Medium

Wie ein Medium in den Raum der Seelen kommt

Wie ein Medium
in den Raum

der Seelen kommt

Verstorbenenkontakt

 

Ich bitte Elia, mich mit Johann zu verbinden, seine Tochter Anna hat einen Brief an ihn geschrieben mit der herzlichen Bitte, dass er ihre Fragen beantwortet.

Johann ist sofort da, ganz fröhlich wirkt er auf mich, in der Hand hält er einen Strauß Himmelschlüsselchen, die er mir hinhält.

Uta: Ui, für mich?

Johann: Die magst du gern, sagt dein Elia… ich find, da hast du sie auch verdient.

Uta: Danke schön, wie lieb von dir, ich hab schon ewig nicht mehr daran schnuppern können, hier gibt’s die nicht…

Johann: Ja, wenn die Blume nicht zum Menschen kommt, muss der Mensch zur Blume gehen. Siehst es ja, hab ich auch gemacht.

Uta: Hm, hm… warst schon du, der deine Tochter an die Hand genommen hat?

Johann: Ja freilich! Glaubst etwa, ich ließ da einen finsteren Gesellen durch? Nie!

Uta: Bist du zur Anna, weil sie nicht zu dir kam… versteh ich das richtig?

Johann: Na, komplett falsch! Ich bin zu ihr, weil sie einfach nicht glaubt, dass sie es kann, aber doch so eine Sehnsucht hat!

Uta: Eine Sehnsucht ja, aber nicht aufs Können…

Johann: Nein, zu mir eben. Erinnerst du dich, wer dir die Angst genommen hat?

Uta: Klar, der Christoph, vor fremden Verstorbenen hätt ich mich gegruselt.

Johann: Da hat er dir gezeigt, dass es gar nichts zu gruseln gibt, dass es schön ist und normal.

Uta: Ja, ohne die lange Zeit mit ihm – und nur mit ihm – hätt ich Angst gehabt, mit Verstorbenen zu reden. Sehen machte mir nichts, aber reden, da hatte ich Angst.

Johann: Siehst du, und Angst soll mein liebes Kind nicht haben, nie soll sie die leiden müssen, wenns nach mir geht. Geht aber nicht immer. Aber wenigstens, dass sie mich immer hat, das soll sie wissen.

So, jetzt gehts an, ja? Bist bereit?

Uta: Gerne. Ich lese vor und du unterbrichst, wenn du es für richtig hältst.

Johann: Dann schauen wir mal!

Anna: Hallo lieber Papa,

ich danke Dir sehr, dass Du zu Uta gekommen bist.

Johann: Jetzt bin ich hier und dann bin ich wieder mit dir, musst dich nicht sorgen, dass es auch nur einem zu viel wird. Mir schon gar nicht.

Ich weiß ja nicht, woher der Mensch die Vorstellung nimmt, dass sich Liebe erschöpfen könnte, je mehr man sie für sich in Anspruch nimmt, es ist jedenfalls falsch.

Je mehr man liebt, um so mehr hat man davon übrig. Und das glaubst du mir doch, dass ich davon genug übrig hab für dich! Was sonst?

Ich bin doch gern dein Papa.

Anna: 1 Jahr habe ich überlegt wegen dieses Kontaktes, jetzt bin ich zu dem Entschluss gekommen, ich MUSS Dich noch mal zu Uta bitten, weil ich ein Erlebnis einfach nicht einordnen und auch nicht verarbeiten kann. Dabei brauche ich Deine Hilfe (und Uta´s natürlich auch).

Johann: Du brauchst eben die Zeit, die du brauchst. Das war doch schon immer so, also wird’s schon recht sein, sonst wärs ja anders.

Aber werd ruhig gelassener damit, vom sich grübeln und martern wird ein Problem ja doch nicht schneller gelöst, als möglich ist. Da könnt man doch eigentlich auch einfach ganz ruhig abwarten…

Na lass, ist schon recht. Es ist ein jeder, wie er sein kann.

Anna: Wenn das, was ich erlebt habe, von Dir kommt, weißt Du, wovon ich spreche, aber ich muss alles so genau schildern, damit auch Uta versteht.

Geschehen am 2014

An dem Sonntag habe ich den letzten Teil eines Buches gelesen, in dem zahlreiche Jenseitskontakte beschrieben werden, in vielerlei Form, durch Sehen, Hören, Fühlen, im Wachzustand oder im Schlaf.

Es war spannend und manchmal war ich sogar neidisch darauf, was viele in ihren Berichten geschildert haben. Einige Kontakte konnte ich aufgrund eigener Erfahrung mit Dir total nachvollziehen, andere wiederum nicht, hätte mir aber gewünscht, auch Erlebnisse dieser Art einmal zu haben.

Johann: Weißt schon, dass ich das gespürt hab? Ich kann dich ja nicht zwingen, mich wahr zu nehmen, ich kann nicht einmal sagen: Jetzt stell dich nicht so an (lächelt), wir sind schließlich nicht im Schwimmunterricht.

Aber ich kann versuchen, schnell zu handeln, wenn die Sehnsucht so groß ist, dass sie über deine Ängste siegt. Und das hab ich getan.

Anna: Am Ende des Buches – es war bereits Abend geworden – musste ich mich ein wenig hinlegen. Ich war sehr müde und wollte ein bisschen schlafen. Bevor ich einschlief, dachte ich –verständlicherweise – sehr intensiv an Dich und ging in Gedanken noch mal alle Kontakte durch, die wir beide schon hatten. Irgendwann war ich vermutlich eingeschlafen und es fühlte sich an, als hätte ich einen Traum:

Johann: Du, jetzt muss ich dir da etwas erklären. Ein richtiger Traum war das nicht! Du warst sozusagen in Trance, mein liebes Kind. Ja, da staunst du!

Aber so ein Geheimnis ist das gar nicht. Wenn die Menschen hypnotisiert werden, dann fallen die auch in Trance. Die sind nicht in einem Traum. Im Traum, da ist alles, was ihr seht, eher zufällig zusammengewürfelt. Freilich hat auch das was mit eurer Seele zu tun, aber nicht besonders tief.

Aber in der Trance, da seid ihr ganz und gar in eurem Seelenbewusstsein.

Stell dir vor, dein Bewusstsein wäre eine Wohnung. Da gibt es das Zimmer, des Tagesbewusstseins, darin hat der Verstand das Sagen. Darum entstehen da die Gedanken mit ihren Verbindungen und Verknüpfungen.

Und wenn genug gedacht und verbunden wurde vom Verstand, dann geht die Tür auf zum Raum der Gefühle. Zwischen den beiden Räumen geht’s immer so hin und her.

Kaum ist im Raum der Gefühle ein Gast, schon stellt er sich beim Verstand vor. Und der verknüpft und verbindet dann alles, was ihm zu diesem Gefühl einfällt, bis er meint, zu wissen, warum im Gefühlsraum dieser Gast gerade so laut wurde. Und damit gibt er dem Gefühlsgast das Recht, zu bleiben im Raum der Gefühle!

Du! Obacht! Ich sag grad was Wichtiges!

Wenn der Verstand herausbekommt, dass da ein Gefühl zu laut wird, das gar keinen Sinn hat, dann schmeißt er das Gefühl aus der Wohnung.

Wusstest du das? Jetzt stell dir einmal vor, die Mami hätte das gewusst. Da hätt sie so viele traurige Gefühle gar nicht bei sich lassen müssen. Aber sie wusste es ja nicht.

Ich schon, aber ich wusste nicht, dass es überhaupt Menschen geben KANN, die das nicht wissen. Siehst du, wie erbärmlich das Bewusstsein auf Erden ist? Hätt ichs gewusst, hätt ichs erklären können.

Weißt du noch, wie oft du dich gefragt hast, woher ich meine Geduld nehme? Die braucht ich nicht nehmen, die hatt ich schon. Ich durfte nur eins nicht, um sie zu behalten: Den wütenden Gedanken die Erlaubnis geben, mehr und mehr und mehr in mir zu reden.

Das war mir ganz selbstverständlich, ich dachte, ein jeder kann das.

Aber das nur nebenbei. Vielleicht übst du es ja, wenn du Angst hast. Dann erlaub der Angst nicht, so viel zu reden in dir. Verstehst, was ich mein? Da sein darf sie schon, nur reden und reden und reden darf sie nicht, weil: Sie bringt doch gar keine Lösung, das tut sie doch nie.

Jetzt freu ich mich aber schon, dass ich das auch erklären darf.

Aber jetzt weiter zur Wohnung. Das Verstandeszimmer ist erklärt, das Gefühlszimmer auch, in beiden ist die Psyche nur zu Gast, aber nicht zuhause. Zuhause ist sie in einem Zimmer, das zu beiden anderen eine Tür hat.

Und eine Tür hat sie zum hintersten Zimmer. Darin ist alles, was sie vergessen hat. Aber sie sieht nicht, was darin ist, sie spürts nur. Das ist wie ein Untermieter, den man nie sieht, nur die Musik, die er spielt, die kennt man.

So geht’s der Psyche mit der Seele. Es ist wichtig, welche Musik da spielt, alle in der Wohnung werden davon beeinflusst: der Verstand, die Gefühle und die Psyche.

Nur bewusst kommt keiner von denen in das Zimmer der Seele. Alle denken: Ach, das ist nur so ein Untermieter, der wird schon nicht so wichtig sein. Die Wahrheit ist: Sie sind die Untermieter, die Seele ist der Eigentümer.

So, jetzt fragt es sich: Wie kann denn die Psyche die Tür zur Seele aufmachen?

Selbstständig kann sie das nicht, ohne das Bewusstsein dafür zu verlieren, wo und wie sie gerade ist. Sie muss die Türen zum Verstand und zu den Gefühlen zumachen, muss ganz bei sich sein, nur bei sich selbst.

Dann geht die Tür zur Seele auf und das ist dann eine Trance. Viele Menschen gehen in Trance, ohne zu wissen, dass sie es tun!

Wenn junge Leute so tagträumen zum Beispiel, ohne etwas fantasieren zu wollen, dann sind sie in Trance und sehen, was sich ihre Seele wünscht für die Zukunft.

Oder wenn alte Leute sich zurückversetzen wollen in ihr Sein, als sie noch jung waren, ohne sich an etwas Bestimmtes zu erinnern zu müssen, dann gehen sie in Trance und finden das wieder, was der Seele wichtig war.

Siehst du, jetzt wunderst du dich, was ich so weiß, aber ich hör eben auch nicht auf, zu lernen. Das kann ich mir gar nicht leisten, denn du brauchst doch das, was ich lerne!

Schön find ich das. Weil du mich so lieb hast und nach mir fragst, da hab ich genug Gründe, weiter zu lernen. Ist das nicht ein Segen? Sag, ist das nicht wunderschön?

So haben wir immer noch von einander das Beste, was wir uns zu geben haben.

Ja so! Wo war ich jetzt? Ach ja! Also so eine Trance, die hat ein jeder. Und wenn Hypnotiseure was erreichen können, dann nur deshalb, weil sie die Türen zu Verstand und Gefühl zumachen, aber die zur Seele auf.

Jetzt musst du aber eins wissen: Die Seele, die wohnt da gar nicht ganz verschlossen, die hat eine große Tür, durch die nur sie herausschauen kann. Die Psyche kann das nicht, der Verstand und das Gefühl schon gar nicht.

Nur sie kann diese Tür nach draußen öffnen und da sieht sie dann in das, was gar nicht mehr irdisches Bewusstsein ist. Sondern sie kann in ALLES schauen: In die Seelen anderer, in die Vergangenheit, in die Zukunft, in die Ebenen des Jenseits auch und in ihre vergangenen Leben. Diese Aussicht die ist unendlich.

Wenn die Uta in tiefer Trance ist, dann schaut sie direkt in Elias Seele und all sein Wissen, das er hat.

Wenn sie hier sitzt und mit mir schreibt, dann schaut sie in meine Seele. Das kann ihr Verstand nicht verstehen und ihr Gefühl weiß gar nichts damit anzufangen.

Aber ihre Seele sagt meiner: Grüß dich, Johann, hast Zeit, können wir plaudern?

Und ich sag: Da schau, Himmelschlüsselchen brauchst auch noch!

Als du meintest, einzuschlafen, da bist du nicht wirklich eingeschlafen, sondern du warst in Trance. Da bist du hineingeraten, weil du dich nicht nur an unsere gemeinsame Zeit erinnern wolltest, du wolltest mehr: Du wolltest dich wieder so fühlen, als wäre ich da.

Darüber hat dein Verstand aufgehört, zu denken und zu urteilen. Und deine Gefühle haben gewartet, was es jetzt so ganz ohne Verstand wohl zu fühlen geben könnte. Und deine Psyche war bereit, die Tür zur Seele zu öffnen, denn weder Denken noch Fühlen haben ihr Angst gemacht.

Ja, und was gab es da vor der Außentür deiner Seele? Na mich! Wer denn sonst hätte da stehen können.

Anna: Alles spielte sich in unserem Wohnzimmer ab, doch irgendwie schien es nicht wie ein Traum, sondern war total real: die Abendzeit, das reduzierte Licht im Zimmer, mein Mann auf der Couch. Ich fühlte mich eigentlich wohl, trotzdem hatte ich plötzlich große Probleme, Luft zu bekommen, konnte mich kaum auf den Beinen halten und auch meine Augen kaum aufhalten.

Doch ich wollte meinen Mann nicht beunruhigen und habe ihm deshalb nicht erzählt, wie schlecht ich mich fühlte. Ich bemerkte plötzlich, dass vom Fenster her etwas im Raum aufblitzte. Es war, als wäre jemand vor dem Fenster und blinkte mit einer Lampe in unser Wohnzimmer. Ich blickte direkt in ein grelles Licht.

Johann: Deine Psyche ist es nicht gewohnt, so umeinander zu spazieren ohne Körper. Sie kennt so was ja gar nicht. Aber das hast du getan.

Du warst in deinem Wohnzimmer, aber nicht im materiellen Zimmer, sondern in dem, was NICHTMATERIELLE Welt ist.

Ach, wenn ich dir das auch noch erklären soll, ich weiß nicht, ob das nicht zu verwirrend wäre. Du bist mein kluges Weibi, aber ob du das jetzt verstehst, das weiß ich nicht zu sagen.

Es ist so: Alles, was du auf Erden sehen, anfassen, riechen, tasten, schmecken kannst, das ist eben Materie. Aber die gibt es nur, weil es in der geistigen Welt die Urform dafür gibt.

Dein Wohnzimmer gibt es sozusagen zwei Mal! Einmal rein materiell, einmal geistig. Genauso wie es deinen Körper einmal materiell und einmal geistig gibt.

Du bist mit deiner Seele hinausspaziert aus deinem materiellen Körper in die geistige Ebene. Deshalb kannst du dich auch erinnern, als wäre es wahr gewesen, weil es wahr war, nur nicht auf der materiellen Ebene. Verstehst?

Anna: Ich wollte den Raum verlassen, mir wurde plötzlich schwindelig, sodass ich mich kurz auf die Couch setzen musste. Wie gesagt, ich wollte meinen Mann nicht beunruhigen und deshalb nicht wecken. Ich fasste dann den Entschluss, rauszugehen, obwohl es mir absolut schlecht ging. Ich war noch nicht an der Türe angekommen, da merkte ich plötzlich an meinem linken Unterarm einen Druck. Ich wusste im selben Moment: Papa, Du bist da!

Johann: Ja freilich war ich da, ich konnt dich doch nicht weiter so umeinander tappen lassen. Schau, wenn einer weiß, dass er gerade in seiner geistigen Welt ist, dann wird ihm nicht schlecht, aber wenn er es nicht weiß, dann schon! Er ist ja ganz ungeübt!

Anna: Ich habe Dich gespürt und mich ein wenig an Dich angelehnt. Gleichzeitig war ich überrascht und dachte: „So also geht das, das funktioniert tatsächlich!“

Ich habe mich konzentriert auf Dich – so wie in dem Buch beschrieben – und plötzlich warst Du da, ich spürte Deine Gegenwart komplett. So leicht ging das also! Ich konnte das kaum fassen.

Johann: Wer erst einmal da ist, der sagt, es ist leicht. Aber vergiss nicht: Zuerst hast du aufgehört, deinem Verstand zu erlauben, alles und jedes auseinander zu nehmen. Und deinen Gefühlen hast du verboten, dich mit der ewigen Angst durcheinander zu bringen. Zuerst hast du dich fallen lassen in die Zeit vorher, und zwar in der geistigen Wahrnehmung. Ich war selbst überrascht, dass du das geschafft hast.

Sich fallen lassen, ist nicht gerade dein größtes Talent. Da hat ich Sorge, du könntest dich erschrecken. Aber dann hab ich gedacht: Jetzt, wo du schon einmal da bist, nutz ich die Chance und zeig dir, WIE SCHÖN es ist, hier zu sein. Weil: Ich wünsch mir schon, dass du weniger Ängste hast.

Anna: Und während ich mich noch darüber freute, merkte ich Deine Hand, ich fühlte sie an meiner linken Hand. Am Handrücken fühlte ich deutlich einen Druck und Wärme und entschloss mich, danach zu greifen. Und ich bemerkte, wie sich die Finger Deiner Hand um meine schlossen.

Ich konnte Dich nicht sehen, aber ich fühlte so deutlich, dass Du da warst. Du nahmst meine Hand und ich verstand: Du wolltest mich aus dem Zimmer führen. Dabei hörte ich klar und deutlich Deine Worte: „Geh weiter!“

In unserem Dialekt bedeutet das ja so viel wie:„Komm mit!“ Zuerst zögerte ich etwas, ließ mich dann aber führen und sagte nur noch: „Ja!“ Es war, als ob wir schwebten, alles war plötzlich so leicht. Und ich schwöre: Es war Deine Originalstimme, die ich gehört habe, genauso wie Millionen Mal während unseres gemeinsamen Lebens.

Deine Worte klangen bestimmt und doch so fürsorglich und liebevoll. Ich legte mein gesamtes Vertrauen in diese Worte und ging mit Dir in Richtung Flur. Der war dunkel, so wie immer, wenn wir uns nur im Wohnzimmer aufhielten. Aber eines sah ich deutlich: Am Ende war ein Licht.

Ich kann nur immer wieder sagen, alles fühlte sich komplett real an. Ich wollte einfach nichts weiter, als mit Dir an der Hand weitergehen, egal wohin.

Johann: Jetzt weiß du, es ist wahr gewesen

Anna: Gleichzeitig fühlte ich aber, wie etwas an meinen Beinen rüttelte und es kam mir vor, als würde mich jemand zurückziehen. In dem Moment vernahm ich die Stimme meines Mannes, der mich zu wecken versuchte. Dieser Moment war so schrecklich, ich wollte einfach nicht zurückkommen.

Johann: Ist schon wahr gewesen: Dass er sich erschreckt hat, darf man ihm nicht verübeln. Aber für die Seele ist es nicht schön, wenn alles wieder schwer wird. Das ist schon ein Schmerz.

So geht’s der Uta jedes Mal, wenn der Hajo sie aus der Trance holt.

Anna: Alles was ich wollte, war, mit Dir zu gehen. Mit aller Kraft sträubte ich mich gegen den Weckversuch, musste ihm aber letztlich doch nachgeben, weil er nicht aufhörte, mich zu schütteln und zu rufen. In dem Moment warst Du verschwunden.

Johann: Ach, Kind ich war nicht verschwunden, sondern du bist wieder in dein weltliches Bewusstsein gegangen, die Tür der Seele nach Außen war wieder zu.

Anna: Einerseits war ich meinem Mann in dem Moment sehr böse, andererseits aber versuchte ich auch, ihn zu verstehen.

Er sagte mir, ich hätte ihm richtig Angst gemacht, ich hätte furchtbar gejammert und er hätte gemerkt, dass es mir schlecht ging, deshalb hätte er mich geweckt.

Ich habe versucht, ihm zu erklären, aus welchem Erlebnis er mich gerade herausgerissen hatte.

Seither quälen mich eine Menge Fragen, die mir – glaube ich – nur einer beantworten kann: nämlich Du, Papa. Ich hoffe, Du kannst mir helfen.

Johann: Ich denk schon. Du wärst nicht mehr lang in dem Zustand gewesen. Die Seele kann sich nicht unendlich lang im geistigen Bewusstsein aufhalten, sie muss zurück, solang sie auf Erden lebt.

Ich hatt gehofft, dass mir noch genug Zeit bleibt, dich ins Licht schauen zu lassen, damit du deine Angst verlierst.

Anna: Was bedeutete das alles? Warst Du wirklich da?

Johann: Ich bin immer, wenn du an mich denkst, in deiner geistigen Welt. Aber wahrnehmen, fühlen, das kannst du mich nur, wenn du auch darin bist. Sonst spürst du ein wenig, aber nicht alles.

Anna: Wolltest Du mich tatsächlich mitnehmen?

Johann: Mitnehmen? Nein, aber zeigen wohin es geht, wenn es einmal soweit ist. Es lebt sich soviel leichter für den, der das weiß.

Anna: Wenn ja, wohin wären wir gegangen?

Johann: Nicht viel weiter, nur soweit, dass du im Licht unsere Welt gesehen hättest: all die Farben, all die Lichter, all die Engel. Du hättest die Kräfte gespürt und die Liebe und vielleicht sogar die Musik gehört.

Du hättest vielleicht gespürt, dass es ein nach Hause gehen sein wird. Gegangen wären wir nicht weiter als bis zum Ende des Flurs. Mehr hätt ich deinem Körper nicht zumuten dürfen. Dem bekommt es nicht, wenn die Seele spazieren geht, und ich wollt dir nicht schaden.

Anna: Oder wolltest Du mir nur etwas zeigen? Wenn ja, WAS?

Johann: Jetzt weißt du, was. Es ist nicht schlimm, dass du nicht weiter sehen konntest. Das Licht wirst du nicht vergessen haben. Und auch nicht, wie schön alles war und wie leicht.

Mehr wollt ich sowieso nicht. Nur dass du verstehst: Es gibt keinen Grund zur Furcht.

Anna: Inzwischen habe ich mir unendlich viele Gedanken darüber gemacht, aber ich komme zu keinem Ergebnis.

Wolltest Du mich vielleicht nur wissen lassen, wann immer es mir einmal schlecht geht, wirst Du da sein und mich fortbringen.

Johann: Ich wollt dich wissen lassen, dass es gar kein SCHLECHT GEHEN gibt. Das muss nicht sein. Ich werd da sein, wenn deine Zeit da ist. Und es wird gut sein.

Anna: Wenn es das ist, dann wäre das ein sehr beruhigender Gedanke und eine wunderbare Vorstellung. Wenn ich einmal nicht mehr kann und mich am Ende meiner Kräfte fühle, wirst Du kommen, meine Hand nehmen und mich wegführen. Und ich werde Dir folgen NACH HAUSE und ich werde gerne gehen, ohne zurückzuschauen und ohne den Wunsch, noch bleiben zu wollen.

Johann: Du, jetzt wirds ernst! Ich komm nicht daher, wenn du meinst, dass du nicht mehr magst, weils dir keine Freude mehr bereitet.

So geht das nicht! Weißt du, das ist eine Sache, über die wir miteinander zu reden haben.

Du weißt schon, dass du in der Gefahr bist, dem Weg deiner Mutter zu folgen? Das war doch gar kein guter Weg, Kind, das war ein dummer Weg.

Das wird dann nicht so leicht und schön. Und weißt du: Das ist etwas, da erwarte ich schon von dir, dass du es besser machst als sie.

Glaubst du immer noch, der Mensch geht, wenns ihm nicht mehr passt, wenn es ihm schwer wird, einen Körper zu haben? Nein, so ist es nicht!

Der Mensch darf gehen, wenn er FERTIG ist mit seinem in der Welt sein. Wenn die Welt satt ist mit ihm und er mit ihr. Satt sein heißt nicht, überdrüssig sein, sondern ZUFRIEDEN!

Deine Mutter ist gegangen, weil sie es überdrüssig war, da zu sein. Ich bitte dich: Mach das besser als sie.

Dann kann ich dich auch abholen! Zu einer zufriedenen Seele kann ich kommen, aber wie soll ich in den Unfrieden gehen? Da müsst ich tief hinabfallen. Ich denk, das willst du mir nicht antun.

Anna: Aber das alles sind nur Mutmaßungen. Ich hatte immer gehofft, Du würdest mir später noch zu verstehen geben, was das alles zu bedeuten hatte, aber es kam von Dir nichts mehr.

Johann: Ja, weißt du, dein WOLLEN, das steht im Weg. Der Verstand WILL und deine Gefühle ängstigen sich. Wie soll ich da durchkommen? So zerrissen kann ich nicht werden. Verstehst?

Wir sind zueinander gekommen, weil wir gleich waren: Du in deinem Bewusstsein von all der Liebe zu mir und ich im Bewusstsein all meiner Liebe zu dir. SO! finden wir uns.

Wenn dein Bewusstsein aber ein ganz anderes ist als meines, komm ich nicht durch.

Anna: Deshalb, Papa, brauchte ich jetzt noch mal diesen Kontakt. Kannst Du mich über das Geschehene bitte aufklären?

Weißt Du: Wenn Du da warst und ich das alles so wirklich mit Dir erlebt habe, dann war es der wunderbarste Kontakt, den wir je hatten und ich werde ihn ein Leben lang nicht vergessen.

Johann: Dann hab ich erreicht, was ich erreichen wollte. Und freu mich und bin beruhigt.

Anna: Aber könnte es denn auch sein, dass nicht DU das warst, sondern sich vielleicht eine andere, böse Seele an mich herangemacht hat?

Johann: Denk daran: Kontakt kann nur zwischen Seelen sein, die sich gleichen im Innersten. Du warst voller Liebe zu mir und ich zu dir. Das war schon ich!

Anna: Wenn das der Fall wäre, dann müsste ich all das sofort vergessen. Aber dann müsste ich auch wissen, wie ich mich künftig vor solchen Kontaktaufnahmen schützen könnte.

Johann: Ja, ganz schützen kann sich ein medialer Mensch eben nicht. Außer er weiß, was da los ist! Aber versuch, in der Liebe zu bleiben! Und versuch, immer daran zu denken, wie sehr lieb ich dich hab.

Einer, der so tut, als wäre er ich, wie könnte der dich so lieb haben? Und wie könntest du dich in seiner Anwesenheit so wohl fühlen? Das ginge nicht und daran würdest du erkennen, dass ich es nicht bin!

Es gibt schon noch viel zu bedenken, aber wir können hier jetzt nicht eine Ausbildung zur Medialität machen, dann müsst ich der Uta ein Buch diktieren, da streikt sie zu Recht.

Ich kanns dir nicht ersparen, dir das zu sagen. Du weißt es, aber solang deine Ängste größer sind als Liebe und Freude, solang ist einfach nichts zu machen.

Anna: Du siehst Papa, ich bin ziemlich verunsichert. Aber ich hoffe, Du kannst alles klären, damit ich mich endlich wieder seelisch richtig wohlfühlen kann. Und wenn es wirklich UNSER Kontakt war, werde ich mich für den Rest meines Lebens freuen können und einfach nur darauf warten, bis ich eines Tages auch dort bin, wo Du bist.

Johann: Warten? Ja, wart ruhig, aber vergiss nicht, im guten Sinn dafür zu sorgen, auch wirklich satt zu werden! Ein vertanes leben zu hinterlassen, ist nicht erfreulich. Ein Leben muss voll sein!

Erinnerst du dich an das Gleichnis von den guten Haushaltern?

Jeder von denen bekommt Geld vom Herrn, als der wegfährt. Damit sollen sie gut haushalten.

Der Eine, der gräbt das Geld einfach ein und macht nichts weiter als warten.

Der Andere versäufts.

Nur der Dritte, der nimmt es und tut viel damit, sodass, als der Hausherr heimkommt, er dessen Geld verdreifacht hat.

So ist es mit dem Leben!

Gott gibt allen Menschen gute Talente! Die einen vergraben die, die anderen nutzen sie nur zur eigenen Befriedigung, aber zufrieden werden nur die sein, die ihre Talente eingesetzt haben, um sie größer werden zu lassen.

Ich hab das getan und bin im Frieden, wenn ich auf mein Leben schaue. Und ich wünsch mir nichts so sehr, wie, dass auch du so auf dein Leben schauen magst.

Anna: Hoffentlich überfordere ich Dich und Uta nicht, aber ich habe noch eine weitere Frage zu klären: Wie steht man im Jenseits zur Sterbehilfe? Eine gesetzliche Neuregelung soll es hier in der Zukunft geben.

Wenn es eine Möglichkeit gäbe, würde ich wahrscheinlich diese Hilfe für mich einmal in Anspruch nehmen wollen. Man weiss ja nie, was kommt.

Was passiert mit mir im Jenseits, wenn ich es zulasse, dass mein Leben aufgrund von Leiden vorzeitig durch aktive oder passive Sterbehilfe endet? Werde ich bestraft?

Landet meine Seele gar auf einer unteren Ebene? Werde ich Dich dann überhaupt finden?

Papa, von Deiner Erklärung dazu hängt für mich sehr viel ab. Ich hoffe, Du kannst mir dazu antworten.

Johann: Ich bin recht froh, dass du mich das fragst.

Weißt du, es ist schon eine richtige Schweinerei, wie man euch Kopf und Herz verdreht mit solchen Ideen. Denn es wird ja nicht einfach damit enden, dass ein jeder sich töten lassen kann, wann er mag, sondern damit, dass sich jeder dafür schämen wird, wenn er NICHT mag!

Aber davon redet man euch nicht, dazu wird geschwiegen. Es ist aber gerade so und nicht anders. Zu viele Alte wird es geben, da bereitet man schon einmal die Meinung des Volkes darauf vor, dass es gut und richtig ist, die zu „erlösen“. Es ist ein Graus, wenn ich nur dran denk, was das für Folgen hat!

Ein jeder muss sterben, das ist so! Und es ist die Pflicht der Mitmenschen, es dem Sterbenden so leicht wie möglich zu machen, dass er ZU SEINER ZEIT gehen kann.

Aber eben erst DANN!

Es ist gut, ein Leben, das zu Ende geht, nicht künstlich zu verlängern.

Es ist gut, ein Leben, das nur Schmerz ist, durch Schmerzbehandlung wieder zu einem Leben werden zu lassen.

Aber ein Leben abzuschneiden, das noch Leben ist, das ist schwere, schwere Schuld!

Erst sind es die Alten, dann sind es die Kranken und am Ende?

Alle, die nicht zu gebrauchen sind.

Nein, das ist kein guter Ausweg.

Euer Anfang und Ende ist auf die Minute vorher bestimmt, nicht nur wegen euch, sondern wegen allen Menschen, die mit euch zu tun haben.

Versteh doch, Kind: Du bist ein Teil der Welt und hast ihr zu geben bis zum letzten Atemzug von den guten Gaben, die Gott dir gegeben hat.

Versteh doch: Das ist doch mehr als das, was du als gesunder Mensch kannst, das ist doch auch deine tiefe Güte, mit der er dein Ich gesegnet hat.

Das ist deine Kraft zum Mitgefühl und einfach nur deine Art, die in der Lage ist, Herzen zu berühren! Meinst du diese Gaben würden unwichtig, nur weil du alt bist?

Kind, wann hätt ich mich denn dann wegmachen sollen? Als ich anfing, schwach zu werden?

Ich will nicht sagen, dass ein jeder, der so was tut, im Jenseits tief fällt. Wer dazu verführt wurde, wird sicher vom Schmerz, seine Möglichkeiten nicht ausgeschöpft zu haben, Befreiung finden. 

Aber alle anderen nicht! Die bleiben der Welt was schuldig und sie werden es zurückzahlen müssen.

Du bist ein kluger Mensch, denk nach, lass dich nicht blenden. Ordne deine Angelegenheiten, triff Vorsorge darüber, dass du schmerzfrei und ohne Ängste sterben willst.

Aber kürz deinen Lebensfaden weder selbst noch erlaub es anderen. Bitte tu das nicht! Der Schreck, der dich erwartet, ist groß!

Und ich KANN nicht da sein, um deine Hand zu nehmen. Denn dein Grundbewusstsein wird Unmut sein und ich kann einfach so nicht mehr werden.

Anna: Jetzt soll Ende sein mit der Fragerei. Ich geb jetzt Ruhe! Danke, dass Du gekommen bist.

Ich liebe Dich so, Papa!

Johann: Ich dank dir, ich dank dir so sehr, dass du mich solche Dinge fragst. Ich wünschte, das würden mehr tun!

Und dass ich dich unendlich liebe, das sag ich gern. Unendlich: Meine Liebe zu dir war da, ehe du geboren wurdest und sie wird immer da sein.

Aber das weißt du. Jetzt versuch, dich von den finsteren Gedanken zu lösen. Versuch doch, einmal darüber nachzudenken, warum ich sicher weiß, dass es ganz selbstverständlich ist, dass ich dich so sehr liebe. Nicht nur, weil ich dein Papa bin. Auch weil du das verdient hast.

Behüt dich Gott und vergiss nicht: Ich bin da, nur eben einen ganz kleinen Bewusstseinsschritt weiter.

Aber ich bin da. Dein Papa!

Anna: Wie hast Du einmal bei einem früheren Kontakt gesagt: „Sag beim Abschied leise Servus.“

Servus, das sag ich jetzt auch zu Dir, aber Abschied nehmen müssen wir nicht, ich weiss, Du bist immer bei mir.

In Liebe Dein „Weibi“