Seele

Verstorbene – Deine Frau braucht nicht dein Geld, sondern deine Gefühle

Deine Frau braucht nicht dein Geld,
sondern deine Gefühle.

Das, was du ins Jenseits mitnehmen kannst,
ist Liebe!

Der Sohn erbt von seinem Vater auch die Fehler.

Was der Vater über den Sohn denkt
und was die Seele des Vaters über den Sohn denkt.

Verstorbenenkontakt zum Thema Ahnen

 
Ich bitte meinen Guide, mich mit Matthias zu verbinden.
Sein Sohn Rüdiger bittet um diesen Kontakt.


Mir gegenüber steht ein Mann mittlerer Größe.
Er trägt ein hellblaues Hemd, das am Hals offen ist.
Die Ärmel hat er etwas hochgekrempelt.
Er trägt eine dunkle Hose und einen schmalen Gürtel.

Die Hose sitzt nicht richtig.
Er hat einen kleinen Bauch
und der Gürtel ist etwas darunter gerutscht.
Am Handgelenk trägt er eine Uhr aus Metall,
ich kann nicht genau erkennen, aus welchem.

Er schaut mich an, ganz ruhig.
In der Hand hat er ein kleines, kelchförmiges Schnapsglas,
das leer ist.
Er stellt es in einer langsamen, ruhigen Bewegung auf den Tisch.
Seine Hand zittert ein wenig und er verfehlt die Tischkante,
d
as Glas stürzt ab und ich sehe, wie es in Zeitlupe zerbricht.

„Es tut mir leid“.
Er sagt das sehr leise.

U: Was denn?
Dass das Glas kaputt ist?

M: Nee, dass es leer ist.

U: Wie meinst du das?

M: Ich war ein Trinker, es tut mir leid.

U: Ja, ich weiß, Rüdiger hat es mir gesagt. 
Bedauerst du das?

M: Ne, ich konnte es nicht anders aushalten.
Ich konnte wirklich nicht anders.
Aber ich habe die Jungs so allein gelassen,
das tut mir so Leid, ich sehe die Folgen.
Ich habe sie doch lieb und es tut mir so weh!

U: Das verstehe ich. 
Wärst du denn später gestorben,
wenn du nicht getrunken hättest?

M: Nein, das nicht.

U: Dann verstehe ich nicht ganz, was du meinst…

M: Ach, stell dich doch nicht so blöd an!

U: Heh!

M: Entschuldige.
Das war nur ein Hinweis, wie das war,
wenn ich mich nicht unter Kontrolle hatte.
Das tut mir so leid, das ist es!

U: Du meinst,
dass sie vor allem unter dir gelitten haben,
wenn du betrunken warst?

M: Ich hatte sie doch lieb.

U: Ja, das glaube ich dir, aber was genau bedauerst du?

M: Sie konnten nicht stolz auf mich sein.
Nach Außen sollte alles in Ordnung sein: eine heile Familie.
Aber Innen, da war alles unbestimmt.

Die wussten gar nicht, was als Nächstes kommt,
die waren immer machtlos.

Meine Frau und ich hatten unsere Kämpfe
und die Kinder waren ganz still.
Aber da war es nie entspannt,
da war immer die Frage,
wann es wieder so weit ist.

Das war doch nicht gut, das war doch schlecht.

U: Matthias, das verstehe ich
und ich verstehe, dass du darüber bekümmert bist.

Rüdiger braucht jetzt dringend deine Hilfe,
er hat eine schwierige Lebensphase.
Magst du ihm seine Fragen beantworten?

M: Ich freue mich, dass er das versucht, mit mir zu reden.

U: Gut, dann versuchen wir das jetzt gleich.
Aber ich würde vorher gerne sagen, wie ich dich wahrnehme.


M: Das war schwierig bei mir.


U: Was?


M: Mich zu durchschauen, das war schwierig auch für Rüdiger.

Der hat es versucht, mich zu verstehen.
Aber ich habe mich eigentlich nie so gezeigt, wie ich war.
Ich war so, das war so ein Zug von mir.

Du würdest sagen:
Wenn es schwierig wurde, bin ich immer irgendwie abgetaucht.
Ich habe mich selbst eigentlich nicht verstanden,
das tue ich erst jetzt.


U: Okay, versuchen wir das trotzdem?


M: Ja.

Ich habe den Eindruck einer Persönlichkeit,
die eigentlich eine „zarte, empfindsame Seele“ ist.
Aber dass darüber eine Schicht liegt,
die ich als unklar, verschleiernd, schillernd empfinde.
Kein bewusstes Täuschen, soweit gehe ich nicht,
aber etwas Unbestimmtes, Ungenaues.

Ich spüre Unruhe und nervöse Anspannung.
Ich habe den Eindruck,
dass hier Kräfte wie in einem Dampfdruckkochtopf brodeln
und es eine Frage der Zeit ist, wann der Druck abgelassen wird.

Andererseits ist da aber nach außen
eine scheinbare Ruhe und Distanziertheit,
die ich für Überlegenheit und Souveränität halten könnte,
wenn ich nicht zusätzlich das Gefühl von einer tiefen Angst hätte.


Angst, dass die Dinge falsch laufen.
Angst, nicht zu genügen und Angst, verletzt zu werden.
Ich habe den Eindruck,
das alles zusammen ist eine Art Teufels-Gebräu.

Einerseits die Sehnsucht einer Seele,
die eigene Empfindsamkeit auszudrücken
und mit ihr anerkannt und geliebt zu sein.
Andererseits der Versuch,
als männlich und souverän zu gelten im Widerspruch.

Eine sehr starke, innere Zerrissenheit.

Was ich sehr stark empfinde, ist eine seltsame Art der Melancholie.
Ich glaube, dass es gerade der Alkohol war,
der daraus retten sollte!

Diese Persönlichkeit nehme ich wie einen Schauspieler wahr,
der sich mit seiner Rolle nie wirklich identifiziert.

Das, was er ist und darstellt,
ist nicht, was er fühlt und sucht.

Ich kann es drehen und wenden, wie ich will.
Ich finde keine Wahrheit, sondern von allem was es gibt:
Immer nur eine Hülle.
So in etwa, e
s lässt sich sehr schwer beschreiben.

Ich spüre tiefes Bedauern…
Ich denke, dass dies etwas mit dieser Anspannung,
diesem unter Druck stehen zu tun hat.
Ich habe die Intention,
das er zumindest verbal sehr verletzend sein konnte
und in diesen Phasen wenig Respekt
vor den Gefühlen Anderer hatte.

Ich denke, dass es ihm dann vor allem um zwei Dinge ging: 
Nicht als sensibel „enttarnt“ zu werden
und in jedem Fall „Recht“ zu behalten.

Er glaubte nicht an seine Stärke und versuchte umso verzweifelter,
den Gegenbeweis zu bringen:
Dass er es schafft, alle Ansprüche zu erfüllen, unbedingt!

U. Danke, Matthias, das war kein leichtes Leben.
Hat jemals jemand begriffen, wie es in deinem Inneren aussah?

M: Ich habe mich ja selbst nicht begriffen.
Ich habe das selbst nicht verstanden, das weiß ich erst jetzt.
Zucht und Ordnung sind doch nicht alles!

U: Spielst du auf deine Kindheit an?

M: Ja, ich war eigentlich zu zart für die Familie da,
aber das war ja auch Lebensplan.

Ich hätte mich davor nicht flüchten sollen!
Ich hätte Ordnung ins Chaos bringen müssen.
Das war falsch.
Und ich hätte zu mir stehen sollen, so habe ich alles nur verzettelt.

Sag Rüdiger, es tut mir leid!
Ich war nicht gerecht, ich habe meine Macht missbraucht,
es tut mir sehr leid.

U: Wenn deine Kindheit anders gelaufen wäre,
was wäre dann aus dir geworden?


M: Ein Künstler: Ich konnte sehr romantisch sein, ganz tief fühlen.
Aber in meinem Leben war immer alles kompliziert:
Entweder wurde es von Außen kompliziert
oder ich habe selbst für Komplikationen gesorgt.
Ich hätte systematischer vorgehen müssen.

Ach, na ja, aber ich will jetzt nicht mehr über mich reden!

U: Gut, dann stellen wir Rüdigers Fragen, einverstanden?


M: Ja, gerne.


U: Rüdiger fragt, ob du dich auch benachteiligt gefühlt hast?


M: Im Beruf nicht, aber so als Mensch ja.
Ich dachte immer:
Mich versteht doch sowieso keiner!
Ich wollte so gerne ein Künstler werden, ich konnte das so gut.
Aber das war natürlich Unsinn.

Ich habe die Schuld, warum alles so gekommen ist,
versucht, bei Anderen zu finden.

Ich dachte immer, ich kriege sowieso nie die Liebe, die mir zusteht.

Das war am Schlimmsten!
Das hatte ich von meiner Mutter, das war so:
Ich hätte mir so viel mehr innige Liebe gewünscht,
aber es war alles immer nur sachlich.

U: Dein Sohn fragt, ob du glücklich mit Mama warst?

M: Mit seiner?

U: Ich denke, ja…

M: Mit meiner war ich es nicht, da fehlt immer die Innigkeit,
kann ihr nicht viel vorwerfen.
Sie war wie andere Mütter auch.

Aber das war ja keine Liebe, das war vernünftig…
So wie sie das für vernünftig hielt!
Aber das war doch nicht genug für ein kleines Kind.

Ich hab da viel von mitgekriegt,
das war dann in der Ehe nicht anders.

Ich hätte doch glücklich sein sollen mit deiner Mutter,
aber das war doch nicht mein Leben da.
Das war doch nur deshalb mein Leben,
weil ich mir nicht vorstellen konnte,
dass es auch anders geht.

Deine Mutter war eine gute Frau.
Aber das war auch vernünftig.

U: Wärst du gerne unvernünftiger gewesen?

M: In der Liebe?

U: Ja.

M: Ja, das wäre für uns beide gut gewesen.
Am Anfang war das auch so, aber dann…
Aber das war nicht ihre Schuld!
Ich habe sie doch nicht an mich ran gelassen,
ich wollte das nicht: solche tiefen Gefühle.
Das hat mir Angst gemacht,
aber das wäre die Lösung gewesen.
Na ja.

Meine Mutter hat mich dann anerkannt,
wenn ich gute Leistung gebracht habe.
Und da habe ich gedacht,
dass deine Mutter mich auch nur liebt,
wenn ich gute Leistung bringe.
Aber da hätte ich besser fragen sollen…

Ich hab es dann ja gesehen:
Es war alles ganz anders.

Junge, du musst hinter die Fassade gucken,
glaub mir das mal.

U: Bist du jetzt glücklich?

M: (Lacht) Da bleibt dir hier gar nichts anderes übrig! 
Ja, das bin ich wirklich.
Aber das ist es eben bei mir!
Hier war ich immer glücklich
und ich habe mich immer nach dem hier zurück gesehnt!

Das war der Punkt.

Das soll so nicht wieder sein!
Nächstes Mal werde ich die Aufgabe
– mein Glücklich sein –
ernst nehmen, es besser anpacken. 
Das kann man nicht Anderen überlassen!
Das habe ich gelernt.

Ich bin doch gar nicht wenig wert gewesen.
Diese Ansprüche, die ich an mich hatte,
das war doch anerzogen.

Ich war doch intelligent genug, das zu sehen,
aber ich wollte nicht kämpfen.

Ich dachte, das muss man mir doch schenken,
sonst ist das nicht echt.


U: Sehnst du dich ab und zu nach deiner Familie?

M: Nee, warum denn, ich habe sie doch immer da!

U: Das weiß der Rüdiger vielleicht nicht,
was du da jetzt meinst.

M: Ach so! 
Wenn ich will, das wir alle zusammen sind,
dann sind wir das auch!
Ich habe doch hier keinen Zeitablauf, Junge.
Für euch ist das schwerer als für mich.

Rüdiger, hör zu: 
Du vermisst mich manchmal, ich weiß das.

Wenn ich am Leben geblieben wäre, was dann?
Glaubst du, dann hätte ich Ordnung in die Familie gebracht?
Hätte ich nicht!
ICH war NICHT der Stärkere von uns beiden.
Das bist du!

Weißt du, ich WOLLTE ein guter Vater sein,
aber das KONNTE ich gar nicht.

Ich konnte dir nämlich nicht beibringen,
wie man stolz auf sich selbst ist.

Nein! Nicht darauf, was man leistet.
Sondern wirklich auf sich selbst, so wie man eben ist.

Das konnte ich dir nie zeigen,
weil ich das selbst nicht wusste, wie das geht.

Ein guter Vater ist einer,
der seinem Sohn Selbstvertrauen schenkt.
Der ihm zeigt, dass es richtig ist, stolz auf sich zu sein.

Haus bauen, Erfolg haben, das ist man doch nicht SELBST.
Glaubst du, ich hätte getrunken,
wenn ich stolz auf MICH gewesen wäre?

Nächstes Mal will ich stolz auf mich sein.
Ich will stolz sein auf meine Art,
zu denken und zu fühlen.

Dann will ich stolz darauf sein, dass ich sensibel bin
und dass ich lieben kann
und dass ich Gerecht sein kann.

Ich schaffe das jetzt.

U: Wieso schaffst du das jetzt erst?

M: Weil ich gelernt habe,
dass es nichts wert ist,
was du dir an Sachen aufbaust!

Davon nimmst du dir nichts mit in den Himmel!
Was du mit nimmst, sind Gefühle.

Deine Liebe, Rüdiger, die habe ich mitgenommen, die ist noch da…
Und meine Liebe, die ist noch da.
Aber sonst?

Das war alles nichts!
Das musste ich erst lernen.

Da habe ich mit meinem Leben für bezahlt,
dass ich das lerne.


U: Bist du mit deiner Mutter,
Onkel Walter, Oma und Opa Klaus zusammen?


M: Ja, wir sind oft zusammen.
Aber hier gibt’s noch mehr!
Du würdest dich wundern, über wen man sich alles freut,
wenn man ihn trifft.

(Er zeigt mir einen jungen Mann in Motorrad-Kluft, altmodisch,
der hat helleres Haar als er.
Ich glaube, das war Einer, der jung gestorben ist.

Einer, der irgendwie aufmüpfig war.
Kann das sein, dass es ein Angestellter von ihm war
oder ein Kollege?)


U: Rüdiger denkt oft daran, was du zu verschiedenen Entscheidungen gesagt hättest, die er getroffen hat.
Hat er alles richtig gemacht?

M: Tja, das ist nun die Frage, wen er fragt.
Den Papa
– den er gekannt hat, so wie er auf der Erde war – 
oder mich als Seele!

U: Fällt die Antwort da unterschiedlich aus?

M: Ja.

U: Dann sag doch wieso, bitte.

M: Wenn ich so weiter gelebt hätte wie damals,
dann hätte ich gesagt:

Das machst du alles richtig gut, Junge,
ich bin stolz auf dich!

Du bist fleißig und ehrgeizig und du bist tapfer
und lässt dich nicht unterkriegen.

Dann wärst du ein Sohn,
mit dem ich angeben würde.

Aber wenn du mich jetzt fragst,
dann sag ich dir: 
Dass ich mir Sorgen mache.

Ich sage dir das noch einmal:
Was zählt, sind nicht die Sachen, die man kaufen kann
oder das, was Andere über einen sagen.

Das ist alles GAR NICHTS!
Was zählt, ist, was du selbst gefühlt hast
und was du für Gefühle ausgelöst hast.

Ich kann auch schmalzig werden: 
Was zählt, ist die Liebe!

Guck dir doch mein Leben an:
Habe ich alles richtig gemacht?
Ich habe was erreicht im Leben?

Das hat meine Seele anders beurteilt.

Lauf nicht in die gleiche Richtung!
Selbstbewusstsein, das musst du haben,
weil du zufrieden mit dir selbst bist!
Und nicht, weil du zufrieden mit dem Urteil Anderer
über deine Leistung bist.


Wenn du so weiter machst, weißt du, was dann kommt?

Ich will nicht, dass du so wirst wie ich.
Ich will das nicht.

Ich will, dass du glücklich wirst!
Dass du merkst, was wirklich zählt im Leben!
Und ich will, dass du das meinen Enkeln beibringst.

Ein Vater gehört zu seinen Kindern, Junge.
Was machst du da?

U: Er fragt: Hast du eine Ahnung, warum Mama Edgar bevorzugt?
Warum muss ich immer um Anerkennung kämpfen?

M: Nimm ihr das nicht übel, sie kann nicht anders.

Der Edgar ist ihrer Seele näher, das hat nichts mit Leistung zu tun.
Rüdiger: Und wenn du der Kaiser von China wärst
und Edgar ein Bettler, das würde gar nichts ändern!

Du denkst in die falsche Richtung!
Denk lieber darüber nach, was du daraus zu lernen hast.
Das muss dir doch auffallen.
Du kannst es noch so vernünftig machen,
dich zu lieben und zu respektieren!
Es liegt nicht daran!

Liebe hat mit Vernunft nichts zu tun,
da kannst du dich auf den Kopf stellen.

Sie liebt dich ja auf ihre Weise.
Aber das wird nie mehr werden, als dass sie denkt,
dass es vernünftig ist, dich zu lieben.
Mehr kann sie nicht.

Du musst daraus lernen!
Das reicht nicht!
Das reicht dir nicht!
Wenn ICH das gelernt hätte,
dann hätte ich mich nicht zuschütten müssen.
Dann hätte ich mir diese Gefühle da gesucht,
wo sie zu finden sind.

Hör auf, deiner Mutter beweisen zu wollen,
dass es vernünftig ist, dich zu lieben!

U: Wie kann Rüdiger privat und beruflich glücklicher werden?

M: Rüdiger, hör auf, in die falsche Richtung zu sehen.
Was du willst, ist das Gleiche, was ich wollte: 
Du willst so geliebt werden, wie du bist!

Aber das traust du den Anderen nicht zu, dass sie das können.
Deshalb versuchst du
– statt so einer Art der Liebe –
wenigstens! Anerkennung zu kriegen.
Und wenigstens unentbehrlich zu sein,
weil du alles ranschaffst,
was die zum Leben brauchen.

Was denn nun: 
Willst du geliebt werden oder nur benutzt werden?

Beruflich ist das nur deshalb so beängstigend,
weil du DENKST,
dass dich keiner mehr will,
wenn du versagt hast,
wenn du nicht mehr die Garantie für Wohlstand bietest.

Wenn du weißt, dass es so nicht ist,
glaubst du,
dass du dir dann das alles noch gefallen lässt?

Und glaubst du wirklich,
dass die dann überhaupt auf die Idee kommen,
dich so auszunutzen?

Die nehmen von dir, was sie kriegen können!
So ist das im Berufsleben!

Wenn du selbstbewusster bist,
lassen die das von allein.

Wenn die merken
– dem können wir keine Angst machen –
dann hören die damit auch auf.

Du bedienst alle, nur dich nicht.
Glaubst du, das ist etwas, was ich noch richtig finde?

U: Du regst dich ja richtig auf!

M: Und wie mich das aufregt!

U: Wolltest du Rüdiger noch etwas sagen,
als du sie gesehen hast auf dem Krankenhaus-Parkplatz?

M. Ja, na ja.
Nee, eigentlich, ich hatte so eine Sehnsucht nach ihnen.
Ich hatte mich dahingestellt, weil ich gehofft hatte,
sie noch mal zu fühlen.
Ich habe mich so komisch gefühlt so allein.

Ich hab gefühlt:
Da passiert was und deshalb wollte ich eigentlich Nähe fühlen.
Aber das war doch unvernünftig…

Da siehst du mal,
wie verdreht man denken kann.

Ich glaube, ich habe gehofft, dass sie kommen
und mich in den Arm nehmen.

Es hat weh getan.

U: Was sagst du zu Elaine und den Kindern?

M: Ach, Junge, was sagst DU zu ihnen?
Darum geht es doch jetzt: 
So wenig, wie du mich gekannt hast, kennen die dich.

Merkst du gar nicht, dass du das Gleiche machst?
Was wissen die denn von dir?
Kennt deine Frau deine Gefühle?
Kennt sie dein Herz?
Ihr redet dauernd über ihre Gefühle…
Und was sie braucht…
Und was sie fürchtet…
Und was sie sich wünscht.

Junge, Junge, es wird Zeit,
dass du über dich redest mit deiner Frau.

Die weiß ja gar nicht mehr, woran sie ist.
Die läuft dir weg,
wenn du ihr nicht mehr Einblick gibst.

Wir wissen doch beide,
was das für dich bedeuten würde!

Willst du so lernen,
worauf es im Leben wirklich ankommt?!

Ich weiß ja, wie das ist, wenn man Angst davor hat,
nicht mehr selbst darüber entscheiden zu können,
ob man lieb gehabt wird oder nicht.


Es ist viel einfacher zu versuchen,
denen einen vernünftigen Grund zu bieten, bei einem zu bleiben.
Als sich dem auszusetzen,
dass die einen lieb haben können
oder auch nicht.
Und man kann das nicht beeinflussen.

Nur: Elaine weigert sich,
an der Liebe nur aus Vernunftgründen festzuhalten.
Die kann das nicht und die will das nicht.

Die braucht nicht dein Geld,
die braucht deine Gefühle!


Und jetzt erzähl mir nicht,
das kannst du nicht.

Das glaubst du doch nur,
dass du das nicht kannst.

Die will Rüdigers Seele finden und lieb haben!
Mensch, das ist es doch, was du brauchst.
Willst du dich auch nicht trauen,
das zuzulassen, genauso wie ich?

Weißt du, dass wir beide weggelaufen sind davor
und dass wir beide süchtig geworden sind deswegen?

Ich hab mich in den Alkohol gestürzt
und du dich in die Arbeit!

Mach das nicht, da kommt nichts bei raus,
was Irgendwem gut tun würde.

Deine Söhne sind bald groß,
du hast nicht mehr viel Zeit,
sie aufwachsen zu sehen…

Du hast nicht mehr viel Zeit,
das Steuer rum zu reißen.

Zeig ihnen, dass ein guter Mann mehr ist
als einer, der das Geld ranschafft.

Du machst einen Fehler,
wenn du dich SELBST mit deiner Arbeit identifizierst.

Da bleibt viel zu viel brach liegen.

U: Ich danke dir, Matthias, ich hoffe,
dass wir Rüdiger helfen können.

M: Ich auch. 
Er ist der Stärkere von uns beiden,
das soll er sich mal hinter die Ohren schreiben.

Grüß ihn von mir!

Sag ihm, ich liebe ihn und ich weiß ganz genau,
dass er es besser macht als ich.

Er schafft das.