres Lebensplanes!

Elia
über Schizophrenie

Zu Gast ist Dora.

Dora: Ich habe eine Frage zu meiner Familie, zu meiner Mutter.
Diese Schizophrenie ist damals ausgebrochen,
als wir Tische-Rücken gemacht haben,
Geisterbeschwörung.

Wäre das auch so gekommen,
wenn wir damals das nicht gemacht hätten?

Elia: Ja.
Es ist Teil ihres Lebensplanes.

Dora, wenn ihr es nicht gemacht hättet,
hätte eine einzige Überschrift in der Bild-Zeitung gereicht.

Schizophrenie ist eine Erkrankung,
die einen scheinbaren Ausweg zeigt
und die über eine lange Periode hinweg latent vorhanden ist,
bis das letzte kleine Steinchen ins Mosaik gefügt würde.
Welches Steinchen dies ist, das ist nicht abzuschließen.

Ich darf dir aber versichern,
dass Schizophrenie auch durch ganz banale Dinge
ausgelöst werden kann, wenn der Moment reif ist.

Dass dieser reif ist, dass der Prozess der Entwicklung
dorthin an seinen Höhepunkt kommt,
ist weder für den Betroffenen noch für sein Umfeld nachvollziehbar.
Kannst du das verstehen?

D: Ja.
Ich habe mir nur immer so Vorwürfe gemacht,
weil ich das damals mit nach Hause gebracht habe.

E: Hm, hm.
Aber es hätte auch das Lesen eines Zeitungshoroskops
sein können
oder das Betrachten eines Madonnen-Bildes.

Es ist viel wichtiger, dass du dich fragst,
warum es in dir einen solchen Berg der Schuldenlast ausgelöst hat.

Ich möchte dich auf etwas aufmerksam machen,
auf eine Sensation:
Dora, du warst noch Kind als dies geschah.
Du warst noch weit davon entfernt, Erwachsen zu sein.
Du warst ein Kind, das ein Spiel gefunden hat.
Ist dir das klar?

D: Ja, manchmal schon
und manchmal nicht.
Danach war meine Kindheit zu Ende,
nachdem die Mama krank geworden ist.

E: Ja.
Wenn du darauf schaust, dass du noch ein Kind warst:
Wie viel Schuld kannst du da gehabt haben?

D: Keine.

E: Nein.
Aber angenommen,
du wärst mit einem kleinen Heiligen-Bildchen
nach Hause gekommen,
sie hätte drauf geschaut
und wäre in die Schizophrenie gerutscht:
Dann hättest du dich schuldig gefühlt.
Und wärest du mit einer Zeitung gekommen
und sie hätte im Zeitungshoroskop gelesen
und es wäre passiert, hättest du dich auch schuldig gefühlt.

Das liegt an der kindlichen Wahrnehmung:
Da, wo Schuld ist, ist auch die Möglichkeit,
etwas so Fürchterliches zu verhindern, ja?

D: Hm, hm.

E: Eine scheinbare Macht zu haben,
dass etwas entsteht oder auch nicht.

Ich möchte dich bitten, deine eigene Angst,
an dieser Krankheit zu leiden, loszulassen.

D: Schwierig.

E: Ja, aber notwendig.
Du bist du!
Ja?

D: Ja.

E: Du bist du.
Sie ist sie.

Und ich möchte auf noch etwas aufmerksam machen:
So wie es nicht einen Depressiven gibt, der wie der Andere ist,
so gibt es auch nicht einen Schizophrenen, der wie der Andere ist.

Sondern es sind bestimmte Arten einer Erkrankung,
die ein bestimmter Mensch hat mit einer individuellen Seele und
individuellen Lernzielen im Leben.

Es ist nicht so,
dass Jeder gleich in solche kranken Einbindungen reagiert.
Sondern es gibt solche Seelen,
die diese besondere Lebensaufgabe hervorragend meistern.

Nicht wenige eurer Genies,
nicht wenige eurer Heiligen
haben in ihrem Leben Schizophrenie erlebt
und waren doch beachtenswerte, wunderbare Menschen.

Ich bitte, das zu bedenken.
Das ist wichtig für dich!

Deine Mutter konnte dich nicht schützen.
Und das ist etwas,
was für dich eine große Herausforderung des Wachstums ist.
Diesen mangelnden Schutz versuchst du,
zu ersetzen bei anderen Ungeschützten.

Nun könnte man sagen:
Wie bedauerlich, dass die Dora eine solche Mutter hat.
Aber man könnte auch sagen:
Wie großartig, was sie daraus gemacht hat.
Es ist eine Frage der Betrachtung!

Deine Seele musste lernen, wie schmerzlich es ist,
ungeschützt zu sein, wie angsterregend.
Und sie ist nicht stehen geblieben
in einer Position des Selbstmitleids oder der Bitterkeit.
Sondern sie hat begonnen,
sich mit denen zu solidarisieren,
die ihrerseits ungeschützt sind.

Ich fürchte, dass du noch lange nicht ermessen kannst,
was das bedeutet.
Aber wenn du es kannst,
dann folgt diesem Erkennen tiefes Glück.

Du hast dir diese Mutter ausgesucht vor deinem Leben.
Und dass du diesen Vater ausgesucht hast.
Ich denke, darüber sind wir uns einig,
das ist nicht so schwer… manchmal.

Aber du hast dir auch diese Mutter ausgesucht.
Die Ursache dafür war ein tiefes Verlangen deiner Seele,
ein tiefes Bedürfnis, Schutz zu schenken.
Da mag man sagen:
Das ist doch absurd, wenn eine Seele jemand sein möchte,
der Schutz schenkt.

Warum dann bitte in einer Familie,
in der gerade die Mutter ausgerechnet unfähig ist,
Schutz zu geben?
Ganz einfach!
Weil es die beste Bedingung ist,
bis in die tiefste Tiefe hinein
ganz sicher und wahr zu wissen:
Einander Schutz geben ist das Mindeste,
was Menschen und Tiere füreinander tun können!

Dort ist das Bedürfnis in dir groß geworden.
Dort hast du die Fähigkeiten entwickelt:
Erst dich selbst so gut, wie es ging, zu schützen
und dann auch Andere.
Da liegt die Basis.

Das hast du sehr gut gemacht! 
Und wieder kommt mein Lob nicht an.
Ich lobe selten.

Deine nächste Frage.

D: Eigentlich hast du die schon beantwortet irgendwie.
Also, meine nächste Frage wäre gewesen,
warum ich immer die Verantwortung
für Alles und Jeden übernehme.
Aber die Antwort hast du mir schon gegeben.

E: Nein, habe ich nicht.

D: Ein bisschen.

E: Ein bisschen!
Möchtest du mehr Antwort?

D: Ja.

E: Verantwortung, das bedeutet: 
die Folgen für etwas tragen, an dem ich beteiligt war.

Und hier liegt der Schlüssel!
Verantwortung dafür,
dass deine Mutter in ihrem Lebensplan
ihre geistige Erkrankung aufgenommen hat
oder auch nur ihre mangelnde soziale Kompetenz:
Trägst du die?

Schwerlich.
Verantwortung dafür,
dass deine Ratschläge an Hilfe suchen
vergeblich von dir ausgesprochen wurden
und sie dann das erleiden,
was du vorher gesagt hast:
Ist das deine Verantwortung?

Nein, natürlich nicht.

Deshalb möchte ich dir etwas sagen:
Es gibt nur Einen,
der letztlich verantwortlich ist.
Das ist der, der bei allen Lebensplänen das letzte Wort hat:
Gott!

Verantwortung und Macht, liebe Dora,
hängen sehr eng zusammen.
Wer verantwortlich ist, hat auch die Macht darüber,
was gut und richtig ist.
Aber es ist sehr schwer für einen Menschen, zu verstehen,
dass die eigene Verantwortung nur so weit reicht,
dass er etwas sagen kann,
raten kann,
halten kann.

Aber über die Auswirkung dessen,
was er sagt,
was er tut,
was er rät,
hat er gar keine Macht!

Das liegt in Gottes Hand!

Selbst wir, die wir in tiefer Liebe mit euch verbunden sind,
die wir alles tun, um euch zu eurer ganzen Blüte zu bringen,
haben nicht die Macht,
dass unser Wollen und Wirken Früchte trägt.

Diese letzte Macht, die gehört Gott!
Und eben dem Willen der Seele.
Ihren Entschlüssen sind sogar wir untergeordnet!

Wenn du Verantwortung suchst, wo immer sie ist,
dann ist das der Versuch,
Unglück zu verhindern.
Und das darfst du dir nicht übel nehmen.
Das ist eines der Ergebnisse deiner Kindheit! 
Du versuchst, zu geben,
vorauszuschauen und Einhalt zu gebieten,
wann immer du bei irgend Jemandem – sei es Mensch oder Tier – 
eine Not auch nur witterst.
Das hast du lernen müssen!

Aber es ist ganz wichtig,
dass du tief in dir begreifst:

Die letzte Verantwortung trägt Gott –
und die Seele, um die es geht.

Ein Wegweiser bist du hier.
Eine, die sagt:
„Dort entlang, da ist es gut für dich.“

Und häufig hast du Recht.
Denn du tust solche Dinge nicht nur mit dem Verstand,
sondern auch sehr häufig ganz medial mit deiner Intuition:

„Mach dies,
mach das,
dort ist es gut.“

Und dann wunderst du dich,
wie dir die rechten Worte
zur rechten Zeit gekommen sind.
Die kanntest du vorher noch gar nicht, ja?

Weil du auf Johann Wert legst! 
Ihr seid ein gutes Team!

Aber so gut euer Rat und Trost auch ist:
Das letzte, entscheidende Wort könnt ihr nicht haben! 
Und so gut es auch ist,
dass du deine Mitverantwortung siehst:
Die alleinige Verantwortung darfst du abgeben!

Ist das ein Kompromiss?

D: Ja, das ist eine Erleichterung.