Trauer - Bewältigung

Wenn man mit der Angst des vergangenen Lebens wieder inkarniert.

Engelkontakt

Diese Angst hat zwei Wurzeln.
Die eine Wurzel ist die Erfahrung des letzten Lebens,
das du abgeschlossen hast,
ohne dass deine Seele im Jenseits bereit war,
sich alles noch einmal anzusehen.

Sie hat nach diesem Leben von sich gedacht,
dass sie ein Geschöpf ist,
das durch und durch ängstlich wäre.

Ich bitte meinen Engel, mich mit dem Engel von Cornelia zu verbinden.
Cornelia bittet um diesen Kontakt.

Ich bin in einem Park, vor mir ein großes, graues Kriegerdenkmal, viele Namen stehen darauf. Ein großer Mann in einem langen, grauen Mantel legt Blumen dort hin. Dann dreht er sich zu mir, sein Gesicht ist schmal, fast ausgemergelt, seine Augen ein warmes blau, sein blondes Haar kurz geschnitten, schon ein wenig schütter werdend.
Er lächelt, als er mich sieht. Er kommt zu mir und ich spüre eine so große und ruhige Wärme in seiner Gegenwart. Als er mir die Hand zum Gruß hinhält, sehe ich, dass sie zittert.

G: Oh, keine Sorge, ich bin wirklich ein Engel und es geht mir fabelhaft, aber wir wollen im letzten Leben von Conny (er nennt Sie Conny) beginnen. Und damals trug ich dieses Zittern an mir, eine Folge schwerer Not…

U: Der Krieg?

G: Ja…
(Er sieht, dass ich versuche, die Namen auf der Tafel zu lesen.)
Du findest ihren Namen da nicht.

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass nur die Soldaten geehrt werden, nicht die tausend und abermals tausend Frauen, die auch „gefallen“ sind?

Ich hab trotzdem Blumen für meinen „Engel“ hier hingelegt, bis ich 1948 selbst gestorben bin.
Mein „Engel“? Das war Conny, damals Elsbeth … ja.

Conny, du weißt selbst, dass wir kein schönes Thema haben.
Ich würde so gerne mit dir über den Sinn des Lebens, das Ziel deines Seins sprechen. Ich würde so gerne dir diese Welt und die Welten, die danach auf dich warten. Erklären.
Ich würde dir so gerne erklären, was wirkliche Liebe ist und was Gott. All das Wunderbare, das es außerhalb deiner Wahrnehmung für dich gibt.

Aber es hat noch gar keinen Sinn, denn du würdest es nicht nehmen. Du würdest es jedem zugestehen, diese Liebe, diese Wunder …
Aber das all dies auch für dich da ist, das würdest du nicht annehmen können. Denn zwischen dem Wissen, dass du das geliebte Kind Gottes bist, und deiner Seele steht ein Schmerz, den wir zuerst auflösen müssen.

Darum werde ich mit dir über diesen Schmerz sprechen: Woher er kommt, wohin er gehört und wie du ihn los werden kannst.

Ja, loswerden, Cornelia, du darfst ihn loslassen, denn sein Anfang beruht auf einer teuflischen Lüge. Eine Lüge, die fast die ganze Welt geglaubt und gelebt hat.

Der Lüge nämlich, dass es für Seelen, die Schuld auf sich geladen haben, kein zurück mehr gibt zur Liebe in Gott.

Ich muss dir nichts über den letzten Weltkrieg erzählen, das weißt du alles selbst. Aber ich möchte dir davon erzählen, was im Jenseits zur gleichen Welt geschah. Das musst du wissen, sonst verstehst du gar nichts von dem, was ich dir zu sagen habe.

Es ist schwierig für mich, dir das in Worte zu bringen, ohne das ich alte und auch nicht ganz richtige Begriffe wähle.

Ich werde von Gott reden, aber damit meine ich nicht den uralten Mann mit weißem Bart, der irgendwo oben auf einem Thron sitzt und alle Macht hat. Damit meine ich etwas, das viel zu groß und viel zu unbegrenzt ist, um ihm einen Namen zu geben.

Etwas, das ALLES ist, kann man keinen Namen geben! Aber man kann sagen, was er will:

Gott will, dass alles, was existiert, vollkommen so wird, wie er es sich in seinem Innersten vorgenommen hat.

Du kennst dich doch aus mit Blumen: So eine Tulpenzwiebel, der sieht man gar nicht an, was in ihr steckt. Jemand, der gar keine Ahnung davon hat, der würde nie erwarten, dass sie sich einmal so verwandelt, dass die grüne Blätter haben wird und eine leuchtend rote Blüte. Der Zwiebel ist das jedenfalls gar nicht anzusehen.

Nur der Gärtner hat diese Entwicklung schon ganz sicher in seiner Fantasie, wenn er die Zwiebel in die Erde setzt. Er sieht sie schon vor sich und es ist viel mehr als eine Fantasie. Er weiß, ganz genau so und nicht anders wird sich diese Zwiebel, die er gerade in die Erde versenkt, am Ende der Entwicklung sein. Deshalb schafft er jetzt schon Pläne. Er setzt sie zusammen mit anderen Pflanzenzwiebeln, mit Narzissen und Krokussen usw.

Er WEISS! dass – wenn Herbst und Winter vorbei sein werden – diese rote Tulpe zusammen mit allen anderen eine wunderschöne Einheit bilden werden. Er weiß auch: Das Bild dieses Frühlingsbeetes wird nur dann so harmonisch sein, wenn keine einzige Blüte fehlt oder zu spät oder zu früh blüht. Darum achtet er auf die richtige Tiefe, in die er die Zwiebeln setzt, er spannt sogar ein Gitter um die Zwiebeln, damit kein diebisches Nagetier kommt und eine Zwiebel raubt …

Cornelia, so wie dieser Gärtner, so musst du dir Gott vorstellen. So hat er es mit uns gemacht. Vom Beginn der Zeit an war ihm ganz klar, wohin wir uns entwickeln und was wir dann wirken. Aber auch wie der Gärtner war es ihm klar, dass es dafür viele Voraussetzungen braucht: Es braucht den Regen im Herbst, sogar die grimmige Kälte im Winter, damit diese Zwiebeln wirklich stabile und gesunde Blumen im Frühling sein können.

So auch Gott. Er weiß: Damit wir einmal Seelen sind, die in ihre ganze Kraft kommen, müssen wir Erfahrungen machen, die uns stärker machen.

Und diese Erfahrungen sind keineswegs angenehm. Sie treiben uns dazu an, unsere Wurzeln immer tiefer in den Boden zu bringen.

Sie treiben uns dazu an, uns eine härtere Haut zuzulegen usw. Wäre dies nicht so, es ginge uns wie vorzeitig gezogene Tulpen: Der geringste, kalte Luftzug würde uns beugen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Knospen je aufgehen, wäre sehr gering, denn so schön wir wären, wir wären zu schwach.

Also stell es dir mal weiter so vor:

Jede Seele ist so eine Blumenzwiebel des Gärtners, der Gott heißt. Dieser Gärtner weiß, was er tut, der hat seinen Plan und den zieht er durch.

Alles prima? Warum´s dir dann trotzdem so schlecht geht?

Ja, mein Vergleich hat einen Haken, den kann ich dir jetzt nicht erklären, weil ich dann ein Buch schreiben müsste. Aber unser Gärtner hat einen Gärtnergesellen gehabt, der war anfangs ganz ok.

Aber irgendwann wollte der selbst die Gärtnerei haben, der wollte keine Befehle mehr entgegennehmen. Der fing an, seinen Chef zu mobben. Gibt’s ja, kennst du doch. Was soll der Chef da tun? Da gibt’s nur eines: Der fliegt raus aus der Gärtnerei!

Die Sache ist nur die: Der Geselle blieb super wütend auf den Chef und versuchte, die ganzen, schönen Ideen seines Chefs zu sabotieren. Mal zog er Wurzeln zu hoch, mal stampfte er Zwiebeln zu dicht in die Erde.

Ihr nennt das manchmal noch den Teufel, wir nennen es die „Destruktive Macht“.

Jetzt könnte man sagen: Dann soll der Gärtner doch diesen Gesellen fertigmachen. Ja, klar, das kommt auch. Aber erstmal sagt der Gärtner: ha! Der denkt, dass er meine Blumenzwiebeln fertigmacht. Da irrt der sich aber! Der macht die nur noch stärker, als es Winter, Frost und Dürre je gekonnt hätten. Dann dauert das Ganze eben noch länger, aber das Ergebnis wird noch besser!

Gut soweit? Verstanden?

Das ist nur so ein Gleichnis, da kann ein vernünftiger Mensch viele Einwände machen. Das Gleichnis hinkt, das weiß ich. Mir geht nur darum, dass du verstehst, dass die Seelen der Menschen in einem Kampf stehen, der nicht ihrer ist. Der ihnen aber letzten Endes dazu dienen soll, dass sie noch schöner und noch stärker werden.

So, jetzt zurück zum Zweiten Weltkrieg.

Hier bei uns im Jenseits, da war das auch ein Kampf, ein ganz gewaltiger Kampf zwischen den positiven Kräften und den negativen Kräften.

Es ging auf Erden um menschliche Macht und menschliches Leben, hier ging es um die Weiterentwicklung der Seelen.

Um beim Gleichnis zu bleiben: Der Geselle zog alle Zwiebeln zu weit aus der Erde, sodass der erste Frost sie zerstörte. Es sei denn, dass sie ihre ganze Kraft aufwenden konnten, um sich weiter in den schützenden Boden zu ziehen, ehe der Frost kam. Das konnte aber nicht jede Seele, nur die ganz Starken unter ihnen. Der Rest kriegte einen „Frostschaden“.

In der menschlichen Welt zeigte sich dieser Schaden als Schuld, Scham, Rachsucht, Feigheit, Hass, Panik, Lebensüberdruss usw.

Alle nur denkbaren, negativen Ideen darüber, wie die Welt ist, wie man selbst ist und wer Gott ist, verletzten die Seelen der Menschen zutiefst.

Und die größte Lüge dieses Gesellen bestand darin, den Seelen, die gar nichts für ihre Verletzung konnten, zu sagen: Du bist selbst schuld!

Und denen, die tatsächlich die Kraft gehabt hätten, sich dem Frost zu entziehen, zu sagen: Du hast überhaupt keine Schuld.

Du kannst dir vorstellen, dass wir seitdem viel zu tun haben, diese Lügen wieder aufzudecken.

Das will ich hier machen, Conny. Ich will, dass du verstehst, worin die Lüge besteht. Und deshalb will ich dir sagen, was deiner Seele passiert ist in dem Krieg. Du warst eine einfache Frau in Königsberg, hattest zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen. Dein Mann war im Krieg, als die Front nach Königsberg kam.

Stell dir das Ganze so vor, als wenn die Hölle auf Erden ist.

Eure kleine Wohnung lag mitten in der Stadt. Deine Mutter wohnte nur 50 Meter weiter, die Schule deiner Kinder war gleich um die Ecke. Lange, ehe der Krieg nach Königsberg kam, gab es schon Flüchtlinge. Was die zu erzählen hatten, war schlimm. Bald wollten die ersten Königsberger die Stadt verlassen. Sie durften nicht. Dann durften sie, aber nur, wenn sie keine Verpflichtungen hatten.

Die hattest du aber – du warst Schwesternhelferin – eigentlich nur gelegentlich, als die Kinder größer waren, öfter. Und als die ersten Kriegsopfer in der Stadt da waren, täglich. Deine Kinder wurden von der Mutter betreut. Das war nichts, diese Mutter war selbst ein „Kind“, nicht fähig, Verantwortung zu tragen.

Aber die Alternative wäre gewesen, dass du deine Kinder allein in einen der Flüchtlingstrecks gibst. Natürlich konntest du das nicht tun! Du wolltest bei ihnen sein. So sehr dich Nachbarn auch versuchten, zu überzeugen, deine Kinder ganz allein auf solch gefährlichen Weg zu bringen, das ging einfach nicht.

Und selbst mitgehen? Deine Angst, dich einem Befehl zu widersetzen, war zu groß. Und so seid ihr geblieben in einer Stadt, die keine mehr war, Monate lang eingeschlossen unter immer wiederkehrendem Bombardement. Du bist mit Angst zur Arbeit gegangen, Angst, deine Familie nicht wiederzusehen.

Und du bist mit Angst heimgegangen: Angst, sie könnten fort sein. Und du hast dich schuldig gefühlt: Wäre ich nur mitgegangen, hätte ich sie nur mit weggeschickt. Gebetsmühlenartig marterten dich diese beiden Gedanken. Ich denke ich muss dir nicht sagen, welche innere Not deine Seele gelitten hat.

In diesen Tagen habe ich dich kennengelernt. Ich war kein Soldat, ich war Pfarrer, aber ich hatte den Soldaten (was für eine sarkastische Bezeichnung, denn in Wahrheit waren die meisten entweder Greise oder halbe Kinder) in ihren Schanzen und Stellungen versucht, geistlichen Trost zu spenden.

Dabei hatte mich ein Granatsplitter verletzt und ich kam schwer verwundet zu dir. Längst waren die Hierarchien eines normalen Krankenhauses verwischt. Ärzte fehlten, so übernahmen Schwester sogar deren Aufgaben. Jeder machte, was er konnte, so gut er konnte.

Als ich kam, war überhaupt niemand da außer dir. Aber der Granatsplitter steckte so in meinem Rücken, das jeder Atemzug eine Gefahr war. Ich vergesse nie deine Augen. Da war so viel Angst um mich in ihnen und ein ganz kleiner, winzig kleiner Teil Mut.

Diesen Teil, den hab ich gegriffen, als ich dir sagte: „Ziehen Sie das Ding raus!“
„Ich bin kein Arzt“, hast du fast gefleht.
„Egal, dann zieht das eben eine Schwester, Sie schaffen das schon!“
„Ich bin keine Schwester.“
„Egal, Sie sind der einzige Mitmensch, den Gott mir gibt, ziehen Sie es in seinem Namen!“

Irgendwas hat in deiner Seele bei diesen Worten den Mut groß werden lassen, du hast es getan!

Besser hätte das kein Arzt machen können!

Danach hast du dich übergeben müssen und ich hab geweint wie ein Kleinkind und hab versucht, dir zu zeigen, wer du mir warst. Aber ich hab keine Worte gehabt, außer dass ich gefragt habe: „Wie heißen sie?“
„Elsbeth.“
Und ich hab gesagt: „Engel Elsbeth, wenn ich je in meinem Leben etwas für sie tun kann, dann tu ich das!“
Dann bin ich in Ohnmacht gefallen. Ich hab dich erst im Jenseits wieder gesehen.

Du hast weiter gearbeitet und du hast weiter Angst, Angst, Angst gehabt. Dann – eines Tages – ging der Befehl an die wenigen Tausend Zivilisten, die noch in der Stadt waren aus, sich in der Nacht an einer bestimmten Stelle zu sammeln und unter dem Schutz einer Einheit, welche die Russen beschießen sollte, aus der Stadt nach Westen zu fliehen.

Dieser Befehl war einfach Wahnsinn! Das hast du gespürt, das war völlig verrückt. Du wolltest nicht, du wolltest dich lieber in der Stadt verstecken dich mit Kindern und Mutter irgendwie durchschlagen. Aber es sind ALLE gegangen, alle um dich herum, und da hast du deinen eigenen Gefühlen nicht mehr getraut.

Du bist auch gegangen in die Nacht. Und die Angst war in dir so groß wie ein wildes Tier. Fest hast du beide Kinder gehalten, die Mutter vor dir, alle im Blick behalten, dass nur keiner verloren geht. Sie haben geschossen, um dich herum nichts als Sterben. Und dann bist du gelaufen mit den Kindern, einfach drauflos. Zurück in die Stadt? Nein, einfach so, ins Weite…

Ein Häuschen fand sich, nahe einer Brücke, da seid ihr untergekrochen. Um euch die russische Armee, der Weg zur Stadt zurück unmöglich, denn die Brücke stand schon am nächsten Tag nicht mehr. Nachts seid ihr runter zum Fluss, habt das dreckige Wasser getrunken, den Hunger habt ihr versucht, zu ignorieren. Zuerst wurde die Mutter krank: Fieber, Durchfall.
Ihr Tod kam nach einem Tag, dann wurdest du krank. Die Kinder weinten und da hast du zu ihnen gesagt: Wenn es Nacht wird, müsst ihr gehen. Geht immer weiter und weiter, bis ihr Menschen findet. Denn du hast gespürt, dass du stirbst. Sie sind nicht gegangen…

Kurz vor Sonnenuntergang stolperte ein betrunkener Soldat in die Hütte. Er sah euch, legte das Gewehr an und erschoss euch ganz beiläufig, während er mit der anderen Hand aus einer Flasche Schnaps trank. Töten war ihm längst Alltag: Frauen, Kinder, egal…

Sieht aus wie ein Ende? Nein, das war kein Ende! Deine Seele lebte und sie warf sich weiter vor, SCHULD zu haben! Und sie hatte weiter Angst. Wie ein grauer Schatten war es deiner Seele Wahrheit geworden: Leben heißt ANGST haben. Und Verantwortung kann ich nicht tragen!

Cornelia, beide Sätze sind eine Lüge, eine Lüge des „Gesellen“! Die Wahrheit ist eine ganz andere! Und ich freue mich so sehr, dir das sagen zu dürfen. Damit erst dein Verstand VERSTEHT und dann später deine Seele es fühlt.

Du bist völlig schuldlos am Tode deiner Liebsten, denn du hattest GAR KEINE Macht, ihren Tod zu verhindern. Wären sie mit dem ersten Flüchtlingszug gegangen, wären sie dennoch im April 1945 gestorben, allerdings ohne den Trost deiner Nähe! Ihr Todeszeitpunkt stand fest, ehe sie zur Welt kamen! So wie deiner.

Du bist fähig, Verantwortung zu tragen, solange es um die Dinge geht, die in deiner Macht stehen. Hast DU den Krieg ausgelöst? Hast du im Krieg die unsinnigsten Befehle gegeben? Hast du? Nein!

Bist du Gott?
Nein!
Bist du ein Herrscher in der Welt?
Nein!
Bist du grenzenlos klug? Grenzenlos belastbar?
Nein, nein, nein!

Alles, was du bist und warst, ist: Eine einfache Frau, die versucht, das Beste aus allem zu machen. Und mehr, Cornelia, mehr kann kein Mensch zu Lebzeiten tun. Das ist seine Verantwortung, nach seinen Kräften und nach seinem besten Wissen zu handeln.

Wie sehr dieses letzte Leben in dein heutiges hineinwirkt, werde ich dir gleich bei deinen Fragen beantworten. Ich möchte nur eines noch sagen: Zu Lebzeiten konnte ich dir nicht mehr helfen, aber ich darf es jetzt. Ich darf bei dir sein, auch wenn du Panik hast. Ich darf da sein! Auch wenn du mich nicht fühlst, ich fühle dich in mir. Und ich lerne von dir.

Weißt du, was ich lerne? Du wirst es nicht glauben: Aber ich lerne, was MUT ist.

Ich hab vergessen, dir meinen Namen zu sagen, ich heiße Michael. Nein, ich bin kein Erzengel, ich bin aber dein bester Freund. Nein, mich muss man nicht anbeten, ich bin einfach da, um dir zu helfen, ganz egal, was du tust oder denkst. Ich kann dich nicht vor allem schützen, denn deine Seele ist wieder auf die Welt gekommen, um stärker zu werden, da darf ich dir nicht jeden Frost ersparen.

Aber ich darf dir helfen, dich daran zu erinnern, dass es um viel mehr geht, als um den Alltag. Es geht um dein ICH! Und das wird wachsen und stark und schön sein, ganz sicher…

U: Michael, vielen Dank, ich hoffe, wir können Cornelia helfen, wieder Mut zu fassen. Darf ich dir jetzt ihre Fragen stellen?

M: ja, natürlich.

U. Cornelia fragt: Warum habe ich schon so lange diese Angstzustände und Panikattacken und gibt es einen Weg, sich von ihnen zu lösen?

M: Cornelia, diese Angst hat zwei Wurzeln. Die eine Wurzel ist die Erfahrung des letzten Lebens, das du abgeschlossen hast, ohne dass deine Seele im Jenseits bereit war, sich alles noch einmal anzusehen. Sie hat nach diesem Leben von sich gedacht, dass sie ein Geschöpf ist, das durch und durch ängstlich wäre.

Und weil Seelen sich die Eltern aussuchen, die zu der eigenen Meinung passen, bist du in eine familiäre Situation geboren, in der du von Anfang an kein Grundvertrauen in das Leben aufbauen konntest. Das ist die zweite Wurzel.

„Ich sterbe vor Angst!“ ist also die LÜGE.

Denn wenn wir uns beides ansehen, ganz neutral und ganz ohne Emotion und Wertung, dann ist zum letzten Leben zu sagen: Oh ja, du hast viel, viel Gefühle! gehabt, die alle einen Namen hatten: Angst! Das war aber nur das GEFÜHL, das dein ICH hatte. Dein ICH Selbst hat trotzdem sehr großen MUT gezeigt!

Die Zeit reicht gar nicht, alles aufzuzählen, was du trotz deiner Angstgefühle getan hast! Nur einige Beispiele. Du hattest solche Angst, raus auf die Straße zu gehen: Dort wurde geschossen, Granaten schlugen ein, Minen lagen überall und jederzeit konnte eine Bombe hochgehen. Aber du bist gegangen: Gegangen, um Nahrung zu beschaffen, gegangen, um deine Arbeit zu tun, gegangen, um Milch für die Kinder zu organisieren oder Holz für den Ofen.

Du hast solche unerträgliche Angst gefühlt, als du mir den Splitter aus meinen Rippen gezogen hast, dass du dich hinterher erbrechen musstest.

Aber dein ICH war so mutig, deine Nächstenliebe zu leben, statt dem Gefühl in dir nachzugeben!

Ach, tausendfache Beispiele könnte ich dir geben, alle sagen das Gleiche: GEFÜHLT hast du dich ohnmächtig, klein, schutzlos und GEHANDELT hast du mutig, souverän und stark!

Versuch, es zu begreifen, meine liebste Seele!

Deine GEFÜHLE sind NICHT dein ICH! Dein ICH erlebt diese Gefühle, das ist etwas ganz anderes. Und dein ICH ist mutig und gütig.

In deiner Kindheit musstest du leider zu einem wichtigen Zeitpunkt deiner Entwicklung emotionale Sicherheit entbehren. UNBERECHENBARKEIT könnte man die Situation deiner Kindheit nennen. Dein Umfeld war nicht berechenbar. Das entspricht im übertragenen Sinn durchaus der Situation kurz vor dem Tod des vorangegangenen Lebens.

Seelen, die ihr Leben nicht verarbeiten nach ihrem Tod, schaffen sich ähnliche Muster wie kurz vor ihrem Tod. Die Sache ist nur die: Die Situation ist nicht mehr so, dass sie zum Tod führt, die GEFÜHLE sind aber so! Das heißt, sie sind gar nicht angemessen, zu groß, zu mächtig.

Ein Baby, das nicht SICHER ist, dass es bekommt, was es zum Leben braucht, FÜHLT Todesangst, fühlt PANIK …

Jetzt aber, Cornelia, bist du groß! Du bist erwachsen! Doch was dem Baby Cornelia die Mama war, das ist der erwachsenen Cornelia das LEBEN selbst.

IRGENDWANN MUSS es „knallen!“

Das ist die Täuschung, mit der deine Seele lebt und die sie für die einzig gültige Wahrheit hält! Und deshalb glaubt sie, dass die Gefühle mächtiger sind als das, was ICH ist.

Aber hat sie recht? Schauen wir es uns an: Hast du als Baby die Unsicherheiten um dich herum überlebt?
Ja!
Hast du deine Panikattacken als Erwachsene überlebt?
Ja!

Also, was heißt das? Das heißt, dass dein Ich ganz offensichtlich stärker ist als deine Gefühle!

Dein ICH IST ein mutiges ICH! Wäre es anders, du wärst schon tot oder völlig verrückt.

Das bist du aber nicht.

So: Jetzt dazu, was du tun kannst, wenn die Panikattacken und Ängste kommen. Cornelia, du kannst nicht vermeiden, dass Gefühle kommen, das geht nicht. Gefühle kommen wie die Wolken am Himmel: Sie kommen und sie gehen. Und sie kommen besonders dann, wenn ihr euch Gedanken hingebt, die diesen Gefühlen noch Nahrung geben.

Der schlimmste Gedanke, der dich zur Zeit bezüglich der Panik quält, ist der Gedanke: Ich kann NICHTS dagegen tun, mich zu fürchten. Der macht das Gefühl erst richtig groß. Dann kommt die Angst vor der Angst. Aber es liegt an dir, welche Bedeutung du deinen Gefühlen gibst oder wie viel MACHT. Zurzeit identifizierst du dich mit ihnen.

Du sagst: ICH BIN, was ich fühle! Und das stimmt eben nicht!

Deshalb gebe ich dir den Rat: Wenn diese Gefühle kommen, dann beschäftige dich in Gedanken mit all den Situationen, in denen du trotzdem getan hast, was zu tun war. In denen du dennoch überlebt hast, in denen du Mut gezeigt hast, statt aufzugeben und verrückt zu werden. Glaub mir, mutig sind nicht die Seelen, die nie Angst fühlen, sondern die, die trotzdem tun, was zu tun ist!

Dein Körper hat jetzt so lange mit dem Gefühl der Angst gelebt, dass er sein eigenes Gedächtnis hat. Daran kann zurzeit auch ein anderes DENKEN nichts verändern. Aber es gibt Medizin, die du nehmen kannst, bis dein Körper sich umgestellt hat. Nimm diese Medizin auch, die ist kein Beweis dafür, dass du ein „Angsthase“ bist und für immer bleibst, kann dir aber helfen, bis du gelernt hast, der Herr deiner Gefühle zu sein.

Wenn Gefühle wie wilde Tiere sind, dann muss man eben lernen, wie man ein Dompteur sein kann. Du kriegst die Tiere nicht aus deinem Zirkus, aber du hast die Kraft, sie zu dressieren. Und genau wie bei einer Dressur brauchst du Ausdauer und Beharrlichkeit und auch das Bewusstsein, dass du der „Chef“ bist und nicht die Tiere!

U: Cornelias nächste Frage ist: Ich wiege viel zu viel, warum schaffe ich es nicht, dauerhaft abzunehmen und etwas für meine Gesundheit zu tun?

M: Liebe Cornelia, weil LEBEN und GESUNDHEIT und ESSEN für dich zusammenhängen. Als du im letzten Leben gestorben bist, hast du noch 38 Kilo gewogen, das will deine Seele NIE WIEDER erleben. Das ist der karmische Grund! Dieser Grund wurde bestärkt in der Wahrnehmung, dass du AUF GAR KEINEN FALL hübscher sein darfst als deine Mutter!

Das ist nicht wirklich so, das ist eine Fehlwahrnehmung! Du willst ihrer Seele keine Konkurrenz sein.

Unbewusste Vorgänge steuern dich da und versuchen, dich vor NEID zu schützen.

Neid ist ein anderes karmisches Thema, aber das können wir jetzt nicht auch noch bearbeiten.

U. Sie schreibt: Ich fühle mich oft so alleine, hilflos und ungeliebt.

M: Ja, Cornelia: WER?, fürchtest du, liebt dich nicht? ALLES? Die ganze Welt? So fühlt sich das an. Ich weiß, das ist natürlich so unsinnig, dass du es nicht einmal so denkst, es ist so unsinnig wie die Gedanken eines Kleinkindes. Der wahre Gedanke ist noch unsinniger, der heißt nämlich: Mami liebt mich nicht und deshalb muss ich sterben!

Die ganze Welt = Mami! So alt ist der Gedanke und so unsinnig.

Die Sache hat einen Haken: DU glaubst, dass du diese Liebe brauchst, um überleben zu können. Wer nicht geliebt wird von anderen, der muss tot umfallen!

Aber weißt du was? Cornelia, um leben zu dürfen, brauchst du gar nicht die Liebe anderer! Du lebst, weil es Gottes Plan ist mit dir, dass aus dir einmal eine schöne und kräftige „Blume“ in seinem Garten wird. Gott holt sich da keine Erlaubnis, der macht das einfach!

Deine Seele WILL auch eine schöne Blume werden, das ist so in ihr wie in einer Tulpenzwiebel die Anlage zum Wachstum. Deine Seele war es ganz egal, ob es deinen Eltern gerade passte, dich zu zeugen. Und recht hatte sie damit! Ganz egal, ob andere dich lieben oder nicht, DU LEBST! Und das mit Recht! Und alles, was du zu tun hast, ist das Beste, was dir möglich ist, daraus zu machen.

Es gibt eine ganz schlimme Lüge des „Gesellen“, diese Lüge heißt: Du gehörst gar nicht in den Garten vom Gärtner!

Der hat dich längst abgewiesen, du bist nur Abfall. Ja, und weißt du, welche Seelen das glauben? Die, die gar nicht glauben können, WIE schön sie sind, die Bescheidenen also…

Also, Cornelia, das ist schon so: Das Baby in dir hat nicht genug Liebe gekriegt!
Das ist wahr. Aber die Erwachsene, die hat so ihre Fähigkeiten: Die kann gut mit anderen umgehen, die kann selbst richtig lieben. Ja, und deshalb kann sie sich doch auch mit den Menschen zufriedengeben, die ihr die Art von Liebe geben, die man als Erwachsener so braucht, oder nicht? Und die man selbst auch geben kann. Es ist unangenehm, mehr zu kriegen, als man geben kann. Das sollte man nicht wünschen.

U. Cornelia schreibt, dass sie ständig das Gefühl hat, auf der Suche zu sein. Und fühlt sich oft so uneins mit sich selbst und ihrem Körper. So, als ob Körper und Geist nicht zueinanderfinden. Warum empfindet sie so?

M: Weil du nicht vollständig inkarniert bist! Das ist dein Recht, wirft aber Probleme auf. Du wolltest NIE wieder dich so ans Irdische binden, bist aber andererseits dir deines Rechtes auf den „Himmel“ nicht bewusst. Das heißt, du nimmst in solchen Zeiten keine Kraft aus unserer Ebene (da meinst du ja, verstoßen zu sein). Diese Zeiten sind immer dann da, wenn du LEBEN unerträglich findest oder wenn du DICH unerträglich findest.

Cornelia, es hilft nichts, du musst dich mehr mit der nichtmateriellen Welt verbinden in solchen Zeiten.

Beten, Meditieren, ZULASSEN, dass es ist, wie es ist, ohne es zu bewerten. Dass du bist, wie du bist, ohne zu bewerten. Einfach nur HINSEHEN, was IST.

Wenn dir das zunehmend mehr gelingt, dann kommst du zu wahrer SELBST – Kenntnis und die kann als Fazit nur eins haben: Ich gehöre in Gottes Garten und ich habe alles in mir, um eine schöne und kräftige Blume zu sein!

U: Michael, ich kann mich kaum noch konzentrieren, bitte, du weißt, was sie wegen ihres Sohnes auf dem Herzen hat, kannst du mir kurz eine Antwort geben?

M: Ja, ich verstehe. Cornelia, Felix muss nicht IMMER eine LIEBE Mama haben, der muss eine liebende Mama haben und das ist gar nicht das Gleiche! Eine liebende Mama, was ist deren Aufgabe? Ihr Kind auf die Welt vorzubereiten.

Die Welt, in die er hineinwächst, ist nicht lieb, die ist nicht einmal liebend. Deshalb muss er von dir lernen, dass es Grenzen gibt und dass er die nicht überschreiten kann, ohne sich zu schaden. Und er muss lernen, dass alle Menschen gut und lieb sein können, aber dass es auch Zeiten gibt, da können sie weder das eine noch andere sein.

Wer soll ihm das beibringen, wenn du es nicht tust? Was er durch dich lernen kann, ist, dass Liebe mal ganz groß sein kann und mal ganz klein, dass aber trotzdem zusammengehalten wird. Mehr kannst du wirklich nicht tun!

Merkst du, wie der eigene HUNGER nach Liebe und Beständigkeit deines inneren Kindes jetzt von dir etwas verlangt, was völlig überzogen in der Erwartung ist? Warum? Weil es auf den Gefühlen des Babys beruht, auf seiner unvollkommenen Sicht der Dinge. Du bist erwachsen und dein Sohn musst du vorbereiten, erwachsen werden zu können. Zum Erwachsen sein gehört es, zu akzeptieren, dass Gefühle kommen und gehen und wieder kommen und wieder gehen und dass man das aushalten kann.

U: Vielen Dank, Michael, ich hoffe, dass wir helfen konnten und ich wünsche dir ein gesegnetes Sein.