Hingabe ist keine Opferung des Selbstes, sondern EINSATZ.

 

Das Selbst wird nicht aufgegeben und schon gar nicht WEG – GEGEBEN! Sondern GELEBT in der Hingabe.

Könnten alle Menschen dies verstehen
und könnten sie alle in diesem Sinn voller Hingabe leben,
deine Welt wäre wundervoll,
ein einzigartiges Netzwerk
gegenseitig sich ergänzender Fähigkeiten und Gaben.

Doch so ist es nicht, viel zu oft wird gesagt:

Das ist doch alles NICHTS WEITER!

Engelkontakt

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Renate zu verbinden, Renate bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe auf einer blühenden Wiese, es ist gebirgiges Gelände hier. Hinter mir ein Berghang, dicht bewaldet, unter mir ein kleiner Ort, nicht mehr als 8 Häuser. Holzbauten, mit jeweils hohen Holzzäunen zur Straßenseite, wobei der Begriff Straße irreführend sein kann, es ist eher ein Weg aus Lehm und Schotter.
Es ist anscheinend früher Morgen, Tau glitzert im Gras, unten im Ort regt sich hier und da erstes Leben.

Hinter höre ich jemanden rufen, darauf rast ein Hund an mir vorbei, den hatte ich gar nicht bemerkt. Ich drehe mich zu dessen Ziel um und sehe dort am Waldrand einen Mann stehen. Hut, Weste und knielange Hose in Schwarz, weißes Hemd, reich am Kragen und Ärmeln bestickt. Braun gebrannt, harte, große Hände, freundlich, braune Augen unter dichten Brauen, ein gewaltiger Schnurrbart.

Leichtfüßig kommt er den steilen Hang zu mir herab, um ihn herum tanzt der Hund.

G: Guten Morgen, Uta, die Sonne geht auf, das Leben beginnt, und wann tut sie das? Ausschließlich unmittelbar nach dem kältesten und finstersten Teil der Nacht. Nein, das bedarf keiner Erklärung. Das bedarf der Deutung. Nicht MEINER Deutung, Renates (er lächelt)!

Gut, gut, der Reihe nach. Ich bin Jerman, aber sollte sich das zu banal anhören, darf mir auch ein edlerer Name gegeben werden. Ich für meinen Teil bedarf solcher Dinge nicht. Edle Kleidung, edle Aufgaben, edle Namen, das ist nicht der Anfang einer Entwicklung, das ist das Ende …

Komm schau dich um, schau dich um, was siehst du? Siehst du Edles? Siehst du Großes?

U: nein, ein Dörfchen eben, falls das überhaupt ein Dorf ist. Ich sehe da nicht einmal eine Kirche oder einen Marktplatz. Und die Straße, na ja. Aber das ist hier vielleicht VOR der Zeit, in der solche Merkmale der Bedeutung eines Ortes zählten …

J: Nein, nein, wir schreiben das Jahr 1896.

Dieser Ort taucht nicht einmal in einer Landkarte auf, der ist NICHTS WEITER.

Wie neulich ein Junge, der hierher kam, sagte: ein Ort namens Nichts weiter irgendwo in den Karpaten.

Und seine Bewohner, nun die sind auch NICHTS WEITER, genau wie ich Nichtsweiter als irgendein Jerman, der einen kleinen Hof hat, ein paar Pferdchen, die er im Sommer hoch auf die Bergwiesen bringt, ein paar Kühe, Ziegen, Hühner, Schafe, nichts weiter.
Und ein paar Kinder, leider nur drei Töchter, was natürlich auch sehr dazu beiträgt, Nichts weiter zu sein. Ja, so zumindest urteilen junge Dummköpfe aus der Stadt. Und Du, schöne Renate, warst nichts weiter als eine meiner Töchter.

Ah, ich bin hoch gestiegen? Jetzt bin ich dein Engel und du bist hoch gestiegen? Jetzt hast du einen Namen und du hast deine Würde als Lehrerin und du bist mehr als Nichtsweiter? Aber ich sage dir: Hier waren du und auch ich mehr als einfache Nichtsweiter. Hier waren wir UNS SELBST!

Nein, nein (lächelt), keine Sorge, du bist nicht gefallen seither. Aber ich möchte, dass du dich erinnerst, um was es geht:

Wenn wir dem „NICHTS WEITER“ zu sein, trotzen.

Wer, Renate, urteilt darüber, ob wir in der Fülle dessen sind, was wir sind, oder ob wir nichts weiter sind als beliebig austauschbare Statisten im großen Bühnenstück der Welt?

Hier, hier in diesem Leben hat es doch tatsächlich ein schmales, rothaariges Kerlchen von gerade einmal 23 Jahren gewagt, dieses Urteil über unser Selbst-Verständnis abzugeben!

Aber lass mich gründlich vorgehen. Nein, ich will dich nicht langweilen, warte es ab, du verstehst bald, worum es geht.

Dort unten, der Hof gleich links am Weg, das war unserer. Dort lebten wir: Anna, die Mutter deiner Mutter (sie war leider früh gestorben), Marja, Warja, deine Schwestern und du, Lilja …

Das Leben hier, es war einfach, aber nicht hart. Wir hatten, was wir brauchten, aber nicht unbedingt, was wir wünschten. Nun ja, zugegeben, meine Wünsche waren schon bescheiden geworden. Aber drei junge Mädchen, die wünschten sich natürlich mehr als das Leben hier, das ist verständlich.

Die erstgeborene Marja erfüllte sich zuerst ihren größten Wunsch: Sie heiratete einen Lehrer unten in der Ebene nahe der großen Stadt. Einfach war die Hochzeit, einfach ihr Leben danach. Aber sie lernte, was sie sich immer gewünscht hatte: lesen und schreiben.

Ihr Mann brachte es ihr bei. Und weil sie geschickt war beim Nähen und Sticken, wurde sogar sie selbst bald Lehrerin für diese Fähigkeiten. Wenn sie uns besuchen kam, trug sie nicht mehr unsere einfache Bauerntracht, sondern einen engen, langen Rock und eine weiße Bluse, die mit einer Brosche geziert wurde.

Und sie hatte ihr Haar frisiert, wie die Damen der Stadt es trugen. Ihre Hände waren nun weich und ihre Fingernägel lang und sie sprach auch nicht mehr in unserem Dialekt. Und sie benutzte Messer und Gabel bei Tisch, ganz anders als wir.

Dich als jüngere Schwester hat das sehr beeindruckt. Wenn sie ging, steckte die Großmutter ihr Wurst und Speck zu, auch einen Korb Eier und Mehl. Denn der Reichtum der Marja waren nun ihre Bücher, von den sie stets eines mitnahm zu uns, um uns daraus vorzulesen. Nur richtig satt wurde sie da unten in der Nähe der Stadt leider nie, meinte die Großmutter. Marja hatte ihre schönen Rundungen verloren, kein Wunder also, dass sie keine Kinder bekam.

Aber das konntest du nicht sehen. Lesen können und gebildet sein, sagte die Marja zu dir, das ist das Bedeutendste, was eine Frau erreichen kann im Leben!

Die Warja, die sah die wirtschaftliche Not ihrer älteren Schwester. Das Lesen und die schöne Frisur und die weichen Hände, das beeindruckte sie nicht. Sie wünschte sich lieber einen satten Bauern.

Nicht so ein Bergbäuerlein, wie ich es war, sondern einen, der Magd und Knecht hatte. Und tatsächlich gelang es ihr, einen solchen zu heiraten. Zwar war er schon etwas älterer Witwer und sein Hof lag weit von unserem entfernt, sodass sie nur noch selten zu uns kommen konnte.

Aber als sie geschmückt wie eine königliche Braut von einer Kutsche hier abgeholt wurde, da sagte sie zu dir: Pass auf, kleine Lilja, dass du nicht auf einen Hungerleider hereinfällst wie unsere Schwester. Mach es wie ich: Eine Frau muss sich einen bedeutenden Mann nehmen wie ich den Stepan. Der hat den größten Hof und ist sogar Bürgermeister. Jetzt werde ich die bedeutendste Frau weit und breit sein.

Na ja, ja ja, auch das beeindruckte dich sehr. ZUERST jedenfalls. Doch so selten uns die Warja besuchte, es war dennoch nicht zu übersehen: Ihre Augen hatten den Glanz verloren, wenn sie kam. Zwar freute sich die Großmutter, weil Warja dick und rund war und auch bald ihr erstes Kind bekam. Aber still war sie geworden und zwei steile Falten hatten sich über ihrer Nasenwurzel gebildet, die dir nicht entgingen.

Als du sie gar bei ihrem letzten Besuch dabei angetroffen hast, dass sie bei der alten Barba einen Liebeszauber bestellte und du hörtest, dass ihr Mann sie, seit sie ihm den Sohn geboren hatte, nicht mehr anrührte, da wurdest du sehr nachdenklich.

Die Zeit verging, Marja und Warja blieben in deinem Herzen, auch wenn sie selten kamen. Du selbst aber lebtest, wie du es gewohnt warst.

Im Sommer bist du mit mir auf die Alm gegangen, hast unsere Pferde geliebt und gepflegt, hast abends mit mir und unseren Nachbarhirten Lieder gesungen und Geschichten erzählt.

Im Winter hast du der Großmutter geholfen, aber am Liebsten hast du mit mir da gesessen und Bilder geschnitzt, die wir vor dem Almaufstieg in der Stadt verkauften.

So schön waren deine Bilder, so schön waren deine Lieder, niemanden gab es, der sich nicht über deine Künste freute, niemanden, der mich nicht zu solcher Tochter beglückwünschte. Denn du brachtest Freude in die Seelen von Mensch und Tier durch das, was du aus der Tiefe deines Herzen machtest.

Aber dann kam Ivor, du weißt schon, der Junge aus der Stadt, der mit dem roten Haar. Der gefiel dir. Was der zu erzählen hatte! Ideen hatte der!
Die Welt müsse revolutioniert werden, Arm und Reich dürfe es nicht mehr geben, auch nicht dumm oder gebildet. Alle Menschen sollten gleich reich und gleich klug werden.
Und er, der Ivor, wenn er erst einmal fertig studiert hätte, dann würde er am Kampf für dieses bedeutende Ziel teilnehmen.

Du hast ihm auch gefallen, du mit deinem dunklen Haar und dunklen Augen, wenn du neben ihm gesessen hast und ihm jedes Wort geglaubt hast und ihn bewundert hast für seine Klugheit.

Hatte er etwa nicht recht? Wäre es nötig gewesen, dass die Marja in die Armut ging, nur damit sie ihren Wunsch, lesen und schreiben zu können, erfüllt bekommt? Und wäre die Warja wirklich auf den alten Witwer hereingefallen, wenn alle Menschen gleichen Wohlstand und Ansehen gehabt hätten? Ja, sehr weise schien er dir, der junge Ivor.

Und weil die Liebe ihren Weg zu leben sucht, hast du ihn, nachdem er sich bis zum Ende seiner Zeit im Dorf nicht erklärte, schließlich selbst gefragt: Willst du mich mitnehmen als deine Frau? Ich will auch dafür kämpfen, dass alle Menschen klug sein dürfen und alle gleich reich sind.

Da hat er gelacht, er hat gelacht und gesagt: Ich soll eine heiraten, die nichts weiter ist als Dorfmädchen? Na, das wär ein schönes Unglück!

Da hast du gesagt: Aber ich will das ja gar nicht sein. Ich will auch eine Kämpferin sein. Du musst mich mitnehmen! Und wenn nicht als Frau, dann eben so. Nur musst du mich lehren, wie ich kämpfen kann.

Da wurde der Ivor ernst:

Willst du wirklich aufhören mit den dummen Liedern und Bildchen machen?

Willst du endlich dein Leben einsetzen und notfalls sogar dafür sterben, der Menschheit aus ihrer Sklaverei zu helfen? Und auf alles verzichten, was dir Freude macht und auf nichts für dich persönlich hoffen? Damit wir die Welt retten von Dummheit und Ungerechtigkeit? „Ja, ja, ja“, hast du gebettelt!

Da war der Ivor sehr, sehr glücklich und er nahm dich mit, einfach so in der Mitte der Nacht. Und ich bin nicht einmal recht aufgewacht, als ich unsere Hunde heulen hörte, weil du ohne Abschied gingst.

30 Jahre hab ich dich dann nicht mehr gesehen, es kam kein Brief, es kam keine Nachricht und niemand hatte dich je gesehen. Nie dachte ich, dass du tot seist, ich wusste du lebst. Doch je älter ich wurde, umso größer wurde meine Sehnsucht, dich einmal noch zu sehen, ehe ich die Welt zu verlassen hatte.

An einem kalten Novembertag warst du dann plötzlich da. Fast hätte ich dich nicht wieder erkannt. Dein Haar war grau und kurz geschnitten, dein Gesicht das einer Frau, die viel Leid erlebt hat und viel Groll in sich trug. Selbst deine Stimme war verändert: Hart und unmelodisch war sie geworden …

Meine Lilja, dieser Sonnenschein, der jedermanns Herz zu öffnen wusste, war nun so, dass selbst ich es nicht über mich brachte, sie zu umarmen, denn es war etwas an ihr:

Eine Art Kälte, die zwischen ihr und mir stand, die ich nicht überwinden konnte.

Du hast nichts gesagt, ich hab nichts gefragt. Hab dir dein Bett gegeben und zugeschaut, wie du eingeschlafen bist. Und da erst, da war die kalte Mauer um dich weg. Ganz leise hab ich dein graues Haar gestreichelt und ganz leise hat meine Seele deine gefragt: Lilja, wo bist du? Aber ich fühlte keine Antwort.

Am nächsten Abend hab ich die zwei Freunde, die aus alter Zeit noch lebten, gerufen. „Musik wollen wir machen“, hab ich gesagt, „die Lilja ist wieder da!“ Da brauchte ich nicht zwei Mal bitten. Keiner hatte Lilja vergessen, keiner ihre Stimme, ihre Lieder …

So saßen wir am Herd beieinander wie damals vor so langer Zeit und der Geiger Jonis fing an auf seiner Fidel, das schönste alte Lied. Und wir alle warteten, dass du anfängst zu singen, aber du hast deine Lippen nur zusammengepresst. Und dann hat der Anei angefangen, zu erzählen: deine Lieblingsgeschichte vom Mädchen, das sich in den Bergen verlaufen hat. Aber als er in einer Pause zu dir sah, sah er in zwei kalte Augen, die Mundwinkel herabgezogen. Aufgestanden bist du, hast dich in dein Bett gelegt und dir die Decke über den Kopf gezogen.

Sie sind gegangen, beide Freunde, tiefe Trauer in den Augen. Wortlos verstanden wir uns:

Erst heute Abend war uns unsere Lilja wirklich verloren.

Ich ging zu dir, legte meine Hand auf deine Schulter, die rechte, du verstehst? Und sagte: Lilja, was ist mit dir geschehen? Deine Antwort klang müde und kalt: „Geh, Vater, ich bin nichts weiter als eine alte Frau, die nichts weiter kann als schlafen.“
„Und was hat dich so müde werden lassen, Lilja?“
Und du lachtest bitter auf:

„Ich wollte die Welt retten vor Dummheit und Ausbeutung, aber ich hab nichts weiter bewirkt!“

Jaha, hach. Das war schwer, Lilja / Renate. Du hast nicht mehr lange gelebt. Tuberkulose hattest du dir zugezogen und bist heimgekommen, um in Ruhe sterben zu können.

Erst im Jenseits habe ich erfahren, was geschehen war. Mit Ivor bist du in die Stadt gegangen, hast tagsüber hart in der Fabrik gearbeitet und nachts hast du lesen und schreiben gelernt. Du bist mit in seine Partei gegangen, hast, als er in den Krieg ging, seine Arbeit der „Aufklärung“ weiter geführt. Als er zurückkam, bist du mit ihm nach Moskau gegangen, hast dabei geholfen, ein „gerechtes“ Reich aufzubauen.

Aber dann haben andere aus der Partei euch denunziert, weil ihr so unbequem wurdet. Mit euren ewigen Idealen, euren ewigen Ermahnungen standet ihr denen im Weg, die nie die Absicht hatten, dass alle Menschen gleich sein sollten, die nur die Gunst der Stunde nutzen wollten, um endlich selbst all das zu bekommen, was ihr gieriges Herz sich wünschte. Dein Ivor wurde verhaftet und kurze Zeit darauf erschossen.

Und du? Du musstest feststellen, dass deine „Genossen“ nichts mit dir zu tun haben wollten. Die einen aus Angst, sich verdächtig zu machen, die anderen aus Angst, von dir ein schlechtes Gewissen gemacht zu bekommen. Da bist du heimgekommen. Ein Funken Hoffnung war da noch in dir, eine ganz kleine Hoffnung, dass zurückzubekommen, was du verloren hattest.

Du meintest, du hättest die Liebe deiner Mitmenschen verloren.

Aber an dem Abend, an dem dein Herz keine Lieder mehr kannte und deine Seele sich über die naiven Geschichten deiner Heimat nur noch lustig machen konnte, da wusstest du: Nein, du hattest viel mehr verloren als die Liebe deiner Mitmenschen. Du hattest DEINE Liebe zu allem, was LEBEN ist, verloren, und damit dich selbst.

Renate, ich bin nicht da, um dein Herz zu beschweren. Ich bin da, um dich daran zu erinnern, was einmal verloren war und was jetzt wieder sein darf.

Wer die Welt retten will, der DARF sich dabei nicht selbst aufgeben!

Gute Ideale, hohe Ziele, ja, das ist gut und die Menschheit ist tatsächlich arm dran. Aber die Menschheit wird eben nicht durch Belehrung gerettet und auch nicht durch Weisheit.

Wäre es so, warum würde dann heute noch so viel gelitten werden? Habt ihr nicht weise Lehrer genug gehabt, habt ihr nicht Menschen unter euch gehabt, die euch gezeigt haben, was der Sinn des Lebens ist? Doch!

Aber sag mir: Wie kann es sein, dass dennoch aus jedem guten Ideal und aus jeder weisen Lehre am Ende NICHTSWEITER bei der Entwicklung der Menschen herauskam? Weil der Mensch den Menschen nur bewegen kann mit dem, was aus der Mitte seines Herzens ist. Nicht, was aus seinem Verstand ist, nicht, was aus seiner Erfahrung ist, kann wirken, wenn es ohne die Herzensmittel gegeben wird.

Deine Lieder, die hätten so viel bewirken können, hättest du sie nur nie aufgegeben, deine Geschichten und Bilder auch.

Sie hätten getan, was nötig gewesen wäre: Sie hätten die anderen Herzen geöffnet und die Kräfte freigesetzt, die darin gefangen waren.

Heute hast du herausgefunden, dass du genau das tun musst und zeigen musst, was in DIR ist, dass dies mehr zählt als jedes Wort und jede Weisheit. Heute hilfst du denen, die drohen, sich selbst zu verlieren, wieder zu sich zu finden. Und ich bin gekommen, um dir zu sagen, dass dies sehr, sehr gut ist, für dich und andere.

Eines aber gilt es noch, abzulegen. Das ist die kalte Mauer! Leg deine Furcht ab, liebe Renate, deine Furcht vor der Hingabe an irgendwen und irgendwas. Hier, in diesem Leben, ja, das könnte man so sehen, dass deine Hingabe erst an Ivor und dann an seine Ideale deine Seele in größte Not gebracht hat. Aber das war gar keine Hingabe, das war Selbst – Aufgabe!

Hingabe, Renate, ist keine Opferung des Selbstes, sondern EINSATZ.
Nicht: Ich gebe mich und was mich ausmacht, auf.

Sondern: Ich setze mich ganz – mit allem, was ich habe – ein. Was ich einsetze, gehört doch mir, das lege ich doch nicht aus der Hand!

Wenn du deine Holzbilder geschnitzt hast, dann hast du dazu deine ganze Gabe, Schönheit zu schaffen, EINGESETZT, aber doch nicht meiner völlig unzureichenden Gabe untergeordnet. Da konnte ich tausend Mal sagen: Ach, Töchterchen halt dich beim Schnitzen doch an die vorgegebenen Muster. Da hast du nur gelacht, den Kopf geschüttelt und weiter deine noch nie da gewesenen Muster und Figuren geschnitzt.
DAS ist HINGABE.

Und so ist es auch mit der Liebe und der Freundschaft. Der Ivor, der hat gar nicht deine Hingabe verlangt, der hat deine Aufopferung verlangt. Dem solltest du nicht mit allem, was du! kannst und bist, helfen, sondern du solltest ihm einfach die sein, die er für SICH benutzen konnte!

Liebe Renate, die Angst davor, sich aufgeben zu sollen, die macht kalte Mauern um Menschen. Und es ist auch völlig richtig, den Menschen, die wollen, dass man sein Selbst aufgibt, so kalt zu begegnen. Denn helfen kann man ihnen ja nicht. Aber allen anderen, denen darf man gern und voller Freude, also mit ganzer Hingabe dessen helfen, was man SELBST ist.

Das Selbst wird nicht auf gegeben und schon gar nicht WEG – GEGEBEN! Sondern GELEBT in der Hingabe.

Könnten alle Menschen dies verstehen und könnten sie alle in diesem Sinn voller Hingabe leben, deine Welt wäre wundervoll. Ein einzigartiges Netzwerk gegenseitig sich ergänzender Fähigkeiten und Gaben.

Doch so ist es nicht, viel zu oft wird gesagt: Das ist doch alles NICHTSWEITER!

Mach weiter auf deinem Weg, Renate! Es ist ein guter Weg, solange du zu deinem SELBST stehst. Geh weiter und lerne dich mehr und mehr SELBST kennen, damit du mehr und mehr lebendig sein kannst.

Ich möchte dir Mut machen, eine Begeisterte zu werden.
Auch dieses Mal? Ah, ja, damals nanntest du dich begeistert, allerdings von den Idealen anderer. Sei begeistert von dir, das ist gut. Und begeistere andere von sich selbst, das ist sehr gut.

Geh, geh DEINEN Weg.

Nimm das aus dem Vergangenen mit, was du Gutes gelernt hast, nämlich: Dass es auf der Welt erst dann gerecht zugeht, wenn es auch dem Ärmsten und Dümmsten gut geht.

Aber bleib IN DIR, auch wenn du MIT IHNEN gehst.
Dein Engel.

U: Vielen Dank, Jerman, ich hoffe, dass Renate ihren Nutzen aus diesen Worten ziehen kann. Darf ich dir jetzt ihre Fragen stellen?

J: ja, natürlich.

U: Renate fragt, welche Informationen du bezüglich einer ihrer Lebensaufgaben hast.

J: Renate, meine Informationen sind kein Geheimwissen. Du hast sie SELBST als Wünsche in deinem tiefsten Selbst, als Sehnsucht einerseits, als Glücksgefühl andererseits, wenn du tust, was deine Sehnsucht stillt.

Aber eines will ich dir sagen, ohne dir die Arbeit, deine Lebensaufgabe selbst zu definieren, abzunehmen, was nicht sein darf: Nicht die Lebensaufgaben anderer können dich leiten, sondern ausschließlich das, was in dir eine Resonanz im Herzen erzeugt. Das scheint so einfach, das ist es aber ganz und gar nicht.

Achtsam auf das lauschen, was in der eigenen Tiefe ist, das ist viel mehr, als auf die eigenen Gedanken achten, auf die eigene Meinung achten, auf die eigenen Emotionen achten. Der innersten Sehnsucht folgen, das ist es schon eher …

Ja, du hast schon recht, dazu bedarf es der Meisterschaft. Aber wer ist dein Lehrherr? Das will ich dir sagen: dein SELBST! Es ist für dich nicht mehr so leicht, an deine innersten Gefühle zu kommen. Gerade darum gilt es, sich mit aller Aufmerksamkeit darum zu bemühen.

Du hast in anderen Inkarnationen deine Identität zu leicht aufgegeben. Nun gilt es, die zurückzufinden, und ich bin da, um dir zu helfen. Die Identität Renate ist nicht die Rolle, die das Selbst annimmt auf der Bühne des Lebens, denk daran.

U: Renate will wissen, was es zu bedeuten hat, dass ihre rechte Schulter öfters schmerzt?

J: In einem deiner Leben hast du ganz unter der Last der eigenen Ansprüche dessen, was vernünftig ist, gelitten. Du bist so vernünftig gewesen, dass du GAR KEINE Emotionen mehr gelebt hast.

Das Leben endete mit einem Sturz in die Tiefe, du bist zuerst mit der rechten Schulter aufgeschlagen. Heute erinnert der Schmerz dich daran, deine wahren Gefühle nicht zu unterdrücken. Auch nicht die Unedlen, sondern jene zu wandeln, statt sie völlig ungelebt zu lassen.

U: Warum hat sie so große Angst, Auto zu fahren?

J: Du hast Angst vor der Unberechenbarkeit der anderen Verkehrsbeteiligten. Renate, du versuchst, deine Ängste zu minimieren, indem du dich möglichst kontrollierbaren Situationen stellst, die anderen aber meidest. Autofahren steht für die Angst, sich in einen Strom zu begeben, den du nicht lenken kannst. Im Fluss von etwas zu sein, das außerhalb deiner Kontrolle steht.

U: Renate fragt, was sie als Mutter tun kann, um das Potenzial ihrer Tochter Sarah zu fördern?

J: Lass deine Tochter sich in ihre Freude, an sich selbst zu kommen, nicht allein.

Sie braucht nicht mehr Kritik, sie braucht mehr sie selbst überzeugende Erfolgserlebnisse mit dem, was sie ist und kann.

U: Was kann sie tun, um das Potenzial ihrer Tochter Lena zu fördern?

J: Vertrauen haben, ganz viel Vertrauen haben: in ihren Geist, ihre Seele und ihren Körper.

U. Wie kann sie als Mutter auf die Sehschwäche ihrer Tochter Sonja reagieren, mit oder ohne Augenklappenbehandlung?

J: mit! Sonja kann erleben, dass sie Ungemach aushalten kann und dass es sich lohnt, das auf sich zu nehmen für ein wunderschönes Ergebnis.

U: Vielen Dank, Jerman, ich hoffe, wir konnten deiner Renate helfen.

J: Das hoffe ich auch …
Renate? Eins noch: Ich sprach nicht von Liebe, ich sprach nicht in süßen Worten. Ich sprach von Leid, Fehlentwicklungen und Ängsten AUS LIEBE. Mein Herz aber trägt dich in sich.

Dein Jerman.