Hass und Wut

Elia – über Gefühle: Hass und Wut ist für ihn ein Werkzeug, mit dem Leben fertig zu werden.

Hass und Wut ist bei ihm die Möglichkeit,
der eigenen Traurigkeit zu entfliehen.

Hass und Wut ist ein Werkzeug,
mit dem Leben fertig zu werden.
Ein trauriges Werkzeug, nicht wahr?

Seine Seele möchte es wagen, zu versuchen,
ob er Hass und Wut auch loslassen kann.
Es ist ein Experiment.

Kannst du seine Seele dafür achten,
dass er dieses Experiment wagt?

 Elia

Zu Gast ist Nora.

E: Deine Frage bitte.

N: Woher kommt der Hass und Zorn meines Sohnes
auf Alles und Jeden her?
Wie kann ich ihm helfen?
Und wie soll ich mich ihm gegenüber konkret verhalten?

E: Hass und Wut ist bei ihm die Möglichkeit,
der eigenen Traurigkeit zu entfliehen.
Hass und Wut ist ein Werkzeug,
mit dem Leben fertig zu werden.
Ein trauriges Werkzeug, nicht wahr?

Seine Seele möchte es wagen, zu versuchen,
ob er Hass und Wut auch loslassen kann.
Es ist ein Experiment!
Kannst du seine Seele dafür achten,
dass er dieses Experiment wagt?

N: Ja.

E: Das ist schön.
Oh ja, das kannst du.
Denn deine Seele liebt seine Seele seit langer, langer Zeit.
Deine Seele hat ihm versprochen, ihm zu helfen,
sein Experiment möglich werden zu lassen.
Es war nicht einfach für ihn, eine Mutter zu finden,
die bereit ist, dies zu tun.

Ihr habt also eine Verabredung getroffen.
Zum Ausgleich dafür lehrt er dich auch sehr viel.
Niemand ist dir ein so guter Lehrmeister,
was die Herausforderung angeht,
wirklich deine Stärken zu entdecken.

Wenn er nicht wäre und all die Traurigkeit, Verzweiflung und Ohnmacht in dir ausgelöst hätte,
die er schon ausgelöst hat:
Glaubst du, du hättest dir die Mühe gemacht,
so darum zu kämpfen, in deine Stärken zu kommen?

Nein, du hättest sehr viel früher aufgegeben.
Du hast einen guten Teil deiner Kämpfe gekämpft
aus Liebe zu ihm.

Ist das schlecht oder gut?
Was meinst du?

N: Gut.

E: Ja.
Aus der seelischen Ebene her gesehen
ist das eine sehr gute Vereinbarung, die ihr miteinander habt.
Wie du ihm am Besten helfen kannst, fragst du dich?

N: Ja.

E: Indem du ihm immer wieder zeigst,
dass er keinen Gewinn davon hat,
wenn er voller Wut und Hass versucht,
Macht zu haben.
Du hast es ihm schon gezeigt
in einer sehr deutlichen Angelegenheit: 
Du hast ihn zu seinem Vater geschickt, ja?

N: Ja.

E: Aber du musst dir das bei deinem Sohn
immer wieder neu klar machen.
Er sucht wirklich den Beweis,
dass sich Hass und Wut nicht lohnen für ihn.
Und du kannst es ihm nur beweisen,
indem du deiner Aufgabe folgst: 
stark zu werden.
Ja?

N: Okay.

E: Also sei ihm ein guter, guter Spiegel.
Bis jetzt bist du ein Spiegel,
in den man schaut.
Und dann kommt einmal so ein Gesicht
und einmal so ein Gesicht heraus.
Ein guter Spiegel gibt immer die Wahrheit wieder.

„Wenn du, lieber Sohn, mit mir umgehst,
als wäre ich Dreck,
dann schicke ich dich weg.
Wenn du, lieber Sohn,
deine Wut und deinen Zorn an mir auslässt,
dann bringe ich dich auf Distanz.

Du darfst immer mit meiner Freundlichkeit rechnen,
wenn ich freundlich bin.
Wenn du mir wie ein Sohn begegnest,
begegne ich dir wie eine Mutter.
Begegnest du mir wie ein Feind,
dann bin ich feindlich.“

Kannst du das verstehen?

N: Ja.

E: Ja.
Es ist viel zu oft so gewesen,
dass er dir wie ein Feind begegnet ist
und du Angst hattest,
dass er dich nicht mehr lieb hat!
Und du ihm gegeben hast,
was er in seiner Wut forderte.

Und manchmal war das, was er haben wollte,
dass er dich zum Weinen bringt.

N: Ja.

E: Ja.
Also: Er behandelt dich schlecht.
Dann ist die richtige Antwort darauf?

N: Ich behandele ihn auch so.

E: Ja.
Er behandelt dich lieb,
dann ist die Antwort darauf?

N: Dann bin ich ebenfalls lieb zu ihm.

E: Ja, genau so.
Kannst du dir das merken?

N: Ja.

E: Gut.

N: Eine kurze Frage noch.
Soll er weiterhin bei seinem Vater leben bleiben?

E: Ich darf dir nicht sagen:
Ja oder Nein oder Dies oder Das.

Ich möchte aber sagen:
Langfristig gesehen ist dies sicherlich keine Lösung, ja?
Denn dein ehemaliger Mann
ist ganz und gar nicht in der Lage,
ein richtiger Spiegel zu sein.

Aber das kannst du nicht alleine entscheiden!
Und das auszuhalten
-dass du die Entscheidung darüber nicht alleine treffen kannst-
das ist eine Herausforderung,
der du dich stellen musst.

Nicht jede Entscheidung liegt bei dir,
auch nicht jede Verantwortung!
Ja?


Ich möchte noch etwas erwähnen,
was mir sehr wichtig ist.
Du bist der Meinung, dass du entschieden hast,
dass Anton von dir weg kommt, ja?

N: Ja.

E: Und das ist falsch.
Anton hat entschieden,
dass er von dir weg geht!
Und zwar durch seine Handlungen.
Merk dir das bitte!

N: Okay.