Wenn der Verstorbenenkontakt noch zu früh nach dem Tod kommt

Ein Verstorbenen-Kontakt zu dem Thema:

Wenn ein Reading noch zu früh nach dem Tod ist.

Manche Verstorbenen haben auch nach der Ruhephase
noch nicht wieder zu sich selbst gefunden
und brauchen noch etwas Zeit.

Die Schutzengel der Verstorbenen entscheiden darüber,
ob es schon geht oder nicht.

 

Erster Versuch einer Kontaktaufnahme für ein Verstorbenen-Reading:

Ich bitte meinen Guide, mich mit Jürgen zu verbinden.

Ein alter Mann steht vor mir, er trägt eine Strickjacke, ein fein kariertes Hemd, eine graue Hose und dunkle Pantoffeln…

In der Hand hat er ein weinrotes Stofftaschentuch,
mit dem er sich über Nase und Mund wischt.
Er sieht zierlicher aus als auf dem Foto, irgendwie „feiner“.

Seine Hände fallen mir auf, sie sind gepflegt:
Lange, aber kräftige Finger, die Nägel sehr gewölbt.
Ein Goldring, der anscheinend rutscht, zu weit ist…

Immer wieder diese Geste mit dem Taschentuch…
Ich habe den Eindruck, das er sich eigentlich die Augen wischen müsste,
spüre so etwas wie Rührung…

Aber das scheint er nicht zeigen zu wollen und so sieht diese Geste aus,
als würde er sich Nase und Mund wischen.

Er schaut mich nicht richtig an, nur ganz kurz, wie beobachtend,
dann schaut er wieder weg, fast trotzig.

U: Ich grüße dich, Jürgen, schön, dass du gekommen bist.

J: Ich weiß nicht, ob das gut ist…

U: Was?

J: Ich weiß gar nicht, ob ich das hier will! (Das sagt er sehr trotzig.)

U: Jürgen, wenn du nicht willst,  ist das in Ordnung, wir bitten dich nur darum.
Wenn du nicht magst, dann kannst du auch gehen.

J: Das sind wieder so Ideen von ihr und ich soll es machen!

U: Nein, du musst nicht, wirklich nicht.
Aber vielleicht ist es ja auch schön, wenn du ihr noch was sagen kannst!

J: Nee.

U: Du wirkst verärgert, was ärgert dich denn so sehr?

J: Das ärgert mich auch!
Dass ich hier überall Rede und Antwort stehen soll.

U: Nein, du musst dich nicht drängen lassen.
Ich merke, wie wütend du bist.

J: Mich hat keiner gefragt!
Einfach rein da und Schluss!

U: Hm, hm, das hat dir nicht gefallen, zu sterben?

J: Ne, das auch nicht!
Ich meine was anderes, sie weiß schon, was ich meine.

Ich bekomme ein Bild von einem langen Flur mit Stangen an den Seitenwänden.
Erst denke ich, es sei ein Krankenhaus, aber ich bin mir nicht sicher…

Mir kommt eine Frau entgegen, die einen Rollator schiebt.
Sie ist alt, vielleicht ist das eher ein Seniorenheim…

Andererseits sehe ich links von mir eine Krankentrage.
Es riecht hier sehr unangenehm, ich habe einen starken Geruch von Fäkalien in der Nase.

Dann sehe ich einen Nachtisch, da steht ein bunter Blumenstrauß drauf,
ganz einfache, bunte Wiesenblumen…

Und obwohl der so hübsch ist, bekomme ich so ein zorniges Gefühl
und auf mich stürmen sehr viele verwirrende Eindrücke ein…

Ein solcher Mangel an Klarheit, wie ich ihn bisher noch nie erlebt habe.
Das wiederum macht mich wieder wütend.

So geht das einfach nicht, außer Verwirrung und Wut bekomme ich noch Müdigkeit.

Das sind die Gefühle, die er mir vermittelt.
Es ist sehr schwer, da durchzusteigen.

U: Jürgen, ich spüre, dass mit dir etwas nicht in Ordnung ist…

J: Mit mir ist schon alles in Ordnung! (Er wird wieder wütend.)

U: Na gut, Jürgen, hast du jemanden bei dir, der dir im Jenseits hilft, zurecht zu kommen?

J: Anna! Oder Klara!?

U: Egal, lässt du sie mal zu mir, ich möchte mit ihr reden!

Ein Lichtwesen kommt, ich nehme eine sehr warmherzige, weibliche Persönlichkeit wahr.

Das scheint sein Guide zu sein.

U: Ich grüße dich, was ist hier los?
Ich verstehe seinen Unmut nicht…

Wir hatten meinen Guide Elia gefragt, ob er ansprechbar ist,
aber er wehrt sich ja mit Händen und Füssen!

Anna: Er wehrt sich im Moment gegen alles…

Er war erst sehr aufgeregt und wollte gerne mit dir reden.
Aber er hat sich in der Zwischenzeit seine Fehler ansehen sollen
und das hat ihn in seinen Trotz gebracht…

Das ist auch wichtig für ihn zu lernen, dass es besser ist, sich vom Trotz zu lösen…

Das Trotz kein Schutz ist vor Selbsterkenntnis.
Und dass es gar nichts Schlimmes gibt…

Dass jeder Mensch Fehler hat, aber dass er deshalb trotzdem stolz auf sich sein kann.

Aber er muss sich eben auch seine Reaktion ansehen…

Wenn du jetzt gehst, wird er gleich wieder das Bedürfnis haben, doch mit dir zu reden.
So geht das hin und her zurzeit.

Die Anfänge sind manchmal sehr schwer…

U: Ist deshalb alles so zögerlich gelaufen?

Ich versuche ja schon seit Mittwoch, mit ihm zu reden.
Aber dauernd kommt was dazwischen, ich hab mich schon gefragt, was das soll!

A: Das war ich. Ich habe versucht, ihn von seinem Trotz zu lösen.
Aber ich habe es nicht geschafft bisher, es tut mir leid.

U: Was soll ich tun?

A: Warte mal.
Ich muss ihn beruhigen, er mag es gar nicht, wenn man über ihn redet.

(Lacht nachsichtig, wie eine Mutter über die kleinen Fehler eines Kindes lacht).

Uta, ich bitte dich um mehr Zeit, er muss hier noch die wichtigste Hürde nehmen.

Aber sag doch bitte seiner Tochter, dass es richtig war, was sie gemacht haben…

Es war verantwortungsvoll, es war richtig.

Ihr Vater muss sich aber noch mehr aus seinem Bewusstsein,
das er am Ende seines Lebens hatte, lösen, wenn du so willst.

Er muss wieder jünger werden (lächelt).
Dann versteht er sein Leben besser und auch euch und warum ihr so gehandelt habt,
wie ihr es musstet.

U: Dann verschieben wir das Reading?

A: Ja, bitte, gebt mir wenigstens noch ein halbes Jahr!

U: So lange …

A: Bitte!

U: Okay, er geht ja schon!

A: Er schmollt jetzt, weil wir ihn solange nicht beachtet haben…

Ich bring das schon in Ordnung!

U: Dann danke ich dir und wünsche dir viel Erfolg!