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Elia – Wenn die Seele heimgeht, dann geht sie! Das scheint den Lebenden oft gnadenlos.

Wenn die Seele heimgeht, dann geht sie! 
Das scheint den Lebenden oft gnadenlos.
Das scheint der Mutter,
die ihr geliebtes Baby verliert, gnadenlos.

Das scheint dem Kind,
das den Vater verliert, gnadenlos.

Und das scheint der Ehefrau,
die den geliebten Partner verliert, gnadenlos.
Elia

Zu Gast ist Inge.

Elia: Guten Abend, liebe Freunde.

Hajo: Guten Abend, Elia.

Inge: Guten Abend, Elia.

E: Guten Abend, Inge.
Bin ich gruselig? Ich hoffe nicht.
Inge, Seelen kennen Seelen wieder.
Und ich kenne dich so wie du mich.
Wir sind einander zugeneigt.
Ich freue mich so sehr, dich hier zu sehen.

Aber ich möchte dir etwas sagen:
Du erinnerst mich an den Duft von Rosen.

Das ist sehr schön.
Ich möchte, dass du weißt, dass die Spuren,
die deine Seele bei anderen Seelen hinterlassen hat:

gute Erinnerungen sind.
Und nun bitte ich dich, die erste Frage zu stellen.

Inge: Kommen Hans und ich…
Kennen wir uns schon aus einem früheren Leben?

E: Ja, das tut ihr. Das tut ihr mehrfach sogar.
Es waren leichte und es waren schwere Leben darunter.
Ich vermute, diese Frage zieht weitere Fragen nach sich,
nicht wahr?

I: Ja. War sein Tod im großen Plan so festgelegt
oder gab es Kunstfehler bei der Erkrankung?

Oder habe ich irgend was falsch gemacht?

E: Nein!
Inge: Ehe eine Seele sich entschließt,
wieder einen Leib anzunehmen,

beschließt sie auch den Zeitpunkt ihres Todes!
Unverrückbar steht dieser Zeitpunkt fest!

Ich weiß, es ist schmerzlich, zu begreifen: 
Dass der Wille des Menschen an diesem Punkt endet!

Nicht nur der Wille, sondern was bedeutender ist:
auch die menschliche Macht!

Wie viel Macht hat das neu geborene Kind außer einer,
dass es geboren wird?

Fertigkeiten, Wissen, Ahnungen, Instinkte, Triebe.
All das ist euch gegeben und darüber dürft ihr in der Tat verfügen.

Aber euer Lebensende bestimmt ihr nicht!

Erst wenn die Seele bereit ist, zu gehen, geht sie!
Und das kann im krassen Widerspruch zu dem stehen,
was der Mensch außer der Seele ist.

Das kann im latenten Widerspruch zu seinem Willen stehen!
Aber der Todeszeitpunkt steht fest!

Kein Arzt hätte Hans heilen können und auch deine Liebe nicht.
Kannst du das akzeptieren?

I: Ja.

E: Wenn die Seele heimgeht, dann geht sie:
Weil sie ihr „Es ist genug!“ hat!

Das scheint den Lebenden oft gnadenlos.
Das scheint der Mutter, die ihr geliebtes Baby verliert, gnadenlos.
Das scheint dem Kind, das den Vater verliert, gnadenlos.
Und das scheint der Ehefrau, die den geliebten Partner verliert, gnadenlos.

Aber an dem „Es ist genug!“ 
kann selbst der Wille des Verstorbenen nichts ändern.

Denn die Seele ist größer als der Wille!
Deine nächste Frage bitte?

I: Warum habe ich mich im Leben noch nie richtig Zuhause gefühlt?

E: Weil dir die Härte der Welt nicht die Heimat ist
und du das Wissen darum nie verloren hast!
Dies ist für dich in deinem Unbewussten
außerhalb des Garten Eden sein und das weißt du.
Du spürst das in dir!

Du verstehst so oft die Mechanismen
des Denkens und Handelns deiner Mitmenschen nicht.
Du weißt in dir intuitiv, dass wahre Begegnung
etwas mit liebevoller Zuwendung zu tun hat.

Und du weißt in dir intuitiv, dass man diese Welt fördern kann,
indem man seinen Nächsten fördert.

All diese Prinzipien scheinen aber
in dieser Welt außer Funktion gesetzt zu sein.

Insofern möchte ich es so formulieren:
Dass deine Seele eine andere Sprache spricht.
Du hast die Vokabeln der Welt gelernt.
Aber es ist nicht deine Muttersprache!

Verstehst du, was ich meine?

I: Ja.

E: Dies erzeugt ein Fremd sein und
– und das ist das eigentlich Schmerzliche –
die Vermutung des Falsch seins.

Aber diese Welt, in der du lebst, besteht nicht nur aus Menschen!

Sie hat auch Tiere und Pflanzen.
Sie hat die Wunder der Natur.
Und all diese natürlichen Dinge, die sprechen deine Sprache:
Sich fördern, sich stützen, einander zur Wohlfahrt dienen.
Das sind die Regeln der Heimat!
Unsere Regeln.

Nun kann man darüber traurig sein,
dass man die Heimat nicht mehr hat.

Man kann aber auch wie ein guter Lehrer
auf die Kinder schauen und sagen:
„Auch wenn ihr mich nicht versteht,
auch wenn ihr meine Sprache nicht sprecht:
Eines weiß ich gewiss: Ihr werdet sie lernen.“

Denn das ist wirklich wahr, Inge:
Sie werden alle die Sprache der Liebe lernen.

Selbst bei jenen, bei denen scheinbar keine Chance besteht:
Sie werden sie lernen!

Aber was mir wichtig ist, ist dir zu sagen:
Du bist richtig!
Und deine Sprache des Herzens ist schön!
Ja?

I: Danke.