Elia – Antwort an eine Heilerin auf die Frage: Darf ich denn mit meinen Klienten experimentieren?

Anna:
Darf ich denn mit meinen Klienten experimentieren?

Elia:
Du musst.

Denn dieser Klient ist völlig neu.
Eine unvergleichliche Persönlichkeit.
Er mag in Vielem anderen Klienten entsprechen.
Und du magst sagen:
Ah ja, dieses Problem kenne ich.
Das ist mir schon 200 Mal begegnet! 
Und das kann auch so sein.

Zu Gast ist Anna.

Elia: Guten Abend, liebe Freunde.

Hajo: Guten Abend.

Anna: Guten Abend, Elia.

E: Guten Abend, meine Liebe.
Einen Sack voller Fragen.
Ich schlage vor, wir beginnen gleich,
ohne dass ich in eine lange Vorrede verfalle,
wie es gelegentlich meine Neigung ist.

Du bist da, um das Beste nicht für dich,
sondern für deine Klienten herauszuholen.

Anna, das ist der Motor
und dieser Motor läuft bei dir.

Nur hast du kein Vertrauen darin.
Du traust dir nicht zu:
Dass du so gut bist, wie du bist!

Das ist noch eine Blockade, die gelöst werden sollte.
Ich sage dies gleich zu Beginn.
Denn es ist mir ein großes Anliegen,
dir diese Last von den Schultern nehmen zu können,
indem ich darauf hinweise.
Ja?

Ich bitte dich jetzt um die erste Frage:

A: Ich fühle mich oft so starr und so schwerfällig,
wenn es darum geht, dass ich mein Eigenes finde.
Das ist – glaube ich –
im Moment ein ganz wichtiges Thema für mich.
Und ich habe dann Ideen für Experimente
und dann bremse ich mich wieder aus.
Das kann ich nicht,
das darf ich nicht,
das habe ich nicht gelernt…
Und was, wenn was passiert?

E: Anna, kannst du dir vorstellen,
dass das Problem darin liegt,
dass du der Ansicht bist,
dein Eigenes sei etwas sehr Starres?

A: Mein Eigenes sei etwas sehr Starres?
Mein Eigenes ist gar nichts Starres.

E: Nein.
Sondern
– und das ist ganz wichtig für jeden Menschen,
der betreuend, beratend und lindernd auf Andere zugeht –
ein guter Heiler
– medial oder nicht medial – 
der ist sich der Tatsache bewusst,
dass er selbst sich zu wandeln weiß.
Dass er eben NICHT starr reagiert, sondern flexibel.
Was macht einen ganz schlechten Arzt aus,
liebe Anna?

A: Wenn er nach Schema F. mit seinen Patienten umgeht.

E: Ja, natürlich.
Das ist wirklich das Hinderlichste, was sein kann! 
Und das Gefährlichste! 
Denn ein Mensch, der so starr ist,
der achtet nicht auf feine Signale.

A: Ja.

E: Der hört zum Beispiel nicht zu Ende zu.
Er gibt sich keinen Raum,
etwas Neues zu hinterfragen,
eine neue Verbindung zu knüpfen.
Er geht aus dem Experiment heraus.

Nun magst du einwenden:
Darf ich denn mit meinen Klienten experimentieren?

Du musst!
Denn dieser Klient ist völlig neu:
Eine unvergleichliche Persönlichkeit.
Er mag in Vielem anderen Klienten entsprechen.
Und du magst sagen:
Ah ja, dieses Problem kenne ich,
das ist mir schon 200 Mal begegnet!
Und das kann auch so sein.

Aber auch, wenn dies so ist,
mag es sein, dass es eine Besonderheit gibt,
die alles Infrage stellt,
was du bei den 200 Klienten vorher getan hast. 
Die dich zu Recht inspiriert,
experimentell zu bleiben.

Nicht: Ich behandele so und so.
Sondern: Ich versuche,
ob dieses – mein Werkzeug – hier gut ist.
Und wenn nicht, dann suche ich ein Anderes.

Ich versuche,
ob diese Gesprächstechnik gut ist.
Und wenn nicht, gehe ich in eine Andere.

Ich versuche,
ob die Aufnahme von Nähe gut für ihn ist.
Und wenn nicht, gehe ich in die Distanz.
Das heißt:
Der Klient gibt vor, wie du Re-agierst.

A: Ja.

E: Und du beobachtest deine Re-Aktion
und kannst so zu immer offeneren Wegen
mit ihm gemeinsam kommen.
Das ist UNERLÄSSLICH,
um ein guter Heiler zu sein! 
Die individuelle Situation betrachten,
die Individualität des Klienten betrachten
und auch dich selbst betrachten.

Dazu hast du wenig Zeit,
wenn du einen Klienten nur einmal triffst.
Und du musst wissen
– genauso wie der Klient wissen muss –
dass ein einmaliges Treffen nicht so umfangreich,
so intensiv sein kann wie eine Folge. 
Sagen wir eine Abfolge von vielleicht 3 oder 6 Mal oder 10 Mal.

Und du als Therapeut musst wissen,
dass sich die Anzahl der therapeutischen Behandlungs-Intervalle
an dem Problem zu orientieren hat.
Es mag ja sein, dass du einen Trauernden
mit einem einzigen Kontakt mit seinem Verstorbenen
aus der unendlichen Trauer
in eine bessere Stufe bringen kannst.

Es mag genauso sein,
dass dieser Trauerfall
so viel Kompliziertes, Schweres
aus seiner Vergangenheit aufwühlt,
dass es viele Male der Begegnung bedarf,
bis dieser Klient bis in seine Tiefen Heilung erfährt.
Ja?

A: Hm, hm.

E: Deshalb bitte ich dich: 
Deins als etwas anzusehen,
das mit dem Klienten sich stetig wandeln darf.
Deins sollte kein festgelegtes Konstrukt bleiben,
sondern eher eine Art Arztkoffer,
in dem du unterschiedliche Dinge hast,
die zur Verfügung stehen, um sie einzusetzen. 
So, wie der Bedarf es ergibt.

A: Hm, hm.

E: Einverstanden?

A: Ja gut. Danke.

E: Gerne. Deine nächste Frage bitte.

A: Hier geht’s mir um die Qualität der Botschaften.
Wie lerne ich, besser zu fokussieren,
sodass eure Infos neutraler durchkommen können.

E: Ich denke, dass du in deiner Neutralität
schon so weit fortgeschritten bist,
wie deine Ängste es zulassen.
Du darfst aber bitte Eines nicht außer Acht lassen:
Wir kennen dich auch.
Und wir wissen auch,
dass das, was du durchlassen kannst,
individuelle – nämlich Anna – Begrenzungen hat.

So.
Wenn du jetzt aber uns
ein ungeeignetes Werkzeug wärest,
würden wir dir ganz gewiss nicht
mit entsprechenden Botschaften kommen.

Nehmen wir einmal an,
du solltest die physikalischen Zusammenhänge
einer Gegebenheit erklären,
die ein Klient von dir hören möchte.
Freilich wäre sein Guide in der Lage, dies zu erklären.
Du aber nicht!

Also werden wir von dem Gebrauch machen,
was in dir möglich ist.
Und in dir ist eine Form von Zuwendung und Tiefe möglich,
die alles andere als Neutral ist.
Du bist nicht neutral, sondern zugewandt.

Dies zum Einen.

Zum Anderen schicken wir dir unsere Lieben,
weil du in dir eine Begabung hast,
Verdecktes aufzuspüren.
Ja?

A: Hm, hm.

E: Das hast du schon gemerkt.

A: Ja.

E: Diese Begabung, Verdecktes aufzuspüren
in Kombination mit mitmenschlicher Zugewandtheit
scheint uns so ideal,
dass wir auf deine geliebte Neutralität völlig verzichten können.
Kannst du verstehen, warum?

A: Nein.

E: Weil uns die Botschaft wichtiger ist
als der Anteil dessen,
der möglicherweise nicht unserer Zugewandtheit,
sondern deiner entspricht.

Ob DEINE Seele dem Klienten mitfühlend und zugeneigt begegnet
oder UNSERE Seele dies letztlich ist, das ist egal.

Denn das, was bei unserem Schützling geschieht, ist das Gleiche:
Er fühlt sich berührt.

Es bleibt bei dem, was ich zu Anfang sagte:
Das größte Problem ist die Not,
die du damit hast, zu akzeptieren:
WIE gut du bist.

Meine ich es wirklich gut?
Ja.
Anna, was ist denn das Wichtige?
Von wem es kommt
oder was es bewirkt?

A: Was es bewirkt.

E: Ja.
Nur das zählt:
Was es bewirkt!

Noch fehlen dir viele Jahre der Erfahrung.
Noch wirst du immer wieder im Zweifel sein:
War dies ich oder war das wirklich der Guide?

Wir können dir diese Zweifel nicht abnehmen.
Es gibt keine Technik,
sie zu beherrschen.
Sondern diesen Zweifel:
Den musst du tragen.
Das ist schwer und wir wissen das.

Ich habe einmal gesagt. 
Viele sind berufen, 
als Medium zu arbeiten,
aber nur Wenige werden es tun.

Damit habe ich nicht gesagt:
Nur die, die keinen Zweifel haben,
werden es tun.
Nein.

Ihr Medien lebt in einer doppelten Wahrnehmung! 
Diese doppelte Wahrnehmung hat fließende Übergänge.
Das ist sehr schwer.


Darum muss euer ganzes Augenmerk
auf die Auswirkungen dessen,
was ihr sagt, gerichtet sein:
Dass das Wort, das ihr sprecht,
dem Menschen hilft,
in seine Kraft zu kommen!

DAS ist zentral wichtig!

Oft und oft wirst du erleben,
dass du Dinge gesagt hast,
die du zutiefst bezweifelt hast, ob sie richtig waren.
Und doch waren sie richtig!

Und oft und oft wirst du erleben, dass du Dinge sagst: 
Da bist du sehr, sehr sicher, dass sie von uns sind.
Und der Klient sagt Nein!

Und vielleicht triffst du genau diesen Klienten
fünf Jahre später wieder und er sagt:
„Eines will ich ihnen aber noch sagen:
Sie hatten völlig Recht,
aber ich habe das Damals nicht verstanden.“

Was immer du sagst
– ob es von dir kommt oder von uns – 
auch wenn du es nicht entscheiden kannst:
Dann gilt es umso mehr,
das ganze Augenmerk darauf zu lenken! 
Ob es dem Klienten zu seinem Wohle dient!
Nur so wirst du mit dem Zweifel leben können.

Daraus ergeben sich weitere Fragen,
ich weiß…

A: Hm, hm, genau.

E: Deine nächste Frage bitte.

A: Wenn es mir liegt, aufzudecken
und wenn es wichtig ist, zu gucken:
Welche Wirkung hat das,
was ich da bekomme, auf den Klienten?
Wie mache ich das dann am Besten?
Denn es können ja Dinge hochkommen,
die gar nicht so schön sind!

E: Ja, was hab ich eben gesagt?
Im Mittelpunkt steht das Wohl des Klienten.

Das schließt völlig aus,
dass du Dinge sagst,
von denen du nicht sicher weißt,
dass sie verkraftet werden können!
Das ist eine ganz klare Richtlinie.
Ja?

A: Wie kann ich das wissen?

E: Dein Verstand sagt es dir.
Er muss es dir sagen!

Du darfst ungefragt nicht Dinge von dir geben,
die in der Lage sind,
einem Menschen die Basis
des seelischen Wohlbefindens zu rauben! 
Das ist so.

Fragt aber ein Mensch,
weil er einen Verdacht hat,
weil er eine Idee hat
und du siehst es zusätzlich selbst,
dann ist es etwas anderes.
Aber selbst dann ist es deine Pflicht,
verbal eine Hintertür offen zu lassen!

Nehmen wir einmal den Fall – rein spekulativ –
du hättest im Kontakt
mit einem Klienten die Intuition gehabt
und das Bild gesehen,
dass dieser Klient als Kleinkind missbraucht worden ist.
Darfst du es von dir aus sagen?

A: Nein, wenn nicht danach gefragt wurde.

E: Und wenn er gefragt hat, dann halte bitte ihm
und seiner Seele die Möglichkeit offen, zu sagen:
Es kann sein oder auch nicht.
Ja?

Das ist in solchen Fällen sehr wichtig!
Ja?

A: Hm, hm.

E: Es schützt die Seele.

A: Ja.

E: Und das Gleiche gilt für Gewalttaten!
Alles, was in der Lage ist,
die Basis der Seele zu erschüttern,
darfst du
– selbst wenn du es siehst und
selbst wenn danach gefragt ist –
nur optional verbalisieren.

A: Hm, hm.

E: Willst du dir das merken?

A: Ja, in jedem Fall!

E: Denn in diesen Angelegenheiten
braucht die Seele die Freiheit,
sich an deine Worte dann zu erinnern,
wenn sie die Kraft dazu hat! 
Aber auch sie zu verneinen,
wenn sie nicht kräftig genug ist,
damit umzugehen.

Einverstanden?

A: Ja, danke, das ist sehr wichtig.

E: Gut.
Das ist auch mir ein großes Anliegen!

Denn bitte mach dir klar:
Dass bei schwersten Traumatisierungen
dir jede Möglichkeit fehlt,
eine Auffangstation für einen solchen Menschen zu sein.
Du kannst ihn im Nachhinein nicht begleiten,
wenn er durch die unterschiedlichen Phasen
des Erkennens,
Wahrhabens
und auch des Trauerns um diese Dinge gehen muss.
Da bist du nicht da!

Und deshalb ist es entscheidend wichtig,
hier die Fürsorgepflicht
vor die Offenbarungspflicht zu stellen.
Ja?

A: Ja.

E: Gut. Deine nächste Frage bitte?

A: Ich hab bei mir selbst festgestellt, dass,
wenn ich Entscheidungen für mich treffe,
dass ich dann hinterher oft ins Wanken gerate.
Vor allen Dingen, wenn ich merke,
dass andere Menschen
das vollkommen anders sehen als ich.
Und das macht mich dann sehr unsicher
und ich beginne wieder, zu zweifeln.

E: Ja, dann haben wir wieder die gleiche Grundlage:
nämlich die feste Struktur.
Ich muss mich festlegen
und dann bis zu meinem Lebensende darin verharren?

Nein, musst du nicht!

Es ist nicht deine Pflicht,
die 10 Gebote in Stein zu meißeln.

Es ist deine Pflicht,
als Mensch auszuprobieren,
ob du richtig liegst oder nicht.
Nicht mehr,
wirklich nicht mehr!

Versuch bitte, diesen Ballast von dir zu legen!
Und hier bitte ich, wenn ich das darf:
Dass ich einen Vorschlag machen möchte,
dass du hier noch einmal zu diesem Thema
in eine Regression gehst.


Du bist alles alles andere als ein Mensch,
der dogmatisch ist.
Und dennoch suchst du unbewusst
dein Heil in einem Dogma,
kannst es nicht finden
und gerätst an tiefste Zweifel:
Die Pflicht,
unwandelbar zu einer Meinung zu stehen
oder zu einer Entscheidung
oder zu einer Aussage
oder zu einer Vorgehensweise.

Der Weise weiß eins:
Dass sich alles wandelt,
sogar er selbst!
Sogar seine Meinung,
sogar seine Vorgehensweisen,
sogar die Gesetze,
an denen er sich hält.
Wandel ist Lebendigkeit.
Dogma ist das Gegenteil.
Ja?

A: Hm, hm.

E: Wenn sich nichts mehr wandelt
und alles unveränderlich ist,
das wäre das Aufhören des Lebens.
Hm?

A: Hm, hm.

E: Hm, hm.
Und wenn du genau auf dein Leben schaust,
dann wirst du erkennen,
dass dieses Thema oft eine Rolle gespielt hat.
Und dass du Gott sein Dank
IMMER dem Wandel zugeneigt warst.
Ja!

Aber gar so schwer muss es dir nicht fallen!