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Schutzengel – Es gibt im Leben keine Rechtfertigung zur Überforderung.

Jetzt darfst du zu Recht sagen,
dass es dann in deinem heutigen Leben

aber sehr ungerecht zugegangen sei,
denn überfordert bist du im Grunde ständig. 

Aber letztlich ist es diese Überforderung,
die dich dazu treibt, 

die Zusammenhänge verstehen zu wollen,
und mir damit die Chance gibt,
sie zu erklären.

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Engel von Sabine zu verbinden.
Sabine bittet um diesen Kontakt.

Ich sitze in einem Wirtshaus.
Drei der Fenster haben Butzenscheiben,
das Andere, an dem der Tisch steht,
an dem ich Platz genommen habe, 
ist nur notdürftig mit Brettern verschlossen,
durch das offene obere Drittel fällt Licht.

Unbequem ist die Sitzbank, auf der ich Platz genommen habe.
Vor mir steht dem Geruch nach eine Art Bier in einem Tongefäß,
wenig appetitlich umschwirrt von Fliegen…

Jemand nimmt diesen Krug fort,
wischt den Tisch mit einem sauberen Lappen,
scheint mich aber nicht zu  bemerken. 

Still ist es hier im Schankraum…
Aber die stehen gebliebenen Utensilien deuten darauf,
dass es eine Art Stille nach dem Sturm ist.

Die Tür geht auf.
Herein kommt eine Frau mittleren Alters,
ihr dunkles Haar ist aufgesteckt,
sie sind an den Schläfen grau,
die Augen sind sehr schön,
fast dunkelblau unter schweren Lidern,
die Nase groß, ausdrucksstark.
Ein sehr ausdrucksstarkes Gesicht.

Der anmutige Körper klein und zierlich,
aber ihre Hände zeugen von einem Leben voller Arbeit.
Lächelnd setzt sie sich zu mir.

Guide: Herzlich willkommen!

Uta: Du bist die Guidin von Sabine?

Guide: Katharina, ja!
(Sie  setzt sich lächelnd zu mir.)

Das hier ist – wie meinst du –
die „die Ruhe nach dem Sturm“?

Da hast du Recht.
Wir sind hier in einer kleinen Stadt am im Süden Frankreichs.
Die Menschen leben von ein wenig Handel und Handwerk,
seit Jahrhunderten sind die wechselnden Läufe des Weltgeschehens im Grunde an den Menschen hier vorbeigezogen. 

Uta: In welches Jahr hast du mich geführt?

Katharina: In das Jahr 1384.

Eine Zeit, in der sich NEUES anbahnt!
Noch ist es nicht greifbar, was sich wandelt.
Aber überall in Europa gibt es in irgendeiner Weise
einen Ausdruck von Suche nach etwas,
das akzeptabler ist als das, was stattfindet.

Die Menschen sind nicht mehr zufrieden mit der Art,
wie sie zu leben und zu denken
– beziehungsweise zu glauben – haben.
Sie suchen nach etwas, ohne schon zu wissen, was es ist.

Hier aber war das nicht so.
Alle lebten, wie ihre Vorfahren lebten!

Voraussehbar war jedes Leben,
vorher bestimmt sowohl die Chancen als auch die Begrenzungen,
geregelt durch den Stand, in den man hineingeboren wurde.

Uta: Traditionell?

Katharina: Sehr traditionell, ja!

Uta: Aber hier muss es ja trotzdem ziemlich hoch her gegangen sein, so, wie es hier ausschaut!

Katharina: Sehr, ja!
Liebste Sabine, das hier war nie dein Zuhause,
aber mich hast du hier oft besucht.
Du und ich, wir waren die einzigen Menschen in diesem Ort,
die einen Sinn hatten für die Kunst der Dichtung
und für die Kunst der Musik.

Ich war dir so dankbar,
dass du diese Gaben in mir entdeckt hast!
Im Grunde warst du es,
die meine Seele aus einem tiefen Schlaf erweckt hat.
Dem Schlaf, in dem hier alle  Bürger sind.

Ja, du warst ein Mann in jener Zeit.
Nein, nein, wir hatten keine Liebesbeziehung.
Vielleicht hätten wir sie gehabt,
wenn du nicht ein Priester gewesen wärest.

Aber nein,
auch das hätte uns allein vermutlich nicht abgehalten.
Du warst nicht nur ein Priester,
sondern auch ein Mystiker.
Tief, tief war deine Liebe zu Gott,
nichts war dir emotional wichtiger.

Dir war es weniger wichtig, Gott zu erklären,
als Gott zu fühlen.
Dein ganzes Sein, dein ganzes Denken und Wollen
galt nur diesem Ziel:
Gottes Gegenwart in höchster Ekstase fühlen zu können.

Da war kein Platz in deinem Herzen
für eine Liebesbeziehung zu einer Frau.
Dennoch hast du mich geliebt, um genau zu sein:
Du hast das in mir geliebt,
das der göttliche Teil in mir deiner Ansicht nach war.

Von diesem Teil wusste ich nichts.
Ich war die Wirtin des einzigen Gasthauses.
Früh verwitwet, Mutter von drei Kindern.
Mein Leben war Arbeit,
meine Freude waren die Kinder,
mein Ärger die Männer, die zu viel tranken
und nicht einmal die Rechnung bezahlten.
Und der Graf, der immer noch mehr Anteile
an meinen Einnahmen wollte.

Meine Angst war:
Nach meinem Tod in die Hölle zu kommen.

Meine Hoffnung war,
dass ich bis dahin Zeit haben würde,
noch so viel Sünden wie möglich erlassen zu kriegen,
wozu mir aber die Mittel fehlten.

Ich unterschied mich also nicht von allen Anderen hier:
nicht im Wollen,
nicht im Wirken.
Nur Eines, das unterschied mich:
Da war in mir eine Sehnsucht, die keine Richtung hatte.
Ähnlich wie es dir heute geht.
Ich suchte IRGEND WAS!

Aber das war so, seit ich denken konnte:
dieses ewige Unbefriedigt sein.

Ich wusste, ich suche etwas,
aber ich hatte nicht einmal ein Wort dafür.
Wie soll man nach dem Weg fragen,
wenn man keinen Namen für das Ziel hat,
nicht wahr, liebe Sabine?
Das verstehst du!

Als du hierher versetzt wurdest von deinen Vorgesetzten,
da war es mir beim Blick in deine Augen,
als würde mein Herz vor Freude aussetzen.

Natürlich deutete ich dieses Gefühl so,
wie es mein Verstand deuten konnte:
Du hast dich in den Priester verliebt, Katharina!  
Oh Pfui, jetzt kommst du noch tiefer in die Hölle!

Du warst ein sehr besonderer Priester,
das war unübersehbar.
Deine Messen waren wie alle vorher. 
Aber wenn du alle Rituale abgehalten hattest,
wie es vorgeschrieben war,
dann hast du angefangen,
in unserer Sprache mit uns über Gott zu reden:
über ihn,
über seinen Sohn,
über Maria.

In unserer Sprache!
Ein Priester, der provinzialisch seine Schäfchen belehrt!
Was für eine Neuigkeit!

DAS war es, was ich so lange gesucht hatte!
Jetzt wusste ich es:
Ich hatte Gott gesucht!
Ich hatte danach gesucht, zu verstehen, was ich ihm bin!

Diese Freude, die ich empfand,
endlich, endlich verstehen zu können,
weil du mir in meiner Sprache
all dein priesterliches Wissen über ihn geschenkt hast:
unbeschreiblich!

Leider war ich nur allzu schnell die Einzige,
die darüber begeistert war.
Nachdem sich jeder daran gewöhnt hatte,
dass es bei dir nicht nur die übliche Liturgie gab,
sondern danach noch wenigstens
eine halbe Stunde lang Erklärungen dazu,
wurde es den Menschen lästig,
dir zuhören zu müssen.

Zum Einen, weil sie dir intellektuell nicht folgen konnten,
zum Anderen, weil sie dir nicht folgen WOLLTEN!
Denn was du sagtest,
beunruhigte ihre trägen Herzen zu sehr.

Man nahm es hin, aber man liebte es nicht.
Natürlich hast du das gespürt und deine Reaktion war:
NOCH mehr zu  predigen!
Immer länger und ausführlicher wurden deine Auslegungen
und immer unzufriedener wurden die Menschen mit dir.

Wenn der Gottesdienst vorbei war
und ich mein Wirtshaus öffnete, hörte ich,
wie die Männer klagten oder sich über dich belustigten.

Doch je ehrgeiziger du darin wurdest,
diese Menschen in deine Liebe zu Gott mitzureißen
– koste es, was es wolle –
umso mehr wurde aus ihrem Unmut Zorn.

All das sagte ich dir,
wenn du täglich zu mir kamst zum Essen.
Das war unsere gemeinsame Stunde.
Nur an Sonn- und Feiertagen bist du nicht gekommen,
weil das unerträgliche Schweigen der anderen Männer,
sobald du den Raum betreten hast,
für dich nicht mehr auszuhalten war.

Ansonsten aber war ich dir der einzige vertraute Mensch hier.
Da hast du mich unterrichtet,
hast mir vorgelesen,
hast mir neue Lieder beigebracht,
hast mich gefragt, ob du mir Gott gut erklärt hast,
hast all meine Fragen dazu beantwortet,
was mir noch nicht klar war…
Du warst mein einziger Lehrer in diesem Leben.

So sehr ich dich auch liebte:
Ich verstand auch die Anderen.

Ob Handwerker, Bauer oder Händler:
Sie alle arbeiteten hart!
Einzig die Zeit nach dem Kirchgang blieb ihnen,
um sich von dieser Anstrengung zu erholen.
Doch ausgerechnet von dieser freien Zeit
hast du ihnen in deinem Gottes-Eifer
mehr und mehr genommen,
bis sie schließlich vier Stunden! 
auf den harten Bänken verharren mussten!

Immer wieder versuchte ich,
dir in deinem Tun Einhalt zu empfehlen.
Aber in deinem Eifer und deiner Gottseligkeit
hast du die Gefahr nicht sehen wollen.

Selbst als ich dir davon sagte,
dass der Graf selbst einen Besuch beim Bischof plante,
um den zu bitten, dich zu versetzen,
hast du nur gelächelt und gesagt:
Dann werde ich eben andere Schäflein bekommen.

Aber der Bischof war nicht geneigt,
sich mit dir zu beschäftigen
und meinte nur:
Der bleibt bei euch, solange er lebt!

Damit wuchs für die Meisten
die Unerträglichkeit deiner Anwesenheit ins Unermessliche.
Solange sie Hoffnung hatten, dich los zu werden,
hatten sie Geduld, jetzt aber…

Wenn Aggression sich aufbaut,
wenn es kein geeignetes Ventil
für Unmut mehr gibt
und andererseits auch keine Rechtsregel
dieser aufgestauten Emotionalität mehr Einhalt gebietet,
reicht ein Funke, um das Pulverfass zu entzünden!

Genau das passierte!
Eines Tages sagte ein altes Weib zu dir,
als sie aus der Kirche gehend
an dir vorbei kam für Alle vernehmlich:
Du bist kein Priester Gottes!
Du bist ein Satan!

Mich altes Weib hier so lange sitzen zu lassen!
Da werde ich wieder Tage brauchen,
bis ich aufrecht gehen kann mit meinem alten Rücken!

Niemand hat deine Antwort noch hören können,
denn inzwischen schrien alle:
Ja, ein Satan ist er, er ist kein Priester.

Ach! Sie banden dich, schleppten dich hierher,
sie hielten „Gericht“.
Allen voran der Graf…

Ich konnte GAR NICHTS TUN,
außer mich zu weigern,
die auch noch zu bewirten.
Daraufhin schlugen sie alles kurz und klein.

Das „Urteil“ war schnell gefällt,
zeugen deiner Unmenschlichkeit schnell gefunden…
Henker auch!

Mein Leben hat dieser Tag verändert!
Ich schloss das Wirtshaus und ging weit fort von hier
mit meinen Kindern in die Berge meiner Heimat.

Den Schmerz, die Trauer um dich
habe ich bis in mein Alter nicht verwunden.

So viel hast du mir beigebracht, so viel Weisheit hast du gepredigt
und doch warst du so dumm in dem Leben von damals!
Das war mehr, als mein Verstand fassen konnte.

Unsere Zeit hatte ihre Regeln! 
Wer gegen die verstieß,
der war Freiwild.
Wie konntest du nur nicht sehen,
dass du gar nicht mehr in der Liebe warst,
die du gepredigt hast?

Heute bin ich dein Engel.
Nicht weil ich meine anklagende Frage
von damals noch offen hätte,
sondern weil Liebe und Vertrauen
uns zueinander geneigt sein lässt.

Wir leben und wir sterben
und leben und sterben.
Und mit jedem Mal haben wir die Chance,
zu wachsen, uns zu entfalten.
Aber wir sind auch in der Gefahr,
dass wir einen Schatten mitnehmen,
der unser Licht  verdunkelt. 
Dass unsere Seele Wunden erhält,
die nicht so leicht aufhören, zu schmerzen.

Ich möchte dir deinen Schmerz erklären,
der aus diesem Leben hier kommt.

Das, was hier erlitten wurde für deine Seele,
ist der Schmerz des völligen Ungeborgen seins auf Erden.
Ganz unbehütet hast du dich gefühlt am Ende.

So lange hast du darauf vertraut,
dass der liebende Gott doch sehen müsse,
dass du für IHN!
und nur FÜR IHN!
dir solche Mühe gabst,
die Seelen hier zu erhellen.

Aber er schützte dich nicht!
So intensiv und fest war dein Vertrauen in die Mutter Gottes,
dass sie ganz gewiss Gott
auf deine Liebe aufmerksam machen würde,
damit er dich – und sei es in letzter Sekunde –
vorm Tode errettet.

Dass du selbst noch mit dem Strick um den Hals
nicht geglaubt hast, nun sterben zu müssen!

Sabine, liebe, gute, kluge Sabine:
Der Schatten, den deine Seele seither trägt, ist: 
Dass sie überzeugt davon ist,
dass sie IN DER WELT weder Trost noch Schutz hat.

Das tut mir so Leid,
dass ich gerne sehr gerne bereit bin,
dein Engel zu sein und dir zu helfen,
wieder ins Vertrauen zu kommen.

Heute ist für mich ein besonderer Tag!
Denn ich habe die Möglichkeit,
dir etwas aufzuzeigen,
das deine Seele bisher,
wenn sie hier im Jenseits war,
nicht betrachten mochte.

Es ist wahr: Grausam war dein Ende
und voll Mühe dein Leben damals.
Aber auch voller Einsamkeit.
Aber nicht wahr ist,
dass dein Leben aus kosmischer Sicht ungerecht war.
Ungerecht war der Priester selbst,
der du damals warst.

Denn er forderte mehr, als die Wesen,
die ihm anvertraut waren, geben KONNTEN!

Aber die Schöpfung, die längst nicht beendet ist,
unterliegt Gesetzen, an denen auch Gott nichts ändern wird.
Denn würde er dies tun,
würde seine ganze Schöpfung im Chaos versinken.

Und eines dieser Gesetze ist:
Dass nur das Ziel durch ihn gefördert werden kann,
das mit den MÖGLICHKEITEN der Wesen zu erreichen ist.

Oder anders ausgedrückt:
Es gibt keine Rechtfertigung zur Überforderung!

Jetzt darfst du zu Recht sagen,
dass es dann in deinem heutigen Leben
aber sehr ungerecht zugegangen sei,
denn überfordert bist du im Grunde ständig. 

Ach ja, ich weiß, meine liebe Seele.
Ich kenne deine Tränen,
ich kenne deine Verwirrung.

Aber letztlich ist es diese Überforderung,
die dich dazu treibt, 
die Zusammenhänge verstehen zu wollen
und mir damit die Chance,
sie zu erklären.

Weißt du, Sabine, es ist so,
dass deine Seele ein ganz tiefes Bewusstsein
dafür in sich trägt, wie das Leben zu sein hätte!
Wie die Welt und alles, was in ihr lebt, leben KÖNNTE.

In dir ist so ein tiefes Wissen um die Seele,
die in ALLEM, was lebt, ist,
dass sie kaum zu vermitteln ist. 
Ja selbst für dich oft in Worten nicht zu erklären ist.
Manchmal können die schönen Künste dir dienen,
dieses Wissen zu kanalisieren.
Jedoch zu benennen:
Das geht gar nicht.

Aber es ist DA in DIR!
Nur eben nur sehr selten in Anderen.

Es ist so, als würde
eine kluge Professorin für Philosophie aus Paris
durch unabwägbare Umstände
in die Tiefen des brasilianischen Dschungels geraten.
Ein einfaches Volk nativer Einwohner würde sie aufnehmen.
Und es gäbe für sie keine Chance,
da heraus zu kommen.

Einerseits wird sie ganz sicher die Dummheiten,
die diese Menschen sich auf Grund
ihres mangelnden Wissens antun,
erkennen und zu korrigieren versuchen.
Andererseits ist sie auf das Wohlwollen
dieser Menschen angewiesen,
damit sie in der gefährlichen Welt des Dschungels geschützt ist.
Weder kann sie einfach gehen,
wenn es ihr nicht mehr dort gefällt,
noch kann sie aus diesen Menschen „zivilisierte Pariser“ machen.

Was also ist zu tun?
Was ist klug?
Was ist zu lernen?
Was ist für ALLE zum Vorteil?

Ist es klug, das Trennende zwischen sich
und den Anderen zu suchen?
Es gibt so viel Trennendes!
Aber ist es klug,
das zu beklagen?
Oder ist es klug,
das Verbindende zu suchen?

Letzteres natürlich!
Den kleinsten gemeinsamen Nenner zu suchen,
führt zur Verbindung,
die Verbindung führt zur Liebe. 
Die Liebe lässt nicht zu, übermäßig viel zu fordern:
weder von sich noch von Anderen.

Der Priester hat das nicht getan.
Er hat das Trennende größer und größer werden lassen
und darüber aufgehört, sich zu lieben
(denn er nahm keine Rücksicht auf sein Wohl)!
Er sah nichts Verbindendes
(zwischen sich und den Bewohnern, abgesehen von mir)
und so konnte er sie nicht lieben.
Sondern hat sie und ihre Unwissenheit und Unfähigkeit
zum Urteil über sie werden lassen.

Weil er sie aber nicht lieben konnte,
konnte er ihr Maß nicht erkennen.

Doch sein Maß wie auch das Maß der Bewohner
waren von Gott gegeben,
waren Ergebnis des Evolutions-Weges aller beteiligten Seelen.

Wessen Maß größer ist als das der Anderen um ihn herum,
hat die Fähigkeit, denen zu helfen,
die weniger weit entwickelt sind.
Seine Hilfe hat aber da ihre Grenze,
wo deren Möglichkeiten enden!

Nicht der große Nenner ist der allgemein gültige Maßstab
und dessen Fülle.
Sondern der kleinste gemeinsame Nenner ist es! 

Das ist Liebe,
das ist Gott und
so ist auch Geborgenheit IN GOTT zu finden.

Viele Leben hast du seither gelebt,
mehr oder weniger stark
war die Ungeborgenheit aber immer Thema.

Geborgenheit ist ein so tiefes Grundbedürfnis,
NICHTS sonst ist derart wichtig
in der Entwicklungsmöglichkeit der Seele!

Wie soll man sich auf Erden geborgen fühlen,
wenn doch alles, was gut ist, endet?
Wenn doch alles, was wichtig ist, verloren wird?

In dem man sich darein fügt, dass alles endet,
um wieder anzufangen und wieder zu enden
und wieder anzufangen.
Und dass bei jedem dieser Phasen
etwas besser, tiefer, größer und wahrer wird.

Geborgenheit entsteht,
indem man sich der Tatsache öffnet,
dass die Schöpfung nicht IST, sondern WIRD
und man selbst ein Teil dieses Werdens ist.

Der Priester dachte,
sein SEIN wird von Gott gefördert und geschützt.

Doch was geschützt und gefördert wurde,
war sein WERDEN.
Er hätte die Chance gehabt, gnädiger zu werden!
Zuerst zu den Bewohnern und ihren Bedürfnissen!
In der Folge zu sich selbst und seinen Bedürfnissen!

Vielleicht wären wir dann sogar
ein sehr glückliches Liebespaar geworden.
Aber er hat sein weltliches so Sein abgelehnt
und allen natürlichen Regungen, die daraus kamen.

War er besonders hungrig, hat er gefastet.
War seine Sehnsucht nach Gesellschaft besonders groß,
schloss er sich in seinen Bet-Raum ein.
Er wollte seine irdische Natur bezwingen! 
Ach, hätte er sie doch nur geliebt!

Liebe Sabine,
wie ist das mit deiner irdischen Natur?
Liebst du sie?

Meine gute Seele,
wie willst du dich geborgen wissen,
wenn du deine irdische Natur so misstrauisch betrachtest!

Sie IST richtig!
Sie hat ihre Berechtigung
im großen Zusammenspiel der Schöpfung.

Im Denken und Fühlen bist du der Unendlichkeit sehr bewusst,
das trennt dich von den meisten Anderen.
Aber was dich einfügt, ist dein Weltlich sein:
Kind Gottes,
Kind der Erde,
Beides ist sehr gut!

Ich weiß: Noch ist es schwer, zu verstehen,
was ich dir schreibe.
Was will ich nur?

Gnade!
Ich will, dass du gnadenvoll wirst!
Zuerst gegenüber dir selbst
und dann zur Welt.
Geduldig, geduldig mit dir selbst
und dann zur Welt.

Ich weiß, es ist so schwer zu tragen,
die Dummheit der Weltlichkeit!

Liebe und Geduld machen es der geistigen Welt möglich,
sie dennoch sehr! zu lieben.

Die Schöpfung in ihrer Entwicklung
kann dir DIE Mutter sein,
aus ihr darfst du nehmen und nehmen und nehmen,
denn sie ist ganz unerschöpflich!

Irdische Mütter, was sind sie?
Meistens auch nicht viel mehr
als älter gewordene Kinder.
Das ist einfach wahr.
Ob es traurig ist oder schön,
ist eine Frage des Selbst-Bewusstseins.

Uta: Katharina, ich weiß, da ist noch so viel,
was du deiner Sabine sagen möchtest,
aber meine Kraft geht dem Ende zu
und du hast ihre Fragen noch nicht beantwortet…

Katharina: Oh, da bin ICH in das hineingeraten,
was ich doch so gerne überwunden wissen möchte!

Dein Wesen wohnt in einem menschlichen Körper
und ich darf den nicht überfordern.
Nun, dann begnügen wir uns mit dem halben Weg.
Das ist mehr, als gar nichts sagen zu dürfen.

Dann stell mir Sabines Fragen!
Ich denke, es könnte schon sein,
dass sie meine Antworten nun besser versteht.

Uta:
Sabine fragt: Warum bist du mein Schutzengel?

Katharina: Weil ich dir sehr  verwandt bin.
Ich liebe die Kunst,
ich liebe Schönheit und Harmonie,
ich liebe es, wenn das nicht Materielle sich in der Materie zeigt.

Ich trauere, wenn die Menschen an einander leiden,
ich weine, wenn die Schöpfung zu zerbrechen droht…

Und ich hoffe – wie deine Seele auch –
dass eines Tages der Moment kommt,
in dem aus Innen
Außen wird im POSITIVEN
und nicht mehr im Negativen.

Viele Leben waren wir einander Vertraute.
Schöpferseelen sind wir beide!
Aber eine erschöpfte Schöpferseele,
was wird sie in die Welt bringen?

Darum bin ich dein Engel!
Weil ich versprochen habe,
dich in die leichte Einfachheit zurück zu führen,
soweit du gehen magst.

Uta: Sabine möchte wissen,
was die Ursachen für ihre Erschöpfung ist
und wie sie wieder in ihre Kraft kommt?

Katharina: Die Ursache ist dein unbefriedigter Hunger
nach Geborgenheit in der Welt.
Dir ist so, als würde immer noch jederzeit
der Mob über dich herfallen
und dich hängen, wenn du nicht bist
und machst, was „er“ wünscht.

Du bemühst dich sehr,
dich selbst zu leben,
aber mit jedem Versuch siehst du noch mehr das,
was dich von Anderen trennt.

Aber gerade das macht dir Angst.
So versuchst du innerhalb der Bedingungen,
die das Leben an dich stellt,
zurecht zu kommen.
Aber du kannst dich dafür einfach nicht loben.

Hast du dich angepasst,
schimpfst du dich selbst! 
Hast du es nicht getan,
kommt die Angst,
völlig ungeborgen sein zu müssen.

Was du siehst, ist:
Ich hier und die Anderen ganz wo Anders! 

Was du nicht siehst: Du bist MIT ihnen!
Und jeder auf seine Weise auf dem Weg nach oben DARF sein!

In deine Kraft kommst du,
sobald du darauf siehst,
WIE VIEL du TROTZ deiner Erfahrungen schon bewältigt hast!
Wenn du siehst,
dass du BESTENS ausgerüstet bist.

Ich bin zu Anders,
um Richtig zu sein!
Um genährt zu werden mit dem,
was ICH von der Welt brauche,
raubt deine Kraft, mein Liebes.

Du siehst dich nicht gut…
Du siehst dich einzeln…
Aber du bist ja TEIL
und du bist völlig richtig im großen Ganzen.

Uta: Woher kommen ihre Verspannungen?

Katharina: Aus der Angst heraus,
nicht tragen zu können,
was es zu ertragen gibt.
Nicht du und dein Wesen sind dir das Maß,
das du dir an Erträglichem zumutest,
sondern „was MAN zu tun hat“!

Da gleichst du sehr deinen Vorfahrinnen.
Die einzige Flucht daraus ist dann
die Allen sichtbare Schwäche.

Und so trägst du Lasten,
die nicht deine sind,
du nimmst sie sogar noch stärker wahr.

Uta: Was kann sie gegen ihre Angst
vor Krebserkrankungen tun?

Katharina: Eine KLUGE! Patientenverfügung verfassen!
Nein, das ist kein Witz.
DENN wovor du eigentlich Angst hast, ist,
dass du PLÖTZLICH mitten aus deinem Sein
in den Zerfall zu gehen hast
und dir NICHTS UND NIEMAND Geborgenheit gibt,
wenn es soweit ist.

Auch hier spielen deine Ahninnen eine Rolle.
Das Sterben wird kommen, aber ja!
Aber wie damit umgehen?
Die Angst vor dieser Tatsache
kann zu Zweierlei führen:
Sich beständig in Gefahr fühlen
oder sich klug und weise ganz dem Jetzt zu widmen.

Nur ist es leider so,
dass deine Mutter während deiner Geburt
sich ganz und gar ungeborgen gefühlt hat.
Und dieses Gefühl
– Lebendig sein UND Bedroht sein –
gehören für dich unbewusst untrennbar zusammen.

Das ist aber nicht so!
Du hast doch so viele, viele Gefahren
– von Gott geborgen – überstanden!

Wenn du etwas tun willst,
dann hol dir durch Bewusstwerdung jenen Seelenanteil zurück,
der sich im Trauma deiner Geburts-Gefahr
vom Rest getrennt hat:
Zuversicht!

Uta: Warum empfindet sie manchmal
ein Gefühl tiefer Einsamkeit,
das Gefühl, nicht hierher zu gehören?

Katharina: Du bist hoch sensibel,
die meisten anderen Menschen sind es nicht.
Aber dennoch bist du TEIL der Menschheit,
auch wenn du anders bist!
Auch wenn du nicht gesehen wirst,
wie du bist.
Auch wenn es so anstrengend für dich ist,
nicht Fehl-gedeutet zu werden.
Hier in diesem Leben bist du so sehr Fehl-gedeutet worden,
dass es dich dein Leben kostete!  
Die Ursache lag im mangelnden Verständnis. 
Jetzt hast du in deiner Welt so viele Chancen, zu verstehen.

Dein Selbst hat Alleinstellungs-Merkmale,
das ist wahr.
Aber muss das trennen?
Oder fügt sich da zusammen,
was zusammen gut wäre?

Die Frage ist hier:
Wer das zu beurteilen hat?
Du oder die Anderen?

Wer muss dir gegenüber Tolerant sein?
Du oder die Anderen?

Du! meine Liebste,
du zuerst!
Heute brauchst du dich wahrlich
nicht mehr davor zu fürchten, die Anderen zu überfordern!
Aber davor, dich zu überfordern!

Was meinst du denn:
Da ist ein bunter Schmetterling zwischen zehn Weißen,
ist er falsch dort auf der Wiese
oder ein bereichernder Aspekt des Ganzen?

Uta: Welche Aufgabe hat sie in dieser Inkarnation?

Katharina: Herauszufinden,
welch wunderschöner, guter Teil
du INNERHALB der Schöpfung bist.
Nicht mehr die Begrenzungen zu bekämpfen,
sondern innerhalb der Grenzen
ganz und gar du Selbst zu sein.

Deine Bedingungen sind zu viele,
die Wenigsten davon sind die deinen.
In diesem Leben haben dir gnadenlos
gut meinende „Priester“ zu viel aufgebürdet.

Weißt du:
In diesem Leben hatte die ganze Gemeinde
erhebliche Mitschuld an der Eskalation.
Denn NIEMAND  stand auf und sagte:
Lieber Priester, das ist alles gut und schön,
was du uns beibringen willst.
Aber jetzt ist es genug,
mehr davon halten wir heute nicht aus!

Wir  ruhen uns jetzt aus
oder gehen ins Wirtshaus
oder spielen mit unseren Kindern.
Das haben wir uns verdient!
Oder willst du uns etwa ausgerechnet die Freuden rauben,
die Gott uns schenkt?

Nun hat sich das Blatt gedreht!
Jetzt ist es an dir, aufzustehen und zu sagen:
Jetzt lasst mir mal eine schöne Pause!
Ich weiß, ihr meint es gut.
Aber ich bin ich und gebe euch gerne,
was ihr braucht.
Doch nehmen, was mir Gut tut:
Dazu bin ich auch verpflichtet.

Uta: Damit sind alle Fragen Sabines beantwortet. 
Hab herzlichen Dank, Katharina.
Ich hoffe, dass dies alles Sabine hilft.

Katharina: Erste Schritte sind noch nicht am Ziel sein!
Aber die Zuversicht zu haben, dass es erreichbar ist! 
Dieses Ziel, das konnten wir hoffentlich auslösen.

Liebe Sabine, dass ich dich liebe,
hast du nun gelesen.
Ob du es fühlen magst? Vielleicht.

Die Angst, Geborgenheit – einmal erlebt –
wieder zu verlieren, mag dem entgegenstehen.
Aber sei sicher:
NIE, NIE, NIE bist du ungeborgen!

Es kann nur sein,
dass deine Angst es dich nicht fühlen lässt.

Aber Angst ist endlich,
Geborgenheit NICHT! 

Damit möchte ich mich von dir für Heute verabschieden.

Sei umarmt mit Flügeln aus Licht,
deine Katharina!