Schutzengel – Ein lebendiger See braucht auch die trüben Gewässer, denn in ihnen liegen die Nährstoffe.

 Um wirklich zu verstehen, wer du bist,
ist es notwendig,
dass du begreifst:
Dass ein LEBENDIGER See
auch die trüben Gewässer braucht! 

Denn in ihnen liegen die Nährstoffe
für das Wachstum im See.

Ohne schlechte Erfahrungen zu machen
– auch schlechte Erfahrungen mit sich selbst –

ist eine Seele unreif wie die eines dreijährigen Kindes!
Schön und wundervoll ist es der Seele,
wenn sie im Rückblick auf ihr Leben sagen kann:

Siehe, ich habe gesiegt!
Aber nicht weniger wertvoll ist es,
sagen zu können:

Siehe, ich habe überwunden, was in mir dunkel war!
Ein zweiter Kontakt mit einem Schutzengel.

Ich bitte meinen Guide, mich mit Mai,
der Guidin von Gudrun zu verbinden.
Gudrun bittet um dieses Reading.


In einem Park beginnt mein Weg zu Mai.
Ahornbäume spiegeln sich mit ihrem bunten Laub in einem Teich.

Ein dunkler Zufluss ist mit einer roten, halb gebogenen Brücke überspannt, die Luft ist klar und würzig.

Hier und da sehe ich einzelne Menschen.
Einige scheinen hier nur Erholung zu suchen.

Andere sind in gärtnerische Tätigkeiten vertieft.
Aber nirgendwo finde ich Mai.

Dabei spüre ich eine eigenartige, tiefe Sehnsucht danach,
sie wieder zu sehen.

Lange muss ich gehen!
Der Weg führt einen Hügel hinauf,
dort steht – verborgen unter hohem Bambus – ein kleiner Schrein, gerade so groß, dass man darin stehen kann.

Hier finde ich Mai.
In den Händen hält sie Räucherstäbchen, sie singt dazu: 
merkwürdig die Tonfolge, fremd und doch wunderschön!

Dann nimmt sie kleine Blechschellen
und bringt sie rhythmisch zum Klingen.
Dabei geht sie um den Altar herum,
vor dem sie sich wieder und wieder verbeugt.

Als dies beendet ist, verbeugt sie sich abermals vor dem Altar,
zieht drei Blüten aus dem Haar
und legt sie in eine kleine, goldene Opferschale,
in der anscheinend schon viele Menschen
duftende Blüten gelegt haben.

Ich wage es nicht, mich bemerkbar zu machen,
so heilig erscheint mir der Vorgang.


M: Du darfst mich ruhig begrüßen, Uta,
komm nur zu mir!

(Das sagt sie, ohne sich zu mir umzusehen.)
Ich stelle mich neben Mai.
Jetzt erst sehe ich, dass hier unzählig viele alte Fotos stehen
und hinter diesen Fotos noch mehr.

Je länger ich schaue, umso mehr werden es:
Menschen aller Rassen und jeden Alters.
Aber alt schaut jedes dieser Bilder aus, verblichen!


U: Mai!
Wie schön, dich wiederzusehen!


M: Ich musste lange warten
(sie nimmt meine Hand und drückt sie leicht,
ihre Finger sind kühl und zart, dennoch fest).


U: Was tust du hier?


M: Ich verneige mich…


U: Das habe ich gesehen.
Aber vor wem?


M: Vor den „Ahnen“!
Das hätte ich gesagt in meiner Inkarnationszeit. 
Vor den Menschen,
die es wagen, zu inkarnieren!
Das sage ich jetzt!


U: Hast du ihnen geopfert?


M: Geopfert?
Wie könnte ich denen ein Opfer bringen,
die nicht mehr sind?

Ich habe ihnen Ehre erwiesen, Uta!
Das ist kein Opfer!
Das ist notwendig,
damit der Menschheit die Kraft nicht verloren geht!


U: Aber sind ihre Seelen nicht längst wieder inkarniert?


M: Natürlich sind sie das!
Umso wichtiger ist es, dass jene Anteile ihrer Seele,
die in der Ewigkeit verbleiben, Ehre erfahren!

Oh (lächelt), ich weiß, was du mich fragen willst:
Nicht jeder Vorfahre der Menschen ist würdig,
Ehre zu erfahren!
Nicht wahr?
Das willst du sagen?


U: Ja…


M: Hm…
Ehre.
Weißt du nicht,
dass ich damit keine Art Orden meine?
Ich spreche nicht von einer Belohnung guter Taten,
ich spreche von etwas ganz, ganz Anderem!
Hast du die vielen Gesichter gesehen?


U: Ich sah Fotos, so viele!
Je länger ich schaute,
um so weiter schien ich zurück zu schauen…


M: Hm, hm, du hast mich gesehen?


U: Dich?


M: Ja, alle Inkarnationen, die ich je hatte!


U: Und die ehrst du?

M: Nein! (Lacht.)
Ich sah all jene, die mich begleiteten!
Du wolltest mir begegnen,
ich wollte denen Ehre geben,
die mir halfen, Erfahrungen zu machen.


Das hier ist ein magischer Ort!
Jeder sieht nicht nur das EINE!
Sondern das ALLES!
Es ist der Ort,
in dem alle Zusammenhänge offenbar werden.


Uta, wenn ihr von eurem Ich sprecht,
dann ist meistens genau die Persönlichkeit gemeint,
die euch gerade jetzt bewusst ist.

Wenn du „Ich“ sagst:
Dann ist das
Uta, die Ehefrau,
die Mutter zweier erwachsener Kinder,
das Medium,
die Freundin,
die Vermittlerin gemeint.
Eben DU in allen Verbindlichkeiten,
die für dich aktuell von Bedeutung sind.

Aber sag mir:
Wäre dieses aktuelle Ich
möglich ohne deine vergangenen Persönlichkeiten?
Wärest du DIESE Uta – Mutter,
Uta – Ehefrau,
Uta – Medium,
usw.
ohne dein Ich,
wie es vor 5 Jahren,
10 Jahren,
20 Jahren,
50 Jahren war?


U: Nein, ganz sicher nicht!
Aber ist das nicht stets dasselbe Ich?


Statt mir zu antworten,
nimmt sie mich bei der Hand
und geht mit mir hinaus.
Von hier aus sehe ich unter mir den See und den Park.


M: Dieser See hat viele Zuflüsse!
Über Einen davon bist du hierher gekommen,
den Anderen siehst du dort hinten,
die Weiteren sind nicht sichtbar.

Sieh da hinüber!

U. Da, wohin sie zeigt,
sehe ich Arbeiter einen breiten tiefen Graben ausheben.


M: Dort entsteht ein neuer Zufluss.
Wenn im nächsten Frühjahr die Schneeschmelze beginnt,
werden sich frische Bergwasser darin sammeln
und so ihren Weg in den See finden.


U: Die schaffen hier immer mehr Zuflüsse?


M: Ja!
Es werden immer mehr!


U: Aber dann muss der See doch irgendwann überlaufen!


M: Hm, hm!
Mit diesem Einwand habe ich gerechnet.
Aber das geschieht nicht…

Steig dort in den Baum und beschreibe, was du siehst!

Ich habe es nicht schwer,
in den beschriebenen Baum zu klettern.
Seine Äste hängen stark und kräftig direkt über der Erde.
Und schon nach dem vierten Ast
habe ich eine wunderbare Aussicht.

Jetzt sehe ich, dass der See viel größer ist, als ich dachte:
An seinem südlichsten Ufer aber
speist er einen breiten Strom,
der sich in unzähligen Windungen bis zum Horizont zieht.
Dort schimmert unendlich weit
ein silbern glitzerndes Meer!


Ich würde am Liebsten hier oben bleiben,
aber Mai fordert mich auf,
wieder zu ihr zu kommen.


M: Siehst du?
Dein Bewusstsein hat sich gerade erweitert!
(Sie lächelt.)


U: WAS?!
Ich habe nur mehr gesehen als vorher!


M: Eben darum hat sich dein Bewusstsein erweitert.
Du hast eine höhere Position der Betrachtung angenommen
und hast UMFASSENDE Erkenntnisse
über das Gewässer gemacht.

Am Beginn deiner Reise zu mir hast du gedacht,
dass du vor einem Teich stehen würdest.
Dann bist du von der niedrigen Position aufgestiegen
diesen Berg hoch.
Hier konntest du sehen, dass es kein Teich,
sondern ein See ist.

Aber erst,
als du die üblichen Betrachtungsperspektiven verlassen hast,
hast du das ganze Ausmaß dieses Sees erkannt und auch,
wohin er mündet!


Liebe Gudrun, dies soll dir ein Beispiel sein
für die Betrachtungen des Ichs!

Ich weiß, meine Liebe:
Oft plagt dich mit gewissem Unbehagen
die Frage nach dem Sinn deines Lebens.
Dann schaust du auf dich
und siehst nur einen kleinen Teil.

Leicht glaubt ein Mensch dann, dass er nichts Großes ist
und sein Leben keinerlei nennenswerte Bedeutung hätte. 
Er ist sich dann sozusagen nichts weiter als ein Teich!


Wenn er es aber auf sich nimmt,
mit etwas Mühe über die Brücke zu gehen
– die euer Alltags-Wissen mit den
religiöser Wahrnehmungen verbindet –
dann mag er sehen, dass sein Teich Kräfte bekommt
von Irgendwo her, ihm „Wasser des Lebens“ zufließen.

Mit solchem Bewusstsein mag der Mensch gut leben können! 
Und für die Meisten von euch endet hier
schon das höchste Maß des Bewusstseins,
das ihr haben wollt!


Einige aber von euch, die steigen sogar einen Berg hinauf!
Nämlich jenen Berg,
der zur Ehr-Bezeugung dessen, was vergangen ist, da ist!

Gudrun, das ist mir sehr wichtig!
Bitte steig auf den Berg und schau auf das,
was gestern war!

Mein Lieb, ich will dich nicht quälen!

Du sagst: Es war genug Leid,
warum zurückschauen?

Weil du sonst mit dem falschen Blick nach vorn schaust!

Wenn du dein Leben betrachtest wie eine nicht enden wollende
Aneinanderreihung vergeblicher Mühen:
Dann, mein gutes Herz, dann wird es schwer für dich:
Je zu verstehen, wer du wirklich bist.

Wer dieses „Ich“ ist!

Es ist mehr als die Erschöpfung der jetzigen Tage!
Es ist auch mehr als das LEID von Gestern.
Es ist vor allem eins:
KRAFT!
Eine immense Überlebens-Kraft!

Gudrun?
Versuch, diese Kraft wieder zu erinnern!
Ohne sie wirst du anfangen,
dich mehr und mehr als Opfer zu sehen:

Opfer deiner Ent – Täuschungen.

Bleiben wir im Gleichnis:
Als Uta dort unten am Eingang des Parks
das Gewässer sah, täuschte sie sich darin, dass sie dachte:
es sei ein KLEINES Gewässer…

Doch je höher sie stieg, umso mehr nahm die Täuschung ab,
bis sie letztlich die ganze Breite, Tiefe und Länge des Sees sah.

Doch nicht genug damit:
Sie sah auch, dass dieser See
– gespeist aus unzähligen Zuflüssen –
das ganz Große speiste: das UNENDLICHE Meer.


Eines Tages, mein Lieb,
wirst du in der ganzen Tiefe verstehen,
von welchem Wunder ich dir hier spreche!

Eines Tages wirst du es fühlen UND wissen!

Doch soweit ist es noch nicht.
Fürs Erste muss es genug sein,
mich zu verstehen
und das Bild des Sees dabei im Herzen zu bewahren.


Gudrun:
Der See ist dein „Ich“!
Gespeist wird er von allen anderen Leben, die du je hattest!

Alle Erfahrungen, alle Siege,
aber auch alle unerfüllten Sehnsüchte
und auch alle Niederlagen und Enttäuschungen,
die du je erlebt hast!
Die gehören in deinen SEE,
in dein ICH!


So bringen sie gute, reine Wasser mit sich,
aber auch trübe…

Doch, um wirklich zu verstehen, wer du bist,
ist es notwendig, dass du begreifst:
Dass ein LEBENDIGER See auch die trüben Gewässer braucht! 
Denn in ihnen liegen die Nährstoffe für das Wachstum im See!


Ohne schlechte Erfahrungen zu machen
– auch schlechte Erfahrungen mit sich selbst –
ist eine Seele unreif wie die eines dreijährigen Kindes!

Schön und wundervoll ist es der Seele,
wenn sie im Rückblick auf ihr Leben sagen kann:
Siehe, ich habe gesiegt!


Aber nicht weniger wertvoll ist es, sagen zu können:
Siehe, ich habe überwunden,
was in mir Dunkel war!


Aus tausend Wassern speist sich dein Ich!
Du kennst weder die Zahl deiner Leben
noch welche Qualität deine Leben hatten.

Denn würdest du sie in der ganzen Fülle kennen:
Ein normales Leben in der Welt
wäre dir nicht mehr möglich! 
Denn es gäbe nichts mehr,
was dich schrecken würde,
aber auch nichts mehr,
was dir Freude wäre.

Es gäbe keine Herausforderung,
aber es gäbe auch keinen Verlust mehr,
den du betrauern könntest.

Darum ist es so eingerichtet, dass ihr zu Lebzeiten
niemals das ganze Ausmaß eures Ichs erkennen könnt!

Nur was wir euch erlauben, zu erinnern,
damit es eurem Wachstum dient,
bildet da eine Ausnahme!


Doch obwohl du deinen See, der das Meer speist,
zu Lebzeiten nie in seiner ganzen Schönheit betrachten wirst,
möchte ich dir sagen:
Bitte lass das Wissen darum,
dass du größer, tiefer und weiter bist,
als du jetzt auch nur ahnen kannst,
in deinem Herzen wachsen!

Lass dir das Wissen um diese Wahrheit eine feste Basis sein,
auf der du dein Ich, so wie du es erkennen magst, stehen lässt.

Du hast dein Leben nicht auf „Sand“ gebaut!
Du stehst auf den Erfahrungen Hunderter Leben! 
Du merkst es nicht und weißt nichts davon!
Und doch waren es die Erfahrungen deiner Seele,
die dich in schwerer Zeit immer wieder aufstehen ließen,
um dich in deine Kraft zu bringen.

Ein UR-WISSEN darum, dass es sich lohnt, zu leben.

Heute fordere ich dich auf,
zurückzuschauen auf alles,
was du überwunden hast ebenso
wie auf alles, was du bewirkt hast!


Frage dich einmal für jeden Menschen,
der in deinem Leben Bedeutung hatte:

Was wäre gewesen,
wäre ich nie geboren worden?


Ich weiß schon!
Jetzt möchtest du mir sagen:

Dann hätte es eine Andere übernommen…

Gudrun?
Aber kein See gleicht dem Anderen!

Es gibt keine zwei Seelen in aller Ewigkeit,
die gleich wären!


Ohne dich in deiner Welt, deiner Zeit
hätte dem Universum ein bedeutender Baustein gefehlt!

Denn so, wie dein Ich durch das Verhalten Anderer lernte,
Erfahrungen sammelte und zu mehr Verständnis seiner Selbst kam,
so hast auch du auf Andere gewirkt!


Dies alles bitte ich aufs Gründlichste zu überdenken!
Versuch, in deinem Herzen zu fühlen, ob ich wahr spreche.

Dann erst bist du bereit, zu verstehen,
was ich dir nun zu sagen habe:

Alles in der Welt hat seine Zeit!

Es gibt Zeiten, da heißt es:
Das Leben aktiv anzugehen.
Dinge müssen zuerst gewollt, dann geplant
und letztlich in Taten umgesetzt werden.


Alles untersteht in erster Linie dem Willen des Ichs.

Aber es gibt auch eine Zeit,
da geht es nicht darum,
dem eigenen Wollen zu folgen.
Sondern es geht darum,
einem übergeordneten Wollen
seine Kraft anzubieten.


Wie die Erde,
auf die im Frühjahr die wärmende Sonne scheint,
sich anbietet, alles aus sich hervor zu bringen,
was in ihr den Winter über ruhte!

In einer solchen Zeit ist die Frage nicht:
Was WILL ich aus mir heraus erschaffen?
Sondern:
Was KANN ich aus mir und durch mich fördern,
damit es SEIN Leben hat?


Die Erde:
Sie unterscheidet nicht zwischen Unkraut und Rosen!
Sie bringt jedes Ding, was in ihr ist, zum Wachsen:
sobald die Zeit dafür gekommen ist.

Sie empfängt ihre „Befehle“ durch die Sonne!

Sie ist nicht der Schöpfer dessen,
was da aus ihr heraus Kraft bekommt!
Sondern sie folgt einfach dem, was gerade anliegt.

Sie ist ganz und gar die „Empfangende“!

Ich möchte dir helfen, zu verstehen,
liebe Gudrun,
dass jetzt für dich eine solche Zeit gekommen ist,
Empfängerin zu sein!

Von wem aber empfängt der Mensch?
Von uns, mein Liebes!
Doch wie merkt der Mensch das?
In dem er tut,
was gerade JETZT von ihm möglich ist,
zu tun!


Du zermarterst dich,
indem du dich vor Zukünftigen fürchtest.

Du weißt eben nicht,
was in der Zukunft entstehen kann
und möchtest doch so gerne sicheren Weges gehen.

Der sicherste Weg aber ist zur Zeit der,
deiner Intuition zu folgen
oder den Notwendigkeiten des Alltags!


Gudrun, du hast ganz gewiss die Kraft dazu!
Aber du hast noch nicht verstanden,
dass du diesen Zufluss wirklich hast:

Die INSPIRATION!

Dein Leben lang hast du versucht,
alles zum Besten zu richten!
Weniger für dich als für jene, die du liebtest.

Jetzt ist es Zeit, zu lernen, dich von uns FÜHREN zu lassen:

Ich empfange ganz gewiss
zur rechten Zeit die rechte Inspiration,
um das zu tun, was gut ist!

Denn das Gute und Wahre will sowohl ich
als auch der Himmel auf dieser Welt bewirken!


Liebes, kannst du dir vorstellen,
Gottes Garten zu sein?

Er hat die Samen in deine Erde gelegt,
er lässt die Sonne zur rechten Zeit scheinen
und gibt den Regen.
Alles, was du zu tun hast, ist:
Die Inspiration anzunehmen und zu folgen!
Nichts weiter!


Du wirst sehen, wie viel Freude in der Erfahrung liegt,
die du in dieser inneren Einstellung machen kannst!

Deine Seele hat noch sehr viel Angst davor!

Sie ist es so gewöhnt,
SELBST Diejenige zu sein,
die Fakten schafft,
Willen bekundet.

Jetzt soll sie folgen?
Ja!
Jetzt soll sie lernen, zu folgen!

Uta, schau dort!

Mai weist auf eine kleine Terrasse unter mir.
Dort sitzt ein junges Mädchen und pflanzt etwas.
Ich erkenne nicht, was es ist.


M: Sie pflanzt Kürbispflanzen!


U: Ist das nicht Unsinn?
Es ist Herbst, ehe diese Pflanzen groß sind,
wird der Frost kommen!


M: Woher weißt du, dass der Frost kommen wird?


U: Die Luft riecht herbstlich, die Ahornblätter sind bunt,
natürlich wird es schon bald zu kalt für Kürbispflanzen sein!


M: Ja, das ist dein Wissen und das ist richtiges Wissen!

Dennoch hat das Mädchen Recht!
Schau weiter hin!


U: Ich sehe Männer kommen.
Sie überbauen die Terrasse mit Stäben aus Bambus und Reispapier.
Sie bringen einen kleinen Ofen, den stellen sie dort hinein.
Eine Art Gewächshaus entsteht!


M: Das Mädchen wusste nicht um diese Möglichkeit,
sie hatte aber die Inspiration,
diese Pflanzen hier zu setzen! 
Und du siehst:
Sie hat weise gehandelt.


Das Geheimnis war:
Sich dem anzuvertrauen,
was Gott in uns Wach ruft!

Es versteht sich sicher von selbst,
dass die wichtigste Aufgabe dabei ist: 
Immer wieder zu überprüfen, ob die Inspiration, die man hat,
wirklich dem Leben dient oder nur verdeckter Eigenwille ist!
Nicht wahr?


U: Na, ich glaube,
so einfach ist das gar nicht…


M: Vielleicht ist es nicht einfach,
aber es ist sehr beglückend,
sich als Werkzeug Gottes zu erfahren!


Dieses Glück, liebe Gudrun,
wünsche ich dir aus tiefster Seele!

Und was immer ich tun kann,
um dir dabei zu helfen, will ich gerne tun.

Denn ich bin ein Teil der Zuflüsse deines Sees
und nichts wünsche ich mir mehr,
als dass du seine ganze Tiefe und Länge verstehst!


U: Vielen Dank, liebe Mai,
könntest du jetzt bitte Gudruns Fragen beantworten?


M: Gerne…


U: Sie fragt:
Wie kann ich an meinen
eingefahrenen Glaubenssätzen arbeiten und sie auflösen,
um eine Änderung in meiner Partnerschaft
und in meinem Handeln zu ermöglichen?


M: Ohne deine Perspektive zu ändern,
wird es nicht gehen!

Gudrun, du kennst dein ICH zu wenig!

Versteh mich nicht falsch!
Ich weiß,
WIE SEHR du an dir gearbeitet hast! 
Aber es ist sehr schwer,
sich aus der gleichen Ebene heraus einen Überblick zu verschaffen.

Zu Angst besetzt ist es für dich, dein WOLLEN loszulassen!
Und dies mit gutem Grund!


Denn bisher hat das Leben dir Menschen zugeteilt,
die BRAUCHTEN und
MISSBRAUCHTEN deinen! guten Willen mit IHNEN,
um sich ihren Ziele hingeben zu können!


Ihr! Wille jedenfalls hätte nicht gereicht,
um zu sichern,
was ich einmal ein „gutes Leben“ nennen möchte!


Sie benutzten deinen Willen!
Und so KONNTEST du gar nicht auf die Idee kommen:
Dass auch du! die Möglichkeit hast,
dem Willen eines Anderen folgen zu dürfen!


Nur darf dies eben kein Mensch sein, mein Lieb! 
Sondern wir!
Die guten Mächte, die dich so gerne führen würden,
wenn du es uns erlauben könntest!

Es ist dem Menschen sehr schwer,
aus seiner Sicht auf seine Welt herauf zu steigen.
Er braucht Hilfe dabei und Mut.

Denn dein Wille ist gut!
DAS weißt du, auf ihn magst du vertrauen!
Er hat dich viel Schweres durchstehen lassen.
Aber es ist auch sehr, sehr anstrengend,
wenn man damit ganz allein ist!


U: Sie fragt: Soll ich meine große Liebe aufgeben?


M: Aber Gudrun:
Wie dürfte ich dir sagen: Tu dies oder tu das?

Ich möchte, dass du Eines in den Mittelpunkt
deiner Bestrebungen stellst:

Nicht, ob du deine Partnerschaft beendest oder nicht… 

Sondern, dass es DIR mit dir selbst endlich gut geht!
Alles Andere fügt sich!

Du willst ein lebendiges Leben, eines, das einen Sinn hat!

Du willst am Ende darauf schauen und sagen:
Ich habs gut gemacht!

DAS ist wichtig!
Alles Andere folgt dem nach!


U: Möchtest du ihr von ihrem Sohn
etwas sagen oder ausrichten?


M: Seine Seele liebt dich, Gudrun, und dankt dir für all deine Liebe,
die du ihm gegeben hast.


Und auch er ist der Ansicht,
dass jetzt DU an DICH denken solltest!
Und wie du dazu finden kannst,
für dein Leben dankbar sein zu können.


Er sagt:
Du hast so oft darüber nachgedacht, nicht „richtig“ zu lieben.

Er möchte dir sagen:
Du liebst Andere immer „richtig“,
nur dich selbst zu wenig!


U: Mehr Fragen hat Gudrun nicht…


M: Doch, TAUSEND! (Sie lächelt.)

Aber sie bezweifelt,
dass wir sie beantworten können.


Gudrun?
Ich habe dich sehr, sehr lieb.
Aber ich bitte dich auch sehr,
jetzt dein ICH wirklich kennen zu lernen!

Zumindest den Teil,
von dem ich mir wünsche,
dass er dir bewusst wird.


Jetzt trockne deine Tränen…

Es geht jetzt WIRKLICH um dich!
Und das darf es auch!
Findest du nicht?

Deine Mai!