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Schutzengel – Wenn eine Seele sich selbst einen Eid leistet: „Ich will nie wieder…“

Wenn eine Seele sich selbst einen Eid leistet:
Ich will nie wieder…
Agnes hat das auch gemacht.

Nein, sie hat sich nicht versprochen,
nie wieder so zu hassen
oder nie wieder Gott abzulehnen,
nein, nein.

Was sie sich versprach, war:
Ich will nie wieder so wie Andere sein!
Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Guide von Erika zu verbinden.

Erika bittet um diesen zweiten Kontakt mit ihrem Guide.

Thimothy sitzt auf einem Pferdewagen.
Die Beine lässig über den Rand hängend, beißt er in einen Apfel,
den er gerade von einem nahen Zweig gepflückt hat.
Eine rechte Straße scheint das hier nicht zu sein,
eher ein sehr viel befahrener Feldweg,
an beiden Seiten gesäumt von alten Obstbäumen…

T: Hallo, Uta, ganz schön so vor Weihnachten:
Die Botschaft der Engel!

U: Ich hoffe, dass es schön wird für Erika.

T: Ja, ich auch.

U: Dein Wagen hat gar kein Pferd…

T: Das ist das Problem!

U: Wo ist es?

T: Das weiß sie eben nicht,
jedenfalls nicht vor ihrem Wagen.
Der parkt in freier Natur, ja…

Langweilig hier?

U: Ja, ich frag mich gerade,
ob das hier so weitergehen soll…

T: Ich würde sagen: besser nicht…
Aber die Frage ist auch:
Wie kommt man in diese Situation?

Also, ich schlage vor,
wir fangen jetzt endlich mal ganz von vorne an.

Warte…
(Er verwandelt sich,
wird wesentlich kleiner und etwas untersetzt,
er trägt jetzt ein gefüttertes Wams, Kniebundhosen
und einen schlichten Filzhut.)

Bitte frag mich jetzt bloß nicht nach dem Namen,
den ich damals trug,
der ist noch schlimmer!
Bartholomäus… grauenvoll (lacht).

Sag Tim, ja?

U: Okay, mache ich.

T: Wir müssen da drüben hin!
Siehst du da die Stadt?

Die kennst du!
Na ja, heute sieht sie anders aus…

U: Ich verstehe das richtig?
Lemgo?

T: Ja!

U: Ach nein…

T: Keine Sorge, du warst nicht dabei.
Er spielt auf ein Ereignis in meiner Kindheit an!
Seither umfahre ich die Stadt am Liebsten großräumig.
Als Zehnjährige besuchte ich mit meiner Schulklasse
das dortige ehemalige Bürgermeisterhaus.

Viele, viele Hexen und Hexer wurden einst dort gequält.
Und ich geriet
– kaum das ich das Gebäude betreten hatte –
in schreckliche Begegnungen
mit den dort noch gebundenen Seelen.

T: Na komm, es passiert nichts Schlimmes, garantiert!

U: Okay…

Wir gehen jetzt durch die Stadt.
Der Marktplatz, auf dem lautes Treiben herrscht,
dann an der Kirche vorbei,
Gott sei Dank auch am „Hexenhaus“ vorbei.
Bis wir vor einem kleinen Häuschen anhalten,
das irgendwie eingeklemmt zwischen
zwei deutlich imposanteren Häusern steht.

Hier öffnet Tim die Tür
und ich stehe sofort in einer kleinen Schuhmacher-Werkstatt.
Tim setzt sich auf den Schemel,
zündet ein seltsames Licht an
(eine Art Glasblase über einer Kerze)
und bedeutet mir, zu schweigen…

Jetzt öffnet sich die Tür
und ein vielleicht vierzehnjähriges Mädchen kommt herein.

Sie ist eindeutig du in einer vergangenen Inkarnation,
die Ähnlichkeit ist verblüffend.

Ich verfolge das folgende Gespräch zwischen Beiden:

T: Ach, Agnes bist du schon wieder da?
Du wirst sehen, du bekommst Ärger mit deinem Vater!

A: Welcher Vater?

T: Gut, dann eben dein Ziehvater…

A: Das ist mir egal.
Hier! Davon trinkst du drei Mal täglich einen Becher Tee,
aber du musst warten, bis die Blätter zu Boden sinken,
du darfst sie nicht kauen.

T: Agnes, wenn das einer mitkriegt!
Wo hast du die her?

A: Vom Teufel natürlich, was denn sonst!

T: Agnes, Mädchen, rede nicht so,
wenn die alte Witschiebe dich hört!

A: Das ist Giersch,
es wird deine Gicht lindern,
jetzt lass mich gehen…

T: Agnes?
Danke, Gott soll dich segnen!

A: Was für ein Gott?!
Lass mich in Ruh damit!

Sie dreht sich um und verlässt das Häuschen.

U: Was war denn das?

T: Agnes war das, heute Erika.
Agnes ist meine Nichte,
die Tochter meiner Schwester Anna.
Vor zwei Jahren wurde ihr Vater als Hexer hingerichtet.
Sie war dabei, seitdem ist sie immer dabei,
sie kann nicht aufhören damit…

Ihr denkt immer an Frauen,
wenn es um Hexenverfolgung geht,
aber hier haben wir eine andere Situation gehabt.

In Lemgo regierte zu dieser Zeit ein Bürgermeister,
der wollte vor allem eines:
REICH sein.
Es würde zu weit führen, würde ich erklären, was ihn trieb…

Aber der einfachste Weg, in dieser Stadt reich zu werden
und Macht zu haben, war:
Die Rivalen der Hexerei zu bezichtigen.

Das machte er geschickt und es war einfach.
Unter der Folter gestand so ziemlich Jeder alles,
was er hören wollte.
Oder verriet jeden, von dem der Bürgermeister es erhoffte.

Agnes Vater war ein guter Mann!
Klug war er und sanftmütig,
Tischlermeister wie sein Vater.
Und auch wie sein Vater gehörte er
zu den alteingesessenen Bürgern der Stadt,
die es zu nicht wenig Wohlstand gebracht hatten.
Gärten und Äcker vor den Stadtmauern
gehörten ihm ebenso wie mein Häuschen hier,
für das ich nie eine Pacht an ihn zu zahlen hatte.

Wäre er ein armer Schuster wie ich gewesen,
er hätte überlebt, so aber…

Ich sah das Unglück kommen
und doch konnte ich gar nichts tun.
Als der alte Bürgermeister sein Amt an den Neuen weiter gab,
war nicht gleich offensichtlich,
worauf das alles hinauslaufen würde.

Hexenverfolgung, die gab es hier schon so lange,
so lange jemand denken konnte.
Das lag an der Angst, die hier den Menschen quasi im Blut lag!

Auch kam es vor,
dass manchmal ein Mann als Hexer angezeigt war.
Aber seit der Neue dran war,
wurden es immer mehr Männer!

Vielleicht weißt du es nicht!
Aber die der Hexerei angeklagten mussten für alles bezahlen:
für die Zeit im Kerker,
ihre Folterknechte,
ihre Gerichtskosten,
den Richter
bis hin zur Vollstreckung des Urteils.

So was kostete leicht so viel,
dass den Hinterbliebenen danach nichts mehr gehörte!
Alles floss in die Kassen der Stadt
und die wiederum beherrschte der Bürgermeister!

Es gab viele vorher,
die sich an ihrem Amt bereichert hatten,
aber keiner trieb es so wie der Neue.
Innerhalb zweier Jahre hatte er sich aller Kritiker entledigt!
Und nun begann er,
sich Ländereien zu „sammeln“.

Eines Tages traf ich ihn,
als ich mir Äpfel aus dem Garten
meines Schwagers vor der Stadtmauer holte.
„Schöner Garten!“ sagte er…

Und da war etwas in seinen Augen,
das war so leer und kalt,
dass mir ein Schauder durch den Körper ging.
Ich wusste von da an:
Da kommt Böses auf meine Schwester zu
oder auf ihren Mann.

Aber so viel ich mahnte,
so viel ich sie bat, fortzugehen:
Es schien ihnen lächerlich.
Jeder Bürger wusste doch,
dass sie gute Christenmenschen waren!

An einem grauen Novembermorgen
wurde Hinrich hingerichtet!
Meine Schwester zahlte für die „Gnade“,
dass er durchs Schwert gerichtet wurde, 180 Taler!
Das war mehr als ihr Vermögen.
Sie musste ihr Haus verkaufen, ihre Gärten,
nur dieses alte Häuschen blieb ihr.

Anna hat die Hinrichtung ihres Mannes nicht verwunden.
Sie starb durch eigene Hand zwei Monate später.
Agnes blieb mir,
aber das war gefährlich für das Kind.
Ich würde es nie schützen können,
falls irgendeine der Gefolterten sie verleumden würde.
Und so willigte ich ein,
als der Pfarrer eines Nachbarortes
sie zu sich aufnehmen wollte.

Ein frommer Mann, DACHTE ich…
Ein Kinderschänder, wie ich schon bald erfahren musste!
Und NICHTS, NICHTS, NICHTS, das ich hätte tun können.
Mir wurde nicht erlaubt, die Stadt zu verlassen!
Ich hatte schon Zwei mal knapp eine Verleumdung widerlegt,
war unter Beobachtung…

Soweit die Fakten von dem,
was AUSSEN um Agnes geschah.
Aber INNEN,
da kam es zum schlimmsten möglichen Fall der Seele:
Agnes Herz war voller Hass.

Der begann, als sie ihren Vater aus dem Haus führten.
Der wurde flammend, als sie ansehen musste,
wie der Mensch, den sie mehr als alles Andere liebte,
vor einer tobenden, Beifall spendenden Menge hingerichtet wurde. Und der wurde zu dem letzten lebendigen Gefühl in ihr,
als sie eines Morgens ihre Mutter
unter dem Dach hängend fand.

Du musst dir das vorstellen:
Die Menschen,
die ihren Vater aus dem Haus holten,
waren die Väter ihrer beiden besten Freundinnen!
In deren Häusern war sie ein- und ausgegangen.
Die, die bei der Hinrichtung ihres Vaters
am Lautesten applaudierten,
waren besonders jene,
die ihrer Familie nahe gestanden hatten:
Vaters Gesellen,
seine Freunde,
sogar seine Mutter!

Ich als Erwachsener wusste, warum:
Wer mit einem verurteilten Hexer zu tun hatte,
stand selbst im Verdacht!
Die klatschten Beifall,
um ihr Leben zu retten!

Aber Agnes?
Die konnte das nicht verstehen!
So was versteht man nicht,
wenn man zwölf Jahre alt ist…

Sie verlor ihr Vertrauen in die Menschen!
Mehr noch: Sie ekelte sich vor ihnen!

Was blieb?
Ich ein WENIG und Gott…

Und ihre Mutter,
aber die verriet sie durch ihre Tat ja auch.

Blieb Gott, nicht wahr?
Bis der Herr Pfarrer eines Nachts
in ihr Kämmerlein kam.

Ich wusste, was sie vorhatte:
Sie wollte diese Welt verlassen,
deshalb tat sie so,
als würde sie keine Hemmung haben.
Sie machte ALLES,
was nicht zu einem guten Christenmädchen gehörte:
Sie provozierte und hoffte,
dass eines Tages sie selbst als Hexe angezeigt wurde.

Die Sache war nur die:
Sie war dafür zu arm!
Zu anderen Zeiten ja!
Da hätte man sie angezeigt, so aber?
Der Bürgermeister hatte überhaupt kein Interesse daran,
auf den Kosten ihrer Hinrichtung sitzen zu bleiben.

Also ließ man sie gewähren,
scheinbar unendlich lange:
45 Jahre lang rührte sich kein Mensch.
Der schändende Pfarrer war schon längst nicht mehr,
auch ich war gestorben
und sie lebte hier.
Wovon?
Oh, offiziell von ihren Diensten als Waschfrau,
insgeheim von ihren vermeintlichen Zauberkünsten!

Ja, so war diese Gesellschaft damals:
Einerseits wurden vermeintliche Hexen verbrannt,
andererseits glaubte man an deren Zauberkünste
und benutzte diese, so gut es ging.
Selbst die Hexenverfolgungen
hörten mehr und mehr auf
und jener unsägliche Bürgermeister
hatte längst kein Amt mehr…

Aber Agnes ekelte sich weiter vor den Menschen:
vor ihrer Feigheit,
ihrer Gier,
ihrer Eitelkeit
und ihrer Dummheit, an IRGEND WAS zu glauben…

Und sie hasste weiter…

Ja, meine liebe Erika, sicher fragst du,
wie du das ausgehalten hast…

Die Antwort?
Die Tiere haben dich am „Leben“ gehalten,
sie waren dir „REIN“,
sie waren dir das einzig Edle auf der Welt
und das Einzige,
das du noch zu lieben bereit warst.

Tief, tief ist deine arme Seele in jenem Leben gestürzt. 
Und hoch, hoch bist du inzwischen gestiegen.

Fragst du,
wieso ich dir ausgerechnet SO WAS aufdecke?
Trost hättest du erwartet,
Hoffnung,
Weisung sogar in einer Zeit,
in der dir alles leer scheint?

Erika, ich erzähle dir das hier nicht,
damit es dir noch schlechter geht!
Sondern damit du achten kannst, wo du JETZT bist.
Wie sehr viel weiter hat deine gute Seele sich nun entwickelt!
Und das ist alles NICHTS?

Ja doch…
Aber nur so…
Hm…
Na ja…
Es geht…
Oder auch nicht…
Ist egal…
Hat ja alles keinen Sinn…

Doch, doch, aber dir fehlt noch ein Puzzleteil:
Wenn eine Seele ins Jenseits geht,
kann es passieren,
dass sie sich selbst einen Eid leistet!
Der fängt fast immer an mit den Worten
„Ich will nie wieder“!

Agnes hat das auch gemacht.
Nein, sie hat sich nicht versprochen,
nie wieder so zu hassen
oder nie wieder Gott abzulehnen, nein, nein.

Was sie sich versprach, war:
Ich will nie wieder so wie Andere sein!

Ehe das Drama der Agnes begann,
war sie eine Seele,
die ganz und gar in die menschliche Gemeinschaft,
die sie umgab, integriert war.
Sie war – ihr würdet heute sagen –
ein echter Socializer:
überall beliebt,
immer mitten drin,
immer mit der Meinung der Mehrheit…

Nicht erst als Agnes,
schon in den Leben davor.

„Ich bin wie ihr“
hätte auf ihrer Stirn geschrieben stehen können,
„Ich fühle, was ihr fühlt,
ich hoffe, was ihr hofft,
ich fürchte, was ihr fürchtet!“

Wenn man die Entwicklung einer Seele in Betracht zieht:
Kein ausreichender Status,
schließlich ist die Reife des individuellen Wesens das Ziel.
Und so nimmt es nicht Wunder,
wenn sie sich vor der Inkarnation als Agnes gesagt hat:
Ich will einmal erleben,
dass ich anders fühle
und denke als die Anderen!

„Ich will nie wieder so wie Andere sein!“

Das klingt nach einem freien Entschluss,
aber das war es nicht!
Das war die Folge der Verletzungen,
die ihre Seele erlitten hat.
Sehr, sehr langsam hat sich deine Seele erholt…

Es geht seither um die Überwindung beider Extreme:
extreme Andersartigkeit
versus extremer Anpassung.

Sag mal, Erika:
Was kann da der einzige Ausweg sein?

Ja, INDIVIDUALISIERUNG,
mit der man sich dennoch
als TEIL des Ganzen erlebt.

An deiner Individualisierung hast du sehr gearbeitet!
Da ist kein Ekel mehr,
der dir wahre Nähe unmöglich macht,
kein Hass mehr.
Aber TEIL?

Bist du schon bereit,
TEIL der Menschen zu sein?

Oh, ja, ja, ich weiß schon!
Dazu müssten die bereit sein,
dich als Teil zu akzeptieren (lächelt).
Nein, meine liebe Freundin, so geht es nicht,
um ins Gleichgewicht zu kommen.

Bisher war es immer wieder so,
dass die „Anderen“ unberechenbar waren
und du deshalb Distanz halten musstest
sowohl emotional als auch rational…

Aber du?
Es ist DEINE Auffassung,
dass man entweder ganz zusammenpasst
oder GAR NICHT.

Wir lieben doch beide so sehr die Mutter Erde.
Ist sie nicht wundervoll?

Sie trägt alles!
Sie fragt nicht:
Bist du ein Unkraut oder bist du eine Heilpflanze?

Sie gibt Beidem Kraft!
Weil sie weiß, dass Beides zusammengehört,
Beides seinen Platz hat.

Und sie selbst:
Ist sie immer gleich?
Aber nein!
Mal ist sie hart und karg,
mal ist sie schwer und fett und weiß.
Es hängt ganz von ihrer EIGENART ab,
was sich auf ihr ansiedeln wird…

So ist Mutter Erde für dich das beste Beispiel, Erika,
WOHIN es gehen soll für deine Seele.
DAHIN will sie geraten,
dieses Erbe will sie antreten:
Sein, wie die „Mutter“ ist.

Mit Stolz die eigene Identität leben,
aber doch hingebungsvoll gegen die sein,
die sich dir in der Hoffnung nähern,
wenigstens ein Stückchen Nahrung von dir zu bekommen.

Aber du selbst?
Woher ernährst du dich?
Auch wie die Mutter Erde vom Geist Gottes,
der dich durchdringt
und führt und stärkt,
solange deine Zeit ist.

Ja, Erika es geht darum,
dich nun dieser Art
der „Mütterlichkeit“ zu nähern.

Versteh mich nicht falsch!
Du kannst nicht nähren,
was deiner Individualität nicht entspricht!
Auf der schwäbischen Alp gedeihen Mangrovenbäume nicht!

Auch du hast Bedingungen und es ist wichtig, sie zu achten!
Sonst kommt es zu
dir so wohl vertrauten Überlastungen.

Erika, es geht auch um das Weiblich sein,
um die Frauen,
es geht um ihren Schmerz,
ihre Sehnsucht,
ihre Ängste…

Es geht um die Wut,
die euch voneinander trennt,
obwohl ihr doch nur gemeinsam starke Frauen sein könnt…

Es geht um die tausendfachen Demütigungen
und Abhängigkeiten…

Ja, ja, das hast du schon alles erkannt…
Aber nicht für jedes weibliche Individuum
ist deine Lösung die beste Lösung!

Wenn du weiter wirst,
wenn du bereit bist,
mehr ARTENVIELFALT zuzulassen,
kannst auch du von Anderen Nahrung nehmen…

Das wünsche ich dir so sehr!

In deiner Sippe gelten Prinzipien unverhältnismäßig viel:
Viel zu viel INDIVIDUALITÄT
wurde Prinzipien geopfert.
Der Weg, ANDERS zu sein,
scheint die beste Lösung!

Aber ANDERS sein ist NICHT Individuell sein!
Wer anders ist,
ist an das Andere gebunden,
hat es zum Vorbild,
wenn auch mit negativem Vorzeichen.

Beim Anders sein lehnt der Mensch ab,
beim Individuell sein fügt er sich hinzu!

Ich liebe deine Individualität,
sie ist genau richtig,
um sich mit Vielem zu ergänzen,
was wunderbar ist:
Mensch wie Tier wie Landschaft…

Mehr will ich dir jetzt nicht zumuten.
Ich weiß schon!
Du wirst dich fragen:
Warum sagt er mir nicht,
was MEINE individuellen Wesensmerkmale sind?

Nein, das werde ich nicht tun,
denn dann ist die Gefahr,
dass du tust, was ich erwarte, zu groß.
Oder wenn das Ergebnis dir nicht so recht mundet,
die Möglichkeit,
dass du alles genau anders herum machen willst,
zu groß.

Das ist deine Arbeit, Erika,
diese Frage zu beantworten:
Was macht mein SELBST aus?

Du hast es schwer gehabt!
du wurdest so erzogen,
dass es gar keine Rolle spielte,
was DICH ausmachte,
deine NOT-Wendigkeiten ganz unbeachtet waren…

Aber du bist jetzt erwachsen! 
Jetzt ist die Zeit,
DU zu werden!

Das ist nicht einfach!
Manches wirst du loslassen müssen,
weil es etwas ist,
was du nicht nähren kannst.

Manches wird dir gewagt
oder ungehörig erscheinen,
da wirst du Mut brauchen.

Manches wird dir als Fehlentscheidung bewusst,
das wird Demut erfordern.

Einfach ist es nicht,
ein glückliches Ich zu sein…
Aber ein so gutes Ziel!

Versuch, dich einmal neutral zu betrachten!
Tu einfach so,
als solltest du eine Reportage über dich schreiben,
in der keinerlei Wertung vorkommt…

Du wirst dir näher kommen dabei
und du wirst sehen,
dass du nicht weniger Prinzipien-treu bist
als deine Ahninnen,
nur hast du andere als sie…

Und dann geh daran
und untersuche:
ob deine Prinzipien WIRKLICH gut tun?

Ob du dich lebendig dabei fühlst…
Es ist nicht leicht,
sich selbst zu analysieren,
aber du kannst es doch mal versuchen.

Und wenn du alles das getan hast,
versuch, in das Gefühl zu kommen,
dass du in einem unbeschwerten Moment
in deiner Kindheit hattest:
SO bist du!

Aber das ist tief, tief in dir verborgen.

Überprüfe alle Sätze in dir,
die mit „ich darf nie“,
„ich werde nie“ und
„ich kann nie“ anfangen!

Sind das eigentlich TATSACHEN oder Vermutungen?
Oder sogar einfach nur ANDERS SEIN um jeden Preis?
Oder GENAUSO SEIN um jeden Preis?

Du merkst schon:
Jetzt hast du eine Lawine los getreten!
Ich freu mich, wenn die rollt
und du dich darüber freust.
Aber ich schütze dich auch, so gut ich darf,
wenn es dir zu schnell, zu weit geht.

Vergiss bei all dem bitte nicht:
Deine Seele hat so viel Zeit!

U: Timothy, darf ich dich zum Schluss noch bitten,
Erikas Fragen zu beantworten?

T: Ja.

U: Erika fragt, ob du ihr Hinweise geben kannst zu Aufgaben,
die im neuen Jahr auf sie warten?
Woran sie die erkennen kann
und welche Aufgaben sie nicht versäumen darf,
wenn sie ihren Lebensplan erfüllen will.
Werden die Aufgaben mich finden
oder muss ich danach zu suchen?

T. lächelnd:
Der Lebensplan Erikas kennt keinen Kalender,
er misst nicht nach Tagen, Monaten, Jahren,
er misst am Grad der Erfüllung:
Die Erfüllung DEINES SEINS!
Nichts Anderes ist es, was sich zu füllen hat.

Es gibt keine Aufgabe außer der,
der eigenen Sehnsucht zu folgen!
Es gibt nichts, was zu versäumen ist,
nichts, das zu finden ist,
nichts, das gesandt wird.

Es gibt immer nur eines:
Dein SELBST, wie es sich in die Welt bringt
und wie es auf die Welt reagiert.

Es gibt keine Beurteilung dieser Vorgänge,
nur die Möglichkeit zur Erkenntnis der Bedingtheiten!
Und daraus folgernd möglicherweise die Korrektur,
um noch reiner das Selbst zu sein,
das du in dir trägst.

So kann ich nicht sagen,
geh hierhin und dorthin,
tu dies und lass jenes…

Wie sollte ich das tun,
ohne mich zum Herrscher deines Selbstes zu machen?
Das aber bin ich ganz und gar nicht!

So ist mein einziger Rat für das kommende Jahr
und alle ihm folgenden:
Erforsche dein Herz und beobachte,
was es im Sinn hat,
und helfe ihm auf, zu sein,
was es in Gott ist.
Bitte mich darum,
dir dabei zu helfen,
aber bitte mich nicht darum, zu sein,
was beurteilungsfrei bleibt.
Denn das Urteil ist euer Bereich,
nicht unserer!

Für uns gilt stets nur Eins:
Ursachen folgen den Wirkungen
und aus den Wirkungen erlangt der,
der sich bemüht, 
Weisung für die folgenden Ursachen.

(Ich weiß, dass ich es dir jetzt schwer mache,
aber du bist keine Kinderseele mehr!)

U: Erika fragt:
Woran liegt es, dass ich immer so einsam bin?
Was habe ich noch zu bearbeiten,
bevor ich wieder mehr Freundschaften
mit anderen Frauen haben kann,
in der jede die Andere bereichert
und gerne Zeit für und miteinander hat?

T: Vieles dazu habe ich dir aufgedeckt.
Deshalb zusammenfassend:
Jeder dient dem Anderen,
selbst der Geringste dient dem Edelsten,
denn ohne seine Unarten
würde der Edle nicht als Edel gelten.

Der Bettler schenkt seinem Spender die Möglichkeit,
die eigene Güte zu erfahren!

Denk darüber nach, Erika.

Gleiche unter Gleichen sein
und doch individuell:
Das ist im Übrigen die neue Bewusstseinsstufe,
von der so viele reden
und doch so weit entfernt sind.

U: Hat sie durch ihre Bemühungen um Timba etwas erreicht?

T: Ja, für dich:
Das Bewusstsein, dich ohne sichtbares Ergebnis einzusetzen.
Für sie weniger gravierendes,
außer dass ihre Seele Stärkung fand,
ohne dies namentlich zuordnen zu können.

U: Kannst du ihr etwas dazu sagen,
warum sie das Schicksal
von Timba so sehr berührte?

T: Weil es eine Seelenverwandte von dir ist.

U: Ist Timbas Seele mit ihrer Gefangenschaft einverstanden?
Und wenn ja, warum?

T: Nein, das ist sie nicht und genau darum:
Damit sie lernt,
dass es nicht angemessen ist,
das ihr so Sein bestraft wird.
Ihre Seele hielt das für angemessen
und lernt jetzt, dass dem nicht so ist.

U: Bewirkt sie etwas auf der Erde,
indem sie die Jahreszeiten-Rituale abhält?
Oder versäumt sie etwas dabei,
was sie eigentlich zu tun hätte,
aber nicht erkennt?

T: Erika, in einer anderen Inkarnation
warst du begeistert vom Satz:
Ora et Labora!

Bete und arbeite!
Ja, das ist immer noch weise,
sein Leben so zu leben.
Tun, was der Hände und des Verstandes Arbeit ist
UND tun, was der Seele und des Herzens Arbeit ist:
Wie kann man so fehl gehen.

Der Mensch ist Geist und Fleisch,
so ist sein Dasein vollendet,
wenn er Beides lebt
und in die Wirkung der Schöpfung bringt.

So wenig umsonst getan ist,
wenn du dein Haus rein hältst,
dein Gärtlein pflegst,
deine Kräuter ziehst,
so wenig ist dein Dienst an der Erde
– bezogen auf deren Seele – umsonst.

U: Welche Bedeutung hat die mentale Kommunikation
für ihren Lebensplan, wenn sie die erlernt.
Sind ihre Zweifel berechtigt
oder braucht sie nur mehr Vertrauen,
um in der mentalen Kommunikation sicherer zu werden?

T: Darfst du überhaupt ohne Zweifel sein?
Könnt ihr je Zweifelsfrei sagen:
Dies, was ich sage,
ist wahr und stets richtig?

Wie wäre es,
wenn du Zweifel akzeptierst?
Wie wäre es,
sich damit zufrieden geben zu müssen,
MÖGLICHERWEISE richtig zu liegen?

Dann würden deine Ergebnisse keinesfalls beliebig,
aber hinterfragbar.

Und was meinst du:
Könnte nicht genau das
eine sehr wichtige, neue Lebenshaltung sein,
die dich davon befreit,
endgültige Wahrheiten sagen zu müssen?

Denk darüber nach, Erika.
Zweifel sind nichts „Böses“!
Sondern treiben dazu, weiter und tiefer zu gehen…

Zweifel um des Zweifels willen,
das ist nicht dein Problem!
Das wäre aber das einzig möglich Negative,
das es zu bedenken gäbe…

Und jetzt verabschiede ich mich,
ich wünsche dir eine gesegnete Weihnacht…

Ich wünsche dir,
dass dir der alte Sinn dieser Zeit ganz klar wird:
Die finsteren Tage verlieren von nun an
täglich mehr an Macht,
das Licht wird täglich größer!

Langsam geschieht das,
das darf es auch!

Frohe Weihnachten, Erika,
and a happy New Year!

Dein Tim!