Elia: Schamanen sind Mediale, die hinter die Masken der Menschen schauen.

Elia

Der Schamane sieht, er spürt Wahrheiten,
die Wahrheiten der Anderen.

Da das aber Wahrheiten sind,
die zu einem großen Teil von ihnen verdrängt werden
– daran sind sie nicht schuld, das ist das Ergebnis ihrer Leiden –
wird er immer wieder mit der Tatsache konfrontiert,
dass seine Wahrnehmung der Wahrheit der Anderen verneint wird.

 

Teil 1

Diese Frage betrifft dein tiefstes Selbst.

Zu Gast ist Karin.

Elia: guten Abend, liebe Freunde.

Hajo: guten Abend, Elia.

Karin: guten Abend, Elia.

E: guten Abend, Karin. Ich freue mich, dich wieder begrüßen zu dürfen.

K: Ich freu mich auch.

E: Dann lass uns keine Zeit versäumen, denn Zeit in eurer Welt ist kostbar.
Stell mir bitte deine erste Frage.

K: Meine erste Frage ist, ob ich mich auf meine Gefühle und mein inneres Wissen verlassen kann oder ob ich noch zuviel projiziere?

E: Karin, ich musste lachen, weil es die Frage aller Fragenden ist. Im Grunde geht es um nichts anderes, denn diese Frage betrifft dein tiefstes Selbst.

Karin, du bist gerade darin – wahrzunehmen, was andere in dir auslösen, weil es in ihnen ist – extrem richtig.

Das bist nicht du, die täuscht. Deshalb bist auch du nicht die Ursache für Enttäuschung, sondern jene, die zu deinen Fragen „Nein“ sagen.
„Liebst du mich?“ Und er sagt „Nein“.
Du fühlst aber die Seele sagen: „Ja.“
Wer täuscht? Nun, er sich.

Karin, das musst du wissen: Was du wahrnimmst, ist nicht einfach die Täuschung des Lügners. Darum geht es nicht.

Sondern was du wahrnimmst, ist die Täuschung des Menschen, der seine eigene Seele versucht, auszutricksen. Das eben ist Schamanen – Art!

Das ist, was der Schamane weiß. Er sieht, er spürt Wahrheiten, die Wahrheiten der anderen. Da das aber Wahrheiten sind, die zu einem großen Teil von ihnen verdrängt werden – daran sind sie nicht schuld, das ist das Ergebnis ihrer Leiden – wird er immer wieder mit der Tatsache konfrontiert, dass seine Wahrnehmung der Wahrheit der anderen verneint wird.

Karin, ich weiß, das ist nicht einfach für dich. Ich sage damit nicht, du täuschst dich nie. Natürlich tust du es. Du tust es besonders an den Stellen, an denen es um Wahrheiten geht: Wahrheiten deiner Seele, die du lieber nicht wahrhaben willst. Dann geht ihr sozusagen in Resonanz. Das ist normal, menschlich. Das ist entwicklungsbedürftig.

Aber du musst wissen, dass deine Fähigkeit, in die Wahrnehmung der anderen zu schauen, ganz besonders intensiv ist! Zwar nicht in die vordergründige Wahrnehmung, sondern in die tiefe Wahrnehmung ins Unbewusste, ins nicht Aussprechbare, ins nicht einmal Denkbare.

Ein einsamer Posten? Ja, vielleicht. Aber auch ein wichtiger Posten.

Viele suchen diese tiefe Wahrheit in sich, kommen allein nicht dazu.

Hast du verstanden, was sich gesagt habe?

K: ja.

E: gut. Hast du dazu noch eine Frage?

K: Nein, nur die Feststellung, dass ich das tatsächlich schon – ja, schon immer – weiß und fühle. Und dass leider viele Menschen, sobald ich das zugebe und laut ausspreche, richtig Angst bekommen und mit mir nichts mehr zu tun haben wollen, weil ich hinter sämtliche Masken gucke.

E: ja. Und das sind Erfahrungen, die du Leben für Leben für Leben gemacht hast.
Um das auszuhalten, braucht es zweierlei: das Wissen um den Sinn des Menschseins und den Einklang der eigenen Seele mit dem, was ich Gott nenne, beides.

Wenn die vordergründigen Wahrheiten, die nichts als Täuschungen sind, für dich nicht gelten können, dann brauchst du mehr als alle anderen die Gewissheit einer Wahrheit, die unwandelbar ist.
Nenn sie Gott oder „Alles, was ist“ oder das „Große Ganze“. Nenne es, wie du es willst. Ohne diese Verankerung in dem, was größer ist als du und jeder andere, ohne diese Rückverbindung zu dem hin, was die Ursache für alles ist, findest du dich wieder im Irrgarten anderer und kommst dir hier immer wieder genauso vor.

Du fragst dich „Wie bin ich hier hereingekommen?“ und fragst dich „Wie finde ich wieder heraus?“ Aus einem Irrgarten kann nur kommen, wer von oben auf das Muster schaut.

Den Bezug zum Oben, zum Höheren, zum Ganzen, den musst du wieder gewinnen.

Du hast ihn gehabt. Du musst ihn wiedergewinnen.

Du siehst, eine scheinbar oberflächliche Frage wird zur Kernfrage deines Seins, ja. Das passiert, wenn man von oben draufschaut.
Deine nächste Frage bitte.

K: Was suche ich für eine Art von Partnerschaft? Wie ist meine Seelenabsicht dabei?

E: Du suchst alles, was ein Mann sein kann. Damit du alles, was eine Frau sein kann, leben kannst. Du suchst das Gegenstück – Yin und Yang – du suchst die Ganzheit. Du suchst die Wahrheit, dass da, wo du ganz Frau bist, dass es da auch ein ganz Mann sein geben muss.

Und du hast recht. Und du willst nichts weniger als das finden, weil du weißt, dass nur das wirklich lohnt, gelebt zu werden: Alles, was das ganz große Andere ist, keiner, der ist wie du.
Einer, bei dem du sagen kannst: „Ich mach dies und du machst das und beides zusammen ist wunderbar. Ich denke dies und du denkst das und zusammen ist beides Weisheit. Ich liebe dies und du liebst das und beides zusammen ist wahre Hingabe.“

Das suchst du:

Wahre Ergänzung aus dem ganz Anderen, was zueinanderfindet, wird so eins.

Das ist erschreckend für die, die sich davor fürchten. Ist es auch erschreckend für deinen Verstand?

K: ganz im Gegenteil.

E: Dann solltest du dich an dem, was weniger ist, gerne freuen, aber es nicht verwechseln. Verstehst du, was ich meine?

K: Ich hoffe, ja. Ich frag aber trotzdem noch mal nach. Also das heißt, dass ich mich an dem freue, was ich jetzt glaube, gefunden zu haben, aber dass es das noch nicht ist, was ich eigentlich suche und brauche.

E: hm, hm. Noch ist es dir nicht abgedeckt. Wichtig ist, dass du begreifst, wie groß dein Anspruch ist.

K: Ich weiß.

E: Und das ist gut so. Das ist wirklich gut so.

Es ist keine Frage der Zeit, es ist eine Frage des Selbstbewusstseins.

„Ich bin eine Frau voller Leidenschaft und Lust, voller Hingabe und Sehnsucht, aber auch voller Stärke und Klarheit. Ich bin eine Frau und ich suche den Mann, der ganz männlich ist, voller Leidenschaft und Stärke, voller Kraft und starkem Willen, dem ich vertrauen kann. Ich mag mich ganz hingeben voll Vertrauen an den, der sich ganz hingeben kann in voller Verantwortung.“

Männlich und weiblich mischen sich nicht in deiner tiefsten Seelenebene. Du musstest bis jetzt immer beide Teile sein. Aber das ist nicht das, was du suchst. Du willst nicht mehr beide Teile sein.

K: ja.

E: Und du hast recht, ja?

K: ja.