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Elia – über Jona und der Wal oder: der Glaube an Gott.

Die Zeit, in der Medialität in ihrer Funktion 
– in ihren physiologischen
und psychologischen Zusammenhängen –
ganz begriffen wird,
ist noch lange nicht reif.

Und deshalb müsst ihr zweifeln.
Wie vor 100 Jahren noch
die Psychologen zweifeln mussten!
Und wie vor 1000 Jahren
Astrologen zweifeln mussten!
Und wie vor 500 Jahren
ein Mann namens Kopernikus zweifeln musste!

 Elia

Zu einem Medialen-Seminar ist Annegret anwesend.

Elia: Guten Abend, liebe Freunde.

Hajo: Guten Abend, Elia.

Annegret: Guten Abend, Elia.

E: Ich freue mich, liebe Annegret,
dass du in dieser Zeit zu uns gefunden hast.

Ich freue mich, weil die Zeit genau richtig ist.
Für dich,
aber auch für die Menschen um dich herum.
Die Zeit ist reif.

Ich freue mich über deine Fragen,
bitte beginne mit der Ersten.

A: Ja, lieber Elia.
Als ich meine Fragen für heute zusammenstellte,
stellte ich fest: 
dass sich eigentlich alles um Vertrauen dreht.

Ich weiß,
dass das Thema eine meiner Lebensaufgaben darstellt
und bestimmt nicht von heute auf morgen abgehakt werden kann.
Aber da ich gerade dabei bin,
mein ganzes Leben auf euch auszurichten,
möchte ich hier wirklich ganz genau hingucken.

Denn: Wie kann ich mit der geistigen Ebene arbeiten,
wenn ich ihr nicht vertraue? 
Der Gedanke treibt mir immer die Tränen in die Augen.
Jetzt frage ich dich:
Würde es mir helfen, zu wissen,
wodurch mein Vertrauen missbraucht wurde? 
Wie du mir mal sagtest?

E: Lass mich deine Frage ein wenig auseinander zupfen.
Was dir fehlt, ist Vertrauen: 
Wie kann ich mit der geistigen Welt zusammenarbeiten,
wenn ich nicht vertraue?

Liebe Annegret, das spielt gar keine Rolle! 
Und das möchte ich dir erklären.

Hast du schon einmal von Jona im Walfisch gehört?

A: Gehört ja, aber ich hab die Geschichte nicht mehr im Kopf.

E: Dann lass sie mich erzählen.
Jona wurde von Gott auserwählt,
die Stadt Ninive vor dem Untergang zu warnen.

Ninive darfst du dir so vorstellen wie heute New York.
Eine große, mächtige, einflussreiche Stadt
mit Bewohnern, die sehr selbstsicher waren.

Und Jona war nichts weiter als ein kleiner, jüdischer Immigrant.
ER sollte, ausgerechnet ER nach Ninive
und diesen Menschen dort sagen,
dass sie sich gefälligst ändern sollten?

So viel Vertrauen hatte Jona in Gott nicht.

Deshalb entschloss er sich, zu fliehen.
Er kratzte sein letztes Geld zusammen,
um mit einem phönizischen Schiff
an die griechische Küste zu kommen
weit entfernt von Ninive.

Und Gott schickte einen Sturm.
Und die Seeleute dachten sich:
Das kann nur der Unglücksrabe Jona ausgelöst haben,
dass die Götter so toben.
Wir werfen ihn einfach ins Meer,
dann wird sich der Gott des Meeres schnell beruhigen.

Jona war schon so verzweifelt,
dass ihm selbst das Recht war.
Lieber im Meer ertrinken,
als nach Ninive und die Menschen warnen.

Also warfen sie ihn über Bord.
Und was passierte?
Er landete direkt im Maul eines Wals.

Und da saß er nun im Wal!
Und er war sich sicher:
Diese Verpflichtung:
Ninive warnen zu müssen, die war er jetzt los.
Da war er froh und er sagte Gott:
„Siehst du, Gott, es tut mir ja Leid.
Aber wenn du mich schon ausgesucht hast,
hättest du auch wissen müssen,
dass ich zu ängstlich bin.
Jetzt mache bitte ein schnelles Ende.“

Das machte Gott.
Er schickte den Wal direkt vor die Küste von Ninive
und dem Wal wurde schlecht
und er spukte den Jona aus
ganz genau an den Strand von Ninive.

Das war ein Schock für Jona.
Und er sagte:
„Gott, ich weiß genau,
jetzt hast du so viel schon getan,
damit ich das hier tue.
Aber wenn ich die hier warne: 
Die tun doch NIE, was ich ihnen sage.

Das ist doch ganz egal,
was ich ihnen sage.
So viel Vertrauen habe ich nicht.“


Und Gott sagte zu ihm:
„Sag es einfach!“

Und Jona sagte es weiter.
Und Einige hörten es und nahmen es ernst.
Und Andere nicht.
Aber das spielte alles gar keine Rolle!

Was hier wichtig ist,
ist nicht:
dass Jona Gott vertraut.
Sondern:
dass Gott Jona vertraut!

Annegret, glaubst du wirklich,
DEIN Vertrauen ist wichtig?

A: Habe ich gedacht,
dass das auch eine Rolle spielt, ja.

E: Wir schicken dir Menschen,
an denen kommst du nicht vorbei.

Du hörst ihre Geschichte,
du siehst ihr Elend
und dann handelst du.
Warum kommen diese Menschen zu dir?
Weil WIR Vertrauen in dich haben.
Du kannst weglaufen,
wir schicken dir keinen Wal, das verspreche ich.

Aber das Entscheidende ist nicht,
dass du zweifelst.
Das ist für die Sache als solches ganz unerheblich.
Unsere Liebe nimmt ihren Weg.

Etwas GANZ Anderes ist es,
dass du dich mit deiner Gabe quälst! 
Das wünschen wir nicht!

Gott mag Jona immer härter damit konfrontieren,
dass er ihm vertraut.
Aber das wollen wir nicht.

Was wir versuchen, ist:
Dich darin zu ermuntern,
deine Verantwortung,
unsere Verantwortung
und die Gottes auseinander zu halten.
Das kann besser werden.
Ja?

A: Hm.

E: Zweifel zu haben, ist ein Preis,
den jeder Mediale bezahlt.

Die Zeit, in der Medialität in ihrer Funktion,
in ihren physiologischen
und psychologischen Zusammenhängen ganz begriffen wird,
ist noch lange nicht reif.

Und deshalb müsst ihr zweifeln,
wie vor 100 Jahren noch die Psychologen zweifeln mussten.

Und wie vor 1000 Jahren Astrologen zweifeln mussten.
Und wie vor 500 Jahren ein Mann namens
Kopernikus zweifeln musste!


Heute ist es ganz klar:
Ihr wisst längst,
dass die Erde sich um die Sonne dreht.
Ihr habt Messinstrumente und Beweise dafür.
Aber damals gab es keine Beweise!


Euer Beruf ist es: 
Dinge zu sagen und zu tun,
die unbeweisbar sind.
Einzig die Wirkung ist nachvollziehbar.

So seid ihr immer im Zweifel
und es ist Teil eurer Arbeit,
mit diesem Zweifel zu leben.

Wer, liebe Annegret, sagt,
dass nur das geschehen darf,
was nicht bezweifelt werden kann?

A: Niemand.

E: Ja.
Denn wäre dies anders,
dann müsste man auch sagen:
Es darf nicht mehr geliebt werden! 
Denn Liebe lässt sich genau so wenig
messen, schauen oder gar beweisen.
Ja?

A: Hm.

E: Es geht also gar nicht primär darum,
deinen Zweifel zu verhindern!
Sondern es geht darum,
dass du ihn in eine Bewertung bekommst,
die dir dennoch ein freudvolles Arbeiten möglich macht.

Und die einzige Methode,
mit der dies möglich ist,
ist ein offener Umgang mit der Tatsache,
dass du weder Fehlerfrei
noch Allumfassend arbeiten kannst.
Ja?

A: Ja.

E: Gut.
Ich, Annegret, helfe,
so gut ich es heute kann! 
Gott reicht das! 
Ob es dir reicht?