Schamane

Elia – Ein Reisender: Das ist der Schamane.

 Ein Reisender: Das ist der Schamane.
Du kannst ein Vogel sein, der über die Wälder fliegt.
Und du kannst ein Fisch sein, der im Wasser springt.
Du kannst das Feuer sein,
das hell leuchtet und färbt
oder verbrennt, was verbrannt werden muss.

Und du kannst in dir sein, aber auch außerhalb von dir.
Du kannst in der Welt sein, aber auch in Gott.
Elia

Teil 3. Zu Gast ist Karin.

Elia: Hast du noch eine Frage?

Karin: Ja:
In welche Richtung geht es in meiner Medialenausbildung
und welche Hindernisse sollen ausgeräumt werden?
Welche Fähigkeiten habe ich genau
und was bringt sie zur vollen Entfaltung?

E: Ich sagte es schon, du bist schamanisch.
Und der Weg des Schamanen ist ein sehr spezieller.

Ich kann dir nicht sagen:
Gehe hierhin und dorthin.
Das geht gerade beim schamanischen Weg nicht.
Denn der Weg ist sehr entscheidend.
Den musst du finden
und du musst dich finden lassen!
Das darf ich dir nicht abnehmen.

Wichtig für dich ist, zu begreifen.
Dass das Schamanische sich vom
medialen Weg deiner Schwester unterscheidet:
Der Schamane hat immer eine Absicht
und er ist immer in seinem Willen.

In der Funktion selbst unterscheiden sich
Medien von Schamanen gar nicht so sehr:
Beide sprechen mit den Ahnen.

Beide sprechen mit jenseitigen Mächten.
Aber während das Medium jede Absicht aufgibt
und allen Willen sein lässt,
tut der Schamane dies nie!

Und das bedeutet, dass der Schamane zu Allererst
und zutiefst seinen Willen zu reinigen hat
und seine Absichten mit den Absichten Gottes
zu harmonisieren hat.

Keiner muss so sehr sich selbst erkennen
wie der Schamane!

Denn wann immer er es wagt,
sich gegen die kosmische Ordnung
durch seinen Willen und seine Absichten zu stellen,
würde er zum Schwarzmagier!
Eine hohe ethische Verantwortung!

Aber im Gegensatz zum Medium
verbindet sich der Schamane
in ganz besonderer Weise mit den Leidenden:
Er fühlt deren Schmerzen,
er spürt ihre Irrungen,
er weiß um ihre Ängste,
weil er sie in sich wahrnimmt.

Verbindet sich das Medium mit dem Jenseitigen,
so verbindet sich der Schamane
mit dem diesseitigen Schmerz.

Er nimmt ihn auf und trägt ihn im Willen zur Heilung,
zur Ganzwerdung in die jenseitige Welt,
in die nicht materielle Welt, um die dort befindlichen Kräfte
zu einer Heilung zu benutzen.

Das erfordert Absicht, das erfordert Willen
und es erfordert ein ganz klares Bild darüber:
was er ist und wer er ist.

Da bitte niemals:
Seinen Schmerz mit dem der Anderen verwechseln! 
Seinen Willen mit dem Willen der Anderen,
seine Absicht mit der Absicht der Anderen,
seine Trauer mit der Trauer Anderer,
seine Schuld mit der Schuld Anderer.

Er muss sie kennen, die Schatten:
zuerst seine Schatten, dann die der Anderen.

Er nimmt sie wahr, ohnehin! 
Es gibt Medien, die sehen nie in die Schatten.
Sie sind ausschließlich geeignet, ins Licht zu sehen.
Aber dann sehen sie auch nur halbe Wahrheiten!
Sie mögen trösten können, aber nicht heilen.

Wenn ich vom Heilen spreche mit dir,
spreche ich nicht vom körperlichen Heilen allein.
Sondern besonders vom seelischen Leiden!
Von den Krankheiten des Ewigen, das in jedem Menschen wirkt.

Ich spreche von den Abgründen, dem Unbewussten,
dem Verdrängten, das der Schamane aufnimmt
und zu den himmlischen Helfern bringt!
Stellvertretend, weil er stärker ist als Jene,
die sich hilfesuchend an ihn wenden.

Die Fähigkeiten dazu hast du.
Ob du diesen Weg gehst oder nicht: Du wirst es spüren.
Ob es wahr ist in dir oder ob du noch ein Leben brauchst,
um es wieder wahr werden zu lassen.
Du hast diesen Weg lange nicht gehen wollen.
Und du musst wissen, warum nicht!
Ich werde es dir nicht sagen!
Wenn du es wissen willst, dann bestimme selbst,
wann du es dir anschauen möchtest.

Das ist ein wunderbarer, begnadeter Weg,
dessen Sinn nur Eines ist:
Den Leidenden, Suchenden wieder ganz werden zu lassen.
Ihn wieder mit all dem zu verbinden,
was er in Gottes Wahrnehmung wirklich ist:
Ganz!
Und eben nicht Dual!

Ganz heißt: Ein Mensch ist sich all seiner Fähigkeiten bewusst.
Er spaltet nichts mehr ab!
Aber er wandelt die Kräfte, die destruktiv in ihm gewirkt haben,
ins Konstruktive.

Er hebt die Gespenster in seiner Seele ans Licht,
damit sie zu Engeln werden können.

Das ist die Aufgabe des Schamanen und daran arbeitet er.
Und er ist damit ein Geburtshelfer:
Ein Geburtshelfer für eine Menschheit,
die zu ihrer Ganzheit zurückfinden will!

Deine Fähigkeiten basieren zu allererst darauf,
dass deine Wahrnehmung der Wahrheiten Anderer wahr ist.
Deine Fähigkeit, zu sehen, zu spüren und zu wissen,
welche Wahrheiten es hinter der Materie gibt:
Das muss noch geschult werden!

Und deine Fähigkeiten, unabhängig von Vorstellungsmustern
und Assoziations-Ketten deiner Kultur zu denken:
Das muss noch geschult werden!

Deine Fähigkeiten, psychologische Inhalte im täglichen Geschehen
eines Menschen zu deuten und zu analysieren,
die müssen auch noch geschult werden.
Träume und Symbole deuten muss geschult werden.

Dies alles aber liegt in dir bereits vor!
Ob du es nutzt?
Es ist deine Entscheidung!
Und ich möchte,
dass du das sicher weißt: Es ist deine Entscheidung!

Es gibt einige Lehrer, die sagen:
Ein Schamane kann nur werden, wer die Initiation
durch die Schamanen-Krankheit bekommen hat.

Um dem vorzubeugen, möchte ich dir sagen:
Die brauchst du nicht! 
Denn gelitten hast du genug.
Du hast alles, alles schon erlebt:
Todesangst und Todessehnsucht,
zerrissen werden und sich selbst wieder zusammenfügen,
Gespenstern folgen müssen und aus deren Hölle wieder auftauchen.
Alles schon erlebt!

Was dir noch fehlt auf deiner Reise:
Das ist die Begegnung mit dem Licht.
Du glaubst es nicht, dass du es sehen darfst.
Du glaubst nicht, dass du die Engel sehen kannst!
Die Teufel schon!
Aber das ist Dual und darum unvollständig.

Du darfst das Licht sehen!
Du darfst Freude erleben!

Und du darfst lachen, tanzen, singen,
voller Lust sein und wild sein und stark sein.
Kann sein, dass du böse bist.
Ich hoffe, du bist böse auf Böses!
Denn das wäre deine schamanische Pflicht!

Das fürchten alle schon seit ewiger Zeit:
Die schamanische Kraft,
wirklich wütend zu sein auf die, die Böse sind.

Auch die heilige Wut gehört zum Schamanen! 
Aber er muss lernen, die Wut seines Egos
von der heiligen Wut zu unterscheiden!

Ich möchte mich mit diesen Worten von dir verabschieden.

Hab keine Angst vor dem langen Weg.
Es ist ein unvergleichlich köstlicher Weg.

Denn du wirst schon mit den ersten Schritten etwas lernen,
das du eigentlich längst weißt:
Es ist alles Eins.

Du kannst ein Vogel sein, der über die Wälder fliegt.
Und du kannst ein Fisch sein, der im Wasser springt.

Du kannst das Feuer sein, das hell leuchtet und färbt
oder verbrennt, was verbrannt werden muss.

Du kannst in dir sein, aber auch außerhalb von dir.
Und du kannst in der Welt sein, aber auch in Gott.
Ein Reisender!
Das ist der Schamane!

Und ich wünsche dir, dass du all das verstehst,
was einmal Franz von Assisi gesagt hat:
Wir sind alle Brüder und Schwestern. 

„Bruder Sonne und Schwester Mond!” So sagte er.
Dass dir dies wahr ist – ganz tief in dir wahr –
das wünsche ich dir.

Guten Abend, liebe Karin.

K: Guten Abend und vielen, vielen Dank.