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Schutzengel – Eine Seele ist viel mehr als das Bewusstsein eines einzigen Lebens!

Eine Seele ist viel mehr als das Bewusstsein eines einzigen Lebens!
Alle Leben 
– gestrige und zukünftig mögliche – 

sind der Seele bewusst,
nur so ist sie GANZ.

Und nur, wenn sie GANZ ist,
ist sie sich des GANZEN,
in dem sie Teil ist,
bewusst! 

Dann ist sie Gott nah.
Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Engel von Angela zu verbinden,
sie bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe oberhalb einer Talmulde,
die Erde ist vollkommen trocken.
Wind treibt die Erde wie kleine tanzende Derwische
über den Boden.
Ich höre den Wind, ich höre den Sand
und mir ist, als hörte ich es weinen:
Irgendwo in mir oder außerhalb von mir?

Ich kann es nicht sagen!
Es ist nicht meine Klage, nicht mein Weinen und doch so vertraut.

Gibt es niemanden hier, der mir hilft,
mich zurechtzufinden in dieser Wüste?
Statt einer Antwort dreht sich der Wind zu meinen Füssen.
Eine kleine Zeit lang meine ich, nicht atmen zu können…
Der Sand schmiert auf meiner Haut.

Doch so plötzlich alles kam, so plötzlich ist es vorbei.
Vor mir erkenne ich
– nur noch von einer geringen Sandschicht begraben –
die Silhouette einer liegenden Frau.
Ich gehe rasch zu ihr und beginne,
den Sand von ihrem Gesicht zu scharren.
Er ist hart wie Beton, etwas in mir treibt mich zur Eile.

Das Weinen: Sie ist es, die weint und sie weint in mir!
Dann muss sie tot sein!
Kein Lebender kann seine Emotionen so in mich übertragen.

Guide: Ja, sie ist tot, zur Zeit jedenfalls…
Ich drehe mich nach der Stimme um:
Ein Mann steht jetzt dort, wo ich vorher stand.
Weiß gekleidet mit einer Art Turban aus blauem Tuch
und einem dunkelblauen Mantel.
Seine Haut ist sieht aus wie gegerbtes Leder,
seine Augen sind wie ein funkelnder Regenbogen,
kaum erkennbar, welche Farbe es sein könnte…


U. Bist du Angelas Guide?


G. Ja, ich bin, Enkerè.
Der Name könnte zu ungewöhnlich sein.
Falls das so ist, Angela:
Nenne mich, wie du willst.
Es ist nicht wichtig, wie ich heiße, wichtig ist, wer ich bin!
Es ist nicht wichtig, wie du heißt, wichtig ist, wer du bist!


U. Enkerè, warum hast du mich hier her geführt?
Was ist mit dieser Frau geschehen?


E. Ich hab dich hierher geführt,
um sie wieder lebendig zu machen.
Was denkst du, wo wir sind?


U. Nicht in der Vergangenheit, das hier ist jenseitig.
Nicht materiell, ich war hier noch nie!

E. Nein, hier warst du nie, Uta.
Du warst noch nie im Bereich der toten Toten.

U. Was heißt das?

E. Erinnerst du dich?
Elia (mein Guide) hat dir gesagt:
Der Bereich der unbefriedeten Verstorbenen
hat auch viele Entwicklungsebenen!
Genauso wie der Bereich der Seligen…

U. Ja, ich erinnere mich, ich weiß: Ich kenne längst nicht alle.

E. Dies ist der Bereich jener Beltseelen,
die keine Energie mehr bekommen…

U. Die Erstarrten?

E. Ja!
Du hast nur solche getroffen,
die fast in diesem Zustand waren, aber nicht völlig.
Semana ist völlig in diesem Zustand.

U. Dann fehlt sie doch der Gesamtseele, zu der Angela gehört!

E. Oh ja, das tut sie!

U. Sie ist einer der Teile,
die das Selbst von Angela ausmachen?


E. Ja…


U. Wie kannst du hier sein?
Das ist keine Energie, in der ein Engel sich aufhalten kann!


E. Du bist misstrauisch?


U. Ja!


E. Ich bin nicht hier, du siehst nichts als mein Spiegelbild.
Komm zu mir und stell mir deine Fragen!

Er nimmt mich aus diesem Bewusstseins-Ort,
ich werde hoch gezogen.
Es scheint, als würde ich
durch einen Strudel aus Flammen gezogen.
Bis ich endlich, endlich frei bin,
dauert es mir ewig.

Jetzt erst bin ich auf der Jenseitsebene der Erkenntnis.

Hier kenne ich mich aus!
Es ist hell hier, innen wie außen, es ist klar
und es ist leicht, hier zu sein.

Enkerè steht vor mir!
Erst jetzt FÜHLE ich seine Präsenz, die ruhig ist und tief,
die warm ist und auch groß…


E. Stell mir deine Fragen!


U. Aber ich misstraue dir nicht mehr.


E. Tu es dennoch, ich bitte dich!

U. Gut, dann bitte ich dich:
Zeig mir, was du für die Menschheit fühlst!

Als Antwort bekomme ich ein Meer von rosafarbenen Lichtsegeln.
Sie treiben scheinbar ziellos durcheinander.
Doch bei ihrem Anblick beginnt meine Seele,
eine Mischung aus traurigem Mitgefühl und
trotziger Zuversicht für diese herum irrenden „Segel“ zu fühlen.

U. Danke!
Jetzt weiß ich, was du für die Menschheit fühlst.
Darf ich dich bitten, mir nun zu zeigen, was du für Gott fühlst?

E. Ja.
Was ich jetzt sehe und erlebe,
scheint ein Kristall zu sein
mit unendlich vielen Facetten
und ich bin mitten darin.
Doch dieser „Kristall“ ruht nicht, sondern ist voller Leben,
das sich weiter und weiter ausdehnt.

Ein Gefühl unendlicher Freiheit, Heiterkeit und Größe,
gemischt mit einer vor Freude lachenden Liebe entsteht.
So groß, dass ich das Gefühl nicht lange aushalten kann,
ohne die Haftung im Materiellen zu verlieren…

E. Gott ist WIRKLICH groß!
(Er lächelt.)


U. Danke, dass du es mir gezeigt hast, nun weiß ich:
Dass du ein Engel bist.

Enkerè, was hat es nun mit Semara auf sich?
Sie ist ein Teil-Bewusstsein der Seele,
zu der auch Angela gehört!
Habe ich das richtig verstanden?


E. Ja!
Und dieser Bewusstseins-Anteil ist nach ihrem irdischen Leben
nicht wieder nach Hause gegangen.


U. In ihr Gesamt-Bewusstsein?


E. So ist es.
Alle Erfahrungen, die sie gemacht hat,
sind seither unerreichbar für die Seele
und fehlen darum allen weiteren Inkarnationen!
Auch Angela!
Du verstehst sicher, warum ich dich bitte, mir zu helfen.
Aber Angela müssen wir es erklären.


Angela: Dass dir ewig etwas fehlt, das weißt du!
Dieses Gefühl, nicht ganz zu sein:
Du kennst es, aber du weißt nicht, was es ist.

Dein Verstand versucht natürlich, zu ergründen,
was die Ursache dieser Sehnsucht ist.
Aber wie soll er das tun,
wenn ihm dazu jede Information fehlt?
Er beginnt, seine eigenen Rückschlüsse zu ziehen.

Als Kind dachtest du,
dass du vielleicht gar nicht zu deiner Familie gehörst
und dass deine Sehnsucht deiner WAHREN Familie gilt!

Als junge Frau dachtest du,
dass deine Sehnsucht die nach einem Mann ist!
Den es nur zu finden gilt.

Und später hast du deine innere Frage umgedreht:
Du hast nicht mehr gefragt, was dir fehlt, sondern gedacht: 
Die Antwort liegt in dem, was Andere haben, du aber nicht.

Du nennst es Neid!
Es ist aber in Wahrheit Sehnsucht.

Du bist unvollständig und auf der Suche nach dem,
was dich Vollständig sein lässt.

Angela, du bist die Erste seit über zwanzig Inkarnationen!
Die die Möglichkeit hat, eine Antwort zu bekommen
und die Lösung zu erreichen!

So lange schon begleitet dich das Gefühl, zu wenig zu haben!
Endlich ist die Zeit reif, dir sagen zu können,
was es ist oder besser, wer es ist.

Semara ist ein Teil deines ICHS.
Sie wartet darauf, „Heim“ zu dürfen!
Und du bist es, die ihr das ermöglichen kann!

Eine Seele ist viel mehr als das Bewusstsein eines einzigen Lebens! 
Alle Leben – gestrige und zukünftig mögliche –
sind ihr bewusst, nur so ist sie GANZ.
Und nur, wenn sie GANZ ist:
Dann ist sie sich des GANZEN, in dem sie Teil ist, bewusst,
ist sie Gott nah!

Wenn also ein Teil nicht zurückkehrt,
dann bedeutet dies für alle Teile, die das GANZE Selbst sind:
Schmerz!

Und so versucht die Seele, immer weiter Teile ihres Selbstes
in die Inkarnation zu bringen,
um die verloren gegangenen Erfahrungen zu ersetzen.

Semaras Erfahrungen müssen also in das Bewusstsein zurück!
Freilich ist Semara nicht tot in eurem Sinn.
Nichts, was aus der Ewigkeit ist, ist je tot!

Tot bedeutet NICHT SEIN und das gibt es nicht!
Semara steht still, sie bewegt nichts!
Sie ist sozusagen erstarrt im Zustand der Trauer über sich selbst.

Diese Starre gilt es, zu lösen!
Ich kann nicht zu ihr, um sie zu „wecken“!
Niemand kann das außer du Selbst!
Du kannst sie wieder lebendig sein lassen.
Und weil das so ist, mussten wir warten, bis eine Zeit da ist
und die Wege, die es zulassen, dir von ihr zu berichten!
Damit du sie wieder in dir aufnehmen kannst.


Begrüße diesen Teil deiner Selbst,
auch wenn er vielleicht nicht ein Teil ist, den du magst.
Begrüße die Erfahrung, die sie gemacht hat!
Und erkenne, dass, da sie diese Erfahrung längst gemacht hat,
du sie nicht mehr machen musst!

Mehr ist nicht nötig, zu tun!
Aber das ist dennoch wunderbar!

Ich will dir Semaras Erfahrung mit sich selbst schildern:
Als Semara wurdest du im Jahr 1518 vor Chr. geboren.
Deine Heimat war der mittlere Orient.
Deine Abstammung führtest du
auf königliche Würdenträger zurück:
Dein Vater war eine Art Fürst, deine Mutter seine Lieblingsfrau.

Er war schon sehr, sehr alt und es schien allen sicher,
dass er nicht mehr zeugungsfähig war,
als deine Mutter ihm zugeführt wurde.

Trotz seinen hohen Alters aber schwängerte er deine Mutter!
Und so warst du von Anfang an
etwas ganz Besonderes in seinen Augen.

Nicht nur der Beweis seiner Männlichkeit und körperlichen Stärke,
was nicht unerheblich in jener Zeit war.
Sondern auch der Beweis, dass er noch nicht dem Grabe zu ging.

Wen wundert es da, wenn du sein ganzer Stolz warst
und natürlich auch der deiner Mutter.

Aber er hatte auch andere Frauen und andere Kinder.
Und die hatten ältere Rechte
und waren alles andere als begeistert über deine Geburt.

So musstest du in einer Welt groß werden,
in der sich zwei völlig widerstrebende Emotionen
um dich auswirkten:
auf der einen Seite Neid und Missgunst,
auf der anderen Seite die ausgesprochen
hohen Erwartungen deiner Eltern.

Schließlich warst du ein Wunder!
Und ein Wunder muss doch einen Grund haben, nicht wahr?!

„Ja, ich bin BESONDERS“!
Das war, was du als Wahrheit in dir aufgenommen hast
als Selbsterkenntnis.
Solange dein Vater lebte und seine Hand schützend über dich hielt,
war es zwar nicht unbedingt schön,
ständig Beweise deiner Einzigartigkeit liefern zu müssen.

Aber schön war durchaus für dich, zu erleben,
wie du die Eltern und deren Gefolgsleute
bezaubern konntest mit dem, was du konntest!
Auch mit dem, was du warst.
Schön, geistreich, begabt in Gesang und Tanz.

Als der Vater aber starb, wurde dieses „Besonders“ sein zum Fluch!
Niemand am Hof liebte dich deswegen außer deine Mutter.
Die allerdings nun von allen Witwen
deines Vaters die Erbarmungswürdigste war
und zur willfährigen Dienerin der Anderen herab fiel.

Nein, sie liebten dich nicht!
Die Harmlosesten unter deinen Halbgeschwistern
grenzten dich nur aus.
Die Aggressiveren spotteten deiner,
die Gefährlichen aber schmiedeten böse Pläne.

Besonders sein heißt: unverstanden und einsam sein.
Das war es, was die nächste Erfahrung war,
die Semara mit sich machte.

Ihr ältester Bruder, der die Regentschaft übernommen hatte
und ein recht weiser Mann war:
Der sah, dass deine Anwesenheit bei Hof
nichts als Unruhe und Unfrieden stiftete.

Er gab dir keine Schuld daran!
Aber er hatte als Regent dafür zu sorgen,
dass es nicht weiter innerhalb der Familie
zu Ausbrüchen kam
– wie es zunehmend häufiger geschah –
bei den gehässigen Neidern ebenso wie bei dir selbst!


Und so schmiedete er Pläne, dich zu verheiraten.
Da er nicht bereit war, eine fürstliche Mitgift zu geben,
gab er dich einem „wilden“ Mann!

Der Anführer eines Nomadenstammes,
der durch die Heirat befriedet werden sollte,
da er gelegentlich Ärger an den Grenzen des Reiches machte.

Für dich war das eine ungeheure Demütigung.

Aber dieser Mann liebte deine Besonderheiten!
Es war fast so wie in den friedlichen Tagen,
in denen der Vater noch lebte.

Und mit seiner Liebe schloss er auch dein zorniges Herz auf.
Mit deiner ganzen Hingabe warst du von nun an seine Frau.

Nicht nur dein Mann liebte dich!
Sein ganzer Stamm war stolz auf dich
und zeigte dir täglich diese Zuneigung.
Nie zuvor warst du so glücklich!

Denn es schien, als wäre deine tiefste Sehnsucht endlich erfüllt:
Für deine Besonderheiten wurdest du geliebt!
Und vor allem warst du voll integrierter Teil des Stammes.

Endlich, endlich fühltest du dich angenommen und geborgen.

Doch so blieb es leider nicht.
Jeder Stammeshäuptling hatte damals mehrere Frauen!
Und auch dein Mann nahm sich nach einiger Zeit
– besonders, da es feststand, dass du keine Kinder bekommst –
weitere Frauen.

Die Erste hast du noch gut verkraftet.
Sie war ein liebes, einfaches Mädchen
und sah sich nie als Konkurrenz zu dir.
Die Dritte und Vierte aber waren anders.
Aber dennoch liebte dein Mann nur dich
und verglich unablässig seine weiteren Frauen mit dir.

Sie neideten dir aus tiefstem Herzen die Liebe eures Mannes,
sie neideten dir deine Klugheit, deine Schönheit.


Und so begannen sie, zu intrigieren:
Nicht nur deinem Mann verdarben sie die Liebe zu dir,
auch dem Stamm!
Und du konntest GAR NICHTS dagegen tun.

Diese Ohnmacht wurde zur Wut, zum Hass, unbändig.
Ein Feuer, das in deiner guten Seele fraß!
Ein Hass auf Alle:
Die dich verleumdet, verraten und beschämt hatten.

Und diese Wut wurde so groß, dass sie in Rache-Fantasien badete:
wilde, böse Fantasien einer erniedrigten Seele.

Es begann eine lange, lange Zeit des Wartens.
Warten auf die Gelegenheit, Rache zu nehmen.

Eines Tages war es so weit!
Der Stamm hatte sich seit längerer Zeit
in kriegerischen Auseinandersetzungen
mit einem Nachbar-Stamm verstrickt.

Aus taktischen Gründen verbarg sich der Stamm
nach einem der vielen Auseinandersetzungen in einem Wadi.
Ein tiefes Tal, umgeben von hohen Felsen.

Hier sollten die ermüdeten Krieger wieder Kraft schöpfen,
hier sollten Frauen und Kinder
in Sicherheit verborgen vor dem Feind warten,
bis der endgültige Sieg errungen war.

Ein gutes Versteck in der Unendlichkeit der Wüste.

Eine gute Gelegenheit, Rache zu nehmen!
In der Nacht hast du dich davon gemacht
mit dem schnellsten Kamel des Stammes.
Noch vor Morgengrauen hattest du den Feind erreicht
und ihm angeboten, ihn zum Wadi zu führen.

Am Abend desselben Tages metzelten sie
den ganzen Stamm deines Mannes nieder!
Weder Vieh noch Menschen überlebten.
Nicht eine einzige Seele!

Zwanzig Jahre hattest du auf diesen Augenblick gewartet,
zwanzig Jahre in Rache-Fantasien geschwelgt.

Du hattest gedacht, dass du lachen würdest!
Aber du hast geweint und geschrien vor Schmerz!
Da bist du hinaus gerannt in die Wüste,
bis deine Füße dich nicht mehr trugen
und bis deine Seele sich vom Körper löste.

Die Seele Semara erstarrte!
Sie meinte, keinem Gott begegnen zu können.
Sie meinte, ein Dämon zu sein.

Sie meinte, dass es keinen Trost gibt, nirgends!
Nicht für sie!
Sie meinte, dafür zu Besonders zu sein:
Besonders grausam!

Angela, es gibt keine Seele,
die in sich nicht Erfahrungen hat:
Wie es ist, böse zu sein,
wie es ist, ein Schatten zu sein statt eines Lichtes.
Deswegen muss man sich nicht schämen!

Es ist aber wichtig,
dass auch diese Seelenanteile mit ihren Erfahrungen
in die Ganzheit aufgenommen werden!
Dass sie nach Hause gehen!

Denn ihre Irrtümer helfen der Ganzheit, sich zu korrigieren!
Das ist so wichtig!

Ich will dich nicht überfordern, Angela.
Aber ich möchte dich so sehr bitten, dass du Semara erlaubst,
von der Vergebung Gottes zu nehmen.

Hass als Folge des Neids!
Ach, meine geliebte Angela:
Ich weiß ja, wie sehr du fürchtest,
dass dir genau dieses Gefühl entstehen könnte!

Nun, du siehst:
Diese Angst hat ihren Ursprung in längst Vergangenem.
Dennoch: IN dir scheint es immer noch diesen Neid zu geben.
Wie ein schlafender Tiger wird er endgültig geweckt.
Wer weiß, was geschieht?


Angela, das ist alles eine Täuschung!
Es geht gar nicht um Neid,
im tiefsten Sein geht es um GERECHTIGKEIT!

Neid ist der Schatten der Gerechtigkeit,
die „andere“ Seite der Medaille.

Neid ohne Unrecht gibt es nicht.
Verstehst du?
Das bedeutet: Wer zum Neid fähig ist,
der ist auch zur Gerechtigkeit fähig.
Und umgekehrt: Wer gerecht ist,
ist auch zum Neid fähig.

Schatten und Licht der gleichen Basis-Wahrnehmung.

Semara war von Geburt an in eine Stellung geraten,
die auf Unrecht basierte!
Niemals hätte ihr Vater sie bevorzugen dürfen!

Auch Andere seiner Kinder
waren schön und intelligent und liebenswürdig.
Sie konnten nichts dafür,
dass er sie früher gezeugt hatte!
So wenig, wie es dein Verdienst war.
Niemals hätte er dich bevorzugen dürfen!
Weder dich noch deine Mutter.

Und dein Mann?
War er gerecht,
wenn er seinen anderen Frauen ihren Mangel vorhielt?
Konnten sie etwas dafür,
dass sie nicht gebildet waren?
Konnten sie etwas dafür,
dass sie sich nicht in der Kunst,
ihn zu beraten und zu unterhalten, ausgebildet waren?
Nein!


So war die Ursache des ganzen dramatischen Geschehens
also die Ungerechtigkeit des Vaters und des Gatten.

Aber auch Semara war ungerecht!
Denn sie hatte niemals für Gerechtigkeit gesorgt.

Sie selbst nahm die ungerechte Bevorzugung ihrer Person
als selbstverständlich an
und benutzte sie zu sehr egoistischen Zwecken.
Sie dachte nie daran, ihre Privilegien abzugeben!


Angela: Und das ist der interessante Punkt,
denn hier liegt wirklich „Schuld“!

Es geht primär nicht darum,
Semara wegen ihrer schrecklichen Wut-Tat zu verurteilen.
Natürlich war das alles Böse und Falsch!

Aber das war nur die Folge der tiefer liegenden „Schuld“:
Sie hatte als Seele – genau wie du –
ein tiefes Gespür für das, was gerecht ist.
Gerechtigkeitsempfinden ist eine Wesens-Eigenschaft
deiner GANZEN Seele!

Seit deiner Entstehung gehört dieses Bewusstsein zu dir
in jeder deiner Inkarnationen.

Ihre Schuld bestand darin,
nur die Ungerechtigkeit zu sehen,
die für sie selbst Folgen hatte und
nicht die Folgen für die Anderen.

Hätte sie das gesehen,
sie hätte niemals einen solchen Racheplan entwickelt.
Sondern sie hätte erkannt, dass sowohl sie selbst
als auch die Anderen am Gleichen leiden:
der Ungerechtigkeit des Vaters bzw. des Gatten!

Angela, kannst du das Semara vergeben?
Wir können es!
Denn Semara wusste von diesen Zusammenhängen nichts,
sie stand doch erst am Anfang der Entwicklung ihrer Seele!

Neid – eine Urgewalt der menschlichen Seele –
muss sich wandeln in Gerechtigkeit! 
Die eine eben solche Urgewalt sein wird,
wenn ihr erst einmal alle das seid, was Gott vorgesehen hat.

Diese Urgewalten können nicht unterdrückt werden,
sondern sie sollen gewandelt werden!
Dazu rufen sie auf!


Seit unendlichen Zeiten ist die Geschichte der Menschheit
geprägt von den Auswirkungen des Neids!
Doch es ist nicht der Neid die Ursache des Schreckens!
Sondern die Ungerechtigkeit, die ihn verursacht.

Ungerechtigkeit auszuhalten, ist sehr schwer.
Doch es steht außer Frage,
dass ihr damit konfrontiert werdet.
Weil ihr weder in der Stellung noch in der Kraft seid,
an den Ungerechtigkeiten dieser Welt
persönlich etwas ändern zu können.

Aber dort, wo euch diese Möglichkeit gegeben ist,
MÜSST ihr es tun!
Denn sonst nehmt ihr Schaden an der eigenen Seele.

Die Geschichte von Kain und Abel:
Was hätte Abel tun sollen, als Gott sein Opfer annahm,
dass seines Bruders Kain aber nicht?

Statt sich daran zu freuen, dass er auserwählt war,
sein Bruder aber nicht, hätte er sagen sollen:

Gott, mein Bruder Kain ist nicht schlechter als ich.
Und wenn du sein Opfer nicht annimmst,
dann opfere ich nicht weiter,
denn der Ungerechtigkeit opfere ich nicht!

Semaras Erfahrungen sind mit diesem Brief an dich
nun auch deine Erfahrungen! 
Was sie nicht in euer gemeinsames Bewusstsein bringen konnte,
hast nun du hinein gebracht.
Danke ihr für diese Erfahrung!

Sie hat alles bezahlt, was es zu bezahlen gab,
sie darf nun selig werden.

Denn der Sinn ihres Lebens war,
eurem Selbst aufzuzeigen, dass Neid nur entsteht,
wo Ungerechtigkeit gelebt statt bekämpft wird.


U. Enkerè, ich danke dir für die Weisheit, die du gibst!
Und ich hoffe sehr, dass es Angela hilft, Frieden zu finden.
Darf ich dir jetzt ihre Fragen stellen?


E. Sehr gern.


U. Angela fragt, welche Aufgabe sie im Netzwerk ihres Lebens hat?


E. Meine Liebe, das darf ich dir gar nicht enthüllen!
Es würde eben gerade die Erfüllung dieser Aufgabe behindern.

Darf ich dir sagen:
Dass du deine Aufgabe nicht versäumen KANNST?
Darf ich dir sagen:
Dass selbst das, was ungezählt bleibt
– wie dein Lächeln zur rechten Zeit
oder deine ermutigende Geste am rechten Menschen –
Gewaltiges wirken wird?


Andererseits die größten Bemühungen
Ein ums Andere ins Leere für die Gesamtheit laufen,
dafür aber deiner Entwicklung dienen?

Wirst du mich verstehen, wenn ich sage:
Um Besonders zu sein, braucht es weiter nichts, als DU zu sein?
Einmal wirst du mich verstehen…

Angela?
Die Wahrheit ist nie offensichtlich!
Sie liegt IMMER hinter dem, was ihr schaut.

Was bleibt da zu tun?
Was ist dann der Kompass auf dem stürmischen Lebens-Ozean?
TUE Recht!
Das ist der Kompass!
Übe Gerechtigkeit,
so gut es dir nach deinem Verständnis möglich ist:
Gerechtigkeit gegen dich selbst und Andere.

Das hört sich leicht an, aber das ist es nicht.
Wer Gerechtigkeit üben will,
der muss zuerst ein RECHT kennen,
das allen Menschen gleich gilt!

Auch das hört sich leicht an, ist es aber nicht.
Meine geliebte Seele, das ist dein vornehmster Auftrag:
deine Gerechtigkeit zu suchen.
SUCHEN!
Niemand erwartet, dass du sie findest!

Bedenke aber stets eines: Gerechtigkeit ohne Liebe ist NICHTS!
Recht ohne Gnade ist NICHTS!

Wer gerecht sein will,
muss das WESEN der jeweiligen Menschen kennen!
Es gehört viel Weisheit dazu, dies zu finden.

Kein Mensch kann mehr geben, als in seinem Wesen verankert ist.

U. Angelas nächste Frage ist:
Von Kindheit an litt ich immer an körperlichen Krankheiten,
die meine Lebensqualität massiv beeinträchtigten.
Was will mir das sagen?


E. Meine Liebe, wie viel Zuwendung, Liebe und Nachsicht
hättest du als vollkommen gesundes Kind bekommen?
Zu wenig!

Wie viel Zuwendung, Liebe und Nachsicht gibst du dir,
wenn du vollkommen gesund bist?
Zu wenig!
Zu wenig ist ungerecht, liebe Angela!


U. Weiter fragt Angela:
Woher kommt mein tief verwurzelter Neid auf Andere,
verbunden mit diesem Gefühl:
Diese hätten es leichter
und meisterten ihr Leben weitaus besser als ich?
Und wie gehe ich damit um?
Denn ich mag mich so gar nicht!


E. Die tiefste Ursache habe ich dir schon enthüllt
und auch, wie du damit umgehen könntest.

Ich möchte dich hier aber noch
auf etwas Wichtiges aufmerksam machen.

Angela, du musstest ANDERS sein von Beginn an!
Anders sein ist gut und kann sehr Fröhlich sein lassen.
Es setzt immer Kreativität voraus und
bringt den Erwerb besonders ausgeprägter Fähigkeiten mit sich.

Aber es bringt auch Ausgrenzung mit sich:
Wer besonders ist, ist NICHT Teil des Ganzen.

Wenn du dich selbst mit Anderen vergleichst,
dann versuchst du, dieses Besondere in dir klein zu reden.

Du versuchst sozusagen, der Abel zu sein, der sagt:
Gott, weißt du, soooo besonders gut bin ich gar nicht.
Die da können es so viel besser!
Ich bin auch unfähig und ich komme auch dauernd zu kurz!

Das sagst du natürlich gar nicht Gott, das sagst du dir selbst!
Und solange du deiner Selbstwahrnehmung nach zu kurz kommst,
muss dich niemand beneiden!
Oder?
Tun sie es trotzdem?
Manchmal schon!

Warum?
Der Neid, den du hast, gilt gar nicht denen!
DU brauchst ihn, um dich zu beruhigen!
Um nicht in die ganz alte Angst zu geraten,
dass die von dir Beneideten einen gerechten Grund hätten,
DICH zu beneiden!
Wer weiß, was dann passiert?!

Deine Seele weiß nur eins:
Sie meint, genau damit überhaupt nicht umgehen zu können.
Viele karmische Erfahrungen untermauern diese Täuschung.

Um es kurz zu machen:
Deine Seele bevorzugt es, lieber neidisch zu sein,
als Angst vor dem Neid Anderer zu haben.

U. Sie schreibt weiter.
Tiefe Sehnsucht und Angst
nach seelischer und körperlicher, erfüllter Liebe zu einem Mann.
Warum wurde ich diesbezüglich immer wieder so desillusioniert?


E. Ich würde jetzt gerne sagen,
weil die Männer alle Täuscher und Trickser sind.
Aber wir wissen beide:
DAS kann es nicht sein, rein statisch ist das unrealistisch.
Wer täuscht?
SICH? 

Du, ja, du täuschst dich selbst OBERFLÄCHLICH betrachtet!
Schauen wir tiefer, so findet keine Täuschung,
sondern eine Bestätigung statt!

Nämlich die des Gesetzes deiner Ahninnen:
Alle Männer enttäuschen gute Frauen!

Sie haben schwer getragen, die Frauen deiner Sippe,
an diesem Gesetz!

Deine Mutter spielt eine bedauernswerte Rolle
der Selbsttäuschung dabei:
Sie hätte Nehmen und Geben können.
Nun lebst du aus, wovor sie sich derart fürchtete:
Dass sie lieber in der Täuschung blieb!
In der VORSTELLUNG statt im Erleben!
Lieber desillusioniert
als ganz allein!


Du merkst schon:
Es scheint,
als wäre das alles gar nicht deine Angelegenheit.

Das ist sie aber doch!
Deine Seele liebt einige der Ahninnen sehr
und versucht, ihnen zu zeigen:
Nein, lieber Allein
als in einer Illusion zu leben!
Schaut, es geht!
Es tut weh, aber es geht!


Du darfst dich fragen:
Führt das zu irgend etwas?
Rührt es an der eigentlichen Fehlwahrnehmung?
Nein!
Die Fehlwahrnehmung deiner Sippe ist:
Dass GUTE Frauen enttäuschende Männer kriegen.
Daran gilt es, zu arbeiten!

Das Leid ihres Lebens erkennen
und würdigen, oh ja!
Aber nun auch sagen:
Nein, es ist eine Illusion,
die wir da glaubten!
Gute Frauen können gute Männer haben!

Damit du das kannst,
braucht es zwei Voraussetzungen!

1. Du musst davon innerlich überzeugt sein,
dass du eine gute Frau bist.

2. Du musst davon überzeugt sein,
dass es gute Männer gibt.

Letzteres ist eine Frage der Betrachtung.
Ersteres ist schwieriger,
denn dein Selbstbild ist immer noch nur ein Bild!

Und Bilder sind nicht die Realität,
so wenig wie der Mond die Sonne ist,
obwohl er ihr Licht spiegelt…


Seit wann hast du dich eigentlich nicht mehr gefragt,
was GUT ist an dir?
Oh, ich verstehe!
Da kommt dann schnell die Angst vor Neid.


Liebes, findest du nicht, es ist höchste Zeit,
daran etwas zu ändern?
Vielleicht braucht das Hilfe?
Vielleicht brauchst du Jemanden,
der ehrlich mit dir ist?

Ehrlich, was deine tatsächlichen Schatten angeht.
Aber auch ehrlich, was deine Lichter angeht!
Und der schon so weise ist, zu verstehen,
dass JEDER Mensch IMMER Beides hat!

Du selbst jedenfalls bist zur Zeit jemand,
der sich selbst durch einen Zerrspiegel betrachtet.


Das ist nicht ungewöhnlich,
die weitaus meisten Menschen tun das!
Gerade deshalb inkarnieren sie,
um ihr Selbst besser kennen zu lernen.

All die Männer in deinem Leben sind Spiegel dessen,
was du meinst, VERDIENT zu haben!

Ach, glaub mir:
Ich wünschte mir wirklich,
dir diesen Schleier von den Augen nehmen zu können.

Es hilft nichts, zu sagen:
SOOOOO schlecht bin ich gar nicht,
dass ich das verdient habe!

Es hilft aber WIRKLICH, zu wissen,
dass man DAFÜR dann doch zu viel Licht ist.

U. Angela ist seit Monaten so müde, nichts hilft.
Was ist das?


E. Die Folgen einer Infektion, Angela!
Nicht einer Körperlichen allein, sondern einer Seelischen.

Du hast dich angesteckt bei denen, die sagen:
Das Leben ist NICHTS,
weil ich NICHTS habe, was es wert wäre.

Sie verwechseln SEIN und HABEN!
Sie haben nichts, was sie haben wollen, also SIND sie nichts?

Sie sind NICHTS, weil nichts,
was sie haben, ersetzen kann,
dass sie nicht sie selbst sind.

Gesundung kommt nicht dadurch,
das Richtige zu HABEN, Angela!

Sondern es zu SEIN!
Nämlich man selbst.
Du bist dein Leben lang
ohne Vertrauen in dein Sein gewesen!
Das macht müde, kostet Kraft!

In dieser Situation kam der Virus.
Welchen Grund sollte deine Seele haben, dem Körper zu sagen:
Nun ist es genug gelitten!
Nun wollen wir wieder stark und
frohgemut unser Leben erleben!

U. Als Letztes schreibt Angela:
Mein Wunsch ist es, Gott,
die Wahrheit zu erkennen
und in wunschlosen Frieden zu fallen.
Hilfst du mir aus deiner Ebene?

E. Mein liebes Herz, ich helfe dir, Gott und die Wahrheit zu finden:
Such ihn IN DIR!
In deinen Fähigkeit und Möglichkeiten, in der Welt zu wirken.
Such die WAHRHEIT in DIR und lasse sie
innerhalb deines Lebens zu Wort kommen.

Aber den wunschlosen Frieden, den gebe ich nicht,
denn der gehört nicht in das materielle Leben! 


Wenigstens EINEN Wunsch sollte auch noch
der Beste aller Menschen bis zu seinem Tode hegen:
Den Wunsch,
SELBST immer mehr ein wahres Kind Gottes zu werden,
sich selbst vervollkommnen…

Wer hier zu früh zufrieden wäre,
würde mit weniger heimkehren, als möglich wäre.
Und dabei hilft natürlich kein Engel!

Ich hoffe, du verstehst deinen alten Engel,
der schon viel erlebt hat und noch mehr erlitten,
der Licht und Schatten kennt und weiß:
Niemals hört die Vollendung auf.
Und ihr Motor ist die wahre Sehnsucht!

U. Ich möchte mich herzlich bei dir bedanken und hoffe,
dass wir Angela auf dem Weg
zu ihrem Selbst helfen konnten.


E. So schnell ist unsere Arbeit nicht getan!
Aber sie beginnt!
Und selbst das ist wunderbar!

Grüß meine Angela, sag ihr:
Aber NATÜRLICH ist sie schön!
(Er lächelt.)
Und natürlich ist sie gut!

Ade vorerst!
Damit verabschiedet sich Angelas Guide,
im Raum bleibt der Duft von Myrrhe…