37

Elia – Die manipulative Liebe einiger Menschen.

Die manipulative Liebe einiger Menschen.
Es kann sein, dass jemand intuitiv
– und keinesfalls aus Vorsatz,
aber weil er eben ist, wie er ist –
seinen Liebreiz
und seine Liebes-Bedürftigkeit einsetzt,
um einen Zweck zu erreichen!
Keine vordergründigen Zwecke vielleicht,
sondern den einfachen Zweck,
tun und lassen zu dürfen, was er gerade möchte,
ohne dafür eine Konsequenz ziehen zu müssen. 
Elia

Zu Gast ist Ortfried.

Elia: Deine Frage, mein Freund.

Ortfried: Ja, es geht um meine Tochter Annalene.
Warum habe ich bei ihr solche Probleme,
ihre Liebe so anzunehmen,
wenn sie kommt mit „Papa, ich lieb dich“ usw.
Und wo ich ihr sage, es ist gut, es reicht –
wie jetzt letzten Sonntag auch.
Und es tut mir weh eigentlich.

E: Hm. Nun darf ich nichts über Annalene sagen
und möchte dir gleichzeitig helfen.

Sieh einmal, ich sagte eben gerade:
Gefühle ändern sich.

Auch Liebe ist einmal stark und einmal weniger stark.
Manchmal ist sie weniger stark als unsere Wut
oder einfach nur unser Wunsch nach mehr Distanziertheit.
Nicht zu Unrecht!

Ich werde jetzt einmal spekulativ formulieren.
Ich hoffe, du verstehst den Sinn dennoch.

Liebe, die eingefordert wird,
kann durchaus manipulativ sein.
Es kann sein, dass jemand intuitiv
– und keinesfalls aus Vorsatz,
aber weil er eben ist, wie er ist –
seinen Liebreiz und seine Liebes-Bedürftigkeit einsetzt,
um einen Zweck zu erreichen.
Keine vordergründigen Zwecke vielleicht,
sondern den einfachen Zweck,
tun und lassen zu dürfen, was er gerade möchte,
ohne dafür eine Konsequenz ziehen zu müssen.
Denken und sagen zu dürfen, was er gerade möchte,
ohne mit einer Konsequenz konfrontiert zu werden.

Das ist ein sehr kindliches Verhalten!
Gleichwohl gibt es sehr viele Erwachsene,
die auch noch in diesem Verhalten verstrickt sind!

Verstehst du, was ich meine,
wenn ich sage „manipulative Liebe“, ja?
Wenn mir jemand in dieser Weise seine Liebe zeigt:
Ist es dann gut oder schlecht,
darauf einzugehen und mit aller Liebe zu antworten,
derer ich fähig bin?
Was denkst du?

O: Nein, es ist nicht gut.

E: Nein, es ist nicht gut.
Denn dieser Mensch,
der diesen manipulativen Ansatz in der Beziehung lebt,
der wird auf diese Weise keine Konsequenz erleben
und deshalb nicht unter dem Druck stehen,
sein Verhalten zu korrigieren!
Ja?

O: Ja.

E: Wann korrigiert ein Mensch sein Verhalten?
Nun, wenn es gut steht: aufgrund von Einsicht.
Aber wenn es weniger gut steht
und er weniger bereit ist, dies zu tun,
dann korrigiert er sein Verhalten,
weil es ihm unbequeme Situationen verursacht.
Also unter Druck, ja?

O: Ja.

E: Was möchtest du bei deiner Tochter erreichen?
Dass sie ein glückliches Leben hat, nicht wahr?

O: Ja.

E: Wenn deine Tochter ein glückliches Leben haben soll,
dann wird sie in der einen oder anderen Weise
ihr Verhalten ändern müssen, ja?
Es bedarf hier und da einer Korrektur.
Denn sie wird immer auf eine Resonanz stoßen!
Wann immer auch nur zwei Menschen
miteinander zu tun haben,
löst das – was ich tue und sage und zeige –
eine Resonanz aus.

Ich kann nicht erwarten,
dass ich, wenn ich etwas sage, zeige und tue,
das den anderen irritiert, verletzt
oder auch nur nicht achtet,
dieser mit herzlicher Liebe darauf reagiert!
Das ist wichtig, zu lernen!

Das braucht sie überall!
Das wird sie in ihrem Beruf brauchen,
in ihren Beziehungen!
Das wird sie in ihrer Erziehung
ihrer Kinder brauchen!
Es ist ein elementares Grundwissen!
Im zwischenmenschlichen Miteinander muss ich das wissen: 
Ich agiere und bekomme eine Reaktion! 
Und je echter und wahrer deine Reaktion ist,
um so leichter fällt es ihr,
zu lernen und zu korrigieren.

Liebe ist nicht LIEB sein! 
Liebe ist WAHR sein, ja?

O: Ja.

E: Ganz WAHR sein, mein Freund.
Gerade mit ihr musst du ganz wahr sein.

Und du kannst ihr und dir zum Troste sagen: 
Es gibt Momente, da liebe ich dich so sehr,
dass ich mit dir zu den Sternen fliegen könnte.
Aber es gibt auch Momente:
Da bin ich so wütend auf dich,
dass ich dich im Wald aussetzen könnte.

Beides!

So ist es halt mal: Diese Dinge schwanken.

Aber was du ihr sagen kannst, ist:
Obwohl das so ist, gibt es hinter diesen Gefühlen
eine so tiefe Verbindung meiner Seele zu deiner Seele,
dass ich immer und in alle Ewigkeit jemand bin,
dem du sehr, sehr wichtig bist!
Hm?
Ist das eine gute Basis?

O: Ja.

E: Ja.
Siehst du:
Es ist nicht so,
dass Verstand und Gefühl dort bei dir versagen. 
Sie funktionieren sehr gut, ja?

Sondern es ist einfach die Vorstellung davon,
dass du ihr eine himmlische Liebe
JETZT auf Erden zu geben hast.
Und das geht nicht, das soll auch nicht gehen!
Denn sie lernt dann dabei nichts, ja?

O: Das stimmt.

E: Gut.

O: Jetzt hätte ich eine Frage.

E: Ja, bitte.

O: Mein Guide hat schon mal versucht,
mir diese Frage zu beantworten.
Ich wünsche mir eigentlich, solange noch mein Vater lebt hier,
dass ich wenigstens einmal in diesem Leben
mit ihm ein Gespräch zwischen Vater und Sohn führen könnte.

E: Nein!
Was du vielmehr möchtest!
Du möchtest EINMAL, einmal fühlen:
Dass er dich ehrt und als Persönlichkeit hoch achtet.

Lieber Freund, wir wissen nicht,
ob dein Vater jemals über diese Brücke gehen möchte.
Aber DU kannst dich bemühen,
ihm gegenüber in deinen Gefühlen ganz wahr zu sein:
„Lieber Vater, ich liebe dich.
Ich sehne mich nach deiner Liebe.
Und ich weiß ganz gewiss:
Eines Tages
– ob im Diesseits oder Jenseits –
aber eines Tages, da wirst du mich in meiner Wahrheit
bekennen und lieben und achten.
Ich weiß es ganz gewiss.“

Lass los von der Vorstellung:
Dass es jetzt und zur Zeit sein muss!
Versuche, dies Inkarnations-übergreifend zu sehen.
Eines Tages – Diesseits oder Jenseits –
da wird er dich sehen in deiner ganzen Wahrheit,
stolz auf dich sein und dich sehr lieben.

Ihm, mein Freund,
fehlt die Liebe zu dir
noch VIEL mehr, als du denkst!
ER leidet VIEL mehr darunter,
denn er kann dich nicht genießen.
Was er ja könnte, würde er seine Wahrheit verändern.
Du fehlst seiner Seele!
Und es ist unangenehm für eine Seele,
wenn so etwas Wichtiges fehlt.
Aber es liegt GANZ an ihm, dies zu revidieren.

Kannst du verstehen?
Was es heute für ihn bedeuten würde,
wenn er seine Wahrheit über dich verändern würde?
Wenn er heute einsehen müsste:
Diesen meinen Sohn habe ich Jahrzehnte lang
für viel zu gering geachtet.
Kannst du das verstehen?

O: Ja.

E: Kannst du verstehen?
Wie sehr er sich darum WINDET,
dieser Tatsache nicht ins Auge zu schauen? 
Was würde der Schmerz der Erkenntnis
mit diesem alten Mann wohl machen?

Liebst du ihn so sehr,
dass du das verstehen kannst?
Ich denke schon.

Wenn er sich vor dieser Erkenntnis nicht mehr fürchtet,
dann ist das der Tag,
an dem ihr – Vater und Sohn –
ganz beieinander sein könnt.
Wann das ist, darf ich dir nicht sagen.
Aber ich sage dir: Es wird stattfinden.
Es WIRD eine innige Verbindung zwischen ihm und dir stattfinden!
Diesseits oder Jenseits.

Denn die Wahrheit eurer beider Seelen ist
– und dies über die Inkarnationen hinweg,
über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg –
ihr wart einander Freunde und Lehrer, Brüder,
aber auch Feinde und sogar Mörder!
Da wart ihr einander
aber immer und in jedem Fall
aller wichtigste, gegenseitige Lehrmeister,
weil ihr euch als Seelen sehr liebt!

Er stand dir immer nah.
Er ist immer in deiner Gegenwart.
Als wahre Seelen liebt ihr euch sehr!

Aber auf der großen Bühne, die Welt heißt,
müsst ihr manchmal Rollen spielen,
in denen ihr euch an diese Liebe zueinander
nur noch schemenhaft erinnern könnt.
Kannst du dies tragen?

O: Ja.
Aber der Wunsch von mir ist
dadurch jetzt noch mehr übermächtig!

E: Liebst du ihn genug, um darauf zu warten,
dass er aufhört, Angst vor der Erkenntnis zu haben,
dir Jahrzehnte lang Unrecht getan zu haben?

O: Ja.

E: Dann lass diese Liebe der Boden
für die Geduld sein,
die du brauchst, ja?

O: Ja.

E: Gut.