Kampf des Lichts

Der Kampf des Lichts beginnt bei euch selbst…

Der Kampf des Lichts beginnt bei euch selbst:
Traut euch doch, euch zu freuen!

Ich bitte euch alle, die ihr mich lest:
Wagt es, euch an dem zu freuen, was Gott euch schenkt.

Engelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Schutzengel von Ingrid zu verbinden. Ingrid bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe auf einer Streuobstwiese.
Direkt vor mir ein großer, alter Blutpflaumenbaum,
darin eine Leiter, deren oberstes Ende
unsichtbar im Laub verschwindet.
Aus der Baumkrone heraus ruft mir jemand zu:
Möchtest du nicht endlich mal wieder etwas Obst essen?
Es ist ja nicht zum Anschauen, wie du dich ernährst!

U: Meinst du mich?

G: Wen den sonst?
Siehst du hier noch jemanden?
(Nein, ich sehe nur den Baum und die Leiter.)

U: Ich sehe vor allem dich nicht, wer bist du überhaupt?

G: Oh, ach ja… oh.
Mit diesen Worten beginnt es, im Baum zu rascheln.
Zweige schieben sich auseinander
und das freundliche, runde Gesicht eines Mannes
– anscheinend in den fünfziger Jahren seines Lebens – zeigt sich:
Mit dunklen, funkelnden Augen strahlt er mich an.

M: Ich bin Michael, Ingrids Guide, korrekter gesagt:
Der, den sie jetzt wiederentdecken sollte.
Warte, warte ich komme…

(Er rutscht mehr, als dass er geht, auf der Leiter herab.
Dann steht er vor mir, ein ziemlich beleibter Mann,
gekleidet mit einer etwas zu weiten und etwas zu kurzen Hose.
Ein schlichtes Hemd, das hier und da einige Fruchtsaftflecken zeigt,
an den Füßen nur Sandalen…

M: Ich habe das soooo geliebt!
Ernten dieser Früchte, die in sich die Sonne tragen.
Ach und dieser Geschmack!
Ist es nicht ganz wundervoll, inkarniert zu sein?!

Doch, nicht wahr, du stimmst mir zu!
Da schau (hält mir einen Korb voller Früchte hin):
diese Farben, dieser Duft!

Funktionierende Sinnesorgane und ein offenes Herz!
Das ist, was du brauchst, um zu LEBEN!
Mehr nicht…
Na ja… doch, aber für den Moment: mehr nicht!

Die Wunder zum Greifen nah!
Sehen musst du sie, sehen und greifen und genießen!
Ha ja…

Während er so begeistert mit mir redet,
gehen wir allmählich durch den Garten,
bis wir vor einem sehr kleinen Häuschen halten.

Michael zieht aus der Hosentasche eine Uhr.
M: Ja, ja, ich dachte es mir, ich muss meine Arbeit tun…

Ohne weitere Erklärungen lässt er mich stehen.
Jetzt erst sehe ich, dass dieses Haus direkt an Eisenbahnschienen steht. Michael geht und lässt auf beiden Seiten einer vorbeiführenden Straße Schranken mit einer Handkurbel herab.
Dann geht er weiter an den Schienen entlang und zieht ein Signal hoch. Schon höre ich in der Ferne das Geräusch eines herannahenden Zuges. Gemächlich schnauft schließlich eine alte Dampflok an uns vorbei,
nur vier Waggons sind angehängt, sehr, sehr altmodisch.

Gerade frage ich mich, in welchem Jahr das sein soll
und wo in der Welt.
Da ruft er mir zu: 1897 in Ostpreußen.

Du solltest das kennen, hat man mir gesagt.
Hattest dein Großmütterchen hier.
Nu ja, vielleicht kennst du es auch nicht.

Ist egal, es geht hier nicht um Heimatkunde. 

Es geht um die Essenz des Lebens, verstehst du?

Er sitzt längst wieder bei mir.
Die Dampfwolken des Zuges verschwinden hinter Tannenwald und Wiesen irgendwo hinten am Horizont und es wird still.
Einen Vogel höre ich, den ich nicht zuordnen kann.


M: Goldammer, ganz viele früher…

Michael sitzt zufrieden in der Sonne.
Eine Meerschaumpfeife in der Hand, schließt er die Augen …

M: Nein, du brauchst keine Angst haben.
Ich verstehe sehr gut, dass es ernst ist.
Und ich verstehe auch, dass mich unsere Ingrid ernst nehmen muss,
damit ich ihr helfen kann.
Einen komischen Kauz wie mich, den nimmt sie vielleicht gar nicht ernst, fürchtest du, ja?
(Ich schäme mich ein bisschen, weil er mich durchschaut hat.)

Na ja, ja, du hast Recht…

M. lächelnd: DAS ist der Vorteil, wenn man ein Guide ist,
man hat für gewöhnlich Recht.
Ach, gut (klopft die Pfeife leer), dann will ich ernster sein.

Mein zweiter Vorname war übrigens wirklich Ernst!
Oh je… jetzt hab ich schon wieder einen Scherz gemacht.

Ach, Kinder, lasst mich doch lächeln über das, was dazu da ist!
Um das Schwere im Leben muss sich keiner Sorgen,
es kommt von allein …

So hab ich immer gesagt:
Kinderchen, Klagen ist leicht, Lachen muss gelernt sein!

Das hier war meine kleine Welt.
Du denkst, solch ein Idyll, da ist es leicht, lächelnd durchs Leben zu gehen. Ja, hab ich recht?

U: Das war gerade mein Gedanke…

M: Hm, hm, ja, so einfach war´s aber gar nicht.
Den Zügen das Signal geben oder anhalten,
wenn einmal einer der Bauern mitfahren wollte, das war nur ein Zubrot. Ansonsten lebte ich von den Wenigen, was mir meine zwei Kühe
und der See dort hinter den Tannen zu bieten hatten.
Arm geboren und arm gestorben, sagten die Menschen, als ich starb.

Und sie hatten Recht, jedenfalls in ihrem Sinne.
Ich selbst habe es anders erlebt.

Ein Heiler war ich wie mein Vater, mein Großvater,
mein Urgroßvater…

Wenn die Menschen etwas plagte, was sollten sie tun?
Der nächste Arzt in der Stadt war 30 km weit weg
und teuer war der.
Kaum einer, der sich das leisten konnte. 
Und erst der Veterinär!
Den hat hier nie ein Mensch gesehen!
Es wäre ihnen gar nicht in den Sinn gekommen.

„Der Michel wird’s richten“,
wie es schon der alte Michel gerichtet hat und der ganz Alte.
Ja, so war das eben.

Hättest du mich zu Lebzeiten gefragt,
warum ich jene Sprüche und Formeln gebrauche, jene Kräuter benutze, jene Räucherungen vollzog, ich hätte gesagt:
Na, weil es so Brauch ist!

Heute weiß ich es besser:
Ich war der Nachfahre einer langen, langen Reihe von Heilern.
Bis weit in heidnische Zeiten hinein ging die Reihenfolge,
genau wie bei der Ingrid heute.

Einen Nachfahren habe ich, wie ich weiß, auch in eurer Zeit, Arzt ist der. Aber er weiß nichts von mir.
Wenn du den fragst:
Der kann erklären, warum er dies und das den Kranken einflößt
und warum er so redet mit ihnen und nicht anders.
„Wegen der Wissenschaft“, wird er antworten …

Ja so! Wer hat Recht? Er oder ich?
Heilt die Wissenschaft, heilt der Brauch? Meine Erfolge waren nicht seltener als seine! Meine Niederlagen auch.

Mensch und Tier sterben, wenn die Seele nicht mehr leben mag. Und sie genesen, wenn die Seele noch ihre Wege auf Erden zu gehen hat! DAS ist die Wahrheit! Nicht die Wissenschaft heilt, nicht der Brauch, das LEBEN heilt!

Ja, oh, jetzt gehen diese Worte mir leicht von den Lippen, aber weit war mein Weg, bis ich es erkannte!
Ich war noch ein kleiner Junge, begleitete mein Väterchen, wenn er zu den Höfen gerufen wurde, trug ihm, was er brauchte: Kräuter und Salben oft, auch einmal Gips und Bandagen, je nach dem. Hier, am väterlichen Häuschen, war die Welt gut, so schien es mir.

Wir Kinderchen spielten und arbeiteten, die Mutter sorgte für uns und der Vater war uns eine große Gestalt, die wir versuchten, nicht zu verärgern, so gut war es hier!

Aber wenn ich mit ihm musste, dann sah ich, dass hinter unserem Wald und See anscheinend nichts als Leid wohnte! Kühe, die ihre Kälber nicht gebären konnten, Hunde mit vereitertem Maul, Menschenkinder mit Diphterie, Frauen, so blass wie die Leinwand, die meine Mutter webte, und so schwach, dass man sie kaum verstehen konnte…

Eines Tages nahm ich meinen ganzen Mut zusammen. Vater und ich waren gerade auf dem Heimweg von einer Frau, zu der wir immer öfter gerufen wurden. Einen bösen Husten hatte sie seit vielen Monaten. Und obwohl der Vater ihr alles gab, was der Brauch erforderte, sie wurde von Besuch zu Besuch kränker. Jetzt hatte Vater ihrem Mann gesagt, nun solle er ihn nicht mehr rufen, sondern den Pastor holen.
Da war ein großes Weinen unter deren Kinderchen entstanden und ich hätte so gern IRGENDWAS getan für die arme Frau. Aber wenn schon der Vater nichts mehr wusste…

Als wir auf dem Heimweg waren, fragte ich ihn schließlich: Väterchen, der Brauch hat so viele Menschen vom Husten geheilt, warum diese nicht? Mein Vater sah nur beiläufig zu mir, als er sagte: Weil Gott sie haben will!

Ich wagte nicht, weiter in ihn zu drängen, machte mir aber so meine Gedanken. Vor allem darüber, warum Gott diese Frau so gerne haben wollte, dass er sie ihren Kindern und ihrem traurigen Mann wegnahm…

Ich begann ich, mich zu verändern. Die Mutter bemerkte es zuerst. „Das Michelchen ist so still geworden“, sagte sie, „es wird doch nicht krank sein?“ Der Vater inspizierte mich gründlich, fand aber keine Ursache und meinte, das werde sich schon legen. Das tat es auch!

Meine Überlegungen, warum Gott diese Frau haben wollte, wurden am Tag ihrer Beerdigung geklärt. Eigentlich hätte ich, wie ich es für gewöhnlich tat, das Totenglöckchen der kleinen Kirchhofkapelle läuten müssen. Aber weil mein Mütterchen so besorgt um meinen Zustand war, entschied sie sich kurzentschlossen, mir dies zu verbieten. Stattdessen stand ich wie alle Bewohner, die im Dorf und den darum herumliegenden Höfen lebten, am Grab der Frau.

Was ich hier zu hören bekam! Die Beste aller Frauen sei sie gewesen, fleißig und gutherzig, mildtätig gegenüber allen Schwachen, großzügig gegen jedermann, eine wahre Zierde der Christenheit, so lobte sie der Pastor. Und alle, die nicht gerade von den eigenen Tränen erschüttert waren, stimmten kopfnickend zu!

DAS war es also! Darum wollte sie Gott haben! Weil sie so gut war! Nun, bisher hatte ich mich sehr bemüht, ein gutes Kind zu sein und Gott zu gefallen. Aber als ich jetzt hörte, dass man dadurch in Gefahr geriet, von ihm geholt zu werden, stellte ich alle Bemühungen in dieser Richtung ein! Auf gar keinen Fall wollte ich geholt werden! Das Leben war mir viel zu schön!

Hatte mein Mütterchen gerade noch geklagt, dass ich so ruhig und ungewöhnlich brav sei, beklagte sie sich jetzt über das Gegenteil: Ein Teufel müsse in mich gefahren sein, unablässig sei ich frech und unartig, nicht auszuhalten sei es mit mir, klagte sie meinem Väterchen. Der rief mich zu sich, sah mir lange in die Augen, fragte mich dem Brauchtum nach gewisse Frage, um einen eventuellen Teufel in mir auszumachen, fand aber nicht das geringste Anzeichen.

Es ging einige Wochen lang so weiter. Keine schöne Zeit, für meine armen Eltern nicht, für meine Geschwister nicht, für unsere Tiere nicht für mich aber auch nicht. Denn jeden wusste ich nun zu ärgern. Anstrengend war es, sich immer neue Streiche einfallen zu lassen. Und nun ja, Strafen gab es auch, die Schlimmste war, dass mein Mütterchen mir nun abends nicht mehr ein Lied singen mochte. Auch betete sie nicht mehr mit mir. Ach, ach, es war gar nicht einfach, Gott nicht mehr zu gefallen.

Schließlich wurde unsere Mutter krank, ein Fieber ergriff sie hart. Ausgerechnet in der einen Woche, in der unser Vater in die Hauptstadt fuhr, um seinen Bruder zu besuchen. Da bekam ich gewaltig Angst um sie. War sie nicht auch eine Zierde der Christenheit? Mildtätig und großzügig? Vielleicht würde Gott sie auch haben wollen!

Ich begann, jeden Brauch, den ich vom Vater kannte, anzuwenden, schuftete obendrein für die Geschwisterchen und schließlich, was für ein Glück! Am dritten Tag wachte die Mutter fieberfrei auf, sah, was ich alles für sie getan hatte und rief aus: Du bist ja doch ein guter Junge, einen Besseren und Gottgefälligeren gibt es auf der ganzen Welt nicht!

Ach herrjeh! Da packte mich die Todesangst! Nun war es heraus! Jetzt war ich sicher der Nächste, der ins Grab musste! Tatsächlich ergriff nun mich das Fieber. Aber Vater kam rechtzeitig, um seine Medizin zu geben. Er wunderte sich aber, dass ich so sicher war, sterben zu müssen, obwohl ich doch wieder völlig gesund war. Und da erzählte ich ihm all meine Gedanken! „Ui je, ui je“ sagte er zu jeder meiner Thesen „ui, ui, ui“…

Und dann erzählte er mir von Gott. Er erzählte mir davon, dass Gott uns mehr liebt als irgendein Wesen auf der Welt. Er erzählte mir davon, was er uns alles aus seiner Liebe heraus schenkt.
„Den Schnee im Winter, damit wir eine Zeit haben, uns auszuruhen. Die Beeren im Sommer, so unvergleichlich süß, den Honig der Bienen.
Den Wind, damit wir Drachen steigen lassen können …
Das alles und noch viel, viel mehr zählte Väterchen auf. All das, was ich so liebte in meinem kleinen Leben.“
Und ich fragte ihn: „Schenkt er dir auch was?“
„Mir auch“, sagte er, „zu allem, was er dir schon schenkt, schenkt er mir als Vater noch viel dazu: die Mutter und ihre Liebe, euch Kinder, die mich lachen lassen.“
„Und die Tante Kläre, die dir immer so ganz nah auf die Pelle rückt?“ „Die auch!“
„Und die Pfeife, die so komisch riecht, wenn du sie rauchst?“ „Die auch und den Tabak noch dazu!“
„Und den Kartoffelschnaps auch?“ „Den auch.“

„Sag mir, Söhnchen, wenn Gott den Menschen so viel schenkt, warum soll er sie dann holen wollen, ehe ihre Zeit da ist?“

Darauf wusste ich keine Antwort mehr. Recht hatte der Vater! Ich sah das ein! Niemand macht erst großartige Geschenke, um dann zu wollen, dass man sie nicht annehmen kann! Ja, so! Da wurde ich wieder ganz fröhlich! Und weil ich so ein ganz und gar fröhlicher Mensch war, wurde ich genauso ein guter Heiler wie mein Väterchen.

In meiner Zeit und in meiner Welt glaubten die Menschen, dass ein guter Heiler daran zu erkennen war, dass er selbst sein Leben liebte! Wie ich höre, glaubt mein Nachkomme, der Arzt, etwas ganz anderes. Er glaubt, dass er nur dann als guter Heiler anerkannt wird, wenn er stets ernsthaft ist.

Ja… und JETZT, meine liebe Ingrid, komme ich zu dir. Ich weiß, du fragst dich die ganze Zeit, was die Geschichte deines kauzigen Engels mit dir zu tun hat.
Oh, so viel, meine gute Seele!
Ich glaubte, dass ich Gott davon abbringen kann, mich zu holen, wenn ich zu böse für ihn bin, um ihm zu gefallen. Und du glaubst, nur dann ein guter Mensch zu sein, wenn du sehr ernst bist. Zwei Seiten, der gleichen Medaille.

Ingrid, weißt du, es ist gar nicht so, dass wir Gott IRGENDWAS geben müssten, damit wir ihm gefallen. Und es ist auch nicht so, dass wir ihm die Freude an uns nehmen könnten, egal, was wir tun! An seiner Liebe zu uns können wir GAR NICHTS ändern! Das Einzige, was sich ändert bei solchen Versuchen, ist unser Lebensgefühl selbst. WIR sind mit UNS unzufrieden, weil wir eben spüren, dass wir in einer Art und Weise leben, die gar nicht unserem tiefsten Selbst entspricht!

Die Gründe, warum ich das damals getan habe, habe ich dir teils zur Erbauung erzählt, teils aber auch einfach nur, um dein Lächeln wieder einmal zu sehen. Denn das liebe ich so sehr! Ich liebe es, wenn du dich freust, wenn du lachst, wenn du in einen Windbeutel beißt und an deiner Nasenspitze Puderzucker klebt. Ach, wie sehr ich es liebe, wenn du die Geschenke, die Gott dir macht, genießt!

Ich liebe es, wenn du deinem Herzen folgst und einfach gut bist zu Tier und Mensch, ohne dich zu fragen, ob du auch gut genug bist. Ich liebe es, wenn du irgendwo in dir diese Ahnung fühlst, dass es irgendwo IRGENWEN gibt, der dich so liebt, wie du bist. Das tue ich, weil es Gott so in meinem Herzen über viele Inkarnationen hat wahr sein lassen.

Hier warst du mein Schwesterchen, heute bist du mir anbefohlen. Ich decke nicht alle Bereiche, die deine Seele braucht, um sich weiter zu entfalten. Ich, der Michael, bin dir für die Zeit zugeordnet, in der du einen Engel brauchst, der dich an die Lust, zu leben, erinnert! Dieser Moment ist jetzt.

Wer sagt dir, dass dein Leben schwer sein muss? Deine Ahnen sagen es: Freude kommt dem Leichtsinn gleich und Leichtsinn ist gefährlich. Aber das ist ihre Weisheit, nicht DEINE! Deine Seele weiß es besser: Freude ist, Gott ganz nah zu sein!
Und sie braucht nichts Großes: Ein paar frische Pflaumen, ein Federweißer und ein Zwiebelkuchen vielleicht, so wenig kann es sein. Freude zu haben, heißt zu verstehen, dass du deine Aufgaben tun darfst! Obwohl es doch andere gibt, die dieses Glück nicht haben! Sich beschenkt wissen, jedenfalls heute, jedenfalls jetzt! Das Schwere kommt von allein, man braucht sich darum nicht kümmern…

In diesem Leben als Michael bin ich nicht sehr alt geworden. Der Erste Weltkrieg forderte mein Leben, als die Truppen das Land überrollten. Ich war gerade unterwegs zu einer kalbenden Kuh im Nachbarort, ein Querschläger traf mich. Das waren keine lustigen Zeiten, selbst für mich nicht. Aber für jede Stunde, die ich lebte und meine Arbeit tun konnte, war ich so dankbar, wusste ich doch, es gab anderes in der Welt, Schwereres.

Und jene Menschen, die es traf, waren weder schlechter noch besser als ich. Als ich starb und mich meine Mutter abholte in den Himmel, da sagte meine Seele ihrer: „Danke, Mutter, dass du mir mein Leben gegeben hast, es war voller Freude!“
Und sie sagte: „Aber du warst arm…“
Ich sagte: „Ja, aber ich hatte stets genug!“
Und sie sagte: „Aber du warst ungebildet.“
Und ich sagte: „Ja, aber mein Verstand hat gereicht, zu begreifen, dass ich reichlich beschenkt wurde.“
Da nahm sie mich in die Arme, auch ihre Seele heilte durch diese Antworten, denn sie meinte, nicht genug für uns Kinderchen getan zu haben.

Nun, meine geliebte Ingrid, geh, mach dich auf den Weg, die Freude deines Lebens zu finden. Wenn du sie in der Ferne suchst, in der Zukunft, dann suchst du blind. Und wenn du sie in anderen suchst, dass sie dir genug Anlass dafür geben sollen, dann suchst du auch blind. Wenn du sie in deinen Werken zu finden suchst, suchst du wieder blind! Suchst du sie aber in dem, was du heute hast, dann findest du sie!

Widersprich den Ahnen! Sie wussten es nicht besser!!! Nimm es, wie es ist, und fürchte dich nicht, ein Lebens-Genießer zu sein.

U: Vielen Dank, lieber Michael, ich hoffe, dass es Ingrid hilft, in die Lebensfreude hineinzuwachsen, die du meinst.

M: Ich sagte doch: Es ist viel leichter, seine Aufmerksamkeit dem Mangel zu widmen als der Fülle. So haben es euch die Ahnen gelehrt! Nur wenige haben das Glück, ein Väterchen wie den meinen zu haben.

Der Kampf des Lichts beginnt bei euch selbst: Traut euch doch, euch zu freuen! Ich bitte euch alle, die ihr mich lest, wagt es: Euch an dem zu freuen, was Gott euch schenkt.

U: Ich würde dir jetzt gerne die Fragen von Ingrid stellen, darf ich das tun?

M: sehr gerne.

U: Ingrid fragt, welche Aufgaben sie in dieser Inkarnation hat?

M: Ingrid, die Heiligkeit des Irdischen wieder zu entdecken, diese heilige Schöpfung wieder in dein Bewusstsein zu nehmen und damit ein Träger der Weisheit zu werden, der anderen hilft, wieder zu dieser Lebensfreude hinzufinden. Das hast du dir vorgenommen. Und du arbeitest gut daran, einzig eines ist es, was dir abhanden gekommen ist: DIE FREUDE!

U. Welche Aufgaben oder Hindernisse habe ich aus anderen Inkarnationen mitgebracht, fragt Ingrid?

M: Dass Freude am Leben, an der Lust, zu sein, am Nehmen Leichtsinn sei! Dass du dich damit versündigst und sogar andere mit dem Leben dafür bezahlen müssten.

Verantwortlich für die Lebensfreude der anderen? Nein, mein Liebling, das ist eine Verantwortung, die keiner tragen kann.
Zu viel, viel zu viel hast du dir da vorgenommen! Gottes Wege mit dir sind schön, du brauchst nicht mit Trauer und Verzicht zu bezahlen.
Gott braucht keine Opfer!

Aber es ist wie ein Wurm, der sich breitmacht in den Seelen: Nur der, der Leid trägt, ist edel, nur der, der schwer trägt am Leben, ist es wert. Woher dies kommt?

Aus alten Zeiten! Selbst zu meiner Zeit war ich schon ungewöhnlich in meiner lebensbejahenden Einstellung. Aber was alt ist, muss nicht richtig sein!
Es gibt „Brauchtümer“, die nicht heilen, nur schaden.

Vom „Brauchtum“ der Schwere würde ich dich so gern befreit erleben, denn ich weiß um die Kraft zur Freude in dir: Wie mitreißend kann deine Seele sein, würde sie es sich doch nur wieder erlauben!

U: Warum habe ich so viele gesundheitliche Probleme und wie kann ich sie lösen?

M: Ingrid, in dem du deine Gesundheit nicht am perfekten Zustand misst, sondern an den Möglichkeiten, die du mit offenen Augen überall sehen kannst…
Aber das ist noch sehr schwierig für dich. Bitte fürchte dich nicht davor, deinen Körper nicht kontrollieren zu können. Diese Furcht gehört gar nicht in die heutige Inkarnation, sondern liegt lange zurück…
Was meinst du? Magst du nicht einmal versuchen, darauf zu sehen, wie großartig dein Körper im Großen und Ganzen funktioniert? Er ist eben nicht mehr „neu“!
Na komm, versuch es doch einmal.

U: Hat sie mediale Fähigkeiten?

M: Sie hat die Anlage dazu, aber ohne die Heiterkeit der Seele wird es ihr schwer sein, ohne das Wissen um ihr Geborgensein in Gottes Liebe sogar gefährlich schwer. Darum lass uns nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun.

U: Was ist ihre Seelenfamilie?

M: Die der Priester, sie verbinden das Irdische mit dem Spirituellen. Sie sind die Brücke, die von dort nach hier führt. Auch ich bin aus dieser Familie: Gearbeitet habe ich als Heiler, doch gewirkt habe ich als einer, der das Vertrauen der Menschen in Gottes Liebe zu ihnen aufrichtet. Das Heilen war ein Werkzeug, nicht wertvoller als mein Lachen.
So ist es auch mit deiner Seele: Gott braucht fröhliche Begeisterte, Trauerträger sind selten aus unserer Familie. Denn es ist ein gütiger, fröhlicher Geist, den Gott in die Welt ergießen will.

U: Warum schmerzt der Gedanke an meine Schwester?

M: Weil du fürchtest, Schuld an ihrem „Nicht Leben“ zu sein. Dass sie Platz machen musste, damit du dich deines Lebens erfreuen kannst. Ein Irrtum deiner Seele! So ist es ganz gewiss nicht. Sie hat dich begleitet aus Liebe und ging, als sie den Moment für gekommen hielt, dich allein weiter gehen lassen zu dürfen.

U: Lieber Michael, ich danke dir sehr für deine Worte und ich hoffe, dass sie Früchte tragen und Ingrid zu ihrer Art, lebensfroh zu sein, finden wird.

M: Wir bauen ein festes Fundament…
Ingrid, nun rasch, nimm dir so viel Freude,
wie du heute zu ertragen vermagst.
Nimm es, solange du es aushalten kannst, fest in dein Herz!

Und wer weiß?
Mit der Zeit wirst du es so sicher in dir tragen wie ich.

Dein Michael!