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Elia – Ein Helfersyndrom ist keine Krankheit.

Ein Helfersyndrom ist keine Krankheit.
Deine Hilfe ist gut.

Die Art und Weise, wie du Menschen unterstützt
und aufmunterst, wie du ihnen Kraft gibst
und Geborgenheit und Zuversicht:
Das ist gut.
Das sind wunderbare Fähigkeiten in dir.

Du kannst es Jedem gemütlich machen
und schön und warm und heiter.
Und dann geht’s dem gut.

Aber du musst schauen, WEM du es gut machst!
Elia

Zu Gast sind Simone und Sarah.

Elia: Guten Tag, liebe Freunde.

Hajo: Guten Tag, Elia.

Simone & Sarah: Guten Tag.

E: Herzlich willkommen, Simone.
Ich hoffe, du fürchtest dich nicht zu sehr.
Ich tue nichts!
Und dich, liebe Sarah, begrüße ich von ganzem Herzen.
Danke, dass du uns hilfst.

Simone, du bist mutig. Du bist hier!

Wenn du nicht mutig wärst, wäre das nicht so.
Dann hättest du deine Schmerzen benutzt, um nicht zu kommen.
Oder du hättest dir vielleicht in letzter Minute den Fuß verstaucht,
den Weg nicht gefunden.
Viele Dinge sind da möglich…

Aber du bist mutig!
Und du weißt sogar in deinem tiefsten Inneren,
warum du mutig bist:
Du bist mutig, weil du endlich leben willst!
Ja?

Ganz tief innen, da ist etwas, das will leben:
fröhlich und friedlich und gut.
Und das, was da noch leben will in dir, das ist so stark,
dass es auch die größten Ängste überwindet.
Hab ich Recht, was meinst du?

S: Ja.

E: Ja.
Und es wird dich wundern, wenn ich sage:
Das, was da so, so sehr leben will, das ist die kleine Simone!
Das ist paradox, nicht wahr?
Ganz verrückt.
Die kleine Simone ist die Starke, die Kämpferin,
die Lebendige.

Und die Große, die fühlt sich ganz klein und die ist müde
und die mag manchmal nicht mehr.
Aber das ist kein Grund, zu weinen, Simone.
Das ist ein Grund zur Hoffnung!
Denn sobald du weißt, dass du eigentlich mutig bist
und lebensfroh und lustig und zuversichtlich
und dass alles Andere später
von anderen Menschen darüber gestülpt wurde,
dann heißt das:
Liebe Simone, dass das Leben noch wunderbar sein kann, ja?

Hast du schon einmal eine kleine Birke gesehen?

S: Ja.

E: Was macht die, wenn der Sturm über sie geht?

S: Die biegt sich.

E: Die biegt sich, ja.
Ist das klug oder dumm von der Kleinen?

S: Klug.

E: Das ist klug.
Denn sonst würde der Sturm sie ja brechen.
Und du bist so eine kleine Birke.
Du hast dich gebeugt, damit du nicht brichst.
Und jetzt ist der Sturm vorbei.
Da darfst du wachsen.

Deine erste Frage, kleine Birke.

S: Welche Ursache hat mein Helfersyndrom?

E: Das gehört zum Biegen.
Denn wem du hilfst, den brauchst du ja nicht fürchten.
Verstehst du, was ich sage?

S: Ja.

E: Ja. Helfen ist schön, Simone.
Aber helfen darf man nicht denen, die zu böse sind!
Sondern nur denen, die wirklich nicht allein zurecht kommen.
Das ist sehr, sehr wichtig!

Wer dem Bösen hilft, der unterstützt das Böse!

Das ist eine Wahrheit, die dir gar nicht gefällt!
Aber es ist wahr!
Stell dir einmal Folgendes vor:
Stell dir einmal vor, es gäbe einen Diktator, der wäre ganz grausam.
Er würde Menschen zerstören und Städte und Länder.
Und dieser Diktator würde krank.
Und dann würde man dich rufen und sagen:
Du gibst dem jetzt Alles, was er braucht und hilfst ihm,
denn er ist arm dran.
Würdest du es tun?

S: Ja.

E: Und damit würdest du was verursachen?
Dass der weiter macht, dass der einfach immer weiter macht?
Noch mehr Menschen vernichtet, noch mehr Länder zerstört?
Man darf dem Bösen nicht helfen!

Stell dir vor, es wäre eine andere Geschichte:
Da wäre ein armer Mann.
Der wäre alt und gebrechlich.
Aber er wäre einer, der für Jeden ein gutes Wort hat
und dessen gute Worte sehr wichtig sind für seine Nachbarn.
Und man würde dich holen und sagen:
Hilf ihm, denn er ist arm dran.
Würdest du ihm helfen?

S: Ja.

E: Ja. Und damit würdest du Gott helfen,
weil Gott in diesem Mann wohnt.

Das merkt man daran, dass dieser Mann gut ist zu Anderen
und liebevoll und großzügig und rücksichtsvoll.

Simone, was ich dir damit sagen will, ist sehr alt!
Das ist etwas, was sogar Jesus zu seinen Jüngern gesagt hat:
„Wirf deine Perlen nicht vor die Säue!“

Deine Hilfe ist gut.
Die Art und Weise, wie du Menschen unterstützt und aufmunterst,
wie du ihnen Kraft gibst und Geborgenheit und Zuversicht: 
Das ist gut!

Das sind wunderbare Fähigkeiten in dir.
Du kannst es jedem gemütlich machen
und schön und warm und heiter.
Und dann geht’s dem gut!

Aber du musst schauen, wem du es gut machst!
Kannst du mich verstehen?

S: Ja.

E: Ein Helfersyndrom ist keine Krankheit, Simone!
Es liegt diesem Syndrom die Kraft zugrunde, Gutes zu tun.

Du kannst wirklich Gutes tun.
Aber diese Kraft wurde missbraucht,
weil du noch nicht gelernt hast, zu unterscheiden.

Du kannst das jetzt lernen, jetzt bist du erwachsen!
Und du bist sogar viel freier, als du es je vorher warst!
Weißt du das?
Weißt du eigentlich, wie frei du jetzt bist?

S: Ja.

E: Du bist jetzt genau da,
wo du dich als Kind einmal hin gewünscht hast.
Weißt du, dass du als Kind ganz oft davon geträumt hast:
„Wenn ich groß bin, wenn ich mal groß genug bin,
dann lasse ich mir nichts mehr gefallen!“

Erinnerst du dich?

S: Ja.

E: Ja! Ja, jetzt ist es so weit.
Ich gebe zu, es hat ein bisschen länger als üblich gedauert, ja?
Aber jetzt ist es so weit!
Du bist jetzt frei!
Simone, du bist jetzt frei!

Glaube keinem mehr, der sagt „Ich brauche dich“,
der aber nicht gut ist.

Prüfe, ob sie gut sind: gut zu Anderen.
Nicht nur zu dir, sondern gut zu allen Menschen! 
Ob es Gute sind!

Und die haben es dann auch verdient, dass du ihnen hilfst.

Das Böse, das brauchst du nie wieder zu unterstützen!
Auch nicht das Schwache, das Faule und das Dumme.
Einverstanden?

S: Ja.

E: Gut. Deine nächste Frage, meine Liebe.

S: Wie kann ich meinen Kindern – insbesondere Felix –
in Zukunft besser helfen?

E: Es ist viel schwieriger.
Was du ihnen leider nicht geben kannst,
das ist der zuverlässige Vater,
den sie gebraucht haben in ihrer Kindheit.
Das kannst du nicht begradigen.

Dir muss aber klar sein, dass deine Kinder euch als Eltern wollten!
Keine Anderen.

Wichtig ist Eines, dass ist das Wichtigste überhaupt:
Hör auf, das Opfer ihres Vaters zu sein!
Genug gelitten!

Zeig ihnen, dass jedes Opfer Irgendwann einmal stark wird.
Das ist ganz wichtig!

Bis jetzt kennen beide nur Schwäche.
Sie sehen deine Stärke kaum.
Sie sehen deine Nutzbarkeit, aber nicht deine Stärke!

Denn du bist nicht glücklich! 
Du bist frei, aber du fängst nichts mit deiner Freiheit an!
Und so bist du ihnen eine Sorge.

Wenn du ihnen also helfen möchtest aus ganzem Herzen, dann: 
indem du dich um dein Glück kümmerst!
Auch Felix nimmst du damit eine große Last ab.
Denn Felix würde am Liebsten alles gut machen
und er kann es nicht.
Und darüber ist er sehr traurig geworden.

Du musst ihm zeigen, dass du alles selbst
gut machen kannst für dich.
Ja, hast du mich verstanden?

S: Ja.

E: Hast du dazu noch eine Frage?

S: Nein.

E: Gut.
Hajo, ich möchte, dass die inner-familiäre Struktur aufgestellt wird.

Die Seelen der Söhne und ihres Vaters
müssen hier zu Wort kommen und eine neue Ordnung finden.
Ja?

Hajo: Ja.

E: Hier geht es um die Unordnung, die bei euch herrscht!
Damit meine ich nicht die Wäsche.
Damit meine ich, wer für was einzustehen hat.
Das weiß Keiner genau!
Ja?