Karpfen

Stell dir die Welt der Karpfen in einem Teich vor…

Stell dir die Welt der Karpfen in einem Teich vor…
Stell dir einen Teich vor:
Ihn trennt nur ein zwanzig Meter breiter Streifen vom Meer.
Aber die Welt der Karpfen in diesem Teich ist eng und trüb:
kein Licht, keine Freiheit, keine Lust am sich selbst sein.

So ist die Welt!
Würde ein Karpfen sagen…

Auszug aus einem Schutzengelkontakt

 

Hilde: Oft leide ich an der Entwicklung der Menschen,
dem egoistischen und rohen Umgang miteinander,
dem vielen Neid, den seelischen Verletzungen,
die Menschen einander zufügen,
dem Verlust aller Werte
und den vielen dekadenten Erscheinungen unserer Zeit.

Kannst du zu dieser Entwicklung etwas sagen
und hast du einen weisen Rat, damit umzugehen?

Guide: Liebste Hilde, was soll ich dir hierzu sagen?
Sieh nur, wie schwer es ist, die eigenen Ursachen zu erkennen,
die Wirkung auf dein Verhalten haben.
Und wie schwer erst ist zu erkennen,
welche Ursachen all die Wahrnehmungen, die du machst, haben?

Du weißt es nicht, du siehst nur die Wirkung und du siehst,
dass die Wirkung neue Ursachen bringen wird.

Wahrlich ist es schwer, dies zu ertragen und doch:
Gerade ich sage dir:
Hör NIEMALS auf, an das Gute im Menschen zu glauben!

Nie! Hörst du!
Denn wenn das geschieht, verlierst du dich,
wie ich mich verlor in den letzten Jahren meines Lebens…

Stell dir einen Teich vor:
Ihn trennt nur ein zwanzig Meter breiter Streifen vom Meer.

Aber die Welt der Karpfen in diesem Teich ist eng und trüb:
kein Licht, keine Freiheit, keine Lust am sich selbst sein.
So ist die Welt, würde ein Karpfen sagen…

Und jetzt stell dir vor, eine mächtige Sturmflut käme
und würde den zwanzig Meter langen Damm brechen
und Teich und Ozean würden EINS.
Was unser kleiner Karpfen wohl dazu sagen würde? (Lächelt.)

Meine liebe Hilde, noch seid ihr im Teich!

Was ich damit sagen will:
Aus der begrenzten Möglichkeit heraus kann auch
nur eine begrenzte Wahrheit wahrgenommen werden,
die wiederum nur eine begrenzte Sicht auf zukünftige Wirkungen erlaubt. Mach dir dies in seiner ganzen Tiefe bewusst.

Für mich war 1949 die Welt und der Mensch
das Grausamste und Unwürdigste, was je existierte.
Und nichts hätte ich als gerechter empfunden als einen richtenden Gott,
der dies alles vernichtet mit
einer Sündflut, einer Feuerwalze, einem Komet, egal…

Aber 1949 gab es auch Wundervolles zwischen Menschen.

Es gab Kämpfer für mehr Menschenrechte,
es gab gelebte Nächstenliebe
und verantwortungsvollste Machtträger.
Nur eben nicht in meinem Karpfenteich!

Kennst du die Welt und die Menschenseelen?
Nein, du kennst nur deinen Teich.
Aber es gibt den weiten Ozean, ganz gewiss gibt es den.

Der Teich freilich, der unsauber, eng, überdüngt
und ohne Zugang zu frischen Wassern war, der droht zu „kippen“,
wie man bei euch über solche Gewässer sagt.

Nun, was ist in DEINER Möglichkeit, etwas zu tun?
Nicht viel, Hilde, nicht viel.
Und doch RIESIGES, wenn du es denn könntest…

Du könntest beten.
Du könntest beginnen, für alle Seelen zu beten,
die sich daran beteiligen, den Teich zu verderben.

Sie folgen nur IHREN Ursachen und wissen darum so wenig,
wie du wusstest. Sie machen sich unwissend „schuldig“.

Du meinst, sie MÜSSEN doch wissen?
Nein, Hilde, es gibt Ursachen, die sie blind und taub sein lassen.
Sie wissen nicht!

Sie können wie denen gleich, die stark fehlsichtig sind,
die Wirkungen ihres Handelns erst erkennen,
wenn sie selbst unmittelbar damit konfrontiert sind…

Dafür haben sie Ursachen in vergangenen Leben
und in den Forderungen ihrer Gesellschaft und ihrer Familien.

Bete, Hilde, bete!
Statt dich zu fürchten und bleib dabei, ANDERS zu sein
als alle Anderen im Karpfenteich.