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Elia – Dein Körper gleicht sich deiner Seele an.

Dein Körper gleicht sich deiner Seele an.
Deine Seele ist warmherzig, mütterlich, weiblich.

Ich weiß ja,
dass dies in eurer Zeit kein Vorteil ist.
Elia

Zu Gast ist Inge.

I: Wozu braucht mein Körper dieses Gewicht?

E: Inge…

I: Ja, ich weiß, trotzdem…

E: Inge, dein Körper gleicht sich deiner Seele an.
Deine Seele ist warmherzig, mütterlich, weiblich.
Ich weiß ja, dass in eurer Zeit dies kein Vorteil ist.

Aber, Inge, wenn jemand zu dir kommt,
müde und krank an sich selbst,
müde und krank am Urteil eurer Welt…
Wenn zu dir Frauen oder Männer kommen,
die daran zerbrochen sind,
nicht den Schönheitsidealen Anderer zu entsprechen,
die in ihren Erwartungen von sich selbst so enttäuscht sind,
dass sie es nicht wagen,
in den Spiegel zu schauen…

Was glaubst du:
Womit kannst du denen mehr helfen?
Mit Kleidergröße 36 oder 44?

I: Na ja, mit der größeren, klar.

E: Ja.
Weißt du, dass Gottes beste Diener alle Handicaps hatten?

I: Nee, das wusste ich nicht.

E: Moses war ein Stotterer.
Jesus hatte ein Gesicht, das gewöhnungsbedürftig war.

Schönheit, Attraktivität, Perfektion des Äußeren…
Was macht das, wenn ein Gott gesandter Helfer
zu schön ist, zu perfekt?
Dann tritt hinter dem Glanz seiner Erscheinung
und seines Charismas Gottes Wort in den Hintergrund.

Darum gilt bis heute der Satz:
Gottes Wort ist in den Schwächsten mächtig.

Wenn du einmal auf jene schaust,
die aufgrund ihrer Berufung
die höchsten Posten der Kirche innehaben:
Wie sie sich mit Glanz und Würde schmücken.


Wie anders ein einfacher Handwerker,
der völlig unspektakulär aussah
und aus dessen banalem Gesicht
die wunderbarsten Worte des Friedens, der Heilung,
der Ermunterung zum Wachstum für die Menschheit kam.
Niemand war von seinem Anblick geblendet.
Alle konnten sich auf seine Worte konzentrieren.
Das ist der Preis!

Beeindruckend sein nicht durch das, was Außen ist,
sondern was Innen durch dich kommt.

Ich weiß, du bist eine Frau und ich weiß:
Für euch Frauen ist es wichtig, attraktiv zu sein.
Ja, sei attraktiv.
Sei in deiner Weise schön.
Sei ein Vorbild für die Frauen, die zu dir kommen.

Aber sei nicht schöner als sie!
Verstehst du, was ich meine?

I: Hm. Ja.

E: Lass niemals zu, dass Äußeres jenen blendet,
der sich hilfesuchend an dich wendet.
Sei es euer Körper, sei es euer Haus, was auch immer:
Lasst es so sein,
dass es in dem Moment in den Hintergrund treten kann,
in dem ihr Werkzeug seid.

Das bedeutet nicht: Lasst euch gehen…
Denn auch das ist eine Form von Beeindruckung,
wenn auch im Negativen. Ja?

I: Hm.

E: Gut. Hast du noch eine Frage?

I: Du sagtest mal, ich hätte eine Traurigkeit,
die nicht meine wäre.
Ist dass das, was du eben angesprochen hast:
Das Drama?

E: Das ist das Drama.
Das Drama des Abgewiesen seins!
Oder wenn man genau hinschaut:
das Drama der Erwartungen.

I: …der Erwartungen nach Anerkennung.

E: Ja.
Inge, das, was du den Anderen gibst, gib aus Freude!
Gib es, weil es DICH freut, es zu geben oder gib nichts.

Dann bist du frei von deinem Drama!

I: Du meinst auf meiner persönlichen Bühne.

E: Ja.
Ich meine auch auf Gottes Bühne.
Denn Gott, der will dich gar nicht,
wenn du nicht fröhlich gibst, ja?

I: Ja.

E: Erwartungslos das tun, was dir Freude macht.
Günstiger weise macht es dir Freude, zu helfen.

I: Hm, ja.

E: Ja, aber auch dazu darfst du fröhlich stehen.
Du musst gar nicht traurig schauen.

I: Tu ich das?

E: Ja, schau doch,
wie fröhlich dich deine Arbeit sein lassen kann.
Schau doch:
Wie lebendig, selbst wenn es um schwere Dinge geht
wie Trennung und Tod und hoffnungslose Krankheit.


Allein dadurch trägst du eine große Hoffnung weiter.
Allein dadurch zeigst du denen, die zu dir kommen:
Ja, dein Schmerz ist groß!
Du bist ein Mensch und Schmerzen gehören auch dazu,
aber sie sind nicht alles.

Schmerzen, Trauer, Verlust:
All das gehört AUCH auf die Bühne,
aber das ist nicht alles.
Und dafür, Inge, lohnt sich deine Arbeit für dich,
für die Anderen sowieso!
Und auch für uns!

In die Freude dürfen!
Dürfen!
Die Erlaubnis dafür bekommen.

Mit der Freude war es nicht besonders groß in eurer Familie.
Das ist sozusagen, wenn du dich freust, eine Mutation.

I: Hm.

E: Mutationen sind gut.
Ohne Mutation würde der Mensch heute
noch als Vierbeiner herumlaufen.
Was für ein Glück!
Ohne Mutation wäre euer Gehirn immer noch
auf dem Niveau eines Schimpansen.
Was für ein Glück!
Es lebe die Mutation!

Magst du mutieren?

I: Ja, in jedem Fall!

E: Gut. Was kann dir helfen?
Ich kann dir sagen, wer dir helfen kann.
Deine Katzen,
dein Sohn,
dein Mann,
sogar deine Tochter.
Der Wind in den Bäumen,
die Schneeflocken auf der Nasenspitze,
ein frisches Brot aus dem Ofen kann alles dazu beitragen,
dass du in die Freude mutierst.

Traust du dich?

I: Hm, ich springe.

E: Immer öfter.

I: Immer öfter.

E: Ja. Und mit dieser Freude, Inge,
setzt du ein Fanal an all Diejenigen,
die in ihren Dramen feststecken
und keinen Weg heraus sehen und um Hilfe bitten.

Wichtig ist: Bleib innerlich ihnen zugewandt!
Bleib in der Freude!
Lass diese Freude der Motor für immer neue Initiativen sein!

Scheue nicht den Umgang mit den Kontroversen!
Scheue nicht, klar zu machen,
wer du bist und was du machst,
sondern schreie deinen Namen in den weiten, weiten Wind.
Lass ihn hören! 
Du brauchst mehr und mehr brauchen dich! 
Sie müssen dich finden können!

I: Hm.

E: Das ist ein Prinzip, an dem ich nichts ändern kann.
Eines noch!
Und dies bitte zum Abschluss.
Bei allem, was ihr tut in der Welt,
gibt es keinen Gleichstand.

Aus Mehr wird Wenig,
aus Wenig wird wieder Mehr.

Aus Voll wird Leer,
aus Leer wird Voll.

Dies ist der Lauf der Dinge,
dies ist ein Gesetz.

Wenn ihr klug seid,
dann achtet ihr dieses Gesetz und fürchtet es nicht.
Wenn ihr klug seid, dann nehmt ihr es, wie es ist.

Ohne Drama, ohne Furcht! 
Und mit Gottes Segen werdet ihr eure Aufgabe füllen.

Ich sage nicht erfüllen, ich sage Füllen.
Füllen mit eurer Freude,
füllen mit eurer Neugier,
mit eurer Lebenslust,
mit euren Erfahrungen,
füllen, damit Andere davon trinken.

Solange du in diesem Gesetz bleibst,
bist du außerhalb deiner Dramen.
Wir können dir die Dramen deines Lebens nicht völlig nehmen,
denn natürlich hast auch du zu lernen
und natürlich deine Erfahrungen zu machen.
Und das ist gut so.

Aber wir dürfen dir sagen:
Du spielst auf zwei Bühnen!
Und Eine davon:
Eine davon spielt ein Stück, das nie endet!

Guten Abend, liebe Inge.

I: Danke, Elia.

H: Guten Abend, Elia.

E: Gott segne dich.