Heilsteine

Elia – Wie kann ich die Klarheit vom Kristall mit der Zartheit der Blüte verbinden?

Entweder bin ich ein Kristall,
dann habe ich scharfe Kanten, das will ich nicht.

Oder ich bin sanft,
dann bin ich eine Blüte, das bin ich aber nicht.

Es braucht Kanten, es braucht Schärfe auch in dieser Welt.
Was wäre denn ein Chirurg,
der einen Menschen retten muss,
weil sein Blinddarm zu platzen droht,
ohne scharfes Messer?

Es geht nicht um die Wandlung.
Da hast du Recht.
Es geht darum, ob du Beides sein kannst:
Kristall und Blüte.

Elia

Zu Gast sind Gertrud und Claudia.

Elia: Dann wende ich mich dir zu, liebe Claudia.
Was ist deine Frage an mich?

Claudia: In einem Reading wurde einmal beschrieben,
wie Jesus einer Frau mit so tiefem Mitgefühl und Verstehen
mit dem Blick seiner Augen umfing, dass ihr,
obwohl er ihr nicht helfen konnte,
leichter wurde und sie sich geborgen fühlte.

Das hat mich tief berührt.

Gestern hat mein Guidin Alina die Klarheit angesprochen,
die mir so ein starkes Bedürfnis ist.

Mir stand sofort ein Kristall vor Augen.
Doch ein Kristall kann scharfe Kanten haben
und ich möchte nicht unnötig verletzen.

Wie kann ich tiefes Mitgefühl und Geduld in mir
fördern und stärken,
damit Klarheit so liebevoll wie möglich ist?

Oder anders gesagt:
Wie kann ich die Klarheit des Kristalls
mit der Zartheit der Blüte verbinden?

Elia: Claudia, so, wie du derzeit nachdenkst,
denkst du noch sehr dual nach.

Entweder bin ich ein Kristall,
dann habe ich scharfe Kanten,
das will ich nicht.

Oder ich bin sanft,
dann bin ich eine Blüte,
das bin ich aber nicht.

Es braucht Kanten, es braucht Schärfe!
Auch in dieser Welt.
Was wäre denn ein Chirurg 
– der einen Menschen retten muss,
weil sein Blinddarm zu platzen droht – 
ohne scharfes Messer?

Es geht nicht um die Wandlung.
Da hast du Recht.
Es geht darum, ob du beides sein kannst:
Kristall und Blüte.

Zugleich sicher nicht!
Im Wechsel, so wie es der Wahrheit angemessen ist,
sicherlich.

Du bist ja schon längst, längst beides.
Und die, die dich lieben,
wissen es und wissen durchaus,
Beides zu schätzen.

Wen du anschaust in Liebe, mit Mitgefühl,
der hat keinen Zweifel,
dass deine Liebe echt ist und dein Mitgefühl wahr.
Es ist dir ja in den Augen abzulesen.

Und wer dich in der Schärfe und Konsequenz
und auch Ungeduld erlebt,
der sieht in dir aber nicht den Terroristen,
den Fanatiker, den Bösen.

Das aber fürchtest du!

Es geht gar nicht darum,
dass deine Schärfe gemildert werden muss.
Es geht darum,
wie du in deinem Selbst deine Schärfe beurteilst.

Ein Terrorist,
ein Attentäter in der Seele der Anderen bist du nicht,
warst du nie.
Dazu mangelt es dir an etwas sehr Wesentlichem.
Weißt du, an was es dir mangelt?

Claudia: Ich will niemanden verletzen.

Elia: Mehr als das!
Es mangelt dir an etwas sehr Wesentlichem,
dass das Böse braucht:
an einem „Nein“ zu seinem Lebensglück.

Das hast du nicht.
Du sagst „Nein“ zu Taten.
Du sagst auch „Nein“ zu Ideen.

Und du sagst auch „Nein“ zu einem Verhalten,
das die Harmonien stört!
Mit aller Schärfe durchaus!

Danke, liebe Seele, vielen herzlichen Dank! 
Wenn du es nicht aussprechen würdest,
müssten Konsequenzen kommen,
die weitaus unangenehmer sind.

Du bist nicht bös! 
Es mangelt dir am alles Verneinenden:

Du sagst nämlich „Ja!“ zum Leben.
Du sagst „Ja!“ zur Harmonie.
Du sagst „Ja!“ zu menschlichen Schwächen.
Du sagst „Ja!“ zum Miteinander.
Du sagst „Ja!“ zu Gott, der in allem ist.

Innerer Frieden bedeutet freilich nicht,
nicht doch immer wieder sich selbst gegenüber kritisch zu sein.
Das ist wichtig.
Da hast du Recht!

Sein Maß zu halten, ist auch sehr wichtig! 
Da hast du auch Recht.
Und wenn man maßlos geworden ist,
weil das noch so schwierig ist,
dann muss man demütig um Entschuldigung bitten
und das ist unangenehm.
Da hast du auch Recht!

Aber weißt du?
Damit schenkst du deinen Mitmenschen etwas.
Nämlich dass sie selbst die Freiheit bekommen,
sich auch entschuldigen zu können,
wenn sie das Maß überschritten haben.

So lernt Einer am Anderen
und Einer wächst am Anderen.

Schrecklich aber ist,
wenn das vermeintliche Gewissen dazu führt,
zu sich selber „Nein“ zu sagen.

Sag „Ja!“
Zu dir!

Und wenn du magst,
dann berühre einmal den Kristall dort auf dem Tisch,
spüre seine Kanten nach.
Du kannst dir nicht die Finger schneiden.

Claudia: Nein.

Elia: Und er ist nicht geschliffen, er ist reine Natur.

Ich hoffe, diese Gedanken helfen dir ein wenig! 
Wenn sich in deinem Denken der Richter breitmacht…
Und dir sagt:
„Eigentlich bin ich gar nicht gut genug“.

Doch, bist du!
Du bist es nur manchmal nicht!
Manchmal hast du nicht das rechte Maß
und dann musst du dich unangenehmer Weise entschuldigen.